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	<title>Parochet - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Parochet&amp;diff=1267252&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Werner, Deutschland: /* Prachtvorhänge in Synagogen */ wl</title>
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		<updated>2026-02-08T20:48:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Prachtvorhänge in Synagogen: &lt;/span&gt; wl&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Parochet from 1797.jpg|mini|Toravorhang (mit Kapporet) aus dem Jahr 1797, [[Jüdisches Museum der Schweiz]]]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Parochet&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{heS|פָּרֹכֶת}}, &amp;#039;&amp;#039;Parokhet&amp;#039;&amp;#039; oder bei [[Aschkenasim|aschkenasischer]] Aussprache &amp;#039;&amp;#039;Paroches&amp;#039;&amp;#039;, deutsch „Prachtvorhang“) ist der Vorhang vor dem [[Toraschrein]] in einer [[Synagoge]], der die [[Tora]]rollen verdeckt. Der Plural lautet &amp;#039;&amp;#039;Parochot&amp;#039;&amp;#039;. In aschkenasischen Synagogen befindet sich der oft reich verzierte Vorhang aus Samt, Seide, Leinen oder Brokat vor, in [[Sephardim|sephardischen]] und italienischen Synagogen hinter den Türen des Toraschreins.&amp;lt;ref&amp;gt;John F. Oppenheimer (Red.) u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon des Judentums&amp;#039;&amp;#039;. 2. Auflage. Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh u.&amp;amp;nbsp;a. 1971, ISBN 3-570-05964-2, Sp. 613.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine dazu passende [[Schabracke (Fensterdekoration)|Schabracke]] (&amp;#039;&amp;#039;Kapporet&amp;#039;&amp;#039;, Foto) ergänzt oft die Parochet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Parochet im Jerusalemer Tempel ==&lt;br /&gt;
=== Tanach ===&lt;br /&gt;
Als Parochet wird in {{B|Ex|26|31-33}} der Vorhang bezeichnet, der laut biblischer Beschreibung im Zeltheiligtum ([[Mischkan]]) das ‚Heilige‘ vom [[Allerheiligstes|Allerheiligsten]] trennte,&amp;lt;ref&amp;gt;Das Wort Parochet wird von einer Wurzel *PRK  „sperren, trennen“ abgeleitet, vgl. [[Gesenius#Die 18. Auflage|&amp;#039;&amp;#039;Gesenius.&amp;#039;&amp;#039; 18. Aufl. 2013]], S. 1079.&amp;lt;/ref&amp;gt; in dem sich die [[Bundeslade]] befand. Der Vorhang soll gewebt werden aus „violettem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus; wie Kunstweberarbeit soll er gemacht werden, mit Kerubim“ (Vers 31). Außerdem soll eine „Verhüllung“ den Eingang des [[Jerusalemer_Tempel#Zeltheiligtum_(Mischkan,_Stiftshütte)|Zeltheiligtums]] abdecken, eine Buntwirkerarbeit aus violettem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus (Vers 36).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[salomonischer Tempel|salomonischen Tempel]] erfüllten vergoldete hölzerne Türen mit Schnitzwerk die Funktion, das Allerheiligste abzutrennen ({{B|1 Kön|6|31}}). Auch die Tempelvision Ezechiels erwähnt Türen ({{B|Ez|41|23}}) und keinen Vorhang.&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel M. Gurtner: &amp;#039;&amp;#039;The Veil of the Temple in History and Legend&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of the Evangelical Theological Society&amp;#039;&amp;#039;, 2006, S. 102.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das [[Buch der Chronik]] enthält einen jüngeren Parallelbericht über Salomos Tempelbau. Hier wird ein Vorhang (&amp;#039;&amp;#039;Parochet&amp;#039;&amp;#039;) vor dem Allerheiligsten des Jerusalemer Tempels erwähnt, der von ähnlicher Machart wie jener des Zeltheiligtums gewesen sei ({{B|2 Chr|3|14}}).&amp;lt;ref&amp;gt;{{EncBibleReception|5|1183|1184|Curtain I. Hebrew Bible/Old Testament|Dennis T. Olson}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hellenistisches Judentum ===&lt;br /&gt;
