<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Perzeption</id>
	<title>Perzeption - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Perzeption"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Perzeption&amp;action=history"/>
	<updated>2026-05-24T12:52:12Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Perzeption&amp;diff=69602&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;R.Tm01: R. korr.</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Perzeption&amp;diff=69602&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-02-02T17:39:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. korr.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Perzeption&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{laS|perceptio}} von &amp;#039;&amp;#039;percipere&amp;#039;&amp;#039; „erfassen, ergreifen, wahrnehmen“, englisch &amp;#039;&amp;#039;perception&amp;#039;&amp;#039;) ist ein Begriff der [[Wahrnehmungspsychologie]]. Er bezeichnet&lt;br /&gt;
* einerseits die Gesamtheit der Vorgänge der [[Wahrnehmung]],&lt;br /&gt;
* andererseits den Inhalt der Wahrnehmung selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der &amp;#039;&amp;#039;deutschen&amp;#039;&amp;#039; Fassung hat der Begriff &amp;#039;&amp;#039;»Perzeption«&amp;#039;&amp;#039; seinen Ursprung in der [[Philosophie]] nach [[Gottfried Wilhelm Leibniz|G. W. Leibniz]]. Er bezeichnet dort in einem idealistischen Sinn&lt;br /&gt;
* die &amp;#039;&amp;#039;Tätigkeit&amp;#039;&amp;#039; einer seelischen Letzteinheit bzw. einer Substanz, um sie von den &amp;#039;&amp;#039;Vorstellungen&amp;#039;&amp;#039; eines wahrnehmenden und denkenden Subjektes, von den bewussten Objekten der »&amp;#039;&amp;#039;Apperzeption&amp;#039;&amp;#039;«, abzugrenzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Tätigkeit der Perzeption repräsentiert dort die ›Vielheit‹ der wahrgenommenen Welt ›in der Einheit‹ des einzelnen Subjektes.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe dazu W. Janke (1989), hier in der &amp;#039;&amp;#039;Literatur&amp;#039;&amp;#039; angegeben, Seite 384.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe etwa [[Albert Heinekamp|A. Heinekamp]], &amp;#039;&amp;#039;Gottfried Wilhelm Leibniz&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Klassiker des philosophischen Denkens&amp;#039;&amp;#039;, Band 1 (Hrsg. N. Hoerster). (dtv) München &amp;lt;sup&amp;gt;6&amp;lt;/sup&amp;gt;(2001): Seite 294.&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der Philosophie hat der Begriff vornehmlich diese Leibnizsche Konnotation beibehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsinhalt ==&lt;br /&gt;
Unter Perzeptionen werden primär [[unbewusst]]e Prozesse individueller Informations- und Wahrnehmungsverarbeitung verstanden, die im Bewusstsein des Informationsempfängers Vorstellungsbilder (&amp;#039;&amp;#039;images&amp;#039;&amp;#039;) von wahrgenommenen Teilaspekten der [[Wirklichkeit]] entstehen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess der Perzeption bewirkt, dass die von außen kommenden Informationen im Erkenntnissystem des Informationsempfängers [[Missverständnis|unwillentlich]] in einer bestimmten Weise strukturiert und eingeordnet werden. Perzeptionen sind demnach selektiv-[[subjektiv]]e Bestandsaufnahmen der Umwelt. Sie sind relativ statisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Perzeption bezeichnet nicht nur das subjektive Ergebnis des Wahrnehmungsvorgangs ([[Perzept]]), sondern auch die diesem zugrundeliegenden [[Neurophysiologie|neurophysiologischen]] Prozesse (Sinneswahrnehmungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Perzeption (im oben genannten Sinne) dürfen auch nicht nur die Vorgänge des [[Auffassungsgabe|Auffassens]], [[Erkenntnis|Erkennens]] und [[Konklusion|Beurteilens]], also die [[Gedanke|gedankliche]] Verarbeitung des Wahrgenommenen, subsumiert werden, die heute – in strengerem Sinne – als [[Apperzeption]]en oder gar [[Kognition]]en bezeichnet würden. Eine [[wille]]ntliche Zuwendung der [[Aufmerksamkeit]] gehört ebenso dazu. Die Perzeption &amp;#039;&amp;#039;im weiteren Sinne&amp;#039;&amp;#039; umfasst dagegen auch unbewusste und emotionale Vorgänge des [[Empfindung|Empfindens]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsgeschichte ==&lt;br /&gt;
