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	<title>Pelosol - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-03T13:41:17Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Pelosol&amp;diff=239439&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Veliensis: navileiste</title>
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		<updated>2022-08-13T17:51:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;navileiste&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:pelosol.jpg|mini|Profil eines Pelosols]]&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pelosol&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Tonboden&amp;#039;&amp;#039; (von {{elS}}: pelos = Ton und {{laS}}: solum = Boden) ist ein sehr tonreicher [[Bodentyp]], der die Endstufe der [[Pedogenese|Bodenentwicklung]] auf [[Tonstein]] ist. Der [[Boden (Bodenkunde)|Boden]] weist drei [[Bodenhorizont|Horizonte]] auf und wird von der [[Bodenklassifikation|Deutschen Bodensystematik]] in die Klasse D (Pelosole) eingeteilt. Seine Abkürzung lautet DD.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung ==&lt;br /&gt;
Auf freiliegendem Tonstein [[Sukzession (Biologie)|bildet]] sich schnell eine [[Pionierpflanze|Pflanzendecke]], wodurch ein dünner, humoser [[Oberboden]] entsteht (Bodentyp [[Syrosem]]). Sobald der humose Oberboden mächtiger als 2 cm ist, wird das nächste Stadium der Bodenentwicklung erreicht: Meist ist dies der [[Ranker (Bodenkunde)|Ranker]] (silikatischer Tonstein; ≤ 2 Gew.% Kalk); seltener die [[Pararendzina]] ([[mergel]]iger Tonstein; &amp;gt; 2 bis &amp;lt; 75 Gew.% Kalk).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Oberbodenhorizont beginnt auch der Tonstein allmählich zu [[Verwitterung|verwittern]]. Wenn dadurch im Unterboden ein weiterer Horizont entstanden ist, wird der Boden als Pelosol angesprochen. Mit der Zeit wird dieser Horizont immer mächtiger, er ändert aber nicht mehr wesentlich seine Eigenschaften. Von daher entwickelt sich der Boden nicht mehr zu anderen Bodentypen weiter und das Endstadium der Bodenbildung ist erreicht (Klimaxboden).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Pelosol Nördlinger Ries.jpg|mini|Bodenoberfläche eines Humuspelosols im Nördlinger Ries]]&lt;br /&gt;
Pelosole entstehen auf Tonstein oder aus tonig verwitterndem Material, somit ist ihre Verbreitung weitgehend an Vorkommen dieser Materialien gebunden. Tonstein ist nicht sehr verbreitet, wobei es verstreute Vorkommen überall in den mitteleuropäischen [[Mittelgebirge]]n gibt. Besonders große Bedeutung haben Tonsteine im [[Allgäu]], dem [[Ostwestfalen|Ostwestfälischen Bergland]], dem [[Thüringer Becken]] oder der [[Schwäbische Alb|Schwäbischen Alb]]. Pelosole können sich aber auch aus abgelagerten Tonen bilden, ein sehr prägnantes Beispiel ist hier das [[Nördlinger Ries]], wo sich aus den abgelagerten Riesseetonen mächtige Humuspelosole gebildet haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eigenschaften ==&lt;br /&gt;
Die [[Tonminerale]] der Tonsteine sind in der Regel hochwertige 3-Schicht-Tonminerale. Durch diese sind die Böden [[Pflanzennährstoff|nährstoffreich]] und haben eine hohe [[Kationenaustauschkapazität|Nährstoffhaltefähigkeit]] (KAK) um 20 cmol&amp;lt;sub&amp;gt;+&amp;lt;/sub&amp;gt;. Außerdem können diese Tonminerale in Abhängigkeit vom aktuellen Wassergehalt Wasser aufnehmen und wieder abgeben, weshalb sie [[Quellung|quellen]] und schrumpfen. Bei Trockenheit entstehen so tiefe Risse, die sich bei Nässe wieder schließen. Im Boden kommt es dadurch zu ständigen Scherbewegungen, wodurch sich ein stark ausgeprägtes [[Bodengefüge|Gefüge]] aus groben, scharfkantigen Bodenaggregaten bildet (Polyeder oder