<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Pestessig</id>
	<title>Pestessig - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Pestessig"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Pestessig&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-02T14:30:17Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Pestessig&amp;diff=700620&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Dk1909: typografische Anführungszeichen korrigiert</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Pestessig&amp;diff=700620&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-01-21T11:01:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;typografische Anführungszeichen korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Vinaigre des 4 Voleurs.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Vinaigre des quatre voleurs&amp;#039;&amp;#039; in einer Flasche des 17. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Fürst, Der Doctor Schnabel von Rom (coloured version).png|mini|Pestdoktor von [[Paul Fürst (Kunsthändler)|Paul Fürst]], &amp;#039;&amp;#039;Der Doctor Schnabel von Rom&amp;#039;&amp;#039;, ca. 1656]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Schnabeldoktor vom Maskentyp bei der Pest von Marseille 1720 in einer Abbildung von Johann Melchior Füssli (1677–1736), Nürnberg (Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Kupferstichkabinett, Inv.-Nr. HB 25623).webp|mini|Ein in Leder gekleideter Schnabeldoktor während der Pestepidemie in Marseille 1720. Im geräumigen Nasenfutteral wurde in Essig und Kräuter getränkte Schwämmchen untergebracht, die vor dem Dunst der Pestkranken schützen sollten.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pestessig&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Räuberessig&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vierräuberessig&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Giftessig&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; lat. &amp;#039;&amp;#039;Acetum pestilentiale&amp;#039;&amp;#039;/&amp;#039;&amp;#039;prophylacticum&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Acetum quattuor latronum&amp;#039;&amp;#039;) war eine im 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert weit verbreitete Duftstoffmischung, die man zum Schutz vor der [[Pest]] anwenden sollte. Er wurde auch als &amp;#039;&amp;#039;Spitzbubenessig&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Winkelmann, Erklärung von 20 000 Fremdwörtern und technischen Ausdrücken, welche in der deutschen Sprache gebräuchlich sind, Paul Neff, Stuttgart 1863, S. 794.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft und Verwendung ==&lt;br /&gt;
Der Pestessig entstand 1720, als die Pest in Südfrankreich, insbesondere in [[Toulouse]] und [[Marseille]], wütete. Einer Legende nach sollen sich vier Plünderer zur Zeit der [[Pest]]-[[Epidemie]] in Marseille (ab 1720) durch diese [[Tinktur]] vor Ansteckung geschützt haben, die sie ansonsten beim Ausrauben der Pestkranken und -toten hätten befürchten müssen. Vor Gericht bot man ihnen Straffreiheit an, sofern sie das Geheimnis ihrer Immunität gegen die Epidemie preisgeben würden&amp;amp;nbsp;– was sie in Form eines Duftstoffrezepts taten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Vierräuberessig ([[Französische Sprache|frz.]]: &amp;#039;&amp;#039;Vinaigre des quatre voleurs&amp;#039;&amp;#039;) ist wiederum ein Kräuterauszug auf [[Essig]]basis. Zu diesen Kräutern gehört – laut einigen Quellen als wichtigstem Bestandteil – die [[Weinraute]]. Des Weiteren werden [[Wermutkraut]], [[Rosmarin]], [[Wacholder]]beeren, [[Echter Lavendel|Lavendel]], [[Kalmus (Art)|Kalmuswurzel]], [[Knoblauch]], [[Zimt]], [[Muskatnussbaum|Muskat]], [[Gewürznelken]], [[Pfefferminze]], [[Angelika (Engelwurz)|Engelwurz]] und [[Campher|Kampfer]] genannt. Neben dieser medizinischen Anwendung des Vierräuberessigs wird er gelegentlich auch in der (modernen) Küche eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die angegebene Duftmischung verbreitete sich schnell in ganz Europa. In England war sie als &amp;#039;&amp;#039;The four Thieves Vinegar&amp;#039;&amp;#039;, in Frankreich als &amp;#039;&amp;#039;Vinaigre des quatre voleurs&amp;#039;&amp;#039; bekannt. Zum Schutz