Der Begriff wurde bereits in der [[Stoa]] zur Kennzeichnung einer klaren und unfehlbaren Wahrnehmung verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Cicero]]: &amp;#039;&amp;#039;De Finibus Bonorum et Malorum.&amp;#039;&amp;#039; V, 76&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Neuzeit wurde der Begriff ursprünglich durch [[René Descartes]] als &amp;#039;&amp;#039;perceptio ab imaginatione et a sensibus&amp;#039;&amp;#039; (Erfassen durch Vorstellung und Sinne) verwendet. Im englischen [[Empirismus]] und [[Sensualismus]] bedeutete er sinnliche Wahrnehmung. So beinhalten Perzeptionen bei [[John Locke]] keine „zusammengesetzten Ideen“.&amp;lt;ref&amp;gt;John Locke: &amp;#039;&amp;#039;[[An Essay Concerning Humane Understanding]].&amp;#039;&amp;#039; II 9 (&amp;#039;&amp;#039;of perception&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei [[George Berkeley]] findet sich die Formel &amp;#039;&amp;#039;esse est percipi&amp;#039;&amp;#039; (Sein ist wahrnehmen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge, als [[Rationalismus|rationalistisches]] Gegenüber zum Lockeschen Verständnis von »perception«, stellte [[Gottfried Wilhelm Leibniz]] der [[Apperzeption]] – als dem klar und mit Bewusstsein Wahrgenommenen sowie als begriffliche Elemente des Denkens&amp;lt;ref&amp;gt;Man vergleiche die Unterscheidung zwischen der ›Idee‹ (&amp;#039;&amp;#039;idée&amp;#039;&amp;#039;), im [[Ideenlehre|platonistischen]] Sinne verstanden, und ›Begriff‹ (&amp;#039;&amp;#039;notion&amp;#039;&amp;#039;) oder ›Konzept‹ (&amp;#039;&amp;#039;conceptus&amp;#039;&amp;#039;), insbes in Leibniz’ &amp;#039;&amp;#039;Discours de la Métaphysique&amp;#039;&amp;#039; (§27) zu finden, und wiedergegeben in H. Poser, &amp;#039;&amp;#039;Leibniz’ Philosophie - Über die Einheit von Metaphysik und Wissenschaft&amp;#039;&amp;#039;, (Meiner) Hamburg 2016; S.&amp;amp;nbsp;107: „Diejenigen Ausdrucksinhalte, die in unserer Seele sind, sei es, dass sie nun begreift (&amp;#039;&amp;#039;conçoive&amp;#039;&amp;#039;) oder nicht, können &amp;#039;&amp;#039;Ideen&amp;#039;&amp;#039; genannt werden, aber diejenigen, welchge man begrieft oder bildet, können &amp;#039;&amp;#039;Begriff&amp;#039;&amp;#039; (notion, conceptus) genannt werden“.&amp;lt;/ref&amp;gt; – die Perzeption als eine unbewusste Form der Teilhabe an Ideen gegenüber. »Die &amp;#039;&amp;#039;Perzeption&amp;#039;&amp;#039; ist das erste Vermögen der Seele, die mit unseren Ideen beschäftigt ist. [...] Das Denken (&amp;#039;&amp;#039;pensée&amp;#039;&amp;#039;) bedeutet oft die Beschäftigung des Geistes mit seinen eigenen Ideen, sobald er seine Sache mit einem gewissen Grade willentlicher Aufmerksamkeit behandelt und betrachtet. Bei dem, was man &amp;#039;&amp;#039;Perzeption&amp;#039;&amp;#039; nennt, ist der Geist normalerweise rein passiv, indem er nicht vermeiden kann, das wahrzunehmen (&amp;#039;&amp;#039;apperçevoir&amp;#039;&amp;#039;), was er aktuell wahrnimmt. [...] Ich würde zwischen &amp;#039;&amp;#039;Perzeption&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;bewusster Wahrnehmung&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;s&amp;#039;apperçevoir&amp;#039;&amp;#039;) unterscheiden.«&amp;lt;ref&amp;gt;G. W. Leibniz, &amp;#039;&amp;#039;Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand&amp;#039;&amp;#039;, in der Neuausgabe &amp;#039;&amp;#039;stw&amp;#039;&amp;#039; (Suhrkamp, Frankfurt am Main 1996), hier in der &amp;#039;&amp;#039;Literatur&amp;#039;&amp;#039; angegebenS.&amp;amp;nbsp;152–153 in Buch II Kap.&amp;amp;nbsp;9 (&amp;#039;&amp;#039;Von der Perzeption&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt; Leibniz unterschied darüber hinaus noch [[Petites perceptions|kleine Perzeptionen]], die unmerklich sind und unter der Bewusstseinsschwelle bleiben, in ihrer Gesamtheit betrachtet die unbewusste, &amp;#039;&amp;#039;individuelle&amp;#039;&amp;#039; Perspektive des Einzelnen ausmachen.&amp;lt;ref&amp;gt;Man vergleiche dazu [[Gottfried Wilhelm Leibniz]]: &amp;#039;&amp;#039;Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand&amp;#039;&amp;#039;. In der Neuausgabe &amp;#039;&amp;#039;swt&amp;#039;&amp;#039; (Suhrkamp, Frankfurt am Main 1996), Seite XXV des &amp;#039;&amp;#039;Vorworts&amp;#039;&amp;#039;: »Diese kleinen Perzeptionen sind [...] von größerer Wirksamkeit, als man denkt. Sie bilden das “Ich-weiß-nicht-was”, diesen Geschmack von etwas, diese Vorstellungsbilder von sinnlichen Eigenschaften (&amp;#039;&amp;#039;images des qualités&amp;#039;&amp;#039;), welche alle in ihrem Zusammensein klar, jedoch in ihren einzelnen Teilen verworren (&amp;#039;&amp;#039;confuses&amp;#039;&amp;#039;); und sie bilden auch jene Eindrücke, die die umgebenden Körper auf uns machen [...]