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	<title>Partikularismus - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-27T02:43:20Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Partikularismus&amp;diff=87524&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Leif Czerny: Die letzte Textänderung von 219.77.151.156 wurde verworfen und die Version 249304043 von Leif Czerny wiederhergestellt.</title>
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		<updated>2024-11-10T17:50:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die letzte Textänderung von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/219.77.151.156&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/219.77.151.156&quot;&gt;219.77.151.156&lt;/a&gt; wurde verworfen und die Version &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Permanenter_Link/249304043&quot; title=&quot;Spezial:Permanenter Link/249304043&quot;&gt;249304043&lt;/a&gt; von Leif Czerny wiederhergestellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Partikularismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von Partikel, Verkleinerungsform von {{laS|pars}}, ‚Teil‘) wird in der [[Politikwissenschaft]], hier insbesondere in der [[Politische Philosophie|Politischen Philosophie]], und der [[Geschichtswissenschaft]] ein Zustand oder ein Konzept [[politisches System|politischer Systeme]] (Gesellschaften, Staatensysteme, Gruppen) bezeichnet, bei dem kleinere Einheiten dem Ganzen gegenüber ihre Interessen und Rechte vorrangig durchsetzen können oder dieses zumindest beanspruchen. Im [[Föderalismus]] wird auch die Tendenz, dass die Elemente der [[Peripherie]] eines Systems gegenüber dem Zentrum oder gemeinsamen Institutionen an Gewicht gewinnen, als Partikularismus bezeichnet. Dem Partikularismus ist der [[Universalismus (Philosophie)|Universalismus]] entgegengesetzt und dem Föderalismus der [[Zentralismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weniger klar fixierter Begriff bezeichnet &amp;#039;&amp;#039;Partikularinteresse&amp;#039;&amp;#039; Ziele und Wahrnehmungen von [[Soziale Gruppe|sozialen Gruppen]] innerhalb eines größeren Ganzen, die nur bzw. vorrangig ihre eigene Sichtweise politisch artikulieren, ohne gruppenübergreifende Gesichtspunkte (→ &amp;#039;&amp;#039;[[Volonté générale]]&amp;#039;&amp;#039;) zu berücksichtigen. Ein solcher Begriffsgebrauch stellt Partikularinteresse zumeist scharf dem Begriff des [[Gemeinwohl]]s gegenüber und ist auch oft negativ [[Konnotation|konnotiert]]. Die Formulierung von Einzelinteressen &amp;#039;&amp;#039;als&amp;#039;&amp;#039; Einzelinteressen ist jedoch nicht &amp;#039;&amp;#039;per se&amp;#039;&amp;#039; mit dem Gemeinwohl unvereinbar. So ist gerade für die [[repräsentative Demokratie]] der Ausgleich zwischen sich widersprechender Partikularinteressen ein Grundcharakteristikum politisch [[Verantwortung|verantwortlichen]] Handelns.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematische Politikwissenschaft ==&lt;br /&gt;
=== Innerstaatlicher Partikularismus ===&lt;br /&gt;
Partikularinteressen sind hier die Einzelinteressen von Gruppen einer Bevölkerung bzw. eines [[Staat]]es. Unterschieden werden drei Größen innerhalb des [[Gemeinwesen]]s (Staates):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Das Gemeinwesen als Ganzes oder der Staat.&lt;br /&gt;
# Die Partikularinteressen bestimmter Interessengruppen oder staatlicher Subsysteme (Länder, Kommunen).&lt;br /&gt;
# Individuelle Interessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Partikularismus wird in der [[Politikwissenschaft]] also ein [[Phänomen]] bezeichnet, in dem weniger die Interessen von Individuen, als vielmehr die von Interessengruppen (&amp;#039;&amp;#039;pressure groups&amp;#039;&amp;#039;) und untergeordneten staatlichen Einheiten gegenüber dem Gesamtstaat so an Gewicht gewinnen, dass die Steuerung und Kontrolle des Ganzen nachhaltig erschwert wird. Die vollständige Desintegration (Auflösung) des Gesamtgebildes oder Staates wird dort als radikaler [[Individualismus]] bezeichnet. Der Föderalismus der BRD wird in der Politikwissenschaft noch nicht als Partikularismus gesehen, obwohl vor Tendenzen dazu gewarnt wird. Der Gegenbegriff zum Partikularismus als politischem Phänomen ist der [[Zentralismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Internationaler Partikularismus ===&lt;br /&gt;
Die momentan bekannteste partikularistische Theorie in globalem Maßstab wird von [[Samuel P. Huntington]]s &amp;#039;&amp;#039;Clash of Civilizations &amp;#039;&amp;#039; (dt. &amp;#039;&amp;#039;Kampf der Kulturen&amp;#039;&amp;#039;) propagiert. Dort ist die Welt in Zivilisationen oder religiös-ethnisch definierte Kulturkreise aufgeteilt, von denen jede eigene, in den meisten Fällen auch gegensätzliche Interessen vertritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichtswissenschaft ==&lt;br /&gt;
