<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Pithekoussai</id>
	<title>Pithekoussai - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Pithekoussai"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Pithekoussai&amp;action=history"/>
	<updated>2026-05-22T08:00:15Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Pithekoussai&amp;diff=925738&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;RobertLechner: /* Einzelnachweise */ kat</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Pithekoussai&amp;diff=925738&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-01-27T18:42:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Einzelnachweise: &lt;/span&gt; kat&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Coordinate|article=DMS|map=|NS=40/45/20/N|EW=13/52/59.4/E|type=landmark|dim=|region=IT-NA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Capri and Ischia map.png|mini|320px|Die Insel Ischia in der Nähe von Neapel, Italien]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pithekoussai&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|Πιθηκοῦσσαι}}) ist eine antike Stadt auf der Insel [[Ischia (Insel)|Ischia]] im Mittelmeer. Es handelt sich um eine Gründung der [[Antikes Griechenland|Griechen]] im westlichen [[Mittelmeerraum]], die für die Forschung hohe Bedeutung bezüglich des Themas [[Griechische Kolonisation|griechischen Kolonisation]] hat. Diese Siedlung wurde etwa 770 v.&amp;amp;nbsp;Chr. gegründet. Nach einigen Jahrzehnten der [[Prosperität]] versank sie an der Wende des 8. zum 7.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. in die Bedeutungslosigkeit. Ob man Pithekoussai für die erste [[Kolonie]] halten kann, ist in der Forschung allerdings umstritten, da nicht eindeutig ist, ob es sich bei Pithekoussai um eine Kolonie &amp;#039;&amp;#039;([[apoikia]])&amp;#039;&amp;#039; oder einen Handelsstützpunkt &amp;#039;&amp;#039;([[emporion]])&amp;#039;&amp;#039; handelt. Unabhängig davon steht fest, dass diese Stadt eine wichtige Brücke für den Austausch zwischen dem Osten und dem Westen des Mittelmeerraumes dargestellt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellenlage ==&lt;br /&gt;
Über Pithekoussai berichten antike Schriftquellen nur spärlich. Außer den kurzen Beschreibungen bei [[Strabon]] und [[Livius]], Autoren aus der Zeit des Kaisers [[Augustus]], gibt es über die Siedlung kaum Notizen. Die Aufzeichnungen beider Autoren sind erst etwa acht Jahrhunderte nach der Gründung von Pithekoussai entstanden und haben deshalb nur begrenzten historischen Wert für die Frühzeit der Ortschaft. Die wichtigste Quelle für unser Wissen von Pithekoussai stellt, wie bei vielen anderen frühen Gründungen der Griechen, die [[Archäologie|archäologische]] Feldforschung dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literarische Quellen ===&lt;br /&gt;
Die wichtigsten antiken schriftlichen Quellen sind die beiden folgenden kurzen Erwähnungen der Schriftsteller Strabon und Livius:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Pithecussae war einmal von Bewohnern aus [[Eretria]] und [[Chalkis]] bewohnt, die, obwohl sie dort aufgrund der Fruchtbarkeit des Bodens und dank der Goldminen zu Wohlstand gekommen waren, die Insel als Ergebnis von Streitigkeiten vernachlässigten; später wurden sie auch von der Insel durch Erdbeben vertrieben, sowie durch Ausbrüche von Feuer, Meer und heißen Wassern; (…). Daher rührt auch der Mythos, nach welchem [[Typhon (Mythologie)|Typhon]] unter dieser Insel liegt, und wenn er seinen Körper wendet, brechen Flammen und Wasser aus, und manchmal sogar kleine Inseln, die siedend heißes Wasser enthalten.|Quelle=&amp;#039;&amp;#039;Strabon&amp;#039;&amp;#039;, V, 5.9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|[[Palaeopolis]] lag nicht weit von der Stelle, wo jetzt [[Neapel]] liegt. In beiden Städten wohnte dasselbe Volk. Es stammte aus [[Cumae]]; die Cumaner führen ihren Ursprung auf das euböische [[Chalkis]] zurück. Durch die Flotte, auf der sie aus ihrer Heimat herangekommen waren, besaßen sie große Macht an der Küste des Meeres, an dem sie wohnten; sie war zuerst auf den Inseln [[Aenaria]] und Pithecussae gelandet und hatten dann gewagt, ihre Wohnsitze auf das Festland zu verlegen.&lt;br /&gt;
