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	<title>Peer (Adel) - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Peer_(Adel)&amp;diff=47819&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;RudolfinetheFree: In zwei Sätze aufgeteilt, und verdeutlicht, dass Ausnahmen vor allem, aber nicht nur unter den schottischen Titeln auftreten (andere siehe zB irischen Viscountcy of Massereene , Barony of Loughneagh, UK&#039;s Duke of Fife und Earl Mountbatten of Burma, die in erster Erbengeneration nicht patrialinear verlaufen, oder die englischen baronies of writ)</title>
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		<updated>2026-04-08T02:02:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;In zwei Sätze aufgeteilt, und verdeutlicht, dass Ausnahmen vor allem, aber nicht nur unter den schottischen Titeln auftreten (andere siehe zB irischen Viscountcy of Massereene , Barony of Loughneagh, UK&amp;#039;s Duke of Fife und Earl Mountbatten of Burma, die in erster Erbengeneration nicht patrialinear verlaufen, oder die englischen baronies of writ)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Peer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von [[Latein|lateinisch]] &amp;#039;&amp;#039;par&amp;#039;&amp;#039; „gleich, ebenbürtig“; [[französische Sprache|französisch]] &amp;#039;&amp;#039;pair&amp;#039;&amp;#039;) ist ein Angehöriger des [[Britischer Adel|britischen Hochadels]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Peerage&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnete [[Adel]]sstand ist ein nach wie vor bestehendes System von [[Adelstitel]]n im [[Vereinigtes Königreich|Vereinigten Königreich]]. Ähnliche Adelssysteme existierten auch in anderen Ländern, etwa dem vorrevolutionären Frankreich ([[Pair de France]]) oder Portugal (&amp;#039;&amp;#039;Par do Reino&amp;#039;&amp;#039;, 1822–1910). Das japanische [[Oberhaus]]system ([[Kizokuin]]) ist vergleichbar, ebenso ältere Systeme der [[Cortes (Ständeversammlung)|Cortes]] auf der iberischen Halbinsel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Peerage ist ein Teil des gesamten britischen Auszeichnungswesens. Historisch bezeichnete man als &amp;#039;&amp;#039;peers&amp;#039;&amp;#039; diejenigen Adeligen, welche das Recht auf einen Sitz im britischen Oberhaus, dem [[House of Lords]], hatten. Durch die Reform des Oberhauses mit dem [[House of Lords Act 1999]] wurde die große Mehrheit der erblichen Sitze (der &amp;#039;&amp;#039;hereditary peers&amp;#039;&amp;#039;) abgeschafft. Seither dominieren &amp;#039;&amp;#039;life peers&amp;#039;&amp;#039;, die einen nicht vererbbaren Sitz auf Lebenszeit erhalten und deren Titel sich auch nicht auf ihre Nachkommen vererben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Ehefrauen werden traditionell &amp;#039;&amp;#039;peeress&amp;#039;&amp;#039; genannt und tragen die weibliche Form des jeweiligen Adelstitels. Ihre Kinder sind de jure hingegen keine Adeligen. Bei den erblichen Lords führen die Kinder [[Höflichkeitstitel]] wie &amp;#039;&amp;#039;[[Lord]], [[Lady]]&amp;#039;&amp;#039; (ab dem Earl), oder &amp;#039;&amp;#039;The Honourable&amp;#039;&amp;#039; (bei Viscounts und Barons). Auch diese gelten jedoch nur für die erste Generation der jüngeren Kinder eines Peers, während die Nachfahren der nächsten Generation ins Bürgertum absteigen. Dies ist ein grundlegender Unterschied des [[Britischer Adel|Britischen Adels]] zum [[Adel]] auf dem europäischen Festland, wo Adelstitel meist ganzen Familien (oder Familienlinien) verliehen werden (außer wenn es sich explizit um &amp;#039;&amp;#039;persönlichen Adel&amp;#039;&amp;#039; oder um [[Erstgeburtstitel]] handelt) und daher von allen Familienmitgliedern zugleich geführt werden. In Großbritannien hingegen sind sämtliche erblichen Adelstitel grundsätzlich Erstgeburtstitel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Titel vererben sich zumeist [[patrilinear]] und erlöschen mit dem [[Mannesstamm]] der jeweiligen Nachfahren. Ausnahmen hiervon sind vor allem unter den schottischen Titeln vorzufinden.