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	<title>Pierre Girieud - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-03T21:29:18Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>2003:DF:5731:9D00:7841:D74F:656C:502D: /* Jugend */</title>
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		<updated>2023-12-27T15:36:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Jugend&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Pierre Girieud autoportrait.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Selbstporträt&amp;#039;&amp;#039; (ohne Datum)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pierre Girieud&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, eigentlich Pierre-Paul Girieud, (* [[17. Juni]] [[1876]] in [[Paris]]; † [[26. Dezember]] [[1948]] ebenda) war ein französischer [[Malerei|Maler]], dessen Flächenmalerei in komplementären Farben sich stilistisch an [[Paul Gauguin|Gauguin]] orientierte. Mit [[Marianne von Werefkin]] und [[Alexej von Jawlensky|Alexej Jawlensky]] war er nachweislich seit 1906 befreundet und beeinflusste über sie wesentlich die stilistische Entwicklung des Expressionismus der [[Neue Künstlervereinigung München|Neuen Künstlervereinigung München]] (N.K.V.M.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Jugend ===&lt;br /&gt;
Pierre-Paul Girieud war der Sohn eines Ingenieurs, der bei der [[Manufaktur]] [[Compagnie de Saint-Gobain|Saint-Gobain]] angestellt war. 1879 siedelte die Familie nach [[Marseille]], nachdem der Vater zum Leiter der dortigen [[Filiale]] seiner Firma ernannt worden war. Zwei Dinge sollten den jungen Girieud entscheidend prägen. Zum einen war es die Landschaft der [[Provence]] mit ihrer antiken und mittelalterlichen Kultur. Diese erlebte er insbesondere bei Besuchen in [[Riez]], der im [[Département Alpes-de-Haute-Provence]] gelegenen Heimatstadt seines Vaters, die heute noch eindrucksvolle [[Gallo-römische Kultur|gallo-römische]] und [[Frühchristliche Kunst|frühchristliche]] Denkmäler aufweist. Zum anderen dürfte ihn schon früh die Schwärmerei seines Vaters für die Malerei animiert haben, selbst zu zeichnen. Und als es ihn immer mehr zur Farbe drängte, war es sein Vater, der ihm im Alter von nur zehn Jahren den ersten Malkasten mit Ölfarben schenkte.&amp;lt;ref&amp;gt; „Serrano: &amp;#039;&amp;#039; Pierre Girieud et l’expérience de la modernité, 1900-1912&amp;#039;&amp;#039;. 1996, S. 91.“ &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die künstlerischen Anfänge ===&lt;br /&gt;
Nach erfolgreichem Schulabschluss, Militärdienst und u.&amp;amp;nbsp;a. Tätigkeit als Zeichner für eine satirische Zeitschrift, ging Girieud, von seinem Vater finanziell großzügig unterstützt, im Frühjahr 1900 nach Paris, um Maler zu werden. Im Wesentlichen bildete er sich autodidaktisch weiter. Mit [[Jules Monge]] (1855–1934) bezog er ein gemeinsames Atelier und schloss Kontakte zu [[Jacques Villon]], [[Fernand Piet]] (1869–1942) und [[Fabien Launay]] (1877–1904). Zusammen zeichneten sie in der [[École nationale supérieure des beaux-arts de Paris|Académie des Beaux-Arts]], besuchten den [[Louvre]], studierten in Ausstellungen [[Henri de Toulouse-Lautrec|Toulouse-Lautrec]], [[Paul Cézanne|Cézanne]], [[Louis Anquetin|Anquetin]] und [[Vincent van Gogh|van Gogh]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Erfolge ===&lt;br /&gt;
