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	<title>Parasoziale Interaktion - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T03:57:23Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Parasoziale_Interaktion&amp;diff=368368&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Crazy1880: Vorlagen-fix (Online)</title>
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		<updated>2026-02-11T11:51:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Vorlagen-fix (Online)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Parasoziale Interaktion (PSI)&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet in der [[Medienpsychologie]] eine Art einseitiger [[Interaktion]], bei der Zuschauer, Zuhörer oder [[Follower]] eine [[Intimität|intime]] &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Parasoziale Beziehung (PSB)&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; zu einem [[Persona|Medienakteur]] wie einem [[Fernsehmoderator]], [[Influencer]], [[Schauspieler]], [[Star (Person)|Star]], einer [[Avatar (Internet)|virtuellen Figur]], einem [[Tamagotchi]] oder einem [[Chatbot]] aufbauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Phänomen sind einseitige [[Intimität|intime]] Beziehungen auf Distanz im Prinzip auch ohne [[Audiovisuelle Medien|audiovisuelle]] Massenmedien möglich: sowohl die Rezeption von [[Literatur]], das [[Gebet]] als auch das innere [[Windtelefon|Gespräch mit Verstorbenen]] können in einem weiteren Sinn als parasoziale Beziehungen interpretiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Konzept von Horton und Wohl ==&lt;br /&gt;
Das Konzept wurde 1956 von den US-amerikanischen Psychologen Donald Horton und R. Richard Wohl entwickelt. In einem Schlüsselaufsatz übertrugen sie das Konzept der [[Soziale Interaktion|sozialen Interaktion]] auf die [[Massenmedien]], insbesondere das [[Fernsehen]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Donald Horton, R. Richard Wohl |Titel=Mass communication and para-social interaction. Observations on intimacy at a distance |Sammelwerk=Psychiatry |Band=19 |Nummer=4 |Datum=1956 |Seiten=215–229}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine der wichtigsten Eigenschaften der Massenmedien sei, so die These von Horton und Wohl, die Erzeugung einer [[Illusion]] von intimen „face-to-face“ Beziehungen zwischen Zuschauern und Darstellern. Grundannahme ist dabei, dass sich sowohl der Medienakteur als auch der [[Rezipient]] ähnlich wie in einer Face-to-Face-Situation verhalten: Die Medienperson bietet dem Rezipienten durch direkte Ansprache und ein auf ihn gerichtetes Verhalten die Illusion des persönlichen Kontaktes, als [[Simulacrum|Simulakrum]] eines [[Gespräch]]s von Geben und Nehmen. Der Rezipient kann auf dieses Kommunikationsangebot eingehen, indem er sich von der rein beobachtenden Position löst und aktiv auf das Angebot der Medienperson reagiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die entscheidende Differenz parasozialer Interaktionen zu face-to-face Interaktionen ist nach Horton und Wohl das Fehlen der tatsächlichen Gegenseitigkeit der Beziehung. Darüber hinaus sind noch folgende Aspekte ihrer Theorie hervorzuheben:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Klemens Hippel |url=https://www.montage-av.de/pdf/1992_1_1_MontageAV/montage_AV_1_1_1992_135-150_Hippel_Parasoziale_Interaktion.pdf |titel=Parasoziale Interaktion. Bericht und Bibliographie |hrsg=montage AV. Zeitschrift für Theorie und Geschichte audiovisueller Kommunikation |datum=1992 |format=PDF |abruf=2024-01-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Parasoziale Interaktion ist zu unterscheiden von [[Identifikation (Psychologie)|Identifikation]]. Identifikation im Sinne einer Übernahme der fremden Position ist innerhalb der parasozialen Interaktion zwar nicht ausgeschlossen, aber als Phänomen reduziert.&lt;br /&gt;
