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	<title>Politischer Mord - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;politischer Mord&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die [[Vorsatz (Deutschland)|vorsätzliche]], ungesetzliche oder [[Legitimität|illegitime]] Tötung einer Person aus [[Politik|politischen]] Motiven. Das Opfer hat in der Regel einen aus Sicht des Urhebers der Tat unerwünschten politischen Einfluss, oder der Urheber erwartet sich von der Ermordung eine für ihn vorteilhafte politische Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch gesehen bezieht sich der Begriff fast ausschließlich auf das [[Attentat]] auf einzelne, hochgestellte Persönlichkeiten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Politischer+Mord Eintrag in &amp;#039;&amp;#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, Leipzig 1908]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Tatbestand des politischen Mords lässt sich bis in die [[Antike]] zurückverfolgen. Unterschiede zu einem gewöhnlichen [[Mord]] sind die politisch motivierten Interessen bzw. [[ideologisch]]en Implikationen, sowie die Tatsache, dass der Auftraggeber und der Ausführende ([[Auftragsmörder]]) meist verschiedene Personen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Antike wurde der politische Mord auch immer wieder zur Ausschaltung ganzer Gruppen innenpolitischer Gegner eingesetzt, bis hin zum [[Massenmord]]. Im 20. Jahrhundert war dies vor allem eine Domäne von [[Diktatur]]en und [[Autoritärer Staat|autoritären Staaten]], wobei die Opferzahlen vor allem in ideologisch bedingten Konflikten teilweise in die Millionen gingen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolph J. Rummel: &amp;#039;&amp;#039;[http://books.google.de/books?id=N1j1QdPMockC&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;dq=death+by+government+rummel&amp;amp;ots=0ohZtcJ1gs&amp;amp;sig=cE8ef6QZE4jToE0VRr1Uw8pa1oo&amp;amp;hl=de&amp;amp;ei=FVpcS5_UHo_5_Aby3IGPBQ&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result&amp;amp;resnum=1&amp;amp;ved=0CCUQ6AEwAA#v=onepage&amp;amp;q=&amp;amp;f=false Death By Government.]&amp;#039;&amp;#039; Transaction Publishers, 1997, ISBN 1560009276, S.&amp;amp;nbsp;1&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bisweilen wird auch der politisch, ethnisch oder religiös motivierte [[Völkermord]] als politischer Mord bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_44327 Ulrike Claudia Hofmann: Der Terminus &amp;quot;politischer Mord&amp;quot; in: Historisches Lexikon Bayerns]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der amerikanische Politologe [[Rudolph Joseph Rummel|Rudolph Rummel]] führte für den politisch motivierten Massenmord durch eine Regierung, in Anlehnung an den Begriff [[Genozid]], den Begriff des [[Politizid]]s ein. Diesen definierte er als &amp;#039;&amp;#039;the murder of any person or people by a government because of their politics or for political purposes&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rummel-31&amp;quot;&amp;gt;Rudolph J. Rummel: &amp;#039;&amp;#039;[http://books.google.de/books?id=N1j1QdPMockC&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;dq=death+by+government+rummel&amp;amp;ots=0ohZtcJ1gs&amp;amp;sig=cE8ef6QZE4jToE0VRr1Uw8pa1oo&amp;amp;hl=de&amp;amp;ei=FVpcS5_UHo_5_Aby3IGPBQ&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result&amp;amp;resnum=1&amp;amp;ved=0CCUQ6AEwAA#v=onepage&amp;amp;q=&amp;amp;f=false Death By Government.]&amp;#039;&amp;#039; Transaction Publishers, 1997, ISBN 1560009276, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatmotive können zum Beispiel sein:&lt;br /&gt;