Girieud war ein sehr interessanter&amp;lt;ref&amp;gt; Jawlensky: &amp;#039;&amp;#039;Lebenserinnerungen.&amp;#039;&amp;#039; Hanau 1970, S. 112&amp;lt;/ref&amp;gt; und kontaktfreudiger Mensch. Das belegen u. a. seine sehr frühen, lang andauernde Freundschaften mit führenden Avantgardisten, z.&amp;amp;nbsp;B. mit [[Georges Rouault|Rouault]] und [[Pablo Picasso|Picasso]]. Auch seine frühen Erfolge bei führenden Kunsthändlern seiner Zeit, die ihm ab 1901 ein glänzendes Auskommen verschafften, lassen auf einen sehr umgänglichen Menschen schließen. In den Jahren 1902/03 pflegte Girieud die Kombination verschiedener Vorbilder. Sein Pinselduktus in Pünktchen und Häkchen leitet sich von van Goghs Handschrift her. In seinen Stillleben vereinnahmte er des Weiteren Cézannes Stileigentümlichkeit, Porzellane mit harter Glasur zu malen, in der sich das Licht wie Perlmutt als Glanzlicht spiegelt. Ein besonderes Schlüsselerlebnis hatte Girieud, als er den [[Cloisonismus]] – Gauguins Malerei in Flächen mit starken dunklen Konturen – begriff, die ihm ab 1904/05 stilistisches Leitbild wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unter den Fauves ===&lt;br /&gt;
Von den spektakulären Ereignissen im [[Salon d’Automne]], 1905 in Paris, war Girieud ebenso unmittelbar betroffen, wie [[Henri Matisse|Matisse]], [[André Derain|Derain]] oder [[Albert Marquet|Marquet]]. Denn mit ihnen zusammen hatte er im Saal VII, dem „Cage aux fauves“&amp;lt;ref&amp;gt; „Serrano: &amp;#039;&amp;#039; Pierre Girieud et l’expérience de la modernité, 1900-1912&amp;#039;&amp;#039;. 1996, S. 100.“ &amp;lt;/ref&amp;gt; – dem Käfig der wilden Tiere – sein Bild &amp;#039;&amp;#039;Die Versuchung des Hl. Antonius&amp;#039;&amp;#039; ausgestellt, das zur vielbeachteten Sensation wurde. Girieud ist somit zu den [[Fauvismus|Fauves]] der allerersten Stunde zu zählen. Das Gespött und der Presserummel, der um die Ausstellung entstand, scheinen Girieud neuen Elan gegeben zu haben, denn für einige Zeit ging er mit dem Cloisonismus weniger orthodox um, als in den Jahren zuvor und danach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bekenntnis zu Gauguin ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Hommage à Gauguin - Pierre Girieud.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Hommage à Gauguin&amp;#039;&amp;#039; (1906)]]&lt;br /&gt;
1906 war für Girieud ebenfalls ein ereignisreiches Jahr. Seine Kunst fand Eingang in die berühmte Sammlung des Russen [[Sergei Iwanowitsch Schtschukin]]. Inzwischen verkehrte Girieud auch bei den Geschwistern [[Leo Stein (Kunstsammler)|Leo]] und [[Gertrude Stein]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Nabi [[Maurice Denis]] im Jahr 1900 mit seinem Gemälde &amp;#039;&amp;#039;Hommage à Cézanne&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Das Gemälde befindet sich im [[Musée d’Orsay]], Paris &amp;lt;/ref&amp;gt;, einem der großen Begründer der modernen Malerei, seine Verehrung zu Ausdruck gebracht hatte, so war es Girieud, der 1906 mit seiner 2 × 3 Meter messenden &amp;#039;&amp;#039;Hommage à Gauguin&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Das Gemälde befindet sich im [[Musée des Beaux-Arts (Pont-Aven)|Musée des Beaux-Arts]] in [[Pont-Aven]].