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	<title>Peter Scheibert - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Georg Hügler: /* Schriften (Auswahl) */</title>
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		<updated>2026-02-26T04:30:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Schriften (Auswahl)&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Peter Scheibert&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (geboren am [[3. Mai]] [[1915]] in [[Berlin-Lichterfelde]]; gestorben am [[31. März]] [[1995]] in [[Berlin]]) war ein deutscher [[Osteuropäische Geschichte|Osteuropahistoriker]], der von 1959 bis zu seiner Emeritierung 1980 als Professor für Osteuropäische Geschichte an der [[Universität Marburg]] lehrte. Als SS-Untersturmführer war er zur [[Zeit des Nationalsozialismus]] beteiligt an dem vom [[Reichssicherheitshauptamt]] organisierten Kunst- und Archivgutraub in den von Deutschland besetzten Gebieten.&amp;lt;ref&amp;gt; Esther Abel: &amp;#039;&amp;#039;Aktenraub und Völkische Wissenschaften.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Michael Fahlbusch]], [[Ingo Haar]], [[Anja Lobenstein-Reichmann]], Julian Reitzenstein (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Völkische Wissenschaften. Ursprünge, ideologische Nachwirkungen.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter Oldenbourg, Berlin 2022, S. 212 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Peter Scheibert war ein Sohn des Oberstleutnants, preußischen Generalstabsoffiziers und Militärschriftstellers Friedrich Wilhelm Scheibert und der Johanne Scheibert, geborenen Prinz. Von einem Onkel hatte er in [[Ostpreußen]] ein [[Landgut|Gut]] geerbt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sombart&amp;quot;&amp;gt;[[Nicolaus Sombart]]: &amp;#039;&amp;#039;Jugend in Berlin. 1933–1943.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 1991, S. 119–121.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem Besuch des [[Realgymnasium Lichterfelde|Realgymnasiums Lichterfelde]] studierte er ab 1933 an den Universitäten [[Humboldt-Universität zu Berlin|Berlin]], [[Universität Breslau|Breslau]] und [[Albertus-Universität Königsberg|Königsberg]] Geschichte, Kunstgeschichte, Slawistik und Philosophie. Einer seiner Hochschullehrer in Königsberg war der Exilrusse [[Nikolaus von Arseniew]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sombart&amp;quot; /&amp;gt; Scheibert wurde Mitglied der [[Sturmabteilung|SA]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;AA53&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes 1871–1945&amp;#039;&amp;#039;, Band 4, Paderborn 2012, S. 53 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; am 11. Oktober 1937 beantragte er die Aufnahme in die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 4.826.999).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/37020876&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;AA53&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unternahm Studienreisen in Nord- und Osteuropa, 1936 in die [[Pripjetsümpfe]], 1938 hatte er einen Studienaufenthalt an der [[Universität Helsinki]]. Im Juli 1939 wurde er in Berlin mit einem Thema der finnischen Geschichte zum Dr. phil. [[Promotion (Doktor)|promoviert]]. Scheibert platzierte drei Beiträge in der nationalsozialistischen Zeitschrift [[Jomsburg (Zeitschrift)|&amp;#039;&amp;#039;Jomsburg – Völker und Staaten im Osten und Norden Europas&amp;#039;&amp;#039;]]. Nach Feststellung seiner späteren Schülerin [[Inge Auerbach]] habe Scheibert sich in seinen Lehrveranstaltungen nach dem Krieg einer neutralen Sprache bedient und nur gelegentlich aus der [[Sprache des Nationalsozialismus]] rassistische Begriffe wie &amp;#039;&amp;#039;Verpolung&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Umvolkung]]&amp;#039;&amp;#039; benutzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Inge Auerbach: &amp;#039;&amp;#039;Peter Scheibert – sein wissenschaftliches Werk.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Inge Auerbach]], [[Hans Lemberg]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Peter Scheibert zum Gedächtnis&amp;#039;&amp;#039;, Marburg 1997, S. 14 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aktenraub und völkischer Wissenschaftler mit NS-Profil ==&lt;br /&gt;
