<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Plutarch_von_Athen</id>
	<title>Plutarch von Athen - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Plutarch_von_Athen"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Plutarch_von_Athen&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-09T19:33:18Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Plutarch_von_Athen&amp;diff=535061&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Meier89: /* Leben */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Plutarch_von_Athen&amp;diff=535061&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-08-05T09:35:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Leben&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Plutarch von Athen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|Πλούταρχος}} &amp;#039;&amp;#039;Plútarchos&amp;#039;&amp;#039;; * um 350; † um 432) war ein [[spätantike]]r [[Philosophie der Antike|Philosoph]] der [[Neuplatonismus|neuplatonischen]] Richtung. Er war der Gründer und erste Leiter ([[Scholarch]]) der neuplatonischen Philosophenschule in [[Athen]], die oft als „Akademie“ bezeichnet wird, da sie die Tradition der [[Platonische Akademie|Platonischen Akademie]] erneuerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das Leben Plutarchs ist wenig bekannt. Er stammte aus einer angesehenen Familie von Athen. Nach dem Verständnis der Quellenaussagen, das in der Forschung vorherrscht, trugen sein Vater und sein Großvater väterlicherseits den Namen Nestorios; der Großvater betätigte sich als [[Theurgie|Theurg]], das heißt, er befasste sich mit religiösen Praktiken, die es ermöglichen sollten, mit göttlichen Wesen in Verbindung zu treten.&amp;lt;ref&amp;gt;Zu Nestorios und dem ihm zugeschriebenen Amt eines [[Hierophant]]en siehe Thomas M. Banchich: &amp;#039;&amp;#039;Nestorius ἱεροφαντεῖν τεταγμένος&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Historia (Zeitschrift)|Historia]]&amp;#039;&amp;#039; 47, 1998, S. 360–374.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Ursprung der theurgischen Praktiken wurde auf die [[Chaldäer]] zurückgeführt. Auf diesem Gebiet verfügte Nestorios über umfassende Kenntnisse, die er seinem Enkel weitergab. Plutarch brachte seiner Tochter [[Asklepigenia]] die theurgischen Lehren bei; von Asklepigenia erlernte später der berühmte Neuplatoniker [[Proklos]] die Theurgie.&amp;lt;ref&amp;gt;Marinos von Neapolis, &amp;#039;&amp;#039;Vita Procli&amp;#039;&amp;#039; 28; siehe dazu [[Henri Dominique Saffrey]], [[Leendert Gerrit Westerink]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Proclus: Théologie platonicienne&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 1, Paris 1968, S. XXVII–XXX; Étienne Évrard: &amp;#039;&amp;#039;Le maître de Plutarque d’Athènes et les origines du néoplatonisme athénien&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;L’Antiquité Classique&amp;#039;&amp;#039; 29, 1960, S. 108–133 und 391–406, hier: 120–133.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine abweichende Deutung der Quellen vertritt [[Polymnia Athanassiadi]]. Sie meint, Plutarch habe selbst den Namen seines Vaters Nestorios als Zweitnamen getragen und die Angaben über seinen vermeintlichen Großvater seien auf seinen Vater zu beziehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Polymnia Athanassiadi (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Damascius, The Philosophical History&amp;#039;&amp;#039;, Athen 1999, S. 173 und Anm. 149.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo und bei wem Plutarch seine philosophische Ausbildung erhielt, geht aus den Quellen nicht hervor. In der Forschung sind verschiedene Hypothesen erwogen worden, von denen sich jedoch keine durchgesetzt hat.