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	<title>Panionion - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T15:05:33Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Panionion&amp;diff=206731&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2025-69476-9: Das Homerzitat war falsch - 20,403 berichtet über Stieropfer für Poseidon Helikonios, nicht aber über das Mykalegebirge.</title>
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		<updated>2025-09-23T06:49:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Das Homerzitat war falsch - 20,403 berichtet über Stieropfer für Poseidon Helikonios, nicht aber über das Mykalegebirge.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Panionion&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Πανιώνιον) war das Zentralheiligtum des [[Ionischer Bund|Ionischen Bundes]], zu dem sich, vermutlich im 7. Jahrhundert v. Chr., zwölf [[Ionien|ionische]] Städte an der Westküste [[Kleinasien]]s zusammengeschlossen hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Antike berühmt und in mehreren Quellen erwähnt, wurde es jedoch erst im September 2004 von Archäologen der [[Ruhr-Universität Bochum|Bochumer Ruhr-Universität]] entdeckt. Es liegt rund 100&amp;amp;nbsp;km von [[Izmir]] entfernt, nördlich von [[Priene]] in 750 Metern Höhe im [[Mykale]]-Gebirge, was mit der Angabe bei [[Strabon]]&amp;lt;ref&amp;gt;Strabon [http://data.perseus.org/citations/urn:cts:greekLit:tlg0099.tlg001.perseus-eng2:14.1.20 14, 1, 20].&amp;lt;/ref&amp;gt; annähernd übereinstimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Ionier]] waren nach 1100 v. Chr. vom [[Griechenland|griechischen]] Festland aus nach Kleinasien eingewandert und gründeten in der Folge eine Reihe bedeutender Städte, die als Hafen- und Handelsplätze sowie als Mutterpoleis zahlreicher weiterer Koloniegründungen zu Wohlstand und politischer Macht kamen. Im Siedlungsgebiet der einheimischen [[Karer]] kam es Mitte des 7. Jahrhunderts zu einem Krieg um die Stadt [[Melia (Stadt)|Melia]]. Die Stadt wurde zerstört, den Kultus, den die Ionier vorfanden, übernahmen sie jedoch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits [[Homer]]&amp;lt;ref&amp;gt;Homer, &amp;#039;&amp;#039;[[Ilias]]&amp;#039;&amp;#039; 2, 869.&amp;lt;/ref&amp;gt; erwähnt die Verehrung des [[Poseidon]] Helikonios »auf der Mykale luftigem Scheitel«, dem Stieropfer dargebracht wurden. Und hier, an der Stelle des karischen Kultortes, errichteten nach [[Herodot]]&amp;lt;ref&amp;gt;Herodot 1, 142–143. 148.&amp;lt;/ref&amp;gt; die Städte des ionischen Zwölferbundes ihr „gesamt-ionisches“ Heiligtum, das Panionion. Alle sakralen Zeremonien, aber auch die politischen Beratungen der Probulen, der ionischen Städtevertreter, fanden in diesem Tempel statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Panionium theatre.jpg|mini|Stufenbau des jüngeren Panionions bei Güzelçamlı]]&lt;br /&gt;
Zwar war die einsame Lage im Mykale-Gebirge unweit Priene von jeher bekannt. Auch wurde bereits 1673 eine Inschrift gefunden, die das Panionion erwähnt. Dennoch irrten die Wissenschaftler nahezu ein ganzes Jahrhundert, als sie die von [[Theodor Wiegand]] 1904 beim Dorf Güzelçamlı entdeckten Reste einer halbkreisförmigen Stufenanlage und eines Altars für das ionische Heiligtum hielten. Erst die Forschungskampagne des Archäologen [[Hans Lohmann (Archäologe)|Hans Lohmann]] bestätigte, wovon schon 1900 der Altphilologe [[Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff]] überzeugt war: Das Panionion muss in unmittelbarem Zusammenhang mit älteren karischen Funden gesucht werden. Und diese ließen sich an Wiegands Fundstelle auch durch Nachgrabungen nicht nachweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Lohmanns Team während des [[Survey (Archäologie)|Surveys]] 2004 entdeckte, waren die weitläufigen Ruinen einer befestigten karischen Höhensiedlung. Hier fanden sie auch die Fundamente und stark zerstörten Mauern eines jüngeren Tempels ionischer Architektur aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. Seine Länge von etwa 30 Metern Länge weist ihn als griechischen [[Hekatompedon]] (hundert [[Fuß (Einheit)|Fuß]] langen Tempel) aus. Ersten Untersuchungen zufolge wurde er um 540 v. Chr. errichtet und fiel später, vermutlich während der [[Perserkriege]], Zerstörung und Brand zum Opfer.&lt;br /&gt;
[[Datei:AydınArchaeologicalMuseum (122).JPG|mini|Rekonstruktion des archaischen Panionions im Museum Aydın]]&lt;br /&gt;
Die Entdeckung des Panionions ermöglicht nun auch eine Zuordnung der bislang dafür gehaltenen Reste beim Dorf Güzelçamlı. Nach [[Diodor]]&amp;lt;ref&amp;gt;Diodor 15, 49, 1.&amp;lt;/ref&amp;gt; habe man das Heiligtum in späterer Zeit verlegen wollen. Diesen Hinweis konnte Lohmann jetzt bestätigen: Tempel und Altar sind niemals fertiggestellt worden. Der Plan, um die Wende des 4. zum 3. Jahrhundert v. Chr. das Ioniertum noch einmal aufleben zu lassen, war offensichtlich aufgegeben worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 2005 wurden weitere Nachforschungen in Form einer Notgrabung in Zusammenarbeit mit dem Museum Aydın durchgeführt – der Vandalismus von Raubgräbern zwang zu einer schnellen Sicherung der Überreste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lohmanns Identifizierungen und Deutungen sind in der Fachwelt nicht unumstritten. So bestreitet etwa [[Alexander Herda]] die These, es habe zwei Panionia gegeben, und hat stattdessen vorgeschlagen, die neu entdeckte Höhensiedlung mit Mykalessos/Mykale zu identifizieren – einer wohl boiotischen Gründung, die dem Gebirge den Namen gegeben hat. In der Stadt existierte ein laut lokaler Legenden von Perseus gegründetes Heiligtum des Zeus Mykaleus, bei dem es sich um den ebenfalls neu entdeckten Hekatompedos handeln könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff]]: &amp;#039;&amp;#039;Panionion&amp;#039;&amp;#039;. In: Sitzungsberichte der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften (1906), H. 3, S. 38–57. ([http://www.archive.org/details/sitzungsberichte1906deut Internet Archive])&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Kleiner]], [[Peter Hommel]], [[Wolfgang Müller-Wiener]]: &amp;#039;&amp;#039;Panionion und Melie&amp;#039;&amp;#039;. de Gruyter, Berlin 1967.&lt;br /&gt;
* [[Hans Lohmann (Archäologe)|Hans Lohmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Survey in Theben an der Mykale, 1. Kampagne 2001&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;20. Araştırma Sonuçları Toplantısı 2. Cilt, 27–31 Mayıs 2002 Ankara.&amp;#039;&amp;#039; Ankara 2003, S. 247–260.&lt;br /&gt;
* Hans Lohmann: &amp;#039;&amp;#039;Mélia, le Panionion et le culte de Poséidon Héliconios&amp;#039;&amp;#039;. In: G. Labarre, J.-M. Moret (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Les cultes locaux dans les mondes grec et romain, Lyon, 7 – 8 juin 2001&amp;#039;&amp;#039;. Lyon 2004, S. 109–122.&lt;br /&gt;
* Hans Lohmann: &amp;#039;&amp;#039;Survey in der Mykale, 2. Kampagne 2002&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;21. Araştırma Sonuçları Toplantısı 2003&amp;#039;&amp;#039;. Ankara 2004, S. 251–264.&lt;br /&gt;
* Hans Lohmann: &amp;#039;&amp;#039;Melia, das Panionion und der Kult des Poseidon Helikonios&amp;#039;&amp;#039;. In: E. Schwertheim, E. Winter (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Neue Forschungen zu Ionien&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Asia Minor Studien&amp;#039;&amp;#039; 54.) Bonn 2005, S. 57–91.&lt;br /&gt;