* Die Theorie der parasozialen Interaktion ist ein Beitrag zu einer interaktionistischen [[Fernsehen|Fernsehtheorie]]. Sie geht davon aus, dass durch ([[Das Imaginäre|imaginäre]]) Interaktionen von Zuschauer und Medienperson mit der Zeit ein Beziehungsgefüge aufgebaut wird. Ihr Gegenstand ist demnach nicht das bloße Vorliegen von Bindungen einzelner Zuschauer an Stars, entscheidend sind vielmehr die Herstellung, Weiterentwicklung und Aufrechterhaltung sowie die spezifischen Eigenschaften solcher Beziehungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Parasoziale Beziehungen sind ein durch die Struktur der Medien angelegtes Phänomen und keine pathologische Nutzungsform der Medien. Die Möglichkeit der Nutzung von parasozialen Beziehungen als Ersatz für soziale impliziert nicht, dass diese Nutzungsform der Regelfall wäre.&lt;br /&gt;
Als Beispiel für parasoziale Beziehungen kann die langlaufende deutsche [[Fernsehserie]] [[Lindenstraße]] dienen, die von 1985 bis 2020 ausgestrahlt wurde und eine treue [[Fan]]gemeinde aufgebaut hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Jörn Kruse, Stefan Niggemeier |url=https://uebermedien.de/47185/die-lindenstrasse-ist-ein-teil-meines-lebens/ |titel=Letzte Folge der ARD-Serie: „Die ‚Lindenstraße‘ ist ein Teil meines Lebens“ |werk=uebermedien.de |datum=2020-03-24 |abruf=2024-01-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Zuschauer hatten über Jahre hinweg die Geschichten und das Leben der Charaktere verfolgt, was zu starken parasozialen Beziehungen führte. Als die Serie endete, erlebten viele Fans [[Trauer]] und Verlustgefühle, ähnlich wie beim Verlust einer realen Beziehung. Das Ende der Serie bedeutete nicht nur das Ende einer Unterhaltungsquelle, sondern auch das Ende der regelmäßigen „Besuche“ bei diesen fiktiven Freunden und Bekannten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption und Weiterentwicklung des Konzepts von Horton und Wohl ==&lt;br /&gt;
Eine exakte Bestimmung des Verhältnisses von parasozialer und face-to-face Interaktion bei Horton und Wohl ist schwierig, da sie die wahrnehmungsbezogenen Aspekte von parasozialen Erfahrungen nicht näher ausführten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da auch die Medienperson ihr Auftreten der (erwarteten) Reaktion des Zuschauers anpasst, wird der Rezipient umso aktiver am medialen Geschehen teilnehmen, je stärker er diese anpassende Veränderung des Verhaltens der Medienperson wahrnimmt.&amp;lt;ref&amp;gt;Alexandra Thallmair, Patrick Rössler: &amp;#039;&amp;#039;Parasoziale Interaktion bei der Rezeption von Daily Talkshows. Eine Befragung von älteren Talk-Zuschauern.&amp;#039;&amp;#039; In: Christian Schneiderbauer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Daily Talkshows unter der Lupe.&amp;#039;&amp;#039; Wissenschaftliche Beiträge aus Forschung und Praxis. Angewandte Medienforschung Bd. 20. München: Verlag Reinhard Fischer, 2001. S. 179–207.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wenn die Zuschauer die Gedanken eines TV-Darstellers lesen, können sie schnell den Eindruck gewinnen, dass der Darsteller sie wahrnimmt und ihnen Aufmerksamkeit schenkt. Auf der Grundlage von gegenseitigen Erwartungen können sich so, trotz des Fehlens von [[Reziprozität (Soziologie)|Reziprozität]], längerfristige [[Emotion|emotionale Bindungen]] entwickeln, die in die [[Alltag|alltägliche Lebenswelt]] integriert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gary Bente]], Bettina Fromm: &amp;#039;&amp;#039;Affektfernsehen. Motive, Angebotsweisen und Wirkungen.&amp;#039;&amp;#039; Schriftenreihe Medienforschung der Landesanstalt für Rundfunk Nordrhein-Westfalen. Bd. 24. Opladen: Leske und Budrich, 1997. S. 44.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Alfred Schmitz |url=https://www.deutschlandfunk.de/medien-fortsetzung-folgt-wenn-serien-suechtig-machen-100.html |titel=Fortsetzung folgt: Wenn Serien süchtig machen |hrsg=Deutschlandfunk |datum=2014-07-17 |abruf=2024-01-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Viola Schenz im Gespräch mit Medienwissenschaftlerin Joan Kristin Bleicher |url=https://www.sueddeutsche.de/medien/medienforschung-boese-szenen-1.2603077 |titel=Medienforschung: Böse Szenen |hrsg=Süddeutsche Zeitung |datum=2015-08-10 |abruf=2024-01-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Serielle Formate fördern das Zustandekommen von parasozialer Interaktion und Beziehung durch die regelmäßig wiederkehrende Möglichkeit der Nutzung und Zuwendung.