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	<title>Polarmöwe - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-23T12:06:28Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Polarm%C3%B6we&amp;diff=468099&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Slimguy: links</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Polarm%C3%B6we&amp;diff=468099&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-12-06T17:52:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;links&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Polarmöwe&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Larus glaucoides&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Art&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = [[Bernhard Meyer (Ornithologe)|Meyer]], 1822&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Larus&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon3_Name      = Möwen&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Larinae&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Unterfamilie&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Möwenverwandte&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Laridae&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Regenpfeiferartige&lt;br /&gt;
| Taxon5_WissName  = Charadriiformes&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Neukiefervögel&lt;br /&gt;
| Taxon6_WissName  = Neognathae&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = Unterklasse&lt;br /&gt;
| Bild             = Larus glaucoides IthacaNY.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = [[Adult]]e Polarmöwe der Unterart &amp;#039;&amp;#039;L. g. kumlieni&amp;#039;&amp;#039; im Schlichtkleid&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Larus glaucoides.jpg|mini|Vogel der Unterart &amp;#039;&amp;#039;L. g. glaucoides&amp;#039;&amp;#039; im ersten Winter]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Larus-glaucoides-002.jpg|mini|Manche Vögel im ersten Sommer wirken im abgenutzten Gefieder sehr hell. Dunkle Zeichnungen sind kaum noch vorhanden.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Glaucoidestothayeri3.jpg|mini|Handflügelmuster [[adult]]er Vögel der drei Unterarten &amp;#039;&amp;#039;glaucoides&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;kumlieni&amp;#039;&amp;#039; und [[Thayermöwe]] (&amp;#039;&amp;#039;thayeri&amp;#039;&amp;#039;) im Vergleich. Das dritte Handflügelmuster von oben zeigt den Überschneidungsbereich zwischen den Unterarten &amp;#039;&amp;#039;kumlieni&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;thayeri&amp;#039;&amp;#039; – teils handelt es sich hier um Hybriden.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:KUGUa.jpg|mini|Vogel der Unterart &amp;#039;&amp;#039;L. g. kumlieni&amp;#039;&amp;#039; mit sichtbarem Handflügelmuster – hier mit mittelgrauer Färbung.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Polarmöwe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Larus glaucoides&amp;#039;&amp;#039;) ist eine niederarktische, mittelgroße [[Möwen]]art aus der Gattung &amp;#039;&amp;#039;[[Larus]]&amp;#039;&amp;#039;. Sie besiedelt in drei Unterarten die Küsten des südlichen und westlichen [[Grönland]]s und des nordöstlichen [[Kanada]]s um [[Baffin Island]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;AB_glaucoides&amp;quot;&amp;gt;{{Avibase|ID=FB4FCB27CC5566D1|ScientificName=Larus glaucoides|CommonName=Polarmöwe|Download=14. Juli 2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Polarmöwe brütet in Steilfelsen an [[Fjord]]en und [[Belte und Sunde|Sunden]]. Sie ernährt sich hauptsächlich von Fischen, aber auch von [[Krebstiere]]n, [[Weichtiere]]n, Aas und anderem. Im Winter ist sie an eisfreien Küsten und [[Polynja]]s zu finden. Die grönländischen Populationen überwintern im Bereich des Nordatlantik und insbesondere auf [[Island]], was der Art den englischen Namen &amp;#039;&amp;#039;Iceland Gull&amp;#039;&amp;#039; einbrachte, obwohl sie dort nicht brütet. Aber auch Vögel der amerikanischen Unterart gelangen regelmäßig in den europäischen Raum. Deren Hauptüberwinterungsgebiete erstrecken sich von der [[Hudson Bay]] über die Küsten der östlichen Provinzen Kanadas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Die Polarmöwe ist mit 52–60&amp;amp;nbsp;cm Körperlänge und einer Flügelspannweite von 125–145&amp;amp;nbsp;cm etwas kleiner als eine [[Silbermöwe]] und kleiner als die recht ähnliche [[Eismöwe]]. Der Körperbau entspricht dem einer typischen Großmöwe; der verhältnismäßig zierliche, runde Kopf erinnert hingegen an den einer [[Sturmmöwe]]. Im Flug wirkt die Art elegant mit schlanken Flügeln und relativ langem [[Handschwinge|Handflügel]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;olsen_intro&amp;quot;/&amp;gt; Im Unterschied zur Eismöwe wirken Kopf und Hals kurz und die Flügel spitzer.