<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Penan</id>
	<title>Penan - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Penan"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Penan&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-02T20:19:30Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Penan&amp;diff=180361&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Penan&amp;diff=180361&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-01-28T20:14:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Penan&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind eine [[Indigene Völker|indigene Volksgruppe]] auf der Insel [[Borneo]]. Sie werden zu den [[Dayak]]-Völkern gezählt. Die Penan sind etwa 10.000 Mitglieder stark und leben sowohl im [[Malaysia|malaysischen]] Bundesstaat [[Sarawak]] als auch in [[Kalimantan]], dem zu [[Indonesien]] gehörenden Teil der Insel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Penan werden unterteilt in die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;östlichen Penan&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, die an den Oberläufen des [[Baram (Fluss)|Baram]], Apoh, Tutoh und [[Sungai Limbang|Limbang]] leben, und in die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;westlichen Penan&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, die an den Oberläufen des [[Balui]] (dem oberen [[Rajang]]-Gebiet), des Tinjar und am Baram-Nebenfluss [[Silat (Fluss)|Silat]] leben.&amp;lt;ref&amp;gt;Zur Geschichte und den Wanderungen der Penan siehe Rodney Needham: &amp;#039;&amp;#039;The social organisation of the Penan&amp;#039;&amp;#039;, posthum veröffentlichtes [https://ora.ox.ac.uk/objects/uuid:dd458d68-50ab-4cd3-be39-5a70c4df7bee Typoscript der Dissertation], Trinity 1955, abgerufen am 30. September 2020, ab S. 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprünglich [[Nomade|nomadische]] [[Jäger und Sammler]], halten heute nur noch wenige hundert Penan im östlichen Teil [[Sarawak]]s an der nomadischen Lebensweise im [[Tropischer Regenwald|tropischen Regenwald]] fest. Die Mehrheit lebt heute sesshaft in [[Langhaus (Wohngebäude)|Langhäusern]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Traditionelle Lebensgrundlage der Penan ist neben Jagen, [[Fischerei|Fischen]] und dem Sammeln von über 300 verschiedenen Wildfrüchten, Wurzeln und Pflanzen die Herstellung von [[Sago]]mehl aus der [[Sagopalme]]. Die Sagopalme deckt den Bedarf an [[Kohlenhydrat]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:COLLECTIE TROPENMUSEUM Portret van een Dajak jager op Borneo met een gevangen zwijn over de schouder TMnr 60043389.jpg|mini|Junger Dayak-Jäger(-Sammler) in Kalimantan (Südteil Borneos) zur Zeit der niederländischen Kolonisation]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lebensweise ==&lt;br /&gt;
Die Penan lassen sich, sobald sie ein Gebiet mit genug Sagopalmen gefunden haben, in einfachen Hütten nieder. Diese Hütten bestehen aus einer Plattform, aus einem mit Sagopalmblättern bedeckten Dach und haben keine Wände. Wenn die Sagovorkommen an diesem Standort aufgebraucht sind, ziehen sie weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Jagd verwenden die Penan ein [[Blasrohr]], mit dem sie vergiftete Pfeile abschießen. Das hierbei verwendete [[Gift]], &amp;#039;&amp;#039;Tajem&amp;#039;&amp;#039; genannt, wird aus dem Saft des [[Upasbaum]]es (Antiaris toxicaria) gewonnen und bringt die Herztätigkeit der getroffenen Beute zum Erliegen. Gejagt werden vor allem [[Vögel]], [[Hirsche]], [[Affen]], [[Eidechsen]] und [[Bartschwein|Wildschweine]].&lt;br /&gt;
