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	<title>Personalunion - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Personalunion&amp;diff=42440&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Benowar: /* Literatur */  +1</title>
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		<updated>2025-11-26T06:46:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur: &lt;/span&gt;  +1&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Unter &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Personalunion&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; versteht man die Ausübung verschiedener nicht miteinander verbundener [[Öffentliches Amt|Ämter]] oder [[Funktion (Organisation)|Funktionen]] durch dieselbe Person, nicht jedoch das von dieser Person etwaig beherrschte Gesamtgebiet. Eine Personalunion entsteht aus in der Person liegenden Gründen (etwa weil sie in getrennten Wahlen für beide Ämter gewählt wurde oder durch Erbfall).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Personalunion abzugrenzen sind die [[Realunion]] und der [[Doppelhut]], bei denen die Ämter und Funktionen selbst miteinander zwingend verbunden sind, mithin der Amtsträger notwendig derselbe ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbindung von Staaten ==&lt;br /&gt;
In der [[Allgemeine Staatslehre|allgemeinen Staatslehre]] wird als Personalunion die Verbindung von selbständigen Staaten durch ein gemeinsames Staatsoberhaupt bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Reineck&amp;quot;&amp;gt;Karl-Michael Reineck: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Staatslehre und Deutsches Staatsrecht.&amp;#039;&amp;#039; 15. Auflage, 2007, Rn. 62 (S. 58).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;SchoeKnau45&amp;quot;&amp;gt;Burkhard Schöbener, Matthias Knauff: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Staatslehre.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. C.H. Beck, München 2013, §&amp;amp;nbsp;6, Rn. 45 (S. 269).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Regierung mehrerer Länder in Personalunion spielte vor allem in der [[Feudalismus|Feudalzeit]] eine große Rolle. Bis weit ins 18. und 19. Jahrhundert hinein gab es in der Regel keinen einheitlichen [[Staat]], sondern ein [[Monarchie|Monarch]] regierte über [[Ländereien]] und damit auch eine Mehr- oder Vielzahl von Staaten mit jeweils eigener [[Verfassung]], [[Regierungssystem]]en und [[Ständeordnung|ständischen]] [[Partizipation]]srechten. Eine Personalunion entstand, indem nach den [[Thronfolge]]regelungen verschiedener Monarchien der Thron an dieselbe Person fiel oder im Falle von [[Wahlmonarchie]]n das jeweilige Wahlgremium den Monarchen eines anderen Staates zum Oberhaupt kürte. Sie endete, wenn die Thronfolge wieder auf zwei verschiedene Personen fiel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Reineck&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die moderne [[Staatsgründung|Staatsbildung]] seit dem 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert setzte auf Vereinheitlichung dieser Vielfalt. Doch auch dann gab es verschiedentlich weiterhin Personalunionen. Die davon betroffenen modernen Staaten hatten zwar denselben Herrscher, wurden aber ebenfalls nach verschiedenen Gesetzen geführt und blieben rechtlich getrennt. Der moderne Trend zur Staatsvereinheitlichung verband sich jedoch seit dem 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert mit dem des [[Nationalismus]], und im Zuge der damals vorherrschenden Nationalstaatsbildung zerfielen entweder die noch bestehenden Personalunionen oder sie wurden zu einer [[Realunion]] verfestigt. Bei letzterer besteht die Verbindung nicht nur in der Person des Staatsoberhaupts, sondern darüber hinaus in weiteren gemeinsamen Institutionen (Staatsorgane und Verwaltungseinrichtungen). Die Verbindung ist also intensiver und stärker verrechtlicht, allerdings ohne dass es ein den verbundenen Staaten übergeordnetes Rechtssubjekt (wie beim [[Bundesstaat (föderaler Staat)|Bundesstaat]]) gäbe.