<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Pfr%C3%BCnde</id>
	<title>Pfründe - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Pfr%C3%BCnde"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Pfr%C3%BCnde&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-07T19:11:10Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Pfr%C3%BCnde&amp;diff=34470&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Josef Moser: /* Geschichte */ t</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Pfr%C3%BCnde&amp;diff=34470&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-17T10:18:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Geschichte: &lt;/span&gt; t&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Pfarrpfründe Preding Pfarrhof.pdf|mini|Ob Grundstücke zu einer Pfründe gehören, kann sich auch aus dem Grundbuch ergeben: hier am Beispiel der Pfarrpfründe Preding in der Weststeiermark, Österreich.]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pfründe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von [[mittellatein]]isch &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|praebenda}}&amp;#039;&amp;#039; für „Unterhalt“ abgeleitet), Plural &amp;#039;&amp;#039;Pfründen&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Präbende&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, historisch auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pfrund&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (in der Schweiz) oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pröven&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (in Norddeutschland) genannt, lateinisch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Benefizium&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, bezeichnet ursprünglich eine [[Schenkung]]. Später bezeichnet sie das Einkommen aus einem weltlichen oder [[Kirchliches Amt|kirchlichen Amt]], insbesondere die durch eine natürliche oder [[juristische Person]] gewährte Verköstigung oder Zahlung von [[Unterhalt]]. Übertragen wird der Begriff auch für das Amt selbst mit einem selbständigen Einkommen für den Amtsinhaber oder für eine Abgabe zur Finanzierung dieses Amtes gebraucht. Heute gibt es weiterhin Pfründen aus dem Ertrag von kirchlichen Liegenschaften oder Vermögen, die die [[Säkularisation]] überdauert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Im [[Frühmittelalter|frühen]] und [[Hochmittelalter|hohen Mittelalter]], vor der allgemeinen Durchsetzung der [[Geldwirtschaft]], bot dieses System der indirekten Finanzierung eines Amtes die Möglichkeit, solche Stellen unabhängig und langfristig zu finanzieren. Es war auch möglich, eine Pfründe (deren Ertrag) auf mehrere Personen aufzuteilen oder mehrere Pfründen für eine Personengruppe vorzusehen (z.&amp;amp;nbsp;B. am [[Speyerer Dom]]: Semipräbendare und [[Sexpräbendar]]e). &amp;#039;&amp;#039;Pfründner&amp;#039;&amp;#039; nannte man auch Pensionäre in [[Hospital|Spitälern]], die sich durch Einbringen eines [[Vermächtnis|Legats]] eine dauernde Unterkunft und Pflege gesichert hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechte und Pflichten des Besitzers einer Pfründe (Pfründner) waren, soweit es sich um kirchliche Vermögen handelte (bei Pfarren etc.) kirchenrechtlich geregelt,&amp;lt;ref&amp;gt;Z. B. im 3. Buch des [[Codex Iuris Canonici#Codex Iuris Canonici 1917|CIC 1917]], Teil 5, Titel XXV, Kapitel V - De beneficiis ecclesiasticis, in den canones 1472 bis 1483 unter der Überschrift „[https://www.codex-iuris-canonici.de/cic17_lat_liber3.htm Caput V - De iuribus et obligationibus beneficiariorum] Kapitel 5 - Über Rechte und Pflichten der Benefizianten“ (abgerufen am 23. Jänner 2026).