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	<title>Pluvial - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Pluvial&amp;diff=1917762&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2025-27701-47 am 7. Oktober 2025 um 13:01 Uhr</title>
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		<updated>2025-10-07T13:01:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Feuchte Luft.png|mini|Physikalische Grundlage von Regen.]]&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pluvial&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (aus [[Latein|lat.]] &amp;#039;&amp;#039;pluvialis&amp;#039;&amp;#039; = regenbringend, vgl. [[Französische Sprache|franz.]] &amp;#039;&amp;#039;il pleut&amp;#039;&amp;#039; = es regnet, &amp;#039;&amp;#039;pluvieux&amp;#039;&amp;#039; = regnerisch) ist in der [[Klimatologie]] und in den [[Geowissenschaften]] eine [[Erdgeschichte|erdgeschichtliche]] Periode mit höheren Regenmengen als im langzeitlichen Durchschnitt, in den nördlichen Breiten vor allem in den [[Warmzeit]]en zwischen einzelnen [[Kaltzeit]]en. In südlichen Breiten kommen sie unter bestimmten Bedingungen auch während der Kaltzeiten  vor, eine Tatsache, die in der Wissenschaft als &amp;#039;&amp;#039;Pluvialproblem&amp;#039;&amp;#039; diskutiert wird. Pluviale sind als [[Regenzeit]]en vor allem während des [[Quartär (Geologie)|Quartärs]] nachgewiesen, insbesondere jedoch im [[Holozän]]. Im allgemeinen Sinne wird in der [[Meteorologie]] unter einem Pluvial darüber hinaus ein allerdings regional unterschiedlich ausgeprägtes regelmäßiges Muster vermehrt auftretender Regenfälle verstanden, wie man es heute in den [[Tropen]] und [[Subtropen]] mit den Regenzeiten sieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegenwärtiges Klima ==&lt;br /&gt;
[[Datei:ITCZ january-july.png|mini|Die regenbringende innertropische Konvergenzzone im Januar und Juli.]]&lt;br /&gt;
Zonen, in denen die [[Wasserbilanz]] positiv ist, die Menge der jährlichen [[Niederschlag|Niederschläge]] also die [[Verdunstung]]smenge übersteigt, gibt es von den Tropen bis in Höhe etwa des 40. [[Breitengrad]]es beider [[Erdoberfläche|Hemisphären]]. Auch in den von hohem atmosphärischem Druck bestimmten [[Subtropen]] übersteigt zumindest über den Ozeanen die Niederschlagsrate die Verdunstungsrate. Dabei zeigen im [[Küste]]nbereich höherer Breiten die Niederschläge vor allem im Winter ihr Maximum, während im kontinentalen Bereich, die vom [[Monsun]] beherrscht werden, die Maxima gewöhnlich im Sommer auftreten. Viele Gebiete in [[Äquator]]nähe haben zwei Regenzeiten entsprechend  der nordwärts bzw. südwärts gerichteten Bewegung der äquatorialen [[Tiefdruckrinne]] mit dem jahreszeitlich wechselnden [[Sonnenstand]]. Diese Rinne trennt die [[Passatwind]]e der beiden Hemisphären und bildet die starke [[Innertropische Konvergenzzone]] (ITCZ) aus, die von schnell aufsteigenden Luftströmungen und starken Niederschlägen gekennzeichnet ist. Zur Ursache der hochariden Situation der Libyschen Wüste s. [[Libysche Wüste#Klima der Gegenwart|dort]] und [[Nordafrika]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Paläoklimatologie ==&lt;br /&gt;
=== Geologische Nachweismöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Antelope Island Cove 2005.jpg|mini|Die Seen-Terrassen des [[Lake Bonneville]] in [[Utah]].]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Har Nuur.jpg|mini|Har Nuur, der „Schwarze See“, im westmongolischen Tal der Seen mit besonders ausgeprägter Terrassenbildung. Er ist Teil eines Systems von Paläo-Seen innerhalb geschlossener Becken quer durch Zentralasien, die Reste größerer Seen sind, die vor ca. 5000 Jahren zu schrumpfen begannen, als das Klima trockener wurde.]]&lt;br /&gt;
