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	<title>Personengeschichte - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-30T20:06:17Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Personengeschichte&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Teilbereich der [[Geschichtswissenschaft]]. Sie erforscht historische Einzelschicksale sowie das Verhältnis zwischen Person und Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung ==&lt;br /&gt;
Als [[Biographie]] gibt es die Personengeschichte seit der Antike (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Plutarch]]). In der Alten Geschichte ist sie als [[Prosopographie]] eine der relevanten modernen Forschungsmethoden. Die Biografie ist generell eine populäre Form der [[Geschichtsdarstellung]]. Besonders seit den 1960er Jahren wurde sie aber von Kritikern ihrer beschränkten Sichtweise als unvereinbar mit der [[Strukturgeschichte]] gesehen, in Deutschland vor allem von den Vertretern der [[Historische Sozialwissenschaft|Historischen Sozialwissenschaft]] (z. B. [[Hans-Ulrich Wehler]]). Die &amp;#039;&amp;#039;personalisierende Geschichtsdarstellung&amp;#039;&amp;#039; habe im 19. Jahrhundert Persönlichkeiten derart betont, dass bedeutende historische Personen idealisiert oder gar heroisiert (z. B. [[Thomas Carlyle]]) wurden, kritisierte [[Imanuel Geiss]]. Hauptsächlich nahmen „große“ Persönlichkeiten eine herausragende Stellung ein, wobei vor allem „geistige Führer, Staatsmänner, Erfinder, Entdecker, Glaubenshelden […] wegen ihres besonderen erzieherischen Einflusses [...] lebendig“ gemacht werden sollten, analysiert [[Joachim Rohlfes]]. Der einfache „kleine“ Mensch (Mann und Frau) als politisch Handelnder und gesellschaftliche Strukturen, auf die die Strukturgeschichte zielt, wurden dabei oft außer Acht gelassen. Historische Prozesse wurden unzulässig auf Einzelne reduziert und vereinfacht, individualisiert und entpolitisiert ([[Michael Sauer (Historiker)|Michael Sauer]]). Demnach liegen die Hauptprobleme der Personalisierung darin, dass sie die Rolle und Bedeutung der „Massen“ unterschätzt und die Strukturgeschichte vernachlässigt. Diese kritische Sicht liegt fast auf der Linie des [[Historischer Materialismus|historischen Materialismus]], wie sie in [[Bertolt Brecht]]s Gedicht &amp;#039;&amp;#039;[[Fragen eines lesenden Arbeiters]]&amp;#039;&amp;#039; popularisiert wurde, doch ohne den historischen [[Determinismus]] zu teilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein didaktisches Problem kann darin liegen, dass dies zu Anpassungsbereitschaft, Ohnmachtsgefühl und Manipulierbarkeit junger Menschen führt. Historiker und Geschichtsdidaktiker wie [[Klaus Bergmann]] machten darauf aufmerksam, dass sich die Personalisierung, vor allem wenn sie gleichgesetzt wird mit [[Heroisierung]], besonders nachteilig auf das [[Geschichtsbewusstsein]] und die politische Einstellung der Menschen auswirke. Dem setzte er 1972 die &amp;#039;&amp;#039;Personifizierung&amp;#039;&amp;#039;, entgegen: die Darstellung von Geschichte an „namenlosen“ handelnden und leidenden Personen, den so genannten „kleinen Leuten“, die ihre eigene Perspektive auf die Geschichte hätten, so Michael Sauer. Gleichzeitig repräsentieren diese Personen bestimmte [[soziale Gruppe]]n. Das bedeutet nicht, dass nun ausschließlich untere oder unterprivilegierte Bevölkerungsgruppen in den Mittelpunkt des Interesses rücken sollten, sondern vielmehr, dass Gruppen, die nur generalisierend und abstrahierend beschrieben werden können, anhand von Personen ein Gesicht bekommen. Dabei spielt nicht das Individuum die entscheidende Rolle, sondern die Person als [[Idealtyp|Typus]], als Stellvertreter für die ganze Gruppe. So kann z.