 |Quelle=&amp;#039;&amp;#039;Livius&amp;#039;&amp;#039;, VIII, 22.5–6&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Behauptung von Strabon, dass sich auf Ischia ein fruchtbarer Boden befindet, entspricht allerdings nicht ganz den Tatsachen, weil der Boden Ischias auch in der Antike nur sehr wenig [[Humus]] enthielt. Von einem besonders fruchtbaren Boden, der eine Stadt wie Pithekoussai hinreichend mit Nahrungsmitteln hätte versorgen und dieser sogar hätte zu Reichtum verhelfen können, kann im Fall von Ischia nicht die Rede sein. Auch die Erwähnung der Goldgruben bei Strabon bleibt rätselhaft, da nirgendwo auf der Insel Gold nachgewiesen werden konnte. Die Beschreibung von Erdbeben und vulkanischer Tätigkeit entspricht dagegen vollkommen den geomorphologischen Gegebenheiten auf Ischia.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ridgway&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Ridgway&amp;#039;&amp;#039; 1984, S. 47–49&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Archäologische Quellen ===&lt;br /&gt;
Neben den Erkenntnissen aus der geographischen Lage dieser Siedlung und der geologischen Bodenbeschaffenheit der Insel Ischia sind für die Erforschung von Pithekoussai archäologische [[Ausgrabungen]] von immenser Wichtigkeit. Nur wenige griechische Kolonien im Westen sind diesbezüglich so gründlich erforscht worden. Von 1952 bis 1982 wurden bei [[Lacco Ameno]] archäologische Forschungen unter Leitung von [[Giorgio Buchner]] durchgeführt. Die Archäologen konzentrierten sich bei ihrer Arbeit auf drei Gebiete: Die [[Nekropolis]] im Tal San Montano, die [[Akropolis]] von Pithekoussai auf dem Osthang des Monte di Vico und das metallurgische Viertel im Gebiet von Mazzola auf dem Hügel von Mezzavia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Nekropolis ====&lt;br /&gt;
Dabei sind die archäologischen Befunde aus der Nekropolis am bedeutendsten, nicht zuletzt deshalb, weil die Gräber bei ihrer Entdeckung praktisch intakt waren. Allerdings stellte die Nekropolis die Archäologen vor eine schwere Aufgabe: Sie befindet sich nämlich in einer [[Thermalquelle|thermalen]] Zone, und deswegen steigt die Temperatur, je tiefer man sich unter der Erdoberfläche befindet. Bei den am tiefsten gelegenen Gräbern – die gleichzeitig die ältesten sind – in etwa sieben Meter unter der Erdoberfläche, wurde eine Temperatur bis zu 63&amp;amp;nbsp;Grad Celsius gemessen. Insbesondere Keramik, die in diesen Gräbern gefunden wurde, hatte eine weiche, ledrige Konsistenz. Insgesamt wurde ungefähr ein Zehntel der Nekropolis gründlich untersucht und dabei etwa 1300&amp;amp;nbsp;Gräber entdeckt. Bis heute wurden allerdings nur die Gräber 1–723 systematisch beschrieben. Die Ausgrabungen der Nekropolis lieferten umfangreiches, historisch interessantes Material.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt wurden während der Ausgrabungen fünf unterschiedliche Typen von Gräbern festgestellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Beerdigung in Gräbern mit Beigaben 39 % (194&amp;amp;nbsp;Gräber)&lt;br /&gt;
# Beerdigungen in [[Amphore]]n mit oder ohne Beigaben 27 % (131&amp;amp;nbsp;Gräber)&lt;br /&gt;
# Beerdigung in Gräbern ohne Beigaben 16 % (81&amp;amp;nbsp;Gräber)&lt;br /&gt;
# Feuerbestattung unter Grabhügel mit Beigaben 15 % (73&amp;amp;nbsp;Gräber)&lt;br /&gt;
# Feuerbestattung unter Grabhügel ohne Beigaben 3 % (14&amp;amp;nbsp;Gräber)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ridgway2&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Ridgway&amp;#039;&amp;#039; 1984, S. 60–61&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse der Gräber bietet den Forschern wichtige Hinweise auf die gesellschaftliche Struktur in Pithekoussai (siehe unten). Zu den bedeutendsten Entdeckungen aus der Nekropolis gehören vor allem der so genannte [[Nestorbecher]], die Darstellung eines Schiffbruches auf einer Tonscherbe lokalen Typus, [[Skarabäus|Skarabäen]] aus [[Ägyptische Fayence|Fayence]] ägyptischer Provenienz, [[Siegel]] aus [[Syrien]] oder [[Kilikien]], Keramik „[[Griechische Vasenmalerei#Orientalisierende Phase|früh-protokorinthischen]]“ Stils und nordsyrische [[Aryballos|Aryballoi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Akropolis ====&lt;br /&gt;
Auch die Ausgrabungen auf der Akropolis von Pithekoussai auf dem Monte di Vico, die im Jahr 1965 durchgeführt wurden, boten viele neue Kenntnisse über die Siedlung. Anlass für die Ausgrabungen war die Entdeckung einer archäologischen Fundstätte, einer großen Schlucht, die eine große Menge an Keramik und anderer Materialien aus dem 8.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. enthielt und bei der Konstruktion einer großen Villa auf dem Monte di Vico an Licht kam.