<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Panislamismus</id>
	<title>Panislamismus - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Panislamismus"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Panislamismus&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-05T19:57:45Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Panislamismus&amp;diff=1248090&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Das Rufzeichen: Links auf BKL korrigiert.</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Panislamismus&amp;diff=1248090&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-11-05T20:10:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Links auf BKL korrigiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Islam by country.svg|mini|hochkant=2|Staaten mit einem muslimischen Bevölkerungsanteil von mehr als 5 %&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#008000;&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Grün&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/span&amp;gt;: [[Sunniten]], &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FF0000;&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rot&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/span&amp;gt;: [[Schiiten]], &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#0000BB;&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Blau&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/span&amp;gt;: [[Ibadit]]en (Oman)]]&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Panislamismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{arS|اتحاد الإسلام|d=ittiḥād al-islām}}) ist eine [[Religion|religiös]]-[[politisch|politische]] Denkströmung, die die [[Islam|innerislamischen]] Gemeinsamkeiten in [[Geschichte]], [[Kultur]] und [[Religion]] hervorheben will. Ziel des Panislamismus ist die Einheit aller [[Muslime]] in einem islamischen [[Staat]] oder [[Kalifat]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Panislamismus ist als Reaktion auf die [[europäisch|europäische]] [[Europäische Expansion|Expansion]] auf dem [[Indischer Subkontinent|indischen Subkontinent]] und im [[Naher Osten|Nahen Osten]] gegen Ende des [[19. Jahrhundert|19. Jahrhunderts]] entstanden. Geprägt wurde der Begriff hingegen in Europa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die meisten [[islamistisch|islamistischen]] Bewegungen den [[Nationalstaat]] heute de facto akzeptiert haben und sich innerhalb der dort herrschenden politischen Systeme bewegen,&amp;lt;ref&amp;gt;Asseburg, Muriel (2008): &amp;#039;&amp;#039;Moderate Islamisten als Reformakteure? Rahmenbedingungen und programmatischer Wandel&amp;#039;&amp;#039;, S. 9f. In: Asseburg, Muriel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Moderate Islamisten als Reformakteure&amp;#039;&amp;#039;, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn.&amp;lt;/ref&amp;gt; propagiert abseits [[Dschihadismus|dschihadistischer]] Gruppen wie dem [[Islamischer Staat (Organisation)|Islamischen Staat]] heute einzig die radikal-islamistische [[Hizb ut-Tahrir]] noch mit aller Vehemenz das Ziel eines panislamistischen Kalifatsstaates.&amp;lt;ref&amp;gt;Patrick Möller: &amp;#039;&amp;#039;Hizb ut-Tahrir – Comeback einer verbotenen Organisation.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Rauf Ceylan]], Michael Kiefer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Der islamische Fundamentalismus im 21. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Springer VS, Wiesbaden 2022. S. 92–95.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Zeitalter des Imperialismus ===&lt;br /&gt;