&amp;amp;nbsp;B. die lange vermisste [[Alltagsgeschichte]] in die Geschichtsdarstellung miteinfließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenwärtig untersucht die Personengeschichte einzelne Personen in ihrem historischen Umfeld. Das Leben und Wirken von Personen und Personengruppen (wie z.&amp;amp;nbsp;B. Familien und andere soziale Gruppen, Berufsgruppen, konfessionelle Gruppierungen) in ihrer Zeit stehen im Mittelpunkt der Forschung, weil davon ausgegangen wird, dass es Personen und die von Personen geformten sozialen Gruppen sind, aus denen sich Gesellschaften bilden. &lt;br /&gt;
So werden Persönlichkeiten und Strukturen nicht mehr als ein sich ausschließender Gegensatz gesehen, sondern als ein „interdependentes Verhältnis, bei dem das eine ins andere greift“ (Joachim Rohlfes). Das Motto lautet also nicht Strukturen &amp;#039;&amp;#039;oder&amp;#039;&amp;#039; Persönlichkeiten, sondern Strukturen &amp;#039;&amp;#039;und&amp;#039;&amp;#039; Persönlichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Personalisierung ==&lt;br /&gt;
In der [[Geschichtsdidaktik|Geschichts-]] und [[Politikdidaktik]] beschreibt &amp;#039;&amp;#039;Personalisierung&amp;#039;&amp;#039; die Zuschreibung der Verantwortung für historische und politische Veränderungen oder der Kraft, solche Veränderungen zu bewirken, zu einzelnen, evtl. herausragenden Persönlichkeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Älteren Auffassungen sowohl der [[Entwicklungspsychologie]] als auch der [[Pädagogik]] (insbesondere dem Konzept der [[Volkstümliche Bildung|Volkstümlichen Bildung]]) entsprechend galt eine solche Zuschreibung der Handlung in „der Geschichte“ als entweder einem kindlichen Entwicklungsstand oder aber der „Bildsamkeit“ der Mehrheit der Bevölkerung entsprechend. Dementsprechend war sie auch ein ausdrücklich gefordertes Prinzip der [[Lehrererzählung (Geschichtsunterricht)|Lehrererzählung]], wie sie für die ältere [[Geschichtsdidaktik|Geschichtsmethodik]] bis in die 1960er Jahre hinein typisch war: Historische Prozesse sollten den Kindern anhand einer konkreten, [[Novelle|novellistisch]] und [[Drama|dramatisch]] gestalteten Erzählung nahegebracht werden, der zufolge einzelne herausragende Persönlichkeiten („große Männer“) dafür verantwortlich waren. So wurden [[Friedrich II. (Preußen)|Friedrich der Große]] und [[Otto von Bismarck]] als abgehobene, geniale Persönlichkeiten vermittelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Problematisch wird dies bei „negativen Helden“ wie [[Erich Ludendorff]] oder besonders [[Adolf Hitler|Hitler]]. In den 1960er und 1970er Jahren geriet daher die Personalisierung geschichtsdidaktisch teilweise in heftige Kritik, als empirische Untersuchungen zum Geschichtsbild der Jugend nachwiesen, dass diese generell nur wenigen herausragenden Persönlichkeiten Einfluss zugestanden, jedoch keine Vorstellung über eigene [[Partizipation]]smöglichkeiten hatten. Ein bewusst und absichtlich personalisierender Geschichtsunterricht wurde dafür mitverantwortlich gemacht ([[Ludwig von Friedeburg]]; P. Hübner 1964/1970). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen entwickelte [[Klaus Bergmann]] das Konzept der „Personifizierung“, die als Prinzip für den Geschichtsunterricht fordert, konkrete Menschen in ihrem Handeln im Geschichtsunterricht zu thematisieren, dabei aber den Blick auf die „kleinen Leute“, auf möglichst alle relevanten sozialen Gruppen, zu richten. Das soll auch einer überzogenen Abstraktheit im Unterricht entgegenwirken, die durch die Vermeidung von Personalisierung und [[Sozialgeschichte|sozialhistorische]] Orientierung zu befürchten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst in den 1990er Jahren wurde das [[Geschichtsschreibung|Narrative]] im Geschichtsunterricht im Zusammenhang mit der Betonung historischer Phantasie und Imagination (z.