* Hans Lohmann: &amp;#039;&amp;#039;Survey in the Mycale, 3rd Campaign: The Discovery of the Archaic Panionion&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;23. Araştırma Sonuçları Toplantısı 2005.&amp;#039;&amp;#039; Ankara 2006. I S. 241–252.&lt;br /&gt;
* [[Alexander Herda]]: &amp;#039;&amp;#039;Panionion-Melia, Mykalessos-Mykale, Perseus und Medusa. Überlegungen zur Besiedlungsgeschichte der Mykale in der frühen Eisenzeit&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Istanbuler Mitteilungen&amp;#039;&amp;#039; 56, 2006, S. 43–102 ([https://www.academia.edu/515404/ Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* Hans Lohmann u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Forschungen und Ausgrabungen in der Mykale 2001–2006&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Istanbuler Mitteilungen&amp;#039;&amp;#039; 57, 2007, S. 59–178 ([https://www.academia.edu/13093191/ Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* Hans Lohmann u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Das Dach des archaischen Panionion&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Forschungen in der Mykale&amp;#039;&amp;#039; 3, 2; = &amp;#039;&amp;#039;Asia Minor Studien&amp;#039;&amp;#039; 70). Habelt, Bonn 2013, ISBN 978-3-7749-3741-3.&lt;br /&gt;
* [[Hans Lohmann (Archäologe)|Hans Lohmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Panionion und Melia: Die Archivalien der Ausgrabungen von Kleiner–Hommel und Müller-Wiener in Güzelçamlı in den Jahren 1957, 1958 und 1960.&amp;#039;&amp;#039; In: Derselbe, Georg Kalaitzoglou, Gundula Lüdorf (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Survey in der Mykale: Ergänzende Studien&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Asia Minor Studien.&amp;#039;&amp;#039; Band 75 / = &amp;#039;&amp;#039;Forschungen in der Mykale.&amp;#039;&amp;#039; Band 1,2). Dr. Rudolf Habelt, Bonn 2017, ISBN 978-3-7749-3901-1, S. 1–82.&lt;br /&gt;
* Frank Hulek: &amp;#039;&amp;#039;Der hocharchaische Tempel am Çatallar Tepe. Architektur und Rekonstruktion&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Forschungen in der Mykale&amp;#039;&amp;#039; 3, 1; = &amp;#039;&amp;#039;Asia Minor Studien&amp;#039;&amp;#039; 89). Habelt, Bonn 2018, ISBN 978-3-7749-4179-3.&lt;br /&gt;
* Alexander Herda: &amp;#039;&amp;#039;Douglas Frame and Homer in the Panionion: What is left of Poseidon Helikonios, His Sanctuary, and His Bulls&amp;#039;&amp;#039;. In: Ioanna Papadopoulou (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039; Interdisciplinary Uses of Homer: In Dialogue with Douglas Frame.&amp;#039;&amp;#039; 2021 ([https://www.academia.edu/50652400/ Digitalisat]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[http://www.zeit.de/2004/44/Panionien Panionien].&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]]&amp;#039;&amp;#039;, 21. Oktober 2004&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20050119034741/http://www.pm.ruhr-uni-bochum.de/pm2004/msg00306.htm Pressemitteilung der Ruhr-Universität Bochum]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|article=/|NS=37.703924|EW=27.329993|type=landmark|region=TR}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4230551-2|VIAF=243069036}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fundplatz in der Türkei]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tempel des Poseidon]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Griechischer Tempel in der Türkei]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk in der Provinz Aydın]]&lt;/div&gt;</summary>
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