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	<title>Politische Linke - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Karl Marx 001.jpg|mini|hochkant|[[Karl Marx]] (1875), wichtige Gestalt der politischen Linken]]&lt;br /&gt;
Unter der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;politischen Linken&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; werden relativ breit gefächerte [[Weltanschauung|weltanschauliche]] Strömungen des [[Politisches Spektrum|politischen Spektrums]] verstanden (siehe auch &amp;#039;&amp;#039;[[Links und rechts#Politik]]&amp;#039;&amp;#039;). Die mitunter weit voneinander entfernten Strömungen der politischen Linken eint dabei, dass sie von der Gleichwertigkeit der Menschen ausgehen und den [[Egalitarismus]] unterstützen, oft, indem sie sich gegen den Erhalt [[Soziale Schicht|sozialer Hierarchien]] stellen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thompson, Willie |Titel=The Left In History: Revolution and Reform in Twentieth-Century Politic |Verlag=Pluto Press |Ort=London |Datum=1997 |ISBN=978-0745308913}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ball, Terence |Titel=The Cambridge History of Twentieth-Century Political Thought |Verlag=Cambridge University Press |Ort=Cambridge |Datum=2005 |ISBN=9780521563543 |Seiten=614}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Bobbio, Norberto; Cameron, Allan |Titel=Left and Right: The Significance of a Political Distinction |Verlag=University of Chicago Press |Datum=1997 |Seiten=37}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Smith, T. Alexander; Tatalovich, Raymond |Titel=Cultures at War: Moral Conflicts in Western Democracies |Verlag=Broadview Press |Ort=Toronto, Canada |Datum=2003 |ISBN=9781551113340 |Seiten=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;T. Alexander Smith, Raymond Tatalovich: &amp;#039;&amp;#039;Cultures at War: Moral Conflicts in Western Democracies&amp;#039;&amp;#039;. Broadview Press, Toronto 2003, S. 30.&amp;lt;br /&amp;gt;Norberto Bobbio, Allan Cameron: &amp;#039;&amp;#039;Left and Right: The Significance of a Political Distinction&amp;#039;&amp;#039;. University of Chicago Press, 1997, S. 37.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lukes&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Steven Lukes |url=http://as.nyu.edu/docs/IO/244/cup.pdf |titel=Epilogue: The Grand Dichotomy of the Twentieth Century |werk=The Cambridge History of Twentieth-Century Political Thought |hrsg=Terence Ball, Richard Bellamy (Hrsg.) |datum=2003 |seiten=602–626 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20130521073656/http://as.nyu.edu/docs/IO/244/cup.pdf |archiv-datum=2013-05-21 |abruf=2018-09-16 |format=PDF; 235&amp;amp;nbsp;kB |sprache=en |offline=1}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;linker Politik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; werden sehr unterschiedliche Umsetzungsversuche jener [[Ideologie|ideologischen]] Ansätze bezeichnet, welche die Aufhebung von Ungleichheit und als [[Unterdrückung]] begriffenen [[Sozialstruktur]]en zugunsten der wirtschaftlich oder gesellschaftlich Benachteiligten zum Ziel haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lukes&amp;quot; /&amp;gt; Ihr traditioneller Gegenpol ist die [[Politische Rechte (Politik)|politische Rechte]]. Bereits während der ersten&amp;amp;nbsp;– der „großen“&amp;amp;nbsp;– [[Französische Revolution|Französischen Revolution]] (1789–1799) angewandt, hat sich der Begriff der politischen Linken (und deren Gegenpol) während der sogenannten [[Julimonarchie]] in Frankreich nach der [[Julirevolution von 1830]] für die Einteilung der [[parlament]]arischen Sitzordnung etabliert. Inhaltlich wurden damals unter der Linken zunächst alle in [[Opposition (Politik)|Opposition]] gegenüber den tradierten, [[Monarchie|monarchischen]] Herrschaftsformen der europäischen Staatsgebilde der [[Frühe Neuzeit|Frühen Neuzeit]] stehenden politischen Vorstellungen subsumiert. In diesem Verständnis wurden mit der Linken tendenziell antimonarchistische und [[Republikanismus|republikanische]], auch am klassischen [[Liberalismus]] orientierte politische Strömungen bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Sprachgebrauch wird unter einer „linken“ politischen Positionierung in der Regel eine Haltung verstanden, die sich ideologisch von mehr oder weniger ausgeprägten und gefestigten [[Sozialismus|sozialistischen]] Grundsätzen ableitet. Er wird vor allem angewendet auf den [[Kommunismus]] und den [[Anarchismus]], historisch stärker, in der Gegenwart eingeschränkter auch auf die [[Sozialdemokratie]] und bisweilen den Sozialliberalismus oder [[Linksliberalismus]].