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	<title>Phantasma - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Phantasma&amp;diff=407731&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Andrzej.Kraków am 21. Januar 2025 um 11:52 Uhr</title>
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		<updated>2025-01-21T11:52:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Phantasma&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|φἀντασμα|de=Erscheinung, Bild, Vorstellung, Gesicht}} bzw. ein von der Gottheit gesandtes Vorzeichen, Wunder, Traumbild mit und ohne Traum, Gespenst, Geist&amp;lt;ref name=&amp;quot;GDW&amp;quot;&amp;gt;[[Gustav Eduard Benseler]] et al.: &amp;#039;&amp;#039;Griechisch-Deutsches Schulwörterbuch.&amp;#039;&amp;#039; 13. Auflage, Teubner, Leipzig 1911, S. 956 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;) wird allgemein eine mentale, innere [[Vorstellung]] bezeichnet, oft auch abwertend im Sinne eines [[Hirngespinst]]es oder [[Trugbild]]es. Im deutschen Sprachraum bezeichnet Phantasma eine wahrnehmungsähnliche szenische Gegebenheit, psychiatrisch so viel wie [[Illusion]], [[Pseudohalluzination]] und [[Halluzination]]. Die Bezeichnung gilt als wenig gebraucht und altertümlich, vgl. Kap. [[#Begriffsgeschichte|&amp;#039;&amp;#039;Begriffsgeschichte&amp;#039;&amp;#039;]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;WPP&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Phantasma.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Uwe Henrik Peters]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Lexikon Psychiatrie, Psychotherapie, Medizinische Psychologie]].&amp;#039;&amp;#039; 6. Auflage. Urban &amp;amp; Fischer, München 2007, ISBN 978-3-437-15061-6, S. 404. [https://books.google.de/books?id=w5Rd6NFbMiAC&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;dq=W%C3%B6rterbuch+der+Psychiatrie+und+medizinischen+Psychologie+-+Uwe+Henrik+Peters&amp;amp;hl=de&amp;amp;ei=6aieTO_aGYqOjAeH24mWDQ&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false (online)]&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Mario Erdheim]] betrachtet das Phantasma sowohl von seiner negativen Funktion aus als auch aus der Sicht der Selbstbehauptung und Auflehnung gegen unwürdige Verhältnisse.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GPU&amp;quot; /&amp;gt; In der französischen Psychiatrie bedeutet Phantasma allgemein so viel wie eine bildhafte Szene, in welcher der Betroffene einen Wunsch oder unbewussten Wunsch realisiert. Insofern besteht Gleichheit mit dem [[Tagtraum]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;WPP&amp;quot; /&amp;gt; Der Begriff spielt eine wichtige Rolle im Kontext der [[Psychoanalyse]] [[Jacques Lacan]]s, wo er eine bestimmte Form der [[Das Imaginäre|imaginären]] [[Phantasie]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsgeschichte ==&lt;br /&gt;
Der Begriff des Phantasmas hat insbesondere in der [[Philosophie]] eine lange Tradition und wird bereits von [[Aristoteles]] im Sinne eines mentalen „Vorstellungsbildes“ verwendet (&amp;#039;&amp;#039;[[De anima]]&amp;#039;&amp;#039; 428a). Er entspricht dort in etwa dem, was wir heute unter Phantasie oder [[Imagination]] verstehen. Dabei meint „Phantasie“ die &amp;#039;&amp;#039;Fähigkeit&amp;#039;&amp;#039;, mentale Bilder hervorzubringen, während Phantasma die von der [[Vorstellungskraft]] hervorgebrachten Bilder selbst bezeichnet. – Im Altertum beruhten die Techniken zum besseren Merken auf dem Prinzip der Versinnlichung ([[Mnemotechnik]]). Daher sah man Gedächtnisinhalte als Gedächtnisbilder an ([[Altgriechische Sprache|altgriechisch]] phantasmata, [[lateinisch]] imagines). Der [[Gesichtssinn]] galt als der oberste und als der Vernunft am nächsten stehende.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WPP&amp;quot; /&amp;gt; - [[Arthur Schopenhauer]] definiert das Phantasma als „nicht unmittelbar durch Eindruck auf die [[Sinneswahrnehmung|Sinne]] hervorgerufene, daher auch nicht zum Komplex der [[Erfahrung]] gehörige Vorstellung“ (&amp;#039;&amp;#039;Über die vierfache Wurzel des [[Satz vom zureichenden Grunde|Satzes vom zureichenden Grunde]]&amp;#039;&amp;#039; 1813, § 28). Eine Form des Phantasmas ist auch die [[Halluzination]], in der das Phantasma nicht &amp;#039;&amp;#039;als Phantasma&amp;#039;&amp;#039; erkannt, sondern mit einer äußeren Sinneswahrnehmung verwechselt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung bei Erdheim ==&lt;br /&gt;