* das Ausschalten eines Konkurrenten, Kritikers oder Andersdenkenden&lt;br /&gt;
* das Ausschalten eines möglichen [[Belastungszeuge]]n/[[Mitwisser]]s (ist über illegale und/oder politisch heikle Aktivitäten des Auftraggebers informiert und könnte dieses Wissen kundtun oder veröffentlichen)&lt;br /&gt;
* [[Rache]] für ein Tun oder Unterlassen&lt;br /&gt;
* [[Abschreckung]]/[[Einschüchterung]] Dritter (Politiker, politische Aktivisten, in jüngerer Zeit auch zunehmend [[Journalist]]en)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist der Urheber eine Regierung oder regierungsnahe Institution, wird den Morden zuweilen eine [[Legalität|Scheinlegalität]] verliehen oder die Tat komplett geheim gehalten, zum Beispiel beim [[Verschwindenlassen]] politischer Gegner. [[Schauprozess]]e können Macht demonstrieren oder Dritte abschrecken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;amnesty&amp;quot;&amp;gt;{{internetquelle|autor=amnesty international|url=http://www.amnesty.de/themenbericht/niemand-darf-verschwinden?destination=node/665&amp;amp;print=1|titel=Niemand darf &amp;quot;verschwinden&amp;quot;!|archiv-url=https://web.archive.org/web/20160108204936/http://www.amnesty.de/themenbericht/niemand-darf-verschwinden?destination=node/665&amp;amp;print=1|archiv-datum=2016-01-08|zugriff=2010-01-24}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Morde können [[autokratisch]]en Machthabern Vorwände bieten, ihre Repressions- und Terrormaßnahmen zu verschärfen. Beispiele:&lt;br /&gt;
* Im Jahre 1819 folgten auf die Ermordung [[August von Kotzebue]]s durch [[Karl Ludwig Sand]] unmittelbar die [[Karlsbader Beschlüsse]] zur Bekämpfung und Überwachung [[Liberalismus|liberaler]] und [[Nationalismus|nationaler]] Tendenzen in Deutschland.&lt;br /&gt;
* Die Ermordung des Legationssekretärs [[Ernst Eduard vom Rath|Ernst vom Rath]] durch [[Herschel Grynszpan]] lieferte 1938 dem [[NS-Regime]] den willkommenen Anlass zur „[[Reichskristallnacht]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Sommer: &amp;#039;&amp;#039;Politische Morde. Vom Altertum bis zur Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2005, ISBN 3534185188, S. 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielfach schaffen sie sich ihre Vorwände selber. Zum Beispiel behauptete das NS-Regime im Sommer 1934 wahrheitswidrig, man habe auf einen unmittelbar bevorstehenden [[Putsch]] des SA-Führers [[Ernst Röhm]] reagiert ([[Röhm-Putsch]]) als Rechtfertigung für die Ermordung von [[Liste der im Zuge des Röhm-Putsches getöteten Personen|etwa 200 Menschen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Chronik wichtiger Attentate|Liste anarchistischer Attentate}}&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Rechtsterrorismus|Todesopfer rechtsextremer Gewalt in der Bundesrepublik Deutschland}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Assassination of President Lincoln (color) - Currier and Ives.png|mini|Die [[Attentat auf Abraham Lincoln|Ermordung]] [[Abraham Lincoln]]s. Lithographie um 1865]]&lt;br /&gt;
