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	<title>Palais Borsig - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T12:07:04Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Palais_Borsig&amp;diff=1354242&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Müllt-Renner am 26. April 2026 um 17:09 Uhr</title>
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		<updated>2026-04-26T17:09:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:1881 Palais Borsig.jpg|mini|Palais Borsig an der Ecke [[Voßstraße]] (links) und [[Wilhelmstraße (Berlin-Mitte)|Wilhelmstraße]], um 1881]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Palais Borsig&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war ein als private Residenz, danach als Bank und schließlich als Regierungsgebäude genutztes Bauwerk im Berliner Stadtviertel [[Berlin-Mitte|Mitte]] ([[Berlin-Friedrichstadt|Friedrichstadt]]). Das Gebäude befand sich von 1875/1877 bis zu seiner Zerstörung im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] in der [[Voßstraße]]&amp;amp;nbsp;1 an der Ecke zur [[Wilhelmstraße (Berlin-Mitte)|Wilhelmstraße]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Errichtung und Anlage ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Berlin Palais Borsig Fassade Vossstrasse.jpg|mini|Fassade des Palais Borsig]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Berlin Palais Borsig Lucae.jpg|mini|hochkant|Ansicht und Fassaden&amp;amp;shy;schnitt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Palais Borsig wurde vom Direktor der [[Berliner Bauakademie]], dem Architekten [[Richard Lucae]] (1829–1877), im Auftrag des Fabrikanten [[August Julius Albert Borsig|Albert Borsig]] (1829–1878) als neues Berliner Wohnhaus für Borsig entworfen. Der Bau erfolgte in den Jahren 1875–1877.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lucae gestaltete das Palais als zweigeschossiges Gebäude im Stil der damals sehr beliebten &amp;lt;!-- Reichstag, Herrenhaus --&amp;gt; [[Neorenaissance]]. Am Obergeschoss, in den Nischen zwischen den einzelnen Fenstern, wurden Plastiken von [[Archimedes]], [[Leonardo da Vinci]], [[James Watt]], [[George Stephenson]] und [[Karl Friedrich Schinkel]] platziert, die den technischen Fortschritt symbolisieren sollten. Als Bildhauer waren [[Reinhold Begas]], [[Otto Lessing]], [[Erdmann Encke]] und [[Emil Hundrieser]] beteiligt. Die Fassaden wurden mit [[Sandstein]]platten verkleidet. Architekt wie Künstler gehörten zu den Besten, die im damaligen Berlin zu finden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl mit dem an der italienischen [[Hochrenaissance]] orientierten Stil, der auf die italienischen Stadtrepubliken (wie [[Republik Venedig|Venedig]] oder [[Geschichte von Florenz|Florenz]]) verweist, als auch durch das Figurenprogramm wird das Selbstbewusstsein des aufstrebenden Bürgers Borsig deutlich gemacht. Im umliegenden Bereich der Wilhelmstraße gab es bisher nur Palais von Adeligen, die auf eine vielhundertjährige Tradition zurückblickten. Albert Borsigs Vater hatte aus dem Nichts ein Großunternehmen aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1878 musste am gerade beendeten Haus schon der erste Umbau vorgenommen werden: Gerade unter den Fenstern des einen großen Teil des Obergeschosses einnehmenden Festsaals ließ der Nachbar in der Voßstraße&amp;amp;nbsp;2 seinen Pferdestall bauen&amp;amp;nbsp;– der [[Fürstentum Pleß|Fürst von Pleß]], [[Hans Heinrich&amp;amp;nbsp;XI. von Hochberg]], der zudem in [[Schlesien]] mit den Borsigs im Bereich der [[Montanindustrie]] konkurrierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nutzung ==&lt;br /&gt;