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nach einer Anekdote, die der Neuplatoniker [[Damaskios]] mitteilt, konsultierte Plutarch, als er erkrankt war, im [[Enkoimesis|Tempelschlaf]] [[Asklepios]], den Gott der Heilkunst. Asklepios riet dem Philosophen, viel Schweinefleisch zu essen. Plutarch habe sich aber nicht dazu durchringen können, das empfohlene Heilmittel zu nutzen, obwohl ihm keine traditionelle Ernährungsregel solche Nahrung verbot. Daher habe er sich, nachdem er aus dem Schlaf erwacht war, an die Statue des Gottes gewandt und um einen alternativen Vorschlag gebeten, wobei er argumentierte, es müsse doch auch für kranke Juden eine Lösung geben. Asklepios sei sogleich darauf eingegangen; die Statue habe gesprochen und ein anderes Heilmittel genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Damaskios, &amp;#039;&amp;#039;Philosophische Geschichte (Vita Isidori)&amp;#039;&amp;#039; 89, hrsg. Polymnia Athanassiadi: &amp;#039;&amp;#039;Damascius: The Philosophical History&amp;#039;&amp;#039;, Athen 1999, S. 222–225.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Erzählung zeigt den lockeren, unbefangenen Umgang des Theurgen mit der Gottheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Plutarch gründete in Athen eine neuplatonische Philosophenschule, mit der er an die Tradition der Platonischen Akademie anknüpfte. Die Bezeichnung „Akademie“ für diese Schule ist jedoch nicht korrekt; der Unterricht fand nicht auf dem Gelände der ursprünglichen Akademie [[Platon]]s statt, sondern in einem Privathaus Plutarchs, das nach seinem Tod Sitz der Schule und Wohnstätte ihres Leiters blieb. Dieses Haus identifizieren manche Archäologen mit dem „Gebäude Chi“ am Südhang der [[Akropolis (Athen)|Akropolis]], das 1955 teilweise ausgegraben wurde und „Haus des Proklos“ genannt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Arja Karivieri: &amp;#039;&amp;#039;The ‚House of Proclus’ on the Southern Slope of the Acropolis: A Contribution&amp;#039;&amp;#039;. In: Paavo Castrén (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Post-Herulian Athens&amp;#039;&amp;#039;, Helsinki 1994, S. 115–139. Eine Forschungsübersicht bietet [[Philippe Hoffmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Damascius&amp;#039;&amp;#039;. In: Richard Goulet (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Dictionnaire des philosophes antiques&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 2, Paris 1994, S. 541–593, hier: 548–555.&amp;lt;/ref&amp;gt; Vermutlich kam ein Teil von Plutarchs beträchtlichem Vermögen der Schule zugute.&amp;lt;ref&amp;gt;Zu den finanziellen Verhältnissen siehe [[Henry J. Blumenthal]]: &amp;#039;&amp;#039;529 and its Sequel: What happened to the Academy?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Byzantion&amp;#039;&amp;#039; 48, 1978, S. 369–385, hier: 373–375.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Identifizierung des Neuplatonikers Plutarch mit einem gleichnamigen inschriftlich bezeugten Wohltäter Athens, der dreimal außerordentlich großzügig zur Finanzierung der [[Panathenäen]] beitrug, ist umstritten.&amp;lt;ref&amp;gt;Befürworter der Gleichsetzung sind u.&amp;amp;nbsp;a. Thomas M. Banchich: &amp;#039;&amp;#039;Nestorius ἱεροφαντεῖν τεταγμένος&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Historia&amp;#039;&amp;#039; 47, 1998, S. 360–374, hier: S. 367 und Anm. 15 und – vorsichtig – Alison Frantz: &amp;#039;&amp;#039;The Athenian Agora&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 24: &amp;#039;&amp;#039;Late Antiquity: A.D. 267–700&amp;#039;&amp;#039;, Princeton 1988, S. 63 f. Gegenteiliger Meinung sind Henry D. Saffrey, Leendert G. Westerink (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Proclus: Théologie platonicienne&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 1, Paris 1968, S. XXX Anm. 2 und Erkki Sironen: &amp;#039;&amp;#039;Life and Administration of Late Roman Attica in the Light of Public Inscriptions&amp;#039;&amp;#039;. In: Paavo Castrén (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Post-Herulian Athens&amp;#039;&amp;#039;, Helsinki 1994, S. 15–62, hier: 46–48 (mit Wiedergabe und englischer Übersetzung des Textes der Inschrift). Vgl. Daniela Patrizia Taormina (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Plutarco di Atene. L’Uno, l’Anima, le Forme&amp;#039;&amp;#039;, Catania/Rom 1989, S. 251 f.; Henry J. Blumenthal: &amp;#039;&amp;#039;529 and its Sequel: What happened to the Academy?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Byzantion&amp;#039;&amp;#039; 48, 1978, S. 369–385, hier: 373–375.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ferner ist vermutet worden, dass zwei nur fragmentarisch inschriftlich erhaltene [[Epigramm]]e, in denen ein Platoniker gepriesen wird, auf Plutarch zu beziehen sind, doch hat diese Hypothese wenig Anklang gefunden.