&amp;lt;/ref&amp;gt; daran erinnerte, dass Gauguin den Fauves den entscheidenden Anstoß gab, ihre Bilder unter neuen Gesichtspunkten zu gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1906 schloss Girieud Freundschaft mit Werefkin und Jawlensky, die damals fast ein Jahr in Frankreich verbrachten. Diese Freundschaft sollte weitreichende Folgen für die Entwicklung des Expressionismus in München haben, wo sich das Malerpaar niedergelassen hatte. Den Rest des Jahres 1906 verbrachte das russische Malerpaar in dem Badeort [[Sausset-les-Pins]], nur wenige Kilometer von Girieuds Heimatstadt Marseille entfernt. Werefkin nahm interessanterweise dort – nach zehnjähriger künstlerischer Abstinenz – ihre Malerei im von Girieud geschätzten Stil von Gauguin wieder auf, der bislang in München noch keine Verbreitung gefunden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Studien in Italien ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pierre Girieud - Moïse sauvé des eaux.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Moïse sauvé des eaux&amp;#039;&amp;#039; (1907)]]&lt;br /&gt;
1907 reiste Girieud nach [[Siena]] und [[San Gimignano]], um dort die Antike und frühe italienische Malerei zu studieren. Diese Beschäftigung hatte zur Folge, dass [[Ikonografie|ikonographisch]] [[Christentum|biblische]] und [[Griechische Mythologie|mythologische]] Themen künftig in seinem Repertoire einen breiten Raum einnehmen sollten. Des Weiteren wandte er sich der [[Fresko]]malerei zu, die wiederum die Farbigkeit seiner Ölmalerei beeinflusste, die zusehends kreidiger wurde und den Charakter von [[Wandmalerei]] annahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Girieud und die Neue Künstlervereinigung München ===&lt;br /&gt;
Seit Ostern 1908 arbeitete Jawlensky wie sein Freund Girieud im cloisonistischen Stil von Gauguin und konnte so für einige Zeit nicht nur zum Lehrer von Kandinsky&amp;lt;ref&amp;gt; Bernd Fäthke, Elisabeth Ivanowna Epstein, Eine Künstlerfreundschaft mit Kandinsky und Jawlensky, Clemens Weiler zum Andenken, Galleria Sacchetti, Ascona 1989 o. S. &amp;lt;/ref&amp;gt; avancieren. Kurz vor Weihnachten 1908 hatten Werefkin, Jawlensky, [[Adolf Erbslöh]] und der „Tonkünstler“ Dr. Oscar Wittenstein (1880–1919) die Idee zur Gründung der N.K.V.M., die durch Eintragung in das städtische Vereinsregister von München im Frühjahr 1909 offiziell wurde. Die erste Ausstellung der N.K.V.M. fand im Dezember 1909 statt. Dass Girieud als einziger Franzose mit dem Gemälde &amp;#039;&amp;#039;„Judas“&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Rosel Gollek, Der Blaue Reiter im Lenbachhaus München, Katalog der Sammlung in der Städtischen Galerie, München 1974, S. 262&amp;lt;/ref&amp;gt; daran teilnahm, ist auf die Freundschaft mit Werefkin und Jawlensky zurückzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass er darüber hinaus sich kurz darauf mit vier Werken am Ersten Salon von [[Wladimir Isdebsky]] (1882–1965) in [[Odessa]], u. a. zusammen mit Jawlensky und Kandinsky, beteiligen konnte, verdankte er nunmehr seiner besonderen Hochschätzung innerhalb der russischen Künstlerkolonie in München.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 1910 wurde Girieud in Paris von Erbslöh – dem Intimus der Werefkin und Jawlenskys Schüler – besucht, um mit seiner Hilfe avantgardistische Künstler zur Leihgabe ihrer Werke für die 2. Ausstellung der N.K.V.M. zu gewinnen.&amp;lt;ref&amp;gt; „Serrano: &amp;#039;&amp;#039; Pierre Girieud et l’expérience de la modernité, 1900–1912&amp;#039;&amp;#039;. 1996, S. 121.