&amp;lt;ref&amp;gt;Lars Svensson, Peter J. Grant, Killian Mullarney, Dan Zetterström: &amp;#039;&amp;#039;Der neue Kosmos Vogelführer&amp;#039;&amp;#039;. Kosmos, Stuttgart; 1999: S. 181. ISBN 3-440-07720-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Beim sitzenden Vogel ragen die Flügelspitzen recht weit über die Steuerfedern hinaus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;olsen_intro&amp;quot;&amp;gt;Olsen/Larsson (2003), siehe Literatur&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein typisches, wenn auch nicht zur sicheren Artbestimmung geeignetes Merkmal ist, dass die Flügelspitzen oft nicht gekreuzt, sondern aufeinander gelegt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Glutz von Blotzheim, S. 501 sowie Goethe (1986), S. 120, siehe Literatur&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Adultkleid ===&lt;br /&gt;
[[Adult]]e Vögel der [[Nominatform]] haben im [[Prachtkleid]] einen gelben Schnabel mit rotem [[Gonysfleck]]; nicht selten tendiert die gelbe Färbung etwas ins [[oliv]]farbene. Das Auge ist von einem roten [[Orbita]]lring umgeben, die [[Iris (Auge)|Iris]] ist hell gelblich. Kopf, Hals, Brust, Unterseite, Bürzel und [[Steuerfeder]]n sind rein weiß. Die Oberseite ist hellgrau. Der Oberflügel zeigt einen weißen Hinterrand. Im Unterschied zu anderen Arten der Gattung &amp;#039;&amp;#039;Larus&amp;#039;&amp;#039; fehlt – ebenso wie bei der Eismöwe – eine schwarze Handflügelzeichnung. Die Füße und Beine sind rosa bis gräulich fleischfarben. Im [[Schlichtkleid]] sind Schnabel und Orbitalring matter gefärbt. Der Kopf ist – teilweise bis auf die Brust reichend – bräunlich gestrichelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Glutz v. Blotzheim, S. 494f, siehe Literatur&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jugendkleider ===&lt;br /&gt;
Juvenile Polarmöwen sind wie andere Großmöwen überwiegend graubraun gefärbt. Ähnlich jungen Eismöwen sind sie aber insgesamt sehr hell bis hin zu weißlich grau. Die bei anderen juvenilen Großmöwen dunkel gefärbten Schwingen sind weißlich oder mindestens weißlich gesäumt. Das übrige Flügel-, das Rücken- und Schultergefieder zeigen weißliche Federzentren und braungraue [[Anatomische Lage- und Richtungsbezeichnungen|Subterminalzeichnungen]]. Im Unterschied zur Eismöwe ist diese Zeichnung der Oberseite aber weißer und offener. Der Vogel wirkt insgesamt grauer und weniger gelbbraun. Auch ist die Kopfzeichnung kontrastreicher. Eine feine Strichelung verdichtet sich im Bereich des Scheitels und der Ohrdecken, der Nacken zeigt oft eine hellere Färbung. Weißliche „Lider“ fehlen meist. Augen und Schnabel sind dunkel, der Schnabel an der Basis oft etwas aufgehellt. Die Unterschwanzdecken und der Bürzel sind auf weißem Grund bräunlich gebändert. Dem meist fein graubraun gebänderten Schwanz fehlt die Binde. Füße und Beine sind fleischfarben.&amp;lt;ref&amp;gt;Olsen / Larsson (2003), S. 204f und Glutz v. Blotzheim, S. 494, siehe Literatur&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum ersten Winter hin werden bei manchen Vögeln der Nominatform einige Federn des Mantel- und Schultergefieders vermausert, was aber kaum auffällt. Deutlicher ist dies bei der Unterart &amp;#039;&amp;#039;L. g. kumlieni&amp;#039;&amp;#039;, bei der im Jugendkleid der Rücken dunkel geschuppt wirkt, im ersten Winter die Zeichnung aber sehr viel offener ist. Zum Frühjahr hin wirken manche Vögel beider Unterarten durch das abgenutzte Gefieder sehr hell bis hin zu nahezu rein weiß.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kmo204&amp;quot;&amp;gt;Olsen / Larsson (2003), S. 204f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vögel im zweiten Winter ähneln jenen im ersten Winter. Der nun jedoch überwiegend fleischfarbene Schnabel zeigt eine breite, schwarze Subterminalbinde, die Unterseite ist heller und die Zeichnung ist teils etwas unregelmäßiger und heller ausgeprägt. Die Strichelung am Kopf konzentriert sich oft zu einer angedeuteten Maske, aus der das Auge, das sich langsam aufhellt, deutlich hervorsticht. Bei manchen Vögeln deutet sich bereits der graue Rücken des Adultkleids an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kmo204&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vögel im dritten Winter ähneln bereits stark adulten Vögeln. Der gelbolive Schnabel zeigt jedoch noch eine schwarze Binde und einige Oberflügeldecken zeigen noch eine bräunliche Musterung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kmo204&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geografische Variation ==&lt;br /&gt;