Als 1878 der Innenausbau des Hauses ausgeführt werden sollte, starb der Bauherr Albert Borsig. Die Bauarbeiten wurden daraufhin eingestellt, das Haus blieb unter nicht genauer geschilderten Umständen trotz der exponierten Lage und des hohen Grundstückswertes rund ein Vierteljahrhundert ungenutzt, bis es 1904 für 1,3&amp;amp;nbsp;Millionen [[Mark (1871)|Mark]] (kaufkraftbereinigt in heutiger Währung: rund {{Inflation|DE|1.3|1904|r=1}}&amp;amp;nbsp;Millionen Euro) von der &amp;#039;&amp;#039;Preußischen Pfandbriefbank&amp;#039;&amp;#039; erworben und für die Nutzung als Bankgebäude ausgebaut wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Deutsche Bauzeitung]]&amp;#039;&amp;#039;, 23. März 1904, 38.&amp;amp;nbsp;Jg. Nr. 24, S.&amp;amp;nbsp;148.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Juni 1933 bis zum 30.&amp;amp;nbsp;Juni / 1.&amp;amp;nbsp;Juli 1934 diente das Palais Borsig [[Franz von Papen]] im [[Kabinett Hitler]] als Amtssitz der „Kanzlei des Stellvertretenden Reichskanzlers“. Am 23.&amp;amp;nbsp;März 1934 wurde das Palais vom [[Deutsches Reich|Reich]] gekauft. Während der knapp einjährigen Nutzung des Gebäudes als Vizekanzlei diente sie&amp;amp;nbsp;– als „Reichsbeschwerdestelle“ bezeichnet&amp;amp;nbsp;– als Sammelpunkt einer sich aus engen Mitarbeitern von Papens rekrutierenden (diesen selbst aber nicht einbeziehenden) Widerstandsgruppe gegen die [[Zeit des Nationalsozialismus|NS-Diktatur]] (in der Literatur u.&amp;amp;nbsp;a. als „Papen-Kreis“, „Jung-Gruppe“, „Jung-Bose-Ketteler-Tschirschky-Gruppe“ bezeichnet). Dieser gehörten im Wesentlichen mit [[Herbert von Bose]], [[Wilhelm Freiherr von Ketteler]], [[Friedrich Carl von Savigny (Widerstandskämpfer)|Friedrich Carl von Savigny]], [[Fritz Günther von Tschirschky]], [[Hans von Kageneck]], [[Kurt Josten]] und [[Walter Hummelsheim]] sieben Angehörige aus dem Stab des Vizekanzlers an. Hinzu kam der außerordentliche Mitarbeiter der Kanzlei [[Edgar Julius Jung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 30. Juni 1934 wurde die Vizekanzlei im Zuge der [[Röhm-Putsch|Röhm-Affäre]] von einem [[Schutzstaffel |SS]]-Kommando erstürmt und besetzt. Papen wurde danach in seiner Privatwohnung in der [[Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Tiergarten#Lennéstraße*|Lennéstraße]] interniert. Bose wurde in den Räumlichkeiten der Kanzlei erschossen, Tschirschky, Savigny und Hummelsheim verhaftet und zeitweise im [[Geheime Staatspolizei |Gestapo]]-Hauptquartier in der [[Niederkirchnerstraße |Prinz-Albrecht-Straße]] und in [[Konzentrationslager]]n gefangen gehalten. Kageneck, Ketteler und Josten konnten die Kanzlei ungehindert verlassen und fliehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer die Anweisung für die Aktion gegen die Vizekanzlei gegeben hat, ist bis heute unklar. Für einen letztinstanzlichen Auftrag [[Adolf Hitler]]s spricht, dass er [[Alfred Rosenberg]] gegenüber wenige Tage zuvor bei einem Gespräch über aus dem Regierungsapparat selbst kommende Störmanöver gegen seine Politik auf das Gebäude der Vizekanzlei wies und meinte: „Ja, da kommt alles her, ich werde das ganze Büro einmal ausheben lassen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Burghard Freudenfeld: &amp;#039;&amp;#039;Stationen der deutschen Geschichte, 1919–1945&amp;#039;&amp;#039;. 1962, S.&amp;amp;nbsp;119.&amp;lt;/ref&amp;gt; Welcher von Hitlers Unterführern die Aktion konkret organisierte und umsetzen ließ, ist dabei nicht ganz eindeutig. Tschirschky vermerkte in seinen Memoiren &amp;#039;&amp;#039;(Erinnerungen eines Hochverräters)&amp;#039;&amp;#039;, dass es unter den Kriminalbeamten, die die Kanzlei erstürmten, Streitigkeiten gegeben habe, wer ihn verhaften dürfte. Den Führer der einen, kleineren Gruppe, die später im Palais eintraf, um ihn in Gewahrsam zu nehmen, identifizierte er als einen Mitarbeiter [[Hermann Göring]]s. Von dem Anführer der zuerst eingetroffenen, hauptsächlich aus SS-Leuten bestehenden, Gruppe, der sich schließlich durchsetzen und ihn verhaften konnte, nahm er an, dass er ein Mitarbeiter [[Heinrich Himmler]]s und [[Reinhard Heydrich]]s war. Für diese Annahme spricht –&amp;amp;nbsp;abseits davon, dass die [[Schutzstaffel|SS]]-Leute in erster Linie diesen beiden unterstanden, obwohl auch Göring bei Bedarf ein