&amp;lt;ref&amp;gt;Schottische Erbtitel können bei Erlöschen des Mannesstammes auch in weiblicher Linie weitergegeben werden, wobei sie sich in der neuen Familie wiederum patrilinear vererben, ähnlich wie im [[Spanischer Adel|spanischen]] und [[Italienischer Adel|italienischen Adel]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein erblicher Peerstitel kann, wenn die ihn tragende Linie im Mannesstamm erlischt, auf eine bürgerliche Nebenlinie übergehen, sofern diese ihrerseits patrilinear von einem Träger desselben Titels abstammt: So erbte etwa 1996 ein bürgerlicher Südafrikaner von der entfernt verwandten Hauptlinie seiner Familie den schottischen Titel &amp;#039;&amp;#039;[[Duke of Atholl]]&amp;#039;&amp;#039;. Sofern eine Nebenlinie sich bereits vor der Verleihung eines höheren Titels abgespalten hatte, erlischt der höhere Titel mit der ihn tragenden Linie, ein älterer, rangniedrigerer Titel kann jedoch auf die Nebenlinie übergehen, sofern diese von entsprechenden Titelträgern abstammt, so etwa bei der Familie [[Bentinck]], wo 1990 die Titel &amp;#039;&amp;#039;[[Duke of Portland]], Marquess of Titchfield&amp;#039;&amp;#039; mit der Hauptlinie erloschen, der ältere Titel [[Earl of Portland]] jedoch auf eine Nebenlinie überging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die verschiedenen Titel und ihre Rangfolge ==&lt;br /&gt;
Die Titel im englischen Peer-System sind in aufsteigender Rangfolge: &amp;#039;&amp;#039;[[baron]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web | url=https://www.parliament.uk/site-information/glossary/baron/ | title=Begriffserläuterung: Baron, parliament.uk | accessdate=2012-12-09 | last= | first= | authorlink= | coauthors= | date= | format= | work= | publisher= | pages= | language=en | archiveurl= | archivedate= | quote= | offline = }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (&amp;#039;&amp;#039;baroness&amp;#039;&amp;#039; für Frauen), &amp;#039;&amp;#039;[[Viscount (Adelstitel)|viscount]]&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;(viscountess)&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[earl]]&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;(countess)&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Marquess (Adelstitel)|marquess]]&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;(marchioness)&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Duke (Adelstitel)|duke]]&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;(duchess)&amp;#039;&amp;#039; – zu Deutsch etwa: [[Freiherr]], [[Vicomte|Vizegraf]], [[Graf]], [[Markgraf]], [[Herzog]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;[[baronet]]s&amp;#039;&amp;#039; gehören (im Unterschied zu den &amp;#039;&amp;#039;[[Baron#Vereinigtes Königreich|barons]]&amp;#039;&amp;#039;) nicht zur &amp;#039;&amp;#039;Peerage&amp;#039;&amp;#039; und damit nicht zum höheren, parlamentsberechtigten Adel, sondern bilden zusammen mit den &amp;#039;&amp;#039;[[Knight]]s&amp;#039;&amp;#039; die sogenannte &amp;#039;&amp;#039;[[Gentry]]&amp;#039;&amp;#039;, den niederen Adel mit der Anrede &amp;#039;&amp;#039;[[Sir (Anrede)|Sir]]&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;[[Dame (Ritterwürde)|Dame]]&amp;#039;&amp;#039;, wobei der Rang eines &amp;#039;&amp;#039;Knight&amp;#039;&amp;#039; – im Unterschied zu dem eines &amp;#039;&amp;#039;Baronet&amp;#039;&amp;#039; – in der Regel nicht vererblich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird zwischen den &amp;#039;&amp;#039;life peers&amp;#039;&amp;#039; (Titel auf Lebenszeit, „persönlicher Adel“) und den &amp;#039;&amp;#039;hereditary peers&amp;#039;&amp;#039; (erbliche Titel) unterschieden, wobei heute fast ausschließlich &amp;#039;&amp;#039;life peers&amp;#039;&amp;#039; kreiert werden. Das letzte erbliche „Dukedom“ (im Unterschied zu „Duchy“, dem Territorium eines regierenden Herzogs) wurde 1889 dem [[Duke of Fife]] verliehen, seither nur noch Mitgliedern des Königshauses. Der bislang neueste erbliche Titel, [[Earl of Stockton]], wurde 1984 an den früheren britischen Premierminister [[Harold Macmillan]] verliehen.