Es werden drei Unterarten anerkannt – die in Grönland beheimatete [[Nominatform]] und die nearktisch verbreitete, nach dem schwedisch-amerikanischen Ornithologen [[Thure Kumlien]] (1819–1888) benannte „Kumlienmöwe“ sowie die nach dem Ornithologen [[John Eliot Thayer]] benannte [[Thayermöwe]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;L. g. glaucoides&amp;#039;&amp;#039; {{Person|Meyer}} 1822 – südliches Grönland&amp;lt;ref name=&amp;quot;AB_g_glaucoides&amp;quot;&amp;gt;{{Avibase|ID=D7148946|ScientificName=Larus glaucoides glaucoides|CommonName=Polarmöwe (glaucoides)|Download=14. Juli 2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;L. g. kumlieni&amp;#039;&amp;#039; {{Person|[[William Brewster (Ornithologe)|Brewster]]}} 1883 – nordöstliches Kanada&amp;lt;ref name=&amp;quot;AB_kumlieni&amp;quot;&amp;gt;{{Avibase|ID=0C55DFCC|ScientificName=Larus glaucoides thayeri|CommonName=Polarmöwe (kumlieni)|Download=14. Juli 2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;L. g. thayeri&amp;#039;&amp;#039; {{Person|[[W. S. Brooks]]}} 1915 – Hudson Bay und westliches Grönland&amp;lt;ref name=&amp;quot;AB_thayeri&amp;quot;&amp;gt;{{Avibase|ID=69E83944|ScientificName=Larus glaucoides thayeri|CommonName=Thayermöwe|Download=14. Juli 2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während bei der Nominatform ein dunkles Handschwingenmuster komplett fehlt, zeigt die Unterart &amp;#039;&amp;#039;kumlieni&amp;#039;&amp;#039; im Hinblick auf dieses Merkmal eine sehr breite Variabilität. Bei sehr hellen Vögeln beschränkt es sich auf ein hellgraues Streifenmuster, das von den dunkel gefärbten Außenfahnen der äußeren vier Handschwingen gebildet wird. Bei den meisten Vögeln jedoch erstreckt es sich über die äußeren vier oder fünf Handschwingen, ist eisgrau bis dunkelgrau und zeigt zusätzlich zu den dunklen Außenfahnen subterminale, dunkle Bänder. Es ähnelt dem der Thayermöwe und es wird vermutet, dass dieser Phänotyp aus einer Hybridisierung mit der letzteren hervorgegangen ist. Gestützt wird dies dadurch, dass es im nordwestlichen Teil der Verbreitung eine Zone gibt, in der sich Thayermöwen mit sehr reduziertem Handflügelmuster oft nicht von &amp;#039;&amp;#039;L. g. kumlieni&amp;#039;&amp;#039; mit sehr dunkler Zeichnung unterscheiden lassen (siehe auch Abbildung rechts). Vermutlich handelt es sich zum Teil um Hybriden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;olsen_geo&amp;quot;&amp;gt;Olsen/Larson (2003), S. 214f und S. 29/30, siehe Literatur&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal der Unterarten ist der Orbitalring um das Auge, der bei grönländischen Vögeln gelb, bei kanadischen rot ist. Die Färbung der Iris ist bei &amp;#039;&amp;#039;kumlieni&amp;#039;&amp;#039; wie das Handschwingenmuster variabel. Nach Nordwesten hin nimmt der Anteil von Vögeln mit (wie bei der Thayermöwe) dunkel gefleckter Iris zu.&amp;lt;ref name=&amp;quot;haffer&amp;quot;&amp;gt;[[Jürgen Haffer]]: Systematik und Taxonomie der Larus argentatus-Artengruppe in Glutz von Blotzheim, S. 510f, siehe Literatur&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;olsen_geo&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stimme ==&lt;br /&gt;
Die stimmlichen Äußerungen der Polarmöwe ähneln in Repertoire und Qualität stark an die der Silbermöwe und stehen diesen klanglich näher als die Rufe anderer verwandter Großmöwen wie [[Mittelmeer]]- oder [[Heringsmöwe]]. Oft werden die Lautäußerungen als schriller beschrieben, als die der Silbermöwe, was aber nach Beobachtungen [[Friedrich Goethe]]s an grönlandischen Brutplätzen hauptsächlich auf das „[[Jauchzen]]“ (&amp;#039;&amp;#039;long call&amp;#039;&amp;#039;) zutrifft.&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe (1986), S. 124 und 130, siehe Literatur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses ähnelt dem der [[Amerikanische Silbermöwe|Amerikanischen Silbermöwe]], das durch besonders gellende, hohe Rufe im Mittelteil gekennzeichnet ist. Der Hauptruf der Polarmöwe ist ein recht variables &amp;#039;&amp;#039;küa&amp;#039;&amp;#039;, das sich bei Erregung zu einem höheren &amp;#039;&amp;#039;kia&amp;#039;&amp;#039; steigert. Den „Staccatoruf“, der bei Gefahr geäußert wird, beschreibt Goethe als &amp;#039;&amp;#039;gägägäg&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe (1986), S. 129, siehe Literatur&amp;lt;/ref&amp;gt; Allgemein stellt er fest, dass viele der gereihten Rufe in einem langsameren Tempo als bei der Silbermöwe vorgetragen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe (1986), S. 130, siehe Literatur&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung ==&lt;br /&gt;
