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	<title>Paradigma - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-28T00:41:13Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Paradigma&amp;diff=16920&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Chhelp: Zusatz bei Capra, wegen aktuellerer Verwendung, mit Belegen</title>
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		<updated>2026-04-20T07:00:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zusatz bei Capra, wegen aktuellerer Verwendung, mit Belegen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|beschreibt das Paradigma verstanden als grundsätzliche Denkweise. Für weitere Bedeutungen siehe [[Paradigma (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Paradigma&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Die deutsche Aussprache ist im Gegensatz zur altgriechischen laut Duden [para&amp;#039;digma], also mit dem Akzent auf der vorletzten Silbe.&amp;lt;/ref&amp;gt; ([[Plural]] &amp;#039;&amp;#039;Paradigmen&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Paradigmata&amp;#039;&amp;#039;) ist eine grundsätzliche Denkweise. Das Wort entstammt dem [[Altgriechische Sprache|griechischen]] {{lang|grc|παράδειγμα|parádeigma}} (von {{lang|grc|παρά|pará}} „an, dazu, neben“ sowie {{lang|grc|δείκνυμι|deíknymi}} „zeigen, begreiflich machen“). Übersetzt bedeutet es „[[Beispiel]], [[Vorbild]], [[Muster]]“ oder „Abgrenzung, Erklärungsmodell, Vorurteil“; auch „Weltsicht“ oder „[[Weltanschauung]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der antiken [[Rhetorik]] verstand man darunter eine Begebenheit, die als positiver oder negativer Beleg für eine [[Dogmatik|dogmatische]] Argumentation oder eine [[Moral]]lehre angeführt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gero von Wilpert]]: &amp;#039;&amp;#039;Sachwörterbuch der Literatur&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Kröners Taschenausgabe]].&amp;#039;&amp;#039; Band 231). 4., verbesserte und erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 1964, {{DNB|455687854}}, S. 194.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit dem späten 18. Jahrhundert bezeichnete Paradigma eine bestimmte Art der [[Weltanschauung]] oder eine [[Lehrmeinung]]. Der Begriff wurde von [[Georg Christoph Lichtenberg]] eingebracht.&amp;lt;ref&amp;gt;Stephen Edelston Toulmin: &amp;#039;&amp;#039;Menschliches Erkennen, I: Kritik der kollektiven Vernunft&amp;#039;&amp;#039;, übersetzt von Hermann Vetter. 1. Auflage, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1978, ISBN 3-518-07436-9, S. 131f&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach [[Ludwig Wittgenstein]] sind Paradigmen Muster oder Standards, mit denen Erfahrung verglichen und beurteilt wird. Sie liegen vor der Erfahrung ([[a priori]]) und geben eine Orientierung vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der modernen [[Wissenschaftsgeschichte]] wurde der Begriff von [[Thomas S. Kuhn]] 1962 in seinem Werk &amp;#039;&amp;#039;Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen&amp;#039;&amp;#039; eingeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Martina Heinemann |url=https://www.focus.de/wissen/begriffe/die-bedeutung-des-wortes-paradigma-einfach-erklaert_13211a99-af3f-4e4a-909f-bc3bc95c49a8.html |titel=Die Bedeutung des Wortes „Paradigma&amp;quot; - einfach erklärt |werk=Focus, online |hrsg=BurdaForward GmbH |datum=29.06.2023 |sprache=de |abruf=20.4.2026}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er bezeichnet damit die Gesamtheit von Grundauffassungen, die in einer historischen Zeit eine wissenschaftliche Disziplin ausmachen. Beispiele für eine solche „grundlegende Weltsicht“ sind das [[Geozentrisches Weltbild|geozentrische Weltbild]] oder das [[Heliozentrisches Weltbild|heliozentrische Weltbild]]. Diese Grundauffassungen zeichnen vor, welche Fragestellungen wissenschaftlich zulässig sind und was als wissenschaftlich befriedigende Lösung angesehen werden kann. Wissenschaftliche Revolutionen in den Naturwissenschaften sind nach Kuhn verbunden mit Wechseln der Paradigmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kuhn2009&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Thomas