&amp;lt;ref&amp;gt;Ian Adams: &amp;#039;&amp;#039;Political Ideology Today (Politics Today)&amp;#039;&amp;#039;. Manchester University Press, Manchester 2001, ISBN 0-7190-6020-6, S. 32: „Liberal parties in Europe now find their niche at the centre of the political spectrum“.&amp;lt;br /&amp;gt;Hans Slomp: &amp;#039;&amp;#039;European Politics Into the Twenty-First Century: Integration and Division&amp;#039;&amp;#039;. Praeger, Westport 2000, ISBN 0-275-96814-6, S. 35: „Conservative liberals occupy a place at the right end, social liberals in the middle.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl die Einteilung der politischen Pole in &amp;#039;&amp;#039;rechts&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;links&amp;#039;&amp;#039; angesichts der [[Komplexität]] der modernen Anforderungen in der gesellschaftspolitischen Praxis sowohl auf nationalstaatlich-innenpolitischer und mehr noch auf internationaler Ebene zunehmend umstritten ist, ist eine entsprechende Einordnung im alltäglichen Sprachgebrauch weiterhin üblich und auch in der [[Öffentlichkeit]], zum Beispiel in den [[Massenmedien]], verbreitet. Sie dient beispielsweise sowohl der eigenen weltanschaulichen Standortbestimmung und [[Authentifizierung|Identifikation]] von [[Individuum|Individuen]], politischen Gruppen und [[Politische Partei|Parteien]] als auch der Abgrenzung von politischen Gegnern.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jan A. Fuhse |Titel=Links oder rechts oder ganz woanders? Zur Konstruktion der politischen Landschaft |Sammelwerk=Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft |Band=33 |Nummer=2 |Datum=2004 |ISSN=2313-5433 |Seiten=209-226 |Online=https://webapp.uibk.ac.at/ojs2/index.php/OEZP/article/download/1147/842 |Format=PDF |KBytes= |Abruf=2019-06-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Definition und Geschichte ==&lt;br /&gt;
{{Staatslastig|Europa| Betrifft = Abschnitt}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Conventional political spectrum.svg|alternativtext=|mini|Klassisches politisches Links-rechts-Spektrum&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Andrew Heywood |Titel=Political Ideologies: An Introduction |Auflage=6 |Verlag=Macmillan International Higher Education |Ort=Basingstoke |Datum=2017 |ISBN=978-1-137-60604-4 |Seiten=15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Paul Wetherly |Titel=Political Ideologies |Verlag=Oxford University Press |Ort=Oxford, United Kingdom |Datum=2017 |ISBN=978-0-19-872785-9 |Seiten=250}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Nancy Sue Love |Titel=Understanding Dogmas and Dreams |Auflage=2 |Verlag=CQ Press |Ort=Washington, District of Columbia |Datum=2006 |ISBN=978-1-4833-7111-5 |Seiten=13}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ]]&lt;br /&gt;
Die politische Linke versucht, eine herkömmliche, meist als [[Reaktion (Politik)|reaktionär]] oder [[Konservatismus|konservativ]] verstandene [[Politik]], welche am Rückschritt auf ehemalige (reaktionäre) oder Erhalt der bestehenden (konservativen) Staats- und Gesellschaftsstrukturen ausgerichtet ist, zu überwinden. Dem wird eine [[Progressivismus|progressive]], das heißt als [[fortschritt]]lich verstandene Politik entgegengesetzt. Diese versucht, durch [[Reform]]en des Bestehenden, nicht selten auch durch [[revolution]]äre Aktivitäten, neue soziale, ökonomische und politische Verhältnisse zum Vorteil der eher unter[[privileg]]ierten [[Soziale Schicht|Bevölkerungsschichten]] durchzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Lenin1921.jpeg|mini|hochkant|[[Wladimir Iljitsch Lenin]], begründete die [[Sowjetunion]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bruno Kreisky 1983.jpg|mini|[[Bruno Kreisky]] – historisches Gesicht der Linken in Österreich]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Olof Palme 1974 (cropped).jpg|mini|hochkant|Olof Palme in Schweden (1974)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klassisches Politikverständnis der Linken ist geprägt von einem [[Egalitäre Gesellschaft|egalitären]] Menschenbild, das heißt: Sie betrachtet unter anderem die „[[Gleichberechtigung]] aller Menschen“, unabhängig von nationalen, ethnischen, geschlechtlichen und anderen Gruppenzugehörigkeiten, als anzustrebendes politisches Ziel&amp;amp;nbsp;– gemäß den Idealen der [[Französische Revolution|Französischen Revolution]] „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ &amp;#039;&amp;#039;(liberté, égalité, fraternité)&amp;#039;&amp;#039;. Daraus abgeleitet wurde und wird bis heute