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	<title>Pauke - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Pauke&amp;diff=57842&amp;oldid=prev</id>
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		<updated>2025-10-14T22:26:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis|Zur in Musikkapellen getragenen, manchmal „Pauke“ genannten Trommel siehe [[Große Trommel]]. Zum deutschen Fußballspieler siehe [[Otto Pauke]]. Zum Orgelregister siehe [[Pauke (Orgel)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:HardtkePauken.jpg|mini|Üblicher Orchesteraufbau mit vier Pedalpauken (plus einer Piccolopauke), hier mit Naturfellen (Kalb)]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pauke&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Italienische Sprache|italienisch]] &amp;#039;&amp;#039;timpano&amp;#039;&amp;#039;) ist als [[Kesseltrommel]] ein [[Schlaginstrument]] aus der Gruppe der [[Membranophon]]e.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pauke besteht meist aus einem fast halbkugeligen (parabolischen) Kupferblechkessel, der mit einem Fell aus Kunststoff oder Tierhaut bespannt ist und mit Schlägeln gespielt wird. Aus der Musikgeschichte und dem [[Orff-Schulwerk]] sind auch runde und eckige Pauken aus Holz bekannt. Ferner gibt es heute auch Paukenkessel aus Kunstmaterialien (zum Beispiel [[glasfaserverstärkter Kunststoff]]) oder [[Aluminium]]. Der Kessel hat in der Mitte des Bodens eine Öffnung, die vornehmlich dem [[Druckausgleich]] dient und Einfluss auf Ausklingzeit und Anschlagverhalten haben kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Richard K. Jones: [https://wtt.pauken.org/the-vent-hole The Well-Tempered Timpani - In Search of the Missing Fundamental.] wtt.pauken.org&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.vsl.co.at/de/Timpani/Construction Pauken. Bauweise.] Vienna Symphonic Library („Ein geschlossener Kessel würde das freie Nachschwingen des Fells nach dem Anschlag stören.“)&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch einen Mechanismus, der entweder unten am Fuß, im Paukeninneren oder unter dem Rand angebracht ist, kann die Spannung des Fells variiert werden. Dadurch lässt sich die [[Tonhöhe]] während des Spielens verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die paarweise Verwendung ist üblich; einzelne Musikstücke erforderten aber schon seit dem 18. Jahrhundert vier oder mehr Instrumente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Formen ==&lt;br /&gt;
=== Stimmung ===&lt;br /&gt;
Die Spannvorrichtung zum Stimmen der Pauke besteht aus Schrauben (Flügelmuttern) und Kurbel bzw. einer Pedalmaschine.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wieland Ziegenrücker]]: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Musiklehre mit Fragen und Aufgaben zur Selbstkontrolle.&amp;#039;&amp;#039; Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1977; Taschenbuchausgabe: Wilhelm Goldmann Verlag, und Musikverlag B. Schott’s Söhne, Mainz 1979, ISBN 3-442-33003-3, S. 177.&amp;lt;/ref&amp;gt; Pauken, bei denen das zeitraubende Anziehen der einzelnen Schrauben durch eine sogenannte „Maschine“ ersetzt ist, welche auf die ganze Peripherie gleichmäßig wirkt, heißen &amp;#039;&amp;#039;Maschinenpauken&amp;#039;&amp;#039;. Bei den Pedalpauken lässt sich die Tonhöhe mit Hilfe eines Pedals regeln. Somit ist der Paukist in der Lage, die Stimmung während des Spielens stufenlos zu verändern ([[Glissando]]). Eine weitere Sonderform ist die &amp;#039;&amp;#039;Wiener Pauke&amp;#039;&amp;#039;, bei der mittels eines Handrades nicht das Fell, sondern der Kessel durch Hebelbewegung auf und nieder bewegt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute &amp;lt;!-- ?, Unterschied zu 1979? --&amp;gt; benutzt man Pauken in fünf verschiedenen Größen mit einem Tonumfang von Des–B oder D–A (Basspauke), F–d (Große Pauke), B–fis oder A–fis (Kleine Pauke), es–a oder e–c’ (Hohe Pauke)&amp;lt;ref&amp;gt;Wieland Ziegenrücker: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Musiklehre mit Fragen und Aufgaben zur Selbstkontrolle.&amp;#039;&amp;#039; Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1977; Taschenbuchausgabe: Wilhelm Goldmann Verlag, und Musikverlag B. Schott’s Söhne, Mainz 1979, ISBN 3-442-33003-3, S. 177.&amp;lt;/ref&amp;gt; und g–d’.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bespannung ===&lt;br /&gt;