Die Brutverbreitung der Polarmöwe erstreckt sich im Bereich der Niederarktis in zerstreuten Kolonien über das südliche Grönland und Teile des nordöstlichen Kanadas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Grönland ist die Art an der Ostküste nur zerstreut an der [[Kong Frederik VI Kyst]] zu finden, häufiger aber von [[Tasiilaq]] nordwärts bis zum [[Fjord]] [[Kangersertuaq]]. An der Westküste reicht die Verbreitung etwa von der Insel [[Sermersooq (Insel)|Sermersooq]] im Norden des [[Distrikt Nanortalik|Distrikts Nanortalik]] nordwärts bis zur Inselgruppe [[Issuusassuit Oqquanni Qeqertat]] (Balgoni Øer) in der [[Melville-Bucht]] bei etwa 76°&amp;amp;nbsp;N.&amp;lt;ref&amp;gt;David Boertmann, Nicholas Per Huffeldt: &amp;#039;&amp;#039;[http://www2.dmu.dk/Pub/SR45.pdf Seabird Colonies in the Melville Bay, Northwest Greenland]&amp;#039;&amp;#039; (PDF; 3,77&amp;amp;nbsp;MB), Scientific Report from DCE no. 45 2013, ISBN 978-87-92825-82-7&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Brutvorkommen auf [[Jan Mayen]] von 1882/83 wurde seither nicht wieder bestätigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Glutz von Blotzheim, S. 495f, siehe Literatur&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im nordöstlichen Kanada beschränken sich die Vorkommen auf der [[Baffininsel]] und den äußersten Norden der [[Hudson Bay]]. Die nördlichsten Kolonien finden sich in der [[Home Bay (Baffininsel)|Home Bay]] vor der Baffininsel und auf der vorgelagerten Insel [[Broughton Island (Davisstraße)|Broughton Island]]. Ferner kommt die Art am [[Cumberlandsund]] und an der Südküste der Insel bis [[Kinngait]] vor. Weiter südlich brütet die Art auf [[Southampton Island]] und [[Coats Island]] sowie am [[Digges Sound]] im äußersten Nordwesten der [[Ungava-Halbinsel]].&amp;lt;ref&amp;gt;Snell (2002), Abschnitt &amp;#039;&amp;#039;Distribution&amp;#039;&amp;#039;, siehe Literatur&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Iceland Gull (Larus glaucoides) - geograph.org.uk - 666951.jpg|mini|Regelmäßig überwintern Polarmöwen in kleiner Zahl im Norden der Britischen Inseln. Hier ein Vogel im ersten Winter.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wanderungen ==&lt;br /&gt;
Die Polarmöwe ist in ihrem südlicheren Verbreitungsgebiet [[Standvogel]], die nördlicheren Populationen sind Kurzstreckenzieher. Junge Vögel legen teils auch weitere Strecken zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gros der Nominatform überwintert im südlichen Grönland. Während die Brutvögel der Westküste nur die Inlandfjorde räumen, ziehen Vögel der Ostküste meist weiter.&amp;lt;ref name=&amp;quot;glutzmig&amp;quot;&amp;gt;Glutz von Blotzheim, S. 496f, siehe Literatur&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie sind dann häufig im nördlicheren Teil Islands zu finden, wo sich im Winter zwischen 5.000 und 10.000 Vögel aufhalten. Ein kleiner Teil überwintert auch im Norden der Britischen Inseln. Seltener und vor allem bei größeren, klimabedingten Einflügen gelangt die Art auch nach Norwegen, Nord- und Westeuropa.&amp;lt;ref name=&amp;quot;olsen_distri&amp;quot;&amp;gt;Olsen/Larson (2003), S. 216, siehe Literatur&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Brutvögel von Baffin Island überwintern im Bereich der Hudson Bay und den maritimen Provinzen Ostkanadas, wo sich am [[Sankt-Lorenz-Golf]] und in Neufundland teils Schwärme mit über 9.000 Vögeln bilden. Spärlicher ist die Art auch weiter südwärts bis zu den [[Große Seen|Großen Seen]] und bis nach [[South Carolina]] als Überwinterer zu finden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;olsen_distri&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Brutkolonien werden ab August geräumt und die Vögel verteilen sich im Verlauf des Herbstes an den umliegenden Küsten oder wandern an den Inlandfjorden entlang um schließlich ebenfalls an die Küste zu gelangen. Bereits Ende September treffen die ersten Wintergäste in Neufundland und auf Island ein. Der Höhepunkt der Wanderungen beginnt jedoch im Oktober und liegt vor allem im November. Höchstzahlen der Winterbestände liegen überall zwischen November und März. Der Heimzug erfolgt zwischen Ende März und Anfang Mai.