<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Pleite</id>
	<title>Pleite - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Pleite"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Pleite&amp;action=history"/>
	<updated>2026-05-29T16:11:23Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Pleite&amp;diff=67774&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Ulf Heinsohn: /* Einzelnachweise */ +kat</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Pleite&amp;diff=67774&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-10-19T04:55:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Einzelnachweise: &lt;/span&gt; +kat&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Weiterleitungshinweis|Pleitegeier}}&lt;br /&gt;
{{Dieser Artikel|behandelt die Pleite als Zahlungsunfähigkeit. Zum spanischen Politiker siehe [[Willy Meyer Pleite]].}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pleite&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet umgangssprachlich die [[Zahlungsunfähigkeit]] ([[Insolvenz]]) oder [[Bankrott]] einer Person oder eines Unternehmens, besonders in den festen Wendungen „Pleite machen“ (hier als [[Substantiv]]), „pleite gehen“ und „pleite sein“ (hier [[adjektiv]]isch), in einem allgemeineren Sinne bisweilen auch so viel wie „Misserfolg, Niederlage, Reinfall“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der &amp;#039;&amp;#039;Pleite&amp;#039;&amp;#039; abgeleitet ist der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pleitegeier&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; als sprichwörtliches Sinnbild für den Konkurs sowie die spöttische Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pleitier&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; für einen insolventen Geschäftsmann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;#039;&amp;#039;Pleite&amp;#039;&amp;#039; stellt eine [[Lehnwort|Entlehnung]] aus dem [[Jiddisch]]en dar; über das [[Rotwelsch]]e, also der mit vielen jiddischen Wörtern gespickten Geheim- bzw. Sondersprache der [[Fahrendes Volk|Fahrenden]], Bettler und anderer sozialer Randgruppen, gelangte es gegen Mitte des 19. Jahrhunderts ins [[Berliner Dialekt|Berlinerische]] und verbreitete sich von hier rasch im gesamten deutschen Sprachraum. Zugrunde liegt [[jiddisch]] פּלטה (&amp;#039;&amp;#039;plejte&amp;#039;&amp;#039;), das eigentlich „Flucht“ bedeutet, und letztlich [[Hebräische Sprache|hebräisch]] פְּלֵטָה (&amp;#039;&amp;#039;pəlēṭā&amp;#039;&amp;#039;), „Flucht, Entkommen, Entrinnen aus einer Notlage“. Der Bedeutungswandel erklärt sich dadurch, dass die [[Redensart]] &amp;#039;&amp;#039;plejte makhen&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;plejte gejen&amp;#039;&amp;#039; im Jiddischen zunächst nicht die Zahlungsunfähigkeit an sich bezeichnete, sondern die Flucht eines Schuldners, der sich seinen Gläubigern (oder der [[Schuldgefängnis|Schuldhaft]]) zu entziehen sucht; auch im Rotwelschen bedeutete &amp;#039;&amp;#039;Blade machen&amp;#039;&amp;#039; (für das 18. Jahrhundert bezeugt) noch so viel wie „fliehen, sich aus dem Staub machen.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache |Stichwort=Pleite |Kommentar=Dort angegebene Etymologie textgleich mit dem Eintrag in [[Wolfgang Pfeifer (Etymologe)|Wolfgang Pfeifer]]: &amp;#039;&amp;#039;Etymologisches Wörterbuch des Deutschen.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Akademie-Verlag, Berlin 1993}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[Niederländische Sprache|Niederländischen]], das das Wort ebenfalls aus dem Jiddischen entlehnte, hat sich diese ältere Bedeutung behauptet; &amp;#039;&amp;#039;pleite&amp;#039;&amp;#039; bedeutet hier zumeist schlicht „weg, fort“, gerade auch in den Wendungen &amp;#039;&amp;#039;pleite gaan&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;pleite maken&amp;#039;&amp;#039; „fortgehen, weglaufen, sich verdrücken“, während der Wortsinn „bankrott“ zunehmend ungebräuchlich ist.