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	<title>Politisches System der Islamischen Republik Iran - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2026-04-14T13:13:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Emblem of Iran.svg|mini|[[Wappen Irans|Wappen der Islamischen Republik Iran]]]]&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;politische System der Islamischen Republik Iran&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; enthält [[Demokratie|demokratische]] und [[Theokratie|theokratische]] Elemente. Grundlage des bestehenden Staates ist die iranische Verfassung.&amp;lt;ref&amp;gt;Als [[Verfassung]] wird das zentrale Rechtsdokument oder der zentrale Rechtsbestand eines Staates bezeichnet. Die auf diese Weise konstituierten Staatsgewalten sind an die Verfassung als oberste Norm gebunden. Die Bedeutung als oberste Norm trifft im heutigen [[Iran]] so nicht zu. Artikel 4 lautet: {{Zitat|Alle zivilen, strafrechtlichen, finanziellen, ökonomischen, administrativen, kulturellen, militärischen und politischen sowie alle übrigen Gesetze und Vorschriften müssen in Einklang mit den islamischen Maßstäben stehen. Dieser Artikel bestimmt den Inhalt und den Umfang aller Grundsätze der Verfassung und anderer Gesetze und Vorschriften; hierüber wachen die Rechtsgelehrten des Wächterrates.}} Vom politischen System Irans werden die „islamischen Maßstäbe“ als oberste Rechtsnorm betrachtet. Gesetze und Vorschriften werden durch den Wächterrat daher nicht auf ihre Verfassungsmäßigkeit, sondern auf ihren „Einklang mit den islamischen Maßstäben“ hin überprüft. Welche Maßstäbe das im Einzelnen sind, wird nicht weiter ausgeführt.&amp;lt;/ref&amp;gt; Höchstes Staatsamt ist der [[Oberster Führer (Iran)|Oberste Führer (Rahbar)]]. An der Spitze der Regierung steht der [[Liste der Präsidenten von Iran|Präsident]]. Das Regierungssystem des [[Welāyat-e Faqih]], unter dem die politische Macht in der Erwartung auf den in der Verborgenheit weilenden [[Muhammad ibn Hasan al-Mahdi|Imam Mahdi]], von [[Allah]] ausgeht, wird häufig als [[Gottesstaat]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ideologische Grundlagen ==&lt;br /&gt;
Das politische System der Islamischen Republik Iran beruht auf einer Ausarbeitung des Ajatollahs [[Ruhollah Chomeini]]. Chomeini erarbeitete im [[irak]]ischen Exil in [[Nadschaf]] das Konzept der {{lang|fa-Latn|&amp;#039;&amp;#039;[[Welāyat-e Faqih]]&amp;#039;&amp;#039;}} (&amp;#039;Statthalterschaft des Rechtsgelehrten&amp;#039;). Die heutige Verfassung entspricht diesem Konzept in weiten Teilen. Der Begriff der &amp;#039;&amp;#039;Welayat-e Faqih&amp;#039;&amp;#039; geht auf Mullah [[Ahmad Naraghi]] († 1829) aus [[Ghom]] zurück. In seinem auf Arabisch verfassten Buch &amp;#039;&amp;#039;Avaed-al Ayam&amp;#039;&amp;#039; erklärt Naraghi, dass während der [[Ghaiba|Abwesenheit]] des [[Muhammad al-Mahdī|12. Imam]] dem &amp;#039;&amp;#039;[[Fiqh|Faqih]]&amp;#039;&amp;#039; zwei Herrschaftsbereiche zukommen: Der erste Bereich erstreckt sich auf alles, was den Propheten und die Imame betrifft; der zweite Bereich erstreckt sich auf die Ausgestaltung der Religion und der sozialen Lebenswelt des Menschen. Naraghi nannte zehn Beispiele, in denen die &amp;#039;&amp;#039;Welāyat-e Faqih&amp;#039;&amp;#039; im weltlichen Bereich zum Tragen kommt, wie z.&amp;amp;nbsp;B. die treuhänderische Verwaltung des Vermögens von [[Waise]]n und geistig Behinderten, das Justizwesen usw.&amp;lt;ref&amp;gt;Ruhollah Khomeini: &amp;#039;&amp;#039;Welāyat-e Faqih. Moaseseh Tanzim va Nashr Aasar-e Emam Khomeini.&amp;#039;&amp;#039; 7. Auflage. Tehran, 1377, S. 6 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chomeini schuf mit seiner Ausarbeitung &amp;#039;&amp;#039;Welāyat-e Faqih&amp;#039;&amp;#039; ein Konzept, das den höchsten schiitischen Geistlichen damit beauftragt, die Rückkehr und damit die Herrschaft Mahdis durch Ausübung politischer Herrschaft vorzubereiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Grundsatz 5 der iranischen Verfassung heißt es:&lt;br /&gt;
