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	<title>Ottokar Czernin - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ottokar_Czernin&amp;diff=301657&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Dieringer63: Link auf Fritz Fellner; Kleinkram</title>
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		<updated>2026-01-17T19:17:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Link auf Fritz Fellner; Kleinkram&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{österreichbezogen}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ottokar Czernin&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[26. September]] [[1872]] auf [[Schloss Dymokury|Schloss Dimokur]], [[Böhmen]]; † [[4. April]] [[1932]] in [[Wien]]; voller Name &amp;#039;&amp;#039;Ottokar Theobald Otto Maria Graf Czernin von und zu Chudenitz&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe [[Adelsaufhebungsgesetz|Adelsaufhebungsgesetz 1919]]&amp;lt;/ref&amp;gt;) war ein [[Österreich-Ungarn|österreichisch-ungarischer]] [[Diplomat]] und während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] (Dezember 1916 bis April 1918) [[Liste der Außenminister der Habsburgermonarchie|k.u.k. Minister des Äußeren]].&lt;br /&gt;
[[Datei:Graf Ottokar Czernin (1872–1932) 1918.jpg|mini|Ottokar Graf Czernin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft und Familie ==&lt;br /&gt;
Ottokar Graf Czernin entstammte dem alten böhmischen und [[österreichischer Adel|österreichischen Hochadelsgeschlecht]] der Grafen [[Czernin von und zu Chudenitz]]. Theobald Graf Czernin (1836–1893) und Anna Maria geb. von [[Westphalen (Adelsgeschlecht)|Westphalen zu Fürstenberg]] (1850–1924) waren seine Eltern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Juli 1897 heiratete er Gräfin Marie [[Kinsky]] von Wchinitz und Tettau (1875–1945). Das Paar bekam folgende Kinder:&lt;br /&gt;
* Theobald (* 1898)&lt;br /&gt;
* Marie (* 1899) ⚭ 1921 Johann Prinz, späterer Fürst [[Lobkowitz (Adelsgeschlecht)|von Lobkowicz]]&lt;br /&gt;
* Ferdinand Karl (1903–1965), Schriftsteller, ⚭ 1934 Beatrix Merton (* 1910)&lt;br /&gt;
* Johann (* 1905)&lt;br /&gt;
* Peter (* 1907) ⚭ 1938 Melanie von Kragl (* 1907)&lt;br /&gt;
* Victoria (* 1914) ⚭ 1934 Karl Erwin Prinz [[Hohenlohe (Adelsgeschlecht)|zu Hohenlohe-Langenburg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Nach dem Besuch des Gymnasiums in Komotau und der Absolvierung des Militärdienstes als [[Einjährig-Freiwilliger]] beim [[Dragonerregiment]] Nr. 8 begann Czernin ein Studium der [[Rechtswissenschaft]]en an der [[Karl-Ferdinands-Universität]] in [[Prag]], dürfte dieses jedoch 1893 abgebrochen haben. Bei seinem Eintritt in den [[Auswärtiger Dienst|auswärtigen diplomatischen Dienst]] am 13. Februar 1897 legte er sein Leutnantsdekret und drei Staatsprüfungszeugnisse vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Elisabeth Kovacs: &amp;#039;&amp;#039;Untergang oder Rettung der Donaumonarchie? Band I&amp;#039;&amp;#039;, Wien 2004, ISBN 3-205-77237-7, Kapitel 18 ([https://www.elisabethkovacs.com/neue-forschungen-zu-kaiser-karl/band-i/kapitel-xviii-graf-ottokar-czernin-und-die-clemenceau-oder-sixtusaffaire/ online]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Juli 1897 heiratete er Gräfin Maria Karoline [[Kinsky]], die Tochter des wohlhabenden Fürsten Karl Fürst Kinsky von Wchinitz und Tettau.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wurde zunächst an die k.u.k. [[Botschaft (Diplomatie)|Botschaft]] nach [[Paris]] entsandt, widmete sich aber angeblich eher nur sporadisch&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; der Diplomatie. 1899 erfolgte seine Versetzung als [[Gesandter]] an die Botschaft nach [[Den Haag]], allerdings musste er im November 1902 seine diplomatische Laufbahn im Range eines [[Legationssekretär]]s&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; – angeblich aufgrund eines Lungenleidens – abbrechen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rutkowski-ÖBL&amp;quot;&amp;gt;Ernst Rutkowski: &amp;#039;&amp;#039;Briefe und Dokumente zur Geschichte der österreichisch-ungarischen Monarchie&amp;#039;&amp;#039;. Band 2: &amp;#039;&amp;#039;Der verfassungstreue Großgrundbesitz 1900-1904&amp;#039;&amp;#039;. Verlag Oldenbourg, München 1991, ISBN 3-486-52611-1, S.