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	<title>Parafiskalische Abgabe - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-26T02:27:04Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Parafiskalische_Abgabe&amp;diff=753183&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Mike Krüger: Abschnittslink korr.</title>
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		<updated>2024-03-22T07:42:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Abschnittslink korr.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;parafiskalische Abgabe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist in der [[Steuerlehre]] eine [[Abgabe]], die einem [[Parafiskus]] zufließt und von diesem einem bestimmten [[Verwendungszweck]] zugeführt werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Parafiskalisch bedeutet „außersteuerlich“, ein Parafiskus muss nach [[herrschende Meinung|herrschender Meinung]] der [[Zahlungsempfänger]] dieser Abgabe sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Volkmar Götz, &amp;#039;&amp;#039;Parafiskalische Abgaben im europäischen Gemeinschaftsrecht&amp;#039;&amp;#039;, in: Rudolf Wendt/Wolfgram Höfling/Ulrich Karpen/Martin Oldiges (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Staat/Wirtschaft/Steuern: FS Karl Heinrich Friauf&amp;#039;&amp;#039;, 1996, S. 43; ISBN 3-811451960&amp;lt;/ref&amp;gt; Parafiskalische Abgaben sind Konstellationen, in denen eine bestimmte [[Privatwirtschaft|private]] oder [[öffentliche Einrichtung]] zwangsweise erhobene Beiträge oder Gebühren zu einem vor ihrer Erhebung feststehenden Zweck einzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Jaeger, &amp;#039;&amp;#039;Beihilfen durch Steuern und parafiskalische Abgaben&amp;#039;&amp;#039;, 2006, S. 273; ISBN 978-3708303956&amp;lt;/ref&amp;gt; Der [[EuGH]] stufte Zuwendungen dann als verbotene [[Beihilfe (EU)|Beihilfen]] ein, wenn sie aus parafiskalischen Abgaben finanziert wurden, die einem Parafiskus zugeflossen waren.&amp;lt;ref&amp;gt;EuGH, Urteil vom 22. März 1977, Slg. 1977, 608 – Steinike &amp;amp; Weinlig = {{Rspr|NJW 1977, 1005}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
Die deutsche [[Rechtsordnung]] kennt als klassische Abgabenarten [[Steuer]]n, [[Gebühr#Gesetzliche Regelung|Gebühren]] und [[Beitrag#Öffentlich-rechtliche Beiträge|Beiträge]]. Daneben hat das [[Bundesverfassungsgericht]] (BVerfG) unter bestimmten Voraussetzungen auch parafiskalische (außersteuerliche) [[Sonderabgabe (Deutschland)|Sonderabgaben]] für mit dem [[Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland|Grundgesetz]] vereinbar erklärt. Diese müssen allerdings eine seltene Ausnahme bleiben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/1995/01/ls19950124_1bvl001893.html BVerfG, Beschluss vom 24. Januar 1995, 1 BvL 18/93 u. a., S. 18 (Rn. 78)]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Finanzverfassungsrecht|Finanzverfassung]] geht grundsätzlich davon aus, dass Gemeinlasten aus Steuern finanziert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Rspr|BVerfGE 82, 159}}, 178&amp;lt;/ref&amp;gt; Parafiskalische Sonderabgaben treten zwangsläufig in Konkurrenz zur Steuer, weil sie einerseits wie diese voraussetzungslos sind, also ohne Rücksicht auf eine korrespondierende [[Gegenleistung]] der [[öffentliche Hand|öffentlichen Hand]] auferlegt werden, andererseits aber Angehörige einer bestimmten Gruppe – in Abkehr vom Grundsatz der Steuergleichheit – besonders belasten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parafiskalische Abgaben sind zwischen den [[EU-Mitgliedstaat]]en verboten, denn sie fallen neben [[Einfuhrzoll|Einfuhrzöllen]] und [[Ausfuhrzoll|Ausfuhrzöllen]] zu den „Abgaben gleicher Wirkung“ nach {{Art.|30|AEUV|dejure}} [[AEUV]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Streinz_Europarecht/fw_2CwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Art.+30+AEUV+Parafiskalische+Abgaben&amp;amp;pg=PA338&amp;amp;printsec=frontcover Rudolf Streinz, &amp;#039;&amp;#039;Europarecht&amp;#039;&amp;#039;, 2016, S. 338]&amp;lt;/ref&amp;gt; Parafiskalische Abgaben werden vom EuGH dann als Beihilfen eingestuft, wenn „nach der einschlägigen nationalen Regelung zwischen ihr (der Abgabe; &amp;#039;&amp;#039;d. Verf.&amp;#039;&amp;#039;) und der Beihilfe ein zwingender Verwendungszusammenhang in dem Sinne besteht, dass das Aufkommen aus der parafiskalischen Abgabe notwendig für die [[Finanzierung]] der Beihilfe verwendet wird“.&amp;lt;ref&amp;gt;EuGH, Urteil vom 14. April 2005, Rs C-128/03 und C-129/03, Slg. 2005, I 2861, AEM Torino SpA = {{Rspr|EuZW 2005, 499}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
Parafiskalische Abgaben sind [[Zwangsabgabe]]n für eine bestimmte homogene Gruppe von [[Wirtschaftssubjekt]]en, die von vorneherein zweckgebunden zur Finanzierung einer bestimmten Maßnahme ohne direkte Verbindung zum [[Staatshaushalt]] verwendet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Matthias Meyer, &amp;#039;&amp;#039;Die Bewertung parafiskalischer Abgaben aus Sicht des europäischen Beihilferechts&amp;#039;&amp;#039;, 2007, S. 63; ISBN 978-3631563199&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Nicht mehr erhobene Abgaben&lt;br /&gt;
