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	<title>Palais Epstein - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;linkfix&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{österreichbezogen}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Palais Epstein Ansicht 3.jpg|mini|hochkant=1.3|Palais Epstein]]&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Palais Epstein&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[Ringstraßenpalais]] am Dr.-Karl-Renner-Ring 1 im [[Innere Stadt (Wien)|1. Bezirk]] der [[österreich]]ischen Hauptstadt [[Wien]]. Es wurde in den Jahren 1868–1871 durch den Bankier [[Gustav von Epstein]] von dem Architekten [[Theophil von Hansen]] im [[Neorenaissance]]stil erbaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Gustav epstein.jpg|mini|hochkant|Gustav von Epstein]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Auftrag des aus [[Prag]] stammenden jüdischen Bankiers [[Gustav von Epstein]] wurde das [[Stadtpalais|Palais]] Epstein vom dänischen Architekten [[Theophil von Hansen]] im historistischen Stil der [[Neorenaissance]] zwischen 1868 und 1871 gebaut. Es befindet sich zwischen dem [[Parlamentsgebäude (Wien)|Parlament]], dem ehemaligen k.k. [[Reichsrat (Österreich)|Reichsratsgebäude]], und dem [[Naturhistorisches Museum Wien|Naturhistorischen Museum]] am [[Dr.-Karl-Renner-Ring]] 1 (früher [[Burgring]] 9), Ecke [[Bellariastraße]]. Als Bauleiter war der junge [[Otto Wagner]] tätig. Im Erdgeschoß wurden die Bankräume eingerichtet, in der darüber liegenden [[Beletage]] die prunkvollen Wohnräume der Familie Epstein mit Details wie in die Wände versenkbaren Schiebetüren zwischen den Salons. Auch die nicht marmorgetäfelten Teile der Stiegenhauswände haben eine Oberfläche aus [[Stuckmarmor|Stucco Lustro]] (ein u.&amp;amp;nbsp;a. mit Wachs hergestellter Marmor täuschend imitierender Stuck mit einer Tradition über Venedig bis zum antiken Pompeji), der bis heute auch viele Räume des [[Reichsrat (Österreich)|Reichsrats-]] bzw. [[Parlamentsgebäude (Wien)|Parlamentsgebäudes]] kennzeichnet. An Stelle des Palais hätte ursprünglich das Adelige Casino entstehen sollen, doch der hohe Preis verhinderte dieses Projekt. Das Grundstück war wegen seiner Einzellage zwischen Bellariastraße und Schmerlingplatz, gegenüber dem [[Volksgarten]], und seiner Nähe zur [[Hofburg]] und anderen kaiserlichen Bauten das damals teuerste an der Ringstraße und nur für den Bankier finanzierbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Folge des [[Gründerkrach|Börsenkrachs]] von 1873 musste Epstein sein Palais verkaufen, um den Konkurs der Bank abzuwenden. Gekauft wurde es 1876 von der [[Imperial Continental Gas Association]], London, die in Wien Gaswerke und öffentliche Gasbeleuchtung betrieb und 1883 ihre Wiener Niederlassung ins Palais übersiedelte. Ihr Direktor [[Henry James Drory]] wohnte und arbeitete dann hier bis 1899.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1902 gelangte das Gebäude in Staatsbesitz ([[k.k.]] [[Ärar]]) und wurde Sitz des [[Verwaltungsgerichtshof (Österreich)|Verwaltungsgerichtshofs]]. 1922 musste dieser dem [[Stadtschulrat für Wien]] weichen, einer politisch vom [[Rotes Wien|Roten Wien]] dominierten Bundesbehörde, für die die Stadtverwaltung vom Bund einen Sitz möglichst nahe dem [[Wiener Rathaus]] verlangt hatte. Dazu wurde das Innere des Palais adaptiert, Wanddekorationen wurden dabei verdeckt und blieben so erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.parlament.gv.at/aktuelles/pk/jahr_2007/pk0358 Österreichisches Parlament: Gleiche Bildungschancen für alle: Die Schulreformer Otto Glöckel, Charlotte und Karl Bühler im Palais Epstein]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zeit des [[Nationalsozialismus]] wurde das Palais Sitz des Bauamtes der Reichsstatthalterei. In dieser Zeit verlor das Gebäude sehr viel an noch vorhandenen jüdischen Einrichtungsgegenständen und Einbauten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Krieg wurde das Palais von der [[Sowjetarmee|sowjetischen Besatzungsmacht]] als Zentralkommandantur verwendet. „Das Palais wurde zum Schauplatz blutiger Verhöre, vieler Selbstmorde Verzweifelter.