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	<title>Perikopenbuch Heinrichs II. - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Perikopenbuch_Heinrichs_II.&amp;diff=1720388&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Schwerzenbeck: Link zu weiteren Digitalisaten des Objekts hinzugefügt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Perikopenbuch_Heinrichs_II.&amp;diff=1720388&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-11-14T21:02:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Link zu weiteren Digitalisaten des Objekts hinzugefügt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Meister des Perikopenbuches Heinrichs II. 001.jpg|mini|Petrus empfängt die Schlüssel zum Himmelreich (fol.&amp;amp;nbsp;152&amp;lt;sup&amp;gt;v&amp;lt;/sup&amp;gt;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Perikopenbuch Heinrichs II.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bamberger Perikopenbuch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Evangelistar Heinrichs II.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, ist ein Werk [[Ottonische Buchmalerei|ottonischer Buchmalerei]] und zählt zu den [[Hauptwerke der ottonischen Buchmalerei|Hauptwerken]] dieser [[Frühmittelalter#Das Reich der Ottonen|Epoche]]. Das [[Perikope (Liturgie)|Perikopenbuch]] ([[Evangelistar]]) entstand vermutlich um 1007–1012 im [[Kloster Reichenau]] im Auftrag [[Römisch-deutscher Kaiser|Kaiser]] [[Heinrich II. (HRR)|Heinrichs II.]] für den [[Bamberger Dom]] anlässlich dessen [[Kirchweihe|Weihe]]. Es gehört zur sogenannten [[Liuthar-Evangeliar|Liuthar-Gruppe]] der [[Reichenauer Malschule]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der [[Säkularisation]] gelangte der [[Kodex|Codex]] 1803 aus dem Bamberger [[Domschatz]] in die [[Bayerische Staatsbibliothek]] nach [[München]], wo er heute unter der [[Signatur (Dokumentation)|Signatur]] &amp;#039;&amp;#039;Clm 4452&amp;#039;&amp;#039; aufbewahrt wird. Zusammen mit neun weiteren Werken der [[Reichenauer Malschule|Reichenauer Schule]] wurde das Manuskript 2003 von der [[UNESCO]] in die Liste des [[Weltdokumentenerbe in Deutschland|Weltdokumentenerbes]] aufgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.unesco.de/mow-reichenauschriften.html Webseite der Deutschen UNESCO-Kommission zum deutschen Weltdokumentenerbe].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Handschrift ==&lt;br /&gt;
=== Inhalt und Gestaltung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Meister der Reichenauer Schule 005.jpg|miniatur|Perikopenbuch Heinrichs II., fol.&amp;amp;nbsp;8&amp;lt;sup&amp;gt;v&amp;lt;/sup&amp;gt;: Verkündigung an die Hirten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Pergament]]handschrift umfasst 206 Blätter im Format 42,5 × 32&amp;amp;nbsp;cm, die zusammengefasst in 35 Lagen jeweils mit 19 Textzeilen beschrieben sind.&amp;lt;ref name=Kuder-99&amp;gt;Ulrich Kuder: &amp;#039;&amp;#039;Die Bilder und Zierseiten.&amp;#039;&amp;#039; In: Hermann Fillitz, Rainer Kahsnitz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Zierde für ewige Zeit. Das Perikopenbuch Heinrichs II.&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt 1994, S.&amp;amp;nbsp;109–132, hier S.&amp;amp;nbsp;99.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der [[Buchschmuck]] besteht aus 28 ganzseitigen [[Miniaturmalerei|Miniaturen]], 10 [[Zierseite]]n und 184 Groß[[initiale]]n.&amp;lt;ref&amp;gt;Eingehende Beschreibungen der einzelnen Darstellungen: Ulrich Kuder: &amp;#039;&amp;#039;Die Bilder und Zierseiten.&amp;#039;&amp;#039; In: Hermann Fillitz, Rainer Kahsnitz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Zierde für ewige Zeit. Das Perikopenbuch Heinrichs II.