&amp;lt;/ref&amp;gt; es gab Durchführungsvorschriften in den einzelnen Diözesen etc. So hatte der Pfründner Gebetsstunden einzuhalten,&amp;lt;ref&amp;gt;Can. 1475 CIC 1917 § 1: Beneficiarius tenetur peculiaria onera beneficio adnexa fideliter adimplere et praeterea canonicas horas quotidie recitare. § 2. Si, nullo legitimo detentus impedimento, obligationi recitandi horas canonicas non satisfecerit, fructus pro rata omissionis non facit suos, eosque fabricae ecclesiae aut Seminario dioecesano tradat vel in pauperes eroget. - § 1: Der Begünstigte ist verpflichtet, die mit der Pfründe verbundenen besonderen Pflichten gewissenhaft zu erfüllen und darüber hinaus täglich die kanonischen Stunden zu beten. § 2. Hat er ohne rechtmäßigen Grund die Pflicht zur Verrichtung der kanonischen Stunden nicht erfüllt, so stehen ihm die Früchte des Gebets im Verhältnis zur Unterlassung nicht zu, sondern er muss sie der Kirche oder dem diözesanen Priesterseminar übergeben oder an die Armen verteilen.&amp;lt;/ref&amp;gt; widrigenfalls er Rechte auf Erträgnisse verlor und kleinere Reparaturen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.codex-iuris-canonici.de/cic17_lat_liber3.htm can. 1477 § 3: Minores reparationes quae ipsi incumbunt, beneficiarius quamprimum perficiat, ne maiorum necessitas enascatur.] Der Begünstigte sollte die ihm obliegenden kleineren Reparaturen so schnell wie möglich erledigen, damit keine größeren Reparaturen notwendig werden. Dies sind vor allem jene Herstellungen, die für gewöhnlich der Mieter eines Hauses ohne Anspruch auf Ersatz durch den Vermieter zu tragen hat, insbesondere: Weißen und Ausmalen der Räume, kleinere Fußbodenreparaturen, kleine Dachreparaturen, Ersatz zerbrochenen Fensterglases, Streichen der Innenfenster etc.(abgerufen am 23. Jänner 2026).&amp;lt;/ref&amp;gt; selbst zu finanzieren. Diese sogenannten Sarta tecta-Lasten fielen weitgehend in das Entscheidungsrecht des Pfründners, was aber allfällige Kontrollen durch Pfarrkirchenräte nicht verhinderte. Wenn eine Pfarre einem Kloster inkorporiert war, konnten u. U. auch die Aufwendungen aus diesen Lasten dem Kloster (als rechtlicher Berechtigter aus der Pfründe) weiterverrechnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.obritzberg.info/vp/images/files/2022/Pfarrordnung2016.pdf Pfarrordnung der Diözese St. Pölten in der geltenden Fassung (2016)] S. 13–14, §§ 46, 49, 50. (abgerufen am 23. Jänner 2026).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:1859 Nachweisung für sarta tecta Instandhaltungsaufwendungen in der Localie St. Oswald in Freiland.jpg|mini|Nachweisung für sarta tecta: Der Pfründner (Pater Isingrim Oswald aus dem Stift Admont, Vikar/Localkurat der [[Filialkirche]], die damals dem Stift [[Inkorporation (Kirche)|voll inkorporiert]] war) hat im verflossenen Jahr 1859 Glaser, Maurer und Schlosser beschäftigt und summiert die Aufwendungen von 23 [[Österreichisch-ungarischer Gulden|Gulden]] 78 ½ Kreuzer.]]&lt;br /&gt;
Schon im Mittelalter wandten sich Päpste und Konzilien gegen die Vereinigung mehrerer Pfründen auf eine Person („Pfründenkumulation“), denn die Zuweisung mehrerer Einkünfte – insbesondere in verschiedenen Orten – vertrug sich nicht mit der persönlichen Verrichtung der Amtspflichten, der [[Residenzpflicht (Kirchenrecht)|Residenzpflicht]]. In solchen Fällen wurden zwar für die Seelsorgeaufgaben [[Pfarrvikar#Katholische Kirche|Vikare]] bestellt (und vom abwesenden Pfründeninhaber entlohnt), es war aber auch eine Absenzgebühr zu leisten, deren Höhe sich an den Leistungen der Pfründe orientierte. Die Entlohnung des Vikars blieb gering, da der Großteil des Pfründeneinkommens vom Inhaber und dieser Gebühr verbraucht wurde. Die damit verbundenen Missstände förderten die Verbreitung des [[Protestantismus]], was wiederum den Einfluss der katholischen Kirche minderte und die [[Gegenreformation]] bzw. [[Rekatholisierung]] erschwerte. Es war sogar vorgekommen, dass kirchliche Pfründen an Personen gelangten, die nicht einmal zum Priester geweiht worden waren und als Mitarbeiter Kapläne beschäftigten.