“ &amp;lt;/ref&amp;gt; Im Laufe des Jahres wurde Girieud schließlich Mitglied der N.K.V.M. und nahm an deren 2. Ausstellung teil, zusammen mit den französischen Kollegen – [[Georges Braque|Braque]], [[André Derain|Derain]], [[Kees van Dongen|van Dongen]], [[Francisco Durrio de Madrón|Francisco Durrio]], [[Henri Le Fauconnier|Le Fauconnier]], [[Maurice de Vlaminck|de Vlaminck]], Picasso und Rouault – neben Deutschen und Russen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 1911 wohnte Girieud bei Jawlensky und Werefkin&amp;lt;ref&amp;gt; Jawlensky: &amp;#039;&amp;#039; Lebenserinnerungen.&amp;#039;&amp;#039; Hanau 1970, S. 112 &amp;lt;/ref&amp;gt;, als ihm zusammen mit [[Franz Marc|Marc]] von der [[Heinrich Thannhauser|Modernen Galerie Thannhauser]]&amp;lt;ref&amp;gt; Mario-Andreas von Lüttichau, Die Moderne Galerie Heinrich Thannhauser in München, in: Avantgarde und Publikum: zur Rezeption avantgardistischer Kunst in Deutschland 1905-1933, Köln-Weimar-Wien:Böhlau 1992, S. 299 ff&amp;lt;/ref&amp;gt; in München eine Ausstellung ausgerichtet wurde. Als Girieud am 15. Mai&amp;lt;ref&amp;gt; „Kandinsky/Marc: &amp;#039;&amp;#039; Briefwechsel &amp;#039;&amp;#039;. 1983, S. 35.“ &amp;lt;/ref&amp;gt; von München wieder abreiste, war diese für ihn ein riesiger finanzieller Erfolg. Für über 20.000 Francs konnte er Bilder verkaufen, u. a. erwarb [[Bernhard Koehler]]&amp;lt;ref&amp;gt; Silvia Verena Schmidt, Bernhard Koehler, Ein Sammler und Mäzen der Moderne, Weltkunst, 1. Juli 1995 S. 1815 f &amp;lt;/ref&amp;gt; drei Arbeiten. Darüber hinaus kauften aber auch die Münchener Kollegen Erbslöh, [[Alexander Kanoldt|Kanoldt]] und Kandinsky. Marc versuchte durch Tausch in den Besitz eines seiner Bilder zu kommen. Die Ankäufe bei dem Kollegen bezeugen eine überaus hohe Wertschätzung für Girieuds Kunst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Girieud und der Blaue Reiter ===&lt;br /&gt;
1911 verabredeten Kandinsky und Marc mit Girieud die Aufnahme einer Abhandlung über seine Studien zur „Bedeutung der frühen Sienenesischen Malerei für die Moderne“ für den in Vorbereitung befindlichen Almanach [[Der Blaue Reiter]]. Zur Publikation kam es allerdings durch die Säumigkeit Girieuds nicht. Dennoch erschien ein Gemälde von Girieud als Abbildung im Almanach.&amp;lt;ref&amp;gt; Klaus Lankheit, Der Blaue Reiter, Herausgegeben von Wassily Kandinsky und Franz Marc, Dokumentarische Neuausgabe, München/Zürich 1984, S. 199&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 1911 besuchten Jawlensky und Werefkin Girieud in Paris. Als Girieud 1911 von der N.K.V.M. eingeladen worden war, als ihr Mitglied an der 4.&amp;amp;nbsp;Ausstellung der Berliner [[Neue Secession|Neuen Secession]] – eine Abspaltung von der [[Berliner Secession]] –, der damals die Maler der [[Brücke (Künstlergruppe)|Brücke]] angehörten, teilzunehmen, sagte er zu. Während der Ausstellungszeit in Berlin kam es zu einem Ereignis von historischer Tragweite. Marc und Kandinsky hatten unlängst heimlich ihre Trennung von der N.K.V.M. vorbereitet. Dazu inszenierten sie am 2. Dezember 1911 einen unfairen „Krach“,&amp;lt;ref&amp;gt; Wassily Kandinsky, Unsre Freundschaft. Erinnerungen an Franz Marc, in: Klaus Lankheit, Franz Marc im Urteil seiner Zeit, Texte und Perspektiven, Köln 1960, S. 48&amp;lt;/ref&amp;gt; um Kandinskys abstraktes Gemälde &amp;#039;&amp;#039;Komposition V/[[Jüngstes Gericht|Das Jüngste Gericht]]&amp;#039;&amp;#039; und traten aus der N.K.V.M. aus, um ihre seit langem vorbereitete Blaue Reiter-Ausstellung zu veranstalten. Marc und Kandinsky bedrängten darauf Girieud, zu ihnen zu konvertieren. Marc hatte ihm am 4. Dezember telegraphiert&amp;lt;ref&amp;gt; „Serrano: &amp;#039;&amp;#039; Pierre Girieud et l’expérience de la modernité, 1900-1912&amp;#039;&amp;#039;. 