&amp;amp;nbsp;33. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{ÖBL|1|162||Czernin Ottokar Graf|}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Wahrheit dürfte eher die wirtschaftliche Situation seines Besitzes dafür ausschlaggebend gewesen sein. [[Franz Joseph I.|Kaiser Franz Joseph I.]] hatte Czernin die für den Dienst eigentlich notwendige Diplomatenprüfung sogar nachgelassen, angeblich auf Protektion des Schwiegervaters Fürst Kinsky.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Czernin zog sich zunächst auf seine böhmischen Güter zurück und betätigte sich ab 1903 innenpolitisch. Als Angehöriger des [[Böhmischer Landtag|böhmischen Landtags]] (1903–1913) gehörte er der Partei des [[Verfassungstreuer Großgrundbesitz|Verfassungstreuen Großgrundbesitzes]] an. In dieser Eigenschaft exponierte er sich als [[Konservativismus|konservativer]] Verfechter des [[Monarchisches Prinzip|„monarchischen Prinzips“]] und trat für eine starke monarchische Staatsautorität gegenüber dem demokratischen Parlamentarismus ein. Er sprach sich entschieden gegen die [[Reichsratswahl 1907|Einführung des allgemeinen Wahlrechts im Jahr 1907]] aus. In diesen Jahren avancierte Czernin zu einem persönlichen Freund des [[Thronfolge (Habsburgermonarchie)#Österreich-Ungarn|Thronfolgers]] [[Franz Ferdinand von Österreich-Este|Franz Ferdinand]] und gehörte ab 1905 dessen Beraterkreis an. Der Thronfolger sah Czernin als zukünftigen Reichskanzler eines reformierten, [[Vereinigte Staaten von Groß-Österreich|zentralistischen Habsburgerreiches]] nach seiner Regierungsübernahme vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Erwin Matsch: &amp;#039;&amp;#039;Der Auswärtige Dienst von Österreich(-Ungarn) 1720–1920.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Wien 1986, ISBN 3-205-07269-3, S.&amp;amp;nbsp;90.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Februar 1912 wurde Czernin zum lebenslangen Mitglied des [[Herrenhaus (Österreich)|österreichischen Herrenhauses]] ernannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf ausdrücklichen Wunsch Franz Ferdinands kehrte Czernin im Oktober 1913 in den diplomatischen Dienst zurück und übernahm als [[Botschafter]] den wichtigen Posten in [[Bukarest]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rutkowski-ÖBL&amp;quot; /&amp;gt; mit der Aufgabe, vor dem Hintergrund der [[Balkankriege]], eine Allianz mit [[Königreich Rumänien|Rumänien]] zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein jüngerer Bruder [[Otto Czernin]] trat ebenfalls in den diplomatischen Dienst Österreich-Ungarns ein und diente als Geschäftsträger in [[Sankt Petersburg]] und [[Sofia]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politik im Ersten Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
[[Datei:CzerninLaxenburg.jpg|mini|Graf Czernin in [[Schloss Laxenburg]], Oktober 1918]]&lt;br /&gt;
1916 bestieg [[Karl I. (Österreich-Ungarn)|Karl I.]], der Neffe Franz Ferdinands, den Thron und ernannte Czernin am 22. Dezember 1916 zum k.u.k. Minister des Äußeren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Rolle nahm er auch an einer im März 1917 stattfindenden Konferenz [[Deutsches Kaiserreich|Deutschlands]] und Österreich-Ungarns über deren [[Kriegsziele im Ersten Weltkrieg]] teil. Czernin befürwortete, in Absprache mit Karl I., unter anderem Gebietsabtretungen der [[Mittelmächte]], um einen schnellen Frieden mit der [[Triple Entente|Entente]] zu erreichen. Aus seiner Sicht machte der drohende Eintritt der [[Vereinigte Staaten|Vereinigten Staaten]] in das aktive Kriegsgeschehen einen Sieg der Mittelmächte unwahrscheinlich. Im August 1917 verlieh Kaiser Karl Czernin den [[Orden vom Goldenen Vlies]], um ihn in den Friedensverhandlungen zu motivieren und enger an das Kaiserhaus zu binden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Elisabeth Kovács]]: &amp;#039;&amp;#039;Untergang oder Rettung der Donaumonarchie?&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Wien 2004, Band 1, ISBN 3-205-77237-7, S. 386.