auch eine Politik der Chancengleichheit für alle Bevölkerungsschichten und die Forderung nach gleichem Zugang zum gesellschaftlichen, gerade auch materiellen, Reichtum. Das Prinzip der [[Soziale Gerechtigkeit|sozialen Gerechtigkeit]] führte und führt bis zur Forderung nach einer gleichen Wohlstandsverteilung, [[Vergesellschaftung (Soziologie)|Vergesellschaftung]] oder [[Verstaatlichung]] der [[Produktionsmittel]] und&amp;amp;nbsp;– in der Idealvorstellung des [[Kommunismus]]&amp;amp;nbsp;– zum Ziel einer [[Klassenlose Gesellschaft|klassenlosen Gesellschaft]], oder im [[Anarchismus]] zu einer herrschaftsfreien, nicht staatlich strukturierten Gesellschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hervorgegangen aus den [[Radikaldemokratie|radikaldemokratischen]] und größtenteils anti[[Monarchie|monarchistischen]] [[Liberalismus|liberalen]] Strömungen des frühen 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts, werden heute wesentlich vom [[Sozialismus]] in seinen unterschiedlichen Ausprägungen inspirierte Umsetzungsversuche der entsprechenden Weltanschauungen als &amp;#039;&amp;#039;linke Politik&amp;#039;&amp;#039; angesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig von der grundlegenden [[Ideologie|ideologischen]] Ausrichtung existieren bis heute in allen, auch in den als eher „rechts“ verstandenen (konservativ bis reaktionär geprägten) [[Politische Partei|politischen Parteien]], Organisationen und Gruppierungen sogenannte „linke Flügel“. Diese übernehmen in Einzelaspekten, beispielsweise zum Anspruch auf soziale Gerechtigkeit (zum Teil nur für bestimmte Teile der Bevölkerung), Forderungen, die aus den Idealen der klassischen Linken abgeleitet sind und die in den entsprechenden Parteien eine mehr oder weniger tolerierte Randposition einnehmen. Der „linke Flügel“ der von aus ihrem Selbstverständnis heraus sich bereits als links (meist sozialdemokratisch, sozialistisch oder kommunistisch) verstehenden Parteien klagt oft eine konsequentere, radikalere (grundsätzlichere) Umsetzung des „linken“ Anspruches ein und steht meist am Rande des innerparteilichen Spektrums&amp;amp;nbsp;– ebenso wie der „rechte Flügel“ als dessen Gegenpart, den es entsprechend ebenfalls in jeder Partei gibt. Insofern sind die etikettierenden Begriffe „links“ und „rechts“&amp;amp;nbsp;– bezogen auf das [[Politisches Spektrum|politische Spektrum]]&amp;amp;nbsp;– immer auch relativ zu dem zu sehen, was in der Gesellschaft eines Landes als „[[politische Mitte]]“ betrachtet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oftmals unterscheidet man zwischen linken Positionen auf kultureller Ebene, z.&amp;amp;nbsp;B. ein Einsetzen für Feminismus und LGBT-Rechte, und linken Positionen auf ökonomischer Ebene, z.&amp;amp;nbsp;B. Forderungen nach staatlicher Umverteilung. Ersteres wird im englischen Sprachraum auch &amp;#039;&amp;#039;social liberal&amp;#039;&amp;#039; ([[Linksliberalismus|linksliberal]]) genannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Erin Cooley, Jazmin L. Brown-Iannuzzi, Ryan F. Lei, William Cipolli |Titel=Complex intersections of race and class: Among social liberals, learning about White privilege reduces sympathy, increases blame, and decreases external attributions for White people struggling with poverty. |Sammelwerk=Journal of Experimental Psychology: General |Band=148 |Nummer=12 |Datum=2019-12 |ISSN=1939-2222 |Seiten=2218–2228 |DOI=10.1037/xge0000605}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ursprünge ===&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung der politischen „Linken“ und „Rechten“ in einem [[Parlament]] geht laut zeitgenössischen Mitschriften auf die Sitzordnung der [[Delegierter|Delegierten]] bei der Einberufung der [[Generalstände]] und der nachfolgenden [[Konstituante]] im Übergang zur [[Nationalversammlung (Frankreich)|französischen Nationalversammlung]] zwischen 1789 und 1791 zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jean Laponce|Jean A. Laponce]]: &amp;#039;&amp;#039;Left and Right. The Topography of Political Perceptions&amp;#039;&amp;#039;. Toronto / Buffalo / London 1981.