Nach Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] wurde er im November 1939 als [[wissenschaftlicher Hilfsarbeiter]] beim [[Auswärtiges Amt|Auswärtigen Amt]] eingestellt und arbeitete mit am deutschen [[Weißbuch]] zum Kriegsausbruch 1939.&amp;lt;ref&amp;gt;Inge Auerbach: &amp;#039;&amp;#039;Peter Scheibert – sein wissenschaftliches Werk.&amp;#039;&amp;#039; In: Inge Auerbach, Hans Lemberg (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Peter Scheibert zum Gedächtnis&amp;#039;&amp;#039;, Marburg 1997, S. 14, Fn. 7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Zum Weißbuch siehe: Auswärtiges Amt (Hrsg.): [https://archive.org/details/Weissbuch_Nr.3_Polnische_Dokumente &amp;#039;&amp;#039;Weißbuch Nr. 3 – Polnische Dokumente zur Vorgeschichte des Krieges&amp;#039;&amp;#039;. Eher, Berlin 1940].&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem deutschen Überfall auf die Niederlande 1940 wurde er zeitweilig bei der Auswertung der dort erbeuteten politischen Akten eingesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AA53&amp;quot; /&amp;gt; Beim [[Unternehmen Barbarossa]] im Juli 1941 wurde er im Auswärtigen Amt dem [[Sonderkommando Künsberg]] zugeordnet, das den Akten- und [[Kunstraub]] in den von Deutschland besetzten Ländern organisierte, Scheibert selbst war in [[Belarus]] und [[Wilna]] eingesetzt. Am 15. Juli 1941 flog [[Eberhard von Künsberg|Künsbergs]] Privatpilot Münter einen Teil des „Einsatzkommandos Hamburg“ von [[Führerhauptquartier Adlerhorst|„Adlerhorst“]] nach Kaunas, Scheibert stieg in Königsberg zu.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrike Hartung: &amp;#039;&amp;#039;Raubzüge in der Sowjetunion. Das Sonderkommando Künsberg 1941–1943&amp;#039;&amp;#039;, Bremen 1997, S. 78, 122, Fn. 414.&amp;lt;/ref&amp;gt; Politischer und militärischer Leiter des Einsatzkommandos war SS-Hauptsturmführer [[Hellmut Haubold]]. Scheibert war Leiter des Arbeitsstabes Archivkommission, der für die Beschaffung von Dokumenten und der Ausplünderung von Bibliotheken zuständig war und nebenbei einer der Dolmetscher. Am 3. August 1942 wurde Scheibert als Mitglied und Sachbearbeiter Politik im „Einsatzkommando Süd B (Wolga)“ in Marsch gesetzt, die Gruppe beschlagnahmte in [[Stalingrad]] und [[Kalatsch]] unter Artilleriebeschuss hauptsächlich wirtschaftliche und landeskundliche Bücher solange, bis ihnen durch General v. Loenig am 14. Oktober ausdrücklich das Betreten der Stadt Stalingrad verboten wurde. Ab dem 14. Oktober führten Schreiber und der Sachbearbeiter Landeskunde SS-Obersturmführer [[Alfred Karasek]] eine Erkundungsfahrt in die [[Kalmückensteppe]] durch, doch diese Fundmöglichkeit war durch [[Heinrich von zur Mühlen (Ministerialbeamter)|Heinrich von zur Mühlen]] bereits erschöpft.&amp;lt;ref&amp;gt; Ulrike Hartung: &amp;#039;&amp;#039;Raubzüge in der Sowjetunion. Das Sonderkommando Künsberg 1941–1943&amp;#039;&amp;#039;, Bremen 1997, S. 103, 126.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser urteilte in der Zeit über Scheibert, dass dieser „weder für einen Nationalsozialisten, noch als SS-Führer geeignet“ ist.&amp;lt;ref&amp;gt; Verhalten von Dr. Scheibert im Einsatzkommando vom 12. November 1942, in: Esther Abel: &amp;#039;&amp;#039;Aktenraub und Völkische Wissenschaften.&amp;#039;&amp;#039; In: Michael Fahlbusch, Ingo Haar, Anja Lobenstein-Reichmann, Julian Reitzenstein (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Völkische Wissenschaften. Ursprünge, ideologische Nachwirkungen&amp;#039;&amp;#039;, De Gruyter Verlag Oldenbourg, Berlin 2022, S.&amp;amp;nbsp;212.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegen des Widerstandes des Auswärtigen Amtes, mit den Raubzügen des Künsberg-Sonderkommandos in Museen, Galerien und Bibliotheken zu direkt in Verbindung gebracht zu werden, wurden die Einheiten im April 1942 dem „Bataillon der [[Waffen-SS]] z.&amp;amp;nbsp;b.&amp;amp;nbsp;V.“ zugeordnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sombart&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrike Hartung: &amp;#039;&amp;#039;Raubzüge in der Sowjetunion. Das Sonderkommando Künsberg 1941–1943&amp;#039;&amp;#039;, Bremen 1997, S. 85.