{{Zitat|In der Islamischen Republik Iran steht während der Abwesenheit des entrückten 12. Imam – möge Gott, dass er baldigst kommt – der Führungsauftrag [&amp;#039;&amp;#039;Imamat&amp;#039;&amp;#039;] und die Führungsbefugnis [&amp;#039;&amp;#039;welayat-e-amr&amp;#039;&amp;#039;] in den Angelegenheiten der islamischen Gemeinschaft dem gerechten, gottesfürchtigen, über die Erfordernisse der Zeit informierten, tapferen, zur Führung befähigten Rechtsgelehrten zu […]|Quelle=Verfassung der Islamischen Republik Iran, 1979}}&lt;br /&gt;
Das Konzept der &amp;#039;&amp;#039;Welāyat-e Faqih&amp;#039;&amp;#039; bricht mit der unpolitischen und [[Politischer Quietismus|quietistischen]] Tradition der [[Schia]], die zuvor mit wenigen Ausnahmen in der schiitischen Geistlichkeit vorherrschte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Heinz Halm]] |Titel=Der schiitische Islam |Auflage=1. |Verlag=C. H. Beck |Ort=München |Datum=1994 |ISBN=3-406-37437-9 |Seiten=146}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Buchta83&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Wilfried Buchta |Titel=Schiiten |Verlag=Heinrich Hugendubel Verlag |Ort=Kreuzlingen/München |Datum=2005 |ISBN=3-7205-2491-4 |Seiten=83}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Katajun Amirpur, Reinhard Witzke |Titel=Schauplatz Iran |Auflage=1. |Verlag=Herder |Ort=Freiburg |Datum=2004 |ISBN=3-451-05535-X |Seiten=75}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Monika Gronke]] |Titel=Geschichte Irans |Auflage=2. |Verlag=C. H. Beck |Ort=München |Datum=2003 |ISBN=3-406-48021-7 |Seiten=105}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhard Schweizer: &amp;#039;&amp;#039;Iran: Drehscheibe zwischen Ost und West.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 1991, S. 295 ({{Google Buch |BuchID=c4A5rRG3hY0C |Seite=295 }}).&amp;lt;/ref&amp;gt; Als ein Hauptvertreter dieser Position wird Großajatollah und [[mardschaʿ-e Taghlid]] [[Hossein Borudscherdi]] (1875–1961) genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Wilfried Buchta |Titel=Schiiten |Verlag=Heinrich Hugendubel Verlag |Ort=Kreuzlingen/München |Datum=2005 |ISBN=3-7205-2491-4 |Seiten=77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Einmischung in die Politik ist nach der quietistischen Auffassung nicht vereinbar mit der [[Imamiten|zwölfer-schiitischen]] Überzeugung, nach der der entrückte 12. Imam Mahdi zurückkehren und als einzig legitimer Herrscher die muslimische Welt regieren wird. Jede Regierung während seiner Entrückung ist nach dieser Überzeugung nur eine Übergangsregierung, die durch nichts legitimiert ist und so sie sich als islamisch versteht sogar einen Widerspruch in sich enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wahied Wahdat-Hagh]]: &amp;#039;&amp;#039;Die islamische Republik Iran. Die Herrschaft des politischen Islam als eine Spielart des Totalitarismus.