“ ([[Brigitte Hamann]]).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.parlament.gv.at/ZUSD/SONSTIGES/Brigitte_Hamann.pdf |text=Text auf der Website des Parlaments, Wien 2005 |wayback=20140808034600 |archiv-bot=2024-04-10 19:06:39 InternetArchiveBot}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einem Fenstersturz eines Arrestanten wurden die Fenster der Arrestzellen im dritten Stock vergittert.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://onb.digital/result/BAG_1480598 Foto von 1956 der ehemaligen Arrestfenster im Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Wiener Polizei durfte das Gebäude bis 1955 nicht betreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Österreichischer Staatsvertrag|Staatsvertrag]] 1955 und dem Abzug der Besatzungsmächte wurde es im Studienjahr 1957/58 kurz als Dependance der [[Universität für Musik und darstellende Kunst Wien|Akademie für Musik und darstellende Kunst]] und danach wieder als Sitz des [[Stadtschulrat für Wien|Stadtschulrats]] genutzt. Bevor dieser im Jahr 2000 auszog, schlug [[Leon Zelman]], Leiter des [[Jewish Welcome Service Vienna]], vor, das Palais auf Grund seiner wechselhaften, für Österreich nicht untypischen Benützergeschichte zum Haus der österreichischen Geschichte auszugestalten. Er hatte dabei vor allem die Geschichte des 19. und des 20. Jahrhunderts im Blick.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1998 wurde das Gebäude von der [[Bundesimmobiliengesellschaft]] (BIG) gekauft und sollte an eine japanische Bank weiterverkauft werden. Der Initiative mehrerer Mitarbeiter und Funktionäre des österreichischen Parlaments ist es zu verdanken, dass dieses für das Palais Eigenbedarf anmeldete. Das Parlament litt nämlich unter großer Raumnot, aber der damalige Nationalratspräsident [[Heinz Fischer]] hatte wegen bevorstehender Nationalratswahlen Bedenken gegen den Ankauf teurer Immobilien. Nach einer umfassenden Renovierung durch die BIG, die insbesondere die Rückversetzung der [[Beletage]] in den Originalzustand beinhaltete, wird das Gebäude seit 2005 vom Parlament für Verwaltungstätigkeiten, Veranstaltungen, Konferenzen und Regierungsverhandlungen genutzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Eine Darstellung der Geschichte des Palais Epstein mit besonderer Betonung der Umstände der Umwidmung für das Parlament findet sich in der [https://www.parlament.gv.at/aktuelles/pk/jahr_2024/pk1085 Parlamentskorrespondenz Nr. 1085 vom 05.12.2024].&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Vorraum zu den Festsälen wird die Geschichte des Gebäudes durch Freskenreste und durch Funde aus der Zeit der Verwendung durch die sowjetische Besatzungsmacht (Zeitungsreste, Brieffragmente, [[Kassiber]] usw.) illustriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Der dreiseitig freistehende Baublock des Palais Epstein weist vier Geschoße auf. Die Fassade ist Formen der [[Rom|römischen]] [[Renaissance]] nachempfunden. Sie ist betont horizontal gegliedert. Über dem Hauptportal befindet sich ein Balkon, der von vier [[Karyatide]]n getragen wird, die 1871 von Vincenz Pilz geschaffen wurden. Straßenseitige Gedenktafeln erinnern an [[Karl Bühler|Karl]] und [[Charlotte Bühler]], [[Otto Glöckel]] (mit einer Reliefbüste von [[Erich Pieler]] aus 1954), Leon Zelman sowie die sowjetische Zentralkommandantur. Der Innenhof ist glasgedeckt. In einer [[Ädikula]] im Hof steht eine [[Hygieia]]-Brunnenfigur von Vincenz Pilz aus dem Jahr 1871.