&amp;lt;ref&amp;gt;Am Beispiel der Pfarre [[Straden]] in der Steiermark: Christa Schillinger-Praßl: [https://www.landesarchiv.steiermark.at/cms/dokumente/11680062_77969250/9e2cddce/280%20bis%20283%20aus%20Mitteilungen%2047-Geheimprotestanten%20in%20der%20Pfarre%20Straden.pdf &amp;#039;&amp;#039;Geheimprotestanten in der Pfarre Straden.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchives.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. vom Steiermärkischen Landesarchiv Graz, Folge 47, Jahrgang 1997, {{ZDB|510427-0}}, S. 282 Fußnote 12. So betrug um 1450 die Absenzgebühr, die der Inhaber der Pfarre Straden dem [[Diözese Graz-Seckau|Bischof von Graz-Seckau]] bezahlen musste, den vergleichsweise hohen Betrag von 32 [[Pfund (Währung)#Geschichte|Pfund]] [[Kärntner Pfennig|Pfennigen]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher wurden die Pfründen nach und nach zu Gunsten einer direkten [[Besoldung]] der Amtsträger oder einer Anrechnung auf andere Leistungen ([[Kongrua]]) eingezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pfründen als Keimzellen von sozialen Institutionen, Gilden und Zünften ==&lt;br /&gt;
Das Pfründenwesen diente in vielen europäischen Städten des Mittelalters zur Entwicklung sozialer Institutionen. An zwei Beispielen kann dies nachvollzogen werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von der Pfründe zur Zunft am Beispiel Antwerpens ===&lt;br /&gt;
In [[Antwerpen]] gingen einige Handwerks-[[Zünfte]] und [[Gilde (Berufsverband)|Gilden]] aus [[Stiftung]]en für Messen hervor. Vom 13. bis zum 16. Jahrhundert bestellten wohlhabende, ältere Leute einen Seelsorger der [[Liebfrauenkathedrale (Antwerpen)|Liebfrauenkathedrale]], der nach ihrem Tode für sie regelmäßig Messe lesen sollte. Die materielle Versorgung dieses Dienstes wurde oft durch eine Schenkung von Land, Wald oder Immobilien sichergestellt. Da dieser Priester jede Woche mindestens einmal den Gottesdienst auf einem bestimmten Altar zu lesen hatte, verband sich dieser Altar und der ihm zugehörige Heilige mit der Pfründe. Meist verwaltete der Priester die Schenkung nicht selbst, sondern die Erblasserin oder der Erblasser setzte eine Institution ein. Im süddeutschen Raum, in Österreich und der Schweiz entstanden dadurch Stiftungen – mehrfach in Form von Kloster-Stiften. In Antwerpen wurden die ersten dieser Institutionen um 1230 gegründet. Da die Pfründen zuweilen von Kaufleuten oder Handwerksmeistern gestiftet wurden, weiteten sie sich oft zu Gilden und Zünften aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Marcel Gielis: &amp;#039;&amp;#039;Images are the books of the ignorant.&amp;#039;&amp;#039; In: Ria Fabri, Nico Van Hout (Ed.): &amp;#039;&amp;#039;From [[Quentin Massys|Quinten Metsijs]] to [[Peter Paul Rubens]]. Masterpieces from the Royal Museum Reunited in the Cathedral.&amp;#039;&amp;#039; Bai Publishers, Antwerp 2009, ISBN 9789 0858 6537 7, S. 205.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Verknüpfung mit dem Altar und dem Heiligen war dabei konstitutiv. Die Kirchenoberhäupter unterstützten diesen Wandel; sie wurden von einer wesentlichen Renovations- und Instandhaltungspflicht des Kirchengebäudes entbunden.&amp;lt;ref&amp;gt;Jos Van den Nieuwenhuizen:  &amp;#039;&amp;#039;Altars, from chantry to craft.