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	<title>Paul Jorns - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Paul_Jorns&amp;diff=2088229&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Fridolin freudenfett: EN durch Vorlage ersetzt</title>
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		<updated>2024-10-30T12:01:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;EN durch Vorlage ersetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:WP Paul Jorns.jpg|mini|Paul Jorns]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Paul Jorns&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[14. Dezember]] [[1871]] in [[Heinade]]; † [[5. Februar]] [[1942]] in [[Berlin]]) war ein deutscher Jurist und [[Oberreichsanwalt]]. Als Untersuchungsrichter vertuschte er den [[Morde an Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg|Mord]] an [[Rosa Luxemburg]] und [[Karl Liebknecht]]. Später war er Staatsanwalt beim [[Reichsgericht]] und beim [[Volksgerichtshof]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Kaiserreich ===&lt;br /&gt;
1896 wurde er Rechtspraktikant, 1899 folgte seine Ernennung zum [[Gerichtsreferendar]]. 1900 wurde er [[Kriegsgerichtsrat]] bei der [[28. Division (Deutsches Kaiserreich)|28. Division]] in [[Karlsruhe]]. In seiner Eigenschaft als preußischer Kriegsgerichtsrat im Heeresjustizdienst kam er 1902 zur [[Ostasiatische Besatzungs-Brigade|Ostasiatischen Besatzungs-Brigade]] nach [[Kaiserreich China|China]]. 1905 wurde er nach [[Stettin]] und 1906 nach [[Deutsch-Südwestafrika]] versetzt. Dort bereitete Jorns die Auslieferung [[Abraham Rolfs]], einem Unterführer [[Jakob Morenga]]s, seitens der [[Kapkolonie]] vor. Im Dezember 1909 wurde Jorns aus der Kolonie abberufen&amp;lt;ref&amp;gt;[http://heim.ifi.uio.no/~jensj/Slekt/Luderitz/LuderitzbuchterZeitung/1910/19100122.jpg Lüderitzbuchter Zeitung vom 22. Januar 1910]&amp;lt;/ref&amp;gt; und nach [[Straßburg]] beordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weimarer Republik ===&lt;br /&gt;
==== Fall Luxemburg/Liebknecht ====&lt;br /&gt;
Ende 1918 war Jorns Kriegsgerichtsrat in der [[Garde-Kavallerie-Schützen-Division]]. Ab dem 17. Januar 1919 befasste er sich mit den Mordfällen Luxemburg und Liebknecht, nachdem General [[Heinrich von Hofmann|Hofmann]] als der militärische Gerichtsherr der Division, einen anderen Kriegsgerichtsrat entfernt hatte, dem [[Hugo Haase]] das Bestreben nach Objektivität bescheinigte. Jorns ließ erst einmal [[Kurt Vogel (Offizier)|Kurt Vogel]] und [[Horst von Pflugk-Harttung]] wieder frei. Hofmann und Jorns sahen sich aber gezwungen, je zwei Mitglieder des [[Zentralrat der Deutschen Sozialistischen Republik|Zentralrats]] und des [[Vollzugsrat des Arbeiter- und Soldatenrates Groß-Berlin|Berliner Vollzugsrats]] hinzuzuziehen. Jorns selbst lehnte Anträge der zivilen Mitglieder der Untersuchungskommission ab. Nachdem die Titelseite der [[Die Rote Fahne|Roten Fahne]] am 12. Februar die Schlagzeile: „Der Mord an Liebknecht und Luxemburg. Die Tat und die Täter“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://dfg-viewer.de/show/?set%5Bmets%5D=https%3A%2F%2Fcontent.staatsbibliothek-berlin.de%2Fzefys%2FSNP24352111-19190212-0-0-0-0.xml |titel=DFG-Viewer: Die rote Fahne |abruf=2024-10-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; von [[Leo Jogiches]] brachte, traten [[Oskar Rusch]], [[Paul Wegmann]] und [[Hugo Struve]] tags drauf von der Teilnahme an der Untersuchung zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://dfg-viewer.de/show?set%5Bdebug%5D=0&amp;amp;set%5Bdouble%5D=0&amp;amp;set%5Bimage%5D=3&amp;amp;set%5Bmets%5D=http%3A%2F%2Fdigital-b.staatsbibliothek-berlin.de%2Fdigitalisate%2Frote_fahne_die%2Fmets%2F1919-02-16-1258734.xml&amp;amp;set%5Bzoom%5D=min&amp;amp;cHash=0057fb8999144ba3e1130d263e7cbee7 |titel=DFG-Viewer |abruf=2024-10-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nicht zurückgetreten war [[Hermann Wäger]], der am 21. Januar für [[Hermann Müller (Politiker, 1868)|Hermann Müller]] eingesprungen war. Die zivilen