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dort war der traditionell „ehrenvollere“ Sitz rechts vom Parlamentspräsidenten dem [[Adel]] als tonangebende Schicht des [[Ancien Régime]] vorbehalten, so dass das [[Bürgertum]] links saß. Von Frankreich aus breitete sich die Links-rechts-Unterscheidung in ganz Europa aus. Im [[Deutscher Bund|Deutschen Bund]] konstituierte sich das aus der [[Deutsche Revolution 1848/1849|Märzrevolution]] hervorgegangene [[Frankfurter Nationalversammlung|Paulskirchenparlament]] von 1848 nach dem Muster der französischen Nationalversammlung. Hier saßen die [[Republikanismus|republikanischen]] Abgeordneten, die den Sturz der damaligen monarchisch strukturierten deutschen Fürstentümer forderten, links, während die Vertreter des [[Status quo]] sowie die Befürworter einer konstitutionellen gesamtdeutschen [[Monarchie]] rechts von ihnen Platz nahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später wurde diese Sitzordnung&amp;amp;nbsp;– wiederum auf internationaler Ebene&amp;amp;nbsp;– auf ein vielfältigeres Spektrum politischer Fraktionen übertragen. Von [[Reaktion (Politik)|reaktionären]] oder auch [[Nationalismus|nationalistischen]] Parteien auf der rechten Seite über [[Konservatismus|konservative]], [[Liberalismus|liberale]] oder [[bürgerliche Partei]]en reicht das klassische Halbrund nun bis hin zu [[Sozialdemokratie|sozialdemokratischen]], [[Sozialismus|sozialistischen]] und [[Kommunismus|kommunistischen]], bald auch [[Grüne Politik|ökologisch ausgerichteten]] Parteien auf der linken Seite. Im Zentrum dieser von verschiedenen Faktoren abhängigen Auffächerung der politischen Auffassungen läge die [[politische Mitte]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parlamentarische Linke ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv B 145 Bild-F039404-0012, Hannover, SPD-Bundesparteitag, Schmidt, Brandt.jpg|mini|[[Willy Brandt]] und [[Helmut Schmidt]] auf dem SPD-Parteitag 1973]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im engeren Sinn fordern die Anhänger einer parlamentarischen linken Politik in der [[Moderne#Soziologie|Moderne]] oft Sozialleistungen und staatliche [[Intervention (Politik)|Interventionen]] in [[Wirtschaft]]sfragen, um die materielle Situation von Menschen in [[Armut]] zu verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Außerparlamentarische Linke ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Außerparlamentarische Opposition|Soziale Bewegung|Neue Soziale Bewegungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von jeher war linke Politik nicht nur auf Parlamentspolitik beschränkt. Schon im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert blieben linke Parteien und Gruppen über relativ große Zeiträume hinweg aus [[Parlament]]en ausgegrenzt, waren verboten oder infolge eines [[Zensuswahlrecht]]s in der Relation zu den tatsächlichen Mehrheitsverhältnissen in der Bevölkerung nur unterrepräsentiert in den Kammerparlamenten vertreten. Dies galt insbesondere für sozialistisch inspirierte Zusammenschlüsse, die gerade im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert, aber auch bis in die Gegenwart hinein revolutionäre Umwälzungen anstrebten und teilweise auch umsetzten. Entsprechend waren diese Gruppen auch immer vor Ort aktiv an [[Revolution]]en, [[Aufstand|Aufständen]], [[Revolte]]n und anderen sozialen [[Klassenkampf|(Klassen-)Kämpfen]] über die gesamte [[Neuzeit]] hinweg beteiligt oder führten diese an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerparlamentarisch existieren heute viele politische Gruppierungen mit unterschiedlicher Wirkungskraft, die sich auf linke Positionen beziehen. Die inhaltlichen Vorstellungen darüber, was linke Politik mit welchen Mitteln anstrebt, sind sehr [[Heterogenität|heterogen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Linke nach dem Zweiten Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;In der Nachkriegszeit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
{{siehe auch|Neue Linke}}&lt;br /&gt;
{{Lückenhaft|Einführende Datstellung|In diesem Abschnitt&lt;br /&gt;
}}&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nach dem Zerfall der Sowjetunion&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den [[Zerfall der Sowjetunion]] wurde der Kapitalismus als das „[[Ende der Geschichte]]“ angesehen, was die Position der [[Arbeiterbewegung]] und der [[Gewerkschaft]]en schwächte und ein Fortschreiten der [[Neoliberalismus|neoliberalen]] Politik begünstigte. Sowohl sozialdemokratische als auch konservative Parteien in Europa rückten (wirtschaftlich) weiter nach rechts und näherten sich der neoliberalen Politik von [[Ronald Reagan]] und [[Margaret Thatcher]] an. Der [[Schröder-Blair-Papier|Dritte Weg von Schröder-Blair]] bildete den Leitgedanken der sozialdemokratischen Parteien nach 1989.