&amp;lt;/ref&amp;gt; Spätestens zum ersten Einsatz dieses Kommandos trug er den Rang eines SS-[[Untersturmführer]]s. Dementsprechend muss er etwa zu diesem Zeitpunkt einen Antrag auf Mitgliedschaft in der SS gestellt haben. Ab August 1943 wurde er im [[Reichssicherheitshauptamt]], Amt VI, in der Abteilung G „Wissenschaftlich-methodischer Nachrichtendienst“ und in der „Kulturabteilung“ tätig. Dieses Amt war ausschließlich Angehörigen des [[Sicherheitsdienst des Reichsführers SS|Sicherheitsdienstes der SS]] (SD) vorbehalten. Über seine SD-Zugehörigkeit ist bekannt, dass er Ende 1943 beim SD-Hauptamt personell geführt wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AA53&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Anders jedoch [[Lutz Klinkhammer]]: &amp;#039;&amp;#039;[https://perspectivia.net/receive/ploneimport4_mods_00003385 Die Abteilung Kunstschutz der deutschen Militärverwaltung in Italien 1943–1945]&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken]].&amp;#039;&amp;#039; Band 72, 1992, S. 483–549, hier S. 508. Vgl. auch: Landesarchiv Berlin: Untersuchungsakte Berliner Staatsanwaltschaft, Sign. B.Rep. 057-01 Nr. 2947 (alt: 1 AR (RSHA) 1226/65).&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab Dezember 1943 war er hauptamtlicher Mitarbeiter im [[Wannsee-Institut]], einer Dienststelle des SD. Dieses Institut trug eine Tarnbezeichnung, um sich mit einem „wissenschaftlichen Mantel“ zu umgeben, realisierte aber tatsächlich geheimdienstliche Tätigkeiten. Weiterhin war er im Auftrag des RSHA bis April 1944 in [[Rom]] und [[Gardone Riviera|Fasano]]. Sein „Sonderauftrag zur Sicherung von Kunstschätzen“ leitete den Raub italienischer Kunstgütern unter der Tarnung einer „notwendigen Sicherung“ ein, die teilweise aus Mittelitalien in den Alpenraum und auch weiter nach Deutschland transportiert wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Lutz Klinkhammer: &amp;#039;&amp;#039;Kunstschutz im Propagandakrieg.&amp;#039;&amp;#039; In: Christian Fuhrmeister, Johannes Griebel, Stephan Klingen, Ralf Peters (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kunsthistoriker im Krieg. Deutscher Militärischer Kunstschutz in Italien 1943–1945&amp;#039;&amp;#039;. Böhlau, Köln 2012, S. 49–73, hier S. 52 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab Juli 1944 war Scheibert in dem vom [[Deutsches Reich 1933 bis 1945|Deutschen Reich]] seit März 1944 kontrollierten [[Königreich Ungarn]] in der [[Budapest]]er Gesandtschaft bei [[Edmund Veesenmayer]] tätig und wurde im Oktober 1944 in das Frontgeschehen nach [[Kaschau]] abgeordnet, wo er Kriegs-Propagandaschriften für die ruthenische Bevölkerung [[Karpatenukraine|Transkarpatiens]] verfassen sollte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AA53&amp;quot; /&amp;gt; Das Kriegsende erlebte er in der „Dienststelle Gesandter [[Günther Altenburg|Altenburg]]“ in [[Wien]] und in der nach [[Szombathely]] verlegten Budapester Botschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AA53&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Suche nach neuer Betätigung nach 1945 ==&lt;br /&gt;
Einem Entnazifizierungsverfahren musste sich Scheibert nach 1945 unterziehen. Dabei gab es drei Ausschussentscheidungen zur [[Entnazifizierung]] Scheiberts, von denen ihn die ersten beiden als ‚Mitläufer‘ und die letzte dann 1950, in die Kategorie V. als ‚unbelastet‘ einstufte.&amp;lt;ref&amp;gt;Egbert Jahn, Inge Auerbach: &amp;#039;&amp;#039;Der Osteuropahistoriker Peter Scheibert. Anmerkungen zu einer misslungenen Biographie.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Osteuropa (Zeitschrift)|Osteuropa]].&amp;#039;&amp;#039; Heft 1–2, 2017, S. 27–59 (hier: S.&amp;amp;nbsp;50; Bezug nehmend auf Esther Abel: &amp;#039;&amp;#039;Kunstraub – Ostforschung – Hochschulkarriere. Der Osteuropahistoriker Peter Scheibert.&amp;#039;&amp;#039; Schöningh, Paderborn 2016, S.&amp;amp;nbsp;125–134).&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Zeit unmittelbar nach Kriegsende war er zeitweise Mitinhaber einer Speditionsfirma und übte eine Tätigkeit als Religionslehrer in [[Uslar]] aus.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Personenlexikon zum Dritten Reich.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 2007, S. 528 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wieder in Wissenschaft und Lehre ==&lt;br /&gt;