Partikularismus in der [[Geschichte]] ist eng verwandt mit dem politologischen Begriff. Hier wird Partikularismus als Zersplitterung oder Auflösungserscheinung einer [[Zentralismus|Zentralmacht]] durch die Stärkung von lokalen oder [[Regionalismus|regionalen Mächten]] gesehen. Die führt dazu, dass viele kleine Einzelmächte und Einzelmeinungen entstehen, die Unabhängigkeit von einer Zentralgewalt suchen. Das bekannteste Beispiel für Partikularismus in der Geschichte ist [[Deutschland]] im [[19. Jahrhundert]]. Während in Europa [[Nationalstaat]]en entstanden, blieb das deutsche Territorium noch lange in viele kleine [[Fürstentum|Fürstentümer]] und [[Königreich]]e zersplittert. Als Beginn des Partikularismus wird auch das Jahr 1122, mit Abschluss des [[Wormser Konkordat]] genannt. Nachdem [[Friedrich II. (HRR)|Friedrich II.]] im Jahr 1231 das sogenannte [[Statutum in favorem principum|Fürstengesetz]] verabschiedete und somit den Fürsten in Deutschland mehr Rechte zukamen, spricht man vom vollständigen Partikularismus oder einer Unterteilung Deutschlands in kleine Herrschaftsgebiete. Dies bildete den Ursprung für den [[Föderalismus]] in Deutschland. Die Einzelinteressen jener Herrscher dieser Gebiete, die ihre Macht nicht verlieren wollten, verhinderten lange Zeit eine Reichseinigung. Partikularismus bezeichnet daher auch das Streben einzelner Landesteile, ihre Interessen auf Kosten einer größeren politischen Einheit durchzusetzen, wie es zum Beispiel [[Preußen]] im 18. und 19. Jahrhundert tat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Feudaler Partikularismus in Europa&lt;br /&gt;
* Deutschland 1231–1919&lt;br /&gt;
* [[Frankreich]] 987–1302&lt;br /&gt;
* [[Russland]] 1054–1480&lt;br /&gt;
* [[Polen]] 1138–1295&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Soziales Phänomen ==&lt;br /&gt;
Als soziales Phänomen wird Partikularismus vor allem im Kontext mit den Begriffen [[Pluralismus (Philosophie)|Pluralismus]] sowie Universalismus (nach [[Max Weber]] und [[Talcott Parsons]]) behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Philosophie ==&lt;br /&gt;
In der [[Politische Philosophie|Politischen Philosophie]] wird der Partikularismus vor allem als Gegenbegriff zum Universalismus in oft abwertender Weise gebraucht.  Der Streit zwischen Partikularisten und Universalisten geht um die Frage, ob es Werte gibt, die für alle Menschen gelten und begründbar sind, oder ob Werte gruppenabhängige Einstellungen sind, die je nach kultureller, ethnischer oder religiöser Zugehörigkeit unterschiedlich sind. Vor allem im Rahmen des [[Gerechtigkeit]]sbegriffs kamen die gegensätzlichen Positionen zum Ausdruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auseinandersetzung lässt sich gut mit den beiden [[Aristotelismus|Aristotelischen]] Auffassungen von Gerechtigkeit vergleichen: Während die [[Kommunitarismus|Kommunitaristen]] der Meinung sind, dass gerecht nur etwas sei, wenn man es in Ansehung dessen sehe, was Personen als gut betrachten (proportionale Gerechtigkeit), meinen Universalisten, dass gerecht abstrakt und unabhängig von diesen Vorstellungen [[Das Gute|des Guten]] existiere. So gelten etwa die [[Menschenrechte]] universalistisch, ohne Ansehung der [[Person]] und damit ihrer Herkunft, Religion und kulturellen Zugehörigkeit. Partikularisten würden hier grundsätzlich einwenden, dass solche Menschenrechte ein zu abstraktes Konstrukt sind, das erst auf die jeweilige [[kultur]]elle Welt anzuwenden sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Partikularistische Positionen werden vor allem vom Kommunitarismus ([[Michael Walzer]], [[Alasdair MacIntyre]], [[Amitai Etzioni]]) vertreten, während Universalismus von [[Liberalismus|liberalen]], [[Sozialismus|sozialistischen]] und den so genannten [[Wertkonservatismus|wert-konservativen]] Philosophen vertreten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Kleinpartei]]&lt;br /&gt;
* [[Lobbyismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Benedikt F. Assenbrunner: &amp;#039;&amp;#039;Europäische Demokratie und nationalstaatlicher Partikularismus. Theoretischer Entwicklungsrahmen, unionsrechtliche Ansätze und Perspektiven europäischer Demokratie nach dem Reformvertrag von Lissabon.&amp;#039;&amp;#039; Nomos, Baden-Baden 2012, ISBN 978-3-8329-7034-5 (zugl. Dissertation, Universität Leipzig 2011)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gesellschaftsform]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staatsphilosophie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;Leif Czerny</name></author>
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