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	<title>Pfeilgift - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Pfeilgift&amp;diff=67578&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Gerbil am 8. Januar 2026 um 10:54 Uhr</title>
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		<updated>2026-01-08T10:54:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Strophanthus preussi0.jpg|mini|Blüten von &amp;#039;&amp;#039;[[Strophanthus preussii]]&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pfeilgift&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; werden [[Gift]]e bezeichnet, die von verschiedenen [[Jäger und Sammler|Wildbeutergruppen]] zur [[Jagd]] mit [[Bogenjagd|Bogen]] oder Blasrohr auf ihre [[Pfeilspitze]]n ([[Pfeil (Geschoss)|Bogen-]] oder [[Blasrohr]]pfeile) aufgetragen werden. Viele Gifte sind [[Nervengift]]e, die ihre (muskellähmende) Wirkung nur dann entfalten, wenn die Substanz in die Blutbahn gerät. Bei [[enteral]]er Aufnahme (über den Magen-Darm-Trakt), z. B. bei Verzehr eines damit erlegten Tieres, sind diese Pfeilgifte in der Regel ohne toxische Auswirkungen. Andere Pfeilgifte führen zum [[Herzstillstand]] oder zu inneren Blutungen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.spektrum.de/lexikon/arzneipflanzen-drogen/drogen-und-pfeilgifte-in-der-indianermedizin/3946 |titel=Drogen und Pfeilgifte in der Indianermedizin |sprache=de |abruf=2020-01-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Pfeilgiftpräparate sind meist Mischungen von verschiedenen Komponenten. Eine Auflistung von 28 pflanzlichen und tierischen Ausgangsmaterialien und ihre Toxinzusammensetzungen findet sich bei Justin Bradfield et al.&amp;lt;ref&amp;gt;Justin Bradfield, Lyn Wadley, Marlize Lombard: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.researchgate.net/publication/283507760_Southern_African_arrow_poison_recipes_their_ingredients_and_implications_for_Stone_Age_archaeology Southern African arrow poison recipes, their ingredients and implications for Stone Age archaeology.]&amp;#039;&amp;#039; In:: &amp;#039;&amp;#039;Southern African Humanities.&amp;#039;&amp;#039; Band 27, S. 29–64 (Nov. 2015).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der älteste Nachweis für die Verwendung eines Pfeilgifts stammt aus [[KwaZulu-Natal]] in [[Südafrika]] und ist rund 60.000 Jahre alt. Verwendet wurde damals bereits &amp;#039;&amp;#039;[[Boophone disticha]]&amp;#039;&amp;#039;, eine Pflanze aus der Familie der [[Amaryllisgewächse]] (Amaryllidaceae).&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Isaksson, Anders Högberg und Marlize Lombard: &amp;#039;&amp;#039;Direct evidence for poison use on microlithic arrowheads in Southern Africa at 60,000 years ago.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Science Advances.&amp;#039;&amp;#039; Band 12, Nr. 2, 2026, [[doi:10.1126/sciadv.adz3281]].&amp;lt;br /&amp;gt; [https://www.eurekalert.org/news-releases/1111624 &amp;#039;&amp;#039;World’s oldest arrow poison – 60,000-year-old traces reveal early advanced hunting techniques.&amp;#039;&amp;#039;] Auf: &amp;#039;&amp;#039;eurekalert.org&amp;#039;&amp;#039; vom 7. Januar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pflanzliche Toxine ==&lt;br /&gt;
Ein in [[Südamerika]] verbreitetes, pflanzlich gewonnenes Pfeilgift ist das [[Curare]] aus Rinden und Blättern verschiedener [[Liane (Pflanze)|Lianen]] ([[Behaarter Knorpelbaum]], [[Brechnüsse]]). Curare bewirkt eine [[Muskelrelaxation#Pharmakologische Muskelrelaxation|Relaxation der Muskeln]],&amp;lt;ref&amp;gt;H. Orth, I. Kis: &amp;#039;&amp;#039;Schmerzbekämpfung und Narkose.&amp;#039;&amp;#039; In: Franz Xaver Sailer, Friedrich Wilhelm Gierhake (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Chirurgie historisch gesehen. Anfang – Entwicklung – Differenzierung.&amp;#039;&amp;#039; Dustri-Verlag, Deisenhofen bei München 1973, ISBN 3-87185-021-7, S. 1–32, hier: S. 23 und 26.&amp;lt;/ref&amp;gt; insbesondere die Lähmung der Atemmuskulatur, welche zum Tod durch [[Atemstillstand]] führt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.henriettes-herb.com/eclectic/madaus/curare.html |titel=Curare. Pfeilgift |werk=Henriette’s Herbal Homepage |abruf=2020-01-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Südostasien ([[Borneo]], [[Java (Insel)|Java]]) wird der [[Milchsaft]] aus dem [[Upasbaum]] mit dem Wirkstoff [[Antiarin]] verwendet, der zum [[Herzstillstand]] führt.&lt;br /&gt;