&amp;lt;ref name=tLG&amp;gt;[[The London Gazette]]: [https://www.thegazette.co.uk/London/issue/49660/page/2951 Nr. 49660, S. 2951], 29. Februar 1984.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die ehemalige Premierministerin [[Margaret Thatcher]] erhielt 1992 eine &amp;#039;&amp;#039;life peerage&amp;#039;&amp;#039; mit Sitz im Oberhaus als &amp;#039;&amp;#039;Baroness Thatcher&amp;#039;&amp;#039;, im Jahr zuvor war bereits ihr Ehemann [[Denis Thatcher]] zum Baronet erhoben worden. [[Tony Blair]] hingegen verzichtete auf die traditionelle Erhebung ehemaliger Premierminister in den Adelsstand&amp;lt;ref&amp;gt;Melissa Kite: &amp;#039;&amp;#039;[https://web.archive.org/web/20120715052444/http://www.telegraph.co.uk/news/politics/1574027/Tony-Blair-spurns-honour-system.html Tony Blair spurns honours system]&amp;#039;&amp;#039;, The Daily Telegraph, 30 Dezember 2007&amp;lt;/ref&amp;gt;, während [[David Cameron]] 2023 zum &amp;#039;&amp;#039;Baron Cameron of Chipping Norton&amp;#039;&amp;#039; erhoben wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die britischen Peers werden auch in ihrer Gesamtheit als &amp;#039;&amp;#039;Lords&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet, so eröffnet der Monarch die jährliche [[Thronrede]] im Oberhaus mit der Anrede: „My Lords“. Als persönliche Anrede („My Lord“) oder Bezeichnung („Lord Soundso“) wird der Oberbegriff [[Lord]] jedoch nur für die Peers-Ränge vom Baron bis zum Marquess verwendet; ein Herzog hingegen wird immer als &amp;#039;&amp;#039;Duke&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Der jeweilige Namenszusatz &amp;#039;&amp;#039;(style)&amp;#039;&amp;#039; bei Nennung eines Barons, Viscounts und Earls ist &amp;#039;&amp;#039;[[The Right Honourable]]&amp;#039;&amp;#039;. Anzusprechen &amp;#039;&amp;#039;(address)&amp;#039;&amp;#039; ist er als &amp;#039;&amp;#039;My Lord&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Burke’s Peerage|Burke’s genealogical and heraldic history of the peerage, baronetage, and knightage, Privy Council, and order of preference]].&amp;#039;&amp;#039; Burke’s Peerage Ltd., London 1949, S. xli.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Marquess ist &amp;#039;&amp;#039;The Most Honourable (My Lord Marquess)&amp;#039;&amp;#039;, der Duke ist &amp;#039;&amp;#039;His Grace (Your Grace)&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Burke’s Peerage|Burke’s genealogical and heraldic history of the peerage, baronetage, and knightage, Privy Council, and order of preference]].&amp;#039;&amp;#039; Burke’s Peerage Ltd., London 1949, S. xli f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Herzöge, die dem [[Britische Monarchie|Königshaus]] angehören, sind &amp;#039;&amp;#039;[[HRH (Anrede)|Royal Highness]]&amp;#039;&amp;#039;. Die jeweiligen Titel werden grundsätzlich nach dem Muster „Rang Name“, wenn der Name ein Personenname ist (z.&amp;amp;nbsp;B. &amp;#039;&amp;#039;Viscount Beresford&amp;#039;&amp;#039;), oder „Rang &amp;#039;&amp;#039;of&amp;#039;&amp;#039; Name“, wenn er ein Ortsname ist, was z.&amp;amp;nbsp;B. bei allen Dukes der Fall ist (z.