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	<title>Pflegschaft - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-31T08:24:43Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Pflegschaft&amp;diff=398096&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Gesetzesfreak am 17. August 2024 um 08:15 Uhr</title>
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		<updated>2024-08-17T08:15:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|erläutert die individuelle gesetzliche Vertretung; zu Elternvertretungsgremien (Klassenpflegschaft o.&amp;amp;nbsp;ä.) siehe [[Elternvertretung]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pflegschaft&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Rechtsinstrument des deutschen [[Privatrecht|Zivilrechts]], geschaffen, um bei konkretem Bedarf einer oder mehrerer [[Natürliche Person|natürlicher Personen]] einen [[Gesetzlicher Vertreter|gesetzlichen Vertreter]] zu bestellen, der für den oder die Betroffenen handeln kann, wenn diese selbst nicht in der Lage sind, ihre Interessen wahrzunehmen, beziehungsweise ein bereits vorhandener gesetzlicher Vertreter (z.&amp;amp;nbsp;B. wegen eines [[Insichgeschäft]]es) von der Vertretung ausgeschlossen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Pflegschaftsarten ist der Fürsorgecharakter gemein. Es soll Sorge dafür getragen werden, dass die Rechte des Betroffenen durch einen &amp;#039;&amp;#039;Pfleger&amp;#039;&amp;#039; wahrgenommen werden. Ein gerichtlich bestellter Pfleger ist in dem Bereich, für den er bestellt wurde – seinem Aufgabenkreis – der gesetzliche Vertreter des Betroffenen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland ist die Pflegschaft über Minderjährige in den {{§|1809-1813|BGB|buzer|text=§§&amp;amp;nbsp;1809&amp;amp;nbsp;ff.}} und für andere Fälle in den {{§|1882-1888|BGB|buzer|text=§§&amp;amp;nbsp;1882&amp;amp;nbsp;ff.}} des [[Bürgerliches Gesetzbuch|Bürgerlichen Gesetzbuches]] (BGB) und im [[Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit]] (FamFG) geregelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die Pflegschaft ([[Latein|lat.]] &amp;#039;&amp;#039;cura&amp;#039;&amp;#039;) hat ihren Ursprung im [[Römisches Recht|römischen Recht]]. Sie galt für [[Pater familias|gewaltfreie]] Personen und war vorgesehen für Geisteskranke (&amp;#039;&amp;#039;furiosi&amp;#039;&amp;#039;), für Verschwender (&amp;#039;&amp;#039;prodigi&amp;#039;&amp;#039;) und viel später für mündige Minderjährige (&amp;#039;&amp;#039;minores&amp;#039;&amp;#039;). Regelungen für Geisteskranke und entmündigte Verschwender fanden sich bereits in den [[Römische Republik|frührepublikanischen]] [[Zwölftafelgesetz|XII Tafeln]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Kunkel]], [[Heinrich Honsell]], [[Theo Mayer-Maly|Mayer-Maly]], [[Walter Selb]]: &amp;#039;&amp;#039;Römisches Recht (Enzyklopädie der Rechts- und Staatswissenschaft)&amp;#039;&amp;#039;, Springer-Verlag, 4. Auflage 1987, S. 430.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie standen in der Gewalt ihrer [[Agnat]]en und [[Gens|Gentilen]] (&amp;#039;&amp;#039;cura legitima&amp;#039;&amp;#039;). Die Regelungen waren ähnlich zu denen der [[Vormundschaft#Vormundschaft in der Antike|Vormundschaft]] (&amp;#039;&amp;#039;tutela&amp;#039;&amp;#039;) ausgestaltet. In Ermangelung eines &amp;#039;&amp;#039;curator legitimus&amp;#039;&amp;#039; bestellte der [[Praetur|Stadtprätor]] den Pfleger (&amp;#039;&amp;#039;curator honorarius&amp;#039;&amp;#039;). Die Pflegschaft für Minderjährige wurde stets vom Magistraten bestimmt.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinrich Honsell: &amp;#039;&amp;#039;Römisches Recht.&amp;#039;&amp;#039; 7.&amp;amp;nbsp;Auflage. Springer, Zürich 2010, ISBN 978-3-642-05306-1, S. 186.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pfleger sollte die Nachteile ausgleichen, die sich im Interessenskreis des Pfleglings ergaben. Rechtsgeschäfte von unter Pflegschaft stehenden Personen bedurften zur Wirksamkeit der [[Zustimmung|Genehmigung]] des Pfleger, denn bis dahin waren sie [[Unwirksamkeit#Schwebende Unwirksamkeit|schwebend unwirksam]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsabgrenzung ==&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur [[Betreuung (Recht)|Betreuung]], welche einem volljährigen Betroffenen einen Betreuer und vom Sinn und Zweck her unbefristet in ganzen Lebensbereichen ([[Vermögenssorge]], Behördenangelegenheiten, [[Gesundheitsfürsorge]] usw.) zur Seite stellt, gilt eine Pflegschaft für einen klar umrissenen Sachverhalt oder Zeitraum (beispielsweise eine Vermögens- oder Gesundheitssorge bis zur Volljährigkeit), für den eine Pflegerbestellung notwendig wird (evtl. sogar nur für die Abgabe einer einzigen [[Willenserklärung]], wie z.&amp;amp;nbsp;B. bei einem bestimmten Vertragsschluss, oder die Vertretung in einem bestimmten gerichtlichen Verfahren).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten ==&lt;br /&gt;