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er scheiterte in Verhandlungen mit den Kriegsgegnern, vor allem am Widerstand [[Königreich Italien (1861–1946)|Italiens]], das die im [[Londoner Vertrag (1915)|Geheimvertrag von London]] zugesagten Gebietserwerbungen auf Kosten Österreichs nicht aufgeben wollte. Czernin gab daraufhin dem Drängen der deutschen [[Oberste Heeresleitung|Obersten Heeresleitung]] nach, die einen [[Uneingeschränkter U-Boot-Krieg|uneingeschränkten U-Boot-Krieg]] beginnen wollte. Anfang 1918 war er als Vertreter Österreichs an den Friedensverhandlungen mit Rumänien ([[Friede von Bukarest (1918)|Friede von Bukarest]]), [[Sowjetrussland]] ([[Friedensvertrag von Brest-Litowsk|Friede von Brest-Litowsk]]) und der [[Ukrainische Volksrepublik|Ukraine]] ([[Brotfrieden]]) beteiligt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er trat am 14. April 1918 von seinem Amt als Außenminister zurück, da der französische Außenminister [[Georges Clemenceau]] Dokumente veröffentlichte, in denen die geheimen Friedensbemühungen Österreich-Ungarns mit den Regierungen der Entente belegt wurden ([[Sixtus-Affäre]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Republik Österreich ===&lt;br /&gt;
Nach dem [[Zerfall der Habsburgermonarchie]] kehrte Czernin von 1920 bis 1923 als Abgeordneter im [[Nationalrat (Österreich)|Nationalrat]] der Republik Österreich für die Bürgerliche Arbeiterpartei noch einmal in die Politik zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Alfred Missong]]: &amp;#039;&amp;#039;Graf Ottokar Czernin, Jänner 1946.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Christentum und Politik in Österreich. Ausgewählte Schriften, 1924–1950.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Wien 2006, S. 323–328, auf S. 328.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er lebte auf [[Schloss Kassegg]] in der Obersteiermark und im [[Salzkammergut]], da er durch die Bodenreform in der [[Tschechoslowakei]] seinen Besitz in Böhmen verloren hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{ÖBL|1|162||Czernin Ottokar Graf|}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 4. April 1932 starb Ottokar Graf Czernin zurückgezogen in Wien. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof in [[Bad Aussee]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einschätzung in der Forschung ==&lt;br /&gt;
Czernins innenpolitische Auffassungen waren geprägt durch aktive Gegnerschaft gegenüber den demokratischen und nationalen Kräften seiner Zeit. Er lehnte den [[Parlamentarismus]] ab und wünschte einen &amp;#039;&amp;#039;zäsarischen Absolutismus&amp;#039;&amp;#039; herbei. Die Demokratie war für ihn die &amp;#039;&amp;#039;bis zum Blödsinn gesteigerte Freiheit&amp;#039;&amp;#039;. Innenpolitisch verfolgte er auch in der Praxis oft einen harten Kurs, im Februar 1918 drängte er Karl sogar, die ineffektiven Regierungen [[Ernst Seidler von Feuchtenegg|Seidler]] und [[Sándor Wekerle|Wekerle]] durch eine Militärdiktatur zu ersetzen, was dieser jedoch ablehnte. Wenn Czernin in der Folge die demokratischen Kräfte gegen Autokratie und Militarismus ins Feld führte, stand das freilich nicht im Einklang mit seinen eigenen grundsätzlichen Überzeugungen, sondern hatte nur taktische Ursachen. In diesen innenpolitischen Differenzen zu Karl lag auch der Keim der Entfremdung zu Czernin. Diese Meinungsverschiedenheiten wären jedoch während des Krieges sicherlich nicht aufgebrochen, wenn die innenpolitischen Probleme nicht mit der österreichisch-ungarischen Friedens- und Bündnispolitik eng verflochten gewesen wären.&amp;lt;ref&amp;gt;Ingeborg Meckling: &amp;#039;&amp;#039;Die Außenpolitik des Grafen Czernin.&amp;#039;&amp;#039; Wien 1969, S.&amp;amp;nbsp;68ff., 86 und 131.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst beim Verständigungspolitiker Czernin herrschten zeitweise annexionistische Tendenzen vor. Czernin verfolgte eine doppelspurige [[Kriegsziele im Ersten Weltkrieg#Österreich-Ungarn|Kriegszielpolitik]] mit der Forderung nach territorialer Integrität und annexionslosem Frieden im Vordergrund, schloss jedoch auf der anderen Seite einen Territorialgewinn, falls erreichbar, nicht aus. Er verzichtete nie auf die Chance, falls der Krieg doch siegreich zu Ende gehe, zukünftige Vorteile zu erlangen, was die Glaubwürdigkeit seiner Betonung der &amp;#039;&amp;#039;verzweifelnden Notwendigkeit&amp;#039;&amp;#039; eines Friedens in [[Berlin]] unterminierte.&lt;br /&gt;