S. Kuhn]] |Titel=Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen |Auflage=2 |Verlag=Suhrkamp |Ort=Frankfurt am Main |Datum=2009 |ISBN=978-3-518-27625-9}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich wurde der Begriff des „Paradigmas“ auch in zeitkritische Diskurse eingeführt, so von [[Fritjof Capra]], wobei Denkansätze der [[Esoterik|esoterischen]] [[New Age|New-Age-Bewegung]] zugrunde lagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der gegenwärtigen Wissenschaftsphilosophie wird häufig vorausgesetzt, dass naturwissenschaftliche Forschung unter einer Form des methodischen [[Naturalismus (Philosophie)|Naturalismus]] betrieben wird, also unter der Selbstbeschränkung auf natürliche Ursachen und empirisch zugängliche Begründungen.&amp;lt;ref&amp;gt;Krzysztof Kilian: &amp;#039;&amp;#039;Arguments For Methodological Naturalism and Their Roots in a Particular Metaphysics.&amp;#039;&amp;#039; In: Cosmos and History 20 (2024), H. 1, S. 1–24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig zeigen andere Analysen, dass die begrifflichen Grundlagen dieser Annahme problematisch und keineswegs einheitlich sind, sodass unklar bleibt, ob der methodische Naturalismus tatsächlich als allgemein akzeptiertes Leitprinzip oder gar als Paradigma der Wissenschaft gelten kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sandy C.Boucher: &amp;#039;&amp;#039;Methodological naturalism in the sciences.&amp;#039;&amp;#039; In: International Journal for Philosophy of Religion 88 (2020), H. 1, S. 57–80.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Tiddy Smith: &amp;#039;&amp;#039;Methodological naturalism and its misconceptions.&amp;#039;&amp;#039; In: International Journal for Philosophy of Religion 82 (2017), H. 3, S. 321–336.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Definition und Beispiel ==&lt;br /&gt;
Eine heute gebräuchliche [[Lehrbuch]]definition ist beispielsweise: {{&amp;quot;|Text=Ein Wissenschaftsparadigma ist ein einigermaßen zusammenhängendes, von vielen Wissenschaftlern geteiltes Bündel aus theoretischen Leitsätzen, Fragestellungen und Methoden, das längere historische Perioden in der Entwicklung einer Wissenschaft überdauert.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Jens B. Asendorpf]]:&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;Persönlichkeitspsychologie.&amp;#039;&amp;#039; Springer, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-642-01030-9, S.&amp;amp;nbsp;13.&amp;lt;/ref&amp;gt;}} Die Ersetzung eines Paradigmas durch ein anderes heißt [[Paradigmenwechsel]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paradigmen spiegeln einen gewissen allgemein anerkannten [[Konsens]] über Annahmen und Vorstellungen wider, die es ermöglichen, für eine Vielzahl von Fragestellungen Lösungen zu bieten. In der [[Wissenschaft]] bedient man sich in diesem Zusammenhang auch oft [[Naturwissenschaftliches Modell#Wissenschaftstheorie|Modellvorstellungen]], anhand derer man Phänomene zu erklären versucht. Der amerikanische [[Wissenschaftstheorie|Wissenschaftstheoretiker]] [[Thomas S. Kuhn]] definiert im Buch &amp;#039;&amp;#039;Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen&amp;#039;&amp;#039; ein „wissenschaftliches Paradigma“ als:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kuhn2009&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* das, was beobachtet und überprüft wird&lt;br /&gt;
* die Art der Fragen, welche in Bezug auf ein Thema gestellt werden und die geprüft werden sollen&lt;br /&gt;
* wie diese Fragen gestellt werden sollen&lt;br /&gt;
* wie die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung interpretiert werden sollen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Paradigma in der Erkenntnistheorie ==&lt;br /&gt;