Prismen). Außerdem entstehen an den Aggregatgrenzen glatte, glänzende Scherflächen (slicken sides), die im [[Bodenprofil]] deutlich sichtbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Feldkapazität|Wasserhaushalt]] des Bodens weist einige Besonderheiten auf: Durch die Trockenrisse können Niederschläge direkt nach unten sickern, ohne den Boden im ganzen zu durchfeuchten (vertikale Entwässerung). Außerdem weist Ton nur wenig Bodenluft auf (Tendenz zur [[Staunässe]]) und kann kaum pflanzenverfügbares Wasser speichern. Das meiste Wasser wird so stark im Boden gebunden, dass es für Wurzeln nicht erreichbar ist. Dies macht den Standort problematisch für Pflanzen. Reine Pelosole sind in Mitteleuropa selten, aufgrund ihrer hydrologischen Eigenschaften zeigen sie oft Merkmale von Staunässe und sind daher oft mit [[Pseudogley]]en vergesellschaftet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Besonderheit ist die Selbstmulchung (pedogene Durchmischung): Über die Risse rieselt humoser Oberboden tief in den Boden und wird über die Scherbewegungen selbständig homogen eingearbeitet. Deshalb weisen Pelosole bis in große Tiefen relativ hohe Humusgehalte auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Horizontierung ==&lt;br /&gt;
Der Pelosol weist drei Horizonte auf: Ah/P/C.&lt;br /&gt;
* Ah: An der Oberfläche ist der humose (h) Oberbodenhorizont (A). Er ist sehr tonreich. Wird der Standort als Acker genutzt, trägt er die Bezeichnung Ap (p für gepflügt).&lt;br /&gt;
* P: Unter dem Ah-Horizont beginnt der Pelosol-Horizont (P), der nur bei diesem Bodentyp zu finden ist. Es handelt sich um das verwitterte, tonreiche Ausgangsmaterial. Der Tongehalt ist sehr hoch (≥ 45 [[Masseprozent|Gew.%]]), wobei quellfähige 3-Schicht-Tonmineralien überwiegen. Der Horizont muss innerhalb der obersten 30 cm beginnen. Unter trockenen Bedingungen weist er tiefe Risse auf. Darüber hinaus hat er ein ausgeprägtes Gefüge.&lt;br /&gt;
* i,eC: Das Ausgangsmaterial ist Tonstein. Es kann silikatisch (i) oder mergelig (e) sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Tonstein ist er meist eher [[Gründigkeit|flachgründig]], auf sedimentären Tonablagerungen kann er dagegen je nach Mächtigkeit des Ausgangsgesteins tiefgründig entwickelt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwandte Bodentypen ==&lt;br /&gt;
In der internationalen Bodenklassifikation [[World Reference Base for Soil Resources]] (WRB) wird für quellende und schrumpfende Tonböden die Bezeichnung [[Vertisol]] verwendet. Vertisole verlangen jedoch spezielle Merkmale (keilförmige Aggregate, slickensides), die bei vielen mitteleuropäischen Pelosolen nicht (ausreichend) entwickelt sind.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Simon Scheper, Katrin Meusburger, Pasquale Borrelli, Panos Panagos, Christine Alewell |Titel=Occurrence and erosion susceptibility of German Pelosols and international equivalents # |Sammelwerk=Journal of Plant Nutrition and Soil Science |Datum=2022-04-27 |ISSN=1436-8730 |Seiten=jpln.202200024 |Online=https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/jpln.202200024 |Abruf=2022-05-02 |DOI=10.1002/jpln.202200024}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei [[Tropen|tropischen]] und [[Subtropen|subtropischen]] Tonböden sind diese Merkmale oft wesentlich stärker ausgeprägt. Zahlreiche mitteleuropäische Pelosole gehören daher in der WRB nicht zu den Vertisolen, sondern zu den [[Phaeozem]]en oder [[Cambisol]]en mit den Qualifiern Vertic oder Protovertic. Andererseits verlangen Vertisole einen Mindesttongehalt von lediglich 30 %, weshalb einige Vertisole keine Pelosole sind, sondern z.&amp;amp;nbsp;B. zu den [[Braunerde]]n gehören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Terra fusca]] weist ähnlich hohe Tongehalte auf. Allerdings bildet sie sich auf [[Kalkstein]] und weist geringwertigere 2-Schicht-Tonmineralien auf. Von daher kommt es in ihr nicht zum Quellen und Schrumpfen. Außerdem ist die Nährstoffhaltefähigkeit etwas geringer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[Marschland#Marschböden|Marschböden]] wie die [[Kleimarsch]] haben hohe Tongehalte, allerdings ganz andere Eigenschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nutzung ==&lt;br /&gt;
