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	<title>Polen-Erlasse - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-28T00:27:58Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Polen-Erlasse&amp;diff=98680&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;IngaGottschalk: /* Einzelnachweise */ + Kategorie:Antislawismus</title>
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		<updated>2026-03-16T20:34:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Einzelnachweise: &lt;/span&gt; + Kategorie:Antislawismus&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Pflichten der polen.jpg|miniatur|Faksimile von einem der Polen-Erlasse vom 8.&amp;amp;nbsp;März 1940: „Pflichten der [[Zivilarbeiter]] und -arbeiterinnen polnischen Volkstums während ihres Aufenthaltes im Reich“]]&lt;br /&gt;
Mit den &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Erlassen der Reichsregierung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; vom 8.&amp;amp;nbsp;März 1940, den so genannten &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Polen-Erlassen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, schuf die [[NS-Staat|nationalsozialistische]] [[Reichsregierung]] per [[Polizeiverordnung]] ein Sonderrecht für in das [[NS-Staat|Deutsche Reich]] verschleppte polnische [[NS-Zwangsarbeit|Zwangsarbeiter]]. Die rassistisch begründete Vorstellung von einer Minderwertigkeit der „[[Zivilarbeiter]]“ genannten Zwangsarbeiter und [[Kriegsgefangene des Zweiten Weltkrieges|Kriegsgefangenen]] aus [[Zweite Polnische Republik|Polen]] war ein herausstechendes Merkmal dieser Anordnungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Polen-Erlasse waren erarbeitet worden von der „Geschäftsgruppe Arbeitseinsatz“ der [[Vierjahresplan]]behörde und dem [[Reichssicherheitshauptamt]], das eine eigene Abteilung für „Polenfragen“ eingerichtet hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Christa Tholander: &amp;#039;&amp;#039;Fremdarbeiter 1939 bis 1945. Ausländische Arbeitskräfte in der Zeppelin-Stadt Friedrichshafen.&amp;#039;&amp;#039; Klartext, Essen 2001, ISBN 3-89861-017-9, S. 51 (Zugleich: Konstanz, Univ., Diss., 2000).&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurden herausgegeben vom „[[Reichsführer SS]] und Chef der Deutschen Polizei im [[Reichsministerium des Innern]]“ [[Heinrich Himmler]].&amp;lt;ref&amp;gt;Karin Brandes: &amp;#039;&amp;#039;Zwangsarbeit in Marburg 1939 bis 1945. Geschichte, Entschädigung, Begegnung&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 80). Rathaus-Verlag, Marburg 2005, ISBN 3-923820-80-1, S. 40.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt der Erlasse ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Polenabzeichen.jpg|miniatur|hochkant|Ein „[[Polenabzeichen]]“, das auf Grund der Polen-Erlasse jeder polnische Zwangsarbeiter im Reichsgebiet tragen musste]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anordnungen umfassten z.&amp;amp;nbsp;B. folgende [[Rechtsnorm|Vorschriften]]:&lt;br /&gt;
* Kennzeichnungspflicht für polnische Zwangsarbeiter (ein „[[Polenabzeichen|P]]“ musste deutlich sichtbar an jedem Kleidungsstück befestigt werden)&lt;br /&gt;
* Geringere Löhne als für deutsche Arbeiter&lt;br /&gt;
* Weniger und/oder schlechtere Verpflegung als Deutsche&lt;br /&gt;
* Das Verlassen des Aufenthaltsortes war verboten&lt;br /&gt;
* [[Ausgangssperre]] ab der Dämmerung&lt;br /&gt;
* Der Besitz von Geld oder Wertgegenständen, Fahrrädern, Fotoapparaten oder Feuerzeugen war verboten&lt;br /&gt;
* Der Besuch von Gaststätten oder Tanzveranstaltungen war verboten&lt;br /&gt;
* Die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln war verboten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kontakt von Polen mit Deutschen war strengstens verboten, selbst der gemeinsame Kirchenbesuch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die strafrechtlichen Bestimmungen (→&amp;amp;nbsp;[[Polenstrafrechtsverordnung]]) wurden teilweise so ausgelegt, dass auch so genannte „unsittliche Berührungen“ bestraft werden konnten. Zuwiderhandlungen wurden mit einer Einweisung in ein [[Arbeitserziehungslager]] oder ohne weitere Gerichtsverhandlung [[Todesstrafe|mit dem Tode bestraft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verfolgung und Bestrafung durch die Gestapo ==&lt;br /&gt;