&amp;lt;ref&amp;gt;Fragment [[Inscriptiones Graecae|IG]] II/III&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; 12 767. Die Hypothese vertritt [[Werner Peek]]: &amp;#039;&amp;#039;Zwei Gedichte auf den Neuplatoniker Plutarch&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik]]&amp;#039;&amp;#039; 13, 1974, S. 201–204; zustimmend äußert sich Henry J. Blumenthal: &amp;#039;&amp;#039;529 and its Sequel: What happened to the Academy?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Byzantion&amp;#039;&amp;#039; 48, 1978, S. 369–385, hier: 374 f., skeptisch Daniela Patrizia Taormina (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Plutarco di Atene. L’Uno, l’Anima, le Forme&amp;#039;&amp;#039;, Catania/Rom 1989, S. 252, ablehnend Alison Frantz: &amp;#039;&amp;#039;The Athenian Agora&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 24: &amp;#039;&amp;#039;Late Antiquity: A.D. 267–700&amp;#039;&amp;#039;, Princeton 1988, S. 64 Anm. 48.&amp;lt;/ref&amp;gt;          &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Plutarch starb um 432 in hohem Alter. Sein Nachfolger als Leiter der Schule wurde sein Schüler [[Syrianos]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Plutarchs Werke sind bis auf Fragmente verloren. Es handelt sich um Kommentare zu Platons Dialog &amp;#039;&amp;#039;[[Parmenides (Platon)|Parmenides]]&amp;#039;&amp;#039; und zur Schrift &amp;#039;&amp;#039;[[De anima]]&amp;#039;&amp;#039; („Über die Seele“) des [[Aristoteles]], wahrscheinlich auch zu Platons &amp;#039;&amp;#039;[[Gorgias (Platon)|Gorgias]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Heinrich Dörrie]], [[Matthias Baltes]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Platonismus in der Antike&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 3, Stuttgart-Bad Cannstatt 1993, S. 195 Anm. 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;, vielleicht auch zum &amp;#039;&amp;#039;[[Phaidon]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe dazu Daniela Patrizia Taormina (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Plutarco di Atene. L’Uno, l’Anima, le Forme&amp;#039;&amp;#039;, Catania/Rom 1989, S. 137 f., 238–240 und Heinrich Dörrie, Matthias Baltes: &amp;#039;&amp;#039;Der Platonismus in der Antike&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 3, Stuttgart-Bad Cannstatt 1993, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Kommentar zu &amp;#039;&amp;#039;De anima&amp;#039;&amp;#039; kritisiert er einen früheren Kommentator, den [[Peripatos|Peripatetiker]] [[Alexander von Aphrodisias]], dem er vorwirft, die authentische Lehre des Aristoteles verfälscht zu haben.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lehre ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Plutarch befasst sich in erster Linie mit der Deutung der Lehren Platons und des Aristoteles. Gemäß dem im spätantiken Neuplatonismus vorherrschenden Verständnis der Philosophiegeschichte geht er von einem grundsätzlichen Einklang der platonischen und der aristotelischen Philosophie aus und interpretiert Aristoteles in diesem Sinne. Unklar ist seine Einstellung zu den verschiedenen Richtungen im Neuplatonismus; manche Forscher – vor allem Rudolf Beutler und Étienne Évrard – meinen, dass Plutarchs Verhältnis zur von [[Iamblichos von Chalkis]] geprägten Strömung des Neuplatonismus distanziert war, andere glauben, dass er an das Gedankengut des Iamblichos anknüpfte.&amp;lt;ref&amp;gt;Die letztere Ansicht vertritt beispielsweise Dominic J. O’Meara: &amp;#039;&amp;#039;Pythagoras Revived&amp;#039;&amp;#039;, Oxford 1989, S. 109–111; ähnlich urteilt Daniela Patrizia Taormina (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Plutarco di Atene. L’Uno, l’Anima, le Forme&amp;#039;&amp;#039;, Catania/Rom 1989, S. 16–19, 26–28, 38 f., 54 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Évrard vermutet einen Einfluss des [[Porphyrios]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Auslegung von Platons &amp;#039;&amp;#039;Parmenides&amp;#039;&amp;#039; nimmt Plutarch in der strittigen Frage der Anzahl der dort vorgetragenen Hypothesen an, dass es neun Beweisgänge sind (die heutige