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	<title>Pfaffenfeindtaler - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-09T03:57:28Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Pfaffenfeindtaler&amp;diff=2220987&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;HReuter: /* Beschreibung */ +Leerzeichen</title>
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		<updated>2023-12-31T11:27:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Beschreibung: &lt;/span&gt; +Leerzeichen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Pfaffenfeindtaler1622a.jpg|mini|Vorderseite des Pfaffenfeindtalers]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Herzog Christian.jpg|miniatur|[[Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel]] (Gemälde von [[Paulus Moreelse]], 1619)]]&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pfaffenfeindtaler&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, gelegentlich auch als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gottesfreundtaler&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet, ist eine [[Spottmünze]], die [[Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel]], Anführer eines [[Protestantismus|protestantischen]] [[Söldner]]heeres 1622, während des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] prägen ließ. Die Prägungen entsprechen in Gewicht und Silbergehalt einem [[Reichstaler]]. Das neue Geld dürfte der Finanzierung seiner Kriegszüge und als [[Sold]]&amp;lt;ref name=Cunz348&amp;gt;Reiner Cunz: &amp;#039;&amp;#039;Gottes Freund, der Pfaffen Feind. Zu den Propagandamünzen des „tollen Christian“&amp;#039;&amp;#039;, In: &amp;#039;&amp;#039;Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte&amp;#039;&amp;#039;, 70/1998, S. 348&amp;lt;/ref&amp;gt; für seine Truppen gedient haben; zum anderen auch zur Verbreitung seines Ruhmes und als Ausdruck seiner Haltung gegenüber der gegnerischen [[Katholische Liga (1609)|Katholischen Liga]]. Der Taler war somit auch ein [[Propaganda]]instrument.&amp;lt;ref name=Cunz347&amp;gt;Reiner Cunz: &amp;#039;&amp;#039;Gottes Freund, der Pfaffen Feind. Zu den Propagandamünzen des „tollen Christian“&amp;#039;&amp;#039;, In: &amp;#039;&amp;#039;Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte&amp;#039;&amp;#039;, 70/1998, S. 347&amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Zeit lang war der Pfaffenfeindtaler wahrscheinlich auch legales [[Zahlungsmittel]] und eine Art Massenmedium zur Demonstration des eigenen Erfolgs und der Macht nicht nur gegenüber der eigenen Gefolgschaft, sondern auch gegenüber den Feinden.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Bessin: &amp;#039;&amp;#039;Zur Rhetorik des Krieges&amp;#039;&amp;#039;, In: Hans Peterse (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Süss scheint der Krieg den Unerfahrenen&amp;#039;&amp;#039;, V&amp;amp;R unipress Göttingen 2006, S. 158, ISBN 3-89971-196-3&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Taler bzw. seine Entstehungsgeschichte und Bedeutung sind aufgrund der dürftigen [[Quelle (Geschichtswissenschaft)|Quellenlage]] auf der einen, vor allem aber auch wegen der schillernden Persönlichkeit des „tollen Christians“ auf der anderen Seite über die Jahrhunderte hinweg von vielerlei [[Legende]]n umgeben worden, was dazu geführt hat, dass Phantasie und Wirklichkeit nur schwer voneinander zu trennen sind.&amp;lt;ref name=Cunz348/&amp;gt; In der [[Numismatik]] fällt der Pfaffenfeindtaler unter die [[Feldmünze|Feld-]], [[Notmünze|Not-]] oder [[Belagerungsmünze]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel, wegen seiner kriegerischen Exzesse auch als „der [[Wahnsinn|tolle]] Christian“ oder „der tolle Halberstädter“ bekannt, war Anführer eines etwa 20.000 Mann starken Heeres, mit dem er im Januar 1622 das katholische [[Paderborn]] einnahm. Der Legende nach&amp;lt;ref name=Cunz354&amp;gt;Reiner Cunz: &amp;#039;&amp;#039;Gottes Freund, der Pfaffen Feind. Zu den Propagandamünzen des „tollen Christian“&amp;#039;&amp;#039;, In: &amp;#039;&amp;#039;Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte&amp;#039;&amp;#039;, 70/1998, S. 354&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen seine Truppen u. a. den Schatz des [[Paderborner Dom]]es geraubt haben, der neben [[Silber]] und [[Gold]] auch den [[Schrein]] des Heiligen [[Liborius]] umfasste. Zumindest Teile dieses Schatzes sollen anschließend eingeschmolzen worden sein, um den später so bezeichneten &amp;#039;&amp;#039;Pfaffenfeindtaler&amp;#039;&amp;#039; daraus prägen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Modern Silver Copy of 1 Thaler 1622 Brunswick.jpg|mini|Die Rückseite des Pfaffenfeindtalers mit der Jesuitenkappe auf der Schwertspitze&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur | Autor=[[Gerhard Welter]]| Titel=Die Münzen der Welfen seit Heinrich dem Löwen |  Band=II Bildband | Verlag=Klinkhardt &amp;amp; Biermann | Ort=Braunschweig | Jahr=1971 | Seiten=97}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=[[Gerhard Welter]]|Titel=Die Münzen der Welfen seit Heinrich dem Löwen|Verlag=Klinkhardt &amp;amp; Biermann|Ort=Braunschweig|Jahr=1971|Seiten=203}}&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Heute noch erhaltene Silbertaler haben einen Durchmesser von 41 bis 47&amp;amp;nbsp;mm. Sie wiegen zwischen etwa 27 und 29&amp;amp;nbsp;Gramm.&amp;lt;ref&amp;gt;Reiner Cunz: &amp;#039;&amp;#039;Gottes Freund, der Pfaffen Feind. Zu den Propagandamünzen des „tollen Christian“&amp;#039;&amp;#039;, In: &amp;#039;&amp;#039;Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte&amp;#039;&amp;#039;, 70/1998, S. 357ff&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf der [[Avers (Numismatik)|Vorderseite]] steht in der Mitte „GOTTES FREVNDT / DER PFAFFEN / FEINDT“. Die Umschrift lautet: „CHRISTIAN• HERTZ[OG]: ZV• BRAVNSCHW[EIG]: V[ND]: LVNENB[URG]“.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://wiki-de.genealogy.net/Datei:Pfaffenfeindtaler1622a.jpg Vorderseite des Pfaffenfeindtalers]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Revers (Numismatik)|Rückseite]] zeigt einen aus einer Wolke gereckten, gepanzerten rechten Arm, dessen Faust ein [[Schwert]] hält. Die Umschrift lautet: „TOUT•AVEC•DIEV•1•6•22“ ([[Französische Sprache|Französisch]] für &amp;#039;&amp;#039;Alles mit Gott&amp;#039;&amp;#039; und die Jahreszahl).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://wiki-de.genealogy.net/Rückseite des Pfaffenfeindtalers]&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei einer abweichenden und selteneren Version der Münze sitzt auf der Spitze des Schwertes eine [[Birett|Jesuitenkappe]], auch „Pfaffenhut“ genannt. Der Begriff „[[Pfaffe]]“ ist vor dem Hintergrund Dreißigjährigen Krieges als [[Schimpfwort]] für [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholische]] [[Geistlicher|Geistliche]] zu verstehen.&amp;lt;ref name=Cunz347/&amp;gt; Wer den Text nicht lesen konnte, der verstand jedenfalls die [[Symbolik]] der drohend erhobenen [[Hand Gottes (Religion)|Schwerthand Gottes]]. Die Wolke symbolisiert den Himmel und damit die göttliche Sphäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Material wurde hauptsächlich Silber verwendet; es gab aber auch eine geringere Anzahl Gold-[[Dukat (Münze)|Dukaten]] bzw. [[Gulden]] und Münzen, die aber in Durchmesser und Gewicht geringer sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Reiner Cunz: &amp;#039;&amp;#039;Gottes Freund, der Pfaffen Feind. Zu den Propagandamünzen des „tollen Christian“&amp;#039;&amp;#039;, In: &amp;#039;&amp;#039;Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte&amp;#039;&amp;#039;, 70/1998, S. 350&amp;lt;/ref&amp;gt; Wo die Münze [[Münzprägung|geprägt]] wurde, ist unbekannt, es wird jedoch vermutet, dass dies in [[Lippstadt]] geschah, da diese Stadt 1622 für kurze Zeit das Hauptquartier Christians von Braunschweig-Wolfenbüttel war.&amp;lt;ref&amp;gt;Reiner Cunz: &amp;#039;&amp;#039;Gottes Freund, der Pfaffen Feind. Zu den Propagandamünzen des „tollen Christian“&amp;#039;&amp;#039;, In: &amp;#039;&amp;#039;Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte&amp;#039;&amp;#039;, 70/1998, S. 353, FN 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Allerdings war Lippstadt zu dieser Zeit schon lange keine [[Münzprägeanstalt|Münzstätte]] mehr, was bedeuten würde, dass sämtliche Gerätschaften erst herangeschafft worden sein müssten. Aufgrund der vergleichsweise hohen handwerklichen Qualität der Pfaffenfeindtaler ist eine improvisierte Prägestätte auszuschließen.&amp;lt;ref&amp;gt;Reiner Cunz: &amp;#039;&amp;#039;Gottes Freund, der Pfaffen Feind. Zu den Propagandamünzen des „tollen Christian“&amp;#039;&amp;#039;, In: &amp;#039;&amp;#039;Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte&amp;#039;&amp;#039;, 70/1998, S. 356, FN 415&amp;lt;/ref&amp;gt; Vermutungen, [[Soest]] oder eine andere Münzstätte (z. B. die seines Bruders [[Friedrich Ulrich (Braunschweig-Wolfenbüttel)|Friedrich Ulrich]]) könnte die Prägestätte gewesen sein, lassen sich nicht zweifelsfrei belegen.&amp;lt;ref&amp;gt;Reiner Cunz: &amp;#039;&amp;#039;Gottes Freund, der Pfaffen Feind. Zu den Propagandamünzen des „tollen Christian“&amp;#039;&amp;#039;, In: &amp;#039;&amp;#039;Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte&amp;#039;&amp;#039;, 70/1998, S. 353&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== „Nachleben“ des Pfaffenfeindtalers ==&lt;br /&gt;