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ridgway3&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Ridgway&amp;#039;&amp;#039; 1984, S. 96–97.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt wurden mehr als 10.000&amp;amp;nbsp;Keramikfragmente aus der [[Euböa|euböischen]] Periode entdeckt. Zu den bedeutendsten Funden gehören [[Kotyle|Kotylai]] vom Typus Aetos 666, die nur vor 750 v.&amp;amp;nbsp;Chr. in Umlauf waren und deshalb darauf hindeuten, dass Pithekoussai schon in der ersten Hälfte des 8.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts v.&amp;amp;nbsp;Chr. entstanden ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Buchner&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Buchner&amp;#039;&amp;#039; 1963, S. 264–266.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf der Akropolis wurde auch eine große Anzahl an kleinen Resten von Eisen und von sogenannten [[tuyère]]s gefunden, Keramikrohren, mit denen man bei der Erzeugung von Eisen Luft ins Feuer blies. Außerdem wurde auch ein Stück [[Eisenerz]] gefunden, das nachweislich von der Insel [[Elba]] stammt, und zwar aus einem Gebiet, das schon in der Antike für die Gewinnung von Eisenerz bekannt war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ridgway4&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Ridgway&amp;#039;&amp;#039; 1984, S. 104–105.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das metallurgische Viertel Mezzavia ====&lt;br /&gt;
In den Jahren 1969–1971 wurden archäologische Arbeiten im Gebiet von Mazzola durchgeführt, das außerhalb der Vorgebirge von Monte di Vico liegt und somit zur Peripherie von Pithekoussai zu zählen ist. Dieser mindestens 500&amp;amp;nbsp;Meter lange suburbane Komplex beinhaltet eine Reihe von gesonderten Komplexen, die im Laufe des ersten Viertels des 7.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts v.&amp;amp;nbsp;Chr. verlassen wurden. Davon wurden drei untersucht, aber nur einer systematisch ausgegraben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den untersuchten Komplexen sind insgesamt vier Strukturen erkennbar, unter denen wahrscheinlich nur das Gebäude Nr. I als Wohnung gedient hat. Ein gut erhaltener [[Tiegel (Gefäß)|Tiegel]] im Küchenraum deutet darauf hin, dass dieser Komplex möglicherweise infolge einer Katastrophe schnell verlassen wurde. Eventuell war – in Anlehnung an Strabon (siehe oben) – ein Erdbeben der Anlass. In den Resten des Gebäudes Nr. III wurden viele kleine Stücke Eisen und Reste von einer Schmiede gefunden. Im Gebäude Nr. IV wurde eine weitere Schmiede entdeckt und zwei glatte und harte Steinflächen, die vermutlich als Amboss gedient haben. Aufgrund dieser Funde ist zu vermuten, dass im Viertel von Mezzavia eine intensive Metallverarbeitung betrieben wurde. Eisen war dabei nicht das einzige Metall, das verarbeitet wurde: Es wurden auch Reste von Bronze und Blei entdeckt.&lt;br /&gt;
Neben den verschiedenen Hinweisen auf Metallverarbeitung wurden in Mezzavia diverse Keramikreste entdeckt: Einen der bedeutendsten Funde stellt hierbei der sogenannte Nestorbecher dar, auf dem die älteste bisher bekannte [[Altgriechische Sprache|griechische]] [[griechisches Alphabet|Alphabet]]-Inschrift angebracht ist. Diese Scherbe stammt aus dem späten 8.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ridgway5&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Ridgway&amp;#039;&amp;#039; 1984, S. 112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pithekoussai allgemein ==&lt;br /&gt;
=== Gründung und Funktion der Siedlung ===&lt;br /&gt;
Die Erkenntnisse aus geographischen, geologischen und den archäologischen Forschungen erlauben einige Hypothesen über die Gründe zur Entstehung von Pithekoussai. Ein Blick auf eine Karte des Mittelmeerraumes führt logischerweise zur Frage, warum Pithekoussai in einer so großen Distanz zu den Mutterstädten auf der Insel [[Euböa]] entstanden ist. Eine plausible Antwort bieten die schon erwähnten Funde von Eisen, u.