1996, S. 121.“ &amp;lt;/ref&amp;gt; und Kandinsky&amp;lt;ref&amp;gt; „Kandinsky/Marc: &amp;#039;&amp;#039;Briefwechsel&amp;#039;&amp;#039;. 1983, S. 80.“ &amp;lt;/ref&amp;gt; schickte ihm am gleichen Tag einen acht Seiten langen Brief. Girieud reagierte auf den Antrag der beiden unmissverständlich ablehnend, er werde keinesfalls seinen N.K.V.M.-Freunden den Rücken kehren&amp;lt;ref&amp;gt; „Serrano: &amp;#039;&amp;#039; Pierre Girieud et l’expérience de la modernité, 1900-1912&amp;#039;&amp;#039;. 1996, S. 122.“ &amp;lt;/ref&amp;gt;, bei denen er auf deren dritter Ausstellung konsequenterweise dann auch seine Bilder zeigte.&amp;lt;ref&amp;gt; Rosel Gollek, Der Blaue Reiter und die Neue Künstlervereinigung München, in: Der Blaue Reiter im Lenbachhaus München, München 1982, S. 401&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Girieuds hohe Wertschätzung, die Kandinsky und Marc seiner Kunst immer entgegengebracht hatten, litt deshalb keineswegs. Das geht zweifelsfrei aus einer Karte hervor, die Marc am 29. Dezember 1911 an Kandinsky schickte, nachdem er in Berlin die Ausstellung in der Neuen Secession gesehen hatte, in der die Bilder der N.K.V.M. neben denen des Blauen Reiters und der der Brücke hingen. Marc schrieb ihm: „Am stärksten wirkten auf [mich] Sie – und Werefkin. Girieuds große Badende (Hochformat) [ist] auch famos.“&amp;lt;ref&amp;gt; „Kandinsky/Marc: &amp;#039;&amp;#039; Briefwechsel &amp;#039;&amp;#039;. Erscheinungsjahr, S. 93.“ &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso war Girieud in der 1912 erschienenen, nobel aufgemachten Publikation der N.K.V.M., „Das Neue Bild“&amp;lt;ref&amp;gt; Otto Fischer, Das neue Bild, Veröffentlichung der Neuen Künstlervereinigung München, München 1912, S. 32 f, Tafeln XIV–XVIII &amp;lt;/ref&amp;gt;, vertreten. Danach bemühte sich Girieud, in Marseille eine Künstler-Organisation aufzubauen, die die Disziplinen Malerei, Musik mit dem gesprochenen oder geschriebenen Wort verbinden sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Erste Weltkrieg brach den Kontakt zu den Münchner Freunden ab. Girieud war Soldat 1914–1918. Ab den 1920er Jahren erhielt er Aufträge zu mehreren Fresken in öffentlichen Gebäuden, beschäftigte sich mit [[Radierung]]en und [[Lithografie]]n, arbeitete als [[Buchillustration|Buchillustrator]] und [[Bühnenbild]]ner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1937 beschlagnahmten und vernichteten die [[Nazismus|Nazis]] in der Aktion „[[Entartete Kunst]]“ nachweislich aus der [[Barmer Ruhmeshalle|Ruhmeshalle]] Wuppertal-Barmen sein Ölgemälde &amp;#039;&amp;#039;Damenbildnis&amp;#039;&amp;#039; (1902, 103 × 73,5 cm).&amp;lt;ref&amp;gt;Datenbank zum Beschlagnahmeinventar der Aktion &amp;quot;Entartete Kunst&amp;quot;, Forschungsstelle &amp;quot;Entartete Kunst&amp;quot;, FU Berlin&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1945 wurde Girieud zum Professor an der École des Beaux-Arts in [[Nantes]] ernannt. Zusehends lebte er zurückgezogen in Marseille und [[Cassis]]. Am 26. Dezember 1948 starb Girieud in einem Altersheim in [[Nogent-sur-Marne]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
Bedeutende Werke in den Kunstsammlungen:&lt;br /&gt;
* [[Städtische Galerie im Lenbachhaus]], München&lt;br /&gt;
* [[Bayerische Staatsgemäldesammlungen]], München&lt;br /&gt;
* [[Musée National d’Art Moderne]], Paris&lt;br /&gt;