Einer der ersten bekannten Fälle ist das Attentat der [[Tyrannenmörder]] Harmodios und Aristogeiton, die 514 v. Chr. [[Hipparchos (Tyrann von Athen)|Hipparch]], den Bruder des [[Tyrannis|Tyrannen]] [[Hippias (Tyrann von Athen)|Hippias]], getötet hatten. Auch [[Philipp II. (Makedonien)|Philipp von Makedonien]], der Vater [[Alexander der Große|Alexanders des Großen]], wurde ermordet. Das berühmteste Opfer eines [[Tyrannenmord]]es aus der Antike ist jedoch [[Julius Cäsar]], der am [[Iden des März|15. März 44 v. Chr.]] von einer [[Caesarmörder|Gruppe Senatoren]] um [[Marcus Iunius Brutus|Brutus]] und [[Gaius Cassius Longinus (Verschwörer)|Gaius Cassius Longinus]] während einer Senatssitzung im [[Theater des Pompeius]] in Rom mit 23 Dolchstichen ermordet wurde. Zahlreiche römische Kaiser ließen politische Gegner oder Rivalen ermorden (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Britannicus]] durch [[Nero]]) oder fielen selbst politischen Morden zum Opfer (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Caligula]], Britannicus, [[Domitian]], [[Commodus]], [[Caracalla]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Religionskrieg]]e der frühen Neuzeit verbanden religiöse mit politischen Motiven. Sie forderten einige prominente Opfer, darunter die französischen Könige [[Heinrich III. (Frankreich)|Heinrich III.]] und [[Heinrich IV. (Frankreich)|Heinrich IV.]] und den englischen Minister [[George Villiers, 1. Duke of Buckingham|Herzog von Buckingham]]. Im [[Zeitalter der Aufklärung]] gewannen ideologische Motive zunehmend an Bedeutung. Eines der bekanntesten Mordopfer der [[Französische Revolution|Französischen Revolution]] ist [[Jean-Paul Marat]]. Die Ermordung des schwedischen Königs [[Gustav III. (Schweden)|Gustav III.]] durch den revolutionär gesinnten Adligen [[Johan Jacob Anckarström]] lieferte den Stoff für [[Giuseppe Verdi|Verdis]] Oper &amp;#039;&amp;#039;[[Ein Maskenball]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert entwickelten europaweit Revolutionäre, darunter der Russe [[Michail Alexandrowitsch Bakunin|Bakunin]] und der Franzose [[Paul Brousse]], unter dem Schlagwort &amp;#039;&amp;#039;[[Propaganda der Tat]]&amp;#039;&amp;#039; die theoretischen Grundlagen des [[Anarchismus]] und [[Nihilismus]], die zu einer Reihe von politischen Morden führten, zu deren Opfern unter anderem Zar [[Alexander II. (Russland)|Alexander II.]] (1881) gehörte. Auch [[John Wilkes Booth]], der Mörder des US-amerikanischen Präsidenten [[Abraham Lincoln]] († 1865), war bei [[Attentat auf Abraham Lincoln|seinem Attentat]] von politischen Motiven angetrieben, da er unzufrieden mit dem Ausgang des [[Sezessionskrieg]]es war und die Erteilung des Bürgerrechts an die ehemaligen Sklaven ablehnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts führten zunehmend [[nationalistisch]]e Beweggründe zu politischen Morden. Zu den Opfern von Nationalisten gehören der französische Sozialist [[Jean Jaurès]] (1914) und der österreichische [[Erzherzog Franz Ferdinand]], dessen Ermordung im [[Attentat von Sarajevo]] als Anlass des Ersten Weltkrieges angesehen wird, sowie [[Mahatma Gandhi]] († 1948).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zunehmende Gewalttätigkeit von Vertretern des rechten Spektrums führte unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg zur Ermordung von [[Rosa Luxemburg]] und [[Karl Liebknecht]], worauf die [[Fememord]]e in der Weimarer Republik folgten, zu deren Opfern [[Matthias Erzberger]] und [[Walter Rathenau]] gehörten. In Italien gilt die Ermordung des Sozialisten [[Giacomo Matteotti]] als Beginn der [[faschistisch]]en Diktatur [[Mussolini]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Zeit des Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]] nutzten, gerade in den ersten Jahren nach der [[Machtergreifung|Machtübernahme]], Mord systematisch als Mittel zur Ausschaltung innenpolitischer Gegner, vor allem von Kommunisten und Sozialdemokraten. Zahlreiche von ihnen wurden in [[Schutzhaft]] genommen und ohne Prozess in Konzentrationslagern interniert (siehe auch [[Konzentrationslager#1933 bis 1935]]). 