Weltweit haben sich für die mit Metallringen befestigte Bespannung der Pauken Kunststofffelle (Plastikfelle) durchgesetzt. In den großen Spitzenorchestern der klassischen Tradition in Österreich, [[Deutschland]] und der [[Schweiz]] sowie in den [[Vereinigte Staaten|USA]], [[Vereinigtes Königreich|Großbritannien]], [[Australien]], [[Japan]], [[Skandinavien]] und in Teilen [[Frankreich]]s wird jedoch weiterhin auf Naturfellen gespielt. In [[Österreich]], in der Schweiz und auch in Teilen Skandinaviens sind dies meist geschärfte Ziegenfelle, in Deutschland und in den übrigen Ländern meist imprägnierte gespaltene Kalbsfelle (aus [[Celbridge]], [[Irland]]). Natur-Pauken&amp;#039;&amp;#039;felle&amp;#039;&amp;#039; bestehen aus Tier&amp;#039;&amp;#039;haut&amp;#039;&amp;#039; – ohne Haare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
Meist werden im [[Orchester]] zwei bis vier Pauken nebeneinander gebraucht; in neuerer Zeit werden zur Realisierung schnell aufeinanderfolgender, unterschiedlicher Töne bis zu zehn Pauken von einem Paukisten ([[HK Gruber|Gruber]]: „Charivari“), bis zu sechzehn Pauken von zwei und mehreren Paukisten gespielt. Schon im [[Barock]] gab es Solo-Stücke für einen oder mehrere Paukisten (Gebrüder [[Anne Danican Philidor|A.&amp;amp;nbsp;D.]] und [[André Danican Philidor|A.&amp;amp;nbsp;D.&amp;amp;nbsp;P. Philidor]], [[Claude Babelon|Babelon]], um [[1690]]). Bei [[Richard Wagner|Wagner]], [[Richard Strauss|Strauss]], [[Gustav Mahler|Mahler]] und [[Carl Nielsen (Komponist)|Carl Nielsen]] gibt es Werke, in denen zwei Paukisten beschäftigt sind. [[Hector Berlioz|Berlioz]] setzte in seiner &amp;#039;&amp;#039;[[Symphonie Fantastique]]&amp;#039;&amp;#039; vier und in seinem &amp;#039;&amp;#039;[[Requiem (Berlioz)|Requiem]]&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Grande messe des morts&amp;#039;&amp;#039;) sogar zehn Paukisten ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== {{Anker|Paukenschlägel}} Schlägel und Schlagtechnik ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Timpani sticks.jpg|mini|Paukenschlägel-Set]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;[[Schlägel (Musik)|Schlägel]]&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Paukenschlägel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) der Pauke haben Köpfe aus [[Filz]], [[Leder]], [[Flanell]], [[Kork]] oder [[Holz]]. Somit kann der Spieler unterschiedliche Klangnuancen von weich (Filz) bis hart (Holz) realisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=1XexFFphAE0 Zeitlupenaufnahmen verschiedener Spieltechniken und Schlägelarten.] YouTube; abgerufen am 7. Dezember 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für besondere Effekte kann die Art der Schlägel vorgeschrieben sein. Die gelernten Kunstpauker bedienen sich zahlreicher so genannter &amp;#039;&amp;#039;Schlagmanieren&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Kunstschläge&amp;#039;&amp;#039; (einfache Zunge, Doppelzunge, getragene Zunge [von den Blasinstrumenten entlehnte Ausdrücke], Doppelkreuzschläge, Wirbel usw.), in welche sie auch bei Aufzügen, Intraden und anderen Stücken die nur einfach vorgeschriebenen Noten auflösen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Johann Ernst Altenburg|Altenburg]]: &amp;#039;&amp;#039;Versuch einer Anleitung zur heroisch-musikalischen Trompeter= und Pauker=Kunst&amp;#039;&amp;#039;. J.&amp;amp;nbsp;CH.