&amp;amp;nbsp;B. &amp;#039;&amp;#039;Duke of Marlborough&amp;#039;&amp;#039;) gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass die Peers zugleich Herren der ihrem Titel zugehörigen [[Ländereien]] sind, ist schon seit dem Mittelalter nicht mehr der Fall. Nicht selten gehören diese Ländereien nicht einmal mehr zum Vereinigten Königreich. Der [[Duke of Cornwall]] ist der einzige seines Standes, der neben dem bloßen Titel &amp;#039;&amp;#039;(Dukedom of Cornwall)&amp;#039;&amp;#039; auch noch zugehörige Ländereien (die &amp;#039;&amp;#039;[[Herzogtum Cornwall|Duchy of Cornwall]]&amp;#039;&amp;#039;) besitzt. Die Art der Weitergabe eines Adelstitels, abgesehen von den &amp;#039;&amp;#039;Life Peers&amp;#039;&amp;#039; (Peers auf Lebenszeit), ist verschieden. Sie hängt von der Art seiner ursprünglichen Verleihung ab. Im Regelfall werden sie nur in der direkten männlichen Linie vererbt und erlöschen beim Fehlen eines Sohnes, aber in manchen Fällen, vor allem bei vielen schottischen Titeln, können sie in Ermangelung männlicher Erben auch über die Töchter weitergegeben werden. Erloschene Titel können von der Krone zu einem späteren Zeitpunkt neu vergeben werden. Ein Peer kann mehrere Titel zugleich innehaben; er wird dann mit dem ranghöchsten Titel angesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt mehrere Gruppen von [[Hoher Adel|Hochadelstiteln]] im Vereinigten Königreich: Zur &amp;#039;&amp;#039;[[Peerage of England]]&amp;#039;&amp;#039; gehören alle Titel, die von den englischen Königen und Königinnen vor dem &amp;#039;&amp;#039;[[Act of Union 1707|Act of Union]]&amp;#039;&amp;#039; im Jahr 1707 eingerichtet wurden, einschließlich der wenigen [[Wales|walisischen]] Titel. Analog dazu gehören zur &amp;#039;&amp;#039;[[Peerage of Scotland]]&amp;#039;&amp;#039; alle Titel, die vor diesem Datum von den schottischen Monarchen verliehen wurden. Die &amp;#039;&amp;#039;[[Peerage of Ireland]]&amp;#039;&amp;#039; vereint alle Titel des [[Königreich Irland|Königreichs Irland]] vor 1801. Zur &amp;#039;&amp;#039;[[Peerage of Great Britain]]&amp;#039;&amp;#039; gehören die Titel, die zwischen 1707 und 1801 in England und Schottland verliehen wurden. Alle Adelstitel, die nach 1801 vergeben wurden, bilden die &amp;#039;&amp;#039;[[Peerage of the United Kingdom]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Rangfolge kommt der Duke vor dem Marquess, der Marquess vor dem Earl, der Earl vor dem Viscount und dieser vor dem Baron. Innerhalb der Adelsränge bestimmt sich der Vorrang folgendermaßen: englischer Adel, schottischer Adel, großbritannischer Adel, irischer Adel, Adel des Vereinigten Königreichs; jede Gruppe ist in sich wiederum abgestuft nach dem Alter des Titels. Alle Inhaber dieser Titel waren Mitglieder des Oberhauses, mit Ausnahme der irischen Peers, die bis 1922 aus ihren Reihen eine Abordnung ([[Representative Peer]]s) wählten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In früherer Zeit hatten die Peers eine Vielzahl von Privilegien inne: sie durften nur wegen Verrats an der Person des Königs angeklagt werden, wobei die Gerichtsbarkeit für Peers ausschließlich bei den [[Lordrichter]]n des [[House of Lords]] lag und die Anwendung der Folter auf die Peers zur Erlangung eines Geständnisses verboten war. Sie konnten im Zuge solcher Prozesse auch zum Tode verurteilt werden, jedoch wurde das bei Hochverrat stets auf [[Hängen, Ausweiden und Vierteilen]] lautende Todesurteil üblicherweise nur durch Enthauptung vollstreckt (eines der bekanntesten Beispiele hierfür ist [[Thomas Wentworth, 1. Earl of Strafford]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Höflichkeitstitel &amp;#039;&amp;#039;(courtesy titles)&amp;#039;&amp;#039; ==&lt;br /&gt;
