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	<title>Pilgerhorn - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Pilgerhorn&amp;diff=1641809&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Franzjosefhelmut: /* Zeitgenössische Quellen */ Link</title>
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		<updated>2024-02-03T08:39:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Zeitgenössische Quellen: &lt;/span&gt; Link&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Aachenhorn Köln.jpg|mini|Ein Aachenhorn des 15. Jahrhunderts aus Köln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pilgerhörner&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Aachhörner&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, waren Instrumente aus hartgebrannter [[Töpferei|Irdenware]] oder seltener aus [[Steinzeug]], die im ausgehenden [[Mittelalter]] und in der frühen [[Neuzeit]] vor allem in rheinländischen Töpfereistandorten produziert wurden. Diese Hörner wurden während einer [[Prozession]] in [[Wallfahrtsort]]en von [[Pilger]]n bei der [[Heiltumsweisung|Präsentation]] von [[Reliquie]]n geblasen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aachhörner ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Aachhorn.jpg|mini|Replik eines Aachhorns aus Langerwehe]]&lt;br /&gt;
Die bekanntesten mittelalterlichen Pilgerhörner sind die sogenannten &amp;#039;&amp;#039;Aachhörner&amp;#039;&amp;#039;. Diese Instrumente aus hart gebrannter [[Töpferei|Irdenware]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Jansen424&amp;quot;&amp;gt;Jansen 1995, S. 424.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden im 14. bis 15. Jahrhundert hauptsächlich im rheinländischen Töpfereistandort [[Langerwehe]] bei [[Aachen]], aber auch in [[Hauset]] und in [[Raeren]]-Neudorf produziert. Hergestellt wurden sie aus einem eisenarmen, hellgelb brennenden [[Ton (Bodenart)|Ton]]. Im Bereich der Schallmündung hatten sie eine gelbliche bis grüne [[Bleiglasur]]. Die in Hauset hergestellten Hörner waren statt mit einer Bleiglasur mit einer braunen [[Engobierte Ware|Engobe]] an der Mündung versehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Jansen424&amp;quot; /&amp;gt; Die ca. 25 bis 40&amp;amp;nbsp;cm langen Hörner wurden von Hand geformt und mit einem Messer in Form gebracht, so dass ein [[polygon]]aler Querschnitt entstand. An der Oberseite des Horns wurden zwei handgeformte Ösen zur Befestigung einer Trageschnur oder eines Riemens angebracht. Ansonsten waren Aachhörner in der Regel unverziert und schlicht. Für einen Geübten war es möglich, darauf bis zu fünf Töne zu erzeugen.&amp;lt;ref&amp;gt;Kunstgewerbemuseum Stadt Köln (Hrsg.) 1986, S. 174.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Aachener Heiligtumszeigung Oelgemaelde 17Jh.jpg|mini|Heiligtumszeigung in Aachen mit Hornbläsern. Nach einem Ölgemälde 17. Jh.]]&lt;br /&gt;
Tönerne Aachhörner wurden im Mittelalter von Pilgern auf der [[Aachener Heiligtumsfahrt|Heiligtumsfahrt nach Aachen]] erworben. Spätestens seit Beginn des 14. Jahrhunderts&amp;lt;ref&amp;gt;Jansen 1995, S. 422.&amp;lt;/ref&amp;gt; werden hier vier für die Christenheit wichtige Textilreliquien gezeigt, die seit der Zeit [[Karl der Große|Karls des Großen]] im [[Aachener Dom|Aachener Münster]] aufbewahrt werden. Bei diesen Reliquien soll es sich um das Kleid [[Maria (Mutter Jesu)|Mariens]], das sie in der [[Heiliger Abend|Heiligen Nacht]] trug, eine Windel und das Lendentuch [[Jesus von Nazaret|Jesu Christi]] und das Enthauptungstuch [[Johannes der Täufer|Johannes des Täufers]] handeln. Die Reliquienweisung fand anfangs in unregelmäßigen Abständen von mehreren Jahren, seit 1349 bis heute alle sieben Jahre, zwischen dem 10. und dem 24. Juli statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Präsentation dieser Reliquien während einer Prozession wurden dann die Hörner geblasen.&amp;lt;ref&amp;gt;Schiffers 1930, S. 156&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine zeitgenössische Schilderung von [[Philippe de Vigneulles]], einem Chronist und Pilger aus Metz, aus dem Jahr 1510 berichtet von dem ohrenbetäubenden Lärm, den tausende von Pilgern während der Reliquienschau mit den Pilgerhörnern verursachten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schiffers156&amp;quot;&amp;gt;Schiffers 1930, S. 156.