* [[Musée des Beaux-Arts (Pont-Aven)|Musée des Beaux-Arts]], [[Pont-Aven]]&lt;br /&gt;
* [[Musée d’art moderne et contemporain (Genf)|Musée d’art moderne]], [[Genf]]&lt;br /&gt;
* [[Musée de Grenoble]], [[Grenoble]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Otto Fischer: &amp;#039;&amp;#039;Das neue Bild&amp;#039;&amp;#039;, Veröffentlichung der Neuen Künstlervereinigung München, München 1912, S. 22 und 32–33&lt;br /&gt;
* Alexej Jawlensky: &amp;#039;&amp;#039;Lebenserinnerungen&amp;#039;&amp;#039;, in: Clemens Weiler (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Alexej Jawlensky, Köpfe-Gesichte-Meditationen&amp;#039;&amp;#039;, Peters, Hanau 1970, ISBN 3-87627-217-3&lt;br /&gt;
* Wassily Kandinsky, Franz Marc: &amp;#039;&amp;#039;Briefwechsel&amp;#039;&amp;#039;, mit Briefen von und an Gabriele Münter und Maria Marc, hrsg., eingeleitet und kommentiert von Klaus Lankheit, Piper, München 1983, ISBN 3-492-02847-0&lt;br /&gt;
* Véronique Serrano: &amp;#039;&amp;#039;Pierre Girieud et l’expérience de la modernité, 1900-1912&amp;#039;&amp;#039;, Ausstellungskatalog, Musée Cantini, Marseille 1996&lt;br /&gt;
* Ausstellungskatalog &amp;#039;&amp;#039;Der Blaue Reiter und das Neue Bild. Von der Neuen Künstlervereinigung München zum Blauen Reiter.&amp;#039;&amp;#039; Städtische Galerie im Lenbachhaus, Prestel, München 1999, ISBN 3-7913-2065-3&lt;br /&gt;
* Bernd Fäthke: &amp;#039;&amp;#039;Pierre Girieud. Eigentlich ein Blauer Reiter.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Weltkunst&amp;#039;&amp;#039; 70./2000, Nr. 3,  München 2000, S. 483–485&lt;br /&gt;
* Bernd Fäthke: &amp;#039;&amp;#039;Marianne Werefkin&amp;#039;&amp;#039;, Hirmer, München 2001, S. 136–137, ISBN 978-3-7774-1107-1&lt;br /&gt;
* Bernd Fäthke: &amp;#039;&amp;#039;Jawlensky und seine Weggefährten in neuem Licht&amp;#039;&amp;#039;, Hirmer, München 2004, S. 77–93 und S. 135–157, ISBN 3-7774-2455-2&lt;br /&gt;
* Bernd Fäthke: &amp;#039;&amp;#039;Werefkin und Jawlensky mit Sohn Andreas in der „Murnauer Zeit“&amp;#039;&amp;#039;. In: Ausstellungskatalog &amp;#039;&amp;#039;1908-2008, Vor 100 Jahren, Kandinsky, Münter, Jawlensky, Werefkin in Murnau.&amp;#039;&amp;#039; Schloßmuseum Murnau, Murnau 2008, S. 47, 55, 56 und 60, ISBN 978-3-932276-29-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.artexpertswebsite.com/pages/artists/girieud.php Pierre Girieud auf Artexpertswebsite (englisch) mit Abbildungen einiger seiner Werke]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=121223795|LCCN=n/96/110902|VIAF=5061358}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Girieud, Pierre}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Maler (Frankreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzose]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1876]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1948]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Girieud, Pierre&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Girieud, Pierre-Paul (wirklicher Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=französischer Maler&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=17. Juni 1876&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Paris]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=26. Dezember 1948&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Nogent-sur-Marne]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
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