Mitglieder der Untersuchungskommission stellten fest, dass der Kriegsgerichtsrat Jorns nichts tat, um eine Verschleierung des Tatbestandes zu verhindern. [[Eduard Bernstein]] war jedoch 1921 von Jorns&amp;#039; Untadligkeit überzeugt:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Es kann dahingestellt bleiben, ob der Kriegsgerichtsrat Jörns bei Leitung der Untersuchung absichtlich auf Vertuschung bestimmter Einzelheiten hingearbeitet hat, sein energisches Verhalten als Anklagevertreter bei der Gerichtsverhandlung leiht dieser Annahme wenig Spielraum… die große Mord-Verschwörung, von der [[Spartakisten]] und Spartakistengönner damals fabelten, hätte auch er schwerlich feststellen können, sie gehört eben in das Reich der Fabel. … Jörns beantragte denn auch gegen die vier Offiziere, die geschossen hatten, die Todesstrafe wegen vollendeten Mordes.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Eduard Bernstein: Die deutsche Revolution; ihr Ursprung, ihr Verlauf und ihr Werk, 1. Band, Berlin-Fichtenau 1921, S. 168f.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
Dieser Antrag war Bestandteil der Hauptverhandlung vom 8. bis 14. Mai, die der Historiker [[Wolfram Wette]] als mit den Worten „Justizposse, [...] einer der großen Justizskandale unseres Jahrhunderts“ kommentierte.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfram Wette: „Gustav Noske. Eine politische Biographie“, Düsseldorf 1987, Seite 309.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch das [[Bauernopfer]] des Verfahrens, [[Otto Wilhelm Runge]], erklärte 1921 zum Verfahren:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Die Untersuchung ist eine Komödie gewesen. Ich sprach mit Kriegsgerichtsrat Jörns wiederholt privat und er sagte mir: ‚Nehmen Sie alles ruhig auf sich, vier Monate werden es nur, und Sie können sich dann immer wieder an uns wenden, wenn Sie in Not sind.‘&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Husar Runge in der „[[Freiheit (USPD)|Freiheit]]“, dem Zentralorgan der [[Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands|USPD]] (1918–1923) vom 9. Januar 1921, zitiert nach [[Emil Julius Gumbel]]: „Vier Jahre politischer Mord“, Berlin 1922, S. 13.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
Runge war der einzige Angeklagte, der seine Strafe verbüßte, denn der ebenfalls verurteilte Kurt Vogel konnte mit Hilfe [[Wilhelm Canaris]]’ fünf Tage nach dem Urteilsspruch aus dem Gefängnis fliehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Weitere Karriere ====&lt;br /&gt;
Danach ging Jorns&amp;#039; Karriere steil aufwärts. 1920 wurde er Hilfsarbeiter am [[Reichsgericht]]. Seine weiteren Beförderungen zum [[Oberstaatsanwalt]] 1923 und zum Reichsanwalt 1925 wurden jeweils von [[Ludwig Ebermayer]] befürwortet, der ihm „für die Bearbeitung politischer Sachen hervorragendes Verständnis und feinstes [[Taktgefühl]]“ zuschrieb.&lt;br /&gt;
1928 vertrat Jorns die Anklage im [[Ponton-Prozess]] gegen [[Berthold Jacob]] und [[Fritz Küster]]: In drei Artikeln in der Zeitung „[[Das Andere Deutschland]]“ wurde das System der so genannten Zeitfreiwilligen aufgedeckt. Diese kurzfristig zu militärischen Übungen herangezogenen Soldaten wurden in der Statistik verheimlicht, da sie gegen den [[Friedensvertrag von Versailles#Militärische Bestimmungen|Versailler Vertrag]] verstießen. Im März 1928 verurteilte das Reichsgericht die Angeklagten wegen Landesverrats zu je neun Monaten [[Festungshaft]]. [[Kurt Tucholsky]] kommentierte:&amp;lt;ref&amp;gt;Ignaz Wrobel, Die Weltbühne, 27. März 1928, Nr. 13, S. 471.