Bei [[Aristoteles]] ist παράδειγμα &amp;#039;&amp;#039;paradeigma&amp;#039;&amp;#039; das [[Induktion (Denken)|induktive]] Argument in der [[Rhetorik (Aristoteles)|Rhetorik]]. Es bezeichnet ein rhetorisches Schlussverfahren mit dessen einzelnen Fällen, beruhend auf Beispielen. Im Gegensatz zu anderen induktiven Argumenten geht man hierbei nicht von besonderen Fällen zu einem allgemeinen über, sondern von einem besonderen Fall zu einem anderen besonderen von gleicher Art.&amp;lt;ref&amp;gt;Rhetorik I.2, 1357b25 ff.5., zitiert nach: &amp;#039;&amp;#039;The Three Means of Persuasion&amp;#039;&amp;#039; [https://plato.stanford.edu/entries/aristotle-rhetoric/ &amp;#039;&amp;#039;Aristotle’s Rhetoric&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Giorgio Agamben]] definiert in seiner Schrift &amp;#039;&amp;#039;Signatura rerum&amp;#039;&amp;#039; das Paradigma als „eine Erkenntnisform, die weder induktiv, noch deduktiv, sondern analogisch ist, somit von einem Besonderen zu einem anderen Besonderen fortschreitet“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Agamben&amp;quot; details=&amp;quot;S. 37.&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Giorgio Agamben |Titel=Signatura rerum – zur Methode |Verlag=Suhrkamp |Ort=Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. |Datum=2009 |ISBN=978-3-518-12585-4}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er verweist in diesem Zusammenhang auf das Paradigma-Verständnis seines Lehrers [[Michel Foucault]] als „Beschreibung von Diskursen als historischer Artikulation eines Paradigmas“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Agamben&amp;quot; details=&amp;quot;S. 12.&amp;quot; /&amp;gt; und zeigt  den Zusammenhang zwischen Foucaults [[Épistémologie|epistemologischem]] Paradigmenverständnis und dem normbildenden Konzept [[Thomas S. Kuhn]]s,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kuhn1968&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thomas S. Kuhn |Titel=Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen |Verlag= |Ort=Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. |Datum=1967 |Originaltitel=The Structure of Scientific Revolution |Originalsprache=en |Originaljahr=1962 |Originalort=Chicago}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wobei er auf die doppelte Bedeutung des Paradigmabegriffs bei Kuhn hinweist: Kuhns Paradigma entspricht demnach einerseits einer „Disziplinarmatrix“ als „das, was die Mitglieder einer wissenschaftlichen Gemeinschaft miteinander teilen, eine Gesamtheit von Techniken, Modellen und Werten“,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Agamben&amp;quot; details=&amp;quot;S. 13.&amp;quot; /&amp;gt; gilt aber auch „für ein einzelnes Element dieser Gesamtheit – für die Principia Newtons, für den Almagest des Ptolemäus –: für ein Element, das als gemeinschaftliches Beispiel dienend, an die Stelle ausdrücklicher Regeln tritt und so eine bestimmte, in sich geschlossene Forschungstradition definiert“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Agamben&amp;quot; details=&amp;quot;S. 13.&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kuhn definiert Paradigmen als „allgemein anerkannte wissenschaftliche Leistungen, die für eine gewisse Zeit einer Gemeinschaft von Fachleuten maßgebende Probleme und Lösungen liefern“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kuhn1968&amp;quot; details=&amp;quot;S. 11.&amp;quot; /&amp;gt; Agamben geht mit seiner Paradigma-Definition zurück bis an die philosophischen Wurzeln des Begriffs in [[Aristoteles]]’ [[Analytica priora]], wo es heißt, „dass die Funktionsweise des Paradigmas nicht die eines Teils ist, der sich zu einem Ganzen verhält, noch die eines Ganzen, das sich zu einem Teil verhält, sondern die eines Teils, der sich zu einem Teil verhält“ (Analytica priora, 69a 13f).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Agamben&amp;quot; details=&amp;quot;S. 23.&amp;quot; /&amp;gt; Agamben ergänzt hierzu: „Das epistemologische Statut des Paradigmas wird erst dann deutlich, wenn wir die These des Aristoteles radikalisieren und zu verstehen beginnen, dass er die [[Dichotomie|dichotomische]] Opposition zwischen dem Partikularen und dem Universalen in Frage stellt“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Agamben&amp;quot; details=&amp;quot;S. 23&amp;quot; /&amp;gt; Das „epistemische Statut“ bezieht Agamben konkret auf die medizinische [[Semiotik]] des [[Paracelsus]]: „Die Idee, dass alle Dinge ein Zeichen tragen, das ihre unsichtbaren Eigenschaften manifestiert und offenbart, bildet den Ursprungskern der paracelsischen Episteme“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Agamben&amp;quot; details=&amp;quot;S. 41.