Scheibert wurde 1949/50 bei der [[Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft]] für das Bibliothekswesen tätig, [[Habilitation|habilitierte]] sich 1955 an der [[Universität Köln]], wo er bereits seit 1952 Dozent war, mit einer Schrift zur &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der russischen revolutionären Ideologien 1840-1895&amp;#039;&amp;#039; („Von Bakunin zu Lenin“) und erhielt die [[Venia Legendi]] im Fach Osteuropäische Geschichte. Nach einer Zeit als Privatdozent in Köln war er als Nachfolger [[Georg von Rauch (Historiker)|Georg von Rauchs]] ab 1959 außerordentlicher, ab 1961 ordentlicher Professor für [[Osteuropäische Geschichte]] an der [[Philipps-Universität Marburg|Universität Marburg]]. Dort leitete eine Zeit lang auch das [[Akademisches Auslandsamt|Akademische Auslandsamt]]. 1964 war er Mitherausgeber der Festschrift für [[Percy Ernst Schramm]], der ihn nach dem Krieg in [[Göttingen]] aufgenommen hatte, dessen Sohn [[Gottfried Schramm (Historiker)|Gottfried Schramm]] war Scheiberts Assistent in Marburg und habilitierte sich 1964 bei ihm. Scheibert förderte unter anderen auch die wissenschaftlichen Arbeiten von [[Andreas Hillgruber]], [[Bernd Martin (Historiker)|Bernd Martin]], [[Dietrich Grille]] und [[Egbert Jahn]]. Scheibert, gehörte seit 1965 dem Vorstand des ebenfalls in Marburg ansässigen [[Herder-Institut (Marburg)|Herder-Instituts]] an. Im Herbst 1965 wurde er zum Direktor des Seminars für Osteuropäische Geschichte ernannt. Nachdem er 1966/67 ein Forschungssemester genommen hatte, war er aus Gesundheitsgründen beurlaubt. In der Folge der [[Hochschulreform]]en der [[68er-Bewegung|Jahre ab 1968]] war Scheibert ein Vertreter der konservativ agierenden Professorenschaft, war in Marburg und Hessen mit [[Ernst Nolte]] einer der bewegenden Akteure des [[Bund Freiheit der Wissenschaft|Bundes Freiheit der Wissenschaft]] und strengte mehrfach [[Verwaltungsgerichtsbarkeit|Verwaltungsgerichtsprozesse]] gegen den eigenen [[Fakultät (Hochschule)|Fachbereich]] an.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans-Joachim Drexhage]]: &amp;#039;&amp;#039;Eröffnung durch den Dekan.&amp;#039;&amp;#039; In: Inge Auerbach, Hans Lemberg (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Peter Scheibert zum Gedächtnis&amp;#039;&amp;#039;, Marburg 1997, S. 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1980 wurde er [[Emeritierung|emeritiert]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Scheibert war als [[Gastprofessor]] 1963 an die [[Indiana University Bloomington]], 1972/73 an das &amp;#039;&amp;#039;Russian Institute&amp;#039;&amp;#039; der [[Columbia University]] in [[New York City]], 1975/76 an das [[Woodrow Wilson International Center for Scholars]] in [[Washington, D. C.]] (als &amp;#039;&amp;#039;Fellow&amp;#039;&amp;#039;) und nach seiner Emeritierung in Marburg noch 1981 an die [[University of California]] eingeladen., wo er 1982 an der [[University of California, Los Angeles|UCLA]] in [[Los Angeles]] lehrte. 1987 zog er von Marburg zurück nach Berlin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezension ==&lt;br /&gt;
Scheibert hatte seinen Entschluss, der [[Schutzstaffel|SS]] 1942 beizutreten, dem acht Jahre jüngeren [[Nicolaus Sombart]] damit schmackhaft machen wollen, dass es „in den hohen Rängen hochintelligente und kultivierte Leute gäbe, die bewußt auf die Bildung einer europäischen Elite hinarbeiteten, eine Art neuer Adel, die Aristokratie der Zukunft. Den vulgären Nationalsozialismus verachteten sie.“,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sombart&amp;quot; /&amp;gt; Scheiberts angebliche Affinität zu nationalsozialistischem Gedankengut, zu &amp;#039;&amp;#039;Männerbundphantasmen&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sombart&amp;quot; /&amp;gt; wurde von seinen akademischen Schülern als Sombarts „eigenartiges Porträt“ in einer Fußnote behandelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Lemberg: &amp;#039;&amp;#039;Osteuropäische Geschichte – ein akademisches Fach.