&amp;lt;ref&amp;gt;Burkhard Schöbener, Matthias Knauff: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Staatslehre.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. C.H. Beck, München 2013, §&amp;amp;nbsp;6, Rn. 47 (S. 270).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Souveränität]]svorstellung moderner [[Nationalstaat]]en und demokratischen Prinzipien ist das Konzept der Personalunion fremd, weshalb sie – wenngleich theoretisch denkbar – in der Praxis von Republiken nicht vorkommt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;SchoeKnau45&amp;quot; /&amp;gt; (Historische Ausnahmen waren die englisch-niederländische Personalunion unter [[Wilhelm III. (Oranien)|Wilhelm III. von Oranien]] von 1689 bis 1702 oder [[Simón Bolívar]], der als Präsident von [[Großkolumbien]] von 1824 bis 1827 auch Herrscher über [[Peru]] und 1825 auch über [[Bolivien]] war, die [[Niederländisch-Indonesische Union]] von 1949 bis 1954 sowie die 1940 und 1956 geplante [[Französisch-britische Union]] unter der britischen Krone.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Beispiele}}&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Beispiele für Personalunionen von Staaten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
* Personalunion zwischen dem [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reich]] und dem [[Königreich Sizilien]] von 1194 bis 1197 sowie 1212 bis 1254.&lt;br /&gt;
* Personalunion zwischen den Königreichen [[Ungarn]] und [[Kroatien]] von 1102 bis 1918 (siehe [[Kroatien im Staatsverband mit Ungarn]]).&lt;br /&gt;
* Personalunion zwischen Norwegen und Schweden (1319–1355) unter [[Magnus II. (Schweden)|Magnus II.]]&lt;br /&gt;
* Personalunion zwischen Ungarn und Polen (1370–1382) unter dem [[Haus Anjou|Anjou]] [[Ludwig I. (Ungarn)|Ludwig I.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--* Personalunion zwischen Ungarn und Neapel (1385–1386) unter dem [[Haus Anjou|Anjou]] [[Karl III. (Neapel)|Karl III.]]--&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Polnisch-Litauische Union|Polnisch-Litauische Personalunion]] ab 1386 (ab 1569 erstarkt zur [[Realunion]] durch Bildung der [[Polen-Litauen|polnisch-litauischen Adelsrepublik]]).&lt;br /&gt;
* [[Kalmarer Union]] zwischen [[Dänemark]], [[Norwegen]] und [[Schweden]] (1389–1521).&lt;br /&gt;
* Personalunion zwischen Ungarn und dem [[Kurfürstentum Brandenburg]] (1411–1415) bzw. zwischen Ungarn und Böhmen (1419–1437) unter dem römisch-deutschen Kaiser [[Sigismund (HRR)|Sigismund]]&lt;br /&gt;
* Personalunion zwischen Ungarn und Polen (1440–1444) unter [[Władysław III. (Polen und Ungarn)|Władysław III.]]&lt;br /&gt;
* Personalunion zwischen Ungarn und Böhmen (1490–1526) unter den [[Jagiellonen]] [[Vladislav II. (Böhmen und Ungarn)|Vladislav II.]] und König [[Ludwig II. (Böhmen und Ungarn)|Ludwig&amp;amp;nbsp;II.]]&lt;br /&gt;
* Personalunion zwischen [[Spanien]] und dem Heiligen Römischen Reich unter [[Karl V. (HRR)|Karl V.]], 1519–1556.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Reineck&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;SchoeKnau&amp;quot;&amp;gt;Burkhard Schöbener, Matthias Knauff: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Staatslehre.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. C.H. Beck, München 2013, §&amp;amp;nbsp;6, Rn. 46 (S. 269).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Personalunion zwischen [[Königreich Frankreich (987–1792)|Frankreich]] und dem [[Herzogtum Bretagne]] (1514–1532).&lt;br /&gt;