Wie oben schon erwähnt, sind die Familienangehörigen britischer Adeliger keine Adeligen, sondern werden zu den &amp;#039;&amp;#039;Commoners&amp;#039;&amp;#039; (Bürgerlichen) gezählt. Ihre Kinder erhalten zwar [[Höflichkeitstitel (Vereinigtes Königreich)|Höflichkeitstitel]] &amp;#039;&amp;#039;(courtesy titles)&amp;#039;&amp;#039;, bleiben aber so lange Bürgerliche – und damit auch wählbar für das [[Unterhaus]], das [[House of Commons]] –, bis sie selbst einen höheren Adelstitel (durch Erbschaft oder Verleihung) erhalten. Hat ein Duke, Marquess oder Earl (Söhne von Viscounts und Baronen haben dieses Vorrecht nicht) einen ältesten Sohn, erhält der Sohn den nächstniedrigeren Titel des Vaters. Hat der Sohn wiederum männliche Kinder, erhält der älteste Sohn den dritthöchsten Titel des Großvaters und immer so weiter, bis alle Titel aufgebraucht sind. Sind mehrere nächstniedrigere gleichrangige Titel vorhanden, bestimmt die Familientradition, welcher vom Sohn geführt wird. Höflichkeitstitel sind aber keine substanziellen Adelstitel &amp;#039;&amp;#039;(peer on his/her own right)&amp;#039;&amp;#039;, sondern nur Anreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hat zum Beispiel der [[Duke of Wellington]] einen ältesten Sohn, führt dieser den Titel &amp;#039;&amp;#039;Marquess of Douro.&amp;#039;&amp;#039; Hat dieser wieder einen ältesten Sohn, erhält dieser den Höflichkeitstitel &amp;#039;&amp;#039;Earl of Mornington&amp;#039;&amp;#039;. Dessen ältester Sohn führt dann den Höflichkeitstitel eines &amp;#039;&amp;#039;Viscount Wellesley&amp;#039;&amp;#039;. Aber auch die anderen Kinder der Peers erhalten Höflichkeitstitel. Die jüngeren Söhne der Dukes und Marquesses (einschl. der Höflichkeits-Marquesses) erhalten den Titel &amp;#039;&amp;#039;Lord Vorname Nachname&amp;#039;&amp;#039; und die Töchter der Dukes, Marquesses und Earls (oder Höflichkeits-Marquesses resp. -Earls) in gleicher Weise den Titel &amp;#039;&amp;#039;Lady.&amp;#039;&amp;#039; Jüngere Söhne der Earls und alle Söhne der Viscounts und Barone tragen die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;[[The Honourable]]&amp;#039;&amp;#039; (Der Ehrenwerte), meist abgekürzt &amp;#039;&amp;#039;Hon.&amp;#039;&amp;#039;, vor ihrem Namen, was sie als Angehörige eines Hauses mit Peersrang erkennbar macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gespräch unter Dritten werden die Dukes und Duchesses als „Duke of N.“ bzw. „Duchess of N.“ bezeichnet (und mit &amp;#039;&amp;#039;Your Grace&amp;#039;&amp;#039; angeredet), während die Inhaber anderer Titel unterschiedslos als „Lord bzw. Lady N.“ bezeichnet und mit „Mylord/Mylady“ und von Bediensteten „Your Lordship/Ladyship“ (Eure Lordschaft/Ladyschaft) angesprochen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Peerswürde heute ==&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren wurden von der Krone fast nur noch die auf dem [[Life Peerages Act 1958|Life Peerages Act von 1958]] beruhenden Peers auf Lebenszeit (&amp;#039;&amp;#039;Life Peers&amp;#039;&amp;#039;, ausschließlich Barone und Baronessen) ernannt. Sie sind vollwertige Peers, können aber ihren Titel nicht vererben. Mit dem [[House of Lords Act 1999]] wurde das Oberhaus reformiert und die meisten (750) der erblichen Sitze wurden abgeschafft. Seither setzt sich das Oberhaus zusammen aus den &amp;#039;&amp;#039;Life peers&amp;#039;&amp;#039;, zwei Peers, deren Titel dauerhaft mit Staatsämtern bezüglich des Oberhauses verbunden sind (&amp;#039;&amp;#039;[[Earl Marshal]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Lord Great Chamberlain]]&amp;#039;&amp;#039;), 26 Bischöfen der [[Church of England|Kirche von England]] &amp;#039;&amp;#039;(Lords Spiritual)&amp;#039;&amp;#039; und 90 Erb-Peers (Hereditary Peers), die von ihren (ansonsten nicht mehr stimmberechtigten) Standesgenossen auf Lebenszeit gewählt wurden. Die Ämter der [[Lordrichter|Law Lords]] im Oberhaus wurden mit der Einrichtung des [[Oberster Gerichtshof des Vereinigten Königreichs|Britischen Obersten Gerichtshofes]] im