&amp;#039;&amp;#039; In: Inge Auerbach, Hans Lemberg (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Peter Scheibert zum Gedächtnis&amp;#039;&amp;#039;, Marburg 1997, S. 30, Fn. 17.&amp;lt;/ref&amp;gt; Scheiberts Tätigkeit im Künsberg-Kommando und im RSHA wurde als „Kunstrettung“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gottfried Schramm (Historiker)|Gottfried Schramm]]: &amp;#039;&amp;#039;Peter Scheibert zum 65. Geburtstag&amp;#039;&amp;#039;. wieder abgedruckt in: Inge Auerbach, Hans Lemberg (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Peter Scheibert zum Gedächtnis&amp;#039;&amp;#039;, Marburg 1997, S. 63.&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet, sein „Amtsauftrag“ wurde von ihnen bislang nicht näher hinterfragt.&amp;lt;ref&amp;gt;Inge Auerbach, [[Andreas Hillgruber]], Gottfried Schramm (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Felder und Vorfelder russischer Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Freiburg i. Br. 1985, S. 9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Lenin an der Macht. Das russische Volk in der Revolution 1918–1922.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Acta humaniora, Weinheim 1984, ISBN 3-527-17503-2.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die russische Agrareform von 1861. Ihre Probleme und der Stand ihrer Erforschung&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Geschichte Osteuropas.&amp;#039;&amp;#039; Band 10). Verlag Böhlau, Köln/Wien 1973.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Das Petrinische Kaiserreich.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Rußland&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Fischer Weltgeschichte]].&amp;#039;&amp;#039; Band 31). Hrsg. u. verfasst zus. mit Carsten Goehrke, [[Manfred Hellmann (Historiker)|Manfred Hellmann]] u. Richard Lorenz. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1973, S. 175–270.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die russische Bauernreform von 1861.&amp;#039;&amp;#039; 1973.&lt;br /&gt;
* (Hrsg.) &amp;#039;&amp;#039;Die russischen politischen Parteien von 1905 bis 1917. Ein Dokumentationsband&amp;#039;&amp;#039;. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1972.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Von Bakunin zu Lenin. Geschichte der russischen revolutionären Ideologien, 1840–1895&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Studien zur Geschichte Osteuropas.&amp;#039;&amp;#039; III/1). Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Die Formung des radikalen Denkens in der Auseinandersetzung mit deutschem Idealismus und französischem Bürgertum&amp;#039;&amp;#039;. E. J. Brill, Leiden 1956, {{OCLC|86141124}}; zugleich Habilitationsschrift 1952.&lt;br /&gt;
* mit [[Bernhard Sticker]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Notlage der deutschen wissenschaftlichen Zeitschriften&amp;#039;&amp;#039;. Deutsche Forschungsgemeinschaft, Bad Godesberg 1952, {{DNB|454884338}}.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Volk und Staat in Finnland in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;. Plischke, Breslau 1941 (zugleich: phil. Dissertation, Berlin 1941).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Zur politischen Entwicklung des Weißruthenentums&amp;#039;&amp;#039;. S. Hirzel Verlag, Leipzig 1940.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;in der Reihenfolge des Erscheinens&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Inge Auerbach]], [[Andreas Hillgruber]], [[Gottfried Schramm (Historiker)|Gottfried Schramm]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Felder und Vorfelder russischer Geschichte. Studien zu Ehren von Peter Scheibert&amp;#039;&amp;#039;. Rombach, Freiburg 1985, ISBN 3-7930-9038-8.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Scheibert, Peter.&amp;#039;&amp;#039; In: Walter Habel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Wer ist wer?]] Das deutsche Who’s who.&amp;#039;&amp;#039; 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1064.&lt;br /&gt;
* [[Nicolaus Sombart]]: &amp;#039;&amp;#039;Jugend in Berlin. 1933–1943. Ein Bericht.&amp;#039;&amp;#039; Erweiterte und überarbeitete Ausgabe. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-596-10526-9.&lt;br /&gt;