Der Oberbegriff &amp;#039;&amp;#039;Pflegschaft&amp;#039;&amp;#039; umfasst die im Gesetz jeweils einzeln geregelten Fälle der&lt;br /&gt;
* [[Ergänzungspflegschaft]] für einen [[Minderjährigkeit|Minderjährigen]], dessen Eltern in einem Teilbereich an der Ausübung der [[elterliche Sorge (Deutschland)|elterlichen Sorge]] verhindert sind ({{§|1809|bgb|juris}} BGB), hierzu gehört auch die [[Umgangspflegschaft]]&lt;br /&gt;
* Pflegschaft für ein bereits gezeugtes, aber noch ungeborenes Kind ([[Nasciturus (Deutschland)|Nasciturus]]) ({{§|1810|bgb|juris}} BGB)&lt;br /&gt;
* Pflegschaft für unbekannte Beteiligte ({{§|1882|bgb|juris}} BGB)&lt;br /&gt;
* Pflegschaft für gesammeltes Vermögen ({{§|1883|bgb|juris}} BGB)&lt;br /&gt;
* [[Abwesenheitspflegschaft]] für Volljährige mit unbekanntem Aufenthalt ({{§|1884|bgb|juris}} BGB)&lt;br /&gt;
* [[Verfahrenspfleger|Verfahrenspflegschaft]] in Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit ({{§|276|famfg|juris}} FamFG ([[Betreuungsverfahren]]), {{§|317|famfg|juris}} FamFG ([[Unterbringungsverfahren]]), {{§|419|famfg|juris}} FamFG ([[Freiheitsentziehungssachen]]))&lt;br /&gt;
* [[Prozesspflegschaft]] in Verfahren der [[Zivilprozessrecht (Deutschland)|streitigen Gerichtsbarkeit]] ({{§|57|zpo|juris}} ZPO)&lt;br /&gt;
* [[Nachlasspflegschaft]] für unbekannte [[Erbe]]n ({{§|1960|bgb|juris}}, {{§|1961|bgb|juris}} BGB)&lt;br /&gt;
* [[Gebrechlichkeitspflegschaft]] (seinerzeit § 1910 BGB; wurde zum 1. Januar 1992 aufgehoben und durch die [[rechtliche Betreuung]] ersetzt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[Amtspfleger|Amtspflegschaft]] wird eine der obigen Pflegschaften für Minderjährige (und ungeborene Kinder) bezeichnet, wenn das [[Jugendamt]] zum Pfleger bestellt wurde ({{§|1774|bgb|juris}} in Verbindung mit {{§|1779|bgb|juris}} BGB, §{{§|55|sgb_8|juris}} ff. SGB&amp;amp;nbsp;VIII). Eine Vereinspflegschaft ist in der gleichen Art eine Pflegschaft, die von einem zur Führung von Vormundschaften und Pflegschaften anerkannten [[Verein]] ({{§|54|sgb_8|juris}} SGB&amp;amp;nbsp;VIII) gemäß {{§|1774|bgb|juris}} BGB geführt wird. Das Jugendamt bzw. der Verein haben die tatsächliche Wahrnehmung der Pflegschaftsaufgaben auf einen oder mehrere Mitarbeiter zu übertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Pflegschaft über Minderjährige gelten die Vorschriften über die [[Vormundschaft]] entsprechend (§ 1813 BGB), so dass das [[Familiengericht]] für die Anordnung und Führung der Pflegschaften zuständig ist. In den anderen Fällen gelten die Vorschriften über die Betreuung entsprechend (§ 1888 BGB), sodass das [[Betreuungsgericht]] zuständig ist. Für eine [[Nachlasspflegschaft]] ist das [[Nachlassgericht]] zuständig (§ 1962 BGB).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entschädigungsansprüche von Pflegern ==&lt;br /&gt;
Pflegschaften werden grundsätzlich [[ehrenamt]]lich, also unentgeltlich geführt. In diesem Falle steht dem Pfleger nur ein [[Aufwendungsersatz]] ({{§|1835|bgb|juris}} BGB), ggf. in pauschalierter Form zu ({{§|1835a|bgb|juris}} BGB, {{§|22|JVEG|buzer}} [[Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz|JVEG]]). Dies gilt auch für Verfahrenspflegschaften ({{§|277|famfg|buzer}} FamFG).&lt;br /&gt;
Sofern die berufliche Führung der Pflegschaft in dem Bestellungsbeschluss festgestellt wird, hat der Pfleger auch einen Vergütungsanspruch nach den {{§|1-3|vbvg|buzer|text=§§&amp;amp;nbsp;1 bis 3}} des [[Vormünder- und Betreuervergütungsgesetz]]es (VBVG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Werner Bienwald: &amp;#039;&amp;#039;Vormundschafts-, Pflegschafts- und Betreuungsrecht in der sozialen Arbeit.&amp;#039;&amp;#039; 3. neubearbeitete Auflage. Decker &amp;amp; Müller, Heidelberg 1992, ISBN 3-8226-0892-0, (&amp;#039;&amp;#039;Praktische Sozialarbeit&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
* [[Helga Oberloskamp]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Vormundschaft, Pflegschaft und Beistandschaft für Minderjährige.&amp;#039;&amp;#039; 2. vollständig überarbeitete Auflage. Beck, München 1998, ISBN 3-406-43927-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4045622-5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freiwillige Gerichtsbarkeit (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Familienrecht (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Privatrechtsgeschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Gesetzesfreak</name></author>
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