<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Pannonischer_Aufstand</id>
	<title>Pannonischer Aufstand - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Pannonischer_Aufstand"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Pannonischer_Aufstand&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-28T01:07:35Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Pannonischer_Aufstand&amp;diff=405357&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Rainer E.: /* Der pannonisch-dalmatische Krieg */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Pannonischer_Aufstand&amp;diff=405357&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-09-12T09:04:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Der pannonisch-dalmatische Krieg&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Roman provinces of Illyricum, Macedonia, Dacia, Moesia, Pannonia and Thracia.jpg|mini|Die unteren Donauländer zur Römerzeit]]&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;pannonische Aufstand&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird korrekter auch als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;pannonisch-dalmatischer Aufstand&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet, weil er beide Regionen, [[Pannonia (Provinz)|Pannonia]] und [[Dalmatia]], umfasste, die Teile der Provinz [[Illyrien (Provinz)|Illyricum]], des nordwestlichen Teils der [[Balkanhalbinsel]], waren. Der Aufstand unter zwei gleichnamigen Anführern namens Bato entwickelte eine Intensität und einen Umfang, der das von Kaiser [[Augustus]] neu organisierte [[Römisches Reich|imperiale Rom]] in existentielle Schwierigkeiten brachte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der von Augustus als Nachfolger ausersehene Feldherr [[Tiberius]] brach 6 n. Chr. auf die Nachricht vom Aufstand hin seinen Feldzug gegen den [[Markomannen]]-König [[Marbod]] ab und verlegte seine Truppen umgehend nach Illyrien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter äußersten Mühen – insbesondere durch Nachschubprobleme – und erst nach massiven Verstärkungen gelang es ihm, 8&amp;amp;nbsp;n.&amp;amp;nbsp;Chr. die pannonischen und im folgenden Jahr, 9&amp;amp;nbsp;n.&amp;amp;nbsp;Chr., auch die dalmatischen Aufständischen zu bezwingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufstand durchkreuzte die Pläne des Augustus zur Bezwingung [[Germania magna|Germaniens]] ([[Augusteische Germanenkriege]]). Dort erlitten die Römer in demselben Jahr, 9&amp;amp;nbsp;n.&amp;amp;nbsp;Chr., die Niederlage in der [[Varusschlacht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Historiker und Tiberius-Biograph [[Velleius Paterculus]], der den Feldherrn als Stabsoffizier begleitete, überlieferte einen Bericht über den Illyrienfeldzug.&amp;lt;ref&amp;gt;Velleius Paterculus, &amp;#039;&amp;#039;Römische Geschichte&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Region ==&lt;br /&gt;
Die Aufstandsregion, das ‚Innere Illyrien‘, war von fast allen Seiten von römisch beherrschten Territorien umgrenzt – im Westen von [[Noricum]] und bis in den Süden vom schon lange kultivierten, urbanen illyrischen Küstenstreifen entlang der Adria bis zur Provinz [[Macedonia]], im Osten von der Provinz [[Moesien]] und nur im Norden grenzte Pannonien – getrennt durch die Donau – an das Markomannenreich des Marbod, mit dem sich Rom um die Zeitenwende in zunehmender Spannung befand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historischer Hintergrund ==&lt;br /&gt;
Strategisch war für Rom der Norden (Alpen und Germanien) und der Nordosten (die Gebirgslandschaften des Balkan) ein zusammenhängendes Problem, da von dort aus ‚barbarische‘ Völkerschaften permanent die Grenzen Galliens, [[Römisches Italien|Italiens]] und des fruchtbaren Landstreifens entlang der Adriaküste bedrohten. Zum Teil betraf dies direkt das eigene Kernland und die Erinnerung an den verheerenden Einfall der [[Kimbernkriege|Kimbern und Teutonen]] (113–101&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr.) war den Römern gegenwärtig. Nach dem [[Römische Bürgerkriege#Das zweite Triumvirat|Bürgerkrieg]], der nach der Entscheidung Ruhe in den Mittelmeerraum brachte, konnte und musste sich Augustus mit einer römischen Befriedung der Verhältnisse an den nordöstlichen Grenzen befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gallien und Germanien ===&lt;br /&gt;