Ben Sira schrieb in [[Jesus Sirach]] bei seinem Lob des [[Hohepriester]]s [[Simon ben Boethos|Simon]], dieser habe einen herrlichen Anblick geboten, wenn er „heraustrat aus dem Haus des Vorhangs“ und sich dem Volk zeigte ({{B|Sir|50|5}}).&amp;lt;ref&amp;gt;So der griechische Text nach der revidierten Einheitsübersetzung (2016). Der hebräische Text von Sir 50,5 lautet: „heraustrat zwischen dem Vorhang“ – so die unrevidierte Einheitsübersetzung (1980). Vgl. zur Diskussion dieser Stelle: Daniel M. Gurtner: &amp;#039;&amp;#039;The Torn Veil&amp;#039;&amp;#039;, Cambridge 2009, S. 74f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[1. Buch der Makkabäer|Ersten Buch der Makkabäer]] wird die Plünderung des Jerusalemer Tempels unter [[Antiochos IV.]] beschrieben. Neben den goldenen Kultgeräten habe der [[Seleukidenreich|Seleukiden]]herrscher „den Vorhang“ wegnehmen lassen ({{B|1 Makk|1|22}}). Nach den ersten Erfolgen des [[Makkabäer#Der_Makkabäeraufstand|makkabäischen Aufstands]] wurde der Tempel neu geweiht. Dafür ließ [[Judas Makkabäus]] die goldenen Kultgeräte neu anfertigen und „die Vorhänge“ anbringen ({{B|1 Makk|4|51}}).&amp;lt;!-- In der verlinkten Stelle steht „Vorhang“ im Singular! --&amp;gt; Die uneindeutige Rede von mal einem Tempelvorhang, mal mehreren zieht sich durch die ganze weitere Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Flavius Josephus]] erwähnt im [[Jüdischer Krieg (Flavius Josephus)|Bellum Iudaicum]] einen Vorhang vor dem [[Allerheiligstes|Allerheiligsten]] und gibt eine eingehende Beschreibung des Prachtvorhangs, der den Eingang zum Tempelhaus (d.&amp;amp;nbsp;h. zum „Heiligen“) verdeckte:&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. aber Daniel M. Gurtner: &amp;#039;&amp;#039;The Torn Veil&amp;#039;&amp;#039;, Cambridge 2009, S. 77: „dies ist die ausführliche Beschreibung des Parochet vor dem Allerheiligsten“.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=[Vor den großen vergoldeten Türflügeln] wallte ein gleich langer babylonischer Vorhang herab, bunt gestickt aus Hyazinth, Byssus, Scharlach und Purpur und wunderschön gewebt; die beziehungsreiche Mischung der Stoffe stellte ein Bild des Weltalls dar: Scharlach sollte das Feuer, Byssus die Erde, Hyazinth die Luft, Purpur das Meer andeuten, zwei der Stoffe durch ihre Farbe, Byssus und Purpur durch ihren Ursprung, indem jene die Erde, diesen das Meer erzeugt. Die Stickerei zeigte den Anblick des gesamten Himmels mit Ausnahme der Bilder des Tierkreises.&lt;br /&gt;
 |Autor=Flavius Josephus&lt;br /&gt;
 |Quelle=[[Jüdischer Krieg (Flavius Josephus)|Bellum Iudaicum]] 5,212-214 (Übersetzung: [[Heinrich Clementz]]).&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;{{lang|grc|πρὸ δὲ τούτων ἰσόμηκες καταπέτασμα πέπλος ἦν Βαβυλώνιος ποικιλτὸς ἐξ ὑακίνθου καὶ βύσσου κόκκου τε καὶ πορφύρας, θαυμαστῶς μὲν εἰργασμένος, οὐκ ἀθεώρητον δὲ τῆς ὕλης τὴν κρᾶσιν ἔχων, ἀλλ᾽ ὥσπερ εἰκόνα τῶν ὅλων: ἐδόκει γὰρ αἰνίττεσθαι τῇ κόκκῳ μὲν τὸ πῦρ, τῇ βύσσῳ δὲ τὴν γῆν, τῇ δ᾽ ὑακίνθῳ τὸν ἀέρα, καὶ τῇ πορφύρᾳ τὴν θάλασσαν, τῶν μὲν ἐκ τῆς χροίας ὁμοιουμένων, τῆς δὲ βύσσου καὶ τῆς πορφύρας διὰ τὴν γένεσιν, ἐπειδὴ τὴν μὲν ἀναδίδωσιν ἡ γῆ, τὴν δ᾽ ἡ θάλασσα. κατεγέγραπτο δ᾽ ὁ πέπλος ἅπασαν τὴν οὐράνιον θεωρίαν πλὴν ζῳδίων.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Josephus zufolge handelte es sich um eine Art Bildteppich mit einer Darstellung des Himmels.&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel M. Gurtner: &amp;#039;&amp;#039;The Torn Veil&amp;#039;&amp;#039;, Cambridge 2009, S. 95.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Beschreibung des [[Herodianischer Tempel|Herodianischen Tempels]] in seinem später entstandenen Hauptwerk, genannt [[Jüdische Altertümer]] (Antiquitates Judaicae, abgekürzt &amp;#039;&amp;#039;Antiquitates&amp;#039;&amp;#039;), ist dann aber von derartigen Prachtvorhängen im Plural die Rede:{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Die Thüren am Eingange mit den Oberschwellen waren wie das Innere des Heiligtums selbst mit bunten Vorhängen geschmückt, in welche purpurne Blumen und Säulen eingewebt waren.&lt;br /&gt;