&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt 1994, S.&amp;amp;nbsp;109–132.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Miniaturen sind verhältnismäßig groß, so dass außerordentlich breite Ränder dem kultivierten Luxus der Ausstattung der Handschrift entsprechen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kuder-99&amp;quot; /&amp;gt; Enthalten sind mit 194 an der Zahl die zur Verwendung im Rahmen der [[Liturgie]] bestimmten [[Evangelium (Buch)|Evangelienabschnitte]], die sogenannten Perikopen, der vier [[Evangelist (Neues Testament)|Evangelisten]] in der Reihenfolge des [[Kirchenjahr]]es, demnach beginnend mit dem [[Weihnachtsgeschichte|Weihnachtsevangelium]] und endend mit den an den [[Adventssonntag]]en zu verlesenden Perikopen. Daran angeschlossen finden sich die zu den [[Heiligenkalender|Gedenktagen]] der [[Heiliger|Heiligen]] bestimmten Lesungen.&amp;lt;ref name=Kuder-97&amp;gt;Ulrich Kuder: &amp;#039;&amp;#039;Die Bilder und Zierseiten.&amp;#039;&amp;#039; In: Hermann Fillitz, Rainer Kahsnitz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Zierde für ewige Zeit. Das Perikopenbuch Heinrichs II.&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt 1994, S.&amp;amp;nbsp;109–132, hier S.&amp;amp;nbsp;97.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die künstlerische Gestaltung des Perikopenbuchs nimmt Bezug auf den Inhalt und dient neben dem Schmuck der Handschrift auch ihrer Gliederung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kuder-97&amp;quot; /&amp;gt; Sämtliche Perikopen beginnen mit einer mit Gold[[Ranke#Rankwerk als Ornament|ranken]] vor farbigem Grund gefüllten Großinitiale, die jeweils eine Höhe von sechs bis zehn Textzeilen aufweist; goldene Anfangsbuchstaben zieren die einzelnen Zeilen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kuder-97&amp;quot; /&amp;gt; Die regelmäßig rote Festangabe der ersten Zeile sowie der eigentliche Textbeginn, zu dem auch die Initiale gehört, sind durchweg in [[Unziale|Uncialis]], die Zwischenzeilen mit der Angabe des Evangelisten und zumeist der Einleitungsphrase &amp;#039;&amp;#039;In illo tempore&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;Dixit Jesus discipulis suis&amp;#039;&amp;#039; dagegen in [[Capitalis rustica]] gehalten, die auch in der zweiten Textzeile gelegentlich aufgenommen wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Kuder: &amp;#039;&amp;#039;Die Bilder und Zierseiten.&amp;#039;&amp;#039; In: Hermann Fillitz, Rainer Kahsnitz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Zierde für ewige Zeit. Das Perikopenbuch Heinrichs II.&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt 1994, S.&amp;amp;nbsp;109–132, hier S.&amp;amp;nbsp;100.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei zehn besonders hervorragenden [[Fest (Liturgie)|Festen]] ist der Textbeginn als Zierseite ausgestaltet; dabei stehen die Initialen und ersten Worte auf einem von einem farbigen [[Ornament]]rahmen eingefassten [[Purpurgrund]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kuder-97&amp;quot; /&amp;gt; Den Zierseiten gehen mit dem Beginn der Festtagsperikopen die zugehörigen Bilder voraus, wobei die [[Hochfest]]e durch doppelseitige Bildkompositionen, einige wenige durch eine Bildseite [[Buchmalerei|illuminiert]] werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kuder-97&amp;quot; /&amp;gt; Der Text ist vermutlich von zwei Schreibern in einer gleichmäßigen, etwas steilen [[Minuskelschrift]] geschrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kuder-99&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Ehren König [[Heinrich II. (HRR)|Heinrichs II.]] beginnt der Kodex mit einem Bild der Krönung des Herrschers und seiner Gemahlin durch Christus, dem die [[Apostel]] [[Simon Petrus|Petrus]] und [[Paulus von Tarsus|Paulus]], zugleich die [[Patrozinium|Patrone]] des Bamberger Doms, huldigen. Dem Titelbild geht ein [[Widmungsgedicht]] Heinrichs an den Dom und seine Patrone voraus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kuder-99&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krönungsbild ===&lt;br /&gt;