&amp;#039;&amp;#039; In: Ria Fabri, Nico Van Hout (Ed.): &amp;#039;&amp;#039;From Quinten Metsijs to Peter Paul Rubens. Masterpieces from the Royal Museum Reunited in the Cathedral.&amp;#039;&amp;#039; Bai Publishers, Antwerp 2009, ISBN 9789 0858 6537 7, S. 13–15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Antwerpen sind diese Pfründen-Altäre Wegmarken der Kunstgeschichte. Die Altarbilder wurden Meistern wie [[Peter Paul Rubens]] in Auftrag gegeben. Vom 16. Jahrhundert an begründete damit die [[Malerei der Renaissance#Die Renaissance in Nordeuropa|Malerei der Renaissance]] und später die [[Barock (Malerei)|des Barock]] von Antwerpen ihren Ruhm und ihr Auskommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Huvenne, Paul Van Remoortere &amp;#039;&amp;#039;Introduction.&amp;#039;&amp;#039; In: Ria Fabri, Nico Van Hout (Ed.): &amp;#039;&amp;#039;From Quinten Metsijs to Peter Paul Rubens. Masterpieces from the Royal Museum Reunited in the Cathedral.&amp;#039;&amp;#039; Bai Publishers, Antwerp 2009, ISBN 9789 0858 6537 7, S. 9–11.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Pfründen als Finanzierungsform sozialer Institutionen am Beispiel St.&amp;amp;nbsp;Gallens ===&lt;br /&gt;
Ähnlich wie in vielen anderen Städten Mittel- und Westeuropas bildete das Pfründenwesen den materiellen Hintergrund des [[Kantonsspital_St._Gallen#Geschichte|Heilig-Geist-Spital]]s in St. Gallen. Dieses Spital wurde 1228 gestiftet. Es enthielt ein Alters- und Pflegeheim, ein [[Waisenhaus]], eine Armen- und Arbeitsanstalt, ein [[Hospital]] für ansteckende Krankheiten (Siechenhaus) und ein Krankenheim.&amp;lt;ref&amp;gt;Man würde vielleicht besser von einem &amp;#039;&amp;#039;Hospiz&amp;#039;&amp;#039; oder einem &amp;#039;&amp;#039;Hospital&amp;#039;&amp;#039; sprechen. Vgl. Marcel Mayer: &amp;#039;&amp;#039;Heime im Heim. Die Aufgaben des Bürgerspitals im Wandel.&amp;#039;&amp;#039; In: Ernst Ziegler (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Vom Heiliggeist-Spital zum Bürgerspital.&amp;#039;&amp;#039; Bürgerspital St.&amp;amp;nbsp;Gallen, St.&amp;amp;nbsp;Gallen 1995, ISBN 3-907928-00-8, S. 126–127.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Institutionen standen nur Bürgern der Stadt offen. Ab 1845 wurde die Einrichtung in [[Bürgerspital]] umbenannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Heilig-Geist-Spital ging aus einer Stiftung des [[Minnesang|Minnesängers]] [[Ulrich von Singenberg]] und des Stadtbürgers Ulrich Blarer hervor. Während ihres ganzen Bestehens bis zur heutigen Zeit sind freiwillige Zuwendungen ein wesentlicher Finanzierungsfaktor der Institution.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Stefan Sonderegger (Historiker)|Stefan Sonderegger]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Heiliggeist-Spital St.Gallen als wirtschaftliche Institution im Spätmittelalter.&amp;#039;&amp;#039; In: Ernst Ziegler (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Vom Heiliggeist-Spital zum Bürgerspital.&amp;#039;&amp;#039; Bürgerspital St.&amp;amp;nbsp;Gallen, St.&amp;amp;nbsp;Gallen 1995, ISBN 3-907928-00-8, S. 63.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Motivation war, dass eine wohlhabende Person einen Teil ihres Reichtums an Bedürftige abgibt. Bernhard Wartmann, der Chronist des Heiliggeist-Spitals, schrieb um 1794:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Vornehme und adelige Geschlechter wurden durch die damals den Benediktinern eigentümlich zugehörende Menschlichkeit angespornt, das Ihrige mit beizutragen, um den Überfluss des einten durch Unterstützung des andern gehörig anzuwenden. So entstanden Stiftungen und Vergabungen, um Elende zu ernähren und Waisen zu erhalten.&lt;br /&gt;