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Das kleine Intermezzo in einer sonst anständig und untadlig geführten Verhandlung verdient hervorgehoben zu werden, weil es für den Geist des Reichsgerichts typisch ist.....Der ehemalige Kriegsgerichtsrat weiß von dem Bruder nichts, außer ein wenig Klatsch. Zunächst gibt es nichts zu wissen: der Mann lebt hier in Paris, bearbeitet den alten historischen Fall [[Karl Wilhelm Naundorff|Naundorff]]; er lebt im übrigen als Privatmann, dessen Gesinnung überhaupt nicht zur Diskussion steht, Herr Jörns interessiert sich für ihn. Ihm genügt die Tatsache, dass ein Deutscher beim welschen [[Erbfeind]] lebt, um ihn zu verdächtigen. Seine Fragen, die nicht zur Sache gehörten, waren Verdächtigungen und sind selbstverständlich als solche aufzufassen. Wüßte der Reichsanwalt Näheres und Belastendes über die Tätigkeit dieses Bruders, so müßte er ja von Amts wegen dagegen einschreiten, und man kann sicher sein, dass er es getan hätte. Er weiß aber nichts. Diese Ignoranz genügt, um einen Deutschen, der weder als Angeklagter noch als Zeuge mit der Sache zu tun hat, zu beschimpfen. Der Angeklagte allein ist dem Kriegsgerichtsrat zu wenig Beute: alles, was zu seiner Familie gehört, ist verdächtig. … Daß eine Beleidigung durch den Reichsanwalt vorliegt, steht außer Zweifel: in seinen Kreisen werden solche ›Beziehungen‹ zum französischen Generalstab als Spionage, als Landesverrat, also als Verbrechen angesehen. Der Vorsitzende hat Berthold Jacob damit zu beruhigen versucht, dass er bemerkte: ‚Der Herr Reichsanwalt hat nur gefragt …‘}}&lt;br /&gt;
Zur selben Zeit fand sich in der Zeitschrift „[[Das Tage-Buch]]“ am 24. März 1928 ein Artikel „Kollege Jorns“, verfasst vom Verurteilten Berthold Jacob-Salomon Jacob unter dem [[Pseudonym]] „Staatsanwalt N.“. Der Artikel dokumentierte, wie Jorns die Strafverfolgung gegen Luxemburg und Liebknechts Mörder vereitelt hatte – „ein Signal, daß gute Zeiten für Mörder gekommen seien“ – und schlussfolgerte daraus, dass Jorns als Reichsanwalt eine Fehlbesetzung sei.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Tage-Buch, 9 (1928), Heft 12, S. 473.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;JEHL&amp;quot; /&amp;gt; Oberreichsanwalt [[Karl August Werner]] (1876–1936) und der Kollege Jorns stellten [[Strafantrag (Deutschland)|Strafantrag]] wegen Beleidigung und übler Nachrede gegen den verantwortlichen Chefredakteur [[Joseph Bornstein]]. Der Reichsjustizminister [[Erich Koch-Weser]] befürwortete im Kabinett den Antrag.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bundesarchiv.de/aktenreichskanzlei/1919-1933/0010/mu2/mu21p/kap1_2/kap2_82/para3_7.html?highlight=true&amp;amp;search=&amp;amp;stemming=true&amp;amp;pnd=&amp;amp;start=293&amp;amp;end=294&amp;amp;field=all |titel=Das Kabinett Müller II. Band 1 (Edition &amp;quot;Akten der Reichskanzlei, Weimarer Republik&amp;quot;) |sprache=de |abruf=2024-10-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 17. April 1929 begann vor dem Schöffengericht in [[Berlin-Mitte]] die Hauptverhandlung. [[Paul Levi]] übernahm die Verteidigung. Entgegen den Erwartungen Jorns&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Heine]]: [http://library.fes.de/cgi-bin/somo_mktiff.pl?year=1929&amp;amp;pdfs=1929_0389x1929_0390x1929_0391&amp;amp;verz=1929/1929-05-21 „Die Bedeutung des Jorns-Prozesses“], Sozialistische Monatshefte 1929, S. 389ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; ließ der Vorsitzende die Beweisanträge über eine nochmalige detaillierte Untersuchung der Vorgänge 1919 zu. Damit nahm der Prozess eine von Jorns nicht erwartete Wende. Denn Levi konnte aus den eingesehenen Akten Jorns&amp;#039; Vertuschungsaktionen und die Begünstigung der Mörder bei der gerichtlichen Verfolgung der Morde an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht im Jahr 1919 nachweisen. Das [[Plädoyer]] Levis wurde von [[Carl von Ossietzky]] gerühmt:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Die schreckliche Tat, die damals begangen worden ist, ist keinem gut bekommen. […] Nur einer stieg hoch, der Kriegsgerichtsrat Jorns, und ich glaube, er hat in den zehn Jahren vergessen, woher seine [[Robe]] die rote Farbe trägt. […] Die toten Buchstaben, benutzt zu dem Zwecke, Schuldige zu schützen, und die vermoderten Knochen der Opfer: sie stehen hier auf und klagen an den Ankläger von damals.&lt;br /&gt;
 |Autor=Carl von Ossietzky&lt;br /&gt;