==== Ikonografie ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Perikopenbuch Heinrich und Kunigunde.jpg|mini|Oben: Krönung Heinrichs und seiner Gemahlin Kunigunde durch Christus, hinter ihnen die Bamberger Patrone Petrus und Paulus. Unten: Personifizierungen der Provinzen sowie der sechs Herzogtümer (fol.&amp;amp;nbsp;2r)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wohl mit bekannteste Darstellung der Handschrift zeigt die Krönung Heinrichs II. und seiner Gattin [[Kunigunde von Luxemburg|Kunigunde]] durch Christus. Die Apostelfürsten Petrus zur Linken und Paulus rechts des Christus führen das Herrscherpaar vor den [[Pantokrator|Herrn des Alls]]. Petrus ist zu erkennen an dem kurzen Kinnbart und dem [[Monogramm]]schlüssel in seiner Linken, in dessen [[Schlüsselbart|Bärten]] als Hinweis auf den Namensträger die drei Buchstaben PER zu lesen sind. Der aus zwei Teilen bestehende Schlüssel weist zudem auf die [[Schlüssel Petri|Binde- und Lösegewalt]] hin, die dem Petrus durch Christus anvertraut wurde. Der Kaiser hält als seine weltlichen [[Insigne|Herrschaftszeichen]] [[Globus|Sphaira]] und [[Zepter]] in Händen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der unteren Bildhälfte treten die großen, ganzfigurigen und bekrönten [[Personifikation]]en dreier [[Römische Provinz|Provinzen]] auf, hierunter sechs kleinere Gestalten in [[Porträt|Halbfigur]]. Da keine Beischriften vorhanden sind, ist ihre Identifikation lediglich anhand der überlieferten Bildtradition sowie im Wege historischer Kontextualisierung möglich: Mittig dürfte es sich um [[Rom]]a oder auch [[Italia turrita|Italia]] handeln, zu ihren Seiten finden sich [[Gallien|Gallia]] und [[Germania superior|Germania]], die einen [[Lorbeerkranz]] und eine (weitere) Sphaira darbringen. Die mit wertvollen Gaben in Form von goldenen, mit Edelsteinen gefüllten Schalen und [[Füllhorn|Füllhörnern]] von unten einherschreitenden Gestalten repräsentieren entweder die [[Germanen|germanischen Hauptstämme]] oder – wahrscheinlicher – die sechs [[Herzogtum|Herzogtümer]] [[Geschichte Bayerns#Das baierische Stammesherzogtum|Bayern]], [[Herzogtum Schwaben|Schwaben]], [[Herzogtum Franken|Franken]], [[Stammesherzogtum Sachsen|Sachsen]], [[Niederlothringen|Nieder-]] und [[Oberlothringen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Inschrift nach bringen die Figuren den &amp;#039;&amp;#039;census&amp;#039;&amp;#039;, die Steuer dar, womit hier das &amp;#039;&amp;#039;[[aurum coronarium]]&amp;#039;&amp;#039; gemeint ist. Als solches wurden in der [[Römisches Reich|römischen Antike]] die Ehrengaben, insbesondere goldene Kränze und andere verschiedenartige Kostbarkeiten, bezeichnet, die gewohnheitsrechtlich von der Bevölkerung zu bestimmten Anlässen ihren Machthabern gegenüber zu erbringen waren. Diese Tradition wurde in Anlehnung an den altehrwürdigen Brauch der Antike auch in [[Karolinger|karolingischer]] und später dann [[Liudolfinger|ottonischer]] Zeit mit dem entsprechenden Herrscherbild, das sich eben aus der Fortführung der römischen Idee heraus legitimierte, verbunden und auch von der Buchmalerei durch die Gestaltung der [[Herrscherbild#Ikonografie|Kaiserikonografie]] aufgegriffen, wie auch das Kaiserbild im [[Evangeliar Ottos III. (München)|Evangeliar Ottos III. zu München]] eindrucksvoll belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Inschriften ====&lt;br /&gt;