&amp;quot; /&amp;gt; Die Funktion des Paradigmas besteht somit nach Agamben in der Übertragung der Signatur des Ursprungsbegriffs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem vielzitierten Aufsatz „Clues: Roots of a Scientific Paradigm“&amp;lt;ref&amp;gt;Carlo Ginzburg, Clues: &amp;#039;&amp;#039;Roots of a Scientific Paradigm.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Theory and Society&amp;#039;&amp;#039;, Vol. 7, No. 3, Mai 1979, S. 273–288.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Agamben&amp;quot; details=&amp;quot;S. 84–86: Agamben führt den Ginzburg-Aufsatz ebenfalls, jedoch mit späteren Quellen an.&amp;quot; /&amp;gt; bezeichnet [[Carlo Ginzburg]] das Paradigma mit ausdrücklichem Bezug auf Kuhn ebenfalls als „epistemologisches Modell“ und erläutert konkret das Indizien-Paradigma als ein Deutungsmuster, dessen Ursprung in der medizinischen Semiotik liegt und als „Morelli-Methode“ bekannt wurde. Dem Arzt und Kunstkritiker [[Giovanni Morelli]] gelang es, Fälschungen alter Meister, aber auch die Autorenschaft nicht signierter Gemälde durch die Analyse von Details wie Ohrmuscheln und Fingernägeln zu belegen. [[Sigmund Freud]] wurde auf Morelli früh aufmerksam und beschrieb dessen Technik – die, wie Ginzburg betonte, große Ähnlichkeit mit der akribischen Spurensuche des Sherlock Holmes aufweist – in „Der Moses des Michelangelo“ (1914) wie folgt: „Ich glaube, sein Verfahren ist mit der Technik der ärztlichen Psychoanalyse nahe verwandt. Auch diese ist gewöhnt, aus gering geschätzten oder nicht beachteten Zügen (…) Verborgenes zu erraten“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Agamben&amp;quot; details=&amp;quot;S. 86.&amp;quot; /&amp;gt; Ginzburgs „semiotisches“ Paradigmaverständnis ist im Einklang mit Kuhn, der Wissenschaft als „das Lösen von Rätseln“ definiert,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kuhn1968&amp;quot; details=&amp;quot;S. 49.&amp;quot; /&amp;gt; das „nur Mangel an Scharfsinn hindern könnte“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kuhn1968&amp;quot; details=&amp;quot;S. 49.&amp;quot; /&amp;gt; Kuhn selbst weist im Vorwort seines Standardwerks den polnischen Mediziner [[Ludwik Fleck]], dessen „Denkstil“ „das innerhalb eines Denkkollektiv Relevante vom darin nicht relevanten abgrenzt“,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Agamben&amp;quot; details=&amp;quot;S. 13.&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kuhn1968&amp;quot; details=&amp;quot;S. 8.&amp;quot; /&amp;gt; als maßgebliche Quelle seines Paradigma-Verständnisses aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Semiotik in ihrem Selbstverständnis als „Verfahrenshypothese [und] [[Methodologie|methodologisches]] Netz, das wir über die Vielfalt der Phänomene geworfen haben, um von ihnen sprechen zu können“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Eco&amp;quot; details=&amp;quot;S. 18.&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Umberto Eco |Titel=Einführung in die Semiotik |Verlag=Fink |Ort=München |Datum=1972 |ISBN=3-7705-0633-2 |Seiten=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ist ebenfalls Hintergrund des Kuhnschen Paradigma-Begriffs. Ihre Anfänge als Wissenschaft liegen (neben der Zeichentheorie von [[Charles Sanders Peirce]]) bei [[Ferdinand de Saussure]], dem eine „[[Semiologie]] als Translingustik“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Eco&amp;quot; details=&amp;quot;S. 17.&amp;quot; /&amp;gt; vorschwebte. So liefern auch die Linguistik und die nach dem „[[Linguistische Wende|Linguistic Turn]]“ sprachwissenschaftlich orientierte Philosophie Beiträge zum Begriff des Paradigma. [[Syntagma]] und Paradigma sind als Elemente der synchronen Struktur zentrale Begriffe bei Ferdinand de Saussure, der nicht nur als Begründer der Linguistik, sondern auch als Hauptinitiator des [[Strukturalismus]] gilt. Kuhn bezieht sich explizit auf [[Ludwig Wittgenstein]], der das Paradigma als „etwas, womit verglichen wird“ beschreibt (Philosophische Untersuchungen § 50) und von „Familienähnlichkeiten“ spricht (§ 66f). Saussure betont „die Willkürlichkeit des verbalen Zeichens, das, weil konventionell, keine innere und folglich stabile Beziehung zu seiner Bedeutung enthält“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Piaget&amp;quot; details=&amp;quot;S. 75.