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Kate Hudson |Titel=The New European Left |Verlag=Palgrave Macmillan UK |Ort=London |Datum=2012 |ISBN=978-1-349-32054-7 |DOI=10.1057/9781137265111 |Seiten=3-7}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Entwicklung führte zu einem politischen Vakuum auf der linken Seite des politischen Spektrums. In dieses Vakuum stießen in Europa neue linke Parteien, wie [[Die Linke]] in Deutschland oder die [[Partito della Rifondazione Comunista]] in Italien. In vielen Fällen führten interne Reformen und theoretische Entwicklungen zur Entstehung einer neuen Art von linker Politik, die offener für verschiedene Traditionen ist, sich mit sozialen Bewegungen verbindet und neben einem marxistisch geprägten Sozialismus auch eine [[Grüne Politik|grüne]], [[Feminismus|feministische]], [[Antirassismus|antirassistische]] und [[Pazifismus|pazifistische]] Politik unterstützt. Durch ihre Forderungen zum Erhalt des [[Lebensstandard]]s, der Verteidigung des [[Wohlfahrtsstaat|Wohlfahrtstaates]] und durch ihre Opposition zum [[Vertrag von Maastricht]], der eine neoliberalen [[Austerität]]spolitik durchsetzen wollte, konnten sich diese linken Parteien parlamentarisch etablieren und oft bis zu 10 % der Wählerstimmen erhalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kritik ====&lt;br /&gt;
{{Staatslastig|1=US|Betrifft=Absatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die US-amerikanische Politikwissenschaftlerin und Feministin [[Nancy Fraser]] kritisierte 2003, dass sich die Linke mit dem Erstarken des [[Neoliberalismus]] ein neues Betätigungsfeld gesucht habe. Weil ihr die Mittel aus der Hand genommen worden sei, die [[soziale Frage]] machtpolitisch zu stellen, verlege sie sich auf das Feld der symbolischen Anerkennung: Niemand dürfe als „Konsument“ diskriminiert werden. Damit schließe die Linke unwillentlich ein Bündnis, das Nancy Fraser „progressiven Neoliberalismus“ nennt.&amp;lt;ref&amp;gt;Nancy Fraser: &amp;#039;&amp;#039;Umverteilung oder Anerkennung? Eine politisch-philosophische Kontroverse.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 2003.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{Anker|Kulturalistische Linke}}Ähnlich argumentierte der Kulturwissenschaftler Simon Schleusener, der bezüglich des [[Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2016|US-Wahlkampfes 2016]] analysierte, dass innerhalb des heutigen linken Mainstreams Themen der symbolischen Anerkennung basierend auf Anti-Rassismus, Anti-Sexismus und Anti-[[Homophobie]] dominieren würden. Er nennt diesen heutigen linken Mainstream &amp;#039;&amp;#039;cultural left&amp;#039;&amp;#039; („kulturalistische Linke“). Diese „kulturalistische Linke“ habe sich von der einfachen Bevölkerung, der Mittelklasse und Arbeiterklasse thematisch entfernt und würde die [[Klassenpolitik]] vernachlässigen. Das habe mit zum Aufstieg rechtspopulistischer Bewegungen beigetragen, welche die durch die „kulturalistische Linke“ vernachlässigte einfache Bevölkerung abgeholt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Simon Schleusener |Titel=Political Disconnects |Sammelwerk=Coils of the serpent—Issue 2, Special issue: The challenge of the new right |Nummer=2 |Datum=2018-04-17 |URN=nbn:de:bsz:15-qucosa2-211124 |Seiten=20–34}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahre 2022 gab Fraser gegenüber dem [[Jacobin]] allerdings an, dass sich das Interesse an einer [[Kapitalismuskritik]] in letzter Zeit wieder gesteigert habe. Sie beobachte eine „Renaissance gewerkschaftlicher Organisierung, selbst in den USA“ und ein „Revival“ von Marxismus, [[Marxistischer Feminismus|marxistischem Feminismus]] und Ökomarxismus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Interview mit Nancy Fraser geführt von Lillian Cicerchia; Übersetzung von Astrid Zimmermann |url=https://jacobin.de/artikel/nancy-fraser-intersektionalitat-beschreibt-etwas-aber-erklart-nichts-kapitalismus-feminismus-ausbeutung/ |titel=Nancy Fraser: »Intersektionalität beschreibt etwas, aber erklärt nichts« |werk=Jacobin |datum=2022-08-10 |abruf=2022-08-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Psychologische Aspekte ==&lt;br /&gt;
Studien aus der [[Politikwissenschaft]] legen einen Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und politischer Einstellung nahe. Dabei konzentrieren sich Studien vor allem auf das Konzept der „[[Big Five (Psychologie)|Big Five“]], das fünf grundlegende Persönlichkeitsmerkmale definiert. Beispielsweise wurde gezeigt, dass Menschen mit einem hohen Maß an [[Offenheit (Psychologie)|Offenheit für Erfahrungen]] (hohe [[Kreativität]], hohes Vorstellungsvermögen und [[Neugier]]de) mit größerer Wahrscheinlichkeit politisch links eingestellt sind.