Jahr 2009 abgeschafft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht alle britischen (Adels-)Titel sind mit der Peerswürde verbunden: &amp;#039;&amp;#039;[[Knight]]s&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Baronet]]s&amp;#039;&amp;#039; (Titel: [[Sir (Anrede)|Sir]] bzw. [[Dame (Ritterwürde)|Dame]]) sind keine Peers. Auch (königliche) Prinzen und Prinzessinnen sind keine Peers; es sei denn, ihnen wurde zusätzlich noch ein Peerstitel verliehen (das ist meist, aber nicht immer ein [[Royal Dukedoms|Royal Dukedom]]; Prince [[Edward, Duke of Edinburgh|Edward]] war bis zu seiner Erhebung zum [[Duke of Edinburgh]] 2023&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.royal.uk/news-and-activity/2023-03-10/the-king-confers-the-dukedom-of-edinburgh-upon-the-prince-edward/ |titel=The King confers The Dukedom of Edinburgh upon The Prince Edwar |hrsg=Royal Family Website |datum=2023-03-10 |sprache=en |abruf=2023-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; fast 24 Jahre lang lediglich [[Earl of Wessex]]; Aufsehen erregte, dass ihm der Herzogstitel nur persönlich, nicht erblich verliehen wurde). Verschiedene Dukedoms (z.&amp;amp;nbsp;B. Cornwall, Cambridge, York, Kent, Gloucester, Lancaster, Clarence, Strathearn, Cumberland usw.) sind der [[Britische Königsfamilie|königlichen Familie]] und ihren Seitenlinien vorbehalten. Diese Adelstitel innerhalb der königlichen Familie sind erblich; sie stellen die einzigen erblichen Titel dar, die von der Krone heute noch verliehen werden (zuletzt der [[Duke of Sussex]] 2018); sie berechtigen nicht zur Mitgliedschaft im House of Lords.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der letzten greifbaren Privilegien des britischen Adels lag darin, dass ein Peer, der in einem Strafverfahren angeklagt war, verlangen konnte, dass über ihn das House of Lords (als Plenum, also nicht nur die hauptberuflichen [[Lordrichter]]) zu Gericht sitzt. Dies fand letztmals [[Edward Russell, 26. Baron de Clifford|1935]] statt und wurde 1948 gesetzlich abgeschafft. Eine filmische Darstellung eines Strafverfahrens gegen einen Peer im House of Lords findet sich in [[Adel verpflichtet (Film)|Adel verpflichtet]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Verlust der Peerswürde ==&lt;br /&gt;
Einem Träger einer Peerswürde kann diese gegen seinen Willen nur durch ein Gesetz aberkannt werden. Solche Vorgänge sind sehr selten; das bekannteste Beispiel ist der [[Titles Deprivation Act 1917]]. Ein freiwilliger Verzicht (&amp;#039;&amp;#039;disclaimer&amp;#039;&amp;#039;) durch den Träger ist seit [[Peerage Act 1963|1963]] möglich, allerdings nur innerhalb eines Jahres ab Erbfall (oder Inkrafttreten des Gesetzes). Von dieser Möglichkeit wurde Gebrauch gemacht, wenn die Inhaber einen Sitz im britischen Unterhaus, dem &amp;#039;&amp;#039;[[House of Commons]]&amp;#039;&amp;#039;, anstrebten, zu dem Mitglieder des House of Lords kein passives Wahlrecht besitzen: Prominente Beispiele sind der [[Viscount Stansgate]] ([[Tony Benn]]), der [[Earl of Home]] (Sir [[Alec Douglas-Home]]) und der [[Viscount Hailsham]] ([[Quintin McGarel Hogg|Quintin Hogg]]). Die beiden Letztgenannten zogen allerdings später wieder ins Oberhaus ein, weil sie zu Peers auf Lebenszeit ernannt wurden. Die Nachkommen der Peers, die auf ihren Titel verzichtet haben, erhalten die Peerswürde nach dem Tode des ursprünglichen Inhabers zurück. Mit der Reform von 1999, durch die der automatische Oberhaus-Sitz der erblichen Peers abgeschafft wurde, entfiel dieser Hauptgrund für Verzichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine &amp;#039;&amp;#039;Life Peerage&amp;#039;&amp;#039; erlischt mit dem Tod des Trägers; ein erblicher Titel erlischt &amp;#039;&amp;#039;(becomes extinct)&amp;#039;&amp;#039;, wenn beim Tod des Trägers kein