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	<title>Pairsschub - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T13:36:53Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Pairsschub&amp;diff=1425671&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Gib Senf dazu!: tk kl</title>
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		<updated>2025-12-04T12:04:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;tk kl&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pairsschub&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war ein Instrument in [[Konstitutionelle Monarchie|konstitutionellen Monarchien]], die Mehrheitsverhältnisse im [[Parlament]] zugunsten der Regierung zu beeinflussen, indem eine größere Zahl von neuen Mitgliedern der [[Zweikammernsystem|ersten Kammer]] (Pairs) durch den Monarchen ernannt, also nachgeschoben&amp;lt;ref&amp;gt;{{Deutsches Wörterbuch |Lemma=schub |Wortart=m. |Band=15 |Sp=1810 |lemid=S18070}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hintergrund ==&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert entstanden in einer Vielzahl von Ländern Parlamente mit [[Zweikammersystem|zwei Kammern]]. Während die Zweite Kammer der Repräsentanz der Bevölkerung diente, hatten in der Ersten Kammer (z.&amp;amp;nbsp;B. dem [[Preußisches Herrenhaus|preußischen Herrenhaus]] oder dem britischen [[House of Lords]]) typischerweise die Vertreter des Adels ihren Sitz. Dies waren zum einen diejenigen Adligen, die ihr Mandat erblich aufgrund ihres Ranges erhalten hatten. In Deutschland waren das vielfach die [[Standesherr (Deutscher Bund)|Standesherren]], die Oberhäupter der [[Mediatisierung|mediatisierten]], früher reichsunmittelbaren Familien. Diese hatten im Rahmen des [[Reichsdeputationshauptschluss]]es ihre Souveränität verloren und sollten so politisch entschädigt werden. Daneben behielten sich die Monarchen vor, weitere Mitglieder der ersten Kammer zu ernennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit bestand die Möglichkeit für den Monarchen, die Mehrheitsverhältnisse im Parlament durch die Ernennung von neuen Pairs zu verändern (oder damit zu drohen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Monarchien im Deutschen Bund ==&lt;br /&gt;
Insbesondere infolge der französischen [[Julirevolution von 1830|Julirevolution]] griffen mehrere deutsche Monarchen zum Instrument des Pairsschubs, um Mehrheiten sicherzustellen. So wurde im [[Herzogtum Nassau]] per Edikt vom 29. Oktober 1831 die Ernennung weiterer Mitglieder der Herrenbank angeordnet. So erreichte der Herzog eine Mehrheit in den Ständen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Nassauische Parlamentarier.&amp;#039;&amp;#039; Teil 1: Cornelia Rösner: &amp;#039;&amp;#039;Der Landtag des Herzogtums Nassau 1818–1866&amp;#039;&amp;#039;. Historische Kommission für Nassau, Wiesbaden 1997, ISBN 3-930221-00-4, S. XIIX (= &amp;#039;&amp;#039;Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau&amp;#039;&amp;#039;, 59 = &amp;#039;&amp;#039;Vorgeschichte und Geschichte des Parlamentarismus in Hessen&amp;#039;&amp;#039;, 16).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein bekanntes Beispiel für einen Pairsschub war der Konflikt um die neue preußische Kreisordnung 1872. Um eine Mehrheit für dieses Gesetz zu sichern, ernannte der preußische König [[Wilhelm I. (Deutsches Reich)|Wilhelm]] eine Reihe von neuen Pairs.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Sitzungsprotokoll des Kronrats vom 8. November 1872&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Acta Borussica]].&amp;#039;&amp;#039; Reihe 1: &amp;#039;&amp;#039;Die Protokolle des Preußischen Staatsministeriums 1817–1934/38.&amp;#039;&amp;#039; Band 6: Rainer Paetau: &amp;#039;&amp;#039;3. Januar 1867 bis 20. Dezember 1878.&amp;#039;&amp;#039; Olms-Weidmann, Hildesheim u.&amp;amp;nbsp;a. 2004, ISBN 3-487-11003-2, S. 288; [https://books.google.de/books?id=NRsPbPv3nokC&amp;amp;pg=PA288&amp;amp;lpg=PA288&amp;amp;dq=Pairsschub&amp;amp;source=web&amp;amp;ots=OG9R_8TiIZ&amp;amp;sig=P5IsEudyGqM9IBUGe0RFlZU4LHA&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;resnum=2&amp;amp;ct=result books.google.de]&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[Preußisches Herrenhaus|Preußischen Herrenhaus]] stieg der Anteil der ernannten Mitglieder, der vor dem ersten Preußischen Pairsschub im September 1860 nur 11 % betrug, bis 1914 auf knapp 30 %.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frankreich ==&lt;br /&gt;