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2003, S. 425 ({{Google Buch |BuchID=-6LcjA4OWs4C |Seite=425 }}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chomeini war nicht der erste schiitische Geistliche, der eine Kontrolle der Gesetzgebung durch geistliche Führer anstrebte. Bereits während der [[Konstitutionelle Revolution|konstitutionellen Revolution von 1906 bis 1911]] war es Scheich [[Fazlollah Nuri]], ein entschiedener Gegner der Konstitutionalisten, der einen von ihm ausgearbeiteten Verfassungszusatz zur Überprüfung aller Gesetze auf islamische Grundlage durch fünf Kleriker (Expertengremium) vorschlug, der dann auch Bestandteil der iranischen Verfassung wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;The Supplementary Fundamental Laws&amp;#039;&amp;#039;, 7. Oktober 1907 ([[s:en:Iran Constitution of 1906#4. The Supplementary Fundamental Laws of October 7, 1907|Englischer Text auf Wikisource]])&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Expertengremium konstituierte sich nie; Geistliche waren aber von Beginn an [[Madschles|Parlaments]]-Abgeordnete und wirkten an der Gesetzgebung mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch ist das &amp;#039;&amp;#039;Welāyat-e Faqih&amp;#039;&amp;#039; ein „revolutionäres Novum“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Buchta83&amp;quot; /&amp;gt; für die Schia, da Chomeini und seine Anhänger in der Verfassung der Islamischen Republik Iran über ein Mitwirken der Geistlichkeit im Gesetzgebungsprozess hinausgingen. Dem obersten Rechtsgelehrten wurde die geistliche und politische Führung zugesprochen. Diese Regierung verstand sich zwar in der Erwartung des 12. Imam als Vertretungsregierung, forderte aber ausdrücklich die Notwendigkeit der Einheit von Politik und Religion. Nach Chomeinis Überzeugung konnte nur so sichergestellt werden, dass die Gesetze Gottes auch die Gesetze des Staates wurden und nur der oberste Vertreter der Imame schien ihm für diese Aufgabe geeignet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gerhard Schweizer]]: &amp;#039;&amp;#039;Iran: Drehscheibe zwischen Ost und West.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 1991, S. 294 ({{Google Buch |BuchID=c4A5rRG3hY0C |Seite=294 }}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegbereiter der iranischen Revolutionsideologie waren [[Dschalāl Āl-e Ahmad]] und sein Schüler [[Ali Schariati]], die den intellektuellen Diskurs der 1960er Jahre prägten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Amirpur,Witzke62ff&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Katajun Amirpur, Reinhard Witzke |Titel=Schauplatz Iran |Auflage=1. |Verlag=Herder |Ort=Freiburg |Datum=2004 |ISBN=3-451-05535-X |Seiten=62 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Āl-e Ahmad veröffentlichte 1962 seinen einflussreichen Essay &amp;#039;&amp;#039;Gharbzadegi&amp;#039;&amp;#039;, in dem er die Verwestlichung Irans anprangert, die er zum Teil als Angriff interpretiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Amirpur,Witzke62ff&amp;quot; /&amp;gt; Im Islam sah er „den einzigen vom westlichen Gift noch nicht befallenen Wert“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gronke106f.&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Monika Gronke]] |Titel=Geschichte Irans |Auflage=2. |Verlag=C. H. Beck |Ort=München |Datum=2003 |ISBN=3-406-48021-7 |Seiten=106 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Chomeini bekannte später, dass er das Buch voller Bewunderung gelesen habe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;halm148ff&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Heinz Halm]] |Titel=Der schiitische Islam |Auflage=1. |Verlag=C. H. Beck |Ort=München |Datum=1994 |ISBN=3-406-37437-9 |Seiten=148 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schariati war sowohl Gegner des [[Demokratie|demokratisch]]-[[Kapitalismus|kapitalistischen]] [[Westliche Welt|Westen]] als auch der [[Kommunismus|kommunistischen]] [[Sowjetunion]] und trat für einen [[Politischer Islam|politischen Islam]] als [[Dritter Weg|dritten Weg]] ein. Er schuf dabei das sozialrevolutionäre Konzept der [[Aliden|alidischen]], „roten“ Schia als revolutionärer Bewegung, die er als reine, wahre und unverfälschte Schia beschreibt. Er