&amp;lt;ref name=&amp;quot;glutzmig&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Irrgast gelangt die Art auch bis an die Westküste Amerikas. In Europa findet sich &amp;#039;&amp;#039;L. g kumlieni&amp;#039;&amp;#039; sehr selten aber regelmäßig als Irrgast ein, in Amerika tauchen gelegentlich Vögel der Nominatform auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;olsen_distri&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:A Nunavut fjord near Pangnirtung.jpg|mini|Brutkolonien der Polarmöwe liegen meist in Steilfelsen an der niederarktischen Fjordküste, ähnlich diesem im östlichen Baffin Island]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Baffin Island 1998-06-24.jpg|mini|Die Brutplätze werden teils bereits ab Mitte Mai besetzt, wenn die Fjorde noch nicht eisfrei sind. Die Eisdecke bricht meist erst zwischen Mitte Juni und Juli zu Schollen auf.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lebensraum ==&lt;br /&gt;
Die Brutkolonien der Polarmöwe liegen meist in Steilfelsen an [[Fjord]]en oder [[Belte und Sunde|Sunden]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;glutz500&amp;quot;&amp;gt;Glutz von Blotzheim, S. 500, siehe Literatur&amp;lt;/ref&amp;gt; Seltener sind Brutplätze, die mehrere Kilometer landeinwärts liegen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bna_habitat&amp;quot;&amp;gt;Snell (2002), Abschnitt &amp;#039;&amp;#039;Habitat&amp;#039;&amp;#039;, siehe Literatur&amp;lt;/ref&amp;gt; An sehr abgelegenen Orten, an denen die Art nicht bejagt wird, werden auch niedrige Inseln oder Felszinnen genutzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;glutz500&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soeben flügge Jungvögel halten sich an Stränden oder auf Schären in der Nähe der Brutplätze auf. Im Winterquartier ist die Art an eisfreien Küsten und Polynjas zu finden. Im südlichen Teil des Überwinterungsgebiets sucht sie ähnliche Orte auf wie andere Möwen und vergesellschaftet sich mit diesen an Massenüberwinterungsplätzen – unter anderem an Häfen und Müllkippen. Meistens findet man sie im Bereich der Küste, seltener auch an Binnenseen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;glutz500&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;bna_habitat&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Larus-glaucoides-001.jpg|mini|Häufig erbeutet die Polarmöwe ihre Nahrung in Fangflügen von der Wasseroberfläche, wobei sie oft kurz aufsetzt, selten aber ganz untertaucht.]]&lt;br /&gt;
== Ernährung ==&lt;br /&gt;
Wie viele andere Möwen ernährt sich die Polarmöwe [[opportunistisch]] und [[omnivor]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;bna_food&amp;quot;&amp;gt;Snell (2002), Abschnitt &amp;#039;&amp;#039;Food Habits&amp;#039;&amp;#039;, siehe Literatur&amp;lt;/ref&amp;gt; Den größten Anteil der Nahrung stellen jedoch Fische wie [[Lodde]] und [[Kerzenfisch]], die sich im Sommer in großen Schwärmen kurz unter der Wasseroberfläche aufhalten. In [[seeschwalben]]artiger Manier werden sie [[stoßtauchen]]d aus dem Wasser gegriffen, wobei die Möwe aber fast nie ganz untertaucht. Oft setzt sie auch kurz auf dem Wasser auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;goethe131&amp;quot;&amp;gt;Goethe (1986), S. 131, siehe Literatur&amp;lt;/ref&amp;gt; Häufiger als andere Möwenarten kann man die Polarmöwe im niedrigen Suchflug über der Wasseroberfläche beobachten. Typisch ist, dass die Beute meist im Flug verschlungen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bna_food&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;goethe131&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ergänzend zum Fisch werden bei Ebbe in der [[Gezeitenzone]] lebende [[Wirbellose]] wie [[Entenmuscheln]], [[Miesmuscheln]] oder [[Nereis|Seeringelwürmer]] gesammelt. Auch Eier und Jungvögel anderer Felsenbrüter wie [[Dreizehenmöwe]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;hbw&amp;quot;&amp;gt;Del Hoyo et al. (1996), siehe Literatur&amp;lt;/ref&amp;gt; oder [[Dickschnabellumme]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;bna_food&amp;quot;/&amp;gt; zählen zur Nahrung – ebenso wie angespülte tote Fische, andere Kadaver und [[Krähenbeere]]n.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bna_food&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in den Winterquartieren kann Fisch einen bedeutenden Anteil der Nahrung stellen. Hier ist die Art manchmal auch auf offener See im Gefolge von Fischkuttern zu finden. Seltener als andere Großmöwen findet man sie an Häfen oder an Mülldeponien, eher sammelt sie kleinere Teile von Abfall von der Wasseroberfläche auf. [[Kleptoparasitismus]] kommt selten vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bna_food&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fortpflanzung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Larus glaucoides MWNH 0322.JPG|mini|Gelege, Sammlung [[Museum Wiesbaden]]]]&lt;br /&gt;