 |Autor=Bernhard Wartmann&amp;lt;ref&amp;gt;Bernhard Wartmann: &amp;#039;&amp;#039;Spital, Seelhaus, Prestenhaus, Siechenhaus, Zucht- und Waisenhaus.&amp;#039;&amp;#039; Bearbeitet von E. Ziegler. In: Ernst Ziegler (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Vom Heiliggeist-Spital zum Bürgerspital.&amp;#039;&amp;#039; Bürgerspital St.&amp;amp;nbsp;Gallen, St.&amp;amp;nbsp;Gallen 1995, ISBN 3-907928-00-8, S. 14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei fällt auf, dass nicht &amp;#039;&amp;#039;individuelle&amp;#039;&amp;#039; Arme mit Almosen bedacht wurden, sondern dass der Wohlhabende einen Teil seines Reichtums einer Institution vermachte, die dann &amp;#039;&amp;#039;allen&amp;#039;&amp;#039; Armen ohne Unterschied zustand. In St.&amp;amp;nbsp;Gallen wurde mit dem Namen „Pfrund“  eine frühe Form eines [[Pensionskasse]]n-Systems begründet. Ein Bürger konnte sich mit einem festen Geldbetrag oder einer Schenkung in Naturalien das Recht erwerben, bis zu seinem Tode im Spital wohnen zu dürfen und verköstigt zu werden. Dieser Geldbetrag oder die Naturalie wurde Pfrund genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Pfründen gelangte das Spital im Laufe der Zeit zu einem ansehnlichen Besitz von Land, Wald, Rebbergen und Immobilien. Die Pfründe gehörte nach dem Ableben, wie heute das Pensionskassenkapital auch, dem Spital.&amp;lt;ref&amp;gt; [[Stefan Sonderegger (Historiker)|Stefan Sonderegger]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Heiliggeist-Spital St.Gallen als wirtschaftliche Institution im Spätmittelalter.&amp;#039;&amp;#039; In: Ernst Ziegler (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Vom Heiliggeist-Spital zum Bürgerspital.&amp;#039;&amp;#039; Bürgerspital St.&amp;amp;nbsp;Gallen, St.&amp;amp;nbsp;Gallen 1995, ISBN 3-907928-00-8, S. 63–89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Heiliggeist-Spital nahm auch Flüchtlinge auf, oft unter großer Entbehrung wie 1688, als in der Folge der Hugenottenkriege viele flüchtende Franzosen und [[Pius V.#Das Massaker an den Waldensern aus Guardia Piemontese|Piemonteser]] in St.&amp;amp;nbsp;Gallen vorbeikamen oder auch dort blieben.&amp;lt;ref&amp;gt;Bernhard Wartmann: &amp;#039;&amp;#039;Spital, Seelhaus, Prestenhaus, Siechenhaus, Zucht- und Waisenhaus.&amp;#039;&amp;#039; Bearbeitet von E. Ziegler. In: Ernst Ziegler (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Vom Heiliggeist-Spital zum Bürgerspital.&amp;#039;&amp;#039; Bürgerspital St.&amp;amp;nbsp;Gallen, St.&amp;amp;nbsp;Gallen 1995, ISBN 3-907928-00-8, S. 38.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Spital hatte den Auftrag, Milch für Bedürftige zu liefern. Vor allem Familien mit Kindern hatten Anrecht auf verbilligte Milch. Die Stiftung legte deshalb einen Höchstpreis fest. Menschen, die in Armut gerieten, hatten Anrecht auf eine so genannte Wochengabe. Diese wurde individuell festgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den beschriebenen Leistungen wie Altersheim, Pflegeheim, Waisenhaus, Essen und Unterkunft für die Pensionäre gab es also auch Leistungen, die heute dem Sozialwesen zuzurechnen wären. Das Heiliggeist-Spital ist in der Terminologie der [[Umweltökonomie]] ein so genanntes [[Commons|Gemeingut]] (englisch &amp;#039;&amp;#039;Commons&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Pool-Ressource&amp;#039;&amp;#039;). Deren [[Trittbrettfahrerproblem|Aneignung und Bereitstellung]] wurde z.&amp;amp;nbsp;B. von [[Elinor Ostrom]] wissenschaftlich erforscht und dokumentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Elinor Ostrom: &amp;#039;&amp;#039;Die Verfassung der Allmende.&amp;#039;&amp;#039; Mohr Siebeck, Tübingen 1999, ISBN 978-3-16-146916-9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rechtsgrundlagen ===&lt;br /&gt;