grenzt sie ab von der [[Safawiden|safawidischen]], „schwarzen“ Schia. Diese zeichne sich durch politische Untätigkeit aus in der getrauert und geklagt wird, anstatt gegen Unterdrückung aufzubegehren. Schariati prägte im Sinne dieser Position in seiner Schrift &amp;#039;&amp;#039;Das Martyrium&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Schahâdat&amp;#039;&amp;#039;) einen Spruch, der zum Slogan der [[Islamische Revolution|Islamischen Revolution]] wurde: {{&amp;quot;|Jeder Ort ist [[Kerbela|Karbala]], jeder Monat ist [[Muharram]] und jeder Tag ist [[Aschura]]}}.&amp;lt;ref name=&amp;quot;halm148ff&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Amirpur,Witzke62ff&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gronke106f.&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Wilfried Buchta |Titel=Schiiten |Verlag=Heinrich Hugendubel |Ort=Kreuzlingen/München |Datum=2005 |ISBN=3-7205-2491-4 |Seiten=79 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Staatsaufbau ==&lt;br /&gt;
Nach Chomeini kann eine islamische Regierung weder [[Despotie|despotisch]] noch [[Totalitarismus|totalitär]] sein. Sie sei vielmehr an die Verfassung gebunden und demokratisch. Allerdings bedeutet Demokratie hier nicht, dass das Parlament Gesetze nach dem Willen des Volkes verabschiedet, sondern allein aus dem [[Koran]] und der [[Sunna|islamischen Tradition]] herleitet. In einem islamischen Staat ist ferner die für [[Rechtsstaat]]en kennzeichnende [[Gewaltenteilung]] in [[Legislative]], [[Exekutive]] und [[Judikative]] aufgehoben. Als höchste institutionelle Instanz tagt der „[[Wächterrat]]“, der die Regierung über die entsprechenden islamischen Gesetze unterrichtet. Es gibt keine [[Trennung zwischen Staat und religiösen Institutionen|Trennung staatlicher und religiöser Gemeinschaft]], vielmehr bilden beide eine Einheit.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://prophetofdoom.net/The_Little_Green_Book_1_03.Islam | wayback=20070709065912 | text=Das Grüne Buch}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Einzelnen gestaltet sich der staatliche Aufbau Irans wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Regierungssystem Iran.svg|zentriert|hochkant=2.5|Staatsaufbau im Schaubild]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ämter ===&lt;br /&gt;
==== Führer ====&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Oberster Führer (Iran)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Führer (&amp;#039;&amp;#039;Rahbar&amp;#039;&amp;#039;, auch „Oberster Rechtsgelehrter“) ist der höchste Amtsträger in Iran. Er ernennt die Hälfte der Mitglieder des [[Wächterrat]]es sowie den obersten Richter des Landes. Dem Führer obliegt außerdem der Oberbefehl über die [[Streitkräfte des Iran|Streitkräfte]] und die Ernennung der Mitglieder des [[Schlichtungsrat]]es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollte es keine Person geben, die den Anforderungen der Verfassung gerecht wird, so wird das Amt von einer Versammlung aus drei oder fünf Personen ausgefüllt. Zur Ernennung des Obersten Führers oder der Versammlung wird alle acht Jahre durch das Volk ein [[Expertenrat]] gewählt, der seine Tätigkeiten überwacht und ihn theoretisch auch wieder absetzen kann.&lt;br /&gt;
Allerdings trifft der Wächterrat wie bei allen Wahlen in Iran eine Vorauswahl der Kandidaten. Aufgrund des großen Einflusses des Führers auf die Zusammensetzung des Wächterrates gilt eine Absetzung als nahezu unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Verfassung von 1979 wird Ajatollah Chomeini explizit als Führer genannt, der die Kriterien erfüllt und folgerichtig die Herrschaft in Vertretung des 12. Imams antritt. Da Chomeini die entscheidende Führungspersönlichkeit der Islamischen Revolution verkörperte, wurde das Amt während seiner Regentschaft als Amt des Revolutionsführers bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Verfassungsänderungen 1989 wurde der Hinweis entfernt, der Oberste Führer müsse von der Mehrheit der Gläubigen als geistige Autorität anerkannt werden. Stattdessen wurde mehr Gewicht auf politische Qualifikationen gelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Präsident ====&lt;br /&gt;