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=[[Bundesdenkmalamt]] |Titel=[[Dehio Wien Innere Stadt 2003|Dehio-Handbuch Wien. I. Bezirk – Innere Stadt]] |Verlag=Berger |Ort=Horn/Wien |Datum=2003 |ISBN=3-85028-366-6 |Seiten=338}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Vestibül]] des Palais führt rechter Hand zu einem einfach gestalteten Stiegenhaus und linker Hand zu einer üppig ausgestatteten, freitragenden Marmorstiege mit einer [[Kassettendecke]]. In der Mitte der [[Beletage]] befindet sich der ehemalige Fest- oder Tanzsaal, der auf einen nicht ausgeführten Entwurf von Theophil von Hansen und [[Carl Rahl]] für das [[Schloss Oldenburg]] zurückgeht. Der Raum, der 1922 zu einem Verhandlungssaal umgestaltet wurde, ist ein Musterbeispiel für historistische Innenraumgestaltung. Die hellen Wände kontrastieren mit der dunklen, teilweise vergoldeten Kassettendecke. Die elf Gemälde nach Entwürfen von Carl Rahl auf der Kassettendecke stellen einen festlichen mythologischen Zyklus dar, mit der Geburt der [[Venus (Mythologie)|Venus]] im ovalen Mittelfeld. Vom Bildhauer [[Franz Melnitzky]] stammen Darstellungen von [[Mänade|Bacchantinnen]]. [[Anton Detoma]] entwarf [[Pilaster]]-Schäfte, die den Chorpfeilern der Kirche [[Santa Maria dei Miracoli (Venedig)|Santa Maria dei Miracoli]] in [[Venedig]] nachempfunden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der an den Fest- oder Tanzsaal anschließende Wintergarten in der Beletage weist ebenfalls eine Kassettendecke auf. Im [[Fries]] ist eine Kopie des [[Alexanderzug]]s von [[Bertel Thorvaldsen]] zu sehen. Auf der Stuckkassettendecke im Empfangssalon in der Beletage befinden sich Gemälde von [[Christian Griepenkerl]]. Das Boudoir hinter dem Empfangssalon weist eine Stuckdecke mit Abgüssen der Vier-Jahreszeiten-[[Tondo|Tondi]] von Bertel Thorvaldsen auf. Die Kassettendecke im Speisezimmer in der Beletage ist nach dem Vorbild jener von [[Sankt Laurentius vor den Mauern|San Lorenzo fuori le mura]] in Rom und die Kassettendecke im an das Speisezimmer anschließenden Spielzimmer nach dem Vorbild jener von Santa Maria dei Miracoli in Venedig gestaltet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=[[Bundesdenkmalamt]] |Titel=[[Dehio Wien Innere Stadt 2003|Dehio-Handbuch Wien. I. Bezirk – Innere Stadt]] |Verlag=Berger |Ort=Horn/Wien |Datum=2003 |ISBN=3-85028-366-6 |Seiten=338 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Palais Epstein Vienna June 2006 234.jpg|Fassaden-Details&lt;br /&gt;
 PalaisEpsteinWien.JPG|Karyatiden&lt;br /&gt;
 Palais Epstein, Skulpturen (2).jpg|Karyatiden (Detailansicht)&lt;br /&gt;
 Palais Epstein Vienna Oct. 2006 001.jpg|Hygieia-Figur im Innenhof&lt;br /&gt;
 Palais Epstein 3.jpg|Fest- oder Tanzsaal&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Barbara Dmytrasz&lt;br /&gt;
   |Titel=Die Ringstraße&lt;br /&gt;
   |Verlag=Amalthea&lt;br /&gt;
   |Ort=Wien&lt;br /&gt;
   |Datum=2008&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-85002-588-1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Palais Epstein}}&lt;br /&gt;
* [https://www.parlament.gv.at/erleben/parlamentsgebaeude/palais-epstein Palais Epstein] auf den Seiten des Parlaments&lt;br /&gt;
* {{ANNO|abz|03|00|1871|00000422|AUTOR=|Theophil Hansen: Palais Epstein in Wien (Text)|ZUSATZ=(XXXVI. Jahrgang)|ALTSEITE=422f.|anno-plus=ja}} und&amp;lt;br /&amp;gt;{{ANNO|abz|04|00|1871|00000071|AUTOR=|Palais Epstein in Wien von Th. Hansen (Pläne)|ZUSATZ=(XXXVI. Jahrgang)|ALTSEITE=71 ff. (71–76)|anno-plus=ja}}&lt;br /&gt;
* {{burgen-austria|id=639}}&lt;br /&gt;
* [https://planet-vienna.com/palais-epstein/ Palais Epstein] auf planet-vienna.com&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Einbindung von Wikidata-Koordinaten|landmark|AT-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Palais in Wien|Epstein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Innere Stadt (Wien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Neorenaissancebauwerk in Wien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erbaut in den 1870er Jahren]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Legislative (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theophil von Hansen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Baudenkmal (Wien)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Crazy1880</name></author>
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