Eine noch bestehende Pfründe ist heutzutage in Deutschland häufig als eine rechtsfähige Stiftung verfasst, die zu kirchlichem Vermögen gehört und in der Regel durch kirchliche Organe rechtlich vertreten wird (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Ordinariat (Behörde)|Ordinariat]], Kirchenvorstand). Den rechtlichen Charakter einer Pfründe haben auch die vielerorts noch vorhandenen Küsterschulstiftungen und Kirchschullehne, etwa in Sachsen. Ob Pfründen Stiftungen kirchlichen, öffentlichen oder privaten Rechts sind, hängt von ihrer Entstehungszeit und dem örtlich geltenden (Landes-)Recht ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die rechtliche Ausgestaltung einer Pfründe hängt unter Umständen von den Regeln eines allenfalls vorhandenen [[Konkordat]]es ab, sie kann aber auch je nach Diözese unterschiedlich sein (sog. [[Partikularrecht]]). So haben in Österreich gemäß Art. II des [[Österreichisches Konkordat von 1933|österreichischen Konkordates]], {{BGBl|II Nr. 2/1934}}, die mit Rechtspersönlichkeit ausgestatteten kirchlichen Einrichtungen auch Rechtspersönlichkeit für den staatlichen Bereich, entsprechende Bestimmungen des [[Codex Iuris Canonici|Kirchlichen Gesetzbuches (CIC) 1917]] wurden von der Bischofskonferenz auch nach Inkrafttreten des CIC 1983 beibehalten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bischofskonferenz.at/dl/onpmJKJKKoKKlJqx4KMJK/Amtsblatt_Nr_01_pdf Amtsblatt der Österreichischen Bischofskonferenz], Dekret über das bisherige&lt;br /&gt;
Benefizialrecht. Jahrgang 1984 Nr. 1, {{ZDB|3036487-5}}, S. 5, Punkt 5. (abgerufen am 24. Jänner 2026).&amp;lt;/ref&amp;gt; Es können somit zumindest in Österreich auch Pfründen die Rechtsstellung einer Körperschaft öffentlichen Rechts haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Damjan Peter Oitzl: &amp;#039;&amp;#039;[https://netlibrary.aau.at/obvuklhs/download/pdf/2412125?originalFilename=true Die Einkünfte von katholischen Priestern und deren steuerliche Behandlung.]&amp;#039;&amp;#039; Masterarbeit an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt 2016. S. 48–49.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Österreichische Bischofskonferenz|Bischofskonferenz]] hat allerdings 1984, in Zusammenhang mit dem Inkrafttreten des neuen [[Codex Iuris Canonici|CIC]], das Vermögensrecht vereinfacht. Es blieben zwar alle kirchlichen Rechtspersonen, die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Gesetzbuches am 27. November 1983 in Osterreich bestanden, weiterhin aufrecht (sodass z. B. Grundbuchseintragungen nicht verändert werden müssen). Allerdings wurde die neue Rechtsperson „[[Pfarrei#Im katholischen Kirchenrecht|Pfarre]]“ auch Eigentümerin von Sondervermögen, sodass eigene Rechtspersonen für Sondervermögen (wie davor die „[[Pfarrkirche]]“, ein „[[Fabrikgut]]“  oder die „Pfarrpfründe“) seither nicht mehr notwendig sind und auch nicht mehr errichtet werden müssen. Auch in den schon bestehenden Pfarren sollte ab 27. November 1983 neues Vermögen anstelle der Rechtsperson Pfarrkirche von der Rechtsperson Pfarre erworben werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bischofskonferenz.at/dl/onpmJKJKKoKKlJqx4KMJK/Amtsblatt_Nr__01_pdf Amtsblatt der Österreichischen Bischofskonferenz, Dekrete über juristische Personen.] Jahrgang 1984 Nr. 1, {{ZDB|3036487-5}}, S. 7, Punkt 15. (abgerufen am 24. Jänner 2026).