* [[Iberische Union]] zwischen [[Spanien]] und [[Portugal]] (1580–1640).&lt;br /&gt;
* Personalunion zwischen [[Königreich Frankreich (987–1792)|Frankreich]] und dem [[Königreich Navarra]] (1589–1620).&lt;br /&gt;
* Personalunion zwischen Schweden und Polen-Litauen (1594–1599) unter [[Sigismund III. Wasa]].&lt;br /&gt;
* Personalunion zwischen [[Königreich England|England]] und [[Königreich Schottland|Schottland]] von 1603 bis 1707 (anschließend erstarkt zur Realunion&amp;lt;ref name=&amp;quot;Reineck&amp;quot; /&amp;gt; [[Königreich Großbritannien]] durch [[Act of Union 1707]]).&lt;br /&gt;
* Ähnliche Personalunion zwischen England (bzw. ab 1707 Großbritannien) und [[Königreich Irland|Irland]] bereits seit dem [[Mittelalter]], zuletzt militärisch erzwungen um 1690 und um 1740 bis zum [[Act of Union 1800]].&lt;br /&gt;
* [[Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover]] von [[Georg I. (Großbritannien)|Georg&amp;amp;nbsp;I.]] bis [[Wilhelm IV. (Vereinigtes Königreich)|Wilhelm&amp;amp;nbsp;IV.]] (1714–1837).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Reineck&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;SchoeKnau&amp;quot; /&amp;gt; Durch unterschiedliche Nachfolgeregelungen in Hannover und Großbritannien (weibliche [[Thronfolge (Vereinigtes Königreich)|Thronfolge]] oder nicht) wurde die Personalunion 1837 gelöst.&lt;br /&gt;
* Personalunion des [[Kurfürstentum Brandenburg|Kurfürstentums Brandenburg]] und des [[Herzogtum Preußen|Herzogtums Preußen]] 1618 zu [[Brandenburg-Preußen]], das Herzogtum blieb allerdings bis 1657/1660 [[Lehnswesen|Lehen]] der polnischen Krone.&lt;br /&gt;
* Personalunion zwischen [[Sachsen]] und der [[Oberlausitz|Ober-]] und [[Niederlausitz]] von 1635 bis 1813. Beide Markgrafschaften waren den sächsischen Kurfürsten 1635 als erbliches Mannlehen der böhmischen Krone übertragen worden. (Siehe [[Erbländischer Taler#Münzgeschichte|Erbländischer Taler / Münzgeschichte]] und [[Traditionsrezess]].)&lt;br /&gt;
* [[Sachsen-Polen]] unter [[August II. (Polen)|August dem Starken]] und [[August III.]] 1697–1763&amp;lt;ref name=&amp;quot;Reineck&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;SchoeKnau&amp;quot; /&amp;gt; (da Polen [[Wahlmonarchie]] war, bestand mehrfach Personalunion mit anderen Ländern).&lt;br /&gt;
* Die Könige [[Karl XI. (Schweden)|Karl&amp;amp;nbsp;XI.]] und [[Karl XII. (Schweden)|XII.]] von Schweden waren zugleich Herzöge von [[Pfalz-Zweibrücken]] (1681–1718).&lt;br /&gt;
* Personalunion zwischen Preußen und dem [[Fürstentum Neuenburg]], 1707–1857;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Reineck&amp;quot; /&amp;gt; zugleich der einzige Kanton der Schweiz, der keine Republik war.&lt;br /&gt;
* Die Könige von Dänemark waren von 1773 bis 1864 in Personalunion auch Herzöge von [[Herzogtum Schleswig|Schleswig]] und [[Herzogtum Holstein|Holstein]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Reineck&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;SchoeKnau&amp;quot; /&amp;gt; und von 1667 bis 1773 regierende [[Graf]]en von [[Oldenburg (Land)|Oldenburg]].&lt;br /&gt;
* Die russischen Kaiser regierten von 1793 bis 1807 die [[Herrschaft Jever]].&lt;br /&gt;
* [[Friedrich August I. (Sachsen)|Friedrich August I.]] war von 1807 bis 1815 zugleich [[Königreich Sachsen|König von Sachsen]] und [[Herzogtum Warschau|Herzog von Warschau]] (einem Satellitenstaat [[Napoleon Bonaparte|Napoleons]]).&lt;br /&gt;