Forschung geht von acht aus). In den ersten fünf Hypothesen sieht er wahre Aussagen (richtige Folgerungen aus zutreffenden Annahmen), in den Hypothesen 6–9 absurde Konsequenzen aus unzutreffenden Behauptungen. Er meint, die Untersuchung der Hypothesen 6–9 diene der Überprüfung der ihnen entgegengesetzten Hypothesen 2–5 und bestätige deren Richtigkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Zu den verschiedenen Hypothesenordnungen bei den Neuplatonikern siehe Henry D. Saffrey, Leendert G. Westerink (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Proclus: Théologie platonicienne&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 1, Paris 1968, S. LXXV–LXXXIX, speziell zu Plutarchs Modell S. LXXXIV–LXXXVI.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der [[Ontologie|ontologischen]] Stufenordnung entspreche eine abgestufte Ordnung der Erkenntnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der umstrittenen Frage nach der Beschaffenheit und Aktivität des menschlichen [[Nous]] (Intellekts) vertritt Plutarch die Meinung, es handle sich um einen einfachen (nicht doppelten) und nicht ununterbrochen tätigen Intellekt.&amp;lt;ref&amp;gt;Henry J. Blumenthal: &amp;#039;&amp;#039;Neoplatonic elements in the de Anima commentaries&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Richard Sorabji]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Aristotle Transformed. The Ancient Commentators and Their Influence&amp;#039;&amp;#039;, 2., überarbeitete Auflage, London 2016, S. 327–348, hier: 334–339. Vgl. zu der problematischen Überlieferung der Nouslehre Plutarchs [[Christian Tornau]]: &amp;#039;&amp;#039;Bemerkungen zu Stephanos von Alexandria, Plotin und Plutarch von Athen&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Elenchos (Zeitschrift)|Elenchos]]&amp;#039;&amp;#039; 28, 2007, S. 105–127, hier: 114–127.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der &amp;#039;&amp;#039;phantasía&amp;#039;&amp;#039; (Vorstellungskraft) weist Plutarch eine Mittelstellung zwischen dem Nous und der &amp;#039;&amp;#039;aísthēsis&amp;#039;&amp;#039; (Sinneswahrnehmung) zu.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe dazu Rudolf Beutler: &amp;#039;&amp;#039;Plutarchos von Athen&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft&amp;#039;&amp;#039; (RE), Bd. XXI,1, Stuttgart 1951, Sp. 962–975, hier: 966 f.; Henry J. Blumenthal: &amp;#039;&amp;#039;Plutarch’s Exposition of the De anima and the Psychology of Proclus&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;De Jamblique à Proclus&amp;#039;&amp;#039;, Genève 1975, S. 123–151, hier: 133 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die &amp;#039;&amp;#039;phantasia&amp;#039;&amp;#039; wird nach Plutarchs Lehre durch eine konkrete Sinneswahrnehmung aktiviert, aber die Vorstellungen werden nicht nur – wie nach der Definition des Aristoteles – von der Aktivität der Sinnesorgane bewirkt; vielmehr ist an ihrer Erzeugung der auf die &amp;#039;&amp;#039;phantasia&amp;#039;&amp;#039; einwirkende Verstand beteiligt. Die Vorstellungskraft ist auch im Traum aktiv; sie gehört zu den ursächlichen Seelenfähigkeiten, die Veränderungen herbeiführen. Höheren (lernfähigen) Tieren schreibt Plutarch diese Fähigkeit zu, nicht aber niederen Arten wie Würmern und Raupen. Eine Bewegung verursachen kann die &amp;#039;&amp;#039;phantasia&amp;#039;&amp;#039; jedoch nicht von sich aus, sondern nur mit Beteiligung kognitiver Fähigkeiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Lautner: &amp;#039;&amp;#039;Plutarch of Athens on κοινὴ αἴσϑησις and Phantasia&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Ancient Philosophy&amp;#039;&amp;#039; 20, 2000, S. 425–446, hier: 438–445.