1933 und 1934 gab es zahlreiche Kämpfe innerhalb des Machtapparats. Ende Juni 1934 inszenierte Hitler deshalb den sogenannten [[Röhm-Putsch]], am 25. Juli 1934 wurde [[Engelbert Dollfuß]], der Begründer des [[Austrofaschismus|austrofaschistischen]] [[Ständestaat (Österreich)|Ständestaats]], beim letztlich erfolglosen [[Juliputsch]] im Kanzleramt in Wien ermordet. Das Attentat auf [[Ernst Eduard vom Rath]] durch [[Herschel Grynszpan]] am 7. November 1938, dem der deutsche Legationssekretär in Paris zwei Tage später erlag, war eine Reaktion auf die „[[Polenaktion]]“, bei der Grynszpans Eltern zusammen mit über 15.000 polnischen Juden aus Deutschland nach Polen abgeschoben wurden. Die Tat diente dem [[NS-Regime]] als willkommener Vorwand zur Durchführung der „[[Reichskristallnacht]]“ am 9. November. In seinem 1938 erschienenen Buch &amp;#039;&amp;#039;Politischer Mord und Heldenverehrung&amp;#039;&amp;#039; rechtfertigte der nationalsozialistische und antisemitische Jurist [[Friedrich Grimm (Jurist)|Friedrich Grimm]] den politischen Mord als &amp;quot;Tötung in außergewöhnlicher Zeit&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;Grimm: Politischer Mord und Heldenverehrung. Deutscher Rechtsverlag, Berlin 1938, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hitler selbst entging [[Liste der Attentate auf Adolf Hitler|mehrere Male]] dem Versuch eines [[Tyrannenmord]]es, bekannt sind die Anschläge von [[Georg Elser]] 1939 und das gescheiterte [[Attentat vom 20. Juli 1944]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Día por la Memoria, la Verdad y la Justicia 24-03-2019 (01).jpg|mini|Gedenkmarsch mit Fotos von Ermordeten zum Anlass des 30. Jahrestages des [[Prozess der Nationalen Reorganisation|Militärputsches in Argentinien]], März 2019]]&lt;br /&gt;
Einige Monate nach der [[Oktoberrevolution]] kam es zur [[Ermordung der Zarenfamilie]] durch die [[Bolschewiki]]. Der [[Sowjetunion|sowjetische]] Diktator [[Josef Stalin|Stalin]] ließ in den 1930er Jahren durch die [[Stalinsche Säuberungen|Stalinschen Säuberungen]] mehrere Millionen politische Gegner ermorden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Indonesien]] kam es nach dem bis heute ungeklärten [[Bewegung 30. September|Staatsstreich „G30S“ vom 30. September 1965]] zu einem [[Massaker in Indonesien 1965–1966|Massenmord an tatsächlichen oder vermeintlichen Kommunisten]], dem nach Schätzungen zwischen 500.000 und drei Millionen Menschen zum Opfer fielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1970er und 1980er Jahren ermordeten rechtsgerichtete südamerikanische [[Militärdiktatur]]en im Rahmen so genannter [[Schmutziger Krieg]]e hunderttausende von mehrheitlich [[Politische Linke|linksgerichteten]] Oppositionellen ([[Desaparecidos]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kommunistischen [[Rote Khmer|Roten Khmer]] wollten [[Kambodscha]] mit Gewalt in eine Art Agrarkommunismus überführen. Von 1975 bis 1978 ermordeten sie im [[Genozid in Kambodscha]] nach Schätzungen etwa 1,4 bis 2,2 Millionen ihrer Landsleute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Konzept der [[Stadtguerilla]] wurde in den 1960er Jahren entwickelt. Es geht auf die [[Movimiento de Liberación Nacional – Tupamaros|Tupamaros]] in [[Uruguay]] zurück, die als gewaltlose Gewerkschaftsbewegung begannen, sich