* [[Napoleon Bonaparte|Napoleon]] war von 1802 bis 1814 zugleich [[Französisches Konsulat|Erster Konsul]] der [[Erste Französische Republik|Französischen Republik]] (bis 1804) bzw. [[Erstes Kaiserreich|Kaiser der Franzosen]] und Präsident der [[Cisalpinische Republik|Italienischen Republik]] (bis 1805) bzw. [[Königreich Italien (1805–1814)|König von Italien]]. Zudem war Napoleon von 1806 bis 1813 [[Protektor des Rheinbundes]] und von 1809 bis 1813 Regent des [[Großherzogtum Berg|Großherzogtums Berg]].&lt;br /&gt;
* Der Zar von Russland war ab 1815 auch König von [[Kongresspolen]], bis dieses ab 1832 durch das „Organische Statut“ schrittweise direkt ins russische Zarenreich integriert wurde.&lt;br /&gt;
* Personalunion zwischen den [[Niederlande]]n und [[Luxemburg]] (1815–1890); beendet wegen unterschiedlicher Erbfolgeordnungen. Auf [[Wilhelm III. (Niederlande)|Wilhelm III.]] folgte in den Niederlanden [[Wilhelmina (Niederlande)|Wilhelmina]], in Luxemburg [[Adolph (Luxemburg)|Adolph]] aus dem Hause Nassau-Weilburg.&lt;br /&gt;
* Personalunion zwischen Preußen und dem [[Herzogtum Sachsen-Lauenburg]] (1864–1876); beendet durch die Eingliederung des Herzogtums in den preußischen Gesamtstaat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einzige bis heute bestehende Personalunion zwischen Staaten ist diejenige zwischen den 15 [[Commonwealth Realm]]s:&amp;lt;ref name=&amp;quot;SchoeKnau&amp;quot; /&amp;gt; [[Vereinigtes Königreich|Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland]], [[Antigua und Barbuda]], [[Australien]], [[Bahamas]], [[Belize]], [[Grenada]], [[Jamaika]], [[Kanada]], [[Neuseeland]], [[Papua-Neuguinea]], [[Salomonen]], [[St. Kitts und Nevis]], [[St. Lucia]], [[St. Vincent und die Grenadinen]] und [[Tuvalu]]. Der König bzw. die Königin des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland und der 14 weiteren Commonwealth Realms ist zugleich Oberhaupt des [[Commonwealth of Nations]], obwohl die meisten der 53 Mitgliedstaaten ein eigenes Staatsoberhaupt haben, viele sogar Republiken sind. Faktisch jedoch ist der König bzw. die Königin auch in jenen Commonwealth-Staaten, die formal noch Monarchien sind, nicht mehr Staatsoberhaupt; seine/ihre protokollarischen Aufgaben werden vom jeweiligen [[Generalgouverneur]] wahrgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Personalunionen im Heiligen Römischen Reich&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reich]] war die Personalunion die Regel, wenn ein Reichsstand die Herrschaft über mehrere Territorien ausübte. Die Vereinigung der Territorien war im Allgemeinen schon wegen des damit verbundenen Stimmrechtsverlustes auf dem [[Reichstag (Heiliges Römisches Reich)|Reichstag]] nicht erwünscht. Im Zuge der Herausbildung von Territorialstaaten nach dem Ende des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] wurden reichsrechtlich nur in Personalunion verbundene Territorien zunehmend als einheitliche Staatsgebilde behandelt. Erst nach dem Ende des alten Reiches setzte sich die rechtliche Vereinigung erworbener Territorien mit den alten Ländern durch.&amp;lt;ref&amp;gt;so z.&amp;amp;nbsp;B. Art. XVIII. der [[Rheinbund]]akte in Bezug auf die Gebietsgewinne Württembergs und Art. XXI. in Bezug auf diejenigen Hessen-Darmstadts&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vereinigung von Ämtern ==&lt;br /&gt;
Eine Personalunion kann auch die Vereinigung von Ämtern bzw. Leitungsfunktionen in einer Hand bzw. in einer Person sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Ralph Spiering, Nikolaus Albrecht: &amp;#039;&amp;#039;Politik auf einen Blick.&amp;#039;&amp;#039; Buch und Zeit, Köln 1990, S.&amp;amp;nbsp;313.