Die [[Geheime Staatspolizei]] war für die Verfolgung und Bestrafung von Verstößen zuständig. Dabei wurden Kriegsgefangene entgegen der [[Genfer Konventionen|zweiten Genfer Konvention von 1929]] verfolgt, in [[Arbeitserziehungslager]] eingewiesen oder sogar öffentlich von Mitarbeitern der Geheimen Staatspolizei [[Erhängen|gehängt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== „Ostarbeiter-Erlasse“ ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Ostarbeiter-Abzeichen-vector.svg|mini|Ostarbeiterabzeichen für sowjetische Zwangsarbeiter]]&lt;br /&gt;
Nach dem [[Unternehmen Barbarossa|deutschen Angriff auf die Sowjetunion]] kamen im „Ostarbeiter-Erlass“ vom 20.&amp;amp;nbsp;Februar 1942 nach dem Vorbild der &amp;#039;&amp;#039;Polen-Erlasse&amp;#039;&amp;#039; noch schärfer gefasste Bestimmungen für [[sowjetische Kriegsgefangene]] und [[Zivilarbeiter]] (sogenannte [[Ostarbeiter]]) und [[Deportation#Deportationen während des Nationalsozialismus|Deportierte]] hinzu. Zu den Erlassen wurden schriftliche Anordnungen an die lokalen Verwaltungs- und Polizeistellen sowie die Betriebsführer herausgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die „Ostarbeiter-Erlasse“ enthielten z.&amp;amp;nbsp;B. folgende Bestimmungen:&lt;br /&gt;
* Verbot, den Arbeitsplatz zu verlassen&lt;br /&gt;
* Verbot, Geld und Wertgegenstände zu besitzen&lt;br /&gt;
* Verbot, Fahrräder zu besitzen&lt;br /&gt;
* Verbot, Fahrkarten zu erwerben&lt;br /&gt;
* Verbot, Feuerzeuge zu besitzen&lt;br /&gt;
* Kennzeichnungspflicht: ein Stoffstreifen mit der Aufschrift „Ost“ musste gut sichtbar auf jedem Kleidungsstück befestigt werden&lt;br /&gt;
* Die [[Betriebsführer (Nationalsozialismus)|Betriebsführer]] und Vorarbeiter besaßen ein [[Körperstrafe|Züchtigungsrecht]].&lt;br /&gt;
* schlechtere Verpflegung als für Deutsche&lt;br /&gt;
* weniger Lohn als Deutsche&lt;br /&gt;
* Verbot jeglichen Kontakts mit Deutschen, selbst der gemeinsame Kirchenbesuch war verboten.&lt;br /&gt;
* gesonderte Unterbringung der Ostarbeiter, nach Geschlechtern getrennt&lt;br /&gt;
* Bei Nichtbefolgen von Arbeitsanweisungen bzw. Widersetzlichkeiten drohte die Einweisung in ein [[Arbeitserziehungslager]], die Bedingungen in diesen Lagern ähnelten denjenigen eines [[Konzentrationslager]]s.&lt;br /&gt;
* Strenges Verbot des Geschlechtsverkehrs mit Deutschen; darauf stand zwingend die [[Todesstrafe]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit können die „Ostarbeiter-Erlasse“ als konsequente Umsetzung der [[Rassismus|rassistischen]] und [[Geschichte des Antisemitismus bis 1945|antisemitischen]] Ideologie des [[Nationalsozialismus]] auf die Zwangsarbeit angesehen werden (&amp;#039;&amp;#039;vgl.&amp;#039;&amp;#039; [[Untermensch]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als man gegen Kriegsende die sowjetischen Arbeiter dringender benötigte, wurde die bisherige Kennzeichnung „Ost“ umgeändert und die Ostarbeiter erhielten nun andere Abzeichen, etwa mit einem [[Andreaskreuz]], einem [[Georgskreuz]] etc. Dies sollte eine Art gesellschaftlichen Aufstieg verdeutlichen. „Der ‚Untermensch‘ war zum Bürger ernannt worden!“&amp;lt;ref&amp;gt;Quelle und Zitat aus: [[Alexander Dallin]]: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Herrschaft in Russland 1941–1945. Eine Studie über Besatzungspolitik.&amp;#039;&amp;#039; Droste, Düsseldorf 1958 (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Athenäum-Droste-Taschenbücher. Geschichte&amp;#039;&amp;#039; 7242. Unveränderter Nachdruck, Athenäum-Verlag, Königstein 1981, ISBN 3-7610-7242-2).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz allem wurde bis zum Kriegsende die rassistische Hierarchie zwischen (absteigend) Deutschen, Skandinaviern, Engländern und Franzosen, Italienern, Polen, Russen und [[Juden]] aufrechterhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|NS-Zwangsarbeit im Bereich Büdingen|NS-Zwangsarbeit im Münsterland}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== „Ausländerkinder-Pflegestätten“ ==&lt;br /&gt;