 |Quelle=&amp;#039;&amp;#039;[[Die Weltbühne]]&amp;#039;&amp;#039;, 4. Juni 1929&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Carl von Ossietzky: „als Gast Herr Dr. Paul Levi“, Die Weltbühne, 4. Juni 1929, zit. nach Carl von Ossietzky: Sämtliche Schriften 1929–1930, Band V, 1. Auflage, 1994, Kap. 31 [https://www.projekt-gutenberg.org/ossietzk/schrift5/chap031.html online]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prozess und Urteil schlug große Wellen. In erster Instanz sprach das Schöffengericht den beklagten Redakteur Bornstein frei, weil er den erforderlichen Wahrheitsbeweis erbracht habe und die Schlussfolgerung des Artikels richtig sei, dass Paul Jorns „zu einer Tätigkeit im Verbande der Reichsanwaltschaft nicht geeignet“ sei. Insbesondere habe Jorns den Mördern Vorschub geleistet.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinrich Hannover, Elisabeth Hannover-Drück: &amp;#039;&amp;#039;Politische Justiz 1918–1933&amp;#039;&amp;#039;. Einleitung [[Karl Dietrich Bracher]], Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 1966, S. 201.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;JEHL&amp;quot;&amp;gt;Malte Wilke, Stefan Segerling: &amp;quot;Politisierte Beleidigungsprozesse in der Weimarer Republik&amp;quot;, &amp;#039;&amp;#039;Journal on European History of Law&amp;#039;&amp;#039; 11/2019, S. 31–39.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Berufungsverhandlung fand am 27. Januar 1930 vor der 3. Großen Strafkammer des [[Landgericht Berlin|Landgerichts I in Berlin]] statt. Während des Prozesses stürzte der Verteidiger, Paul Levi, aus ungeklärten Umständen aus dem Fenster. Der [[Nebenkläger]] Jorns und Hauptkläger Oberreichsanwalt Werner zerstritten sich, weil letzterer einen Freispruch beantragte und ihn Jorns daraufhin beleidigte. Das Gericht entschied hier auf Geldstrafe in Höhe von 100 Mark, da das Absprechen juristischer Qualifikation bei Jorns nicht zuträfe. Jorns appellierte nun an das Reichsgericht in Leipzig, seinen Arbeitsplatz. In seinem Urteil vom 7. Juli 1930 wich das Reichsgericht von seiner bisherigen Rechtsprechung ab und erklärte, dass hier der Nachweis des [[Direkter Vorsatz|Bewusstseins]] des Vorschubleistens nicht ausreicht, sondern die [[Absicht (Recht)|Absicht]] bewiesen werden müsse. Das Landgericht Berlin, an das zurückverwiesen wurde, verurteilte am 30. Januar 1931 Bornstein zu 500 Mark Geldstrafe. Im Reichstag wurde über den Prozess debattiert. [[Otto Landsberg]], ehemaliger [[Rat der Volksbeauftragten|Volksbeauftragter]] und Reichsjustizminister, empörte sich, dass Jorns ihn gefragt habe,&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=ob meine politischen Freunde und ich nicht hocherfreut gewesen seien über die Nachricht von der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Gietinger: Vergangenheit, die nicht vergeht. Der Mord an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht vor 90 Jahren, [[junge Welt]], 10. Januar 2009, zit. nach der Webseite von [[Kerstin Köditz]] [http://www.kerstin-koeditz.de/blog/2008/12/gedenkveranstaltung-fur-rosa-luxemburg-und-karl-liebknecht/], abgerufen am 20. März 2019&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
Mit Zustimmung des Reichsjustizministers [[Curt Joël]] wurde Jorns am 27. November 1931 zum Untersuchungsführer im Fall der [[Boxheimer Dokumente]] ernannt, die am 25. November der Polizei übergebenen worden waren. Jorns wurde aber schon zwei Tage später zurückgezogen. Danach wurde er in einem Revisionssenat beschäftigt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bundesarchiv.de/aktenreichskanzlei/1919-1933/0010/bru/bru3p/kap1_1/kap2_60/para3_3.html?highlight=true&amp;amp;search=&amp;amp;stemming=true&amp;amp;pnd=&amp;amp;start=2022&amp;amp;end=2022&amp;amp;field=all |titel=Die Kabinette Brüning I und II. Band 3 (Edition &amp;quot;Akten der Reichskanzlei, Weimarer Republik&amp;quot;) |sprache=de |abruf=2024-10-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nationalsozialismus ===&lt;br /&gt;