In Afrika wird aus den Samen der [[Strophanthus]]gewächse das [[Strophanthin]] gewonnen, das zu den [[Herzglykoside]]n zählt. Ebenfalls aus Afrika ist das starke Gift von &amp;#039;&amp;#039;[[Spondianthus preussii]]&amp;#039;&amp;#039; das auf [[Fluoressigsäure]] und [[Cucurbitacin]]en beruht. In Südafrika werden Pfeilgifte hauptsächlich aus &amp;#039;&amp;#039;Boophone disticha&amp;#039;&amp;#039; gewonnen. Diese enthält ein starkes [[Nervengift]], das zu Benommenheit, [[Koma]] bis hin zum Tod führt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Nordhalbkugel wurden aus [[Germer (Gattung)|Germer]]-Arten das [[Protoveratrin]] und [[Germerin]] gewonnen. Der [[Weißer Germer|Weiße Germer]] wächst im Alpenraum und in Osteuropa. Symptome der Vergiftung sind Muskelkrämpfe, Halluzinationen, Atemnot und schließlich der [[Kreislaufkollaps]]. Das stärkste pflanzliche Pfeilgift der Nordhalbkugel (Europa, China) ist das [[Aconitin]] aus dem [[Eisenhut]]. Typische Vergiftungserscheinungen des [[Blauer Eisenhut|Blauen Eisenhuts]] sind Kreislauf- und Atemlähmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der &amp;#039;&amp;#039;[[Odyssee]]&amp;#039;&amp;#039;, die vom griechischen Dichter [[Homer]] im 8.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. verfasst wurde, beschreibt dieser, dass der Held [[Odysseus]] seine Pfeile mit pflanzlichem Gift versetzt habe. Nach [[neuzeit]]licher Interpretation wird dafür die [[Orientalische Nieswurz]] (&amp;#039;&amp;#039;Helleborus orientalis&amp;#039;&amp;#039;) wahrscheinlich gemacht.&amp;lt;ref&amp;gt;Oswald Schmiedeberg: &amp;#039;&amp;#039;Über die Pharmaka in der Ilias und Odyssee.&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Schriften der Wissenschaftlichen Gesellschaft in Straßburg&amp;#039;&amp;#039;, 36. Heft). Straßburg, Verlag Karl J. Trübner, 1918, 29 S.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus der griechischen Bezeichnung {{lang|grc|τοξικόν φάρμακον|toxikón phármakon}} für das Pfeilgift ({{grcS|τόξον|toxon}} „[[Bogen (Waffe)|Bogen]]“, im Plural verallgemeinert meist „Pfeil und Bogen“) wurde später für Gifte im Allgemeinen das Wort „Toxikon“ gebildet, das den Wortstamm der [[Toxikologie]] bildet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Die Pfeilgifte |Sammelwerk=Archiv für pathologische Anatomie und Physiologie und für klinische Medicin |Band=Volume 136 |Nummer=Issue 1 |Datum=1894-04 |Seiten=83–126}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Dendrobatid Frog, Peru, 02-02.jpg|mini|[[Pfeilgiftfrosch]] &amp;#039;&amp;#039;[[Dendrobates reticulatus]]&amp;#039;&amp;#039; aus östlichstem [[Peru]] nahe dem Amazonas]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Poison dart frog 229.JPG|mini|Pfeilgiftfrosch (Atlanta Botanical Garden in the Fuqua Conservatory)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tierische Toxine ==&lt;br /&gt;
Von Tieren gewonnene Pfeilgifte stammen aus den Hautabsonderungen der in Mittel- und Südamerika vorkommenden [[Pfeilgiftfrosch|Pfeilgiftfrösche]]. Das Gift ([[Batrachotoxin]]) des [[Schrecklicher Pfeilgiftfrosch|Schrecklichen Pfeilgiftfrosches]] wurde von den [[Departamento del Chocó|Chocó]]-Indianern [[Kolumbien]]s für [[Blasrohr]]pfeile benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Westafrika ([[Togo]]) wurde Pflanzengift zusammen mit [[Schlangengift]] gemischt. Bei den [[San (Volk)|San]] in Südwestafrika wurden die zerdrückten Larven des [[Gefleckter Pfeilgiftkäfer|Gefleckten Pfeilgiftkäfers]] verwendet, zum Teil gemischt mit den gerösteten Samen der [[Swartzia]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Afrika wird auch ein Extrakt aus der [[Krokodil]][[galle]] verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* N. G. Bisset: &amp;#039;&amp;#039;Arrow and dart poisons&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[J Ethnopharmacol]]&amp;#039;&amp;#039;, Band 25(1), 1989, S. 1–41. Review. PMID 2654488 (eine Übersicht zu Geschichte, Chemie und [[Ethnopharmakologie]] von tierischen und pflanzlichen Pfeilgiften, mit umfangreicher Literatursammlung).&lt;br /&gt;
* [[Louis Lewin]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Pfeilgifte – Nach eigenen toxikologischen und ethnologischen Untersuchungen&amp;#039;&amp;#039;. Gerstenberg, Hildesheim 1984 (Reprint der Ausgabe von 1923), ISBN 3-8067-2021-5.&lt;br /&gt;
* Hans Dieter Neuwinger: &amp;#039;&amp;#039;Afrikanische Arzneipflanzen und Jagdgifte&amp;#039;&amp;#039;. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1994, ISBN 3-8047-1314-9.&lt;br /&gt;
* Bernhard Witkop: &amp;#039;&amp;#039;Neuere Arbeiten über Pfeilgifte&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Chemie]]&amp;#039;&amp;#039; (Angewandte Chemie, neue Folge), 55 (11/12), S. 85–90 (1942).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [http://www.regenwaldmenschen.de/deutsch/download/curare.pdf Geschichte der Entdeckung von Curare] (PDF; 25 kB)&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.neuwinger-online.de/ethnobot.html |text=Afrikanische Ethnobotanik: Gifte und Arzneien |wayback=20120314124544}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tierisches Gift|!Pfeilgifte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzliches Gift]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chemikaliengruppe]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Gerbil</name></author>
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