&amp;lt;/ref&amp;gt; Personalunionen im Sinne dieser Definition waren und sind demnach auch die Vereinigung der Ämter des Partei- und Staatschefs bzw. des Partei- und Regierungschefs. Erstere kamen beispielsweise in autoritären Ostblockstaaten oder Nahoststaaten mit Einparteiensystemen vor, letztere auch in westlichen Demokratien, wohingegen das Staatsoberhaupt in westlichen Demokratien oftmals verfassungsgemäß seine Parteimitgliedschaft ruhen lassen muss. Beispielsweise waren fast in den gesamten (ersten) 70 Jahren der Existenz der [[Deutschland|Bundesrepublik Deutschland]] das Amt des Bundeskanzlers und das des Parteichefs der (größten) Regierungspartei in einer Person vereint, nur von Mai 1974 bis Oktober 1982 und von September 1998 bis März 1999 nicht sowie seit Dezember 2018 nicht mehr. Verbreitet ist auch die Einheit von Amt und Mandat, wenn beispielsweise ein Minister als Vertreter der Exekutive gleichzeitig ein Mandat als Abgeordneter der Legislative behält. Dem entgegen steht die politische Konzeption einer [[Trennung von Amt und Mandat]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Weitere Beispiele&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
* Der spanische Regierungschef [[Leopoldo O’Donnell]] war 1858–1863 zugleich Kriegsminister und zudem auch noch Kolonialminister (Überseeminister); seine Regierung führte in Übersee mehrere Kriege zur [[Spanisches Kolonialreich#Restaurationsversuche|Restauration des spanischen Kolonialreiches]].&lt;br /&gt;
* Der [[Bundeskanzler (Norddeutscher Bund)|Bundeskanzler]] des [[Norddeutscher Bund|Norddeutschen Bundes]] (1867–71) und der [[Reichskanzler]] des [[Deutsches Kaiserreich|Deutschen Kaiserreichs]] (1871–1918) bekleidete (bis auf kurze Ausnahmen 1873 und 1892–94) auch das Amt des [[Liste der preußischen Ministerpräsidenten|preußischen Ministerpräsidenten]].&lt;br /&gt;
* Der Großherzog [[Friedrich Franz IV. (Mecklenburg)|Friedrich Franz IV.]] von [[Mecklenburg-Schwerin]] war von Februar bis November 1918 auch [[Reichsverweser|Verweser]] des Großherzogtums [[Mecklenburg-Strelitz]].&lt;br /&gt;
* Der französische Premierminister [[Raymond Poincaré]] war 1912–1913 und 1922–1924 gleichzeitig Außenminister, ebenso der deutsche Bundeskanzler [[Konrad Adenauer]] 1949–1955.&lt;br /&gt;
* Der persische Armeechef [[Reza Schah Pahlavi|Reza Pahlavi]] übernahm nach einem Putsch 1921 neben dem Kriegsministerium auch gleich noch das für die Finanzierung seiner Armee nötige Finanzministerium, ehe er 1924 selbst Premierminister bzw. 1925 Schah wurde.&lt;br /&gt;
* Von 1955 bis 1990 waren die [[Ministerium des Innern (DDR)|Innenminister der DDR]] in Personalunion auch [[Deutsche Volkspolizei#Führung|Chef der Deutschen Volkspolizei]].&lt;br /&gt;
* Der irakische General [[Abd al-Karim Qasim]] war von 1958 bis 1963 nicht nur Premierminister, sondern gleichzeitig auch Verteidigungsminister und Vorsitzender des [[Revolutionärer Kommandorat|Revolutionären Kommandorats]], der auch das [[Souveränitätsrat (Irak)|kollektive Staatsoberhaupt]] bestimmte.&lt;br /&gt;
* Seit den 1960er Jahren liegt der Vorsitz der [[Rundfunkkommission der Länder]] bei dem Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz. Der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz ist zudem Vorsitzender des [[ZDF-Verwaltungsrat]]es.&lt;br /&gt;
* Ein Minister („[[Superminister]]“) steht mehreren Ministerien vor: Der [[Regierender Bürgermeister von Berlin|Regierende Bürgermeister von Berlin]] ist seit 1996 gleichzeitig Kultursenator; in den 1970er Jahren wurden die (getrennten) bundesdeutschen Ministerien für [[Bundesministerium für Post und Telekommunikation|Fernmeldewesen]] und [[Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur|Verkehr]] mehrfach durch einen gemeinsamen Minister geleitet.&lt;br /&gt;
* Der spätere französische Präsident [[Valéry Giscard d’Estaing]] war 1962–1966 und 1969–1974 „Superminister“ sowohl [[Ministerium für Wirtschaft und Finanzen (Frankreich)|für Finanzen als auch für Wirtschaft]]. Auch [[Dominique Strauss-Kahn]] vereinte 1997–1999 beide Ämter. [[Nicolas Sarkozy]] leitete 2004–2005 neben dem Finanz- und dem Wirtschaftsressort auch noch das Innenministerium.&lt;br /&gt;