&amp;amp;nbsp;Hendel Verlag, Halle 1795; {{Google Buch |BuchID=RcpVKhMBQ6cC}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Technik wird in der [[Musikliteratur]] bis zur frühen [[Musik der Romantik|Romantik]] angewendet. Spätestens mit der Wandlung der Klangvorstellung ([[Hector Berlioz|Berlioz]], [[Carl Maria von Weber|von Weber]]) hat sich das Anschlagsmittel und mit ihm die Technik verändert. War bis dahin der Holzschlägel tonangebend, so ist jetzt der Schwammschlägel Trumpf, aus dem sich der heute hauptsächlich gebräuchliche Filz- oder Flanellschlägel entwickelte. Aus dem von der Trommeltechnik abgeleiteten [[Wirbel (Spieltechnik)|Doppelschlagwirbel]] (RR&amp;amp;nbsp;LL), bei dem man deutlich die Zweiergruppierung heraushörte, entwickelte sich der als [[Paukenwirbel]] bekannte Einschlagwirbel (RLRL), der möglichst ebenmäßig und ohne hörbare Akzentuierung auszuführen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Militärmusik]] wurden Pauken früher traditionell bei berittenen Truppenteilen eingesetzt. Fußtruppen verwendeten als Schlagwerk dagegen die wesentlich einfacher zu transportierende [[Kleine Trommel]] (siehe auch [[Kavalleriemarsch]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Etymologie ===&lt;br /&gt;
Der Ursprung der Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Pauke&amp;#039;&amp;#039; ist unsicher. Sie begegnet zuerst im [[Mittelhochdeutsch]]en (&amp;#039;&amp;#039;pûke&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;bûke&amp;#039;&amp;#039;, erst im [[Frühneuhochdeutsch]]en diphthongiert zu &amp;#039;&amp;#039;pauke/bauke&amp;#039;&amp;#039;) und mag ein [[Lehnwort]] aus dem [[Latein]]ischen oder [[Altgriechische Sprache|Griechischen]] darstellen; versucht wurden unter anderem Herleitungen vom Namen der &amp;#039;&amp;#039;[[Sambuca (Instrument)|sambuca]]&amp;#039;&amp;#039;, also eines antiken Saiteninstruments, und von der &amp;#039;&amp;#039;[[bucina]]&amp;#039;&amp;#039;, einem Blechblasinstrument der Römerzeit.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Deutsches Wörterbuch |Lemma=Pauke |Band=13 |Sp=510–511}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Wahrscheinlich stellt es aber vielmehr eine [[Onomatopoesie|lautmalerische]] Wortschöpfung jüngeren Datums dar, zum Vergleich bietet sich das wohl ebenfalls lautmalende Verb &amp;#039;&amp;#039;pochen&amp;#039;&amp;#039; „klopfen, mit lautem Ton wiederholt auf etwas schlagen“ an.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Pauke&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Friedrich Kluge]], [[Elmar Seebold]]: &amp;#039;&amp;#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&amp;#039;&amp;#039; 25., aktualisierte und erweiterte Auflage. De Gruyter, Berlin / New York 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache |Stichwort=Pauke |Kommentar=Dort angegebene Etymologie textgleich mit dem Eintrag in [[Wolfgang Pfeifer (Etymologe)|Wolfgang Pfeifer]]: &amp;#039;&amp;#039;Etymologisches Wörterbuch des Deutschen.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Akademie-Verlag, Berlin 1993}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache |Stichwort=pochen |Kommentar=Dort angegebene Etymologie textgleich mit dem Eintrag in Wolfgang Pfeifer: &amp;#039;&amp;#039;Etymologisches Wörterbuch des Deutschen.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Akademie-Verlag, Berlin 1993}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Deutschen gelangte das Wort ins [[Niederländische Sprache|Niederländische]] (&amp;#039;&amp;#039;pauk&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://etymologiebank.nl/trefwoord/pauk &amp;#039;&amp;#039;pauk (slaginstrument).&amp;#039;&amp;#039;] In: Marlies Philippa et al.: &amp;#039;&amp;#039;Etymologisch Woordenboek van het Nederlands.