[[Gaius Iulius Caesar|Caesar]] hatte in den Jahren 58–51&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr. [[Gallischer Krieg|Gallien erobert]] und damit die Rheingrenze geschaffen. Er hatte auch Expeditionen ins rechtsrheinische Gebiet unternommen, doch die Ruhe im Norden dauerte so lange, wie die Römer benötigten, um den Bürgerkrieg um das Erbe Caesars zu führen, der im [[Schlacht bei Actium|Jahr 31&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr.]] mit dem Triumph des [[Augustus|Oktavian]] über [[Marcus Antonius]] endete und daraufhin die Verhältnisse im eigenen Reich zu befrieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Zeit wurden Gallien und die Rheingrenze durch den Straßen- und Städtebau erschlossen, doch als die Römer versuchten, rechtsrheinisch [[Tribut]]e einzuziehen, kam es zu Konflikten. Schließlich gelang es den [[Sugambrer]]n 16&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr., in Gallien eine römische Legion unter [[Marcus Lollius]] zu schlagen. Dazu kam, dass sich die [[Räter]] und andere Stämme in den Alpen durch Plünderungszüge in die neue Provinz und auch nach Norditalien hervortaten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reaktion der Römer verlief planmäßig: Binnen drei Jahren wurden die Truppen aus dem Inneren Galliens an die Rheingrenze verlegt und auf neue [[Römisches Militärlager|Kastelle]] verteilt. Der [[Alpenfeldzug|Alpenraum]] wurde 15&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr. besetzt, Räter und [[Vindeliker|Vindelicer]] unterworfen und dabei auch die Quelle der Donau erkundet. Zur Abschirmung nach Norden wurde die Hochrheinlinie zwischen [[Augusta Raurica]], dem [[Römerlager Dangstetten]] und dem [[Seeschlacht auf dem Bodensee|Bodensee]] eingerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Illyrien ===&lt;br /&gt;
Schon gegen Ende des Bürgerkrieges hatte Oktavian eine Expedition auf dem Balkan bis zur [[Save|Savelinie]] und ins südliche Illyrien zur Abschirmung seiner Basis in den von Antonius und [[Kleopatra VII.|Kleopatra]] beherrschten Orient vornehmen lassen (ab 35 v. Chr.). Damit konnte er auch Truppenkontingente auf dem Landweg nach Griechenland bereitstellen und Flottenbasen an der Adriaküste einrichten, was sich im Vorfeld der Schlacht von Actium (31 v. Chr.) für ihn vorteilhaft auswirkte. Diese Verbindungen waren auf Dauer jedoch zu lückenhaft und großenteils nur stützpunktartig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
Im Zusammenhang mit den Vorbereitungen im Norden an der Rheingrenze und dem Alpenfeldzug schloss sich ab 14. v. Chr. ein zweiter Feldzug auf dem Balkan an – mit einem Angriff durch Dalmatien bis nach Griechenland und einem Vorstoß nach Pannonien (dem heutigen Ungarn).&amp;lt;ref group=&amp;quot;Anm&amp;quot;&amp;gt;„Octavian gelingt es, in den illyrischen Kriegen 35 v. Chr. die [[Save|Savelinie]] zu erreichen und in den folgenden Jahren das südliche Illyricum zu unterwerfen. Der nördl. Teil, die pannonische Tiefebene, bleibt noch außerhalb von Octavians strategischen Plänen. Erst 14–12 v. Chr. wird auch dieses Gebiet von der Sawelinie aus unter [[Marcus Vinicius (Konsul 19 v. Chr.)|M. Vinicius]] und [[Marcus Vipsanius Agrippa|M. Agrippa]] unterworfen.“ (dtv-Lexikon der Antike, Band 3 (3081), Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1971, S. 46.