Wegen des Bedarfs an [[Mineralstoff]]en werden die Tiere mitsamt Haut und Blut verzehrt. Die Penan halten auch [[Haustier]]e, diese werden aber nicht des Verzehrs wegen getötet. Die Penan gelten als geschickt in der Herstellung von Korbwaren aus [[Rattan]] und von [[Parang-Latok|Parang]] (Bezeichnung für eine [[Dayak]]-typische Form eines einhändigen Schwertes, das als Arbeitswerkzeug, Buschmesser, aber auch als Waffe verwendet wird).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Penan sind [[Analphabet]]en. Ihre Kenntnisse über die biologischen Zusammenhänge des sie umgebenden Regenwaldes sind dagegen sehr ausgeprägt. Nach einer Studie kennen die Penan beispielsweise über 100 verschiedene fruchttragende Bäume und 50 verschiedene Heilpflanzen, 8 verschiedene [[Pfeilgift]]e und 10 Pflanzengifte für den [[Fischfang]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gesellschaft der Penan ist kaum hierarchisch. Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind kaum ausgeprägt. Die Jagd wird von den Männern ausgeübt, das Gewinnen des Sagomehls ist vornehmlich Aufgabe der Frauen. Darüber hinaus gibt es jedoch kein Spezialistentum. Das Zusammenleben wird von Beobachtern als relativ friedlich und konfliktarm geschildert. [[Privateigentum]] in unserem Sinne ist nicht bekannt. Das Teilen von Nahrungsmitteln und Gebrauchsgegenständen ist üblich. Das Nicht-Teilen gilt als größtes Vergehen. Im Unterschied zu anderen [[Dayak]]-Völkern wie den [[Iban (Volksgruppe)|Iban]] oder den [[Bidayuh]] waren die Penan niemals [[Kopfjagd|Kopfjäger]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kultur der Dayak-Völker ist einem starken Anpassungsdruck durch Regierung, Missionare und der westlichen Lebensweise der sie umgebenden Ethnien ausgesetzt. Die meisten Penan sind heute, wenn auch meist nur oberflächlich, [[Christentum|christianisiert]]. Ursprünglich haben die Penan eine eigene [[ethnische Religion]] und glauben an einen höchsten Gott &amp;#039;&amp;#039;Bungan&amp;#039;&amp;#039;. Die Penan kennen keinen [[Zeit]]begriff. Sie zählen weder Tage noch Jahre, Geburtstage und Alter sind unbekannt. Die Penan kannten keine [[Landkarte]]n in unserem Sinne, jedoch hatten sie durch die Benennung von Landschaftsmerkmalen nach vergangenen Ereignissen eine Art geistige Landkarte ihres Gebietes im Kopf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedrohung durch Regenwaldabholzung ==&lt;br /&gt;
Die traditionelle Lebensweise der Penan ist heutzutage jedoch durch das immer tiefere Eindringen von [[Holzwirtschaft|Holzfirmen]] in die unberührten Regenwaldgebiete bedroht. Gerade noch 10 % der Urwälder Sarawaks gelten als einigermaßen intakt, diese Restgebiete liegen vor allem auf dem Territorium der Penan. Die nomadisch lebenden Penan sind vom Regenwald abhängig, da sie auf die in ihm vorkommenden Wildtiere, Sagopalmen und anderen Pflanzen (unter anderem für ihre traditionelle [[Medizin]]) angewiesen sind. Deshalb bedeutet eine Ausrottung des Regenwaldes auch das Verschwinden traditionell lebender Penan. Die fortschreitende [[Entwaldung]] führt auch zu einer verstärkten Verschmutzung der Flüsse, weshalb sich Krankheiten unter den Penan (wie auch unter allen [[Dayak]]-Völkern, die noch ungefiltertes Flusswasser verwenden) ausbreiten. Der Gesundheitszustand der Penan verschlechterte sich daher durch [[Unterernährung]], Ausbreitung von [[Malaria]] und durch das Verschwinden traditioneller [[Heilpflanze]]n. Die Versorgung der nomadisch lebenden Penan mit westlicher Medizin kann von der Regierung nur unzureichend garantiert werden. Auch bei den sesshaft gewordenen Penan ist der Bezug zum Regenwald noch stark.&lt;br /&gt;
[[Datei:Logging road East Kalimantan 2005.jpg|mini|250px|Netz von Holzfällerstraßen zum Zweck der „selektiv“ genannten Abholzung, östliches Kalimantan, indonesischer Teil Borneos; in der rechten oberen Bildecke: noch undurchforsteter Wald mit dichtem Laubdach]]&lt;br /&gt;
Durch die Zerstörung des Waldes und ihrer Gebiete geht damit auch die Kenntnis ihrer Geschichte und ihrer Vorfahren verloren. Verwandtschaftsbeziehungen und ein komplexes Namensystem stärken den Zusammenhalt. Heute ist die Kenntnis der Kultur im Schwinden begriffen, westliche Kleidung, Konserven, Werkzeuge und der Gebrauch von [[Gewehr]]en statt des Blasrohrs finden Verbreitung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