[[Mario Erdheim]] betrachtet die zuerst vom [[Primärprozess]] erfassten, evtl. verdrängten, später aber vom [[Sekundärprozess]] notwendig (evtl. neu) elaborierten Produkte, die also (evtl. wieder) Inhalte des Bewusstseins geworden sind, als Phantasmen. Hinsichtlich der negativen Funktionen dieses Phantasmas, wie sie aus der vorstehenden Definition dieses Lemmas hervorgehen, betont Erdheim, dass bereits [[Anna Freud]] 1936 bestätigte, dass im Austausch zwischen dem [[Das Unbewusste|Unbewussten]] und dem Bewusstsein, zu dem die [[Verdrängung (Psychoanalyse)|verdrängten]] Inhalte wieder zurückstreben, „&amp;#039;&amp;#039;kein friedlicher Grenzverkehr&amp;#039;&amp;#039;“ stattfinde. Etwa am Beispiel des Namenvergessens werde diese negative Funktion zusätzlich deutlich. Wahrnehmungen verschwinden und Einsichten werden verunmöglicht. - Allerdings zeige [[Sigmund Freud]] am Beispiel des [[Witz]]es auch ein Erkenntnisse schaffendes positives [[Vermögen (Fähigkeit)|Vermögen]] des Unbewussten. Im Gegensatz zur Traumarbeit glaubt Erdheim, dass die Leistung des Witzes mittels des Unbewussten dazu führen könne, eine gemeinsame Ebene der sozialen Opposition im Sinne eines aktiven sozialen Widerstands zu bilden. Das Eintauchen im Unbewussten und die kurzfristig wieder rückgängig gemachte Verdrängung gehörten zu einem kreativen Prozess.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GPU&amp;quot;&amp;gt;[[Mario Erdheim]]: &amp;#039;&amp;#039;Die gesellschaftliche Produktion von Unbewußtheit. Eine Einführung in den ethnopsychoanalytischen Prozeß&amp;lt;!--sic--&amp;gt;.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. suhrkamp taschenbuch wissenschaft 456, Frankfurt a. M. 1988, ISBN 3-518-28065-1, S. 211 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;I+A&amp;quot;&amp;gt;[[Anna Freud]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Ich und die Abwehrmechanismen.&amp;#039;&amp;#039; 1. Auflage. München 1936.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Freud entstehe der Witz dadurch, dass ein [[Das Vorbewusste|vorbewusster]] Gedanke für einen Moment der unbewussten Bearbeitung überlassen werde und deren Ergebnis alsbald von der bewussten Wahrnehmung erfasst werde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WBU&amp;quot;&amp;gt;[[Sigmund Freud]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten&amp;lt;!--sic--&amp;gt;.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. Gesammelte Werke, Band VI, S. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 1953, S. 189.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung bei Lacan ==&lt;br /&gt;
Nachdem bereits Sigmund Freud der „Phantasie“ eine entscheidende Rolle für die Konstitution der menschlichen [[Psyche]] zusprach, führt der französische Psychoanalytiker [[Jacques Lacan]] ab 1957 (mit dem &amp;#039;&amp;#039;Seminar IV&amp;#039;&amp;#039; über die [[Objektbeziehung]]) das Phantasma als [[Terminus|terminologischen]] Begriff in die psychoanalytische Theorie ein. Lacan bezeichnet damit die psychische Repräsentation eines Objekts oder einer Situation, an die sich das Subjekt bildhaft erinnert. Das Phantasma gehört somit dem Register des [[Das Imaginäre|Imaginären]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese zunächst allgemeine Bestimmung spezifiziert Lacan, wenn er vom Phantasma als einer Form der [[Abwehrmechanismus|Abwehr]] spricht. Oft liegen der Entwicklung eines Phantasmas [[Trauma (Psychologie)|traumatische]] Erlebnisse zugrunde, die jedoch im vorgestellten Bild abgewehrt und umgedeutet werden. Ein Beispiel dafür ist eine [[Pornografie]], in welcher der Konsument sich ein Szenario entwirft (bzw. ein solches konsumiert), in dem reale Unterlegenheit und subjektiv empfundene Minderwertigkeit in sexuelle Unterwerfung der Frau und uneingeschränkte [[Phallus|phallische]] Macht des Mannes umgedeutet wird. Aus der Niederlage der Kindheit macht das [[Perversion|perverse]] Phantasma einen sexuellen Triumph. Insofern bezeichnet Lacan das Phantasma insbesondere als Abwehr gegen [[Kastrationsangst]] beziehungsweise allgemeiner auch als