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	<title>Penisneid - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T11:04:10Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Penisneid&amp;diff=49297&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;AetherBloom: /* Konzept */ Eingeteilt und erweitert</title>
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		<updated>2025-12-05T08:59:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Konzept: &lt;/span&gt; Eingeteilt und erweitert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Penisneid&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; beschreibt die Annahme, dass Frauen das [[Männliches Geschlecht|männliche Geschlecht]] unbewusst um dessen [[Penis]] beneiden. Sie gilt als sowohl berühmte wie auch allgemein umstrittene These der klassischen [[Psychoanalyse]] und wurde von [[Sigmund Freud]] formuliert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konzept ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bei Freud ===&lt;br /&gt;
Freud deutete seine These vom Penisneid erstmals 1908 in dem Aufsatz &amp;#039;&amp;#039;Über infantile Sexualtheorien&amp;#039;&amp;#039; an; später nahm er sie ausführlich in die zweite Auflage der &amp;#039;&amp;#039;Drei Abhandlungen über die Sexualtheorie&amp;#039;&amp;#039; sowie in einige weitere Aufsätze auf. Die These geht nach Freuds eigener Aussage auf Schilderungen und Träume seiner Patientinnen zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;Sigmund Freud, &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Psychologie des Liebeslebens III: Das Tabu der Virginität&amp;#039;&amp;#039; (1917/18), In: Studienausgabe Bd. V, S. 224 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Freud entsteht der Penisneid als Phantasie des kleinen Mädchens, dem im Laufe seiner [[Kindheit]]sentwicklung der [[Anatomie|anatomische]] Geschlechtsunterschied zwischen Mann und Frau bewusst wird. Nach Freuds [[Triebtheorie]] geschieht dies mit der [[phallische Phase|phallischen Phase]] etwa um das dritte bis fünfte Lebensjahr herum. Das Mädchen erkenne, dass es – anders als der Vater, mit dem es sich identifiziert – keinen [[Penis]] besitzt, und entwickle die [[Unbewusstes|unbewusste]] Phantasie, es sei [[Kastration|kastriert]] worden. Als [[Abwehrmechanismus|Abwehr]] dieser Phantasie, die mit dem Gefühl der Wut auf die Mutter und der Minderwertigkeit einhergehe, entwickle das Mädchen den [[Neid]] auf den Penis des Mannes. Dieser Neid könne sich in verschiedenen Formen äußern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* als Wunsch nach einem Kind als Penisersatz und damit zusammenhängend als Wunsch, den Vater [[inzest]]uös zu besitzen,&lt;br /&gt;
* allgemeiner als Wunsch, den Penis des Mannes beim [[Geschlechtsverkehr]] zu besitzen, womit nach Freud auch die stärkere [[Eifersucht]] der Frau zusammenhängt,&lt;br /&gt;
* als [[Verleugnung]] der eigenen Penislosigkeit in Form einer Übernahme männlich konnotierter Verhaltensweisen und Rollenmuster.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Penisneid einher gehe die [[Ödipuskomplex|ödipale]] Konstellation einer Ablehnung der (ebenfalls als kastriert-minderwertig phantasierten) Mutter bei gleichzeitigem Begehren des Vaters. Der Penisneid sei das Äquivalent zur männlichen [[Kastrationsangst]] und beruhe letztlich auf derselben Phantasie – mit dem entscheidenden Unterschied, dass sich das Mädchen als &amp;#039;&amp;#039;bereits kastriert&amp;#039;&amp;#039; erlebe, während sich der Junge von der Kastration lediglich &amp;#039;&amp;#039;bedroht&amp;#039;&amp;#039; fühle. Für die Aufgabe der Mutter als das erste Liebesobjekt und die Hinwendung zum Vater als Liebesobjekt in der ödipalen Phase ist somit aus freudianischer Sicht der Penisneid ein notwendiger Entwicklungsschritt am Ende der phallischen Phase. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freud führt das Konzeptes des Penisneids auch mit dem der [[Sublimierung (Psychoanalyse)|Sublimierung]] zusammen. So führt Freud auch die geistige Betätigung von Frauen in der Wissenschaft auf den Penisneid zurück:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Der Wunsch, den ersehnten Penis endlich doch zu bekommen kann noch seinen Beitrag zu den Motiven leisten, die das gereifte Weib in die Analyse drängen, und was sie verständigerweise von der Analyse erwarten kann, etwa die Fähigkeit, einen intellektuellen Beruf auszuüben, lässt sich oft als eine sublimierte Abwandlung dieses verdrängten Wunsches erkennen.&lt;br /&gt;
 |Autor=Sigmund Freud&lt;br /&gt;
 |Quelle=Gesammelte Werke XV, S. 134&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach: Christina von Braun, Inge Stephan (Hrsg.): Gender@Wissen. Ein Handbuch der Gender-Theorien, 3. Auflage, 2013, hier S. 23&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach Freud ===&lt;br /&gt;
Die Psychoanalytikerin [[Karen Horney]] beschreibt in Ergänzung zu den Ausführungen von Freud den Penisneid als einen &amp;#039;&amp;#039;bewussten&amp;#039;&amp;#039; Neid des Mädchens auf den gleichaltrigen Jungen, der z.&amp;amp;nbsp;B. während des Urinierens seine exhibitionistischen und onanistischen Triebtendenzen besser als das Mädchen ausleben könne.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Karen Horney |Titel=Die Verleugnung der Vagina |Hrsg=Sigmund Freud |Sammelwerk=Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse |Band=XIX |Nummer=3 |Verlag=Internationaler Psychoanalytischer Verlag |Ort=Wien |Datum=1933}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bekannte Psychoanalytikerin [[Edith Jacobson]] sieht ein Fortbestehen der unbewussten Phantasien bei Frauen, ihr Genital sei ein kastriertes Organ als ein Beleg dafür, in welchem Ausmaß der Einfluss emotionaler Erlebnisse in der [[Infantile Sexualität|infantilen Sexualität]] lebenslang auf die körperliche Selbstwahrnehmung wirken kann.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Edith Jacobson |Titel=Das Selbst und die Welt der Objekte |Auflage=1 |Verlag=suhrkamp taschenbuch wissenschaft |Ort=Frankfurt am Main |Datum=1978 |ISBN=3-518-27842-8 |Seiten=32}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Psychoanalytiker aus der Zeit der klassischen Psychoanalyse, [[Eduard Hitschmann]] und [[Edmund Bergler]], halten den unbewussten Penisneid sogar für eine zentrale Ursache der, von ihnen so bezeichneten, [[Vaginale Orgasmusunfähigkeit|vaginalen Orgasmusunfähigkeit]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Eduard Hitschmann, Edmund Bergler |Titel=Die Geschlechtskälte der Frau. Ihr Wesen und ihre Behandlung |Verlag=Ars Medici |Ort=Wien |Datum=1934}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sichtweise wird in der modernen Psychoanalyse allerdings kaum noch geteilt und widerspricht auch der modernen sexualmedizinischen Auffassung von den Ursachen von [[Frigidität]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
Freud wurde für die Annahme des weiblichen Penisneids stark angegriffen. Vor allem von [[Feminismus|feministischer]] Seite wurde kritisiert, Freud habe versucht, mit seiner Penisneidthese die angebliche Minderwertigkeit der Frau quasi [[wissenschaft]]lich zu untermauern und damit zu reproduzieren.  Die Annahme des Penisneids wurde als Teil eines „phallozentrischen“ bzw. „[[Logozentrismus|phallogozentrischen]]“ Denkens kritisiert ([[Luce Irigaray]] nach einer Formulierung von [[Jacques Derrida]]), nach dem [[Männlichkeit]] als [[Sozialverhalten|Normalfall]] und Weiblichkeit lediglich als dessen Mangel und Defizit erscheine. Der Begriff des Penisneids könne deshalb – so die Kritik – als Ausdruck von Freuds eigenem [[Patriarchat (Soziologie)|patriarchalem]] Denken angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Konzept des Penisneids wurde auch dahingehend kritisiert, dass die Gründe für den Penisneid nicht auf [[Menschliche Geschlechtsunterschiede|anatomischen Unterschieden]] basieren, sondern im [[Neid]] auf [[soziale Ungleichheit]] begründet liegen können. [[Stavros Mentzos]] (1930–2015) schrieb 1994, analog zum Penisneid sei bei vielen Männern ein klinisch nachweisbarer [[Gebärneid]] vorhanden; dieser finde in der Literatur aber bemerkenswerterweise wenig Erwähnung.