&amp;amp;nbsp;a. von Eisenerz aus Elba auf der Akropolis und im metallurgischen Viertel Mezzavia. So kann vermutet werden, dass einer der wichtigsten Gründe für die Gründung von Pithekoussai das Interesse der Euböer am Metall der [[Etrusker]] gewesen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese These wird auch durch folgende Erkenntnisse gestützt: Wie erwähnt, ist der Boden auf Ischia außer für Weinanbau für die Landwirtschaft nicht geeignet. So kann ausschlossen werden, dass der Grund für die Entstehung von Pithekoussai Landsuche – wie im Fall von vielen anderen Kolonien, beispielsweise [[Kyrene]] – gewesen ist. Außerdem beweisen die zahlreichen Funde von Keramik aus verschiedenen Teilen des Mittelmeerraums, dass Pithekoussai ein wichtiges Handelszentrum war. Das metallurgische Viertel von Mazzola zeigt allerdings, dass Pithekoussai nicht nur ein Handels-, sondern auch ein industrielles Zentrum war,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Buchner2&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Buchner&amp;#039;&amp;#039;1972, S. 373.&amp;lt;/ref&amp;gt; was durch viele weitere griechische Gründungen auf dem Weg zum [[Golf von Neapel]] gestützt wird: „Die (…) Koloniegründungen in [[Korkyra]] ([[Eretria]]), [[Naxos (Sizilien)|Naxos]], [[Zankle]], [[Messana]] und [[Reggio Calabria|Rhegion]] (durch [[Chalkis]]) liegen (…) nicht zufällig an wesentlichen Etappen des Seeweges vom korinthischen Golf nach Pithekoussai – einem Weg, dem [[Korinth (antike Stadt)|Korinth]] mit Eroberung Korkyras, der Gründung von [[Syrakusai]] und seinen späteren Gründungen an der [[Adriatisches Meer|Adria]] ([[Leukas]], [[Ambrakia]], [[Anaktrion]]) ebenso folgte wie [[Megara]] und besonders die Gemeinden [[Achaia]]s, die [[Crotone|Kroton]] und [[Sybaris]] im Golf von [[Tarent]] gründeten. Sybaris dürfte nicht zufällig an der kürzesten Landverbindung zwischen dem Golf von Tarent und dem [[Tyrrhenisches Meer|Tyrrhenischen Meer]] liegen – was die gefährliche Durchquerung der [[Straße von Messina]] vermied und ihm sprichwörtlichen Reichtum verschaffte (…).“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Boardman&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Boardman&amp;#039;&amp;#039;1981, S. 663&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Emporion oder Apoikie? ===&lt;br /&gt;
Eine wichtige, wissenschaftlich bislang ungeklärte Frage ist, ob es sich bei Pithekoussai um einen Handelsstützpunkt, ein [[Emporion]], oder um eine Kolonie, eine [[Apoikia]], handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell definiert man die beiden Begriffe folgendermaßen: Während ein Emporion als Marktumschlagplatz einen heterogenen, möglicherweise auf mehrere Städte zurückgehenden Ursprung hat und durch eine gemischte Population gekennzeichnet ist, handelt es sich im Fall einer Apoikia um eine autarke Stadt als Gründung einer einzelnen griechischen Polis, mit allen Implikationen, die dies mit sich bringt. Pithekoussai hatte zwar eine gemischte Population, aber keinen heterogenen Ursprung. Deswegen lässt sich die Stadt eindeutig weder als Emporion noch als Apoikia bezeichnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Gründung von Pithekoussai war die griechische [[Polis]] als organisatorisches Gebilde wahrscheinlich noch nicht entwickelt. Selbst Korinth war noch um das Jahr 730 v.&amp;amp;nbsp;Chr. nur ein Konglomerat von Dörfern. Deswegen kann Pithekoussai nicht als eine Kolonie im vollen Wortsinn bezeichnet werden. Allerdings ist die Diskussion bis heute nicht abgeschlossen, da noch nicht alle Spezifika der Begriffe Emporion und Apoikia klar definiert werden konnten. Sicher ist, dass in der neueren Literatur der Begriff Emporion als Bezeichnung von Pithekoussai bevorzugt wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;De Iuliis&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;De Iuliis&amp;#039;&amp;#039; 1996, S. 48&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Soziale Struktur ===&lt;br /&gt;
Mit Hilfe der Ausgrabungen aus der Nekropolis lassen sich bestimmte Hypothesen über die soziale Struktur der Stadt aufstellen, wie z.&amp;amp;nbsp;B. dass Erwachsene, die ohne Beigaben bestattet wurden, in der Gesellschaft einen niedrigeren Rang einnahmen, und dass es wohl in Pithekoussai mindestens zwei unterschiedliche soziale Klassen gab. Ebenfalls lässt sich vermuten, dass Kinder in der Gesellschaft ein niedrigeres Ansehen als Erwachsene hatten, da sie weniger Beigaben erhielten. Da jedoch die Bedeutung von Grabbeigaben in Pithekoussai nicht eindeutig gesichert ist, haben die obigen Vermutungen nur einen begrenzten Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Pithekoussai und ihre Mutterstädte Chalkis und Eretria ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Lelantischer Krieg.svg|mini|[[Chalkis]] und [[Eretria]] auf der [[Lelantische Ebene|Lelantischen Ebene]]]]&lt;br /&gt;