Die Krönungsszene wird von folgender Inschrift überragt:&amp;lt;ref&amp;gt;Mit geringfügigen Abweichungen zitiert nach Ulrich Kuder: &amp;#039;&amp;#039;Die Bilder und Zierseiten.&amp;#039;&amp;#039; In: Hermann Fillitz, Rainer Kahsnitz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Zierde für ewige Zeit. Das Perikopenbuch Heinrichs II.&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt 1994, S.&amp;amp;nbsp;109–132, hier S.&amp;amp;nbsp;111&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em; float:left;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
TRACTANDO IUSTUM • DISCERNITE SEMPER HONESTV[M] •&lt;br /&gt;
UTILE CONUENIAT • CONSVLTUM LEGIS UT OPTAT •&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em; float:left;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Tut, was gerecht, erfasst stets, was ehrenvoll ist.&lt;br /&gt;
Das Nützliche möge sich einfinden in dem, was des Gesetzes Rat verlangt.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:left&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den huldigenden Provinzen sind diese Zeilen beigefügt:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em; float:left;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
SOLUIMUS ECCE TIBI • REX CENSUM IURE PERENNI •&lt;br /&gt;
CLEMENS ESTO TUIS • NOS REDDIMUS ISTA QUOTANNIS •&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em; float:left;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Siehe, König, wir bringen dir die Steuer nach beständigem Recht.&lt;br /&gt;
Sei gnädig den Deinen; wir bringen dies Jahr für Jahr.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:left&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einordnung ===&lt;br /&gt;
Unter den Reichenauer Handschriften steht das Perikopenbuch Heinrichs II. den weiteren Handschriften der Liuthar-Gruppe am nächsten: dem namensgebenden Liuthar-Evangeliar, dem [[Evangeliar Ottos III. (München)|Münchner Evangeliar Ottos III.]] sowie der [[Bamberger Apokalypse]].&amp;lt;ref&amp;gt;Ausführlich zur Vor- und Entstehungsgeschichte der Handschrift Rainer Kahsnitz: &amp;#039;&amp;#039;Heinrich II. und Bamberg, die Reichenau und das Perikopenbuch.&amp;#039;&amp;#039; In: Hermann Fillitz, Rainer Kahsnitz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Zierde für ewige Zeit. Das Perikopenbuch Heinrichs II.&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt 1994, S.&amp;amp;nbsp;9–32&amp;amp;nbsp;m. w. N.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei scheinen die Bilder der Handschrift unter dem Gesichtspunkt zunehmender Klärung der Bildstrukturen und fortschreitender [[Monumentalkunst|Monumentalisierung]] das Ende einer künstlerischen Entwicklung darzustellen, in dem das Münchner Evangeliar Ottos III. eine Mittelstellung einnimmt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rainer Kahsnitz: &amp;#039;&amp;#039;Heinrich II. und Bamberg, die Reichenau und das Perikopenbuch.&amp;#039;&amp;#039; In: Hermann Fillitz, Rainer Kahsnitz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Zierde für ewige Zeit. Das Perikopenbuch Heinrichs II.&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt 1994, hier S.&amp;amp;nbsp;27 und 31.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einband ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Prachteinband zum Perikopenbuch Heinrichs II. (München, BSB, Clm 4452).jpg|mini|Prachteinband des Perikopenbuchs, Vorderdeckel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gleichfalls wie die Handschrift zwischen 1007 und 1012 entstandene [[Bucheinband|Einband]] ist der wohl am reichsten geschmückte unter den Prunkhandschriften aus ottonischer Zeit.