&amp;amp;nbsp;B. bei [[Rolf Schörken]]) wiederentdeckt. Personalisierung bzw. Personifizierung gelten z. B. in der Darstellung von Opferbiografien in nationalsozialistischen [[Konzentrationslager]]n als didaktischer „Königsweg“ der [[Gedenkstätte]]npädagogik&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.lebensgeschichten.net/&amp;lt;/ref&amp;gt; neben der [[Oral History]], die ebenso eine Form personifizierter Geschichtsdarstellung ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=[[Klaus Bergmann]]|Titel=Personalisierung im Geschichtsunterricht – Erziehung zu Demokratie?|Verlag=Klett|Ort=Stuttgart|Datum=1972|ISBN=3-12-927420-0}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=Klaus Bergmann|Titel=Personalisierung, Personifizierung|Sammelwerk=Handbuch der Geschichtsdidaktik|Verlag=Schwann|Ort=Düsseldorf|Datum=1985|ISBN=3-590-14463-7|Seiten=268-271}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=Klaus Bergmann|Titel=Personalisierung und Personifizierung|Sammelwerk=Geschichtsdidaktik|WerkErg=&amp;#039;&amp;#039;Beiträge zu einer Theorie historischen Lernens&amp;#039;&amp;#039;|Verlag=Wochenschau|Ort=Schwalbach|Datum=2000|ISBN=3-87920-431-4|Seiten=158–161}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=Michael Bosch|Titel=Persönlichkeit und Struktur in der Geschichte|TitelErg=&amp;#039;&amp;#039;Historische Bestandsaufnahme und didaktische Implikationen&amp;#039;&amp;#039;|Verlag=Schwann|Ort=Düsseldorf|Datum=1977|ISBN=3-590-18004-8}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=[[Ludwig von Friedeburg]], P. Hübner|Titel=Das Geschichtsbild der Jugend|Auflage=2., erg.|Verlag=Juventa|Ort=München|Datum=1970|ISBN=3-7799-0070-X}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=[[Joachim Rohlfes]]|Titel=Ein Herz für die Personengeschichte?|TitelErg=&amp;#039;&amp;#039;Strukturen und Persönlichkeiten in Wissenschaft und Unterricht&amp;#039;&amp;#039;|Sammelwerk=Geschichte in Wissenschaft und Unterricht|Band=Jg. 50|Nummer=5/6|Datum=1999|ISSN=0016-9056|Seiten=305–320}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=[[Michael Sauer (Historiker)|Michael Sauer]]|Titel=Geschichte unterrichten|TitelErg=&amp;#039;&amp;#039;Eine Einführung in die Didaktik und Methodik&amp;#039;&amp;#039;|Auflage=3|Verlag=Kallmeyer|Ort=Seelze-Velber|Datum=2004|ISBN=3-7800-4925-2|Seiten=73–76}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=[[Rolf Schörken]]|Titel=Historische Imagination und Geschichtsdidaktik|Verlag=Schöningh|Ort=Paderborn|Datum=1994|ISBN=3-506-78129-4}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=Thomas Speckmann|Titel=Die Welt als Wille und Vorstellung|TitelErg=&amp;#039;&amp;#039;Chancen und Probleme einer biografischen Geschichtsschreibung des &amp;quot;kleinen Mannes&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;|Sammelwerk=Geschichte in Wissenschaft und Unterricht|Band=Jg. 53|Nummer=7/8|Datum=2003|ISSN=0016-9056|Seiten=412–426}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=[[Hans-Ulrich Wehler]]|Titel=Historische Sozialwissenschaft und Geschichtsschreibung|TitelErg=&amp;#039;&amp;#039;Studien zu Aufgaben und Traditionen deutscher Geschichtswissenschaft&amp;#039;&amp;#039;|Verlag=Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht|Ort=Göttingen|Datum=1980|ISBN=3-525-36176-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.personengeschichte.de Institut für Personengeschichte]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichtswissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichtsdidaktik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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