Pithekoussai wurde von ihren Mutterstädten vor allem aus Handelsinteressen gegründet. Funde von Keramik aus Euböa in Pithekoussai bezeugen, dass es zwischen dem griechischen Mutterland und Pithekoussai auch nach der Gründung Kontakte gab. Es ist allerdings zu erwähnen, dass Keramik aus Euböa bei weitem nicht so häufig gefunden wurde wie beispielsweise Keramik aus Korinth oder aus dem Orient. Außerdem stellt die lokale Produktion von Keramik häufig Imitationen protokorinthischer Keramik dar. Wie Giorgio Buchner bemerkt, hätte man ohne schriftliche antiken Quellen Pithekoussai wahrscheinlich als korinthische Kolonie bezeichnet. Lokal nachgeahmt wurde auch [[Geometrische Keramik|geometrisch]]-[[Euböische Vasenmalerei|euböische Keramik]], offenbar von zugezogenen Töpfern, die oft der originalen euböischen Keramik so ähnlich ist, dass ihr Produktionsort nur durch Tonanalysen sicher bestimmt werden kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Richard E. Jones, [[John Boardman]]: &amp;#039;&amp;#039;Greek and Cypriot Pottery. A Review of Scientific Studies&amp;#039;&amp;#039;. British School at Athens, Athen 1986, S. 673–680.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Handelsbeziehungen mit den Mutterstädten spielten zwar eine Rolle, jedoch nicht die Hauptrolle. Die Kontakte zwischen Pithekoussai und Euböa bestehen bis zum Verlassen von Pithekoussai nach dem Ende des 8.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts v.&amp;amp;nbsp;Chr. Danach scheint sich auch [[Euböa]] für den Westen allgemein nicht mehr zu interessieren, zumindest sind keine Funde aus Euböa in diesem Gebiet mehr feststellbar. Ein anderer möglicher Hinweis auf die Beziehungen Pithekoussais zu ihren Mutterstädten ist die Erwähnung Strabons, dass die Eretrier infolge innerer Streitigkeiten (siehe oben) von Pithekoussai aus weggezogen sind. In der Forschung wird kontrovers diskutiert, ob es sich hier um ein Echo des sogenannten [[Lelantischer Krieg|lelantischen Krieges]], der auf Euböa möglicherweise zu diesem Zeitpunkt ausgebrochen ist, handeln könnte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Boardman3&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Boardman&amp;#039;&amp;#039; 1981, S. 194&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beziehungen mit den Einheimischen ===&lt;br /&gt;
Die Viertel von Mazzola und Monte di Vico wurden in der Bronzezeit offensichtlich von indigener Bevölkerung besiedelt, deren Hinterlassenschaften der Apennin-Kultur zuzurechnen sind. In der Eisenzeit wurden die Siedlungen allerdings anscheinend verlassen. Dies gilt allerdings nicht für die ganze Insel Ischia, da sich in der Nähe von Pithekoussai ein indigenes Dorf (das heutige Castiglione) befand, in dem Überreste sowohl aus der Bronzezeit als auch aus der Eisenzeit ausgegraben wurden. Castiglione, das sich östlich von Pithekoussai befindet, wurde zu dieser Zeit besiedelt, und da diese Siedlung auch noch im 8.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. bestand, waren die Beziehungen zwischen Pithekoussai und Castiglione offenbar friedlich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Buchner3&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Buchner&amp;#039;&amp;#039; 1972, S. 364&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frauen in Pithekoussai ===&lt;br /&gt;
Viele Forscher stellen sich heute die Frage, welchen Ursprungs die Frauen in griechischen Kolonien waren: handelte es sich um griechische Frauen, die entweder zusammen mit den ersten Kolonisatoren oder später angereist sind, oder heirateten die Griechen indigene Frauen? Diese Frage ist generell nicht einfach zu beantworten, weil Frauen in den antiken Quellen nur wenig behandelt werden. Im Fall von Pithekoussai ist es nicht anders. Die einzigen Informationen, über die wir verfügen, stammen aus den archäologischen Ausgrabungen und lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: Erstens waren Frauen in Pithekoussai präsent, was eine große Zahl von Frauen- und Kindergräbern bezeugt. Zweitens deuten die Fibeln italischer Provenienz, die in weiblichen Gräbern gefunden wurden, darauf hin, dass zumindest Frauen der ersten Generation indigenen Ursprungs waren. Allerdings ist diese Annahme nicht zwingend, da auch griechische Frauen italische Fibeln tragen konnten, die sie beispielsweise im Handel hätten erwerben können. Wie die aktuelle Forschung zeigt, sind Kunstprodukte nicht notwendig nur für eine Ethnie spezifisch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sheperd&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Sheperd&amp;#039;&amp;#039; 1999, S. 275.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die These, dass die Frauen in Pithekoussai indigenen Ursprung gewesen sind, lässt sich also weder bestätigen noch widerlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Bedeutung von Pithekoussai ==&lt;br /&gt;