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Unternehmungen schienen den Römern Anfang 12 v. Chr. abgeschlossen, so dass Steuer-Rebellionen in Gallien, die auch germanische Stämme zu Interventionen bewogen hatten, nun den Anlass zum vorbereiteten Germanien-Feldzug liefern konnten (Beginn der [[Drusus-Feldzüge]] 12 bis 8 v. Chr.). Die Feldzüge führte [[Drusus]] in verschiedenen Vorstößen und Etappen und mit einem Flottenunternehmen entlang der Nordseeküste mindestens bis an die Ems. Die Kämpfe waren vielseitig und wechselvoll und endeten im Jahr 8 v. Chr. unter dem Kommando des [[Tiberius]] (Drusus war im Jahr 9 v. Chr. in Germanien durch einen Unfall ums Leben gekommen) mit einem vollständigen römischen Erfolg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Abschluss dieser Militäraktion sah Augustus die Ziele erreicht: In Germanien hielten Unterwerfung und Stützpunkte „die Präsenz des Reiches rechts des Rheines dauerhaft aufrecht, sorgte für Ruhe im Zentrum des germanischen Widerstandes. [… und in Illyrien wurde] das ersehnte Ziel der Landverbindung zwischen der westlichen und östlichen Hälfte des Imperiums […] genauso erreicht wie die Abdrängung der Stämme von der Grenze Italiens.“&amp;lt;ref&amp;gt;Ralf-Peter Märtin: &amp;#039;&amp;#039;Die Varusschlacht. Rom und die Germanen&amp;#039;&amp;#039;, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2010, S. 84 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ruhe währte knapp ein Jahrzehnt. Während Unruhen in Germanien (&amp;#039;&amp;#039;[[immensum bellum]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Velleius Paterculus, &amp;#039;&amp;#039;Historia Romana&amp;#039;&amp;#039; 2, 104, 2&amp;lt;/ref&amp;gt;, „gewaltiger Krieg“ 1–5 n. Chr.) übernahm Tiberius 4 n. Chr. wieder das Kommando an der Rheingrenze und beendete den Krieg erfolgreich im Jahr darauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der pannonisch-dalmatische Krieg ==&lt;br /&gt;
=== Marbod ===&lt;br /&gt;
Im Rahmen des Germanienfeldzuges des Drusus erlitten auch die Markomannen 9 v. Chr. gegen die Römer eine verheerende Niederlage. „Mit dem Segen und der Unterstützung Roms [trat der romanisierte germanische Fürst Marbod] an die Spitze der Markomannen. […] er wollte das Staatsmodell, das er in Rom kennengelernt hatte, nach Germanien importieren. […] Die Markomannen verließen ihre Wohnsitze, zogen nach Osten und besetzten das [[Böhmisches Becken|Böhmische Becken]].“ Marbod pflegte gute Beziehungen zu Rom, doch vergrößerte er sein Reich ständig und kopierte das [[Römisches Heerwesen|römische Heerwesen]]. Als er sich faktisch zum „Schutzherr Germaniens aufspielte“ und seine Truppenmacht systematisch erweiterte, diktierte für die Römer „das Prinzip Vorwärtsverteidigung den weiteren Gang der Ereignisse. Im Frühjahr des Jahres 6 n. Chr. griff Tiberius den König an.“&amp;lt;ref&amp;gt;Ralf-Peter Märtin: &amp;#039;&amp;#039;Varusschlacht. VIII. Provinz Germanien - Marbod&amp;#039;&amp;#039;, S. 130 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Tiberius NyCarlsberg01.jpg|mini|Büste des Tiberius (Ny Carlsberg Glyptotek, Kopenhagen)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer umfassenden Zangenbewegung – von Süden über [[Carnuntum (Militärlager)|Carnuntum]] an der Donau mit sechs bis sieben Legionen und von Westen her mit zwei bis drei Legionen unter Saturnius entlang des Main – drangen zwei Heerzüge gegen den [[Böhmerwald]] vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Märtin, S. 131.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Mitten im Feldzug, fünf Tagesmärsche jenseits der Donau und kurz vor der Stelle, wo sich die beiden Heeresgruppen vereinigen sollten, brach eine der schlimmsten Rebellionen los, die jemals das römische Reich erschütterten: der pannonisch-dalmatische Aufstand. ‚Der schwerste aller auswärtigen Kriege seit den [[Punische Kriege|Punischen Kriegen]]‘, charakterisierte ihn der Historiker [[Sueton]]&amp;lt;ref&amp;gt;Sueton, &amp;#039;&amp;#039;Tiberius&amp;#039;&amp;#039; 16, 1.&amp;lt;/ref&amp;gt; – und die waren 200 Jahre her. Er erfasste von der Ostküste der Adria bis zur Donau die gesamten Gebiete, die seit 15 Jahren als befriedet galten. Tiberius schwenkte mit seinen Legionen sofort nach Süden in die Aufstandsgebiete ab. Saturnius kehrte zum Rhein zurück.|Ralf-Peter Märtin|&amp;#039;&amp;#039;Die Varusschlacht. VIII. Provinz Germanien.&amp;#039;&amp;#039; S. 132.}}&lt;br /&gt;
Marbod erhielt einen Friedensvertrag zu äußerst günstigen Bedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Aufstand auf dem Balkan ===&lt;br /&gt;