 |Autor=Flavius Josephus&lt;br /&gt;
 |Quelle=[[Jüdische Altertümer]] (Antiquitates) 15,394 (Übersetzung: Heinrich Clementz).&lt;br /&gt;
 |ref=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 70 n. Chr. wurde Jerusalem und der Tempel von römischen Truppen unter dem Befehl des [[Titus]] erobert und zerstört. Josephus erwähnte, dass „die purpurnen Vorhänge des Allerheiligsten“ nach dem Triumphzug im Palast des Kaisers [[Vespasian]] deponiert und aufbewahrt wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Flavius Josephus: &amp;#039;&amp;#039;Jüdischer Krieg&amp;#039;&amp;#039; VII, 162.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Zur christlichen Rezeption dieses Motivs siehe den Artikel [[Tempelvorhang]].&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rabbinische Literatur ===&lt;br /&gt;
Bei den ab etwa 200 n. Chr. verschriftlichten Tempelbeschreibungen in [[Mischna]], der [[Tosefta]] und den [[Talmud]]en ist grundsätzlich zu bedenken, dass dies nicht einfach Erinnerungen an den Herodianischen Tempel vor seiner römischen Zerstörung sind, sondern gelehrte Rekonstruktionen, die Angaben aus der [[Tanach|Hebräischen Bibel]] kombinieren, wobei die Tempelvision im Buch [[Ezechiel]] als Idealbild eines künftigen Tempels hinzugezogen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel M. Gurtner: &amp;#039;&amp;#039;The Veil of the Temple in History and Legend&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of the Evangelical Theological Society&amp;#039;&amp;#039;, 2006, S. 103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bezogen auf die Parochet ergibt sich folgendes Bild:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ein&amp;#039;&amp;#039; Vorhang vor dem Allerheiligsten (Mischna Schekalim V 1-2 und VIII 4; Mischna Menachot III 6; Mischna Middot I 1; eventuell Mischna Tamid VII 1);&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Zwei&amp;#039;&amp;#039; Vorhänge vor dem Allerheiligsten, die etwas versetzt so gehängt waren, dass sich eine Art Korridor, eine Elle breit, zwischen ihnen ergab. Auf diesem Weg zwischen den Vorhängen betrat der Hohepriester an [[Jom Kippur]] das Allerheiligste (Mischna Joma V 1; Tosefta Joma III 4; Babylonischer Talmud, Bava batra 3ab und Joma 51b).&lt;br /&gt;
Die rabbinische Literatur erörtert das Problem, dass beim Blutritual an Jom Kippur auch Blutstropfen an den Vorhang spritzen konnten, und beschreibt eine aufwändige Reinigung des Prachtvorhangs durch die Priester. Mehrfach wird erwähnt, der Vorhang sei eine Handbreit dick gewesen. Es gibt Informationen über die regelmäßige Neuanfertigung von Tempelvorhängen und eine „Kammer des Vorhangs“ auf dem Tempelgelände, in dem stets ein Ersatzvorhang bereit lag, wenn der Tempelvorhang zur Reinigung abgenommen werden musste.&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel M. Gurtner: &amp;#039;&amp;#039;The Veil of the Temple in History and Legend&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of the Evangelical Theological Society&amp;#039;&amp;#039;, 2006, S. 105–107.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die für den Tempel hergestellten, in regelmäßigen Abständen ausgetauschten Parochot waren vom [[Schatnes|Schaatnes-Gebot]] (Mischung von zweierlei Arten {{B|Lev|19|19}}) ausgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Prachtvorhänge in Synagogen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Synagogue floor - Google Art Scythopolis roject.jpg|400px|mini|[[Toraschrein (Antike)|Toraschrein]] mit Parochet, gut erkennbar sind Aufhängung, Stoffmuster und Fransen des Vorhangs. Zentrales Motiv auf dem Bodenmosaik der Synagoge von [[Bet Sche’an|Skythopolis]], 5./7. Jahrhundert ([[Israel-Museum|Israel Museum]]).|links]]&lt;br /&gt;
