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	<title>Paria - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Paria&amp;diff=133821&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Pietz: Satzbau ++</title>
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		<updated>2025-07-13T14:56:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Satzbau ++&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|erläutert die Sozialfigur. Zu anderen Bedeutungen siehe [[Paria (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Paria&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird im Deutschen im Sinne von Ausgestoßener bzw. [[Außenseiter]] verwendet. Das Wort leitet sich vom [[tamil]]ischen Namen &amp;#039;&amp;#039;Paraiyar&amp;#039;&amp;#039; ({{taS|பறையர்|&amp;#039;&amp;#039;paṟaiyar&amp;#039;&amp;#039;}}) für die unterste [[Jati|Kastengruppe]] in den südindischen Bundesstaaten [[Tamil Nadu]] und [[Kerala]] her. In [[Sanskrit]] wird &amp;#039;&amp;#039;Paria&amp;#039;&amp;#039; als das [[Chandala]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Indien ==&lt;br /&gt;
Der Name der Berufsgruppe &amp;#039;&amp;#039;Paraiyar&amp;#039;&amp;#039; in Tamil Nadu ist nach verbreiteter Ansicht von einer alten [[Rahmentrommel]] abgeleitet, die auf [[Tamil]] und [[Malayalam]] &amp;#039;&amp;#039;[[parai]]&amp;#039;&amp;#039; heißt. Die &amp;#039;&amp;#039;Paraiyar&amp;#039;&amp;#039; könnten auch umgekehrt für die von ihnen mitgeführte Trommel namensgebend gewesen sein.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gustav Salomon Oppert]]: &amp;#039;&amp;#039;On the original inhabitants of Bharatavarsa or India.&amp;#039;&amp;#039; Archibald Constable &amp;amp; Co., Westminster 1893, S.&amp;amp;nbsp;31 ([https://archive.org/details/cu31924024065470 bei Internet Archive])&amp;lt;/ref&amp;gt; Den &amp;#039;&amp;#039;Paraiyar&amp;#039;&amp;#039; oblag Herstellung und Spielen dieser Trommel. Zur Herstellung von Trommeln gehört die Verarbeitung von Fellen, die von geschlachteten Tieren abgezogen werden, was als unreine Tätigkeit gilt und einzig die Aufgabe der „Unberührbaren“ und allgemein von unteren Bevölkerungsschichten ist. Ein entsprechend verallgemeinerter Ausdruck in Nordindien ist &amp;#039;&amp;#039;Chamar&amp;#039;&amp;#039; ({{hiS|चमार|&amp;#039;&amp;#039;camār&amp;#039;&amp;#039;}}). Mit &amp;#039;&amp;#039;Chamar&amp;#039;&amp;#039; wurde die Bezeichnung für „Schuhmacher“ – die ebenso durch die Verarbeitung von Tierhaut als [[Rituelle Reinheit|unrein]] gelten – auf andere sozial Niedrigstehende und Ausgegrenzte ausgeweitet.&amp;lt;ref&amp;gt;Horst Brinkhaus: &amp;#039;&amp;#039;„Unberührbare“ im Hindu-[[Königreich Nepal]].&amp;#039;&amp;#039; In: [[Anja Pistor-Hatam]], Antje Richter (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bettler, Prostituierte, Paria. Randgruppen in asiatischen Gesellschaften&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Asien und Afrika. Beiträge des Zentrums für Asiatische und Afrikanische Studien [ZAAS] der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.&amp;#039;&amp;#039; Band 12). EB-Verlag, Hamburg 2008, S.&amp;amp;nbsp;15&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf [[Kanaresisch]] heißt die entsprechende Gruppe &amp;#039;&amp;#039;Holeya&amp;#039;&amp;#039; und auf [[Telugu]] &amp;#039;&amp;#039;Malavadu&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere Benennungen für ausgegrenzte Bevölkerungsgruppen sind &amp;#039;&amp;#039;[[Harijan]]&amp;#039;&amp;#039;, eine von [[Mohandas Karamchand Gandhi|Mahatma Gandhi]] eingeführte, beschönigende Umschreibung („Kind[er des Gottes] [[Hari (Gottheit)|Hari]] bzw. [[Vishnu]]“), und &amp;#039;&amp;#039;[[Dalit]]&amp;#039;&amp;#039;, heute die übliche Eigenbezeichnung für Gruppen außerhalb des [[Kaste]]nsystems.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der englische Begriff &amp;#039;&amp;#039;pariah&amp;#039;&amp;#039; wurde mit der Zeit über ganz Indien ausgedehnt. Paria dient auch als Bezeichnung für Kastenlose. Sie werden gesellschaftlich gemieden und dürfen nur als unrein angesehene Arbeiten verrichten, darunter fallen auch die Arbeiten, bei denen man mit Blut in Berührung kommt. Zu den Paria können zum Beispiel [[Hebamme]]n, Schlachter, Straßenfeger oder Wäscher gehören. Die Ausgrenzung und Diskriminierung hält bis heute in bestimmten Teilen Indiens an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Japan ==&lt;br /&gt;