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Lothar Mikos |url=https://mediendiskurs.online/beitrag/parasoziale-interaktion-mit-seriencharakteren-beitrag-1136/ |titel=Parasoziale Interaktion mit Seriencharakteren |werk=mediendiskurs.online |datum=2022 |abruf=2024-01-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Voraussetzung für das Zustandekommen dieser emotionalen Beziehungen ist eine Übereinstimmung der [[Wertvorstellung]]en zwischen dem realen Interaktionspartner (dem Fernsehzuschauer) und der medialen Figur.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Andrea Payrhuber |Hrsg=mediendiskurs.online |Titel=&amp;quot;Es ist, als wäre das meine Familie&amp;quot;. Wertevermittlung durch serielle Formate |Datum=2012 |Seiten=36–39 |Online=https://mediendiskurs.online/beitrag/es-ist-als-waere-das-meine-familie/}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Anfang der 1960er Jahre in der [[Mediennutzungsforschung]] entwickelte Modell der „[[Nutzen- und Belohnungsansatz|Uses and Gratifications]]“ untersucht die aktive Rolle der Rezipienten. Innerhalb dieser Theorie erscheinen die parasozialen Interaktionen und Beziehungen als eine mögliche „Gratifikation“ und als „functional alternative“ für face-to-face Interaktionen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Karl Erik Rosengren, Swen Windahl |Hrsg=Denis McQuail |Titel=Mass media as a functional alternative |Sammelwerk=Sociology of mass communication |Verlag=Penguin |Datum=1972 |Seiten=166–194}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Konzept der parasozialen Interaktion weist eine große Nähe zum [[Symbolischer Interaktionismus|symbolischen Interaktionismus]] und den Ideen von [[Erving Goffman]] auf. Der US-amerikanische Soziologe James R. Beniger sieht 1987 im Konzept von Horton und Wohl eine Übertragung der Ideen von [[George Herbert Mead]] auf die Massenmedien.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=James R. Beniger |Titel=Personalization of mass media and the growth of pseudo-community (Review) |Sammelwerk=Communication Research |Band=14 |Nummer=3 |Datum=1987 |Seiten=352–371}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine 2023 in der Schweiz durchgeführte Studie kam zu dem Schluss, dass in alltäglichen Betrachtungssituationen parasoziale Interaktionen mit Medienpersonen zunehmen, je ähnlicher die [[Introversion und Extraversion|Extraversion]] und die wahrgenommenen [[Big Five (Psychologie)|Big-Five]]-Eigenschaften waren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Michelle Möri, Andreas Fahr |url=https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyg.2023.1297687/full |titel=Parasocial interactions with media characters: the role of perceived and actual sociodemographic and psychological similarity |werk=frontiersin.org |datum=2023-12-08 |abruf=2024-02-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Parasoziale Interaktionen in digitalen Welten ==&lt;br /&gt;
Ende der 1960er Jahre hatte [[Joseph Weizenbaum]] mit seinem Computerprogramm [[ELIZA]] gezeigt, dass bereits die Simulation einer Therapiesitzung mit einem textbasierten digitalen Dialogsystem zu einer parasozialen Beziehung führen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Christoph Neuberger, Martin Emmer, Clara Iglesias Keller, Hanna Krasnova, Martin Krzywdzinski, Axel Metzger, Sonja Schimmler, Lena Ulbricht, Gergana Vladova |Titel=Memories of Joseph Weizenbaum on the Centenary of his Birth |Sammelwerk=Weizenbaum Journal of the Digital Society |Band=Volume 3 |Nummer=3 |Datum=2023 |Sprache=en |Online=https://ojs.weizenbaum-institut.de/index.php/wjds/article/view/3_3_1/113}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem „[[Digital Lifestyle]]“ und dem [[Massenmedien|massenmedialen]] Ausbau [[Metaversum|virtueller Welten]] im [[World Wide Web]], [[Blogger]]n, [[YouTuber]]n, [[Influencer]]n, [[Podcast|Podcastern]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.3sat.de/kultur/kulturdoku/der-podcast-boom-100.html |titel=Der Podcast-Boom |hrsg=3sat |datum=2026-01-27 |abruf=2026-02-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Olguta Vilceanu |url=https://www.cogitatiopress.com/mediaandcommunication/article/view/9059 |titel=Parasocial Intimacy, Change, and Nostalgia in Podcast Listener Reviews |werk=cogitatiopress.com |datum=2026-01-14 |abruf=2026-02-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Follower]]n hat das