Pluviale finden sich in der [[Paläoklimatologie]] gewöhnlich in Verbindung mit ungewöhnlich starken Niederschlägen, wie sie vor allem in den Tropen und Subtropen geologisch nachgewiesen werden können. Die besten derartigen Nachweise stellen dabei die sehr gut erhaltenen [[Terrasse (Geologie)|Uferterrassen]] in Gegenden dar, die heute [[Wüste]]n sind, etwa die &amp;#039;&amp;#039;Mudpans&amp;#039;&amp;#039; genannten alten Seebecken und [[Schott (Geologie)|Schotts]] in der [[Sahara]] oder im [[Lake Bonneville]] westlichen [[Utah]]. Auch der [[Qarun-See]] im [[Fayyum-Becken]] und der [[Tschad-See]] sind sehr gute Beispiele für solche [[fossil]]en Uferlinien. Allerdings waren die Kaltzeiten auf der Erde im Ganzen weniger feucht als die Warmzeiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Schwarzbach: &amp;#039;&amp;#039;Klima der Vorzeit.&amp;#039;&amp;#039; 1993, S. 253.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Terrassen an Meerufern, zum Beispiel am Mittelmeer, sind allerdings nicht durch diesen Pluvialmechanismus entstanden, sondern repräsentieren die verschiedenen Stadien von Kalt- und Warmzeiten, die die Meeresspiegel zum Beispiel seit 15.000 B.&amp;amp;nbsp;P. (Jahre vor heute) bis heute durch die abschmelzenden Inlandgletscher um fast hundert Meter steigen ließen.&amp;lt;ref&amp;gt;Lamb: &amp;#039;&amp;#039;Klima und Kulturgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; 1994, S. 129–131.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mechanismus ===&lt;br /&gt;
Die meisten Wissenschaftler sehen bisher eine Verbindung zwischen Pluvialen in den Subtropen und den Kaltzeiten in höheren Breiten, obwohl während solcher Kälteperioden Niederschläge und Verdunstung global abnehmen und das Wasser vermehrt in [[Gletscher]]eis gebunden ist. Da die [[Eisschild]]e in solchen Perioden vorrücken, verschieben sich auch die Bahnen der Stürme in mittleren Breiten in Richtung Äquator und verursachen so in den Subtropen starke Niederschläge, vor allem im Winter. Anfangs stellte man daher alle feuchten Periode zum Beispiel [[Nordafrika]]s mit der Sahara zeitlich mit den Glazialen gleich, und für einige Pluviale stimmt das auch bis heute, da hier bei diesen sog. &amp;#039;&amp;#039;Nord-Pluvialen&amp;#039;&amp;#039; die Verschiebung des regenbringenden Westwindgürtels bestimmend war und ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Pluvialproblem ===&lt;br /&gt;
Neuerdings hat sich aber auch noch ein anderer Zusammenhang zwischen Eiszeitperioden und Interpluvialen, also Trockenperioden, in den Tropen ergeben. Vor allem tropische Tiefländer waren offenbar während der letzten Vereisung trocken und feucht während der [[postglazial]]en Perioden, so dass das Problem differenzierter gesehen werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;Neumann: &amp;#039;&amp;#039;Vegetationsgeschichte der Ostsahara.&amp;#039;&amp;#039; 1989, S. 153.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Kröpelin: &amp;#039;&amp;#039;Sedimentationsmilieu von Playas.&amp;#039;&amp;#039; 1989, S. 283–286.