Nachdem die europäischen [[Kolonialmächte]] [[Russland]], [[Niederlande]], [[Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland|Großbritannien]] und [[Frankreich]] bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts schon mehrere Gebiete mit muslimischer Mehrheitsbevölkerung unter ihre Kontrolle gebracht hatten, kam es mit dem in den 1870er Jahren einsetzenden [[Imperialismus]] zu einer weiteren europäischen Durchdringung der islamischen Welt. 1874 sicherten sich die Briten in [[Südostasien]] mit dem [[Vertrag von Pangkor]] die Oberherrschaft über die [[British Malaya|malaiischen Staaten]], 1880 zwangen sie mit dem [[Vertrag von Gandamak]] den [[Afghanistan|afghanischen]] König dazu, mit ihnen zu kooperieren. Frankreich besetzte 1881 [[Tunesien]], die Briten besetzten 1882 nach Volksaufständen [[Ägypten]] und errichteten dort ein „verschleiertes [[Protektorat]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf politischer Ebene führte die europäische und insbesondere die britische Dominanz zu dem Aufwallen eines panislamischen Bewusstseins. Der [[Osmanisches Reich|osmanische]] [[Sultan]] [[Abdülhamid II.]], der bis dahin noch mit Briten und Franzosen zusammengearbeitet hatte, wusste diese Gefühle sehr gut aufzugreifen. Er wurde zum wichtigsten Akteur auf dem Felde des Panislamismus (&amp;#039;&amp;#039;ittiḥād-i Islām&amp;#039;&amp;#039;), knüpfte Kontakte zu den Muslimen unter russischer und britischer Herrschaft sowie zu [[schiitisch]]en Gelehrten in Iran, ließ über die [[Haddsch|Wallfahrt]] sowie transnationale [[Sufi|Sufi-Orden]] (Abu l-Hudā as-Sayyadi) pro-osmanische Propaganda verbreiten und baute ein System osmanischer [[Konsulat (Diplomatie)|Konsulate]] in muslimischen Ländern auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeitgleich organisierte 1884 in [[Paris]] der Gelehrte [[Dschamal ad-Din al-Afghani]] (1839–1897) nach [[Freimaurer|freimaurerischem]] Vorbild eine Gruppe von panislamisch gesinnten Männern, die er nach einem im [[Koran]] ([[Sure 31]]:22) für den Glauben benutzten Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;al-ʿUrwa al-wuthqā&amp;#039;&amp;#039; („das festeste Band“) nannte. Gemeinsam brachten diese Männer eine Zeitung heraus, die die Muslime zum vereinten Vorgehen gegen den britischen Imperialismus und zur Unterstützung des osmanischen [[Kalif]]en aufrief. Diese Zeitung, die ebenfalls &amp;#039;&amp;#039;al-ʿUrwa al-wuthqā&amp;#039;&amp;#039; hieß, hatte in der islamischen Welt große Popularität, allerdings schlief das Unternehmen bald wieder ein, als die Briten die Einfuhr der Zeitung nach Indien und Ägypten verboten und dem Kreis das Geld ausging. Der Ägypter [[Muhammad Abduh]], der zu dem Pariser Kreis von al-Afghani gehört hatte und Anfang der 1890er Jahre in das Leitungsgremium der angesehenen islamischen [[Azhar (Ägypten)#Azhar-Universität|al-Azhar-Universität]] in Kairo aufstieg, setzte das panislamische Projekt jedoch fort. 1898 brachte er die Idee auf, unter der Führung des osmanischen Sultans Abdülhamid einen gesamtislamischen Kongress abzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Tenor des panislamischen Denkens war es, dass die Muslime nur dann der Herausforderung durch die westliche Zivilisation standhalten könnten, wenn sie ihre Reihen schlössen und ihre Aufsplitterung in verschiedene [[Madhhab|Rechtsschulen]] und [[Konfession|Konfessionsgruppen]] überwänden. Ein Unternehmen, das genau dieses Anliegen verwirklichen sollte, war die 1892 im nordindischen [[Kanpur]] gegründete Reformgesellschaft [[Nadwat al-ʿUlamāʾ]]. Sie zielte darauf ab, Gelehrte aus den verschiedenen islamischen Strömungen, [[Aligarh]]-Modernisten, [[Deobandis]], [[Ahl-i Hadîth|Ahl-i Hadith]], selbst Vertreter der [[Schia]], zusammenzubringen, um gemeinsam eine neue [[Theologie]] zu entwickeln, mit der man den Islam gegen die Angriffe aus dem Westen verteidigen könnte. 1898 gründete die Gesellschaft mit dem &amp;#039;&amp;#039;Dār al-ʿulūm&amp;#039;&amp;#039; von [[Lucknow]] eine eigene Schule.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. dazu Zafarul Islam Khan: &amp;#039;&amp;#039;Nadwat al-ʿUlamāʾ.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Encyclopaedia of Islam&amp;#039;&amp;#039;. 2. Auflage. Bd. VII, S. 874–875, sowie Marc Gaborieau: &amp;#039;&amp;#039;Un autre islam. Inde, Pakistan, Bangladesh&amp;#039;&amp;#039;. Paris 2007, S. 143–147.