Czernin gelang es nicht, seine virtuosen Entwürfe zu verwirklichen und Bündnis-, Kriegsziel- und Polenpolitik miteinander in Einklang zu bringen. Illusionen über die reale Macht der Monarchie im Vergleich zu Deutschland hatte er keine, daher versuchte er durch &amp;#039;&amp;#039;diplomatische Manipulationen&amp;#039;&amp;#039; der verschiedenen deutschen Machtgruppen mehr Balance zu halten.&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz T. Epstein: &amp;#039;&amp;#039;Neue Literatur zur Geschichte der Ostpolitik im Ersten Weltkrieg&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbücher für Geschichte Osteuropas&amp;#039;&amp;#039;. NF 19 (1971), S.&amp;amp;nbsp;265–286, hier: S.&amp;amp;nbsp;276.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Czernin überschätzte seine politischen Möglichkeiten auf Deutschland einzuwirken, er glaubte sogar die [[Friedensresolution]] des [[Reichstag (Deutsches Kaiserreich)|Reichstags]] sei ihm zu verdanken. Eine andere Methode, seine Position in Berlin zu stärken war, die Schwäche der Monarchie zu betonen: wenn Deutschland in der Friedensfrage nicht einsichtig sei, würde Österreich zerfallen oder einen Separatfrieden schließen müssen.&amp;lt;ref&amp;gt;Gary W. Shanafelt: &amp;#039;&amp;#039;The Secret Enemy. Austria-Hungary and the German Alliance 1914-1918.&amp;#039;&amp;#039; Columbia University Press, New York 1985, ISBN 0-88033-080-5, S.&amp;amp;nbsp;126.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Czernins Politik wurde von vielen als Produkt seines &amp;#039;&amp;#039;hochgradig nervösen Temperaments&amp;#039;&amp;#039; empfunden, was seine Glaubwürdigkeit unterhöhlte. Eine gängige Reaktion der deutschen Seite auf seine Lageeinschätzungen war: &amp;#039;&amp;#039;Graf Czernin hat die Nerven verloren&amp;#039;&amp;#039;. Seiner hochgradig nervösen Natur, seinem sprunghaften, immer von neuen Ideen gefangenen Wesen gelang es jedoch nicht, auf Dauer eine feste politische Linie einzuhalten. Er galt allgemein als &amp;#039;&amp;#039;unaufrichtig&amp;#039;&amp;#039; und auch als ein &amp;#039;&amp;#039;unzuverlässiger Bundesgenosse&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Gary W. Shanafelt: &amp;#039;&amp;#039;Activism and Inertia: Ottokar Czernin&amp;#039;s Mission to Romania, 1913-1916.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Austrian History Yearbook&amp;#039;&amp;#039; 19/20, Part 1 (1983/1984), S.&amp;amp;nbsp;189–214, hier: S.&amp;amp;nbsp;190.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Rudolf Neck]]: &amp;#039;&amp;#039;Das „Wiener Dokument“ vom 27. März 1917.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs&amp;#039;&amp;#039; 7 (1954), S.&amp;amp;nbsp;294–309, hier: S.&amp;amp;nbsp;300.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ähnlich äußerte sich sein Zeitgenosse, der Offizier und Historiker [[Edmund Glaise von Horstenau]]: „Die stürmische Hast, mit der er sich neuen Eindrücken hingab, brachte in seine Politik das Element großer Unstetigkeit, die sich gegenüber den Feinden, noch ungünstiger aber gegenüber dem Bundesgenossen und in der Einstellung zu den jeweiligen Erfolgsmöglichkeiten oder Verzichtforderungen geltend machte“.&amp;lt;ref&amp;gt;Edmund Glaise von Horstenau: &amp;#039;&amp;#039;Die Katastrophe. Die Zertrümmerung Österreich-Ungarns und das Werden der Nachfolgestaaten.&amp;#039;&amp;#039; Amalthea, Zürich/Wien 1929, S. 211.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Josef Redlich]] beurteilte Czernins Politik noch negativer: „Der Mann ist reines 17. Jahrhundert; er versteht die Zeit nicht, in der er lebt“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Fritz Fellner]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Schicksalsjahre Österreichs 1908-1919. Das politische Tagebuch Josef Redlichs.&amp;#039;&amp;#039; Graz/Köln 1953/1954, Band 2: S.&amp;amp;nbsp;212.