Konzept der parasozialen Interaktion erneut eine große Aufmerksamkeit erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Till Westermayer |Hrsg=C. Kappes et al. |Titel=Parasoziale Interaktion in sozialen Medien: Kennst du mich? |Sammelwerk=Medienwandel kompakt 2011 – 2013 |Verlag=Springer Fachmedien |Ort=Wiesbaden |Datum=2014 |ISBN=978-3-658-00849-9}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Sonia Robak |Titel=Kommentieren oder nicht kommentieren, das ist hier die Frage. Eine Mehrmethodenstudie zu parasozialen Aktivitäten mit Social Media-Personae im Kontext der sozialen Netzwerke. |Verlag=wvb Wissenschaftlicher Verlag Berlin |Datum=2019 |ISBN=978-3-96138-135-7}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Zoe Olbermann, Philine Janus |url=https://www.bpb.de/lernen/digitale-bildung/werkstatt/546934/parasoziale-beziehungen-wenn-freundschaft-zur-illusion-wird/ |titel=Parasoziale Beziehungen: Wenn Freundschaft zur Illusion wird |hrsg=Bundeszentrale für politische Bildung |datum=2024-04-05 |abruf=2024-12-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Abseits der traditionellen Massenmedien Fernsehen und Radio stehen seit den [[2000er]] Jahren primär [[soziale Medien]] im Fokus der PSI-Forschung. Auf [[Webanwendung|Onlineplattformen]] wie [[TikTok]], [[Instagram]], [[YouTube|Youtube]] oder [[Twitch]] erreichen reale, fiktive und virtuelle Persönlichkeiten ein großes Publikum.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Daniel Pietschmann |url=https://mediendiskurs.online/beitrag/tief-verbunden-beitrag-772/ |titel=Tief verbunden. Parasoziale Interaktionen in immersiven Medien |werk=mediendiskurs.online |datum=2022-08-01 |abruf=2024-01-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Unternehmen und Influencer haben mit dem [[Influencer-Marketing]] parasoziale Beziehungen als [[Geschäftsmodell]] entdeckt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.magazin-forum.de/de/node/22034 |titel=Der unbekannte Freund |werk=magazin-forum.de |datum=2021-05-07 |abruf=2024-01-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Spendenskandal um die italienische Influencerin [[Chiara Ferragni]] könne eine Gelegenheit sein, &amp;quot;ein fehlerhaftes Modell hinter sich zu lassen, das keine Werte kennt, auf Lüge und parasozialer Interaktion sowie dem auf das ganze Leben ausgeweiteten [[Reality-TV]]-Prinzip beruht.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Daniel Kalt |url=https://www.diepresse.com/18079425/neue-regeln-was-der-ferragni-spendenskandal-fuer-die-influencer-branche-bedeuten-koennte |titel=Neue Regeln: Was der Ferragni-Spendenskandal für die Influencer-Branche bedeuten könnte |werk=diepresse.com |datum=2024-02-13 |abruf=2024-02-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterschied zur passiven, [[Film|filmischen]] oder der beim [[Lesen]] erzeugten [[Immersion (virtuelle Realität)|Immersion]] erlauben hochgradig [[immersive Medien]] (z. B. [[Virtuelle Realität|Virtual Reality]]) eine [[Interaktion]] mit der virtuellen Umgebung, wodurch eine wesentlich höhere Intensität der Immersion erreicht werden kann. Interaktionen mit [[Virtueller Gefährte|virtuellen Medienfiguren]] und [[Generatives KI-Modell|generativen KI-Chatbots]] wie [[Replika (Chatbot)|Replika]], Character.ai&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.familienhandbuch.de/aktuelles/neue/55834/ |titel=Chatten mit Stars und Filmfiguren? Die Plattform Character.ai macht es möglich |hrsg=Staatsinstitut für Frühpädagogik und Medienkompetenz |abruf=2025-07-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, Nomi.AI&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://nomi.ai/ |titel=Nomi.ai – An AI Companion with Memory and a Soul |werk=nomi.ai |abruf=2025-07-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und CHAI&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.chai-research.com/ |titel=CHAI: CHAT + AI |werk=chai-research.com |abruf=2025-07-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; können sehr starke Gefühle auslösen und sich zunehmend wie echte soziale Beziehungen anfühlen. Die Beziehung verschiebt sich von bloßer Beobachtung zu gefühlter [[Reziprozität (Soziologie)|Reziprozität]], obwohl diese letztlich simuliert