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dbnl.org/tekst/stoe002nede01_01/stoe002nede01_01_1907.php &amp;#039;&amp;#039;Pleite zijn (of gaan).&amp;#039;&amp;#039;] In: F. A. Stoett: &amp;#039;&amp;#039;Nederlandsche spreekwoorden, spreekwijzen, uitdrukkingen en gezegden.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. W.J. Thieme &amp;amp; Cie, Zutphen 1923-1925.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://etymologiebank.nl/trefwoord/pleite &amp;#039;&amp;#039;pleite (weg, ervandoor).&amp;#039;&amp;#039;] In: Marlies Philippa et al.: &amp;#039;&amp;#039;Etymologisch Woordenboek van het Nederlands.&amp;#039;&amp;#039; Amsterdam University Press, Amsterdam 2003–2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Deutschen mag sich diese ursprüngliche Bedeutung in der bereits seit dem 16. Jahrhundert bezeugten Redensart „flöten gehen“ („abhandenkommen, verloren gehen“) erhalten haben, das sich einer Hypothese zufolge ebenfalls von hebr. פְּלֵטָה herleiten soll.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache |Stichwort=flöten gehen |Kommentar=Dort angegebene Etymologie textgleich mit dem Eintrag in Wolfgang Pfeifer: &amp;#039;&amp;#039;Etymologisches Wörterbuch des Deutschen.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Akademie-Verlag, Berlin 1993}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der „Pleitegeier“ als Sinnbild des Bankrotts wurde bereits vor 1900 sprichwörtlich und stellt eine [[Verballhornung]] des jiddischen &amp;#039;&amp;#039;plejte gejer&amp;#039;&amp;#039; dar, das wortwörtlich schlicht „Pleite-Geher“ bedeutet, also ursprünglich nichts mit [[Geier (Vogel)|Geiern]] zu tun hat. Die [[Volksetymologie|volksetymologische]] Umdeutung erklärt sich wohl dadurch, dass Geier als Aasfresser in der Volkskultur von jeher schlecht beleumundet waren und als schmutzig, insbesondere aber als habgierig galten; schon das deutsche Wort „Geier“ geht auf dasselbe [[Etymon|Wurzelwort]] zurück wie die „Gier“ und der „Geiz.“ Als „Pleitegeier“ wird heute indes seltener der Pleitier selbst bezeichnet, vielmehr heißt es über ihn (oder ein konkursbedrohtes Unternehmen etc.), dass über ihm die „Pleitegeier kreisen“ wie Geier über einem verendenden Tier. Im Kontext der [[Staatsverschuldung]] wird in Deutschland und Österreich zudem häufig der Bundesadler als Pleitegeier [[Karikatur|karikiert]], schon im Dritten Reich soll der Reichsadler spöttisch so genannt worden sein. Auch das Pfandsiegel der Gerichtsvollziehers, auf dem dieses Hoheitszeichen prangt, soll bisweilen als Pleitegeier bezeichnet worden sein, gebräuchlicher hierfür ist aber „[[Kuckuck]].“&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Pleite.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Friedrich Kluge]], [[Elmar Seebold]]: &amp;#039;&amp;#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&amp;#039;&amp;#039; 25., aktualisierte und erweiterte Auflage. De Gruyter, Berlin/New York 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf das späte 20. Jahrhundert datiert die pseudofranzösische Wortschöpfung „Pleitier“ (angelehnt an „[[Privatbankier|Bankier]]“, „[[Rentier (Person)|Rentier]]“ usw.) als scherz- oder boshafte Bezeichnung für einen insolventen Unternehmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Bankrott]]&lt;br /&gt;
* [[Fiasko]]&lt;br /&gt;
* [[Liste deutscher Wörter aus dem Hebräischen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4137804-0}}&lt;br /&gt;
* {{Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache |Stichwort=Pleite}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4137804-0|LCCN=sh85011601|NDL=00562989}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Armut]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Insolvenzrecht (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hebräische Phrase]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Ulf Heinsohn</name></author>
	</entry>
</feed>