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Alan S. Gerber, Gregory A. Huber, David Doherty, Conor M. Dowling |Titel=The Big Five Personality Traits in the Political Arena |Sammelwerk=Annual Review of Political Science |Band=14 |Nummer=1 |Datum=2011-06-15 |ISSN=1094-2939 |Seiten=265–287 |DOI=10.1146/annurev-polisci-051010-111659}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Are political views shaped by personality traits? |Sammelwerk=BBC News |Datum=2021-02-01 |Online=https://www.bbc.com/news/uk-politics-55834023 |Abruf=2021-06-24}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei moralischen Urteilen finden sich Unterschiede zu anderen politischen Gruppen. Personen aus dem linken Spektrum nutzen vor allem [[Fairness]] und Fürsorge als moralische Grundlage, während bei Personen aus dem rechten Spektrum zusätzlich auch Autorität, Freiheit, Loyalität und Reinheit als moralische Grundlage verwendet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jonathan Haidt |Titel=The Righteous Mind: Why Good People are Divided by Politics and Religion |Verlag=Vintage |Ort=New York |Datum=2012 |ISBN=978-0307377906}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Jonathan Haidt |url=https://www.ted.com/talks/jonathan_haidt_the_moral_roots_of_liberals_and_conservatives?subtitle=en&amp;amp;lng=de&amp;amp;geo=fr |titel=The moral roots of liberals and conservatives |datum=2008-09-17 |sprache=en |abruf=2024-12-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies basiert auf Forschung des Moralpsychologen [[Jonathan Haidt]]. Seine Theorie geht davon aus, dass Menschen intuitiv moralische Urteile bilden und dabei unterschiedliche moralische Grundlagen verwenden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jonathan Haidt, Craig Joseph |Titel=Intuitive ethics: how innately prepared intuitions generate culturally variable virtues |Sammelwerk=Daedalus |Band=133 |Nummer=4 |Datum=2004-10-01 |ISSN=0011-5266 |DOI=10.1162/0011526042365555 |Seiten=55–66 |Online=https://direct.mit.edu/daed/article/133/4/55/27470/Intuitive-ethics-how-innately-prepared-intuitions |Abruf=2024-12-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Sebastian Herrmann |url=https://www.sueddeutsche.de/wissen/impfen-mehr-gefuehl-weniger-fakten-1.3840311 |titel=Impfen - Mehr Gefühl, weniger Fakten |datum=2018-01-27 |sprache=de |abruf=2024-12-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Studien aus den USA zeigen außerdem, dass [[Autoritäre Persönlichkeit|autoritäre Persönlichkeiten]] seltener im linken Spektrum vorkommen als im rechten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jan-Willem van Prooijen, André P. M. Krouwel, Max Boiten, Lennart Eendebak |Titel=Fear Among the Extremes: How Political Ideology Predicts Negative Emotions and Outgroup Derogation |Sammelwerk=Personality and Social Psychology Bulletin |Band=41 |Nummer=4 |Datum=2015-04 |ISSN=0146-1672 |DOI=10.1177/0146167215569706 |Seiten=485–497 |Online=https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0146167215569706 |Abruf=2024-12-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren wurde ein Zusammenhang mit der Empathiebereitschaft gefunden: Politisch links eingestellte Personen sind eher bereit, [[Empathie]] für hilfebedürftige Personen zu empfinden. Allerdings ist die Stärke des Effektes abhängig vom Kontext. Für Mitglieder der eigenen politischen Gruppe ist die Empathiebereitschaft höher als für Nicht-Mitglieder, was sowohl für Linke als auch andere politische Überzeugungen gefunden wurde (vgl. [[Eigengruppe und Fremdgruppe#Eigengruppenbevorzugung und Fremdgruppenabwertung|Eigengruppenbevorzugung und Fremdgruppenabwertung]]).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yossi Hasson, Maya Tamir, Kea S. Brahms, J. Christopher Cohrs, Eran Halperin |Titel=Are Liberals and Conservatives Equally Motivated to Feel Empathy Toward Others? |Sammelwerk=Personality and Social Psychology Bulletin |Band=44 |Nummer=10 |Datum=2018-10-01 |ISSN=0146-1672 |Seiten=1449–1459 |DOI=10.1177/0146167218769867}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Untersuchungen in der [[Sozialpsychologie]] deuten darauf hin, dass politisch Linke im Vergleich zu [[Politische Rechte (Politik)|politisch Rechten]] grundsätzlich weniger Vorurteile haben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=John T. Jost, Jack Glaser, Arie W. Kruglanski, Frank J. Sulloway |Titel=Political conservatism as motivated social cognition. |Sammelwerk=Psychological Bulletin |Band=129 |Nummer=3 |Datum=2003 |ISSN=1939-1455 |DOI=10.1037/0033-2909.129.3.339 |Seiten=339–375 |Online=https://doi.apa.org/doi/10.1037/0033-2909.129.3.339 |Abruf=2024-12-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=John T. Jost |Titel=Ideological Asymmetries and the Essence of Political Psychology |Sammelwerk=Political Psychology |Band=38 |Nummer=2 |Datum=2017 |ISSN=1467-9221 |DOI=10.1111/pops.12407 |Seiten=167–208 |Online=https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/pops.12407 |Abruf=2024-12-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dagegen argumentieren Vertreter der „Ideologie-Konflikt-Hypothese“, dass sich die untersuchten Vorurteile typischerweise auf Gruppen beziehen, die mit einer linken politischen Orientierung assoziiert werden (z.