=== Kontakte mit dem Orient ===&lt;br /&gt;
Pithekoussai hat nicht nur Handel mit dem Orient getrieben. Es gibt auch Anhaltspunkte dafür, dass hier Ausländer aus dem Orient gelebt haben. Auf einer griechischen Amphora aus dem Grab 575, die man in der Nekropolis entdeckte, wurden beispielsweise drei [[Semitische Sprachen|semitische]] Inschriften gefunden, die auf die Präsenz von Ausländern in Pithekousassai hindeuten. Das Gefäß selbst stammt wahrscheinlich von der Insel [[Rhodos]], auf der eine [[Phönizier|phönizische]] Minderheit lebte. Es diente ursprünglich als Ölbehälter und wurde wohl von Rhodos nach Pithekoussai exportiert. Hier auf der Nekropolis wurde allerdings der ursprünglichen Zweck dieser Amphore geändert, da in ihrem Inneren ein Säuglingsskelett gefunden wurde. Dies bezeugt auch die letzte der drei semitischen Inschriften, die ein semitisches religiöses Symbol darstellt. Daraus lässt sich ableiten, dass die dritte Inschrift in Pithekoussai eingeritzt wurde, und zwar von jemandem, der kein Euböer war. Mindestens eines der Elternteile des in der Amphora bestatteten Kindes stammte also aus dem Orient.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ridgway6&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Ridgway&amp;#039;&amp;#039; 1984, S. 126–129&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kontakte mit den Etruskern ===&lt;br /&gt;
Die Ausgrabungen von Pithekoussai weisen aber nicht nur zahlreiche Verbindungen mit dem Orient, sondern auch mit der Welt der Etrusker in Italien auf, wie dies bei den Funden von Eisen – und insbesondere von Eisenerz aus Elba – und Kleiderspangen italischer Provenienz schon festgestellt wurde. Viele Funde aus den indigenen Siedlungen von Italien ähneln den Funden von Pithekoussai, weil sie den gleichen Typus darstellen, oder weisen sogar ein identisches Muster auf. In der Nekropolis des vorhellenistischen [[Cumae|Kyme]] wurden beispielsweise Becher entdeckt, die dem euböischen [[Geometrischer Stil|mittelgeometrischen Stil]] zuzuordnen sind. Ähnliche Becher wurden auch in [[Capua]], [[Pontecagnano]] und Pithekoussai ausgegraben. Auch Siegel vom Typus der „Lyra-Spieler-Gruppe“, die wir ebenfalls aus Pithekoussai kennen, wurden an verschiedenen Orten in Etrurien festgestellt. In [[Faluri]] wurde sogar ein Siegel gefunden, das einem Siegel aus Pithekoussai entspricht. In Pithekoussai selbst wurden wiederum zwei Amphoren etruskischer Provenienz entdeckt. Diese Beispiele stellen nur einen Bruchteil von Funden dar, die auf den Warenaustausch mit Etruskern hinweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der intensive Handelskontakt zwischen den Etruskern und den Euböern und die gleichzeitige Entwicklung der Metallindustrie in etruskischen Zentren lässt [[David Ridgway (Archäologe)|David Ridgway]] die These aufstellen, dass die Euböer als Tausch für Eisen und andere Waren den Etruskern ihr technisches Wissen angeboten haben. Auch das Wachstum von zentralisierten Siedlungen, demographisches Wachstum, Erscheinung von sozialen Unterschieden und Erlernen der Navigation betrachtet Ridgway als mögliche Frucht des Kontakts mit den Euböern aus Pithekoussai.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es für diese Vermutungen keine konkreten Beweise gibt, dienen sie trotzdem als plausible Erklärung für den Aufschwung der Etrusker auf dem Feld der Technologie, Politik und Wirtschaft im 8.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. Gestützt werden diese Annahmen vor allem durch die Tatsache, dass sich diese Änderungen gerade im 8.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. an Orten ereigneten, mit denen die Euböer, die ihrerseits bereits über alle diese Errungenschaften verfügten, in intensivem Kontakt standen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ridgway7&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Ridgway&amp;#039;&amp;#039; 1984, S. 147–169.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nestorbecher ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Nestorbecher Ischia.jpg|mini|Der Nestorbecher]]&lt;br /&gt;