Ein erst seit einigen Jahren beachtetes Kapitel ist das Schicksal der Kinder von Zwangsarbeiterinnen, besonders der „[[Ostarbeiter]]innen“. Laut [[Reichsführer SS]] [[Heinrich Himmler]] sollten Schwangerschaften und Geburten von „[[Fremdarbeiter]]n“ tunlichst vermieden werden. Auch bestand für „Ostarbeiterinnen“ keinerlei [[Mutterschutz]] oder Fürsorgemaßnahmen, so dass sie bis kurz vor der [[Entbindung]] weiter arbeiten mussten. Für sie gab es eigene Krankenbaracken, Entbindungseinrichtungen, Säuglings- und [[Heimerziehung|Kinderheime]] und Kreißsäle, in denen oft unhygienische Bedingungen herrschten. Schon bald nach der Entbindung mussten die Zwangsarbeiterinnen ihre Arbeit wieder aufnehmen. Die überlebenden Kinder wurden ihren Müttern häufig weggenommen und in sogenannte (auf Befehl Heinrich Himmlers eingerichtete) [[Ausländerkinder-Pflegestätte]]n gebracht, deren Zustände an [[Konzentrationslager]] erinnerten. Diese „Ausländerkinder-Pflegestätten“ hatten kein anderes Ziel, als die „unerwünschten“ Kinder unbemerkt von der Öffentlichkeit verkümmern zu lassen (&amp;#039;&amp;#039;vgl.&amp;#039;&amp;#039; [[Jugendkonzentrationslager]], [[NS-Krankenmorde]], [[Erziehung im Nationalsozialismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Opferzahlen ==&lt;br /&gt;
Laut einer „Führerinformation des Reichsministeriums der Justiz“ im Kontext zur Polenstrafrechtsverordnung wurden allein im ersten Halbjahr 1942 insgesamt 1146 Todesurteile ausgesprochen, von denen 530 gegen Polen ergingen. Aufgezählt werden u.&amp;amp;nbsp;a. Delikte wie Hochverrat, Schwarzschlachtungen, unbefugter [[Waffenbesitz]] oder Aufsässigkeiten gegen deutsche Dienstherren.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bundesministerium der Justiz|Bundesminister d. Justiz]], [[Gerhard Fieberg]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Im Namen des Deutschen Volkes. Justiz und Nationalsozialismus. Katalog zur Ausstellung des Bundesministers der Justiz.&amp;#039;&amp;#039; 5. Auflage, Verlag Wissenschaft und Politik, Köln 1998, ISBN 3-8046-8731-8, S. 228.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Rassenschande]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Polenerlass}}&lt;br /&gt;
* [http://www.zwangsarbeit-in-goettingen.de/texte/polenerlasse.htm Informationen zu den &amp;#039;&amp;#039;Polenerlassen&amp;#039;&amp;#039;] (Stadtarchiv Göttingen Projekt NS-Zwangsarbeiter)&lt;br /&gt;
* [http://www.zwangsarbeit-archiv.de/zwangsarbeit/ereignisse/polenerlasse/index.html Zeitzeugenberichte polnischer Zwangsarbeiter] (Interview-Ausschnitte aus dem Online-Archiv „Zwangsarbeit 1939–1945“)&lt;br /&gt;
* [http://www.zwangsarbeiter-im-schwarzwald.eu/ Projektseite, die Zeitzeugeninterviews zu polnischen Zwangsarbeitern im Schwarzwald bereithält] – EU-gefördertes Schulprojekt&lt;br /&gt;
* [http://www.berliner-geschichtswerkstatt.de/vorschau-tour-1.html Porträt eines in Berlin eingesetzten polnischen Zwangsarbeiters] (Auszüge aus der Zeitzeugen-App der Berliner Geschichtswerkstatt)&lt;br /&gt;
* [http://www.zeitgeschichte-online.de/geschichtskultur/vor-75-jahren-die-polen-erlasse Vor 75 Jahren: Die Polen-Erlasse. Ein zentrales Instrument nationalsozialistischer Ausgrenzungs- und Ausbeutungspolitik] von Ewa Czerwiakowski und Cord Pagenstecher bei [[Zeitgeschichte-online]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsquelle (Zeit des Nationalsozialismus)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsquelle (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsche Besetzung Polens 1939–1945]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rassismus im Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antislawismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reichssicherheitshauptamt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NS-Zwangsarbeit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NS-Kriegsverbrechen in Polen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politik 1940]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;IngaGottschalk</name></author>
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