Zum 1. Mai 1933 trat er in die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] ein (Mitgliedsnummer 2.382.536).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/18491056&amp;lt;/ref&amp;gt; 1934 wurde er in der Filiale des Reichsgerichts in Berlin zuständig für die Anklage beim [[Volksgerichtshof]] und wurde dort leitender Staatsanwalt. Den Gipfel seiner Karriere erreichte er 1936 mit seiner Ernennung zum Oberreichsanwalt. 1937 trat er mit Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand. Zu Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] wurde Jorns reaktiviert und erneut bei der Reichsanwaltschaft am Volksgerichtshof tätig. 1941 trat er endgültig in den Ruhestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Film ==&lt;br /&gt;
Die Morde wurden mehrmals verfilmt. Dargestellt wurde der Kriegsgerichtsrat Jorns von:&lt;br /&gt;
* [[Walter Jupé]], in: &amp;#039;&amp;#039;Der Mord, der nie verjährt&amp;#039;&amp;#039; (DDR 1967)&lt;br /&gt;
* [[Hans Korte]], in: &amp;#039;&amp;#039;Die rote Rosa&amp;#039;&amp;#039; (BRD 1966)&lt;br /&gt;
* [[Gert Westphal]], in: &amp;#039;&amp;#039;[[Der Fall Liebknecht-Luxemburg]]&amp;#039;&amp;#039; (BRD 1969)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Landesverrat&amp;#039;&amp;#039;, in: Deutsche Richterzeitung 1928, S. 105ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Elisabeth Hannover-Drück]], [[Heinrich Hannover]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Der Mord an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Dokumentation eines politischen Verbrechens.&amp;#039;&amp;#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1967 (&amp;#039;&amp;#039;Edition Suhrkamp&amp;#039;&amp;#039; 233), S. 200ff.&lt;br /&gt;
* [[Klaus Gietinger]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Konterrevolutionär. [[Waldemar Pabst]] – eine deutsche Karriere.&amp;#039;&amp;#039; Nautilus, Hamburg 2009, ISBN 978-3-89401-592-3.&lt;br /&gt;
* Klaus Gietinger: &amp;#039;&amp;#039;Eine Leiche im Landwehrkanal. Die Ermordung Rosa Luxemburgs.&amp;#039;&amp;#039; Neu durchgesehene überarbeitete Ausgabe. Nautilus, Hamburg 2009, ISBN 978-3-89401-593-0 (&amp;#039;&amp;#039;Nautilus Flugschrift&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
* Ingo Müller: &amp;#039;&amp;#039;Militärgerichtsbarkeit und Strafjustiz in der frühen Weimarer Republik: Der Fall Jorns.&amp;#039;&amp;#039; In: Andreas Braune u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Vom drohenden Bürgerkrieg zum demokratischen Gewaltmonopol (1918–1924)&amp;#039;&amp;#039;. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2021 (Weimarer Schriften zur Republik; 16), ISBN 978-3-515-13152-0, S. 83–90.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{AdR|128839384}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=128839384|VIAF=42900075}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Jorns, Paul}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Oberreichsanwalt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Weimarer Republik)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Volksgerichtshof)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jurist (Nationalsozialismus)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militärperson (Preußen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militärperson (Deutsches Heer)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1871]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1942]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Jorns, Paul&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Jörns, Paul&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=Oberreichsanwalt und Untersuchungsrichter in der Mordsache Luxemburg und Liebknecht&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=14. Dezember 1871&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Heinade]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=5. Februar 1942&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Berlin]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Fridolin freudenfett</name></author>
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