Den berühmtesten Fund von Pithekoussai stellt sicherlich der sogenannte [[Nestorbecher#Der „Nestorbecher“ von Ischia|Nestorbecher]] dar. Es handelt sich um einen Import aus [[Rhodos]], der in einem aus dem Ende des 8.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts v.&amp;amp;nbsp;Chr. stammenden reichen Grab eines ungefähr zehnjährigen Jungen entdeckt wurde. Was diesen Becher so interessant macht, ist eine darauf eingeritzte dreizeilige Inschrift:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nestor besaß eine höchst trinkwürdige Schale, aber jeder, der aus der meinen trinkt, wird sogleich von Verlangen nach der schöngekrönten [[Aphrodite]] befallen werden.|Quelle=&amp;#039;&amp;#039;Boardman&amp;#039;&amp;#039; 1981, S. 197.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Inschrift wurde in Pithekoussai eingeritzt&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ruetter&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Ruetter&amp;#039;&amp;#039; 1968, S. 237&amp;lt;/ref&amp;gt;, und es handelt sich um eine scherzhafte Anspielung auf Verse [[Homer]]s aus der [[Ilias]], die ungefähr zum gleichen Zeitpunkt wie diese Inschrift entstanden ist. Für die Forscher ist dabei von Bedeutung, dass die Inschrift in einem [[Griechisches Alphabet|griechischen Alphabet]] chalkidischen Typus und in einem euböischen Dialekt eingeritzt wurde. Chalkis, eine der Mutterstädte von Pithekoussai, war im 8.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. eines der wichtigsten Zentren der ionischen Adelskultur, und deswegen überrascht es nicht, dass Verse des [[Ionier]]s Homer gerade in einer seiner Tochterstädte auftauchten. Der Nestorbecher ist aber nicht nur wegen des Bezugs auf Homer bedeutend. Es handelt sich zugleich um eines der ältesten bislang gefundenen Beispiele des griechischen Alphabets auf italienischen Boden überhaupt. Dieser Fund illustriert die Übertragung des Alphabets von Griechen an die Etrusker, die es ihrerseits an die Römer weitergegeben haben. Das [[Etruskisches Alphabet|etruskische Alphabet]] erscheint um 700 v.&amp;amp;nbsp;Chr. und es handelt sich um den gleichen Typus, der auch in Pithekoussai und Kyme benutzt wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wachter&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Wachter&amp;#039;&amp;#039; 1987, S. 15–22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fundstück befindet sich heute im &amp;#039;&amp;#039;[[Archäologisches Museum von Pithecusae |Museo Archeologico di Pithecusae]]&amp;#039;&amp;#039; auf Ischia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gründung von Kyme ===&lt;br /&gt;
Die Bedeutung von Pithekoussai liegt auch darin, dass es die Mutterstadt von [[Cumae|Kyme]] ist, der nach Strabon wichtigsten Kolonie von Italien und Sizilien. Kyme wurde in der zweiten Hälfte des 8.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts v.&amp;amp;nbsp;Chr. auf der gegenüberliegenden Küste von Pithekoussai gegründet, als Kolonie im vollen Sinne des Wortes. Auf die Frage, ob Kyme von Pithekoussai aus gegründet wurde, geben die antiken Quellen eine nicht übereinstimmende Antwort: Während Livius berichtet, dass Kyme von Chalkidiern von Pithekoussai aus gegründet wurde (siehe oben), erwähnt Strabon diese Information nicht. Das Schweigen Strabons lässt sich plausibel dadurch erklären, dass Strabons Quelle für Kyme [[Ephoros von Kyme|Ephorus]] darstellt, ein Autor des 4.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts v.&amp;amp;nbsp;Chr. Ephorus stammte aus dem äolischen Kyme, weswegen sich vermuten lässt, dass er Pithekoussai nicht erwähnt hat, um seine eigene Heimatstadt, als eine der Gründerinnen von Kyme, besser hervorheben zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kyme erlangte bald nach seiner Gründung große Bedeutung im Mittelmeer, da es die Funktion als Handels- und Handwerkszentrum von Pithekoussai übernahm. Die Bedeutung von Kyme liegt unter anderem darin, dass es selbst viele bedeutende Kolonien gegründet hat, wie zum Beispiel [[Neapel]], um nur das wichtigste Beispiel zu nennen. Kyme und seine Tochterstädte pflegten zahlreiche Kontakte zu den Etruskern, was den Austausch von Ideen und Waren zwischen der griechischen und der etruskischen Welt sehr gefördert hat.&amp;lt;ref name=&amp;quot;De Iuliis2&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;De Iuliis&amp;#039;&amp;#039; 1996, S. 108–110&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
