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	<title>Pikeniere - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Pikeniere&amp;diff=34180&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;MaxBE: /* Geschichte */ Stil. Link-Präzisierung</title>
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		<updated>2025-05-17T12:12:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Geschichte: &lt;/span&gt; Stil. Link-Präzisierung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Wolfenbüttel Schloß (Merian).jpg|mini|Auf dem Schlossplatz in [[Wolfenbüttel]] exerzierende Pikeniere (1654/1658)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Pikeniere Wallenstein-Festspiele Memmingen.jpg|miniatur|Darsteller als Pikeniere aus der Zeit des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] bei den Wallenstein-Festspielen 2004 in [[Memmingen]]]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pikeniere&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; stellten vom [[15. Jahrhundert|15.]] bis zum [[17. Jahrhundert]] die schwere [[Infanterie]] in großen Teilen [[Europa]]s dar und waren nach ihrer Hauptwaffe, der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pike&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Spieß]]) benannt. Die Bezeichnung wurde zu Beginn des [[16. Jahrhundert]]s von dem französischen Wort &amp;#039;&amp;#039;pique&amp;#039;&amp;#039; entlehnt, das sich von dem Verb &amp;#039;&amp;#039;piquer&amp;#039;&amp;#039; („stechen“) ableitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Der Spieß erwies sich als effektive Waffe im Kampf gegen [[Kavallerie]]einheiten. Dazu brauchten die in tief gestaffelten Formationen kämpfenden Pikeniere eine weniger intensive Ausbildung als [[Ritter]] bzw. [[Kürassiere]] und waren zudem äußerst billig auszurüsten.&lt;br /&gt;
[[Datei:HGM Saal 1 Musketiere und Pikeniere.jpg|miniatur|[[Musketiere]] und Pikeniere aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges ([[Heeresgeschichtliches Museum]] Wien)]]&lt;br /&gt;
Als Abwehrwaffe gegen Reiterei sollte ihre Reichweite die Länge der ritterlichen [[Lanze]]n übertreffen. In der Technik der &amp;#039;&amp;#039;[[Riposte]]&amp;#039;&amp;#039;, am Boden aufgestützt eingesetzt, diente sie dazu, den angreifenden Gegner auflaufen zu lassen und anstürmende Kavallerie zu stoppen.&lt;br /&gt;
[[Datei:Schlacht bei Dorneck.jpg|miniatur|links|Schweizer [[Gewalthaufen]] in der [[Schlacht bei Dornach]]]]&lt;br /&gt;
Vorläufer der Pikeniereinheiten finden sich bereits im späten 13. Jahrhundert in [[Schottland]], wo die aufständischen Schotten dichte Formationen aus Speerträgern bildeten, die so genannten &amp;#039;&amp;#039;[[Schiltron]]s&amp;#039;&amp;#039;. Perfektioniert wurde diese Taktik in der [[Alte Eidgenossenschaft|Schweiz]], wo zunächst mit [[Hellebarde]]n und später vor allem mit Spießen bewaffnete Schweizer den [[Schweizer Habsburgerkriege|habsburgischen]] Rittern in mehreren Schlachten schwere Niederlagen zufügten. Das Auftreten der Pikeniere auf den Schlachtfeldern Europas beschleunigte den im 14. Jahrhundert begonnenen Niedergang des [[Rittertum]]s und machte den Weg frei für die [[Söldner]]haufen des 15. bis 17. Jahrhunderts. Die Schweizer kämpften in äußerst großen, tiefgestaffelten Formationen, den so genannten &amp;#039;&amp;#039;[[Gewalthaufen]]&amp;#039;&amp;#039;. Ein einziger Gewalthaufen konnte mehrere tausend Pikeniere umfassen. Setzte man in anderen Regionen Europas zunächst auf schweizerische Söldner, formierten sich bis zum 16. Jahrhundert auch außerhalb der Schweiz zahlreiche Pikeniereinheiten.&lt;br /&gt;
[[Datei:Scene from recreation of Battle of Naseby.jpg|miniatur|Musketiere und Pikeniere ([[Reenactment]])]]&lt;br /&gt;
[[Datei:BourtangeExerzieren2010.ogg|miniatur|Exerzieren von Pikenieren und Musketieren in der Festung [[Bourtange]]]]&lt;br /&gt;