International bekannt wurden die Penan durch ihre gewaltlosen Blockaden von Zufahrtsstraßen der [[Holzwirtschaft#Holzindustrie|Holzindustrie]] ab 1987 bis Anfang der [[1990er]] Jahre. Dabei kam es zu mehreren [[Menschenrecht]]sverletzungen seitens der Regierung und Beschäftigter der Holzindustrie. Zahlreiche Penan wurden zeitweise inhaftiert. Bis heute kämpfen die Penan um die Anerkennung ihrer Landrechte und die Beendigung der Waldzerstörung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Bekanntheit erlangten die Penan durch den [[Schweiz]]er [[Bruno Manser]], der von 1984 bis 1990 mit ihnen lebte, sich ihrer Lebensweise anpasste und sie bei ihrem gewaltlosen Widerstand unterstützte. Seit Mai 2000 ist er im Regenwald [[Verschollenheit|verschollen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Wade Davis, Ian MacKenzie, Shane Kennedy: &amp;#039;&amp;#039;Nomads of the Dawn: The Penan of the Borneo Rain Forest&amp;#039;&amp;#039;. Pomegranate Art Books, San Francisco 1995, ISBN 0-87654-357-3.&lt;br /&gt;
* Hartmut K. Hildebrand: &amp;#039;&amp;#039;Die Wildbeutergruppen Borneos.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Münchner ethnologische Abhandlungen.&amp;#039;&amp;#039; Band 2). [[Dissertation]]. Minerva, München 1984, ISBN 3-597-10294-8.&lt;br /&gt;
* Bruno Manser: &amp;#039;&amp;#039;Stimmen aus dem Regenwald. Zeugnisse eines bedrohten Volkes&amp;#039;&amp;#039;. Zytglogge, Gümligen 1992, ISBN 3-7296-0386-8.&lt;br /&gt;
* Bruno Manser: &amp;#039;&amp;#039;Tagebücher aus dem Regenwald 1984–1990.&amp;#039;&amp;#039; 4 Bände. Merian, 2004, ISBN 3-85616-233-X.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Film ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die letzten Nomaden im Dschungel Borneos&amp;#039;&amp;#039;. Dokumentarfilm, Kanada, Frankreich, 2008, 52 Min., Regie: Andrew Gregg, [http://plus7.arte.tv/de/detailPage/1697660,CmC=2318058,scheduleId=2299860.html Inhaltsangabe] von [[arte]]&amp;lt;br /&amp;gt;Der Film begleitet den kanadischen Anthropologen und Sprachwissenschaftler Ian Mackenzie bei seinen Begegnungen mit den Penan, die gerade erst sesshaft geworden sind. ([http://www.arte.tv/de/Willkommen/woche/244,broadcastingNum=911778,day=2,week=49,year=2008.html arte.tv])&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Tong Tana – Das verlorene Paradies&amp;#039;&amp;#039; (Originaltitel ([[Schwedische Sprache|schwed.]]): &amp;#039;&amp;#039;Tong Tana – En resa till Borneos inre&amp;#039;&amp;#039;), Dokumentarfilm, [[Schweden]] 1989, 88 Min., Regie: Björn Cederberg, Kristian Petri. Der Film zeigt die Penan wenige Jahre nach dem Beginn ihrer Blockaden und den bei ihnen lebenden Bruno Manser. Für die [[Englische Sprache|englische]] Fassung konnte [[Alec Baldwin]] als Sprecher gewonnen werden.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Bruno Manser – Kampf um den Regenwald&amp;#039;&amp;#039;. Dokumentarfilm, [[Schweiz]], 94 Min., Buch und Regie: Christoph Kühn, Produktion: [[Filmkollektiv Zürich]], Marianne Bucher. Der Film zeigt die Erfüllung des Kindheitstraumes eines Mannes, der aus der Fremde kam und es schaffte, von den Penan angenommen zu werden und bei ihnen unvergessen zu bleiben. ([http://www.kampfumdenregenwald.de/ Seite zum Film])&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;BE&amp;#039; JAM BE the never ending song&amp;#039;&amp;#039; (Originaltitel: &amp;#039;&amp;#039;BE&amp;#039; JAM BE et cela n&amp;#039;aura pas de fin.&amp;#039;&amp;#039;) Dokumentarfilm, Frankreich, Schweiz, 2017, 85 Min., Regie: Caroline Parietti, Cyprien Ponson, Produktion: Les Obliques, DAWAI DAWAI ([[IMDbTitle:7162082|Seite zum Film]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [http://www.vcn.bc.ca/spc/ Kanadische Organisation von Menschen aus Sarawak] (englisch)&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.bmf.ch/ge/ge_index.html |text=Bruno Manser Fonds |wayback=20081011145413}} (alte Website – seit 2005 nicht mehr aktualisiert)&lt;br /&gt;
* [http://www.brunomanser.ch/ Bruno Manser Fonds] (neue Website)&lt;br /&gt;
* [https://www.survivalinternational.de/indigene/penan Survival International – Menschenrechtsorganisation zum Schutz indigener Völker]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dayak]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie in Indonesien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie in Malaysia]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie auf Borneo]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indigenes Volk in Asien]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
	</entry>
</feed>