&amp;lt;ref&amp;gt;Stavros Mentzos: &amp;#039;&amp;#039;Neurotische Konfliktverarbeitung&amp;#039;&amp;#039;, Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt a. M. 1994, ISBN 3-596-42239-6, Seite 100 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Ärztin und Psychoanalytikerin [[Karen Horney]] (1885–1952) erkannte einen weiblichen Penisneid prinzipiell an; sie stellte ihm in den 1920er Jahren eine Theorie des männlichen Gebär(mutter)neids (ein Neid auf Schwangerschaft, Geburt und Mutterschaft) gegenüber. Sie schrieb, es sei in einer männlich geprägten Gesellschaft leichter, einen männlichen Gebärneid zu verdrängen als einen weiblichen Penisneid.&amp;lt;ref&amp;gt;Christof Goddemeier: [https://aerzteblatt.de/print/79151.htm &amp;#039;&amp;#039;Karen Horney: Kraft der Selbstverwirklichung&amp;#039;&amp;#039;] In: [[Deutsches Ärzteblatt]], November 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;siehe auch [[Hilde Schmölzer]]: &amp;#039;&amp;#039;Die abgeschaffte Mutter: der männliche Gebärneid und seine Folgen&amp;#039;&amp;#039;. Wien 2005, ISBN 978-3-85371-241-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Psychoanalytikerin [[Lilli Gast]] kritisiert im Zusammenhang mit der – aus ihrer Sicht ebenfalls berechtigten – Kritik am Penisneidkonzept, die Entsexualisierung des psychoanalytischen Diskurses nach 1945.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Lilli Gast |Titel=Libido und Narzissmus. Vom Verlust des Sexuellen im psychoanalytischen Diskurs. Eine Spurensicherung |Verlag=edition diskord |Ort=Tübingen |Datum=1992 |ISBN=3-89295-558-1}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Feministische Vertreterinnen der Psychoanalyse erweiterten die Idee des Penisneid um eine um einen gesellschaftlichen und damit auch veränderlichen Kontext und schufen damit den Begriff [[Phallusneid]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Sigmund Freud]]: &amp;#039;&amp;#039;Über infantile Sexualtheorien&amp;#039;&amp;#039; (1908), In: Studienausgabe Bd. V, Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M.: Fischer 1972, S. 169–184&lt;br /&gt;
* Sigmund Freud: &amp;#039;&amp;#039;Die infantile Genitalorganisation&amp;#039;&amp;#039; (1923), In: Studienausgabe Bd. V, Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M.: Fischer 1972, S. 235–241&lt;br /&gt;
* Sigmund Freud: &amp;#039;&amp;#039;Über einige Folgen des anatomischen Geschlechtsunterschieds&amp;#039;&amp;#039; (1925), In: Studienausgabe Bd. V, S. 253–266&lt;br /&gt;
* [[Jacques Lacan]]: &amp;#039;&amp;#039;Über die Bedeutung des Phallus&amp;#039;&amp;#039; (1958), In: Schriften II, Berlin/Weinheim: Quadriga 1991 (3. Aufl.), S. 121–132&lt;br /&gt;
* [[Luce Irigaray]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Spekulum|Speculum]], Spiegel des anderen Geschlechts&amp;#039;&amp;#039; (1974), Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M.: Suhrkamp 1980&lt;br /&gt;
* Luce Irigaray: &amp;#039;&amp;#039;Das Geschlecht, das nicht eins ist&amp;#039;&amp;#039;, Berlin: Merve 1979&lt;br /&gt;
* Christiane Olivier: &amp;#039;&amp;#039;[[Iokaste|Jokastes]] Kinder. Die [[Psyche]] der Frau im Schatten der Mutter&amp;#039;&amp;#039;, München: dtv 1989, ISBN 3-423-15053-X&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Psychoanalyse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Penis]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sigmund Freud]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;AetherBloom</name></author>
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