&amp;amp;nbsp;B. ethnische Minderheiten). Würde man Vorurteile gegenüber Gruppen untersuchen, die eher mit einer rechten politischen Orientierung assoziiert werden (z.&amp;amp;nbsp;B. Abtreibungsgegner), würde sich zeigen, dass politisch Linke mehr Vorurteile gegenüber diesen Gruppen haben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Mark J. Brandt, Christine Reyna, John R. Chambers, Jarret T. Crawford, Geoffrey Wetherell |Titel=The Ideological-Conflict Hypothesis: Intolerance Among Both Liberals and Conservatives |Sammelwerk=Current Directions in Psychological Science |Band=23 |Nummer=1 |Datum=2014-02-01 |ISSN=0963-7214 |DOI=10.1177/0963721413510932 |Seiten=27–34 |Online=https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0963721413510932 |Abruf=2024-12-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jarret T. Crawford |Titel=Ideological symmetries and asymmetries in political intolerance and prejudice toward political activist groups |Sammelwerk=Journal of Experimental Social Psychology |Band=55 |Datum=2014-11-01 |ISSN=0022-1031 |DOI=10.1016/j.jesp.2014.08.002 |Seiten=284–298 |Online=https://linkinghub.elsevier.com/retrieve/pii/S0022103114001188 |Abruf=2024-12-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Forschung zum Einfluss von [[Intelligenz]] zeigt sich eine positive [[Korrelation]] mit eher liberalen Einstellungen. Dieser Zusammenhang ist allerdings nicht sehr stark&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yoav Ganzach, Yaacov Schul |Titel=Partisan ideological attitudes: Liberals are tolerant; the intelligent are intolerant. |Sammelwerk=Journal of Personality and Social Psychology |Band=120 |Nummer=6 |Datum=2021-06 |ISSN=1939-1315 |DOI=10.1037/pspi0000324 |Seiten=1551–1566 |Online=https://doi.apa.org/doi/10.1037/pspi0000324 |Abruf=2024-12-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis der europäischen Linken zu Kolonialismus und Einwanderung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Grigory Zinoviev 02.jpg|mini|hochkant|Grigori Sinowjew]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mao Tsé-toung, portrait en buste, assis, faisant face à Nikita Khrouchtchev, pendant la visite du chef russe 1958 à Pékin.jpg|mini|Mao und [[Nikita Sergejewitsch Chruschtschow|Chruschtschow]] (1958)]]&lt;br /&gt;
[[Caroline Fourest]] stellt in ihrem Buch &amp;#039;&amp;#039;La tentation obscurantiste&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Der Versuch des Obscurantismus&amp;#039;&amp;#039;, 2005)&amp;lt;ref&amp;gt;Caroline Fourest: &amp;#039;&amp;#039;La tentation obscurantiste.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage, Paris 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; fest, dass die wichtigsten Bezugspunkte der europäischen Linken während des Zweiten Weltkriegs und danach der [[Totalitarismus|antitotalitäre]] Kampf einerseits, die [[Entkolonialisierung]] und der [[Antiimperialismus]] andererseits waren. Lange Zeit konnten beide konfliktlos nebeneinander existieren. Nach dem Erstarken des Islamismus in den islamischen Ländern und muslimischen Einwanderergruppen sei die Linke heute in der Frage gespalten, ob sie ihn als totalitäre Ideologie bekämpfen oder als Ausdruck einer antiimperialistischen Strömung unterstützen solle (wie dies [[Judith Butler]] tut).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage nach dem Verhältnis von sozialer Umwälzung und Kultur ist jedoch mindestens so alt wie die kommunistische Bewegung: Bereits zu Zeiten der jungen [[Sowjetunion]] gab es heftige Auseinandersetzungen um die Frage, ob man die in den antikolonialen und antiimperialistischen Bewegungen verankerten (national-)kommunistischen Parteien in den [[Feudalismus|feudalen]] islamischen Ländern rund um das Kaspische Meer als zuverlässige Bündnispartner akzeptieren könne. So riet [[Wladimir Iljitsch Lenin|Lenin]] zur Vorsicht, während [[Grigori Jewsejewitsch Sinowjew|Sinowjew]] als Vertreter der [[Kommunistische Internationale|Komintern]] auf dem „[[Kongress der Völker des Ostens|Kongress der Völker des Orients]]“ 1920 in [[Baku]] zum „Heiligen Krieg […] gegen den britischen Imperialismus“ aufrief, worauf viele Delegierte begeistert ihre Säbel zogen, während er kurz darauf dafür plädierte, die „Macht der Mullahs im Orient mit Gewalt zu brechen“ und mit Abfall beworfen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jörg Baberowski]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Feind ist überall.