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss einer Heiligtumsfahrt brachten viele Pilger Aachhörner als Andenken mit zurück in deren Herkunftsorte. Dort wurden sie des Öfteren als Signalhörner weiterverwendet. So finden sich Langerweher Aachhörner bei archäologischen Ausgrabungen in ganz Europa bei Burgen oder Wehranlagen.&amp;lt;ref&amp;gt;Beispielsweise bei Ausgrabungen eines [[Bilstein (Briloner Höhen)|Wartturms in Brilon/Sauerland]] ([[LWL-Museum für Archäologie]]: &amp;#039;&amp;#039;Neujahrsgruß 2007.&amp;#039;&amp;#039; Münster 2007. S. 84.), oder in Greifswald (Günter Mangelsdorf, 1991. S. 219&amp;amp;nbsp;ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Möglicherweise wurden Aachhörner auch direkt zur Verwendung als Wächter- oder Signalhorn erworben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Jansen429&amp;quot;&amp;gt;Jansen 1995, S. 429.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurden Aachhörner meist nur noch von Kindern genutzt. Der Brauch des Aachhornblasens während der Reliquienweisung verschwand in der Folgezeit nach und nach.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schiffers156&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres keramisches Erzeugnis für Pilger aus Langerwehe war die [[Feldflasche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Niederrheinische Pilgerhörner ==&lt;br /&gt;
Pilgerhörner aus Ton wurden in der frühen Neuzeit auch in [[Niederrheinische Bauerntöpferei|niederrheinischen Töpferorten]] um den Wallfahrtsort [[Kevelaer]] hergestellt. Diese wurden während der [[Maria (Mutter Jesu)|Marienwallfahrt]] in Kevelaer geblasen, sollen aber auch zum Vertreiben von Gewittern eingesetzt worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Scholten-Neess 1977, S. 194; Jansen 1995, S. 430; Schiffers 1930, S. 255&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Niederrheinische Pilgerhörner finden sich vornehmlich in mehrfach gewundenen Ausführungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Jansen429&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den Pilgerhörnern für den [[Christentum|christlichen]] Ritus wurden am [[Niederrhein (Region)|Niederrhein]] auch kurze kuhhornförmige Instrumente hergestellt, die als [[Schofar]]hörner Verwendung fanden.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Monumenta Judaica. 2000 Jahre Geschichte und Kultur der Juden am Rhein.&amp;#039;&amp;#039; Köln 1964, E 609–E 620.&amp;lt;/ref&amp;gt; Schofarhörner haben ihren Ursprung in der [[Jüdische Religion|jüdischen Religion]] und werden unter anderem während des Gottesdienstes beim [[Judentum|jüdischen]] Neujahrsfest [[Rosch ha-Schana]] und zum Versöhnungstag [[Jom Kippur]] eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zeitgenössische Quellen ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Peter von Beeck]]&lt;br /&gt;
   |Titel=AQUISGRANUM, Aquisgranum sive historica Narratio de regiae S. R. J. et coronationis regum Rom. sedis Aquensis civitatis origine ac processu&lt;br /&gt;
   |Ort=Aachen&lt;br /&gt;
   |Datum=1620&lt;br /&gt;
   |Seiten=186&lt;br /&gt;
   |Online=[https://books.google.de/books?id=9uI-AAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA186&amp;amp;hl=de&amp;amp;source=gbs_toc_r&amp;amp;cad=2#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false books.google.de]&amp;lt;!-- Ersatzlink [http://books.google.de/books?id=wPNaAAAAQAAJ&amp;amp;pg=PA186&amp;amp;hl=de&amp;amp;source=gbs_toc_r&amp;amp;cad=2#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false books.google.de]--&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Johann Nopp]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Aachener Chronick&lt;br /&gt;
   |Ort=Köln&lt;br /&gt;
   |Datum=1632&lt;br /&gt;
   |Seiten=135&lt;br /&gt;
   |Online=|URN=nbn:de:hbz:061:1-68230}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Philippe de Vigneulles]]&lt;br /&gt;