&amp;lt;ref name=Kuder-103&amp;gt;Ulrich Kuder: &amp;#039;&amp;#039;Die Bilder und Zierseiten.&amp;#039;&amp;#039; In: Hermann Fillitz, Rainer Kahsnitz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Zierde für ewige Zeit. Das Perikopenbuch Heinrichs II.&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt 1994, S.&amp;amp;nbsp;109–132, hier S.&amp;amp;nbsp;103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er ist vorne im Zentrum mit einer goldgerahmten [[Karolingische Renaissance|karolingischen]] [[Elfenbeinschnitzerei]] aus der [[Karolingische Buchmalerei#Die Hofschulen Karls des Kahlen und Kaiser Lothars|Hofschule Karls des Kahlen]] um 870 verziert, welche die [[Jesus von Nazaret#Kreuzigung|Kreuzigungsszene]] und die [[Auferstehung Jesu Christi|Frauen am Grab]] darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Elfenbeinplatten werden gerahmt von vier Leisten mit der Inschrift:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kuder-103&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em; float:left;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
GRAMMATA QVI SOPHIE QVERIT COGNOSCERE VERE | (oben)&lt;br /&gt;
HOC MATHESIS PLENE QVADRATVM PLAVDET HABERE | (rechts)&lt;br /&gt;
EN QVI VERACES SOPHIE FVLSERE SEQVACES | (links)&lt;br /&gt;
ORNAT PERFECTAM REX HEINRIH STEMMATE SECTAM | (unten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em; float:left;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Wer die Schriften der wahren Weisheit zu verstehen sucht,&lt;br /&gt;
wird frohlocken, dieses Geviert der Hohen Lehre in ihrer Fülle zu besitzen.&lt;br /&gt;
Siehe hier jene, die als wahrhaftige Jünger der Weisheit erstrahlen;&lt;br /&gt;
König Heinrich schmückt mit einer Krone diese vollkommene Lehre.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kuder-103&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:left&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem „Geviert der Hohen Lehre“ sind die vier Evangelien gemeint, in denen die Fülle der Weisheit gesammelt ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kuder-103&amp;quot; /&amp;gt; Die Inschriftleisten werden umgrenzt durch eine mit Perlen, Edelsteinen sowie zwölf byzantinischen [[Email]]plättchen besetzte Goldrahmung, in die in früherer Zeit eine Perlenkette eingelegt war. Die aus der zweiten Hälfte des zehnten Jahrhunderts stammenden Emails zeigen Büstendarstellungen Christi, mehrerer Apostel sowie der Evangelisten [[Matthäus (Evangelist)|Matthäus]], [[Lukas (Evangelist)|Lukas]] und [[Johannes (Evangelist)|Johannes]], dazu in den Ecken [[Tondo|Tondi]] mit den [[Evangelistensymbole]]n des späten zehnten Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kuder-103&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Rückdeckel des Perikopenbuchs Heinrichs II. (München, BSB, Clm 4452).jpg|mini|Einband des Perikopenbuchs, Rückdeckel]]&lt;br /&gt;
Im Rückdeckel ist zentral als einer von fünf Silberbeschlägen das [[Agnus Dei]] in einer kreisförmigen Rahmung umgeben von kleineren gleichartigen Tondi mit [[Personifikation]]en der [[Kardinaltugend]]en zu sehen.&amp;lt;ref name=Kuder-106&amp;gt;Ulrich Kuder: &amp;#039;&amp;#039;Die Bilder und Zierseiten.&amp;#039;&amp;#039; In: Hermann Fillitz, Rainer Kahsnitz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Zierde für ewige Zeit. Das Perikopenbuch Heinrichs II.&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt 1994, S.&amp;amp;nbsp;109–132, hier S.