Die Polarmöwe brütet in kleinen Kolonien in küstennahen Steilfelsen, die bereits besetzt werden, wenn die Eisdecke der Fjorde noch geschlossen ist und oft noch Schnee auf den Felsabsätzen und Simsen liegt. In Grönland ist dies zwischen Ende April und Mitte Mai, auf Baffin Island teils erst zwischen Ende Mai und Anfang Juli der Fall.&amp;lt;ref name=&amp;quot;glutzfpfl&amp;quot;&amp;gt;Glutz von Blotzheim, S. 500f, siehe Literatur&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;bna_breeding&amp;quot;&amp;gt;Snell (2002), Abschnitt &amp;#039;&amp;#039;Breeding&amp;#039;&amp;#039;, siehe Literatur&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Paarbildung findet meist bereits vorher in den Winterquartieren an der eisfreien Küste statt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;glutzfpfl&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nistplätze in den Steilwänden liegen natürlicherweise meist unter 100&amp;amp;nbsp;m über dem Meeresspiegel. Wo die Art vom Menschen bejagt wird, werden aber höher liegende Plätze zwischen 100 und 300&amp;amp;nbsp;m, seltener auch in bis zu 800&amp;amp;nbsp;m Höhe gewählt. Plätze, die von Bodenfeinden wie dem [[Polarfuchs]] erreicht werden können, werden meist schnell aufgegeben. In Mischkolonien liegen die Nester immer höher als die der Dreizehenmöwen, meist aber unter denen der Eismöwe, die mit einigem Abstand zu den anderen Klippenbrütern die höchstgelegenen Plätze besetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;glutzfpfl&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;goethe116&amp;quot;&amp;gt;Goethe (1986), S. 116f, siehe Literatur&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oft sind die Brutplätze und deren nähere Umgebung von auffällig orangegelben, xerophilen Flechtenarten (Gattung &amp;#039;&amp;#039;[[Caloplaca]]&amp;#039;&amp;#039; und verwandte Arten wie die [[Zierliche Gelbflechte]]) bewachsen und daher weithin sichtbar, meist aber nicht in dem Maße wie bei der Eismöwe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;glutzfpfl&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;goethe116&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nester können auf schmalen Felsbändern, Simsen und Nischen stehen. Im Unterschied zu größeren Möwenarten braucht die Polarmöwe mit mindestens 0,2&amp;amp;nbsp;m² nur wenig Raum. In bewachsenen, felsdurchsetzten Steilhängen bildet sie oft artreine Subkolonien.&amp;lt;ref name=&amp;quot;glutzfpfl&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Nest ist ein manchmal recht unförmiger Haufen aus Pflanzenmaterialien wie Gräsern, Zweigen der [[Krähenbeere]], krautigen Pflanzen, [[Torfmoose|Torf-]] und anderen Moosen. Die Nistmulde wird manchmal dürftig mit feinen Halmen und Federn ausgekleidet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;glutzfpfl&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;goethe116&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;bna_breeding&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eiablage erfolgt in Grönland zwischen Mitte Mai und Mitte Juni, bei Kinngait im Verlauf des Juni.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bna_breeding&amp;quot;/&amp;gt; Das Gelege besteht fast immer aus zwei oder drei Eiern, die auf hellbraunem bis steingrauem Grund mäßig stark dunkelbraun gefleckt und etwa 69 × 48&amp;amp;nbsp;mm groß sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;glutzfpfl&amp;quot;/&amp;gt; Sie werden etwa 24–26 Tage bebrütet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bna_breeding&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Jungen schlüpfen im westlichen Grönland etwa ab Mitte Juni und fliegen zwischen dem 20. Juli und dem 10. August aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;glutzfpfl&amp;quot;/&amp;gt; Nach dem Ausfliegen halten sich die Jungen an Schären oder Stränden in der Nähe der Brutkolonie auf und werden noch einige Zeit von den Eltern begleitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bna_breeding&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Die Systematik der Polarmöwe wurde schon immer kontrovers diskutiert und war anfänglich von Verwechselungen mit der Eismöwe geprägt. Lange wurde die Art als &amp;#039;&amp;#039;Larus leucopterus&amp;#039;&amp;#039; {{Person|Faber}} 1822 geführt, bis man feststellte, dass &amp;#039;&amp;#039;Larus leucopterus&amp;#039;&amp;#039; {{Person|Vieillot}} 1820 als ältere [[Erstbeschreibung]] [[Prioritätsregel (Biologie)|Priorität]] hat. [[Jonathan Dwight]] betrachtete die Art unter diesem Namen als kleinere, aber eigenständige Form von &amp;#039;&amp;#039;Larus hyperboreus&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Jonathan Dwight: &amp;#039;&amp;#039;The gulls (Laridae) of the world; their plumages, moults, variations, relationships and distribution&amp;#039;&amp;#039;, Bulletin of the American Museum of Natural History, Bd. 52, Art. 3 (S. 63–401), New York 1925, [http://hdl.handle.net/2246/1245 PDF], S. 250f&amp;lt;/ref&amp;gt; Als sich herausstellte, dass das von [[Louis Pierre Vieillot]] beschriebene [[Typusexemplar]] eine Eismöwe gewesen war, wurde das Taxon für ungültig erklärt und die Beschreibung Bernhard Meyers eines heute nicht mehr erhaltenen, überwinternden Exemplars aus Island von 1822 als valide herangezogen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bna_system&amp;quot;&amp;gt;Snell (2002), Abschnitt &amp;#039;&amp;#039;Systematics&amp;#039;&amp;#039;, siehe Literatur&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch in der Mitte des 20. Jahrhunderts erkannten viele Autoren wie [[Boris Stegmann]], [[Erwin Stresemann]] oder [[Niko Tinbergen]] den Artstatus dieser Form nicht an, sondern betrachteten sie als eine besonders helle Unterart der Silbermöwe.&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe (1986), S. 114, siehe Literatur&amp;lt;/ref&amp;gt; Genetische Befunde ergaben aber um die Jahrtausendwende&amp;lt;ref&amp;gt;Dorit Liebers, Peter de Knijff und [[Andreas Helbig|Andreas J. Helbig]]: &amp;#039;&amp;#039;The herring gull complex is not a ring species&amp;#039;&amp;#039;, The Royal Society 271, London 2004, S. 893–901&amp;lt;/ref&amp;gt;, dass die Polarmöwe mit der Silbermöwe nicht sehr nah verwandt ist, sondern einer [[Klade]] zuzuordnen ist, die sich aus einem der Heringsmöwe nahestehenden Vorfahren entwickelte und sich über den [[Sibirien|sibirischen Raum]] und die [[Beringstraße]] hinweg nach Nordamerika ausgebreitet hat. Näher verwandt ist die Polarmöwe also offenbar mit der [[Ostsibirienmöwe]] (&amp;#039;&amp;#039;Larus vegae&amp;#039;&amp;#039;), der Amerikanischen Silbermöwe und der [[Beringmöwe]]. Unklarheit herrscht über eine enge Verwandtschaft mit der phänotypisch ähnlichen Eismöwe. Diese zeigt genetisch sowohl [[Haplotyp]]en aus dem &amp;#039;&amp;#039;argentatus&amp;#039;&amp;#039;-Komplex, der seinen Ursprung im atlantischen Raum hat, als auch solche aus der sibirischen Abstammungslinie. Ob die Ähnlichkeit verwandtschaftlich bedingt ist, oder auf einer [[Konvergenz (Biologie)|konvergenten]] Entwicklung beruht, ist also offen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenstand vieler Diskussionen und ein bislang ungeklärtes Problem ist das verwandtschaftliche Verhältnis der drei Taxa &amp;#039;&amp;#039;glaucoides&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;kumlieni&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;thayeri&amp;#039;&amp;#039; zueinander. Derzeit anerkannter Stand ist, dass die Thayermöwe – der Amerikanischen Silbermöwe teils sehr ähnlich – ebenso wie &amp;#039;&amp;#039;glaucoides&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;kumlieni&amp;#039;&amp;#039; Unterarten der Polarmöwe darstellen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AB_glaucoides&amp;quot;/&amp;gt; Die hohe Variabilität von &amp;#039;&amp;#039;kumlieni&amp;#039;&amp;#039;, die praktisch eine von &amp;#039;&amp;#039;glaucoides&amp;#039;&amp;#039; zu &amp;#039;&amp;#039;thayeri&amp;#039;&amp;#039; hinleitende, instabile Übergangsform darstellt, sowie die – ebenfalls teils kontrovers diskutierten – Kontakt- und Hybridisierungszonen&amp;lt;ref name=&amp;quot;haffer&amp;quot;/&amp;gt; zwischen den Taxa werden von verschiedenen Autoren unterschiedlich interpretiert. Während einige für eine Zusammenführung der drei Formen zu einer Art plädieren,&amp;lt;ref name=&amp;quot;bna_system&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;kompendium&amp;quot;&amp;gt;Hans-Günther Bauer, [[Einhard Bezzel]] und Wolfgang Fiedler (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas&amp;#039;&amp;#039;, Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Nonpasseriformes – Nichtsperlingsvögel&amp;#039;&amp;#039;. Aula-Verlag Wiebelsheim, Wiesbaden 2005, ISBN 3-89104-647-2, S. 618&amp;lt;/ref&amp;gt; argumentieren andere, dass dieser Art dann praktisch kein eindeutig identifizierbarer Phänotyp zugeordnet wäre und man zudem andere Arten mit ähnlich nahen Verwandtschaftsverhältnissen ebenfalls zusammenfassen müsste.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hbw&amp;quot;/&amp;gt; Einer endgültigen Klärung dieser Frage steht entgegen, dass die Herkunft vieler als Überwinterer gesammelter Museumsbälge nicht genau geklärt ist und detailliertere genetische Untersuchungen fehlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kompendium&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bestand und Gefährdung ==&lt;br /&gt;