Der Präsident leitet die Regierung des Landes. Er wird alle vier Jahre direkt vom Volk aus allen vom [[#Wächterrat |Wächterrat]] zugelassenen Kandidaten gewählt und darf maximal zwei aufeinander folgende [[Legislaturperiode]]n amtieren. Die Präsidentschaftswahlen finden in der Regel zwei Jahre versetzt zu den Parlamentswahlen statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ursprünglichen Verfassung von 1979 waren die heutigen Kompetenzen des Präsidenten auf die Ämter des Präsidenten der Republik und des Premierministers aufgeteilt:&lt;br /&gt;
Der Premierminister stand an der Spitze der Regierung, koordinierte die Regierungsarbeit als Leiter des Ministerrates und schlug die Minister zu Beginn ihrer Amtszeit vor. Der Präsident war hingegen der Repräsentant des Staates, sein Amt war das höchste nach dem Führer. Er leitete die Exekutive, unterzeichnete internationale Verträge und bestimmte den Premierminister. Seit 1989 sind die Kompetenzen im Amt des Präsidenten vereint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In jeder Legislaturperiode werden 10 bis 12 Vizepräsidenten ernannt, die jeweils für verschiedene Ressorts zuständig sind. Der erste Vizepräsident vertritt den Präsidenten und leitet bei dessen Abwesenheit die Regierungsgeschäfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Liste der Präsidenten von Iran|Kabinett Peseschkian}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Institutionen ===&lt;br /&gt;
==== Wächterrat ====&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Wächterrat}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wächterrat prüft Gesetze und Kandidaten für politische Ämter auf Übereinstimmung mit den Prinzipien des Islam sowie auf Konformität mit der Verfassung. Durch sein umfassendes Vetorecht stellt er die wichtigste Institution zur Einflussnahme des Obersten Rechtsgelehrten dar. Der Wächterrat ist ein Gremium aus zwölf Mitgliedern, von denen sechs Juristen vom obersten Richter vorgeschlagen und durch das Parlament gewählt und sechs Geistliche durch den Obersten Rechtsgelehrten bestimmt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Verfassung heißt es:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Um Widersprüche zwischen den Beschlüssen [des Parlaments] und den islamischen Vorschriften oder der Verfassung zu verhindern, wird ein Wächterrat mit folgender Zusammensetzung gebildet:&lt;br /&gt;
# 6 gerechte islamische Rechtsgelehrte […]; sie werden vom islamischen Führer bzw. Führungsrat gewählt.&lt;br /&gt;
# 6 Juristen verschiedener Rechtsgebiete, die vom Obersten Richterrat aus der Reihe der muslimischen Juristen [dem Parlament] vorgeschlagen und von [ihm] gewählt werden.|Quelle=Verfassung der Islamischen Republik Iran, Grundsatz 91, 1979}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wächterrat prüft alle vom Parlament beschlossenen Gesetze auf Konformität mit der Verfassung. Er kann sie für ungültig erklären. Die vom Obersten Rechtsgelehrten eingesetzten 6 geistlichen Mitglieder können unter Berufung auf Widersprüche mit den islamischen Prinzipien ein Veto gegen ein Gesetz einlegen. Dieses Veto kann vom Parlament nicht überstimmt werden; es verhindert, dass ein Gesetz rechtskräftig wird.