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Plutarchs Schülern gehörten sein Nachfolger Syrianos, seine Tochter Asklepigeneia und der Neuplatoniker [[Hierokles von Alexandria (Neuplatoniker)|Hierokles von Alexandria]]. Sein berühmtester Schüler war [[Proklos]], den er sehr schätzte. Proklos traf aber erst um 431 als etwa Neunzehnjähriger in Athen ein und konnte daher nur kurze Zeit bei dem bereits betagten Plutarch, der rund zwei Jahre später starb, studieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Plutarchs Werke fanden bei den spätantiken Neuplatonikern viel Beachtung. Sein Kommentar zu Aristoteles’ &amp;#039;&amp;#039;De anima&amp;#039;&amp;#039; wurde von [[Simplikios]], [[Johannes Philoponos]], [[Priskianos Lydos]] und [[Ammonios Hermeiou]] verwendet; Ammonios wandte sich gegen seine dort dargelegte Nouslehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Renaissance]] griff der [[Renaissance-Humanismus|Humanist]] [[Marsilio Ficino]] auf die neuplatonische Tradition der Spätantike zurück und rühmte Plutarch als hervorragenden Platoniker und &amp;#039;&amp;#039;Parmenides&amp;#039;&amp;#039;-Kommentator. Dabei unterlief ihm aber ein schwerwiegender Irrtum: Er erkannte nicht, dass der Neuplatoniker Plutarch von Athen eine andere Person ist als der weit berühmtere [[Mittelplatonismus|Mittelplatoniker]] [[Plutarch|Plutarch von Chaironeia]]. Daher schrieb er die &amp;#039;&amp;#039;Parmenides&amp;#039;&amp;#039;-Kommentierung Plutarch von Chaironeia zu, dem er infolgedessen zu Unrecht eine Schlüsselrolle in der Geschichte der Deutung dieses Dialogs zuwies.&amp;lt;ref&amp;gt;Anna De Pace: &amp;#039;&amp;#039;Ficino e Plutarco: storia di un equivoco&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Rivista di storia della filosofia&amp;#039;&amp;#039; 51, 1996, S. 113–135.&amp;lt;/ref&amp;gt;     &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellensammlung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Daniela Patrizia Taormina (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Plutarco di Atene. L’Uno, l’Anima, le Forme&amp;#039;&amp;#039;. Università di Catania, Catania und L’Erma di Bretschneider, Rom 1989, ISBN 88-7062-696-2 (Zusammenstellung der Quellentexte mit italienischer Übersetzung und Kommentar)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{RE|XXI,1|962|975|Plutarchos von Athen|[[Rudolf Beutler]]}}&lt;br /&gt;
* Étienne Évrard: &amp;#039;&amp;#039;Le maître de Plutarque d’Athènes et les origines du néoplatonisme athénien&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[L’Antiquité classique|L’Antiquité Classique]].&amp;#039;&amp;#039; Band 29, 1960, S. 108–133 und 391–406&lt;br /&gt;
* Angela Longo: &amp;#039;&amp;#039;Plutarch of Athens.&amp;#039;&amp;#039; In: Lloyd P. Gerson (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Cambridge History of Philosophy in Late Antiquity.&amp;#039;&amp;#039; Band 2, Cambridge University Press, Cambridge 2010, ISBN 978-0-521-19484-6, S. 608–615, 1121 f.&lt;br /&gt;
* [[Concetta Luna]], Alain-Philippe Segonds: &amp;#039;&amp;#039;Plutarque d&amp;#039;Athènes&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Richard Goulet]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Dictionnaire des philosophes antiques&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 5, Teil 2, CNRS Éditions, Paris 2012, ISBN 978-2-271-07399-0, S. 1076–1096&lt;br /&gt;
* [[Matthias Perkams]]: &amp;#039;&amp;#039;Plutarch von Athen.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Christoph Riedweg]] u. a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Philosophie der Kaiserzeit und der Spätantike&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Grundriss der Geschichte der Philosophie]]. Die Philosophie der Antike.&amp;#039;&amp;#039; Band 5/3). Schwabe, Basel 2018, ISBN 978-3-7965-3700-4, S. 1870–1874, 2126 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118792598|LCCN=n93005890|VIAF=77111951}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Plutarch #Athen}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph (Spätantike)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Neuplatoniker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Grieche (Antike)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren im 4. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben im 5. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Plutarch von Athen&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Plutarchos von Athen&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=spätantiker griechischer Philosoph&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=um 350&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=um 432&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Meier89</name></author>
	</entry>
</feed>