&amp;amp;nbsp;106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie gehören zu einer größeren Gruppe vergleichbarer [[Gravur|Gravierungen]], deren hervorragendste Träger das in der [[Münchner Residenz|Schatzkammer der Residenz]] aufbewahrte [[Heiliger Nagel|Kreuznagelreliquiar]] Heinrichs II. und das [[Reichskreuz]] repräsentieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kuder-106&amp;quot; /&amp;gt; Die vier bekrönten Frauenbüsten sind mit imperialen Gewändern bekleidet, die als vereinfachte Darstellungen byzantinischer Hofkleidung zu verstehen sind: Der breite Kragen entspricht dem Juwelenkragen der byzantinischen Kaiserin, dem [[Maniakon]], der senkrechte Streifen dem [[Loros]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kuder-106&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Reichtum seiner Ausstattung lässt sich der Buchdeckel am ehesten mit dem des [[Codex aureus von St. Emmeram|Codex aureus Karls des Kahlen]] einerseits vergleichen, andererseits mit [[Byzantinische Kunst|byzantinischen]] Prachteinbänden und gar [[Ikonen]]. Die Anordnung der byzantinischen Emailplättchen dürfte auf derartigen byzantinischen Vorbildern basieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kuder-103&amp;quot; /&amp;gt; Die Entstehung wird in Regensburg vermutet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kuder-103&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Sakramentar Heinrichs II.]]&lt;br /&gt;
* [[Perikopenbuch Heinrichs III.]]&lt;br /&gt;
* [[Gebetbuch Ottos III.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Stamp Germany 1996 Briefmarke Weihnachten II.jpg|miniatur|[[Wohlfahrtsmarke|Weihnachtsbriefmarke]] mit der Darstellung von Christi Geburt (fol.&amp;amp;nbsp;9&amp;lt;sup&amp;gt;r&amp;lt;/sup&amp;gt;) aus dem Perikopenbuch, herausgegeben von der [[Deutsche Post AG|Deutschen Post]] im Jahre 1996]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Georg Leidinger]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Perikopenbuch Kaiser Heinrichs II&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Miniaturen aus Handschriften der Königlichen Hof- und Staatsbibliothek in München.&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;5). Riehn &amp;amp; Tietze, München 1914 (Sonderdruck).&lt;br /&gt;
* [[Albert Boeckler]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Perikopenbuch Kaiser Heinrichs II&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Der Kunstbrief.&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;26). Mann, Berlin 1944 (Sonderdruck)&lt;br /&gt;
* [[Hermann Fillitz]], [[Rainer Kahsnitz]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Zierde für ewige Zeit. Das Perikopenbuch Heinrichs II.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Bayerische Staatsbibliothek. Ausstellungskataloge&amp;#039;&amp;#039; Nr.&amp;amp;nbsp;63). S. Fischer, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-10-060610-8.&lt;br /&gt;
* [[Florentine Mütherich]], [[Peter Bloch (Kunsthistoriker)|Peter Bloch]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das Perikopenbuch Heinrichs II. CLM 4452 der Bayerischen Staatsbibliothek München&amp;#039;&amp;#039; Begleitband und Dokumentationsmappe (Faksimile-Ausgabe), S. Fischer (u.&amp;amp;nbsp;a.), Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-10-060606-X.&lt;br /&gt;
* [[Ulrich Kuder]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Perikopenbuch Heinrichs II. und seine Betrachter&amp;#039;&amp;#039;, in: Berichte des Historischen Vereins Bamberg für die Pflege der Geschichte des ehemaligen Fürstbistums 131 (1995), S. 17–65.&lt;br /&gt;
* [[Thomas Labusiak]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Perikopenbuch Kaiser Heinrichs II. Eine Handschrift zum Blättern.&amp;#039;&amp;#039; Handschriften aus bayerischen Bibliotheken auf CD-ROM, Haus der Bayerischen Geschichte, Bayerische Staatsbibliothek, Augsburg 2002, ISBN 3-927233-79-X.&lt;br /&gt;