&amp;#039;&amp;#039; Amsterdam University Press, Amsterdam 2003–2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie in die skandinavischen Sprachen ([[Dänische Sprache|dänisch]] und [[Norwegische Sprache|norwegisch]] &amp;#039;&amp;#039;pauke&amp;#039;&amp;#039;, [[Schwedische Sprache|schwedisch]] &amp;#039;&amp;#039;puka&amp;#039;&amp;#039;). Die Bezeichnungen der Pauke in den [[Romanische Sprachen|romanischen Sprachen]] leiten sich hingegen entweder vom Namen des [[Tympanon (Musik)|Tympanons]] her, also aus dem Griechischen (so etwa [[Italienische Sprache|italienisch]] &amp;#039;&amp;#039;timpano&amp;#039;&amp;#039;, [[Spanische Sprache|spanisch]]  &amp;#039;&amp;#039;tímpano&amp;#039;&amp;#039;), oder/und von der arabischen &amp;#039;&amp;#039;[[Tabl]]&amp;#039;&amp;#039; ({{arS|طبل&amp;amp;lrm;|DMG=ṭabl}}; daraus spanisch &amp;#039;&amp;#039;timbal&amp;#039;&amp;#039; und [[Französische Sprache|französisch]] &amp;#039;&amp;#039;timbale&amp;#039;&amp;#039;, außerdem französisch &amp;#039;&amp;#039;[[Tabor (Trommel)|tabor]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;tambour&amp;#039;&amp;#039; „Trommel“ sowie &amp;#039;&amp;#039;[[Tamburin|tambourin]]&amp;#039;&amp;#039; „Schellentrommel“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die musikterminologische Beschränkung des Wortes auf die Kesselpauke ist sekundär. Dementsprechend wird in der Allgemein- und Umgangssprache oft auch z.&amp;amp;nbsp;B. die in Blasmusik-Kapellen und [[Marching Band]]s verwendete [[Große Trommel]] als „Pauke“ bezeichnet. Die allgemeine mittelalterliche Wortbedeutung kommt noch im übertragenen Sinn in der Redewendung „auf die Pauke hauen“ zum Ausdruck. Die &amp;#039;&amp;#039;Standpauke&amp;#039;&amp;#039; ist seit dem 19. Jahrhundert eine „nachdrückliche Strafrede“. Als &amp;#039;&amp;#039;Pauker&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet man seit dem 18. Jahrhundert [[Schülersprache|umgangssprachlich]] auch Lehrer.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.dwds.de/wb/Pauker |titel=Pauker, der |hrsg=Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache |abruf=2022-01-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorformen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:timpani.jpg|mini|Form der Pauke zur Bachzeit (ausgestellt in der [[Thomaskirche (Leipzig)|Thomaskirche]] zu [[Leipzig]])]]&lt;br /&gt;
Die älteste bekannte Kesseltrommel ist die seit alt[[Babylonien|babylonischer]] Zeit in Mesopotamien in einem Stieropferkult verwendete heilige Trommel &amp;#039;&amp;#039;[[lilissu]]&amp;#039;&amp;#039;. Das im [[Altes Testament|Alten Testament]] hebräisch &amp;#039;&amp;#039;[[Tof (Trommel)|tof]]&amp;#039;&amp;#039; genannte Schlaginstrument war offensichtlich eine [[Rahmentrommel]] und wird nur selten als Kesseltrommel interpretiert. Bis zu den von [[Michael Praetorius|Praetorius]] als „ungeheure Rumpelfässer“ geschilderten Heerpauken des 16. und 17. Jahrhunderts (&amp;#039;&amp;#039;[[Syntagma musicum]] II, De Organographia&amp;#039;&amp;#039;, 1619) und unseren Konzertpauken sind Kesseltrommeln bei allen Völkern in den verschiedenartigsten Gestalten und Formen zu finden. Von den Persern und Türken kam die paarweise gespielte Kesseltrommel &amp;#039;&amp;#039;[[naqqara]]&amp;#039;&amp;#039; ins Abendland und verbreitete sich ab dem 12. Jahrhundert in England als &amp;#039;&amp;#039;nakers&amp;#039;&amp;#039; und im deutschen Sprachraum als &amp;#039;&amp;#039;puke&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 18. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
Als man von der Pauke noch spärlichen Gebrauch machte und sie regelmäßig auf [[Tonika]]-[[Dominante]] ([[Quinte|Quint]]- oder [[Quarte|Quartstimmung]]) abstimmte, behandelte man sie in der Notierung wie ein [[Transponierendes Musikinstrument|transponierendes Instrument]], d.&amp;amp;nbsp;h., man schrieb am Anfang die Stimmung vor: Timpani in Es–B oder in D–A, B–F usw., man notierte aber stets mit C–G oder vielmehr c–G. Von diesem Gebrauch kam man ab, als die Komponisten auch über die Quarte oder Quinte hinausgehende Töne verlangten ([[Ludwig van Beethoven|Beethoven]]: [[Fidelio]] A–es, 7. Sinfonie A–f, 8. und 9. Sinfonie F–f).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 18. Jahrhundert stand die Paukenvirtuosität in voller Blüte, als fürstliche Hofpauker auf bis zu vierzehn Pauken Konzerte gaben, wobei sie während des Schlagens noch die Schlägel in die Luft warfen und im Takt wieder auffingen. (Werke von [[Johann Carl Christian Fischer|J.