* Inge Auerbach, [[Hans Lemberg]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Peter Scheibert zum Gedächtnis. Nachrufe, Erinnerungen, Würdigungen&amp;#039;&amp;#039;. [[Universitätsbibliothek Marburg]], Marburg 1997, ISBN 3-8185-0228-5.&lt;br /&gt;
* Ulrike Hartung: &amp;#039;&amp;#039;Raubzüge in der Sowjetunion. Das Sonderkommando Künsberg 1941–1943&amp;#039;&amp;#039;. Temmen, Bremen 1997, ISBN 3-86108-319-1.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes 1871–1945.&amp;#039;&amp;#039; Band 4: &amp;#039;&amp;#039;S&amp;#039;&amp;#039;. Herausgegeben vom Auswärtigen Amt, Historischer Dienst, Bearb. v. Bernd Isphording, Gerhard Keiper, [[Martin Kröger (Historiker)|Martin Kröger]]. Schöningh, Paderborn 2012, ISBN 978-3-506-71843-3, S. 53 f.&lt;br /&gt;
* Esther Abel: &amp;#039;&amp;#039;Kunstraub – Ostforschung – Hochschulkarriere. Der Osteuropahistoriker Peter Scheibert.&amp;#039;&amp;#039; Schöningh, Paderborn 2016, ISBN 978-3-506-78543-5.&lt;br /&gt;
* Esther Abel: &amp;#039;&amp;#039;Peter Scheibert.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Michael Fahlbusch]], [[Ingo Haar]], Andreas Pinwinkler (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Völkischen Wissenschaften.&amp;#039;&amp;#039; Band 1. De Gruyter Oldenbourg, Berlin 2017, ISBN 978-3-11-042989-3, S. 704–708.&lt;br /&gt;
* [[Egbert Jahn]], Inge Auerbach: &amp;#039;&amp;#039;Der Osteuropahistoriker Peter Scheibert. Anmerkungen zu einer misslungenen Biographie.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Osteuropa (Zeitschrift)|Osteuropa]].&amp;#039;&amp;#039; Heft 1–2, 2017, S. 27–59.&amp;lt;ref&amp;gt;Eine Replik auf die Dissertation von Esther Abel mit Hinweisen auf darin enthaltene Ungenauigkeiten, siehe Rolf Wörsdörfer: &amp;#039;&amp;#039;Stalin brachte wenigstens Ordnung in die Revolution.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung]].&amp;#039;&amp;#039; 13. September 2017, S. N3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Esther Abel: &amp;#039;&amp;#039;Kunstraub&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;– Ostforschung – Hochschulkarriere. Der Osteuropahistoriker Peter Scheibert.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Michael Schippan]], Manuela Vehma (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;In der vorderen Reihe der Russlandhistoriker. Peter Hoffmann zum 100. Geburtstag&amp;#039;&amp;#039;, Frank &amp;amp; Timme, Berlin 2025, ISBN 978-3-7329-1159-2, S. 769–772.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118810383}}&lt;br /&gt;
* {{LAGIS|ref=nein|DB=HBN|ID=118810383|titel=Scheibert, Peter|datum=2020-11-07}}&lt;br /&gt;
* [[Lutz Klinkhammer]]: &amp;#039;&amp;#039;[https://perspectivia.net/receive/ploneimport4_mods_00003385 Die Abteilung Kunstschutz der deutschen Militärverwaltung in Italien 1943–1945]&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken]].&amp;#039;&amp;#039; Band 72, 1992, S. 483–549.&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20180217082420/https://www.herder-institut.de/veranstaltungen-ausstellungen/lesungen/lesungsarchiv/2017/neubeginn-oder-kontinuitaet-zur-karriere-des-marburger-osteuropahistorikers-peter-scheibert-1915-1995.html &amp;#039;&amp;#039;Lesung zu Peter Scheibert&amp;#039;&amp;#039; am Herder-Institut], 21. Februar 2017&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118810383|LCCN=n/85/111430|VIAF=13104042}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Scheibert, Peter}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Neuzeithistoriker]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Gestorben 1995]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Scheibert, Peter&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Osteuropahistoriker&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=3. Mai 1915&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Groß-Lichterfelde]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=31. März 1995&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Berlin]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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