&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jean Piaget |Titel=Der Strukturalismus |Verlag=Walter |Ort=Olten |Datum=1973 |ISBN=3-530-65004-8}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Charakter der Übereinkunft ist grundlegend für Kuhns Paradigmaverständnis, das auch ein strukturalistisches ist. So erwähnt Kuhn im Vorwort seines Hauptwerks [[Benjamin Whorf]], der davon ausgeht, dass die Strukturen der Sprache das Denken prägen und [[Jean Piaget]], der die psychologischen Strukturen der Persönlichkeitsentwicklung erarbeitet hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kuhn selbst hat auf eine stringente Definition seines Paradigma-Begriffs letztlich verzichtet. Während die strukturalistischen Komponenten seines Werks eher assoziativ miteinander verbunden sind, liefert die Wissenschaftsgeschichte den konkreten Bezugspunkt für seine Thesen. Im Vorwort seines Hauptwerks&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kuhn1968&amp;quot; details=&amp;quot;S. 8.&amp;quot; /&amp;gt; benennt er die Arbeiten von [[Alexandre Koyré]], [[Émile Meyerson]], [[Hélène Metzger]] und [[Anneliese Maier]], deren Studium ihm „fast ebenso wichtig wie das primäre Quellenmaterial“ (ibid) war. Nach der Umwälzung der Physik durch Relativitäts- und Quantentheorie, die „ein Gefühl hervorgerufen hat, als würde der Boden, auf dem die Naturwissenschaft steht, uns unter den Füßen weggezogen“&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Heisenberg: &amp;#039;&amp;#039;Physik und Philosophie&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 1959, S. 139.&amp;lt;/ref&amp;gt; befanden sich Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftstheorie in einem generellen Umbruch, der in Frankreich mit [[Gaston Bachelard]] in der Epistemologie mündete&amp;lt;ref&amp;gt;cf. Gaston Bachelard: &amp;#039;&amp;#039;Epistemologie&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1974.&amp;lt;/ref&amp;gt; deren Selbstverständnis und Methodik mit den Thesen Kuhns in vieler Hinsicht übereinstimmt und in deren Tradition auch [[Louis Althusser]], Michel Foucault und Giorgio Agamben stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es zeigt sich im Paradigmaverständnis Kuhns, Agambens und Ginzburgs ein Zusammenhang von Strukturalismus, [[Erkenntnistheorie|Epistemologie]] und Semiotik. Kuhns „Struktur der wissenschaftlichen Revolutionen“ zeigt die Struktur des Paradigmas in ihren synchronen und diachronen Elementen von Übereinkunft und Wissenschaftsgeschichte. Agamben stellt die Funktion des Paradigmas als Aktualisierung des Zeichens in der Übertragung der Signatur ins Zentrum seiner Interpretation. Wenn, nach Jean Piaget, ein System aus der Verbindung von Struktur und Funktion besteht,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Piaget&amp;quot; details=&amp;quot;S. 98.&amp;quot; /&amp;gt; kann das Paradigma als systematische Methode der Theoriebildung verstanden werden. Ginzburg lenkt schließlich mit der semiotischen Komponente der Rekonstruktion den Blick auf ein erweitertes „dynamisches“ Verständnis des Paradigmas als epistemologischem Modell. Die Semiotik in ihrer Absicht „zu zeigen, wie den kulturellen Prozessen Systeme zugrunde liegen“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Eco&amp;quot; details=&amp;quot;S. 38.&amp;quot; /&amp;gt; basiert auf der „[[Dialektik]] zwischen Strukturen und historischem Prozess“,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Eco&amp;quot; details=&amp;quot;S. 39.&amp;quot; /&amp;gt; die als Dialektik von System und Prozess bei Kuhn im Begriff des Paradigmenwechsels evident wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß aktueller [[Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Hegel]]-Interpretation ist der Begriff des Paradigmenwechsels „avant la lettre“ bereits in Hegels [[Phänomenologie des Geistes]] grundgelegt: „Modern gesprochen, thematisiert die &amp;#039;&amp;#039;Phänomenologie&amp;#039;&amp;#039; den Paradigmenwechsel oder die Folge von Grundlagenkrisen der Wissenschaft, der Moral usw.