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	<title>Otto Weddigen - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Otto_Weddigen&amp;diff=247654&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Benzekre: added link</title>
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		<updated>2026-02-15T18:23:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;added link&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|beschreibt den Marineoffizier. Zum Schriftsteller und Literaturhistoriker (1851–1940) siehe [[Otto Weddigen (Autor)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Otto Weddingen.jpg|mini|Otto Weddigen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Unterschrift von Otto Weddingen.jpg|mini|Feldpostkarte vom 29. Oktober 1914 (Rückseite) mit eigenhändiger Unterschrift von Otto Weddingen]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Otto Eduard Weddigen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[15. September]] [[1882]] in [[Herford]]; † [[18. März]] [[1915]] auf See vor [[Schottland]]) war ein deutscher [[Kapitänleutnant]] sowie [[U-Boot]]-Kommandant im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Otto Weddigen wurde als elftes und jüngstes Kind des [[Flachsfaser|Leinenfabrikanten]] Eduard Weddigen und Thusnelde Weddigen geboren.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Firma Weberei Weddigen besteht bis heute.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Die weitverzweigte Familie gehörte zu den angesehensten des [[Ravensberger Land]]es und hat über mehrere Generationen u.&amp;amp;nbsp;a. [[Evangelische Kirche|evangelische]] [[Geistlicher|Geistliche]], [[Wissenschaftler]], [[Schriftsteller]] und [[Kaufleute]] hervorgebracht.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einem einjährigen Aufenthalt an der [[Bürgerschule Wilhelmsplatz#Bekannter Schüler|Bürgerschule Wilhelmsplatz]] besuchte Weddigen von 1890 bis 1901 das [[Friedrichs-Gymnasium Herford|Friedrichs-Gymnasium]] in seiner Heimatstadt Herford, um anschließend als Offiziersanwärter in die [[Kaiserliche Marine]] einzutreten. Im Gegensatz zum noch immer vom [[Preußen|preußischen]] [[Adel]] dominierten [[Deutsches Heer (Deutsches Kaiserreich)|Heer]] bot die Marine jungen Männern aus dem [[Bürgertum]] durchaus Aufstiegschancen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1902 wurde er zum [[Fähnrich zur See]] und 1904 zum [[Leutnant zur See]] befördert. Im Mai 1906 wurde Weddigen zum [[Ostasiengeschwader]] versetzt, das in der [[Deutsche Kolonien und Schutzgebiete|deutschen Kolonie]] [[Kiautschou]] in [[Qing-Dynastie|China]] stationiert war. Er wurde [[Wachoffizier]] auf dem [[Kanonenboot#Flusskanonenboot|Flusskanonenboot]] &amp;#039;&amp;#039;[[Vaterland (Schiff, 1904)|Vaterland]]&amp;#039;&amp;#039; und zum [[Oberleutnant zur See]] befördert. 1907 diente er als Wachoffizier auf dem Kanonenboot &amp;#039;&amp;#039;[[Tiger (Schiff, 1900)|Tiger]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Deutschland zurückgekehrt, kam Weddigen im Oktober 1908 zur im Aufbau befindlichen [[U-Boot]]-Waffe. Von April 1909 bis September 1910 fuhr er als Wachoffizier auf &amp;#039;&amp;#039;[[U 1 (U-Boot, 1906)|U&amp;amp;nbsp;1]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[U 2 (U-Boot, 1908)|U&amp;amp;nbsp;2]]&amp;#039;&amp;#039; und [[U 4 (U-Boot, 1909–1919)|&amp;#039;&amp;#039;U&amp;amp;nbsp;4&amp;#039;&amp;#039;]]. Dann erhielt er mit &amp;#039;&amp;#039;U&amp;amp;nbsp;4&amp;#039;&amp;#039; sein erstes eigenes Kommando. Während des nächsten Jahres kommandierte er zeitweise auch &amp;#039;&amp;#039;[[U 3 (U-Boot, 1909)|U&amp;amp;nbsp;3]]&amp;#039;&amp;#039; und [[U 5 (U-Boot, 1910)|&amp;#039;&amp;#039;U&amp;amp;nbsp;5&amp;#039;&amp;#039;]], bevor er am 1.