   |Hrsg=[[Heinrich Michelant]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Gedenkbuch des Metzer Bürgers Philippe von Vigneulles. Aus den Jahren 1471–1522&lt;br /&gt;
   |TitelErg=Nach der Handschrift des Verfassers herausgegeben&lt;br /&gt;
   |Ort=Stuttgart&lt;br /&gt;
   |Datum=1852&lt;br /&gt;
   |Seiten=173, 177f, 180}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Gertrud Benker]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Klanggeräte aus Ton&lt;br /&gt;
   |Ort=München&lt;br /&gt;
   |Datum=1989}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Dieter Hupka&lt;br /&gt;
   |Titel=Neusser Bodenfunde als Zeugnisse der Aachener Heiligtumsfahrt&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Neusser Jahrbuch für Kunst, Kulturgeschichte und Heimatkunde&lt;br /&gt;
   |Datum=1989&lt;br /&gt;
   |ISSN=0077-7862&lt;br /&gt;
   |Seiten=36–39}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Lutz Jansen&lt;br /&gt;
   |Titel=Aachenpilger in Oberfranken. Zu einem bemerkenswerten Keramikfund des späten Mittelalters aus Bamberg&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=[[Archäologisches Korrespondenzblatt]]&lt;br /&gt;
   |Band=25&lt;br /&gt;
   |Nummer=4&lt;br /&gt;
   |Datum=1995&lt;br /&gt;
   |Seiten=421–434}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Hrsg=[[Museum für Angewandte Kunst (Köln)|Kunstgewerbemuseum Stadt Köln]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Steinzeug&lt;br /&gt;
   |Ort=Köln&lt;br /&gt;
   |Datum=1986&lt;br /&gt;
   |Seiten=174}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Günter Mangelsdorf]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Das Aachhorn von Greifswald – ein Beitrag zur mittelalterlichen Devotionalienkunde&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Bodendenkmalpflege in Mecklenburg-Vorpommern&lt;br /&gt;
   |Band=Jahrbuch 39&lt;br /&gt;
   |Datum=1991&lt;br /&gt;
   |Seiten=219–225}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Heinrich Schiffers (Archivar)|Heinrich Schiffers]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Kulturgeschichte der Aachener Heiligtumsfahrt&lt;br /&gt;
   |Ort=Köln&lt;br /&gt;
   |Datum=1930&lt;br /&gt;
   |Seiten=156ff}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Mechthild Scholten-Neess, Werner Jüttner&lt;br /&gt;
   |Titel=Niederrheinische Bauerntöpferei 17.–19. Jahrhundert&lt;br /&gt;
   |Ort=Düsseldorf&lt;br /&gt;
   |Datum=1977&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-7927-0070-0&lt;br /&gt;
   |Seiten=194}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Pilgrims horns}}&lt;br /&gt;
* [http://www.toepfereimuseum.de/museum_r6.htm Töpfereimuseum Langerwehe]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesprochener Artikel&lt;br /&gt;
|artikel      = Pilgerhorn&lt;br /&gt;
|dateiname    = De-Aachhorn-article.ogg&lt;br /&gt;
|dauer        = 02:04&lt;br /&gt;
|größe        = 1,9 MB&lt;br /&gt;
|sprecher     = Souffleuse&lt;br /&gt;
|geschlecht   = weiblich&lt;br /&gt;
|dialekt      = Hochdeutsch&lt;br /&gt;
|oldid        = 62052575&lt;br /&gt;
|artikeldatum = 2009-07-10&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Langerwehe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Töpferei (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christliches Wallfahrtswesen (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wallfahrtsbrauch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultur (Niederrhein)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentumsgeschichte (Rheinland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feste und Brauchtum (Aachen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feste und Brauchtum (Judentum)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Naturtrompete]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Akustisches Signalgerät]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum in Aachen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Steinzeug]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Franzjosefhelmut</name></author>
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