rechtmäßiger Erbe vorhanden ist. Wer als Erbe in Frage kommt, richtet sich dabei nach den Erbregeln, die bei der Schaffung des Titels in den &amp;#039;&amp;#039;letters patent&amp;#039;&amp;#039; des Monarchen festgelegt wurden. Die Erbregeln können daher zwischen den verschiedenen Titeln variieren, wobei jedoch meist eine Vererbung an die ehelichen Söhne (&amp;#039;&amp;#039;„heirs male of his body lawfully begotten“&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Z.B. die &amp;#039;&amp;#039;letters patent&amp;#039;&amp;#039; zur Schaffung des Duke of Sussex im Jahr 2018: [https://www.theroyalforums.com/forums/f34/prince-harry-created-duke-of-sussex-may-19-2018-a-44847-8.html &amp;#039;&amp;#039;Prince Harry Created Duke of Sussex: May 19, 2018&amp;#039;&amp;#039;] (abgerufen am 11. Januar 2022)&amp;lt;/ref&amp;gt;) des Titelträgers vorgesehen ist; in Schottland ist teils auch eine Weitervererbung über die weibliche Linie möglich. Ein Titel ruht &amp;#039;&amp;#039;(becomes dormant)&amp;#039;&amp;#039;, solange nicht klar ist, wer der neue Inhaber ist. Der Titel bleibt in der Schwebe &amp;#039;&amp;#039;(comes into [[abeyance]])&amp;#039;&amp;#039;, wenn es mehrere gleichberechtigte Erben gibt. Das kommt bei bestimmten [[Barony by writ|älteren englischen Baronien]] vor, in denen die Töchter gleichberechtigt sind, wenn es keinen männlichen Erben gibt. Die Dukedoms [[Duke of Cumberland|Cumberland]] und [[Duke of Albany|Albany]] sind seit 1919 durch den schon erwähnten &amp;#039;&amp;#039;Titles Deprivation Act&amp;#039;&amp;#039; ausgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird ein Titelinhaber König, verschmilzt der Titel mit der Krone &amp;#039;&amp;#039;(merge in the crown);&amp;#039;&amp;#039; er hört auf zu existieren, bis er erneut vergeben wird. Beispielsweise ernannte [[Georg V. (Vereinigtes Königreich)|Georg V.]] 1920 seinen zweitältesten Sohn zum [[Duke of York]]; 1936 bestieg dieser, nach der Abdankung [[Eduard VIII.|seines Bruders]], als [[Georg VI. (Vereinigtes Königreich)|Georg VI.]] den Thron. Der Titel des Duke of York erlosch und wurde 1986 neu vergeben. Ein Sonderfall ist das Herzogtum Cornwall. Der Titel gilt, wenn er nicht in Gebrauch ist, als an die Krone verfallen &amp;#039;&amp;#039;(lapse to the crown)&amp;#039;&amp;#039;. Das bedeutet, dass er zwar existiert, aber von niemandem getragen wird. Er wird auch nicht direkt vererbt. Er steht dem ältesten Sohn des Monarchen als [[Heir apparent]] zu. Mit Erreichen der Volljährigkeit wird er daneben zum &amp;#039;&amp;#039;[[Prince of Wales]]&amp;#039;&amp;#039; ernannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Arthur Collins: &amp;#039;&amp;#039;The Peerage of England, containing a genealogical and historical account of all the peers of England.&amp;#039;&amp;#039; 2 Bände, Innys, London 1741.&lt;br /&gt;
** Band 1 {{ULBDD|urn:nbn:de:hbz:061:1-470600}}&lt;br /&gt;
** Band 2 {{ULBDD|urn:nbn:de:hbz:061:1-467636}}&lt;br /&gt;
* John Burke: &amp;#039;&amp;#039;A genealogical and heraldic dictionary of the peerage and baronetage; together with memoirs of the privy councillors and knights.&amp;#039;&amp;#039; Harrison, London 1843–1937. {{ULBDD|urn:nbn:de:hbz:061:1-468418}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.debretts.com/expertise/essential-guide-to-the-peerage/ &amp;#039;&amp;#039;Essential guide to the Peerage&amp;#039;&amp;#039;] bei Debrett’s&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=7755472-3}}&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Peerage]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Peer| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Britischer Adelstitel| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;RudolfinetheFree</name></author>
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