&amp;amp;nbsp;Oktober 1911 Kommandant von [[U 9 (U-Boot, 1910)|&amp;#039;&amp;#039;U 9&amp;#039;&amp;#039;]] wurde, einem der neuesten U-Boote der Marine. Am 25.&amp;amp;nbsp;April 1912 wurde Weddigen zum [[Kapitänleutnant]] befördert. Am 21. Mai 1913 setzte er mit &amp;#039;&amp;#039;U&amp;amp;nbsp;9&amp;#039;&amp;#039; in einer Übung mit vier Torpedos drei Linienschiffe außer Gefecht, und zwar die &amp;#039;&amp;#039;[[Ostfriesland (Schiff, 1911)|Ostfriesland]]&amp;#039;&amp;#039;, die &amp;#039;&amp;#039;[[Thüringen (Schiff)|Thüringen]]&amp;#039;&amp;#039; und die &amp;#039;&amp;#039;[[Friedrich der Große (Schiff, 1912)|Friedrich der Große]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeit.de/1967/16/u-9-nummer-drei &amp;#039;&amp;#039;„U 9“ Nummer drei&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]]&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 16, 21.&amp;amp;nbsp;April 1967. Abgerufen am 17.&amp;amp;nbsp;Juli 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-R35451, Besatzung des U-Bootes U 9.jpg|mini|Die Besatzung von &amp;#039;&amp;#039;U&amp;amp;nbsp;9&amp;#039;&amp;#039;, Otto Weddigen stehend in der Mitte]]&lt;br /&gt;
Wenige Tage nach Beginn des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] lief Weddigen mit &amp;#039;&amp;#039;U&amp;amp;nbsp;9&amp;#039;&amp;#039; und neun weiteren Unterseebooten von [[Helgoland]] zum ersten Einsatz aus. Diese erste Kriegshandlung durch deutsche U-Boote überhaupt misslang. Zwei Boote gingen verloren und &amp;#039;&amp;#039;U&amp;amp;nbsp;9&amp;#039;&amp;#039; musste, angeschlagen und mit technischen Problemen, in die [[Kaiserliche Werft Wilhelmshaven]] zurückkehren. Die wochenlange Ruhezeit nutzte Weddigen zur Eheschließung mit einer Jugendfreundin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Versenkung der britischen Panzerkreuzer CRESSY, HOGUE und ABOUKIR durch U 9 am 22. September 1914 vor der niederländischen Küste. Nach einer Originalzeichnung von Hans Bohrdt.jpg|mini|Versenkung der britischen Panzerkreuzer &amp;#039;&amp;#039;Cressy&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Hogue&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Aboukir&amp;#039;&amp;#039;; nach einer Originalzeichnung von Hans Bohrdt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 20.&amp;amp;nbsp;September 1914 lief &amp;#039;&amp;#039;U&amp;amp;nbsp;9&amp;#039;&amp;#039; über den [[Marinestützpunkt]] Helgoland zu einer [[Militärische Aufklärung|Aufklärungsfahrt]] in Richtung Westen aus. In den Morgenstunden des 22.&amp;amp;nbsp;September 1914 wurden ca.&amp;amp;nbsp;50&amp;amp;nbsp;km nördlich von [[Hoek van Holland]] drei britische Kriegsschiffe gesichtet, die in Kiellinie liefen. Es gelang Weddigen, die drei technisch veralteten [[Royal Navy|britischen]] [[Panzerkreuzer]] &amp;#039;&amp;#039;[[Aboukir (Schiff, 1902)|Aboukir]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Hogue (Schiff, 1902)|Hogue]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Cressy (Schiff, 1901)|Cressy]]&amp;#039;&amp;#039; nacheinander in nur 75&amp;amp;nbsp;Minuten zu [[Seegefecht am 22. September 1914|versenken]]. Nach dem Bericht des Kommandanten der &amp;#039;&amp;#039;Cressy&amp;#039;&amp;#039;, Bertram W.&amp;amp;nbsp;L. Nicholson, hatte ein [[Beobachtungsposten]] auf der &amp;#039;&amp;#039;Aboukir&amp;#039;&amp;#039; offenbar das [[Periskop]] von &amp;#039;&amp;#039;U&amp;amp;nbsp;9&amp;#039;&amp;#039; für ein Stück [[Treibholz]] gehalten. Ein Zufallstreffer in das [[Magazin (militärisches Vorratslager)|Waffenmagazin]] der &amp;#039;&amp;#039;Aboukir&amp;#039;&amp;#039; löste eine gewaltige [[Explosion]] und Chaos an Bord des britischen Schiffes aus. Bei der zu Hilfe eilenden &amp;#039;&amp;#039;Cressy&amp;#039;&amp;#039; kam erschwerend hinzu, dass die Besatzung nahezu ausschließlich aus weniger gut ausgebildeten Reservisten bestand.&lt;br /&gt;