&amp;lt;/ref&amp;gt; Czernin trat für den alten [[Josephinismus|josefinischen]] Kaiserabsolutismus und die überkommenen [[Feudalismus|feudalen]] Privilegien seines Standes ein. Er erscheint als Exponent eines zählebigen zentralistischen Staatsgefüges, in dem die Vergangenheit der aristokratischen [[Kabinettsystem|Kabinettspolitik]] bereits an die Zukunft diktatorischer Regime angrenzte.&amp;lt;ref&amp;gt;Ingeborg Meckling: &amp;#039;&amp;#039;Die Außenpolitik des Grafen Czernin.&amp;#039;&amp;#039; Wien 1969, S.&amp;amp;nbsp;68 und 358.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine oft betonte Loyalität zu Deutschland hatte auch den Grund, dass er glaubte, Deutschland sei dabei, den Krieg zu gewinnen. Er kam auch deswegen zu der Überzeugung, &amp;#039;&amp;#039;dass das deutsch-österreichisch-ungarische Bündnis nicht gelöst werden konnte, weil es die Voraussetzung dafür war, das Habsburgerreich in seinen traditionellen sozialen und politischen Strukturen zu erhalten&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Leo Valiani: &amp;#039;&amp;#039;The End of Austria-Hungary&amp;#039;&amp;#039;. London 1973, S.&amp;amp;nbsp;202.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Wolfdieter Bihl]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Weg zum Zusammenbruch. Österreich-Ungarn unter Karl I.(IV.)&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Erika Weinzierl]], [[Kurt Skalnik]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Österreich 1918-1938. Geschichte der Ersten Republik.&amp;#039;&amp;#039; Graz/Wien/Köln 1983, Band 1: S.&amp;amp;nbsp;27–54, hier: S.&amp;amp;nbsp;29.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die &amp;#039;&amp;#039;Heilige Allianz&amp;#039;&amp;#039; mit Deutschland war für ihn der Garant gegen alle revolutionären Strömungen. Die Verweigerung jeder inneren Reform der Monarchie, der Aufgabe des deutschen Kurses in der Monarchie, nötigte ihn schließlich, das Bündnis als zwingend anzusehen. Sein Versuch, Österreich-Ungarn aus dem Krieg herauszuführen, ihm außenpolitisch die Unabhängigkeit zurückzugewinnen, scheiterte an der mangelnden Bereitschaft, sich von den politischen Interessen seines Standes frei zu machen.&amp;lt;ref&amp;gt;Ingeborg Meckling: &amp;#039;&amp;#039;Die Außenpolitik des Grafen Czernin.&amp;#039;&amp;#039; Wien 1969, S.&amp;amp;nbsp;67.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Helmut Rumpler]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Sixtusaktion und das Völkermanifest Kaiser Karls. Zur Strukturkrise des Habsburgerreiches 1917/18.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Karl Bosl]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Versailles – St.Germain – Trianon. Umbruch in Europa vor fünfzig Jahren.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Oldenbourg, München/Wien 1971, ISBN 3-486-47321-2, S.&amp;amp;nbsp;111–125, hier: S.&amp;amp;nbsp;119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Formierung des alten Österreich hinter der energischen und ehrgeizigen Gestalt Czernins verhinderte einen verlustreichen Separatfrieden und eine rechtzeitige Föderalisierung der Donaumonarchie. Auch bei Czernin fehlte die erforderliche Nachgiebigkeit nach außen und innen, die das Habsburgerreich, freilich mit Einbußen, vermutlich hätte retten können.&amp;lt;ref&amp;gt;Ingeborg Meckling: &amp;#039;&amp;#039;Die Außenpolitik des Grafen Czernin.&amp;#039;&amp;#039; Wien 1969, S.&amp;amp;nbsp;358.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er hätte als österreichisch-ungarischer Staatsmann keine Mühe und gewisse territoriale Opfer nicht scheuen, eine mögliche Unpopularität und den Einsatz aller ihm zur Verfügung stehenden Mittel nicht fürchten dürfen, wenn er die Monarchie von ihren äußeren Feinden beschützen und vor dem inneren Zerfall bewahren wollte. Nur die Bereitschaft, selbst Opfer zu bringen, hätte in den Augen der Welt gezählt. Das Problem war aber, dass die Monarchie nach Czernins Überzeugung kein friedensentscheidendes Angebot zu machen imstande war.&amp;lt;ref&amp;gt;Hartmut Lehmann: &amp;#039;&amp;#039;Czernins Friedenspolitik 1916–18.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Welt als Geschichte&amp;#039;&amp;#039; 23 (1963), S.