Pelosole sind zwar fruchtbar aber wegen ihrer extrem hohen Tongehalte nur schwer zu bearbeiten ([[Minutenboden]]). Vor allem das Pflügen ist nur bei bestimmten Wassergehalten möglich und verlangt schwere Technik. Darüber hinaus kommt es schnell zu Trockenstress, da der Boden nur wenig pflanzenverfügbares Wasser speichern kann. Deshalb ist die Ackernutzung auf reinen Pelosolen in [[Mitteleuropa]] die Ausnahme. Es überwiegen die [[Grünland]]nutzung und die [[Forstwirtschaft]]. Pelosole sind außerdem aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften erosionsgefährdet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Simon Scheper, Katrin Meusburger, Pasquale Borrelli, Panos Panagos, Christine Alewell |Titel=Occurrence and erosion susceptibility of German Pelosols and international equivalents # |Sammelwerk=Journal of Plant Nutrition and Soil Science |Datum=2022-04-27 |ISSN=1436-8730 |Seiten=jpln.202200024 |Online=https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/jpln.202200024 |Abruf=2022-05-02 |DOI=10.1002/jpln.202200024}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sonstiges ==&lt;br /&gt;
Der Pelosol wurde am 3. Dezember 2021 mit einer Veranstaltung in der [[Vertretung des Landes Baden-Württemberg beim Bund|Landesvertretung Baden-Württembergs]] in Berlin zum [[Boden des Jahres]] 2022 gekürt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Vertisol]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* W. Amelung, [[Hans-Peter Blume|H.-P. Blume]], H. Fleige, R. Horn, [[Ellen Kandeler|E. Kandeler]], [[Ingrid Kögel-Knabner|I. Kögel-Knabner]], R. Kretschmar, [[Karl Stahr|K. Stahr]], B.-M. Wilke: [[Fritz Scheffer|Scheffer]]/[[Paul Schachtschabel|Schachtschabel]] Lehrbuch der Bodenkunde. 17. Auflage. Heidelberg 2018. ISBN 978-3-662-55870-6.&lt;br /&gt;
* AD-HOC-Arbeitsgruppe Boden: &amp;#039;&amp;#039;Bodenkundliche Kartieranleitung.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg.: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Geologischen Dienstern, 5., verb. und erw. Auflage. Hannover 2005, ISBN 3-510-95920-5.&lt;br /&gt;
* E. Mückenhausen: &amp;#039;&amp;#039;Die Bodenkunde und ihre geologischen, geomorphologischen, mineralogischen und petrologischen Grundlagen.&amp;#039;&amp;#039; DLG-Verlag, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-7690-0511-2.&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Hrsg=E. Leitgeb, R. Reiter, M. Englisch, P. Lüscher, P. Schad, K. H. Feger |Titel=Waldböden. Ein Bildatlas der wichtigsten Bodentypen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz |Verlag=Wiley-VCH Verlag |Ort=Weinheim |Datum=2013 |ISBN=978-3-527-32713-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.ahabc.de/bodentypen/klasse-typen-oder-bodensystematische-einheiten/bodentyp-pelosol/ Pelosol] bei [http://www.ahabc.de/ ahabc.de]: Magazin für Boden und Garten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Boden des Jahres in Deutschland}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bodentyp]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Veliensis</name></author>
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