* Nach römisch-katholischem Kirchenrecht können zwei [[Teilkirche]]n von einem gemeinsamen [[Ordinarius (Kirche)|Ordinarius]] geleitet werden, siehe [[Personalunion (CIC)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft ==&lt;br /&gt;
Eine weitergehende Definition sieht eine Personalunion allgemein als Kombination von „Beschäftigungen, Aufgaben, Zuständigkeiten und Diensten in einer Person“.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Dieter Bünting: &amp;#039;&amp;#039;Deutsches Wörterbuch.&amp;#039;&amp;#039; Isis-Verlag, Chur/Schweiz 1996, S.&amp;amp;nbsp;860.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der marxistisch-leninistischen Theorie des [[Staatsmonopolistischer Kapitalismus|staatsmonopolistischen Kapitalismus]] zufolge können auch „personelle Verflechtungen zwischen Führungskräften der [[Finanzoligarchie]] und Spitzen des Staates“ Personalunionen sein, wenn „führende Monopolisten oder deren Vertreter wichtige Staatspositionen einnehmen und umgekehrt“,&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Meyers Handlexikon&amp;#039;&amp;#039;, Band 2. Bibliographisches Institut, Leipzig 1977, S.&amp;amp;nbsp;210.&amp;lt;/ref&amp;gt; was eine besondere Form des [[Lobbyismus]] darstellt. Beispielsweise war der rumänische Premierminister [[Vintilă Brătianu]] 1927–1928 gleichzeitig auch Finanzminister, während seine Familie Hauptaktionär der [[Rumänische Nationalbank|Rumänischen Nationalbank]] war, für deren Kontrolle das Finanzministerium zuständig war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Weitere Beispiele&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
* Bei Klein- und Mittelbetrieben, welche die Aktiengesellschaft als Rechtsform gewählt haben, besteht häufig eine Personalunion zwischen Aktionärkreis, Verwaltungsrat und Management.&lt;br /&gt;
* Aufsichtsräte eines Unternehmens können zusätzlich gleichzeitig auch Aufsichtsräte anderer Unternehmen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* René Hanke: &amp;#039;&amp;#039;Zur Beurteilung der sächsisch-polnischen Union (1697-1763). Grundlagen, Entwicklungsmöglichkeiten und Vorteile.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Neues Archiv für sächsische Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Band 74/75, 2003/2004, S. 227–275 ([https://nasg.journals.qucosa.de/nasg/article/view/1424/1206 PDF]).&lt;br /&gt;
* Rex Rexheuser (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Personalunionen von Sachsen-Polen 1697–1763 und Hannover-England 1714–1837. Ein Vergleich&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;Deutsches Historisches Institut Warschau. Quellen und Studien; 18). Harrassowitz, Wiesbaden 2005, ISBN 3-447-05168-X ([https://www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-9101 Rezension]).&lt;br /&gt;
* [[Torsten Riotte]]: [https://d-nb.info/104357641X/34 &amp;#039;&amp;#039;Transfer durch Personalunion: Großbritannien-Hannover 1714–1837.&amp;#039;&amp;#039;] In: [[Europäische Geschichte Online]], hrsg. vom [[Leibniz-Institut für Europäische Geschichte]], Mainz 2012.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4226744-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4226744-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Berufliche Funktion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verfassungsrecht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personalunion| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staatenverbindung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Benowar</name></author>
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