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	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Paratext</id>
	<title>Paratext - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-26T07:52:36Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Paratext&amp;diff=300845&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Leyo: falsches Minuszeichen durch Halbgeviertstrich ersetzt</title>
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		<updated>2025-06-01T21:18:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;falsches &lt;a href=&quot;/index.php/Minuszeichen&quot; title=&quot;Minuszeichen&quot;&gt;Minuszeichen&lt;/a&gt; durch &lt;a href=&quot;/index.php/Halbgeviertstrich&quot; title=&quot;Halbgeviertstrich&quot;&gt;Halbgeviertstrich&lt;/a&gt; ersetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Paratext&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von {{grcS|παρα-|para-|de=neben}}) bezeichnet [[Textsorte]]n oder Textelemente, die einen [[Text]] begleiten oder ergänzen und seine [[Rezeption (Kunst)|Rezeption]] steuern, und zwar als Maßnahme des [[Autor]]s selbst oder fremde Unterstützung seiner Intentionen. Der Begriff wurde vom französischen Literaturtheoretiker [[Gérard Genette]] 1987 für [[Literatur|literarische]] Werke entwickelt, wurde von ihm selbst und weiterer Forschung zu [[Intertextualität]] auf Werke anderer [[Medientheorie|Medien]] ausgedehnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Peritext und Epitext ==&lt;br /&gt;
[[Datei:KingJamesBible1612-1613.jpg|mini|hochkant=1.5|[[Titelblatt]] und [[Widmung]] aus der [[King-James-Bibel]] 1613, gedruckt von [[Robert Barker (Drucker)|Robert Barker]].]]&lt;br /&gt;
Paratext wird nach dem in der medialen Präsentation gegebenen materiellen Bezug zum Basistext in Peritext und Epitext unterschieden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Peritext&amp;#039;&amp;#039; ist Paratext, der mit dem Basistext materiell verbunden ist und seine öffentliche Präsentation im Sinne des Autors wesentlich mitbedingt, als eigene Hinzufügung des Autors oder lenkende Maßnahme vermittelnder Helfer ([[Herausgeber]]). Bei einem Buch handelt es sich unter anderem um das [[Titelblatt]], ggf. mit [[Autor|Verfasser-]] und [[Gattung (Literatur)|Gattungsangabe]], [[Frontispiz]], um Zutaten wie [[Widmung]], [[Danksagung (Wissenschaft)|Danksagung]], formeller Klageabwehr (auch ironischer Art),&amp;lt;ref&amp;gt;Zum Beispiel: „Personen und Handlung dieser Erzählung sind frei erfunden. Sollten sich bei der Schilderung gewisser journalistischer Praktiken Ähnlichkeiten mit den Praktiken der [[Bild (Zeitung)|‚Bild‘-Zeitung]] ergeben haben, so sind diese Ähnlichkeiten weder beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidlich“ ([[Heinrich Böll]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Die verlorene Ehre der Katharina Blum|Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann. Erzählung]].&amp;#039;&amp;#039; Mit einem Nachwort des Autors: Zehn Jahre später. 42.&amp;amp;nbsp;Auflage. Dtv, München 2005, ISBN 3-423-01150-5, S.&amp;amp;nbsp;5).&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Motto (Literatur)|Motto]], [[Prolog (Literatur)|Vor-]] oder [[Nachwort]] sowie gliedernde und inhaltserschließende Mittel wie [[Gliederung|Zwischenüberschriften]], [[Inhaltsverzeichnis]]se und [[Register (Nachschlagewerk)|Register]]. Im Sinne eines erweiterten Werkbegriffs wird er auch als werkinterner Paratext bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Epitext&amp;#039;&amp;#039; ist in diesem Sinne werkexterner Paratext, der separat vom Basistext zirkuliert, aber nachträglich auch in den Peritext in Form von Anhängen oder Begleitmaterialien eingefügt werden kann und es dem Autor oder seinen Vermittlern ermöglicht, die Rezeption des Werks auch unabhängig von dessen eigentlicher Präsentation noch zusätzlich zu steuern. Dazu gehören zum Beispiel Interviews, Briefe und Tagebucheintragungen des Autors,  Autorenporträts oder Texte der Verlagswerbung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sinne der Formel &amp;#039;&amp;#039;Peritext + Epitext = Paratext&amp;#039;&amp;#039; ist bei Genette durch beide Unterbegriffe der Oberbegriff Paratext vollständig abgedeckt und auch kein Peri- oder Epitext vorgesehen, der nicht zugleich Paratext ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Paratext und Auktorialität ==&lt;br /&gt;
Bei Genette ist die Zugehörigkeit zum Paratext daran gebunden, dass dieser vom selben Verfasser wie der Basistext stammt oder als allographer (von fremder Hand stammender) Text die Intentionen des Autors zumindest unterstützt, und zwar im Rahmen dessen, was ein Autor „von einem normalen Dritten als Gefälligkeit – die kaum über ein Vorwort hinausgeht – erwarten oder erhoffen kann“.&amp;lt;ref&amp;gt;Genette: &amp;#039;&amp;#039;Paratexte&amp;#039;&amp;#039; (1989), S.&amp;amp;nbsp;321ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Kommentierende [[Marginalie|Rand-]], [[Fußnote|Fuß-]] oder [[Endnote]]n Dritter, die textphilologische Anführung vom Autor verworfener Entstehungsvarianten oder selbstständige wissenschaftliche Kommentare Dritter haben nach diesem Ansatz nicht den Status der Paratextualität, sondern den der  [[Palimpseste. Die Literatur auf zweiter Stufe#Metatextualität|Metatextualität]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Hermeneutik|hermeneutischen]] und Abgrenzungsprobleme, die sich durch den Rekurs auf die Intention des Autors und den Begriff des ‚normalen Dritten‘ ergeben, haben allerdings zu kritischen Einwänden geführt.