Die Ursachen des Aufstands sind nicht überliefert, werden aber in der allgemeinen, drückenden Herrschaft der Römer und im Speziellen im Steuersystem gesehen. Der Aufstand brach in Pannonien und in Dalmatien vermutlich etwa gleichzeitig aus und wurde im Norden von Bato aus dem Stamme der [[Breuker (Volk)|Breuker]] und im Süden von einem gleichnamigen Anführer aus dem „beim heutigen Sarajewo lebenden Stamm der [[Desidaten]] (geschürt). […] Wer sich römischer Bürger nannte, wurde genauso erschlagen wie die römischen Kaufleute, ebenso die Reservisten, mit denen man vorzugsweise ‚ruhige‘ Außenposten außerhalb der Legionsstandorte besetzte.&amp;lt;ref&amp;gt;Velleius Paterculus 2, 110, 3 u. 6. Zitiert in: Märtin, S. 137.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nur an den Mauern der römischen Städte brach sich der Widerstand.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschärft war die Lage dadurch, dass die Römer hier auch ihre Hilfstruppen gegen Marbod eingezogen hatten, die sich nun gegen sie selbst wandten. Dabei „(stellten) die gedienten römischen Soldaten den Kern der Aufständischen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Velleius Paterculus 2, 110, 5 und [[Cassius Dio]] 55, 29, 1–3.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Historiker Velleius Paterculus schätzte (als Feldzugsteilnehmer), dass die Aufständischen „in dem Gebiet größer als Gallien 200.000 Fußtruppen und 9.000 Reiter (bei 800.000 Bewohnern)“ mobilisierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tiberius, der „ein Heer von sechs Legionen (ca. 30 000 Mann) kommandierte […] überstürzte nichts, verzettelte nicht seine Truppen, verbesserte aber stetig seine Position.“ Er sicherte die Nachschublinien nach Italien und zog die römische Flotte zur Unterstützung der Adriastädte heran. Die defensive Taktik wird in der Forschung damit erklärt, dass er das Verhalten Marbods abwarten wollte, der sich auch ruhig verhielt.&amp;lt;ref&amp;gt;Märtin, S. 137.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verstärkungen kamen aus Italien und Syrien heran:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Am Ende hörten fünfzehn Legionen auf Tiberius Befehl (75 000 Mann), 70 Kohorten Auxiliartruppen (35 000 Mann), zehn Alen Reiter (5000 Mann) und gegen Höchstsold […] 10 000 Veteranen […] Erst mit […] fast der Hälfte der Gesamtstärke der römischen Armee, wagte sich der Feldherr in den illyrischen Hexenkessel.&amp;lt;ref&amp;gt;Märtin zitiert zur Feststellung der Truppenstärken im Verlauf des Feldzuges verschiedene Autoren, siehe Anm. 372 f.: Mehrere moderne Autoren „gehen gestützt auf Vell., II, 113,1, von zehn Legionen aus“. Hier könnten die Legionen aus Moesien abgezogen sein (So löste [[Theodor Mommsen]], Das Weltreich der Römer, Kettwig 1990, S. 68, die Frage). Märtin: &amp;#039;&amp;#039;Varusschlacht. IX. Die Schule des Arminius&amp;#039;&amp;#039;, S. 139.&amp;lt;/ref&amp;gt;|Märtin| &amp;#039;&amp;#039;Varusschlacht. IX. Die Schule des Arminius&amp;#039;&amp;#039;, S. 139.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bemerkenswert ist der Umstand, dass der [[Cherusker]]fürst [[Arminius]] „in den Jahren 6–8 n. Chr. […] auf diesem Kriegsschauplatz eine erstaunliche militärische Karriere (machte, er) avancierte zum römischen Offizier und Befehlshaber (Präfekt) der cheruskischen Hilfstruppen und wurde sogar mit dem Ritterrang ausgezeichnet.“&amp;lt;ref&amp;gt;Märtin, S. 134.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kämpfe in Pannonien ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Auguste aureus de Rome C des M.jpg|mini|Goldmünze des Augustus (Aureus) aus dem Cabinet des médaillies in Paris]]&lt;br /&gt;