&amp;amp;nbsp;C.&amp;amp;nbsp;Ch. Fischer]], [[Johann Christoph Friedrich Fischer|J.&amp;amp;nbsp;Ch.&amp;amp;nbsp;F. Fischer]], [[Johann Kaspar Ferdinand Fischer|J.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;F. Fischer]], [[Jiří Družecký|Družecký (Druschetzky)]], [[Johann Samuel Endler|Endler]], [[Christoph Graupner|Graupner]], [[Johann Melchior Molter|Molter]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 20./21. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
Als Solokonzert-Instrument kommt die Pauke in der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts eher selten vor. Zu den wenigen Beispielen zählen: &amp;#039;&amp;#039;Capriccietto für vier Pauken und Streichorchester&amp;#039;&amp;#039; (um 1932) von [[Ottmar Gerster|Gerster]], &amp;#039;&amp;#039;Konzert für Pauke und Orchester&amp;#039;&amp;#039; von [[Werner Thärichen|Thärichen]] (1954), &amp;#039;&amp;#039;Der Wald – Konzert für Pauke und Orchester&amp;#039;&amp;#039; von [[Siegfried Matthus|Matthus]] (1984) oder das &amp;#039;&amp;#039;Konzertstück für Pauken und Orchester&amp;#039;&amp;#039; von [[Mauricio Kagel|Kagel]] (1990 bis 1992). Auch [[Jörg Widmann|Widmanns]] Konzertouvertüre &amp;#039;&amp;#039;Con brio&amp;#039;&amp;#039; für Orchester (2008) ist hinsichtlich der Kompositionsanlage ein Paukenkonzert in einem Satz. &amp;#039;&amp;#039;For Shegué&amp;amp;nbsp;10&amp;#039;&amp;#039; ist ein Konzert für Pauke und Orchester von [[Luigi Morleo]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bauformen ==&lt;br /&gt;
=== Schraubenpauke ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Chris. Chapman (IMSO pp51).jpg|mini|Paukist der [[Metropolitan Opera]] mit zwei Schraubenpauken (1917).]]&lt;br /&gt;
Die Schraubenpauken gelten als Urtypus der heute gespielten Instrumente, da sie mittels der Schrauben mit wenigen Handgriffen auf einen anderen Ton umgestimmt werden konnten. Sie waren bis zum Ende des 19. Jahrhunderts in Gebrauch und werden heute wegen ihres „Originalklanges“ wieder häufiger, vor allem von Orchestern mit historischem Klangbild unter der Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Barockpauke&amp;#039;&amp;#039; in Konzerten eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Maschinenpauke ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Dresdner Kurbelpauken.jpg|mini|Kurbelpauken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerhard Kramer entwarf 1812 einen Stimmmechanismus mittels Hebel.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vsl.co.at/de/Timpani/History |titel=Geschichte - Vienna Symphonic Library |sprache=de |archiv-url=https://web.archive.org/web/20220528075323/https://www.vsl.co.at/de/Timpani/History |archiv-datum=2022-05-28 |abruf=2025-01-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1836 baute Johann Einbigler (Frankfurt) die erste so genannte Maschinenpauke, eine Konstruktion, bei der das Umstimmen über ein zentrales &amp;#039;&amp;#039;Kurbel-Hebel-System&amp;#039;&amp;#039; (Kurbel-/Hebel-System) gelöst wurde. Das Stimmen und vor allem das Umstimmen war schneller und einfacher geworden. Pauken dieses Systems werden heute wieder vermehrt in Werken mit wenig Umstimmaufgaben ihres speziellen Klangbildes wegen eingesetzt. Die um 1850 in verschiedenen Varianten entstandene Dreh-Kessel-Pauke hat sich im symphonischen Bereich nicht durchgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Pedalpauke ===&lt;br /&gt;