ab 1970 jedoch mit der Entführung und Ermordung hochgestellter Persönlichkeiten sowie Anschlägen in den Großstädten radikalisierten. In Europa fanden sie unter anderem Nachahmer in Gruppen in den [[Tupamaros West-Berlin]] und [[Tupamaros München]] sowie in den Terrororganisationen [[Rote Armee Fraktion|RAF]] und den italienischen [[Rote Brigaden|Roten Brigaden]], die 1978 den ehemaligen Ministerpräsidenten [[Aldo Moro]] entführten und ermordeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis heute haben Morde an hochgestellten Persönlichkeiten weitreichende politische Konsequenzen.&lt;br /&gt;
Das [[Attentat auf John F. Kennedy]] und das [[Attentat auf Martin Luther King]] waren und sind bis heute Anlass für [[Verschwörungstheorie]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der chilenische Präsident [[Salvador Allende#Putsch|Salvador Allende]] starb [[Putsch in Chile 1973|1973 bei einem Militärputsch]]. Nachdem General [[Augusto Pinochet]] die Macht ergriffen hatte, sagte [[Außenminister der Vereinigten Staaten|US-Außenminister]] [[Henry Kissinger]], dass die Vereinigten Staaten „es nicht getan haben“ (den Putsch selbst), aber dass sie „die größtmöglichen Voraussetzungen geschaffen haben.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kissinger1&amp;quot;&amp;gt;Peter Kornbluh: &amp;#039;&amp;#039;The Kissinger Telcons: Kissinger Telcons on Chile.&amp;#039;&amp;#039; National Security Archive Electronic Briefing Book No. 12, 26. Mai 2004, ([http://www.gwu.edu/~nsarchiv/NSAEBB/NSAEBB123/chile.htm online])&amp;lt;/ref&amp;gt; Dokumente belegen, dass die US-Regierung und die CIA den Sturz Allendes angestrebt hatten und das chilenische Militär und die Geheimdienste massiv im Vorfeld des Putschs unterstützten, siehe [[US-Intervention in Chile|Project FUBELT]]. Dabei war auch der zum gewählten Präsidenten loyale Generalstabschef [[René Schneider (General)|René Schneider]] von einem Killerkommando ermordet worden, das von der CIA mit Waffen ausgerüstet worden war.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.taz.de/pt/2001/09/11/a0031.nf/textdruck Mord in Chile: Kissinger verklagt.] die tageszeitung, 11. September 2001&amp;lt;/ref&amp;gt; Später ermordeten Agenten des chilenischen Geheimdiensts [[DINA]] den oppositionellen früheren Minister [[Orlando Letelier]] durch eine [[Autobombe]] im Exil in [[Washington, D.C.]], wobei einer der Täter ein ehemaliger CIA-Mitarbeiter war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den späten Siebzigerjahren wurden häufig Journalisten das Opfer von [[Auftragsmord|Auftragsmördern]], unter anderem&lt;br /&gt;
* in Italien ([[Mino Pecorelli]] (1979)),&lt;br /&gt;
* vor allem jedoch in Russland (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Anna Stepanowna Politkowskaja|Anna Politkowskaja]] (2006) und [[Anastasia Baburowa]] (2009), siehe [[Medien in Russland#Gewalt gegen Journalisten|Medien in Russland]]), insbesondere in [[Tschetschenien]] (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Natalja Estemirowa]]).&lt;br /&gt;
Weitere Opfergruppen sind Rechtsanwälte (z.&amp;amp;nbsp;B. 2009 in Moskau [[Stanislaw Jurjewitsch Markelow]]) und [[Menschenrechtsaktivist]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Pressefreiheit#Gewaltsame Unterdrückung der Pressefreiheit|titel1=Gewaltsame Unterdrückung der Pressefreiheit}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im April [[1994]] führte die Ermordung des Präsidenten von Ruanda [[Juvénal Habyarimana]] unmittelbar zum [[Völkermord in Ruanda]]; nach der Ermordung des israelischen Premierministers und Friedensnobelpreisträgers [[Jitzchak Rabin]] im November [[1995]] geriet der &amp;#039;&amp;#039;[[Oslo-Friedensprozess]]&amp;#039;&amp;#039; ins Stocken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der politische Mord in Literatur und Film ==&lt;br /&gt;