Fußbodenmosaike aus byzantinischer Zeit belegen sowohl für jüdische als auch [[Samaritaner|samaritanische]] Synagogen, dass ein Vorhang vor dem Schrein mit den Torarollen aufgehängt war. Mittels Schlaufen war er an einer zwischen zwei den Schrein flankierenden Säulen waagerecht angebrachten Stange befestigt. Der Vorhang konnte diesen Mosaiken zufolge floralen oder ornamentalen Schmuck aufweisen und an der Unterkante mit Fransen abschließen. Aus dieser Zeit ist kein Prachtvorhang erhalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{EncBibleReception|5|1185|1188|Curtain III. Judaism and Visual Arts|Shalom Sabar}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mittelalter begegnet die Parochet zunächst als Illustration in aschkenasischen Manuskripten aus Deutschland oder Italien. Obwohl solche Illustrationen selten sind, geht man doch davon aus, dass die Parochet in aschkenasischen Synagogen allgemein üblich war. Für den sefardischen Raum fehlt dagegen jeder Hinweis auf eine Parochet, der auf die Zeit vor der [[Vertreibung der Juden aus Spanien]] (1492) zurückreicht. Nach diesem Datum, also in der sefardischen Diaspora (besonders Italien), ist die Parochet dann als Vorhang hinter den Türen des Toraschreins bezeugt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ältesten erhaltenen Exemplare von Parochot stammen aus dem späten 16. und frühen 17. Jahrhundert. Die Materialien und Schmuckmotive weisen eine große Vielfalt auf; generell wurden im jeweiligen Kulturkreis besonders kostbare Textilien gewählt, so zum Beispiel in [[Bucharische Juden|bucharischen]] Gemeinden bunt bestickte usbekische Wandbehänge ([[Suzani]]s). Im Osmanischen Reich wurden Parochot gern aus Seide gefertigt, manchmal wurden seidene Frauenkleider zu Parochot umgearbeitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Leah Ottolenghi - Torah Ark Curtain - Google Art Project.jpg|mini|Parochet, Seide mit Metallfäden bestickt (Lea Ottolenghi, Venedig 1698/99, [[Jewish Museum (New York City)|Jewish Museum]])]]&lt;br /&gt;
Das [[Jüdisches Museum in Prag|Jüdische Museum in Prag]] besitzt einige der ältesten erhaltenen Parochot überhaupt. Die Motive und die Herstellungstechniken lassen darauf schließen, dass es einen Austausch mit Produzenten kirchlicher Textilien gab. Allerdings wurden Darstellungen von Personen auf synagogalen Textilien vermieden, im Gegensatz zur christlichen Kunst. Der älteste Prachtvorhang der Prager Sammlung wurde von Salomon Perlsticker 1547 gestiftet und 1592 überarbeitet. Die flache [[Appliqué]]-Stickerei dieses Vorhangs zeigt italienischen Einfluss und ist für die Gruppe der ältesten Prachtvorhänge typisch, bis dann mit dem Frühbarock die Verwendung von Gold- und Silberfäden aufkommt. Aufgrund dieser Metallfäden zeichnet die Parochot des 17. und 18. Jahrhunderts oft eine schimmernde Struktur aus.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Edna Brocke]], [[Michael Zimmermann (Historiker)|Michael Zimmermann]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Jüdische Museum in Prag – Von schönen Gegenständen und ihren Besitzern&amp;#039;&amp;#039;. Dietz, Bonn 1991, S. 168f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Anfertigen von Parochot war in Italien ein Tätigkeitsfeld jüdischer Frauen; typisch sind die gestickten biblischen Szenen. In Deutschland fertigten Männer die Parochot an, die nur sehr selten biblische Szenen zeigen. Häufig findet man hier die beiden flankierenden Säulen des Salomonischen Tempels, [[Jachin und Boas]], und darüber ein Löwenpaar, das eine Krone trägt. Parochot aus dem Osmanischen Reich zeigen manchmal Darstellungen des Jerusalemer Tempels oder des [[Tempelberg]]s.