&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Feststellung des Übereinstimmens der Beschlüsse [des Parlaments] mit den islamischen Vorschriften wird von der Mehrheit der islamischen Rechtsgelehrten des Wächterrates und hinsichtlich des Übereinstimmens mit dem Grundgesetz von der Mehrheit aller Mitglieder des Wächterrates getroffen.|Quelle=Verfassung der Islamischen Republik Iran, Grundsatz 96, 1979}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wächterrat entscheidet auch über die Eignung der bei Wahlen antretenden Kandidaten. Er hat bis dato (Juni 2024) vielen Kandidaten die Teilnahme an den Wahlen verwehrt; dies erregt oft Unmut in der Bevölkerung. Häufig hat der Wächterrat als &amp;#039;Begründung&amp;#039; behauptet, ein Kandidat hätte sich &amp;#039;unislamisch verhalten&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Islamisches Parlament ====&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Madschles}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Islamische Parlament (&amp;#039;&amp;#039;Madschles-e Schora-ye Eslami&amp;#039;&amp;#039;) wird alle vier Jahre unmittelbar vom Volk gewählt. Wahlberechtigt sind alle Iraner ab dem vollendeten 17. Lebensjahr. Wählbar sind nur die vom [[#Wächterrat |Wächterrat]] zugelassenen Kandidaten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Parlament ist die gesetzgebende Institution Irans. Gesetzesvorschläge kommen von den Ministern oder den Abgeordneten selbst. Ein vom Parlament verabschiedetes Gesetz wird vom [[#Wächterrat |Wächterrat]] auf seine Vereinbarkeit mit der islamischen Rechtstradition kontrolliert und kann vom [[#Führer |Führer]] an das Parlament zurückverwiesen werden, bis es seinen Vorstellungen entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vorletzte Parlamentswahl fand [[Parlamentswahl im Iran 2020|am 21. Februar 2020]] statt und die letzte am 1. März und 10. Mai 2024.{{Zukunft|2028}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Expertenrat ====&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Expertenrat}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Expertenrat besteht aus 86 „tugendhaften und erfahrenen“ Geistlichen, mindestens mit dem religiösen Titel [[Hodschatoleslam]], die für acht Jahre vom Volk nach Vorauswahl durch den [[#Wächterrat |Wächterrat]] gewählt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Expertenrat tagt jährlich mindestens fünf Tage. Er wählt den Obersten Rechtsgelehrten, „überwacht“ seine Tätigkeit und kann ihn theoretisch auch wieder absetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schlichtungsrat ====&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Schlichtungsrat}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Vermittlung zwischen [[#Wächterrat|Wächterrat]] und [[#Islamisches Parlament|Parlament]] besteht ein Schlichtungsrat, dessen Mitglieder vom Obersten Rechtsgelehrten ernannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sicherheitsrat ====&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Nationaler Sicherheitsrat (Iran)|titel1=Sicherheitsrat}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Obersten Rechtsgelehrten als [[Oberbefehlshaber]] der [[Streitkräfte des Iran|Streitkräfte]] unterstützt ein Sicherheitsrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Justiz ==&lt;br /&gt;
In der Islamischen Republik Iran gilt das islamische Recht, die [[Scharia]], ausgeformt durch das Strafgesetz der Islamischen Republik Iran.