&amp;#039;&amp;#039; München 2003, S. 251.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Zusammenschluss der transkaukasischen Staaten in der [[Transkaukasische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik|Transkaukasischen SFSR]] 1922 gegen die Widerstände der nationalkommunistischen Akteure führte letzten Endes zu deren Unterdrückung und zur Verstärkung des antireligiösen Kampfes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Ingar Solty]]: [https://www.academia.edu/2653950/Links_rechts_Left_Right_ &amp;#039;&amp;#039;links/rechts&amp;#039;&amp;#039;.] In: Wolfgang Fritz Haugfrigga Haug, Peter Jehle, Wolfgang Küttl (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Historisch-kritisches Wörterbuch des Marxismus]]&amp;#039;&amp;#039;. Argument-Verlag, Hamburg 2015, Band 8/II, Spalte 1153–1168.&lt;br /&gt;
* [[Oskar Niedermayer]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Parteien nach der Bundestagswahl 2009&amp;#039;&amp;#039;. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2012, ISBN 3-531-17935-7, S. 131–178.&lt;br /&gt;
* Ingo Matuschek, Uwe Krähnke, Frank Kleemann, Frank Ernst: &amp;#039;&amp;#039;Links sein: Politische Praxen und Orientierungen in linksaffinen Alltagsmilieus&amp;#039;&amp;#039;. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2011, ISBN 3-531-17461-4.&lt;br /&gt;
* Claudia Dubkin (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Fundadores de la izquierda latinoamericana&amp;#039;&amp;#039;. Capital Intelectual, Buenos Aires 2008, ISBN 978-987-614-077-5.&lt;br /&gt;
* [[Norman Birnbaum]]: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.blaetter.de/artikel.php?pr=2067 Ist die Linke obsolet?]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Blätter für deutsche und internationale Politik&amp;#039;&amp;#039;, Ausgabe 6/2005, S. 704–714.&lt;br /&gt;
* Erwin C. Hargrove (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Future of the Democratic Left in Industrial Democracies.&amp;#039;&amp;#039; Pennsylvania State University Press, University Park 2003, ISBN 978-0-271-02356-4.&lt;br /&gt;
* Geoff Eley: &amp;#039;&amp;#039;Forging Democracy: The History of the Left in Europe, 1850–2000&amp;#039;&amp;#039;. Oxford University Press, 2002, ISBN 0-19-504479-7.&lt;br /&gt;
* Mari Jo Buhle, Paul Buhle, Dan Georgakas (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Encyclopedia of the American Left&amp;#039;&amp;#039;. Oxford University Press, 1998, ISBN 0-19-512088-4.&lt;br /&gt;
* [[Andrei S. Markovits]], Philip S. Gorski: &amp;#039;&amp;#039;Grün schlägt Rot. Die deutsche Linke nach 1945&amp;#039;&amp;#039;. Rotbuch Verlag, 1997, ISBN 3-88022-465-X.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Medien ==&lt;br /&gt;
* Frank Capellan, Barbara Schmidt-Mattern und Falk Steiner: [https://www.deutschlandfunk.de/links-der-mitte-drei-parteien-und-die-neue-soziale-frage.724.de.html?dram:article_id=427157 &amp;#039;&amp;#039;Links der Mitte – Drei Parteien und die neue soziale Frage&amp;#039;&amp;#039;], [[Deutschlandfunk]] – &amp;#039;&amp;#039;„[[Hintergrund (Rundfunksendung)|Hintergrund]]“&amp;#039;&amp;#039; vom 3. September 2018&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.fr-aktuell.de/left/ &amp;#039;&amp;#039;What’s left?&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Frankfurter Rundschau]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=Luke March |url=https://library.fes.de/pdf-files/id/ipa/05817.pdf |titel=Parteien links der Sozialdemokratie in Europa – Vom Marxismus zum Mainstream? |hrsg=Reihe Internationale Politikanalyse der [[Friedrich-Ebert-Stiftung]] |datum=2008-11-14 |abruf=2018-09-16 |format=PDF; 646&amp;amp;nbsp;kB |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
* [[Mathias Greffrath]]: [https://www.zeit.de/2005/29/Linkssein/komplettansicht &amp;#039;&amp;#039;Was heißt links?&amp;#039;&amp;#039;] In: [[Die Zeit]] vom 14. Juli 2005&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4035854-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politische Linke| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politische Ideologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Soziale Bewegung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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