&amp;amp;nbsp;47–59, hier: S.&amp;amp;nbsp;58.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Helmut Rumpler: &amp;#039;&amp;#039;Die Sixtusaktion und das Völkermanifest Kaiser Karls. Zur Strukturkrise des Habsburgerreiches 1917/18&amp;#039;&amp;#039;. In: Karl Bosl (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Versailles – St.Germain – Trianon. Umbruch in Europa vor fünfzig Jahren.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Oldenbourg, München/Wien 1971, ISBN 3-486-47321-2, S.&amp;amp;nbsp;111–125, hier: S.&amp;amp;nbsp;115.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aber die wechselhafte Haltung der Monarchie hinsichtlich der Kriegsziele, die Gier nach Landgewinn, bei gleichzeitiger Betonung des drohenden Zusammenbruchs, hat Deutschland kein Vertrauen in die wahre Friedensbereitschaft der Monarchie fassen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Im Weltkriege&amp;#039;&amp;#039;. Ullstein, Berlin/Wien 1919. Neuauflage 2011, ISBN 978-3-8424-8618-8.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Graf Ottokar Czernin: Mein Afrikanisches Tagebuch.&amp;#039;&amp;#039; Herausgegeben von [[Monika Czernin]], Czernin-Verlag, Wien 2010, ISBN 978-3-7076-0335-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{ÖBL|1|162||Czernin Ottokar Graf|}}&lt;br /&gt;
* {{NDB|3|458|460|Czernin von und zu Chudenitz, Ottokar Graf|Johann Christoph Allmayer-Beck|118677659}}&lt;br /&gt;
* [[Ladislaus Singer]]: &amp;#039;&amp;#039;Ottokar Graf Czernin. Staatsmann einer Zeitenwende.&amp;#039;&amp;#039; Styria, Graz/Wien/Köln 1965.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Count Ottokar Czernin|Ottokar Czernin}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118677659}}&lt;br /&gt;
* {{Pressemappe|FID=pe/003617}}&lt;br /&gt;
* {{Austriaforum|AEIOU/Czernin,_Ottokar_Graf}}&lt;br /&gt;
* {{parlament-at|186}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personenleiste&lt;br /&gt;
|  VORGÄNGER= [[Stephan Burián]]&lt;br /&gt;
|        AMT= [[Liste der Außenminister der Habsburgermonarchie|k.u.k.&amp;amp;nbsp;Außenminister]]&lt;br /&gt;
|       ZEIT= 22. Dez. 1916 – 14. Apr. 1918&lt;br /&gt;
| NACHFOLGER= [[Stephan Burián]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118677659|LCCN=nr/94/9718|VIAF=95176476}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Czernin, Ottokar}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Böhmischer Adliger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Außenminister (Österreich-Ungarn)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Österreichisch-ungarischer Diplomat]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied des Herrenhauses (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abgeordneter zum Nationalrat (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landtagsabgeordneter (Böhmen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verfassungstreuer Großgrundbesitz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Österreich-Ungarn)]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Ehrenbürger von Wien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Familienmitglied des Adelsgeschlechts Czernin von und zu Chudenitz|Ottokar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Titulargraf (Czernin von und zu Chudenitz)|Ottokar]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Geboren 1872]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1932]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Czernin, Ottokar&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Czernin von und zu Cudenitz, Ottokar Theobald Otto Maria von&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=österreichischer Diplomat und Politiker, Abgeordneter zum Nationalrat&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=26. September 1872&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Dymokury|Dimokur]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=4. April 1932&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Wien]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Dieringer63</name></author>
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