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Unternehmen war allerdings auf [[Südasien]] beschränkt und scheiterte schon nach wenigen Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Internationale Ausstrahlung entwickelte dagegen die 1897 von Muhammad Abduh gegründete Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;al-Manār&amp;#039;&amp;#039; (der Leuchtturm), die sich ebenfalls für die Überwindung der [[Madhhab]]-Gegensätze unter den Muslimen einsetzte.&amp;lt;ref&amp;gt;Zur Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;al-Manar&amp;#039;&amp;#039; vgl. Stephane Dudoignon u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Intellectuals in the Modern Islamic World. Transmission, transformation, communication&amp;#039;&amp;#039;. Abingdon 2006, S. 1–158.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|[[Hannah Arendt]] hob die Bedeutung der „Pan-Bewegungen“ hervor: „Jedenfalls verdankten die Nazis der alldeutschen Bewegung österreichischer Prägung [...] mehr und Entscheidenderes als jeder anderen Ideologie oder politischen Bewegung. Und der Bolschewismus Stalinscher Prägung steht tief in der Schuld des Panslawismus.“ Gleiches gilt für den Panislamismus, der ab dem Ende des 19. Jahrhunderts als unerlässliche Voraussetzung und obligatorisches Projekt für jede islamistische Bewegung galt. Primäres Ziel der panislamischen Bewegung war die Vereinigung aller Muslime gegen die Kolonialherrschaft als eine unbedingt notwendige Phase auf dem Weg zum Aufbau eines neuen und mächtigen islamischen Imperiums.|Mehdi Mozaffari, Aufkommen und Entwicklung des [[Islamismus]], 2013, S. 18&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.hait.tu-dresden.de/TDv/TD_11_01_Mozaffari.pdf Mozaffari], in Zs. [[Totalitarismus und Demokratie]], Hg. [[Hannah-Arendt-Institut]] Dresden, [[V&amp;amp;R]], H. 11, 2014, S. 15–28, {{ISSN|1612-9008}} (print), {{ISSN|2196-8276}} (online)&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erster Weltkrieg und Folgezeit ===&lt;br /&gt;
Die [[Mittelmächte]] versuchten im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] erfolglos den Panislamismus zu ihrer Unterstützung zu instrumentalisieren. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs gingen die panislamischen Ideen jedoch stark zurück, was durch die Abschaffung des Kalifats 1924 in der [[Türkei]] weiter forciert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zwischenkriegszeit verdrängten [[Säkularisierung|säkulare]] und [[Nationalismus|nationalistische]] Ideologien den Panislamismus zunehmend. Dem konnte auch nicht durch verschiedene Konferenzen zur Zukunft des Panislamismus 1924, 1926, 1931, und 1935 entgegengewirkt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] erhielt der Panislamismus neue Anziehung und wurde insbesondere von [[Saudi-Arabien]] genutzt, um den [[Panarabismus]] zurückzudrängen. Zu diesem Zweck ist 1962 die [[Liga der islamischen Welt]] und 1969 die [[Organisation der Islamischen Konferenz]] gegründet worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Kemal Karpat: &amp;#039;&amp;#039;The politicization of Islam. Reconstructing identity, state, faith, and community in the late Ottoman state&amp;#039;&amp;#039;. Oxford Univ. Press, Oxford 2001, ISBN 0-19-513618-7.&lt;br /&gt;
* Azmi Özcan: &amp;#039;&amp;#039;Pan-Islamism. Indian Muslims, the Ottomans and Britain (1877-1924)&amp;#039;&amp;#039;. Brill, Leiden u. a. 1997, ISBN 90-04-10632-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [http://www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=QBYSUJ Definition des Panislamismus auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung]&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte des Islam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islamischer Internationalismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Panbewegungen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Das Rufzeichen</name></author>
	</entry>
</feed>