Verfügungsrecht an ihnen gehabt hätte&amp;amp;nbsp;–, dass der erschossene Herbert von Bose ein persönlicher Feind Heydrichs war und dass er, Tschirschky, in das Gestapo-Hauptquartier in der Prinz-Albrecht-Straße verschleppt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Juli 1934 ordnete Hitler an, das Palais als Vizekanzlei räumen zu lassen. Stattdessen beauftragte er den Architekten [[Albert Speer]] damit, das Palais Borsig zum neuen Hauptquartier für den Stab der [[Sturmabteilung|SA]] umzubauen, den Hitler im Sommer/Herbst 1934 schrittweise von [[München]] nach Berlin verlegen ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom November 1934 an konnten 32 Räume des Palais Borsig von der [[Oberste SA-Führung|SA-Führung]] unter [[Viktor Lutze]] und zwölf Räume von der „Präsidialkanzlei des Führers“ unter Leitung von [[Otto Meissner]] genutzt werden. Als 1938/1939 die [[Neue Reichskanzlei]] entstand, wurde das Palais Borsig im Innern umgestaltet und in den Neubau integriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zweiten Weltkrieg zerstörten bei [[Luftangriffe der Alliierten auf Berlin|alliierten Luftangriffen]] Fliegerbomben und Folgebrände das Palais Borsig. Seine Ruine wurde zusammen mit der Neuen Reichskanzlei ab 1949 beseitigt. Auf dem Gelände befinden sich seit 1990 [[Plattenbauten an der Berliner Wilhelmstraße|acht- bis neungeschossige Wohnblocks]] sowie Parkplätze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Villa Borsig ==&lt;br /&gt;
Nicht zu verwechseln mit dem „Palais Borsig“ sind zwei Gebäude, die den Namen „Villa Borsig“ trugen:&lt;br /&gt;
* [[Villa Borsig|Villa Borsig in Berlin-Tegel]]&lt;br /&gt;
* [[Villa Borsig (Moabit)|Villa Borsig in Berlin-Moabit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Rainer Orth]]: &amp;#039;&amp;#039;„Der Amtssitz der Opposition“?: Politik und Staatsumbaupläne im Büro des Stellvertreters des Reichskanzlers in den Jahren 1933–1934&amp;#039;&amp;#039;. Böhlau, Köln 2016, ISBN 978-3-412-50555-4.&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Laurenz Demps]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Berlin-Wilhelmstraße. Eine Topographie preußisch-deutscher Macht&lt;br /&gt;
   |Auflage=3. aktualisierte&lt;br /&gt;
   |Verlag=Ch.Links&lt;br /&gt;
   |Ort=Berlin&lt;br /&gt;
   |Datum=2000&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-86153-228-X}}&lt;br /&gt;
* Götz Eckardt (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Schicksale deutscher Baudenkmale im zweiten&amp;lt;!--sic--&amp;gt; Weltkrieg. Eine Dokumentation der Schäden und Totalverluste auf dem Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik&amp;#039;&amp;#039;. Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Berlin&amp;amp;nbsp;– Hauptstadt der DDR, Bezirke Rostock, Schwerin, Neubrandenburg, Potsdam, Frankfurt/Oder, Cottbus, Magdeburg&amp;#039;&amp;#039;. Henschel, Berlin (DDR) 1980, S. 36 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.atelier-neubauer.de/3d-projekte-hitlers-berlin-3d-die-vossstrasse-bild-01-d.html |text=Fotorealistische Rekonstruktion. |wayback=20131015134038}} atelier-neubauer.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|NS=52/30/42|EW=13/22/59|type=landmark|region=DE-BE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=7515308-7|VIAF=247414286}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Palais in Berlin|Borsig]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abgegangenes Bauwerk in Berlin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Neorenaissancebauwerk in Berlin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erbaut in den 1870er Jahren]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Berlin-Mitte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Voßstraße]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Borsig (Familie)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Müllt-Renner</name></author>
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