Der [[Absatzfonds]] war eine Anstalt des öffentlichen Rechts und erhob Beiträge von [[landwirtschaft]]lichen, [[forstwirtschaft]]lichen [[Betrieb]]en und Unternehmen der [[Ernährungswirtschaft]], die für die Exportförderung von [[Agrarprodukt]]en eingesetzt wurden. Die Beiträge unterlagen dem EuGH zufolge dem Beihilfeverbot.&amp;lt;ref&amp;gt;EuGH, Urteil vom 22. März 1977, Slg. 1977, 608 – Steinike &amp;amp; Weinlig = {{Rspr|NJW 1977, 1005}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bis Juni 2022 erhobene [[EEG-Umlage]] war eine parafiskalische Abgabe, denn sie stellte die alleinige Finanzierungsquelle für die Förderung [[Erneuerbare Energien|Erneuerbarer Energien]] dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Umlagesysteme_im_Energierecht/mK5aDwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Parafiskalische+Abgabe&amp;amp;pg=PA176&amp;amp;printsec=frontcover Wiam Ouertani, &amp;#039;&amp;#039;Umlagesysteme im Energierecht&amp;#039;&amp;#039;, 2018 S. 176]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der EuGH hatte diese Umlage nicht als Beihilfe eingestuft.&amp;lt;ref&amp;gt;EuGH, Urteil vom 28. März 2019, C-405/16 P = {{Rspr|NVwZ 2019, 626}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Bestehende Abgaben&lt;br /&gt;
Die [[Filmförderungsanstalt]] ist eine [[Anstalt des öffentlichen Rechts (Deutschland)|Anstalt des öffentlichen Rechts]] – damit ein Parafiskus im weiteren Sinne – und darf nach {{§|146|ffg_2017|juris}} Abs. 1 [[Filmförderungsgesetz (Deutschland)|FFG]] eine &amp;#039;&amp;#039;Filmabgabe&amp;#039;&amp;#039; von [[Kino]]s und [[Video-on-Demand|Videoprogrammanbietern]] erheben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Gabler_Lexikon_Medienwirtschaft/m00lBAAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Parafiskalische+Abgabe+lexikon&amp;amp;pg=PA339&amp;amp;printsec=frontcover Insa Sjurts, &amp;#039;&amp;#039;Gabler Lexikon Medienwirtschaft&amp;#039;&amp;#039;, 2011, S. 208]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Filmabgabe ist zulässig, soweit sie [[import]]ierte [[Kinofilm]]e nicht belastet und nationale [[Filmproduktion]]en beim [[Export]] nicht geringer belastet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Heike Geier, &amp;#039;&amp;#039;Nationale Filmförderung und europäisches Beihilferecht&amp;#039;&amp;#039;, 2006, S. 190; ISBN 978-3832920746&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die im Zuge der [[Finanzkrise ab 2007]] eingeführte [[Bankenabgabe]] in Deutschland ist aufgrund der [[Rechtsprechung]] des EuGH zu anderen [[Einzelfall|Einzelfällen]] als parafiskalische Abgabe einzustufen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hanno Kube, &amp;#039;&amp;#039;Rechtliche Grundlagen und Grenzen der EU-Bankenabgabe&amp;#039;&amp;#039;, in: Heidelberger Beiträge zum Finanz- und Steuerrecht 2, 2016, S. 45 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== International ==&lt;br /&gt;
In [[Österreich]] geht der [[Verwaltungsgerichtshof (Österreich)|Verwaltungsgerichtshof]] (VGH) aufgrund der Rechtsprechung des EuGH davon aus, dass der [[Ertrag]] einer parafiskalischen Abgabe, wie der an die [[Agrarmarkt Austria]] zu entrichtende Agrarmarketingbeitrag, je nach seiner Verwendung eine staatliche Beihilfe darstellen könne.&amp;lt;ref&amp;gt;VGH, Urteil vom 21. März 2005, Gz.: 2004/17/0237&amp;lt;/ref&amp;gt; In der [[Schweiz]] werden parafiskalische Abgaben von [[Gemeinde (Schweiz)|Gemeinden]] und [[Kanton (Schweiz)|Kantonen]] erhoben.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement]] EVD (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Anrechenbare Kosten im schweizerischen Elektrizitätsnetz&amp;#039;&amp;#039;, Mai 2008, S. 8&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Frankreich]] wurden ab 1959 die Voraussetzungen per Gesetz ({{frS|loi organique}}) zur Erhebung parafiskalischer Abgaben ({{frS|taxes parafiscales}}) geregelt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Grundlagen_der_Staatsfinanzierung_durch/WA8p-VPX2v0C?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=parafiskalische+Abgaben&amp;amp;pg=PA354&amp;amp;printsec=frontcover Christian Jahndorf, &amp;#039;&amp;#039;Grundlagen der Staatsfinanzierung durch Kredite und alternative Finanzierungsformen im Finanzverfassungs- und Europarecht&amp;#039;&amp;#039;, 2003, S. 354]&amp;lt;/ref&amp;gt; Soweit sie gegen [[EU-Recht]] verstoßen haben, wurden sie vom EuGH als verbotene Beihilfen eingestuft.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Europäischer Gerichtshof]], [https://lexetius.com/1992,326 Urteil vom 16. Dezember 1992 – C-144/91], dort Rn. 24.&lt;br /&gt;
* Rudolf Streinz, &amp;#039;&amp;#039;Europarecht&amp;#039;&amp;#039;, 5. Auflage, 2001, C.F. Müller, S. 291.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bankwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Europarecht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Filmwirtschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Steuern und Abgaben]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Steuerrecht]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Mike Krüger</name></author>
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