&amp;lt;ref&amp;gt;Till Dembeck: &amp;#039;&amp;#039;Texte rahmen. Grenzregionen literarischer Werke im 18. Jahrhundert (Gottsched, Wieland, Moritz, Jean Paul).&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-019602-3, S.&amp;amp;nbsp;12ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine heute weit verbreitete, in der Extension erweiterte Begriffsverwendung vernachlässigt die auktoriale Intentionalität oder Erwartbarkeit als definitorisches Kriterium weitgehend und bezieht in der Tendenz alles das in den Begriff des Paratextes ein, was die Präsentation eines Basistextes begleitet, formt und dessen Rezeption lenkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik des semiotischen Modernismus ==&lt;br /&gt;
[[Umberto Eco]] kritisiert in seinem Aufsatz „Das Meisterwerk eines Unbekannten“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Umberto Eco |Titel=Das Meisterwerk eines Unbekannten |Sammelwerk=Die Kunst des Bücherliebens |Verlag=Deutscher Taschenbuch Verlag |Ort=München |Datum=2011 |ISBN=978-3-423-13989-2 |Seiten=165-176}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Gérard Genettes diskursive Einführung und Durchsetzung der modischen Begriffstrias Paratext/Peritext/Epitext für verbreitete bibliophile Phänomene des sechzehnten bis achtzehnten Jahrhunderts. Schon Zeitgenossen hätten sich mit paratextuellen Exzessen parodistisch und analytisch beschäftigt. Eco beschreibt z. B. das Werk des Autors Thémiseul de Saint Hyacinthe, das in der Ausgabe von 1745 „ein populäres Liedchen von vierzig Zeilen“ mit einem Paratext von mehr als 600 Seiten in parodistischer Absicht veröffentlicht. Diese verbreitete Praxis, die „Sache an sich“, werde aber von Genette nicht weiter untersucht.&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Sinecure (Joseph von Westphalen)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Till Dembeck]]: &amp;#039;&amp;#039;Poetik des Rahmens.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Grundthemen der Literaturwissenschaft: Poetik und Poetizität.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von [[Ralf Simon]]. De Gruyter, Berlin 2021, ISBN 978-3-11-076465-9, S.&amp;amp;nbsp;559–574.&lt;br /&gt;
* Gérard Genette: &amp;#039;&amp;#039;[[Palimpseste. Die Literatur auf zweiter Stufe]].&amp;#039;&amp;#039; Übersetzt von Wolfram Bayer und Dieter Hornig. Suhrkamp, Frankfurt 1993 (= &amp;#039;&amp;#039;Edition Suhrkamp&amp;#039;&amp;#039;, Neue Folge, 683), ISBN 3-518-11683-5; frz. Ausgabe: &amp;#039;&amp;#039;Palimpsestes. La littérature au second degré.&amp;#039;&amp;#039; Éditions du Seuil, Paris 1982, ISBN 2-02-006116-3.&lt;br /&gt;
* Gérard Genette: &amp;#039;&amp;#039;Paratexte. Das Buch vom Beiwerk des Buches.&amp;#039;&amp;#039; Übersetzt von Dieter Hornig, mit einem Vorwort von [[Harald Weinrich]]. Campus-Verlag, Frankfurt am Main/New York 1989, ISBN 3-593-34061-5; frz. Ausgabe: &amp;#039;&amp;#039;Seuils.&amp;#039;&amp;#039; Éditions du Seuil, Paris 1987, ISBN 2-02-009532-7.&lt;br /&gt;
* Martin Gerstenbräun-Krug, Nadja Reinhard (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Paratextuelle Politik und Praxis. Interdependenzen von Werk und Autorschaft.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Wien 2018, ISBN 978-3-205-20431-2.&lt;br /&gt;
* Laura Jansen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Roman Paratext. Frame, Texts, Readers.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, Cambridge 2014, ISBN 978-1-107-02436-6.&lt;br /&gt;
* [[Klaus Kreimeier]], [[Georg Stanitzek]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Paratexte in Literatur, Film, Fernsehen.&amp;#039;&amp;#039; Akademie, Berlin 2004, ISBN 3-05-003762-8.&lt;br /&gt;
* Annika Rockenberger: &amp;#039;&amp;#039;„Paratext“ und Neue Medien. Probleme und Perspektiven eines Begriffstransfers.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;PhiN. Philologie im Netz&amp;#039;&amp;#039;, 76 (2016), S. 20–60 ([https://web.fu-berlin.de/phin/phin76/p76t2.htm online]) [rekonstruiert Genettes Bestimmung des Ausdrucks „Paratext“ und diskutiert dessen Übertragung auf den Bereich der Neuen Medien].&lt;br /&gt;
* Georg Stanitzek: &amp;#039;&amp;#039;Buch: Medium und Form – in paratexttheoretischer Perspektive.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Ursula Rautenberg]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Buchwissenschaft in Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; Band 1: Theorie und Forschung. De Gruyter, Saur, Berlin/New York 2010, S. 157–200, ISBN 978-3-11-020036-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4221771-4|LCCN=|NDL=|VIAF=}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literarischer Begriff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literaturwissenschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Leyo</name></author>
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