&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die Erzdiözese Wien wurde im Dezember 2024 eine neue Regelung für die Verwaltung des Pfründenvermögens über einen Sozialfonds auf Grundlage des can. 1274 CIC&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.vatican.va/archive/cod-iuris-canonici/deu/documents/cic_libro5_cann1273-1289_ge.html &amp;#039;&amp;#039;Can. 1274 — § 1. In den einzelnen Diözesen hat es eine besondere Einrichtung zu geben, die Vermögen oder Gaben zu dem Zweck sammelt, dass der Unterhalt der Kleriker, die für die Diözese Dienst tun, gemäß can. 281 gewährleistet ist, falls nicht anders für sie vorgesorgt ist. …&amp;#039;&amp;#039;] (Abgerufen am 11. Dezember 2024).&amp;lt;/ref&amp;gt; veröffentlicht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.erzdioezese-wien.at/dl/NmNoJKJKKNKMnJqx4KlJK/202412_pdf &amp;#039;&amp;#039;Bestimmungen für die Gebarung der Pfründenvermögen.&amp;#039;&amp;#039; Wiener Diözesanblatt, Jahrgang 162, Nr. 12, Dezember 2024,] {{ZDB|553999-7}}, S. 221–223 (Abgerufen am 11. Dezember 2024).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heutiger Sprachgebrauch ==&lt;br /&gt;
Auch ein für Träger [[Öffentliches Amt|öffentlicher Ämter]] oft zu günstigen Bedingungen durch Einkauf oder eine Stiftung gesicherter Unterhalt in einem [[Kloster]], Heim oder Krankenhaus kann als Pfründe bezeichnet werden. Eine Person, die diese Leistungen in Anspruch nimmt, wird &amp;#039;&amp;#039;Pfründner&amp;#039;&amp;#039; (oder &amp;#039;&amp;#039;Präbendar&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;Präbendarius&amp;#039;&amp;#039;, in Norddeutschland &amp;#039;&amp;#039;Prövener&amp;#039;&amp;#039;) genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der heutigen Umgangssprache taucht der Begriff meist negativ konnotiert auf, wenn eine „fette Pfründe“ ein Amt bezeichnen soll, das wesentlich mehr einbringt, als der dafür zu erbringenden Leistung entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Mensalgut]]&lt;br /&gt;
* [[Pfrundhaus]]&lt;br /&gt;
* [[Sinekure]]&lt;br /&gt;
* [[Frühstücksdirektor]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Gudrun Walter: &amp;#039;&amp;#039;Rechtsgrundlagen des Benefizialwesens im CIC/1917 und CIC/1983&amp;#039;&amp;#039; ([https://www.uibk.ac.at/praktheol/kirchenrecht/teilkirchenrecht/innsbruck/lager/walter.pdf Online])&lt;br /&gt;
* [[Ernst Ziegler (Historiker)|Ernst Ziegler]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Vom Heiliggeist-Spital zum Bürgerspital.&amp;#039;&amp;#039; Bürgerspital St.&amp;amp;nbsp;Gallen, St.&amp;amp;nbsp;Gallen 1995, ISBN 3-907928-00-8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Pfründe}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Präbende}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Pfründner}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- * [http://lehre.hki.uni-koeln.de/drw-cgi/kleioc?_kleioprot=0010KlDRW&amp;amp;_1=datendrw&amp;amp;prevterm=pfruenddieberei&amp;amp;execterm=pfruende&amp;amp;nextterm=pfundiglehen&amp;amp;doexec=Volldarstellung&amp;amp;cat2use=lemmata Ausschnitt aus dem Deutschen Rechtswörterbuch] 2010-02-14: 404 - mal unter archive.org suchen ... --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Beispiel: BFH-Urteil vom 13. Mai 1987 (II R 225/82) BStBl. 1987 II S. 722, [https://research.wolterskluwer-online.de/document/c4891243-c250-4cad-a8af-b105e675b17a Volltext] ([[Wolters Kluwer]]).&lt;br /&gt;
* {{HLS|31950|Pfründen|Autor= Immacolata Saulle Hippenmeyer}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4134932-5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Pfrunde}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchenrechtsgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feudalismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Einkommen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Josef Moser</name></author>
	</entry>
</feed>