Die Taktik des massiven Einsatzes von Pikenträgern wurde außerhalb der Schweiz durch die [[Landsknecht]]e verbessert, indem man durch eine tiefere Staffelung die Beweglichkeit der Formationen erhöhte. Zudem wurden die Pikeniereinheiten im Laufe des 16. Jahrhunderts immer stärker durch Feuerwaffen, namentlich [[Arkebuse]]n- und dann auch [[Muskete]]nschützen, ergänzt. In [[Spanien]] ging man dazu über, die Musketenschützen an den Ecken des Gewalthaufens zu postieren. Die spanischen Pikenierformationen waren in der Regel 50 Mann breit und 30 Mann tief. Diese Formation wurde auch in anderen Teilen Europas übernommen und war als &amp;#039;&amp;#039;[[Ordonnanz (Gefechtsordnung)|Tercio]]&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Spanisches Viereck&amp;#039;&amp;#039; bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Belege fehlen|}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des 16. Jahrhunderts kämpften die Pikeniere oft noch im [[Nahkampf]] gegeneinander. Bis zur zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts waren viele Pikeniere durch einen Brust- und Rückenpanzer und einen offenen [[Helm]] geschützt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.lennartviebahn.com/antike_waffen/pikenierharnisch.html Beispiel für einen Pikenierharnisch, Deutschland um 1600]&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem waren die meisten Pikeniere mit einer Nahkampfwaffe wie zum Beispiel einem [[Schwert]], einem [[Degen (Waffe)|Degen]] oder einem [[Dolch]] ausgerüstet. Gelang es einer Pikenierformation, in eine gegnerische Einheit eine Bresche zu schlagen, rückten sofort mit [[Hellebarde]]n oder manchmal auch [[Zweihänder|Zweihandschwertern]] bewaffnete Söldner vor, um einen Einbruch in die gegnerischen Linien zu erzielen. Fiel ein Pikenträger im Gefecht, rückte sofort sein Hintermann auf. In einem Gefecht zwischen zwei Pikenierformationen verkeilten sich diese meist ineinander, weshalb die Ergänzung der Gewalthaufen durch Arkebusenschützen unentbehrlich war. Möglicherweise setzte man auch mit Zweihandschwertern bewaffnete Söldner ein, die in einer festgefahrenen Gefechtssituation einen Einbruch ermöglichen sollten. Im spanischen &amp;#039;&amp;#039;Tercio&amp;#039;&amp;#039; gab es schon keine Hellebardiere mehr, die Pikeniere stellten jetzt die einzigen Nahkämpfer der Infanterie dar. Das Manövrieren der großen Pikenierformationen war äußerst schwierig und erforderte einen intensiven militärischen Drill. Zudem wurden seit dem späten 15. Jahrhundert Trommler eingesetzt, die das Marschtempo vorgaben. An den Rändern der Formation wurden [[Feldwebel]] postiert, die eine ordnende Funktion übernahmen. Die Feldwebel waren mit einer Hellebarde bewaffnet, die nicht nur als Rangsymbol diente, sondern auch als Werkzeug zum Zusammenhalten der Formation. Marschierte ein Pikenier nicht im Gleichschritt mit den anderen, musste er damit rechnen, dass ihn ein Feldwebel zur Strafe mit der flachen Seite der Hellebarde schlug. Im Gefecht wurde eine Pikeniereinheit zusätzlich durch lautstarke Befehle manövriert.&lt;br /&gt;
[[Datei:Bayonette-p1000740.jpg|miniatur|Bajonett]]&lt;br /&gt;
Das zahlenmäßige Verhältnis von Pikenträgern zu Musketenschützen verschob sich im Laufe des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] zugunsten letzterer. Auch der Vorteil der Pikeniere gegenüber der Reiterei wurde ausgeglichen, da diese Gegentaktiken wie die [[Caracolla]] entwickelte. In der Mitte des 17. Jahrhunderts machten die Pikeniere in den meisten europäischen Heeren weniger als ein Drittel der Infanterie aus. Trotzdem schienen sie zu dieser Zeit immer noch für die Abwehr der [[Kavallerie]] unentbehrlich. Erst die Perfektionierung der [[Salve]]n-Taktiken bei den Handfeuerschützen, insbesondere die Verbreitung des [[Steinschloss]]gewehrs und des [[Bajonett]]s in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts machten die Pikeniere allmählich überflüssig.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Leonhard Horowski]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Europa der Könige. Macht und Spiel an den Höfen des 17. und 18. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2017,  ISBN 3-550-07360-7, S. 289 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pikeniere waren zunächst recht angesehen, da ihre Aufgabe eine hohe Disziplin erforderte und sie selbst schwere Kavallerieeinheiten erfolgreich bekämpfen konnten. Im Laufe der Zeit sank ihr Ansehen aber deutlich, da sie spätestens zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges den Musketenschützen beigeordnet waren und sich mit einer Reiterei konfrontiert sahen, die den Frontalangriff mied. [[Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen]] ließ den Protagonisten seines Werkes &amp;#039;&amp;#039;Der seltzame Springinsfeld&amp;#039;&amp;#039; im 13. Kapitel über die Pikeniere höhnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Und dannenhero glaube ich daß&amp;lt;!--sic!--&amp;gt; der jenige der einen Piquenirer nidermacht (den er sonst verschonen köndte&amp;lt;!--sic!