Die große Veränderung brachte die Erfindung der Pedalpauke um 1880. Es ist nicht gesichert, wer die erste Pedalpauke baute. Das Patent vom Musiker Carl Pittrich aus Dresden, dem Vater des Komponisten [[Georg Pittrich]], stammt aus dem Jahre 1881 und ist wegweisend für alle nachfolgenden Pedalsysteme gewesen. Nun konnte man die Pauke stufenlos und schnell mit dem Fuß umstimmen. Der Pauker hatte während des Umstimmvorgangs jetzt beide Hände frei und konnte, was neu war, ein gewirbeltes Glissando ausführen. [[Richard Strauss|Strauss]] war einer der ersten Komponisten, der diese neue Technik verwendete ([[Salome (Oper)|Salomé]]). [[Béla Bartók|Bartók]] hat den Effekt des gewirbelten Glissandos in seiner Sonate für zwei [[Klavier]]e und [[Schlagzeug]] wirkungsvoll eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wiener Pauke ===&lt;br /&gt;
Richard Strauss war aber auch von einem anderen Paukentypus begeistert, nämlich von jenem der „Wiener Pauke“. Es handelt sich dabei um eine Handhebelpauke, die vom Solopauker der Wiener Philharmoniker [[Hans Schnellar]] (1865–1945) aus der Dresdner Pauke weiterentwickelt wurde. Modifiziert von seinen Nachfolgern [[Richard Hochrainer]] und [[Wolfgang Schuster (Musiker, 1942)|Wolfgang Schuster]] wird die Wiener Pauke auch gegenwärtig in Wien hergestellt und wird auch weiterhin in allen großen Wiener Traditionsorchestern fast ausschließlich verwendet. Bei dieser Konstruktion drückt ein Mechanismus den Kessel gegen das fixierte Fell um eine bestimmte Tonhöhe zu erzielen, und als Fell wird Ziegenpergament verwendet. Die Spielweise mit Handhebel schränkt moderne Spieltechniken ein, da z.&amp;amp;nbsp;B. kein Glissando-Wirbel möglich ist. Bevorzugt wird das Instrument in Wien dennoch, da der Ton weniger perkussiv ist, dafür die Grundtonhöhe jedoch deutlich wahrzunehmen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bekannte Paukenhersteller und Paukisten ==&lt;br /&gt;
Ein bekannter Paukenhersteller war beispielsweise die auch Schlagzeugzubehör fertigende Firma Offelder in Aachen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Erich Valentin (Musikwissenschaftler)|Erich Valentin]]: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Musikinstrumentenkunde.&amp;#039;&amp;#039; Gustav Bosse, Regensburg 1954, S. 455&amp;amp;nbsp;ff. (&amp;#039;&amp;#039;Instrumentenbauer&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu den bekannten Dozenten für Pauke zählt der Perkussionist und Schlagzeuger Josef Offelder, zu dessen Schülern der Komponist [[Peter Kiefer (Komponist)|Peter Kiefer]] gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[94. Sinfonie (Haydn)]] „mit dem Paukenschlag“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Meyers Online|12|783|spezialkapitel=Pauken}}&lt;br /&gt;
* Jeremy Montagu: &amp;#039;&amp;#039;Timpani and Percussion.&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Yale Musical Instrument Series&amp;#039;&amp;#039;) Yale University Press, New Haven 2002.&lt;br /&gt;
* Herbert Tobischek: &amp;#039;&amp;#039;Die Pauke – Ihre spiel- und bautechnische Entwicklung in der Neuzeit.&amp;#039;&amp;#039; Verlegt bei Hans Schneider, Tutzing 1977, ISBN 3-7952-0204-3. (&amp;#039;&amp;#039;Wiener Veröffentlichungen zur Musikwissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; Herausgegeben von [[Othmar Wessely]]).&lt;br /&gt;
* Nancy Benvenga: &amp;#039;&amp;#039;Timpani and the Timpanist’s Art – Musical and Technical Development in the 19th and 20th Centuries.&amp;#039;&amp;#039; Gothenburg University, Department of Musicology, Göteborg 1979, {{Falsche ISBN|91-4222-276-X}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Timpani|Pauke}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4173567-5|TEXT=Literatur zum Thema}}&lt;br /&gt;
* [http://www.wienerpauke.at/ System Schnellar: Geschichte der Wiener Pauke in Verbindung mit Hans Schnellar, Gustav Mahler und Richard Strauss], Wiener Pauke&lt;br /&gt;
* [https://www.unibw.de/lrt4/mechanik/veroeffentlichungen/schriftenreihefl/heft0208 Physikalische und gehörbezogene Analyse von Paukenklängen], unibw.de (PDF).&lt;br /&gt;
* Dieter Dyk: Von Kalbsfellen, Ziegenfellen und anderen Zufällen, [http://europeantimpani.com/Dieter_Dyk.html europeantimpani.com] Auf: &amp;#039;&amp;#039;europeantimpani&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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