ist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Michael B. Robb, Supreet Mann |Titel=Talk, Trust, and Trade-Offs: How and Why Teens use AI Companions |Verlag=common sense media |Datum=2025}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den frühen 2000er Jahren ist die Forschung zur parasozialen Interaktion im [[Marketing]] stark angestiegen. Nach einem anfänglichen Fokus auf traditionelle Medienbeziehungen hat sich die Forschung zu einem umfassenden Forschungsfeld entwickelt, das digitale Plattformen, KI-Interaktionen und komplexes Konsumentenverhalten im Kontext von [[Endorsement|Prominenten-Endorsements]], [[Markentransfer|Branding]], [[Livestreaming]] und [[Chatbot|Chatbots]] umfasst.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Zeeshan Majeed Nadroo, Jamid Ul Islam, Mohammad Asif Naqshbandi |Titel=Parasocial Interaction in Marketing Domain: Offering Insights Through a Systematic Literature Review |Sammelwerk=International Journal of Consumer Studies |Band=Volume 49 |Nummer=Issue 4 |Verlag=John Wiley |Datum=2025-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Festzuhalten ist, dass parasoziale Interaktionen und Beziehungen mit reponsiven  [[Künstliche Intelligenz|künstlichen Intelligenzen]] vielschichtiger, riskanter und komplizierter werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Florian Ploier |url=https://www.sumomag.at/gefuehle-fuer-einen-chatbot-wenn-aus-etwas-kuenstlichem-reale-liebe-wird/ |titel=Gefühle für einen Chatbot: Wenn aus etwas Künstlichem reale Liebe wird |werk=sumomag.at |datum=2024-01-15 |abruf=2024-01-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; KI-Chatbots werden im Influencer-Marketing, insbesondere im [[Community Management]], große Chancen eingeräumt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Nina Müller |url=https://www.faz.net/pro/digitalwirtschaft/kuenstliche-intelligenz/zwischen-kritik-und-potential-ki-chatbots-im-influencer-marketing-110181399.html |titel=FIBII AI. Zwischen Kritik und Potential: KI-Chatbots im Influencer-Marketing |werk=faz.net |datum=2024-12-18 |abruf=2024-12-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bewertung von parasozialen Beziehungen ==&lt;br /&gt;
Parasoziale „Beziehungspartner“ wie etwa [[Prominenz|Prominente]], [[Moderator]]en, [[Influencer]] oder [[Chatbot]]s bieten Unterhaltung und Orientierung und können eine Quelle der [[Inspiration]] sein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=5NZViPOUpow |titel=Mein Freund der Influencer: Parasoziale Beziehungen - Sozialpsychologie mit Prof. Erb |werk=youtube.com |abruf=2024-01-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die emotionale Bindung kann auch das Gefühl von [[Soziale Gruppe|Zugehörigkeit]] und Gemeinschaft stärken, insbesondere in [[Online-Community|Online-Communities]], wo [[Fan]]s sich austauschen. Zudem können sie als eine Form von emotionaler Unterstützung dienen, indem sie das Gefühl geben, verstanden zu werden. Sie können auch dabei helfen, [[Soziale Kompetenz|soziale Fähigkeiten]] zu entwickeln, indem man beobachtet, wie die Personen in den Medien interagieren. Regelmäßige Fernsehsendungen können Struktur im Alltag bieten, was besonders bei älteren Menschen oder Personen, die allein leben, hilfreich sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Risiko von parasozialen Beziehungen ist, dass sie zu intensiv werden und echte zwischenmenschliche Beziehungen ersetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Ryan K. McBain |url=https://www.nytimes.com/2025/08/25/opinion/teen-mental-health-chatbots.html |titel=Teens Are Using Chatbots as Therapists. That’s Alarming. |hrsg=The New York Time |datum=2025-08-25 |abruf=2025-08-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies kann zu [[Einsamkeit]] und sozialer Isolation führen. Manchmal entsteht auch eine unrealistische [[Erwartungshaltung]], weil die parasoziale Beziehung [[Idealisierung (Psychologie)|idealisiert]] wurde. Enttäuschung und Stress können entstehen, wenn die reale Person hinter der Medienperson die Erwartungen nicht erfüllt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund ihrer Einseitigkeit bringen parasoziale Beziehungen für den Rezipienten keine Verpflichtungen mit sich.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Claudio Rizzello |url=https://www.spiegel.de/kultur/tv/lindenstrassen-erich-schiller-sinn-und-unsinn-beim-serientod-a-1066496.html# |titel=Tod in Serien: &amp;quot;Der Zuschauer muss sich nicht um die Beerdigung kümmern&amp;quot; |hrsg=Der Spiegel |datum=2015-12-07 |abruf=2024-01-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