. Man kann sogar sagen, dass vermöge dieser kleinen Perzeptionen die Gegenwart mit der Zukunft schwanger geht und mit der Vergangenheit beladen ist, dass alles miteinander zusammenstimmt. [...]. Diese unmerklichen Perzeptionen (&amp;#039;&amp;#039;insensibles&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnen auch und konstitutieren das identische Individuum, das durch Spuren (&amp;#039;&amp;#039;traces&amp;#039;&amp;#039;) oder Ausdrucksformen (&amp;#039;&amp;#039;expressions&amp;#039;&amp;#039;) charakterisiert wird«.&amp;lt;/ref&amp;gt; Indem er Schlaf und Traum zum Thema machte, eröffnete Leibniz der Philosophie das Thema des [[Das Unbewusste|Unbewussten]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Kurt Flasch]]: &amp;#039;&amp;#039;Kampfplätze der Philosophie: große Kontroversen von Augustin bis Voltaire.&amp;#039;&amp;#039; Klostermann, Frankfurt 2008, 308.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei [[Immanuel Kant]] ist die &amp;#039;&amp;#039;perceptio&amp;#039;&amp;#039; eine Unterart der Vorstellungen (&amp;#039;&amp;#039;repraesentatio&amp;#039;&amp;#039;) und bezeichnet solche mit Bewusstsein.&amp;lt;ref&amp;gt;I. Kant, &amp;#039;&amp;#039;Kritik der reinen Vernunft&amp;#039;&amp;#039; (2. Auflage (1787): B 375).&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Rahmen der &amp;#039;&amp;#039;perceptio&amp;#039;&amp;#039; sind Vorstellungen, bei denen sich der subjektive Zustand verändert, Empfindungen (&amp;#039;&amp;#039;sensatio&amp;#039;&amp;#039;). Objektive Perzeptionen sind bei Kant Erkenntnisse (&amp;#039;&amp;#039;cognitio&amp;#039;&amp;#039;). Als Apperzeption bezeichnete er hingegen das Bewusstsein seiner selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine erneute Wende des Begriffsinhalts ergibt sich bei [[Johann Friedrich Herbart]], bei dem die Perzeption die Aufnahme des sinnlich Wahrgenommenen (bei Kant: Anschauung = &amp;#039;&amp;#039;intuitio&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnete, während er Apperzeption die Aneignung und Verarbeitung nannte. [[Wilhelm Wundt]] schließlich verwendet die [[Metapher]] des Sehens zur Beschreibung der Wahrnehmung und unterscheidet die Perzeption als das Eintreten einer Vorstellung in das Blickfeld des Bewusstseins, während die Apperzeption der Eintritt in den Blickpunkt der Aufmerksamkeit ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Wundt: &amp;#039;&amp;#039;Grundzüge der physiologischen Psychologie II.&amp;#039;&amp;#039; 235 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im zwanzigsten Jahrhundert hat [[Alfred North Whitehead]] in &amp;#039;&amp;#039;[[Prozess und Realität]]&amp;#039;&amp;#039; eine zu Leibniz analoge Unterscheidung getroffen, indem er Wahrnehmungen im Modus „kausaler Wirksamkeit“ (&amp;#039;&amp;#039;causal efficacy&amp;#039;&amp;#039;) vage und unbestimmt nannte&amp;lt;!--das sollte zitiert und nachgewiesen werden--&amp;gt;, wohingegen Wahrnehmungen im Modus „vermittelnder Unmittelbarkeit“ (&amp;#039;&amp;#039;presentational immediacy&amp;#039;&amp;#039;) klar und willentlich gesteuert erfolgen. Beide Formen der Wahrnehmung sind ein Teil des Erfassens (&amp;#039;&amp;#039;prehension&amp;#039;&amp;#039;) der Realität und erhalten ihre Bedeutung, indem sie unter Einschluss der subjektiven Vorgeprägtheit (&amp;#039;&amp;#039;subjective form&amp;#039;&amp;#039;) zu einer „symbolischen Referenz“ verbunden werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Erstmals hatte Whitehead das Konzept in &amp;#039;&amp;#039;[[Kulturelle Symbolisierung]]&amp;#039;&amp;#039; vorgestellt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Wahrnehmungspsychologie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* W. Jahnke: Stichwort &amp;#039;&amp;#039;Perzeption.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Historisches Wörterbuch der Philosophie]].&amp;#039;&amp;#039; Band 7, Schwabe, Basel 1989.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* Friedrich Kirchner: [https://www.textlog.de/1912.html Perzeption], in: &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der philosophischen Grundbegriffe.&amp;#039;&amp;#039;  (1907)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wahrnehmung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[en:Perception]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;R.Tm01</name></author>
	</entry>
</feed>