Nachdem der Liborius-Schrein bei der [[Plünderung]] des Paderborner Domes geraubt und zerstört worden war, um (zumindest einen Teil der) Pfaffenfeindtaler aus dem so gewonnenen Metall zu prägen, entstand zwischen 1624 und 1627 ein neuer [[Reliquie]]nschrein in der Stadt. Der Legende nach wurde dieser seinerseits aus eingeschmolzenen Pfaffenfeindtalern hergestellt.&amp;lt;ref name=Cunz354/&amp;gt; Tatsächlich befinden sich heute zwei vollständig erhaltene Taler im Dekor des Schreins.&amp;lt;ref name=Cunz354/&amp;gt; Aufgrund des mutmaßlichen Ursprungs des für die Prägung verwendeten Metalls wurde den verbliebenen Pfaffenfeindtalern unter den Katholiken Reliquienstatus beigemessen.&amp;lt;ref name=Cunz354/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Jahrzehnte später wurde der Taler nochmals nachgeprägt: Zum ersten Mal 1670/71, als sich Herzog [[Rudolf August (Braunschweig-Wolfenbüttel)|Rudolf August von Braunschweig-Wolfenbüttel]], ein Verwandter Christians von Braunschweig-Wolfenbüttel, mit [[Christoph Bernhard von Galen]], Bischof von [[Bistum Münster|Münster]] und Fürstabt von [[Stift Corvey|Corvey]], wegen der Stadt [[Höxter]] [[Fehde|befehdete]].&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich von Schrötter et al.: &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der Münzkunde&amp;#039;&amp;#039;, de Gruyter, 2. Auflage, Göttingen 1970, ISBN 978-311001227-9, S. 505&amp;lt;/ref&amp;gt; Hierbei wurden aber z. T. auch andere Münzen lediglich [[Überprägung (Numismatik)|überprägt]]. Ein weiteres Mal soll es zu einer Prägung in den Jahren 1696/97 durch den [[Breslau]]er [[Stempelschneidekunst|Stempelschneider]] [[Johann Reinhold Engelmann]] gekommen sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Reiner Cunz: &amp;#039;&amp;#039;Gottes Freund, der Pfaffen Feind. Zu den Propagandamünzen des „tollen Christian“&amp;#039;&amp;#039;, In: &amp;#039;&amp;#039;Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte&amp;#039;&amp;#039;, 70/1998, S. 355&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Corpus der 1947 von [[Fritz Schwerdt]] entworfenen und 1961 für die [[Heilig-Geist-Kirche (Braunschweig)]] gefertigten Lebensbaummonstranz wurden einige Pfaffenfeindtaler eingeschmolzen. Ein Taler wurde sichtbar im Schauglas der Monstranz eingelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Reiner Cunz]]: &amp;#039;&amp;#039;Gottes Freund, der Pfaffen Feind. Zu den Propagandamünzen des „tollen Christian“&amp;#039;&amp;#039;, In: &amp;#039;&amp;#039;Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte&amp;#039;&amp;#039;, Band 70, Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1998, S. 347–362, {{ISSN|0078-0561}}&lt;br /&gt;
* Gerd Dethlefs: &amp;#039;&amp;#039;Die Pfaffenfeindmünzen des Herzogs Christian von Braunschweig 1622&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;, In: &amp;#039;&amp;#039;Numismatisches Nachrichtenblatt&amp;#039;&amp;#039;, Band 49, 2000, S. 92–112.&lt;br /&gt;
* Gebhard Duve: &amp;#039;&amp;#039;Braunschweig-Lüneburgische Dicktaler. Dicktaler Prägungen 1544–1679. Geschichte der Braunschweig-Lüneburgischen Mehrfachtaler&amp;#039;&amp;#039;, 2. Teil, Numismatischer Verlag, Frankfurt 1974, ISBN 978-392130203-3&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Leschhorn]]: &amp;#039;&amp;#039;Braunschweigische Münzen und Medaillen. 1000 Jahre Münzkunst und Geldgeschichte in Stadt und Land Braunschweig&amp;#039;&amp;#039;, Appelhans-Verlag 2010, S. 199–202, ISBN 978-3-941737-22-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Talermünze]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsche Münze]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Braunschweigische Wirtschaftsgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dreißigjähriger Krieg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Paderborn)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lippstadt]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;HReuter</name></author>
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