Am 9. März 1819 ernannte König Ludwig&amp;amp;nbsp;XVIII. in einem Pairsschub sechzig neue Pairs, um eine Mehrheit in der [[Chambre des Pairs]] für die Reformen [[Élie, Herzog von Decazes und Glücksberg|Herzog Élies]] zu sichern.&amp;lt;ref&amp;gt;Guillaume de Bertier de Sauvigny: &amp;#039;&amp;#039;Metternich. Staatsmann und Diplomat im Zeitalter der Restauration.&amp;#039;&amp;#039; Ungekürzte Lizenzausgabe. Diederichs, München 1996, ISBN 3-424-01341-2, S. 346, für die Namen und Biographien der neuen Pairs siehe auch: &amp;#039;&amp;#039;Tablettes biographiques de la Chambre des pairs, pour servir d’explication a tous les tableaux statistiques de cette chambre.&amp;#039;&amp;#039; Martinet u.&amp;amp;nbsp;a., Paris 1821; {{archive.org |bub_gb_ljUKAQAAMAAJ |Blatt=n5}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vereinigtes Königreich ==&lt;br /&gt;
Auch im Vereinigten Königreich können Pairs (englisch &amp;#039;&amp;#039;Peers&amp;#039;&amp;#039;) nur durch den Monarchen ernannt werden. Im (nicht-kodifizierten) britischen [[Politisches System des Vereinigten Königreichs|Verfassungs-Gewohnheitsrecht]] kann der [[Premierminister des Vereinigten Königreichs|Premierminister]] dem Monarchen die Ernennung neuer [[Peer (Adel)|Pairs]] empfehlen; gemäß Verfassungskonvention ist der Monarch verpflichtet, dem Vorschlag zu folgen und spätestens nach Unterhaus-Neuwahlen die Ernennung vorzunehmen, wodurch die Ernannten zu Mitgliedern des [[House of Lords]] (Oberhaus) werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Praxis ist ein Pairsschub daher in Großbritannien keine Möglichkeit für den Monarchen, die Mehrheitsverhältnisse im Parlament zu verändern, sondern des Unterhauses, den Widerstand des Adels gegen ein Gesetzgebungsprojekt zu überwinden. So wurde beispielsweise in den Jahren 1831/32 das Oberhaus durch Drohung mit einem Pairsschub (und nach Neuwahl des [[House of Commons]], welches die liberale Unterhaus-Mehrheit bestätigte) zur Zustimmung zum [[Reform Act 1832|Reform Act]] veranlasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso setzte das Unterhaus den [[Parliament Act 1911]] durch.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20060925213950/http://www.number-10.gov.uk/output/Page140.asp number-10.gov.uk]&amp;lt;/ref&amp;gt; Da seit diesem Gesetz das Unterhaus Gesetze notfalls auch ohne Zustimmung des House of Lords erlassen kann, letzteres mithin kein Vetorecht gegen Gesetzgebungsvorhaben mehr besitzt, kommen Pairsschub-Drohungen mittlerweile in der britischen Politik nicht mehr vor. Das Oberhaus kann aber Gesetzgebungsprojekte weiterhin zumindest verzögern. Daher wurde noch 2019 in der politischen Debatte um den [[EU-Austritt des Vereinigten Königreichs|Brexit]] (dem die meisten Mitglieder des House of Lords ablehnend gegenüberstanden) die Frage diskutiert, ob die Regierung durch einen Pairsschub eine Mehrheit in dieser Kammer erzeugen könnte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://blogs.lse.ac.uk/politicsandpolicy/new-peers-brexit/ blogs.lse.ac.uk]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kanada ==&lt;br /&gt;
In [[Kanada]], dessen Verfassung nach dem britischen Vorbild gestaltet wurde (sogenanntes [[Westminster-System]]), existiert als Gegenstück zum britischen Oberhaus der [[Senat von Kanada]]. Seine Mitglieder werden vom [[Generalgouverneur von Kanada|Generalgouverneur]] auf Vorschlag des [[Premierminister (Kanada)|Premierministers]] ernannt, wobei ein regionaler Proporz beachtet wird. Darüber hinaus gestattet es die Verfassung dem Premierminister, außer der Reihe bis zu acht zusätzliche Senatoren zu nominieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Section 26 des Constitution Act, 1867.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Vorgang, der einem Pairsschub in Großbritannien vergleichbar ist, wurde 1990 durch Premierminister [[Brian Mulroney]] genutzt, um ein umstrittenes Umsatzsteuergesetz durchzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Meyers Online|12|611|spezialkapitel=Pairsschub  |retrobID=112390}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parlamentswesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Monarchie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Gib Senf dazu!</name></author>
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