Abwehr gegen den Mangel im [[Der große Andere|großen Anderen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter dem einzelnen phantasmatischen Bild steht letztlich ein „fundamentales Phantasma“ (in der deutschen Übersetzung von Hans-Dieter Gondek: „grundlegende Phantasievorstellung“, &amp;#039;&amp;#039;Die Übertragung. Das Seminar, Buch VIII&amp;#039;&amp;#039;, S. 138), auf dem die [[Identität]] des Subjekts und die Formen seines [[Begehren]]s beruhen. Dieses Szenario gilt es in der psychoanalytischen Therapie zu „durchqueren“ und aufzuarbeiten. Am Umgang des Subjekts mit seinem fundamentalen Phantasma konstituiert sich die [[Subjektivität]] des Individuums selbst; es ist eine Weise, wie das Subjekt sein Genießen, seine [[Jouissance]], reguliert und organisiert. Im Phantasma sind deshalb auch die Objekte des Begehrens, die [[Objekt klein a|Objekte klein a]], zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Macht der phantasmatischen Bilder sieht Lacan – anders als etwa [[Melanie Klein]], die er in diesem Punkt explizit kritisiert – nicht in ihrer imaginären Dimension allein begründet, sondern vor allem in ihrer Einbettung in die [[Das Symbolische|symbolische Ordnung]]: Das Phantasma ist immer ein „Bild, das in der [[signifikant]]en Struktur in Funktion tritt“ (&amp;#039;&amp;#039;Die Ausrichtung der Kur und die Prinzipien ihrer Macht.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Schriften I.&amp;#039;&amp;#039; S. 230.), und nicht auf das Imaginäre reduzierbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Horst Seidl (Hrsg.): [[Aristoteles]]: &amp;#039;&amp;#039;Über die Seele.&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;[[De Anima]].&amp;#039;&amp;#039;) Meiner, Meiner 1995, ISBN 3-7873-1381-8.&lt;br /&gt;
* [[Arthur Schopenhauer]]: &amp;#039;&amp;#039;Über die vierfache Wurzel des [[Satz vom zureichenden Grunde|Satzes vom zureichenden Grunde]].&amp;#039;&amp;#039; (1813), §28, auch als [https://www.textlog.de/23026.html Online-Text]&lt;br /&gt;
* [[Jacques Lacan]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Seminar. Buch IV. Die Objektbeziehung.&amp;#039;&amp;#039; (1956–57), Turia + Kant, Wien 2004.&lt;br /&gt;
* Jacques Lacan: &amp;#039;&amp;#039;Die Ausrichtung der Kur und die Prinzipien ihrer Macht.&amp;#039;&amp;#039; In: ders.: &amp;#039;&amp;#039;Schriften I.&amp;#039;&amp;#039; Quadriga, Berlin/Weinheim 1991, S. 171–236.&lt;br /&gt;
* Jacques Lacan: &amp;#039;&amp;#039;Die Übertragung. Das Seminar. Buch VIII.&amp;#039;&amp;#039; (1960–61), Passagen, Wien 2008.&lt;br /&gt;
* Jacques Lacan: &amp;#039;&amp;#039;Le Seminaire XIV. La logique du phantasme.&amp;#039;&amp;#039; (1966–67, noch nicht auf Deutsch)&lt;br /&gt;
* Dylan Evans: &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der Lacanschen Psychoanalyse.&amp;#039;&amp;#039; Turia+Kant, Wien 2002.&lt;br /&gt;
* [[Robert Stoller|Robert J. Stoller]]: &amp;#039;&amp;#039;Perversion. Die erotische Form von Haß&amp;lt;!--sic--&amp;gt;.&amp;#039;&amp;#039; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1978.&lt;br /&gt;
* Drucilla Cornell: &amp;#039;&amp;#039;Die Versuchung der Pornografie.&amp;#039;&amp;#039; Suhrkamp, Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1997.&lt;br /&gt;
* Ulrike Kadi: &amp;#039;&amp;#039;Bilderwahn. Arbeit am Imaginären.&amp;#039;&amp;#039; Turia+Kant, Wien 1999.&lt;br /&gt;
* [[Slavoj Žižek]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Pest der Phantasmen. Die Effizienz des Phantasmatischen in den neuen Medien.&amp;#039;&amp;#039; 2., verbess. Aufl. Passagen, Wien 1999, ISBN 3-85165-384-X.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [[Rolf Nemitz]]: [https://lacan-entziffern.de/phantasma/die-formel-des-phantasmas-ein-tomatenwurf/ Lacans Formel des Phantasmas oder Ein Tomatenwurf] auf der Seite [https://lacan-entziffern.de/ &amp;quot;Lacan entziffern&amp;quot;] (2014)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Psychopathologisches Symptom]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wahrnehmung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ontologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lacanismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Andrzej.Kraków</name></author>
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