“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Siep&amp;quot; details=&amp;quot;S. 77.&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ludwig Siep |Titel=Der Weg der „Phänomenologie des Geistes“ |Verlag=Suhrkamp |Ort=Frankfurt am Main |Datum=2000 |ISBN=3-518-29075-4 |Seiten=77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach erfolgt der Wechsel derart, dass „zeitlich verschiedene (aber nicht immer aufeinander folgende) Gegenstandsauffassungen durch eine dialektische Bewegung verbunden sind, die letztlich auf ‚[[semantische Relation]]en‘ der zugrunde liegenden Begriffe zurückgeht“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Siep&amp;quot; details=&amp;quot;S. 78.&amp;quot; /&amp;gt; Diese semantischen Relationen zeigen sich auch in Agambens Begriff der „Signatur“ und dem von Ginzburg aufgezeigten Indizien-Paradigma.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendungsbeispiele ==&lt;br /&gt;
In der [[Philosophie]] beruhen z.&amp;amp;nbsp;B. verschiedene Denkrichtungen in der [[Erkenntnistheorie]] oder in der [[Handlungstheorie (Philosophie)|Handlungstheorie]] auf unterschiedlichen Paradigmen. Grundlegend für die von [[Jürgen Habermas|Habermas]] entwickelte [[Theorie des kommunikativen Handelns]] oder die [[Niklas Luhmann|Luhmannsche]] [[soziologische Systemtheorie]] ist beispielsweise das „Kommunikationsparadigma“, andererseits beziehen sich die [[Arbeit (Philosophie)#Philosophie der Arbeit ab Mitte des 19. Jahrhunderts|Philosophie der Arbeit]] und die [[Praxisphilosophie]] auf ein von [[Karl Marx|Marx]] postuliertes „Produktionsparadigma“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Informatik]] spricht man von einem sogenannten [[Programmierparadigma]], welches einen bestimmten Programmierstil unterstützen oder sogar erzwingen soll; in der Wirtschaft vom Paradigma der [[Teamrolle|Teamarbeit]] oder der [[Schlanke Produktion|schlanken Produktion]] (&amp;#039;&amp;#039;lean production&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Organisationstheorie kennt das Konzept der [[Organisationskultur|Unternehmenskultur]]. Eines der meistzitierten Modelle ist das Kulturnetz nach [[Gerry Johnson]]&amp;lt;ref&amp;gt;G. Johnson: &amp;#039;&amp;#039;Rethinking incrementalism.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Strategic Management Journal&amp;#039;&amp;#039;, Band 9, 1988, S. 75–91.&amp;lt;/ref&amp;gt; (1998), beschrieben als „Netzwerk interner Strukturen und Prozesse, welche die Selbstwahrnehmung einer Organisation kontinuierlich sowohl erzeugen als auch verstärken“. Die sieben genannten Elemente des Kulturnetzes sind: Geschichten und Mythen, Symbole, Machtstrukturen, Organisationsstrukturen, Kontrollsysteme, Rituale und Routinen und das Paradigma.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Verhaltenswissenschaft bezeichnet man mit Paradigma ein klassisches Vorurteil: Eine gefühlsbedingte, absolute Wertung (gut/schlecht), bevor eine verstandesmäßige Verarbeitung von Informationen stattfinden kann. Mit Paradigmenparalyse (eine Lähmung durch Vorurteile) ist gemeint, dass logische Denkprozesse –&amp;amp;nbsp;und in der Folge konsequentes Handeln&amp;amp;nbsp;– durch Vorurteile (Paradigmen) unterbrochen, gelähmt (paralysiert) oder verhindert werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Psychosomatische Medizin|Psychosomatischen Medizin]] wird der Begriff [[Maschinenparadigma]] durch [[Thure von Uexküll]] gebraucht, um damit die eher ganzheitliche Sichtweise der Psychosomatik von der rein organisch ausgerichteten Medizin zu unterscheiden. Die [[Organmedizin]] habe sich durch das Vorbild der Physik das [[Reduktionismus|reduktionistische Maschinenmodell]] (auch als &amp;#039;&amp;#039;cartesianisches Paradigma&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet) zu eigen gemacht. Der Physik sei es gelungen, „eine in sich geschlossene Lehre der mechanischen Kräfte zu entwickeln und den Begriff der [[Kausalität]] von den ihm noch anhaftenden metaphysischen Vorstellungen zu befreien.“&amp;lt;ref&amp;gt;Thure von Uexküll u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Psychosomatische Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage, Urban &amp;amp; Schwarzenberg, München 1986, ISBN 3-541-08843-5, S. 3–4.