=== Literatur/Theater ===&lt;br /&gt;
* [[William Shakespeare]]: [[Julius Cäsar (Drama)|Julius Caesar]]&lt;br /&gt;
* derselbe: [[Macbeth (Shakespeare)|Macbeth]]&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Schiller]]: [[Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]]&lt;br /&gt;
* [[Alfred de Musset]]: [[Lorenzaccio]]&lt;br /&gt;
* [[Peter Weiss]]: [[Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade]]&lt;br /&gt;
* [[Henning Mankell]]: [[Die weiße Löwin (Roman)|Die weiße Löwin]]&lt;br /&gt;
* [[Frederick Forsyth]]: [[Der Schakal (Roman)|Der Schakal]]&lt;br /&gt;
* [[Graham Greene]]: [[Der stille Amerikaner]]&lt;br /&gt;
* [[Stephen King]]: [[Dead Zone – Das Attentat]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Film ===&lt;br /&gt;
* [[Oliver Stone]]: [[JFK – Tatort Dallas]]&lt;br /&gt;
* [[Der Manchurian Kandidat]]&lt;br /&gt;
* [[Syriana]]&lt;br /&gt;
* [[Der Profi]]&lt;br /&gt;
* [[I wie Ikarus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Todesschwadron]] – eine [[paramilitär]]ische oder [[Terrorismus|terroristische]] Gruppe, die im Auftrag des Staates oder mit dessen Billigung oder Duldung politische oder religiöse Gegner verfolgt und ermordet oder [[Verschwindenlassen|verschwinden lässt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Michael Sommer (Historiker)|Michael Sommer]]: &amp;#039;&amp;#039;Politische Morde. Vom Altertum bis zur Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2005, ISBN 3534185188.&lt;br /&gt;
* [[Werner Raith]], Thomas Schmid: &amp;#039;&amp;#039;Politische Morde. 17 Fälle des 20. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; Die Werkstatt, 1996, ISBN 3895331600.&lt;br /&gt;
* Dirk Lange: &amp;#039;&amp;#039;Die politisch motivierte Tötung&amp;#039;&amp;#039;. Frankfurt am Main 2007, ISBN 3-631-56656-5.&lt;br /&gt;
* [[Rudolph Joseph Rummel]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Demozid]] – der befohlene Tod. Massenmorde im 20. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Lit-Verlag, 2002, ISBN 3825834697.&lt;br /&gt;
* [[Emil Julius Gumbel]]: &amp;#039;&amp;#039;Vier Jahre politischer Mord&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 1922. Nachdruck Heidelberg, Verlag Das Wunderhorn, 1980, ISBN 978-3884230114.&lt;br /&gt;
* Amnon Kapeliuk: &amp;#039;&amp;#039;Rabin, ein politischer Mord&amp;#039;&amp;#039;. Taschenbuch, Droemer Knaur 1999, ISBN 978-3426774175.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://www.nzz.ch/ungeshnte-politische-morde-in-russland-1.3077267 | wayback=20160414225745 | text=NZZ, 17. Juli 2009: Ungesühnte politische Morde in Russland}}&lt;br /&gt;
* [https://www.deutschlandfunkkultur.de/100-jahre-politischer-mord-100.html 100 Jahre politischer Mord in Deutschland] – Umfangreiche Sendereihe im [[Deutschlandfunk Kultur]], 2021–2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4127407-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Attentat|!Politischer Mord]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politisches Instrument]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Besondere Strafrechtslehre]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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