&amp;lt;/ref&amp;gt; So hörten etwa während der Spät-Würm im Einzugsbereich des Nil die tropischen Regen völlig auf, und die Sahara-Dünen reichten 1000&amp;amp;nbsp;km weiter nach Süden als heute, offenbar weil der äquatoriale Regengürtel damals  massiv verkleinert war. Doch gab es auch den umgekehrten Effekt während der [[Interglazial]]e, als der regenbringende Südwest-Monsun weit nach Norden vorstieß und sog. &amp;#039;&amp;#039;Süd-Pluviale&amp;#039;&amp;#039; ausprägte, wie wir sie gegenwärtig im Sommer haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Schwarzbach: &amp;#039;&amp;#039;Das Klima der Vorzeit.&amp;#039;&amp;#039; 1993, S. 224f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Grundsätzlich gilt dabei, dass die Verdunstung während Kaltzeiten aufgrund der geringeren Temperaturen auch in den Subtropen und Tropen (bis zu 8&amp;amp;nbsp;°C niedriger) geringer ist (ca. 20 %), da die physikalische Aufnahmekapazität für Wasser in der Atmosphäre mit der Temperatur sinkt. Damit bleibt mehr Wasser am Boden, Seen und Flüsse sind größer (etwa der Tschad-See) und führen mehr Wasser, wie das etwa für den [[Nil]] und seine auch archäologisch bedeutsamen Uferterrassen nachweisbar ist. Andererseits sind aus diesem Grunde aber auch die Niederschläge geringer, so dass ein eher labiles [[Hydrologie|hydrologisches]] Gleichgewicht entsteht, das die physikalische Grundlage des sog. Pluvialproblems bildet. Komplizierend zu diesem multifaktoriellen Geschehen, wie es für klimatische Prozesse ohnehin typisch ist, wirkt überdies noch die Tatsache, dass die Verdunstung andererseits bei wesentlich größeren Wasserflächen vor allem im Binnenland wiederum erhöht ist, was außerdem zu einer Abkühlung führt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein besonders spektakulärer Fall stellt dabei der mittlerweile erwiesene Einbruch des Mittelmeers in das Becken [[Schwarzes Meer|Schwarzen Meeres]] mit dem dortigen, viel kleineren Euxeinos-See um ca. 6700 v.&amp;amp;nbsp;Chr. dar, der gelegentlich mit der mythischen [[Sintflut]] in  Zusammenhang gebracht wird. Die klimatischen Folgen waren ebenso dramatisch wie das Ereignis selbst. Um 6200 v.&amp;amp;nbsp;Chr. setzte damals in der Schwarzmeerregion eine kleine Eiszeit ein, die wiederum 5800 v.&amp;amp;nbsp;Chr. durch eine Periode schlagartiger Erwärmung beendet wurde, als sich das klimatische Gleichgewicht auf einem neuen Niveau stabilisierte. Folge war damals die Ausbreitung des Ackerbaus im dortigen [[Neolithikum]].&amp;lt;ref&amp;gt;Haarmann: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Sintflut.&amp;#039;&amp;#039; 2003, S. 19f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aufgrund dieser recht komplexen Sachlage, bei der noch zusätzliche Faktoren wie Meeresströmungen, [[Salinität]], solare Effekte, Wirkung von [[Aerosol]]en etc. eine weitere, bis jetzt noch nicht genauer quantifizierbare Rolle spielen, unterscheidet man daher jetzt zwischen räumlich  relativ &amp;#039;&amp;#039;begrenzten glazialen&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;großen interglazialen Pluvialen&amp;#039;&amp;#039;, wobei die Perioden großer [[Aridität]] vor allem in die Kaltzeiten fallen. Das stimmt für die Sahara gut überein, dasselbe gilt für Südasien, wo das verstärkte zentralasiatische Hoch  steuernd wirkt, das den dortigen [[Monsun]] beeinflusst. Allerdings fehlt zum Beispiel der schmale Pluvial-Gürtel des Mittelmeerraumes in Westpakistan und Indien völlig, Folge einer völlig anderen [[Gelände|topographischen]] Situation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders häufig und ausgedehnt waren pluviale Seen in [[Nordamerika]], meist in Becken ohne Abfluss. Vor allem in den großen Becken von [[Utah]], [[Kalifornien]], [[Nevada]] und [[Oregon]] findet man sie, dazu in anderen Regionen des  nordamerikanischen Südwestens und in Mexiko. Der größte war der [[Lake Bonneville]], der Vorläufer des [[Großer Salzsee|großen Salzsees von Utah]]. Bei seiner größten Ausdehnung vor 15.000 Jahren bedeckte er 51.000 Quadratkilometer und war bis zu 370&amp;amp;nbsp;m tief. Ein weiterer pluvialer See dieser Größe war [[Lake Lahontan]] (heute [[Pyramid Lake (Nevada)|Pyramid Lake]]). Es gab hier zwei pluviale Maxima: 12.000 ± 500 B.P. (der Beginn der [[Allerød]]-Warmphase) und 9000 ± 500 B.P.(das frühe [[Boreal (Klimastufe)|Boreal]]). Aber auch in Ungarn am [[Balaton]]-See und in [[Ostafrika]] am [[Victoria-See]] finden sich für beide Perioden analoge Seen-Terrassen. Vergleichbare Terrassenbildungen finden sich aber auch bei zentralasiatischen Seen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=H. Harmann |Titel=Geschichte der Sintflut |Verlag=C.H. Beck Verlag |Ort=München |Jahr=2003 |ISBN=3-406-49465-X}}&lt;br /&gt;
* St. Kröpelin: &amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen zum Sedimentationsmilieu von Playas im Gilf Kebir (Südwest-Ägypten).&amp;#039;&amp;#039; In: R. Kuper (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Forschungen zur Umweltgeschichte der Ostsahara.&amp;#039;&amp;#039; Heinrich-Barth-Institut, Köln 1989, ISBN 3-927688-02-9, S. 183–305.&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=H. H. Lamb |Titel=Klima und Kulturgeschichte. Der Einfluss des Wetters auf den Gang der Geschichte |Verlag=Rowohlt Taschenbuch Verlag |Ort=Hamburg |Jahr=1994 |ISBN=3-499-55478-X}}&lt;br /&gt;
* K. Neumann:&amp;#039;&amp;#039; Vegetationsgeschichte der Ostsahara im Holozän.&amp;#039;&amp;#039; In: R. Kuper (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Forschungen zur Umweltgeschichte der Ostsahara.&amp;#039;&amp;#039; Heinrich-Barth-Institut, Köln 1989, ISBN 3-927688-02-9, S. 13–182.&lt;br /&gt;
* R. Schild, F. Wendorf, A. E. Close: &amp;#039;&amp;#039;Northern and Eastern Africa Climate Changes Between 140 and 12 Thousand Years Ago.&amp;#039;&amp;#039; In: F. Klees, R. Kuper (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;New Light on the Northeast African Past, Symposium Cologne 1990.&amp;#039;&amp;#039; Heinrich-Barth-Institut, Köln 1992, ISBN 3-927688-06-1, S. 81–98.&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=M. Schwarzbach |Titel=Das Klima der Vorgeschichte. Eine Einführung in die Paläoklimatologie |Verlag=Ferdinand Enke Verlag |Ort=Stuttgart |Jahr=1993 |ISBN=3-432-87355-7}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Titel=The New Encyclopedia Britannica |Auflage=15. |Verlag=Encyclopedia Britannica |Ort=Chicago |Jahr=1993 |ISBN=0-85229-571-5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* 22. Juli 2021, [[Zurich Insurance Group|Zurich-Versicherungen]], [https://www.zurich.com/en/knowledge/topics/flood-and-water-damage/three-common-types-of-flood zurich.com: &amp;#039;&amp;#039;Three common types of flood explained&amp;#039;&amp;#039;] (&amp;quot;Die drei üblichen Hochwasserarten&amp;quot;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Klimageschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2025-27701-47</name></author>
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