In [[Japan]] existiert ein ähnliches gesellschaftliches Phänomen, da eine Minderheit der japanischen Bevölkerung Nachkommen einer als [[Buraku]]min („Bewohner der Sondergemeinde“) bezeichneten Minderheit sind. Im deutschen Sprachraum wird diese gesellschaftliche Problematik oft als japanische „Paria-Kaste“ bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Paria als politischer und soziologischer Begriff ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Paria“ ist seit dem 17. Jahrhundert in europäischen Sprachen bekannt. [[Johann Wolfgang von Goethe|Goethe]] veröffentlichte 1823 seine &amp;#039;&amp;#039;Paria&amp;#039;&amp;#039;-Trilogie.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Paria&amp;#039;&amp;#039;-Trilogie: die drei Gedichte &amp;#039;&amp;#039;Des Paria Gebet&amp;#039;&amp;#039; (3 Strophen zu 8 Versen), &amp;#039;&amp;#039;Legende&amp;#039;&amp;#039; (11 Strophen zu 14, 22, 13, 22, 5, 9, 17, 14, 8, 10 und 11 bzw. insgesamt 145 Versen) und &amp;#039;&amp;#039;Dank des Paria&amp;#039;&amp;#039; (3 Strophen zu 4 Versen), [http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Gedichte/Gedichte+(Ausgabe+letzter+Hand.+1827)/Lyrisches/Paria online] auf [[Zeno.org]].&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Max Weber]], der Anfang des 20. Jahrhunderts „Paria“ als allgemeinen soziologischen Begriff für Ausgestoßene einführte, bezeichnet die [[Judentum|Juden]] an mehreren Stellen seines Werkes &amp;#039;&amp;#039;Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen&amp;#039;&amp;#039; als ein „Pariavolk“:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Das eigentümliche religionsgeschichtlich-soziologische Problem des Judentums lässt sich weitaus am besten aus der Vergleichung mit der indischen Kastenordnung verstehen. Denn was waren, soziologisch angesehen, die Juden? Ein Pariavolk.&lt;br /&gt;
 |Autor=Max Weber&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Max Weber |Titel=Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen |Verlag=Mohr Siebeck |Datum=2008 |ISBN=978-3-16-149084-2}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie [[Joachim Radkau]] ausführt, übernahm [[Hannah Arendt]] diesen Begriff von Max Weber.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Joachim Radkau |Titel=Max Weber - Die Leidenschaft des Denkens |Verlag=Hanser |Ort=München |Datum=2005 |ISBN=3-446-20675-2 |Seiten=695}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie deutete ihn wie schon zuvor [[Bernard Lazare]], der im Zuge der [[Dreyfus-Affäre]] den &amp;#039;&amp;#039;jüdischen Paria&amp;#039;&amp;#039; in einen politischen Kampf gegen die Gesellschaft und den jüdischen [[Parvenü]] führen wollte: [[Juden]] lebten bis ins 20. Jahrhundert als ‚Pariavolk‘ in der [[Gesellschaft (Soziologie)|Gesellschaft]] und wurden trotz ihrer [[Assimilation (Soziologie)|Assimilation]] im 19. und 20. Jahrhundert in Westeuropa nicht als ebenbürtig anerkannt. Der Paria war nach Arendt ein Mensch, der wegen seines Andersseins zum Außenseiter erklärt und von der Gesellschaft verachtet wurde; als Parvenü verleugnete er unbewusst sein Anderssein, um von der herrschenden Gesellschaft anerkannt zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arendt unterschied weiter zwei Pariaformen – den [[Revolution]]är und den auch außerhalb der herrschenden Gesellschaft stehenden [[Schnorrer]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=In beiden Formen, als Revolutionär in der Gesellschaft der anderen wie als Schnorrer in der eigenen, von den Brosamen und den Idealen der Wohltäter lebend, bleibt der Paria dem Parvenu verhaftet, ihn schützend und unter seinem Schutz.&lt;br /&gt;