gegen Infektionskrankheiten sollte man sich mit dem Pestessig den Mund ausspülen, verschiedene Körperteile damit waschen oder ein paar Löffel täglich einnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwendung von Duftstoffzubereitungen zu medizinischen Zwecken reicht viele Jahrhunderte zurück. Die weite Verbreitung des Pestessigs hatte zur Folge, dass die so genannten &amp;#039;&amp;#039;[[Vinaigrette (Handwerk)|Vinaigrettes]]&amp;#039;&amp;#039; sehr gebräuchlich wurden und feste Duftstoffe, wie sie etwa in [[Bisamapfel|Bisamäpfeln]] verwendet wurden, endgültig verdrängten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezepte ==&lt;br /&gt;
Für den Pestessig sind viele verschiedene Rezepturen überliefert. Meist extrahierte man Duftstoffe mittels Alkohol oder Weinessig und fügte anschließend [[Campher]] hinzu. Der französische Autor Pierre-Joseph Buc&amp;#039;hoz (1731–1807) gibt in seinem Buch &amp;#039;&amp;#039;La toilette de Flore&amp;#039;&amp;#039; (1773), das sich mit kosmetischen Präparaten befasst, folgende Herstellungsvorschrift an:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Sprache=fr&lt;br /&gt;
 |Text=Vinaigre des quatre Voleurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prenez sommités de grand Absynthe, de petites Absynthe, de Romarin, de Sauge, de Menthe, de Rhue, de chacune une once &amp;amp; demie, fleurs de Lavande, deux onces, Calamus aromaticus, Canelle, Girofle, Noix muscade, gousse d’Ail, de chacun deux gros; Camphre, une demi-once, Vinaigre rouge, huit livres. On prend tous ces ingrédients secs, on les pile grossiéremente; on prend les gousse d’Ail récentes, on les coup par tranches: on met le tout dans un Matras, on met par-dessus le Vinaigre; on fait digérer le mélange au Soleil, ou à une douce chaleur au bain de sable pendant trois semaines, ou un mois: alors on coule avec expression, on filtre la liqueur au travers d’un papier gris, et on ajoute le Camphre dissont dans un peu d’esprit de vin. On conserve la liqueur dans une bouteille qu’on bouche bien.&amp;lt;!--Zitat wie in Lit.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Pierre-Joseph Buc&amp;#039;hoz |Titel=Toilette de Flore, ou Essai sur les plantes et les fleurs qui peuvent servir d&amp;#039;ornement aux dames ... par M. B*** Dr M. |Verlag=Valade |Ort=Paris |Datum= |Seiten=216-217 |Sprache=fr |Online=https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k1520706t/f246}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krünitz’ [[Oeconomische Encyclopädie]] gibt als zu verwendende Kräuter „Raute, Salbey, Wermuth, Münze und Lavendel“ an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Meyers Konversations-Lexikon]] von 1888 gibt an, der Pestessig werde&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=…auch jetzt noch zum Räuchern von Krankenzimmern benutzt. Man behandelt Wermut, Raute, Pfefferminze, Rosmarin, Salbei, von jedem 22,5g, Lavendelblüten 30g, Engelwurzel, Kalmuswurzel, Knoblauch, Zimt, Muskatnuß, Gewürznelken, von jedem 3,75g, mit 2kg Weinessig und 120g konzentriertem Essig, preßt nach einigen Tagen ab und setzt 11g Kampfer, in 30g Alkohol gelöst, hinzu.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Renate Smollich: &amp;#039;&amp;#039;Der Bisamapfel in Kunst und Wissenschaft&amp;#039;&amp;#039;. Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart 1983, ISBN 3-7692-0733-5, S.&amp;amp;nbsp;143–144&lt;br /&gt;
* Monika Cremer: &amp;#039;&amp;#039;Essig, Pickles &amp;amp; Chutneys&amp;#039;&amp;#039;, Augsburg 1998. ISBN 3-89604-254-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Meyers Online|5|861|spezialkapitel=Essige, aromatische}}&lt;br /&gt;
* [https://www.sagen.at/doku/zauberpflanzen/r.html Artikel: &amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;Ruta graveolens (Raute)&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot; in: &amp;#039;&amp;#039;Zauberpflanzen und Amulette&amp;#039;&amp;#039;, Dr. E. M. Kronfeld, Wien 1898 - Sagen.at]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Duftstoff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Essig]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wein als Thema]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Dk1909</name></author>
	</entry>
</feed>