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In vielen Synagogen ist es üblich, während der Bußtage, der [[Die zehn Tage der Umkehr|zehn Tage der Umkehr]], zwischen [[Rosch ha-Schana]] und [[Jom Kippur]] die normalerweise farbige Parochet gegen ein weißes Exemplar auszutauschen. An [[Schawuot]] wird mancherorts eine grüne Parochet aufgehängt, und an [[Tischa beAv]] kann die Parochet schwarz sein oder aber als Zeichen der Trauer ganz fehlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den [[Parament]]en des [[St. Peter und Paul (Brandenburg an der Havel)|Brandenburger Doms]] befindet sich eine Textilie (170,5 cm hoch, 91,5 cm breit), bei der aufgrund der [[Ikonografie]] vermutet wird, dass es sich um eine Parochet handelt, die im 19. Jahrhundert im Orient erworben wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Ina Hoffmann, Inga Scharf da Silva: &amp;#039;&amp;#039;Parochet (?)&amp;#039;&amp;#039;. In: Helmut Reihlen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Liturgische Gewänder und andere Paramente im Dom zu Brandenburg&amp;#039;&amp;#039;. Schnell + Steiner, Regensburg 2004, S. 327-331. ([https://www.academia.edu/28641251/Parochet Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kapporet ==&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Kapporet&amp;#039;&amp;#039; (Plural &amp;#039;&amp;#039;Kapporot&amp;#039;&amp;#039;) ist ein kurzer Gesimsvorhang, eine [[Schabracke (Fensterdekoration)|Schabracke]], welche vor der Parochet aufgehängt wird und in Farbe, Material und Verzierung auf diese abgestimmt ist. In mittel- und osteuropäischen Synagogen sind Kapporot seit dem späten 17. Jahrhundert bezeugt. Sie nehmen Bezug auf einen Kultgegenstand namens Kapporet, den es der biblischen Beschreibung zufolge im [[Allerheiligstes|Allerheiligsten]] des [[Mischkan]] gab und der sich dort als Deckplatte über der [[Bundeslade]] befand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außer passenden Bibelversen sieht man als Schmuckmotive auf Kapporot häufig Vögel oder andere geflügelte Wesen, die an die [[Cherub]]im der biblischen Kapporet erinnern. Die Sammlung des Jüdischen Museums in Prag zeigt, wie sich für die Kapporet in Böhmen seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts eine eigene Ikonographie herausbildete. Dargestellt wurden Kultgeräte des Jerusalemer Tempels (was die Hoffnung auf dessen Wiederaufbau ausdrückte), oder das Motiv der drei Kronen, das eine Sentenz aus dem [[Mischna]]-Traktat [[Sprüche der Väter|Pirke Awot]] (4,17) aufgreift: „Es gibt drei Kronen, die Krone der Torah, die Krone der Priesterwürde und die Königskrone, aber die Krone eines guten Namens überragt sie“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Edna Brocke]], [[Michael Zimmermann (Historiker)|Michael Zimmermann]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Jüdische Museum in Prag – Von schönen Gegenständen und ihren Besitzern&amp;#039;&amp;#039;. Dietz, Bonn 1991, S. 169 und S. 212 Anm. 28.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{EncBibleReception|5|1185|1188|Curtain III. Judaism and Visual Arts|Shalom Sabar}}&lt;br /&gt;
* Daniel M. Gurtner: &amp;#039;&amp;#039;The Veil of the Temple in History and Legend.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of the Evangelical Theological Society.&amp;#039;&amp;#039; 49, 2006, S.&amp;amp;nbsp;97–114.&lt;br /&gt;
* Daniel M. Gurtner: &amp;#039;&amp;#039;The Torn Veil. Matthew&amp;#039;s Exposition of the Death of Jesus.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, Cambridge 2009.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Parochets|Parochet}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Synagogenbauten]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jüdischer Gottesdienst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sakralgegenstand (Judentum)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Textilie religiöser Verwendung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Werner, Deutschland</name></author>
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