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1980er-Jahren hat der Physiker und Esoteriker [[Fritjof Capra]] den Begriff „Paradigmenwechsel“ verwendet, um die von ihm postulierte Wende zu einem harmonischen freiheitlichen und ganzheitlichen neuen Zeitalter zu kennzeichnen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Dieter Wunderlich |url=https://www.dieterwunderlich.de/Capra_wendezeit.htm |titel=Fritjof Capra : Wendezeit {{!}} Dieter Wunderlich: Buchtipps und mehr |hrsg=Dieter Wunderlich |datum=2003 |sprache=de |abruf=2026-04-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Begriff verlor die durch Capra intendierte positive Konnotation wieder und bleibt in seiner neutraleren Bedeutung &amp;#039;&amp;#039;Änderung der Denkrichtung&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.dwds.de/wb/Paradigmenwechsel |titel=Paradigmenwechsel – Schreibung, Definition, Bedeutung, Synonyme, Beispiele |hrsg=Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache |datum=2021-05-03 |sprache=de |abruf=2026-04-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt; im allgemeinen Sprachgebrauch erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.uni-bremen.de/philosophie/forschung/theoretische-philosophie/projekte/paradigma-und-paradigmenwechsel |titel=Paradigma und Paradigmenwechsel - Universität Bremen |hrsg=Universität Bremen |datum=2026 |sprache=de-DE |abruf=2026-04-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.buergergesellschaft.de/mitentscheiden/handlungsfelder-themen/digitale-demokratie/open-government/paradigmenwechsel |titel=Paradigmenwechsel - Wegweiser Bürgergesellschaft |werk=Mitarbeit.de |hrsg=Stiftung Mitarbeit |datum=2026 |abruf=2026-04-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Volkswirtschaftslehre]] wird allgemein von drei ökonomischen Paradigmen ausgegangen: dem dominierenden Ansatz der [[Neoklassische Theorie|Neoklassik]], der [[Postkeynesianismus]] und die [[Marxistische Wirtschaftstheorie|Marxistische Ökonomik]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Richard Wolff, Stephen Resnick |Titel=Contending Economic Theories: Neoclassical, Keynesian, and Marxian |Verlag=MIT Press |Datum=2012-09-07 |ISBN=978-0262517836}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* D .G. Cedarbaum (1983): &amp;#039;&amp;#039;Paradigms.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Studies in History and Philosophy of Science&amp;#039;&amp;#039; 14, S. 173–213.&lt;br /&gt;
* Michael Fischer, Paul Hoyningen-Huene (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Paradigmen. Facetten einer Begriffskarriere&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Salzburger Schriften zur Rechts-, Staats- und Sozialphilosophie.&amp;#039;&amp;#039; Band 17). Peter Lang, Bern 1997. 309 S.&lt;br /&gt;
* [[Paul Hoyningen-Huene]]: &amp;#039;&amp;#039;Paradigma/Paradigmenwechsel.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Helmut Reinalter]], [[Peter J. Brenner]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Geisteswissenschaften: Sachbegriff – Disziplinen – Personen.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau Verlag, Wien 2011, S. 602–609.&lt;br /&gt;
* Paul Hoyningen-Huene: &amp;#039;&amp;#039;Paradigma.&amp;#039;&amp;#039; In: Ulrich Dierse, Christian Bermes (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Schlüsselbegriffe der Philosophie des 20. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Archiv für Begriffsgeschichte, Sonderheft&amp;#039;&amp;#039; Nr. 6). Meiner, Hamburg 2010, ISBN 978-3-7873-1916-9, S. 279–289.&lt;br /&gt;
* [[Heinz Happ]]: &amp;#039;&amp;#039;Paradigmatisch – syntagmatisch. Zur Bestimmung und Klärung zweier Grundbegriffe der Sprachwissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; C. Winter, Heidelberg 1985.&lt;br /&gt;
* [[Thomas S. Kuhn]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage, Suhrkamp, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-518-27625-9.&lt;br /&gt;
* Alexander Peine: &amp;#039;&amp;#039;Innovation und Paradigma.&amp;#039;&amp;#039; Transcript, Bielefeld 2006, ISBN 3-89942-458-1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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