--&amp;gt;) einen unschuldigen ermordet / und solchen Todtschlag nimmermehr verantworten kan; dann ob dise arme Schiebochsen (mit disem Spöttischen Namen werden sie genennet) gleich creirt seyn / ihre Brigaden vor dem Einhauen der Reutter im freyen Feld zubeschützen / so thun sie doch vor sich selbst niemand kein Leid / und geschicht dem allererst recht / der einem oder dem anderen in seinen langen Spies rennet. Jn Summa ich habe mein Tage viel scharpffe&amp;lt;!--sic!--&amp;gt; Occasionen gesehen / aber selten wahrgenommen / daß&amp;lt;!--sic!--&amp;gt; ein Piquenirer jemand umgebracht hette.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Frankreich|französische]] Armee löste 1703 ihre letzten Pikeniereinheiten auf. 1704 folgte [[England]], und 1708 verzichtete auch die [[Niederlande|niederländische]] Armee auf die Verwendung der Piken. Lediglich in [[Russisches Kaiserreich|Russland]] und in [[Schweden]], das u.&amp;amp;nbsp;a. in der [[Schlacht bei Poltawa]] viele Pikeniere einsetzte, kamen (neben [[Berdish]]i tragenden Schützen) bis in die 1720er Jahre Pikeniere zum Einsatz, die sich als effektiv gegen die [[Osmanisches Reich|türkische]] Reiterei erwiesen. Das [[Bajonett]] kann als Nachfolger der Pike gelten, und es gab noch bis zum Anfang des [[20. Jahrhundert]]s Generäle, die Bajonettangriffe für eine sinnvolle Taktik hielten – oft mit schrecklichen Resultaten für die eigenen Männer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausrüstung der Pikeniere ==&lt;br /&gt;
Im Wandel der Zeit wurden von Pikenieren diverse Ausrüstungsgegenstände wie die [[Schwere Pikenierrüstung]] oder der [[Schwertstab]] genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Redensart ==&lt;br /&gt;
Die Redensart „etwas von der Pike auf lernen“ hat sich vom Pikenier entwickelt, da ein Soldat, der gerade erst angeworben wurde und selbst nicht in der Lage war, eine Schusswaffe oder ein Pferd mit einzubringen, mit einer Pike ausgerüstet wurde. Das Kriegshandwerk musste also für Soldaten ohne Erfahrung „von der Pike“ auf erlernt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgekehrt leitet sich die Redensart &amp;#039;&amp;#039;pikiert&amp;#039;&amp;#039; sein oder dreinschauen für unangenehm berührt sein auf den von den Pikenieren vom Pferd gehobenen feindlichen Reiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Spießbürger]] waren Stadtbewohner, die zur Verteidigung mit Piken bewaffnet waren. Heute wird dieser Begriff abwertend verwendet. Auch diese Abwertung (heute bezeichnet man allzu bürgerliche Meinungen als „spießig“) kommt von diesen Stadtwächtern, da sie auch die Aufgabe hatten, Leute, die nicht in der Stadt lebten und dort kein Wohnrecht hatten, [[Stadttor|abends vor Toresschluss]] hinauszutreiben, nicht zuletzt durch Drohen und Anwendung ihrer Pike.&lt;br /&gt;
[[Datei:Vojnik - dugokopljanik (pikenir) iz 16-17. st. (Croatia).jpg|miniatur|180px|Pikenier ausgestellt im Museum von Međimurje in [[Čakovec]], Kroatien]]&lt;br /&gt;
== Museale Rezeption ==&lt;br /&gt;
Im [[Heeresgeschichtliches Museum|Heeresgeschichtlichen Museum]] in Wien sind zahlreiche originale Piken aus dem 17.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert ausgestellt. Weiters sind mehrere Figurinen von [[Kaiserliche Armee (HRR)|kaiserlichen]] Pikenieren aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges zu sehen, die auch mit Stichdegen ausgerüstet sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RauchensteinerLitscher&amp;quot;&amp;gt;[[Manfried Rauchensteiner]], Manfred Litscher (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das Heeresgeschichtliche Museum in Wien.&amp;#039;&amp;#039; Styria, Graz / Wien / Köln 2000, S.&amp;amp;nbsp;11.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[Graz]]er Landeszeughaus, der größten noch erhaltenen Rüstkammer der Welt, ist ebenfalls eine große Anzahl Piken aus dem 16.&amp;amp;nbsp;und 17.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Pikemen|Pikenier}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Pikenier}}&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=oo406jm2vF8 Ausschnitt aus einer Dokumentation über Pikeniere, in dem schweizerische Soldaten die Piken-Formationen nachstellen] (engl. [[YouTube]]-Video)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Truppengattung (historisch)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Truppengattung (Frühe Neuzeit)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Infanterie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wikipedia:Artikel mit Video]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;MaxBE</name></author>
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