Der Krieg zog sich in die Länge, da beide Seiten mit äußerster Konsequenz und Vorsicht vorgingen, – „die Rebellen vernichteten mit der Taktik der verbrannten Erde alle Lebensmittel im Aktionsradius der Legionen. […] Pro Monat benötigte jede Legion etwa 200 Tonnen Getreide. Also schiffte man Getreide aus Italien heran, aber die Ernten hatten nicht die erwarteten Erträge geliefert, und zu allem Unglück brach noch ein Berberaufstand in der Kornkammer des Reiches, der [[Provinz Africa]], aus. Die Folge war eine Hungersnot in Rom, verbunden mit einer schweren Finanzkrise“&amp;lt;ref&amp;gt;Märtin, S. 147&amp;lt;/ref&amp;gt;, die Augustus nur mit äußerst unpopulären Steuererhebungen und harten Sparmaßnahmen bewältigte.&lt;br /&gt;
[[Datei:Rivolta pannonica 8.jpg|miniatur|Karte des pannonischen Aufstandes 8 n. Chr.]]&lt;br /&gt;
Dazu kam auf dem pannonischen Schauplatz bei [[Sirmium]] im Savetal eine schwere Niederlage von fünf Legionen bei den Volcäischen Sümpfen, die von den Legionären ohne zentrale Führung durchgeschlagen wurde und „die beinahe in einer völligen Niederlage endete.“&amp;lt;ref&amp;gt;Velleius Paterculus 2, 112, 6. Nach Cassius Dio 56, 33, 3, „wurden die Römer durch ihr Lager gerettet, das die Batos unklugerweise angriffen und an dem sie mit blutigen Köpfen scheiterten.“ Märtin, S. 148.&amp;lt;/ref&amp;gt; Danach gelang es Tiberius durch methodisches Vorgehen, die Verheerung des Landes und geschickte Diplomatie, zuerst die Pannonier zur Aufgabe zu zwingen. Der dortige Führer Bato legte am 3. August 8 n. Chr. die Waffen nieder. Tiberius demobilisierte einen Teil des Heeres und „auch Arminius (kehrte) mit seinen cheruskischen Reitern im Spätsommer dieses Jahres nach Germanien zurück.“&amp;lt;ref&amp;gt;Märtin, S. 149.&amp;lt;/ref&amp;gt; Tiberius übergab seinem Neffen [[Germanicus]] sein erstes eigenständiges Kommando: Er sollte im nächsten Jahr den dalmatischen Aufstand beenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kämpfe in Dalmatien ===&lt;br /&gt;
Der dalmatische Bato hatte im Frühjahr seinen Namensvetter überfallen und als Verräter hinrichten lassen. Dann zog er sich zurück und verteidigte für die Römer so verlustreich, „daß Meuterei in der Luft lag. Im Frühsommer 9 n. Chr. verlor Augustus die Geduld“, da eine erneute Hungersnot drohte und befahl Tiberius zurück: „Offensichtlich war Germanicus seiner Aufgabe nicht gewachsen.“ Der systematischen Durchkämmung des Landes durch Tiberius konnte sich der letzte Bato unter schweren Kämpfen nur mühsam entziehen und er schickte „im Spätsommer seinen Sohn zum römischen Feldherrn mit der Botschaft, daß er sich ergeben wolle, wenn er straflos bliebe.&amp;lt;ref&amp;gt;Nach Cassius Dio 56, 16, 1.&amp;lt;/ref&amp;gt; […] Tiberius ließ Bato kommen und fragte ihn, warum er denn überhaupt diesen Krieg begonnen habe. Der antwortete: ‚Ihr tragt die Schuld daran; schickt ihr doch zu euren Herden als Wächter nicht Hunde und Hirten, sondern Wölfe!‘“&amp;lt;ref&amp;gt;Cassius Dio 56, 16, 3. Zitiert in: Märtin, S. 150.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später, als Kaiser, sollte Tiberius sich vorbildlich um die Provinzen kümmern und „Statthaltern, die dazu rieten, sie höher mit Steuern zu belasten, als Antwort (geschrieben haben), Aufgabe eines guten Hirten sei es, die Schafe zu scheren, nicht ihnen die Haut abzuziehen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sueton, &amp;#039;&amp;#039;Tiberius&amp;#039;&amp;#039; 32, 2. Zitiert in: Märtin, S. 150.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Noch in Dalmatien, kurz vor der Überfahrt nach Italien, erreichte auch Tiberius die Hiobsbotschaft: Varus tot und drei Legionen vernichtet. Ins Verderben gelockt von Arminius, der sich so ausgezeichnet hatte im römischen Dienst.“&amp;lt;ref&amp;gt;Märtin, S. 150.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Folgen des Krieges ==&lt;br /&gt;