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.igfm.de/themen/scharia/allgemeine-infos/die-wiedereinfuehrung-des-islamischen-strafrechts-im-iran/ Die Wiedereinführung des islamischen Strafrechts im Iran]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Oberste Rechtsgelehrte ernennt den obersten Richter, der seinerseits den Generalstaatsanwalt ernennt. Es gibt verschiedene Gerichtszweige, darunter [[Islamisches Revolutionsgericht|Revolutionsgerichte]] (für politische Delikte). Das [[Sondergericht für die Geistlichkeit]] (für Delikte von Klerikern) steht außerhalb der allgemeinen Gerichtsbarkeit und ist unmittelbar dem Obersten Rechtsgelehrten verantwortlich. Der oberste Richter ist Mitglied des [[Nationaler Sicherheitsrat (Iran)|Sicherheitsrates]] und ernennt im Zusammenwirken mit dem Parlament die sechs Juristen des [[#Wächterrat |Wächterrat]]es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Justizsystem, insbesondere den Abteilungen 25 und 28 des Revolutionsgerichts mit den Richtern [[Abolqasem Salavati]] bzw. [[Mohammad Moghisseh]], werden massive Menschenrechtsverstöße, Willkürurteile sowie Verstöße gegen die iranische Verfassung sowie gegen Prozess-Verfahrensvorschriften – insbesondere bei Prozessen gegen Demonstranten im Zusammenhang mit den [[Proteste nach den iranischen Präsidentschaftswahlen 2009|Protesten nach den iranischen Präsidentschaftswahlen 2009]] – vorgeworfen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |werk=iraniangerman.wordpress.com |datum=2010 |url=http://iraniangerman.files.wordpress.com/2010/06/men-of-violence-english.pdf#page=16 |titel=Men of Violence. Perpetrators of the Post-Election Crackdown |sprache=en |format=PDF |abruf=2011-03-14 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20120131233513/http://iraniangerman.files.wordpress.com/2010/06/men-of-violence-english.pdf#page=16 |archiv-datum=2012-01-31 |offline=ja }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwaltungsgliederung ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Verwaltungsgliederung Irans}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Generalgouverneure der [[Liste der Provinzen des Iran|31 Provinzen]] (Ostans) werden vom Innenminister mit Zustimmung des Ministerrats ernannt. Unter den Ostans gibt es (Stand 2016) 329 Schahrestans und 1057  Bakschs.&amp;lt;!--- :en:Administrative_divisions_of_Iran#cite_note-auto-1  -----&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* David E. Thaler, Alireza Nader, Shahram Chubin, Jerrold D. Green, Charlotte Lynch, Frederic Wehrey: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.rand.org/pubs/monographs/MG878/ Mullahs, Guards, and Bonyads. An Exploration of Iranian Leadership Dynamics]&amp;#039;&amp;#039; (PDF, 168S.), [[RAND Corporation]], 2010, ISBN 978-0-8330-4773-1 (englisch).&lt;br /&gt;
* Ruhollah Khomeini: &amp;#039;&amp;#039;Welāyat-e Faqih. Moaseseh Tanzim va Nashr Aasar-e Emam Khomeini.&amp;#039;&amp;#039; 7. Aufl. Tehran, 1377 (persisch).&lt;br /&gt;
* Molla Ahmad Naraghi: &amp;#039;&amp;#039;Avaed al Ayam. Maktaba Basrati.&amp;#039;&amp;#039; Qom, o.&amp;amp;nbsp;J. (arabisch).&lt;br /&gt;
* Silvia Tellenbach: &amp;#039;&amp;#039;Strafgesetze der iranischen Republik Iran.&amp;#039;&amp;#039; ISBN 3-11-014884-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Geschichte Irans seit 1979]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der politischen Parteien in Iran]]&lt;br /&gt;
* [[Politisches System Irans vor 1979]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.servat.unibe.ch/icl/ir00000_.html Verfassung der Islamischen Republik Iran (Constitution of the Islamic Republic of Iran)] (englisch)&lt;br /&gt;
* [https://mashruteh.org/wiki/index.php?title=%D9%82%D8%A7%D9%86%D9%88%D9%86_%D8%A7%D8%B3%D8%A7%D8%B3%DB%8C_%D9%85%D8%B4%D8%B1%D9%88%D8%B7%D9%87 Iranische Verfassung von 1906] (persisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{NaviBlock&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politik (Iran)| ]]&lt;/div&gt;</summary>
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