* [[Ingo F. Walther]], [[Norbert Wolf (Kunsthistoriker)|Norbert Wolf]]: &amp;#039;&amp;#039;Meisterwerke der Buchmalerei.&amp;#039;&amp;#039; Taschen, Köln u.&amp;amp;nbsp;a. 2005, ISBN 3-8228-4747-X, S.&amp;amp;nbsp;122–125.&lt;br /&gt;
* Claudia Fabian und Christiane Lange (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Pracht auf Pergament. Schätze der Buchmalerei von 780 bis 1180.&amp;#039;&amp;#039; (Bayerische Staatsbibliothek. Ausstellungskataloge, Nr.&amp;amp;nbsp;86). Hirmer, München 2012, ISBN 978-3-7774-5391-0, S.&amp;amp;nbsp;176–181 (mit Literatur).&lt;br /&gt;
* [[Johann Konrad Eberlein]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Perikopenbuch Heinrichs II. (CLM 4452) – ein Blick auf die Herstellungsweise der Miniaturen.&amp;#039;&amp;#039; In: Christine Beier und Evelyn Theresia Kubina (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wege zum illuminierten Buch. Herstellungsbedingungen für Buchmalerei in Mittelalter und früher Neuzeit.&amp;#039;&amp;#039; Wien 2014, S.&amp;amp;nbsp;10–25, ISBN 978-3-205-79491-2 ([https://e-book.fwf.ac.at/detail_object/o:521 online]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Pericopes of Henry II|Das Perikopenbuch Heinrichs II.}}&lt;br /&gt;
* [http://pracht-auf-pergament.digitale-sammlungen.de/index.html?c=teildigitalisat&amp;amp;signatur=Clm%204452&amp;amp;katalognummer=Kat.%2036&amp;amp;l=de Drei Seiten der Handschrift] aus der Ausstellung: &amp;#039;&amp;#039;Pracht auf Pergament. Schätze der Buchmalerei von 780 bis 1180&amp;#039;&amp;#039; (19. Oktober 2012 bis 13. Januar 2013, Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München).&lt;br /&gt;
* [http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0008/bsb00087481/images/ Das Perikopenbuch Heinrichs II. auf der Webseite der Bayerischen Staatsbibliothek] (Digitalisat der Handschrift).&lt;br /&gt;
* [https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb00107516 Prachteinband des Perikopenbuchs Heinrichs II.] (40 hochauflösende Aufnahmen der beiden Buchdeckel und des Buchblocks)&lt;br /&gt;
* [https://www.digitale-sammlungen.de/view/bsb00113382 Prachteinband des Perikopenbuchs Heinrichs II.] (179 Mikroskop-Aufnahmen)&lt;br /&gt;
* [http://warburg.sas.ac.uk/vpc/VPC_search/results_advanced_search.php?p=1&amp;amp;msn=798 Ikonographische Erschließung der Miniaturen in der Warburg Institute Iconographic Database, mit Links zur digitalen Ausgabe der Bayerischen Staatsbibliothek].&lt;br /&gt;
* [http://opac.regesta-imperii.de/lang_de/suche.php?qs=&amp;amp;ts=Perikopenbuch+Heinrich*+II.&amp;amp;ps=&amp;amp;tags=&amp;amp;sprache=&amp;amp;objektart=alle&amp;amp;pagesize=20&amp;amp;sortierung=d&amp;amp;ejahr= Veröffentlichungen zum Perikopenbuch Heinrichs II.] im [[OPAC|Opac]] der [[Regesta Imperii]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=w|GND=4136685-2|LCCN=nr/96/011101|VIAF=176530847}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reichenauer Handschriften (Weltdokumentenerbe)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dokument (Reichenau, Landkreis Konstanz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handschrift des Neuen Testaments (Lektionar)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Evangelistar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vulgatahandschrift]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bilderhandschrift (11. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Heinrich II. (HRR)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Schwerzenbeck</name></author>
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