;Germanien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Abbruch des Feldzuges gegen Marbod und den Abzug der römischen Legionen nach Pannonien wurde das Gebiet zwischen Weser und Elbe zur neutralen Zone: „Beide Seiten hüteten sich, hier einzudringen. Damit hatte Rom definitiv seine Grenze auf die Weser zurückgenommen, Marbod seine Herrschaft im Elbtal etabliert. Drei Jahre lang, während der gesamten Zeit des pannonisch-dalmatischen Aufstands, hielt Varus mit seiner Politik Tiberius erfolgreich den Rücken frei.“&amp;lt;ref&amp;gt;Märtin, S. 157.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Hätte Varus auch weiter nichts unternommen“, so Ralf-Peter Märtin, „wäre eine Fortsetzung des Krieges gegen Marbod im nächsten oder übernächsten Jahr, mit Tiberius als Feldherrn und mit den ausgeruhten Rheinlegionen, durchaus im Rahmen der Erwartungen gewesen. [… Doch Varus] zog plötzlich die niederrheinischen Legionen zusammen, die [[Legio XVII|XVII.]], [[Legio XVIII|XVIII.]], [[Legio XIX|XIX.]], und begann entlang der Lippe nach Osten in Richtung Weser zu marschieren.“&amp;lt;ref&amp;gt;Märtin, S. 159.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Balkan:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der Statthalter der Provinz Moesien, [[Aulus Caecina Severus]], war anfangs an der Niederschlagung des Aufstandes beteiligt, musste dann aber nach Mösien zurückkehren, wo er im Jahr 7 n. Chr. unter Einsatz von fünf Legionen einen Einfall der [[Sarmaten]] mit großer Mühe abwehren konnte und dabei nur knapp einer Niederlage entging.&amp;lt;ref&amp;gt;Cassius Dio 55, 29–30 und 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„An den Grenzen bewirkte die erfolgreiche Eroberung und Eingliederung der entscheidenden Verbindungen zwischen Ost und West – Rätien, Noricum, Pannonien und Illyrien – die endgültige geostrategische Vereinigung des Imperiums. Insbesondere Illyrien war von da an das zentrale militärische Bindeglied des imperialen Systems im Mittelmeerraum.“&amp;lt;ref&amp;gt;Perry Anderson: &amp;#039;&amp;#039;Von der Antike zum Feudalismus.&amp;#039;&amp;#039; edition suhrkamp, Bd. 922, Frankfurt am Main 1981, S. 85.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Nach dem Aufstand herrschte in Dalmatien Ruhe. […] (Erst) 395 n. Chr. gelangten Gotenscharen bis [[Salona]]e.“&amp;lt;ref&amp;gt;dtv-Lexikon der Antike, Band 1 (3079), Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1971, S. 259.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references group=&amp;quot;Anm&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* [[Velleius Paterculus]]: &amp;#039;&amp;#039;Römische Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Herausgegeben und übersetzt von Marion Giebel, Stuttgart 1992.&lt;br /&gt;
* [[Cassius Dio]]: &amp;#039;&amp;#039;Römische Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Übersetzt von Otto Veh, mit einer Einführung von Hans Jürgen Hillen, 5 Bde., Düsseldorf 2007&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Perry Anderson (Historiker)|Perry Anderson]]: &amp;#039;&amp;#039;Von der Antike zum Feudalismus. Spuren der Übergangsgesellschaften.&amp;#039;&amp;#039; Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1978. Originalausgabe: Perry Anderson: &amp;#039;&amp;#039;Passages from Antiquity to Feudalism.&amp;#039;&amp;#039; NLB, London 1974. Zitiert wird aus: edition suhrkamp 922, 1981.&lt;br /&gt;
* [[Ralf-Peter Märtin]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Varusschlacht. Rom und die Germanen.&amp;#039;&amp;#039; Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-596-17662-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Great Illyrian Revolt|Pannonischer Aufstand}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://gutenberg.spiegel.de/mommsen/roemisch/Druckversion_roem08.htm | wayback=20070401143419 | text=Darstellung in der &amp;#039;&amp;#039;Römischen Geschichte&amp;#039;&amp;#039; von Theodor Mommsen}}&lt;br /&gt;
* [https://www.gottwein.de/roge/his_0030.php#6pPannonischerAufstand Zeitleiste bei gottwein.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kriege Roms]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand im Römischen Reich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufstand in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt (1. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte des Balkan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pannonia (Provinz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tiberius]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Rainer E.</name></author>
	</entry>
</feed>