=== Quellen ===&lt;br /&gt;
* Livius, T., Römische Geschichte, Buch VII–X, hg. und übers. von Hillen H.J., Zürich 1994.&lt;br /&gt;
* Strabon, The Geography, Buch II, hg. Page T.E. u.&amp;amp;nbsp;a., London u.&amp;amp;nbsp;a. 1960.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausgrabungsbericht ===&lt;br /&gt;
* Giorgio Buchner, David Ridgway, con appendici di C.F. Russo e F. De Salvia, e contributi di J. Close-Brooks, F. R. Serra Ridgway e altri: &amp;#039;&amp;#039;Pithekoussai 1, La necropoli. tombe 1–723 scavate dal 1952 al 1961&amp;#039;&amp;#039;, Roma 1993.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sekundärliteratur ===&lt;br /&gt;
* [[John Boardman]]: &amp;#039;&amp;#039;Kolonien und Handel der Griechen. Vom späten 9. bis zum 6.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;#039;&amp;#039; München 1981.&lt;br /&gt;
* [[Giorgio Buchner]]: &amp;#039;&amp;#039;Dibattito&amp;#039;&amp;#039;. In: Centro di Studi sulla Magna Grecia dell&amp;#039;Università di Napoli (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Metropoli e colonie di Magna Grecia&amp;#039;&amp;#039;. Atti del terzo convegno di studi sulla Magna Grecia tenuto a Taranto dal 13 al 17 ottobre 1963. Neapel 1964, S. 263–274.&lt;br /&gt;
* Giorgio Buchner: &amp;#039;&amp;#039;Pithecusa: Scavi e scoperte 1966–1971&amp;#039;&amp;#039;. In: Centro studi dell Magna Grecia dell&amp;#039;Università di Napoli (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Le Genti non Grece della Magna Grecia&amp;#039;&amp;#039;. Atti dell&amp;#039;undicesimo convegno sulla Magna Grecia. Neapel 1972, S. 363–374.&lt;br /&gt;
* Giorgio Buchner – D. Ridgway: &amp;#039;&amp;#039;Pithekoussai&amp;#039;&amp;#039;. Band 1 (Text). Rom 1993.&lt;br /&gt;
* Giorgio Buchner – D. Ridgway: &amp;#039;&amp;#039;Pithekoussai&amp;#039;&amp;#039;. Band 1 (Tafeln). Rom 1993.&lt;br /&gt;
* Ettore Maria De Iuliis: &amp;#039;&amp;#039;Magna Grecia. L&amp;#039;Italia meridionale dalle origini leggendaria alla conquista romana&amp;#039;&amp;#039;. Bari 1996.&lt;br /&gt;
* {{DNP|6|646|666|Kolonisation|[[Walter Eder]]}}&lt;br /&gt;
* [[Emanuele Greco]]: &amp;#039;&amp;#039;Archeologia della Magna Grecia&amp;#039;&amp;#039;. Bari 1992.&lt;br /&gt;
* {{RE|I,1|594|595|Aenaria|[[Christian Hülsen]]|RE:Aenaria}}&lt;br /&gt;
* [[David Ridgway (Archäologe)|David Ridgway]]: &amp;#039;&amp;#039;L&amp;#039;alba della Magna Grecia&amp;#039;&amp;#039;. Mailand 1984.&lt;br /&gt;
* David  Ridgway: &amp;#039;&amp;#039;La „Precolonizzatione“&amp;#039;&amp;#039;. In: Istituto per la Storia e l&amp;#039;Archeologia della Magna Grecia (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Un secolo di richerche in Magna Grecia&amp;#039;&amp;#039;. Atti del ventottesimo convegno di studi sulla Magna Grecia. Tarent 1989, S. 111–126.&lt;br /&gt;
* Klaus Rüter – Kjeld Matthiessen: &amp;#039;&amp;#039;Zum Nestorbecher von Pithekussai&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik]]&amp;#039;&amp;#039;. Band 2, 1968, S. 231–255.&lt;br /&gt;
* Gillian Shepherd: &amp;#039;&amp;#039;Fibulae and Females: Intermarriage in the western Greek colonies and the evidence from the cemeteries&amp;#039;&amp;#039;. In: Gocha R. Tsestkhladze (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Ancient Greeks West and East&amp;#039;&amp;#039;. Brill u.&amp;amp;nbsp;a. 1999, S. 267–300.&lt;br /&gt;
* Rudolf  Wachter: &amp;#039;&amp;#039;Altlateinische Inschriften. Sprachliche und epigraphische Untersuchungen zu den Dokumenten bis etwa 150 v.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;#039;&amp;#039; Bern u.&amp;amp;nbsp;a. 1987.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Klaus-Dieter Linsmeier: [https://www.spektrum.de/news/antike-wer-trank-aus-dem-nestorbecher/2056440 &amp;#039;&amp;#039;Wer trank aus Nestors Becher?&amp;#039;&amp;#039;] in [[Spektrum.de]] vom 6. Januar 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ionische Stadtgründung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antike griechische Stadt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Kampanien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lacco Ameno]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ischia (Insel)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Magna Graecia]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;RobertLechner</name></author>
	</entry>
</feed>