chronologisch absteigend:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Eva Weber-Guskar]]: &amp;#039;&amp;#039;Gefühle der Zukunft. Wie wir mit emotionaler KI unser Leben verändern&amp;#039;&amp;#039;, Ullstein Verlag, Berlin 2024, ISBN 978-3-550-20287-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Takuya Maeda, Anabel Quan-Haase: &amp;#039;&amp;#039;When Human-AI Interactions Become Parasocial: Agency and Anthropomorphism in Affective Design&amp;#039;&amp;#039;,   [https://facctconference.org/static/papers24/facct24-71.pdf FAccT &amp;#039;24, June 03–06, 2024, Rio de Janeiro, Brazil] PDF&lt;br /&gt;
* Mauricio Figueroa-Torres: &amp;#039;&amp;#039;Affection as a service: Ghostbots and the changing nature of mourning&amp;#039;&amp;#039;, in:  Computer Law &amp;amp; Security Review 52 (2024)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gottfried Schweiger, Michael Zichy (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Zwischenmenschliche Beziehungen im Zeitalter des Digitalen. Ethische und interdisziplinäre Perspektiven&amp;#039;&amp;#039;. J.B. Metzler 2023, ISBN 978-3-662-66930-3.&lt;br /&gt;
* Rebecca Tukachinsky Forster: &amp;#039;&amp;#039;The Oxford Handbook of Parasocial Experiences&amp;#039;&amp;#039;. Oxford University Press 2023, ISBN 978-0-19-765067-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Holger Schramm, Nicole Liebers, Laurenz Biniak, Franca Dettmar: &amp;#039;&amp;#039;Neuere Forschungen zu parasozialen Interaktionen und Beziehungen. Steckbriefe von über 250 Studien aus den Jahren 2016 bis 2020&amp;#039;&amp;#039;, Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2022, ISBN 978-3-8487-8303-8.&lt;br /&gt;
* Claudia Wegener: &amp;#039;&amp;#039;Theorieansätze und Hypothesen in der Medienpädagogik: Parasoziale Interaktion&amp;#039;&amp;#039;, in: Uwe Sander, Friederike von Gross, Kai-Uwe Hugger (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch Medienpädagogik, 2. Auflage&amp;#039;&amp;#039;, Springer VS 2022. ISBN 978-3-658-23577-2.&lt;br /&gt;
* [[Jan-Philipp Stein]], Priska Linda Breves, Nora Anders: &amp;#039;&amp;#039;Parasocial interactions with real and virtual influencers: The role of perceived similarity and human-likeness&amp;#039;&amp;#039;, in: New Media &amp;amp; Society, June 13. 2022. [https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/14614448221102900 PDF]&lt;br /&gt;
* Lothar Mikos: &amp;#039;&amp;#039;Parasoziale&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;Interaktion&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;mit&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;Seriencharakteren&amp;#039;&amp;#039;, in: mediendiskurs 26. Jg. 3/2022 S. 14–18. [https://mediendiskurs.online/beitrag/parasoziale-interaktion-mit-seriencharakteren-beitrag-1136/ PDF]&lt;br /&gt;
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* Benjamin Krämer: &amp;#039;&amp;#039;Einkaufsfernsehen, Verkaufsfernsehen, einfach nur Fernsehen. Ein Forschungsüberblick zum Teleshopping mit einigen Anregungen zur weiteren Diskussion und Analyse&amp;#039;&amp;#039;, Münchner Beiträge zur Kommunikationswissenschaft Nr. 10 (September 2009), [https://epub.ub.uni-muenchen.de/10997/1/mbk_10.pdf PDF]&lt;br /&gt;
* https://www.tiktok.com/@zeitjung_magazin/video/7187815316133629189, Was ist eine parasoziale Beziehung?&lt;br /&gt;
* [https://www.commonsensemedia.org/sites/default/files/research/report/talk-trust-and-trade-offs_2025_web.pdf Michael B. Robb, Supreet Mann: Talk, Trust, and Trade-Offs. How and Why Teens Use AI Companions, Common sense media 2025] PDF&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handlung und Verhalten (Soziologie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sozialpsychologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Medienpsychologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Crazy1880</name></author>
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