Zuverlässige Daten zum Gesamtbestand fehlen. Die groben Schätzungen schwanken zwischen 10.000–100.000 Brutpaaren&amp;lt;ref name=&amp;quot;hbw&amp;quot;/&amp;gt; und 190.000–400.000 adulten Vögeln.&amp;lt;ref&amp;gt;BirdLife Species Factsheet, siehe Weblinks&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei entfallen nach ersterer Schätzung mehr als 80.000 Paare auf den grönländischen, etwa 10.000 auf den kanadischen Bestand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;olsen_distri&amp;quot;/&amp;gt; Über Trends ist nichts bekannt. Die Art wird von der [[IUCN]] als &amp;#039;&amp;#039;Least Concern&amp;#039;&amp;#039; (nicht gefährdet) eingestuft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Art kommerziell wegen ihrer Federn bejagt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bna_cons&amp;quot;&amp;gt;Snell (2002), Abschnitt &amp;#039;&amp;#039;Conservation and Management&amp;#039;&amp;#039;, siehe Literatur&amp;lt;/ref&amp;gt; Vor allem in Grönland wird sie auch heute noch von [[Inuit]] geschossen, um Fleisch und Federn zu verwerten. Nach [[Beringung|Ringfunden]] in Westgrönland fielen 23 % der diesjährigen Jungvögel Jägern zum Opfer,&amp;lt;ref&amp;gt;F. Salomonsen: &amp;#039;&amp;#039;The birds of Greenland&amp;#039;&amp;#039;, Vol. 2., F. E. Bording, Kopenhagen 1951, zitiert in Glutz von Blotzheim, Del Hoyo et al. und Snell (siehe Literatur)&amp;lt;/ref&amp;gt; bei 94 % aller Ringfunde handelte es sich um Abschüsse.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bna_cons&amp;quot;/&amp;gt; Weitere Gefährdungen sind Umweltgifte in den Brutgebieten und Ölverschmutzungen in den Winterquartieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bna_cons&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Klaus Malling Olsen, Hans Larsson: &amp;#039;&amp;#039;Gulls of Europe, Asia and North America.&amp;#039;&amp;#039; Helm Identification Guides, Christopher Helm, London 2003 (korrigierte Neuauflage von 2004), ISBN 978-0-7136-7087-5, S. 204–225.&lt;br /&gt;
* [[Urs N. Glutz von Blotzheim]], [[Kurt Bauer (Ornithologe)|K. M. Bauer]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Handbuch der Vögel Mitteleuropas]].&amp;#039;&amp;#039; Band 8/I: &amp;#039;&amp;#039;Charadriiformes.&amp;#039;&amp;#039; 3. Teil: &amp;#039;&amp;#039;Schnepfen-, Möwen- und Alkenvögel.&amp;#039;&amp;#039; AULA-Verlag, ISBN 3-923527-00-4, S. 493–502.&lt;br /&gt;
* Richard R. Snell: &amp;#039;&amp;#039;[http://bna.birds.cornell.edu/bna/species/699a Iceland Gull (Larus glaucoides)].&amp;#039;&amp;#039; In: [[Alan F. Poole]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Birds of North America Online.&amp;#039;&amp;#039; Cornell Lab of Ornithology, Ithaca 2002, {{doi|10.2173/bna.699}}.&lt;br /&gt;
* Friedrich Goethe: &amp;#039;&amp;#039;Zur Biologie, insbesondere Ethographie der Polarmöwe (Larus glaucoides Meyer, 1822)&amp;#039;&amp;#039;, Ann. Naturhist. Mus. Wien. 88/89 (Ser. B), 1986, S. 113–146.&lt;br /&gt;
* [[Josep del Hoyo]], Andrew Elliott, Jordi Sargatal (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbook of the Birds of the World.&amp;#039;&amp;#039; Band 3: &amp;#039;&amp;#039;Hoatzin to Auks.&amp;#039;&amp;#039; Lynx Edicions 1996, ISBN 84-87334-20-2, S. 608–609.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Larus glaucoides|Polarmöwe}}&lt;br /&gt;
* {{IUCN&lt;br /&gt;
| Year           = 2008&lt;br /&gt;
| ID             = 22729877&lt;br /&gt;
| ScientificName = Larus glaucoides&lt;br /&gt;
| YearAssessed   = 2008&lt;br /&gt;
| Assessor       = BirdLife International&lt;br /&gt;
| Download       = 31. Januar 2009&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
* {{BirdLifeSpecies&lt;br /&gt;
 |ID=22729877&lt;br /&gt;
 |ScientificName=Larus glaucoides&lt;br /&gt;
 |EnglName=Iceland Gull&lt;br /&gt;
 |Download=13. Juli 2022}}&lt;br /&gt;
* {{eBird.org |ID= y00478 |Name= Polarmöwe (&amp;#039;&amp;#039;Larus glaucoides&amp;#039;&amp;#039;)}}&lt;br /&gt;
* [http://www.vogelfedern.de/pmoe.htm Federn der Polarmöwe]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Polarmowe}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Möwen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Slimguy</name></author>
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