 |Autor=Hannah Arendt&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hannah Arendt |Titel=Die verborgene Tradition. Acht Essays |Verlag=Suhrkamp |Ort=Ffm. |Datum=2000 |ISBN=3-633-54163-2 |Seiten=46–73 |Fundstelle=zit. S.&amp;amp;nbsp;58 |JahrEA=1976}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;bewusste Paria&amp;#039;&amp;#039; stand für Arendt außerhalb der Gesellschaft und hätte durch seine Distanz bessere Einblicke in diese gehabt. Sie nannte als Beispiel [[Franz Kafka]], [[Rahel Varnhagen von Ense|Rahel Varnhagen]] und [[Charlie Chaplin]], obwohl er ein Scheinjude war,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Joshua Schultheis |Hrsg=Jüdische Allgemeine |Titel=Über Charlie Chaplin und andere Scheinjuden  Wie konnte sich die Geschichte von Chaplins Jüdischsein so lange halten? |Datum=2023-03-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und als gesellschaftlich eingebundene Gestalt der europäischen Assimilation [[Heinrich Heine]]. In ihrer Habilitationsarbeit &amp;#039;&amp;#039;[[Rahel Varnhagen (Arendt)|Rahel Varnhagen. Lebensgeschichte einer Jüdin in der Romantik]]&amp;#039;&amp;#039; stellte Arendt fest, dass Varnhagen nur als „Jüdin und Paria“ ihre Anerkennung und ihren „Platz in der Geschichte der europäischen Menschheit“ hätte finden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Klassismus]]&lt;br /&gt;
* [[Pariastaat]]&lt;br /&gt;
* [[Persona non grata]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Antonia Grunenberg]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Figur des Parias zwischen Bohème und Politik. Überlegungen zu einer unterschätzten Denkfigur im Arendtschen Denken.&amp;#039;&amp;#039; In: [https://hlz.hessen.de/fileadmin/user_upload/PDF/Publikationsreihen/Polis/polis47web.pdf &amp;#039;&amp;#039;Denken ohne Geländer. Hannah Arendt zum 100. Geburtstag.&amp;#039;&amp;#039;] (&amp;#039;&amp;#039;Reihe Polis,&amp;#039;&amp;#039; Band 47) [[Hessische Landeszentrale für politische Bildung]], Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-927127-74-6, S. 43–58.&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Jan Eike Dunkhase&lt;br /&gt;
   |Hrsg=[[Dan Diner]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Pariavolk&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur (EJGK)&lt;br /&gt;
   |Band=4&lt;br /&gt;
   |Verlag=Metzler&lt;br /&gt;
   |Ort=Stuttgart / Weimar&lt;br /&gt;
   |Datum=2013&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-476-02500-5&lt;br /&gt;
   |Seiten=496–500}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Paria in Indien:&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Paul Gäbler&lt;br /&gt;
   |Titel=Paria&lt;br /&gt;
   |TitelErg=Paria – Paria, eigentlich Paraiyar = Trommler&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=[[Evangelisches Kirchenlexikon|Evangelisches Kirchenlexikon – Kirchlich-theologisches Handwörterbuch]]&lt;br /&gt;
   |Band=P–Z&lt;br /&gt;
   |Auflage=Neuausgabe der 3.&lt;br /&gt;
   |Verlag=Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht&lt;br /&gt;
   |Ort=Göttingen&lt;br /&gt;
   |Datum=2004&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-89853-498-7&lt;br /&gt;
   |Spalten=60–61&lt;br /&gt;
   |JahrEA=1959&lt;br /&gt;
   |Online=[http://www.gaebler.info/2014/06/paria/ gaebler.info]&lt;br /&gt;
   |Abruf=2015-09-22}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kaste]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Diskriminierung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hannah Arendt]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Pietz</name></author>
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