[[Datei:Die mit dem &amp;quot;Eisernen Kreuz&amp;quot; ausgezeichnete Mannschaft von U9 mit Kapitänleutnant Otto Weddingen.jpg|mini|Die mit dem „Eisernen Kreuz“ ausgezeichnete Mannschaft von U9 mit Kapitänleutnant Otto Weddingen (Feldpostkarte vom 29. Oktober 1914)]]&lt;br /&gt;
Dass neben militärischen Fähigkeiten auch eine große Portion Glück bei der für die Deutschen erfolgreichen Aktion im Spiel gewesen ist, gab Weddigen in einem später verfassten Bericht unumwunden zu und hob deutlich die seines Erachtens tapfere Haltung der gegnerischen Soldaten hervor. Etwa 1.500 Mitglieder der britischen Besatzungen verloren ihr Leben. 800 Überlebende wurden, u.&amp;amp;nbsp;a. von einem britischen [[Fischerboot]] und den niederländischen [[Passagierdampfer]]n &amp;#039;&amp;#039;Flora&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Titan&amp;#039;&amp;#039;, geborgen. &amp;#039;&amp;#039;U&amp;amp;nbsp;9&amp;#039;&amp;#039; gelang trotz Verfolgung durch britische Schiffe unbeschadet die Rückkehr nach Helgoland. Anschließend wurde es in Wilhelmshaven triumphal empfangen. Weddigen wurde im deutschen Kaiserreich als Kriegsheld gefeiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Versenken von drei gegnerischen Schiffen innerhalb kürzester Zeit etablierte U-Boote als Mittel der Kriegsführung. Für die deutsche U-Boot-Waffe war es ein bis dahin nicht für möglich gehaltener Erfolg. Weddigen wurde von Kaiser [[Wilhelm II. (Deutsches Reich)|Wilhelm II.]] mit dem [[Eisernes Kreuz|Eisernen Kreuz]] II. und I.&amp;amp;nbsp;Klasse ausgezeichnet. Die übrigen Besatzungsmitglieder erhielten das Eiserne Kreuz II.&amp;amp;nbsp;Klasse. Das Boot &amp;#039;&amp;#039;U&amp;amp;nbsp;9&amp;#039;&amp;#039; durfte fortan das Eiserne Kreuz am Turm führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Knapp drei Wochen später, am 15.&amp;amp;nbsp;Oktober 1914, versenkte Weddigen vor [[Aberdeen]] den britischen Kreuzer &amp;#039;&amp;#039;[[Hawke (Schiff, 1893)|Hawke]]&amp;#039;&amp;#039;, wofür er vom Kaiser persönlich am 24.&amp;amp;nbsp;Oktober 1914 als einer der ersten deutschen Marineoffiziere mit dem [[Pour le Mérite]], dem höchsten preußischen Tapferkeitsorden, ausgezeichnet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem in der Erklärung des uneingeschränkten [[U-Boot-Krieg]]es durch die [[Reichsregierung]], zwar wider das [[Völkerrecht]], aber in Reaktion auf die ebenfalls völkerrechtswidrige Blockade Deutschlands durch Großbritannien, ausdrücklich auch die Versenkung gegnerischer [[Handelsschiff]]e vorgesehen war, versenkte &amp;#039;&amp;#039;U&amp;amp;nbsp;9&amp;#039;&amp;#039; unter Weddigen auch drei solcher zivilen Schiffe.&lt;br /&gt;
[[Datei:Alexius WW1 Otto Weddingen.jpg|mini|Gedenkblatt für Weddigen, ausgezeichnet mit den beiden Eisernen Kreuzen]]&lt;br /&gt;
Auf Grund einer Verletzung musste Weddigen sein Kommando im Januar 1915 an seinen [[Erster Offizier (Deutsche Marine)|Ersten Offizier]] [[Johannes Spieß]] abgeben. Nach seiner Genesung übernahm er am 13.&amp;amp;nbsp;Februar 1915 &amp;#039;&amp;#039;[[U 29 (U-Boot, 1914)|U&amp;amp;nbsp;29]]&amp;#039;&amp;#039;. Dieses Boot hatte im Gegensatz zu dem Petroleumboot &amp;#039;&amp;#039;U&amp;amp;nbsp;9&amp;#039;&amp;#039; Dieselmotoren. Am 10.&amp;amp;nbsp;März 1915 lief &amp;#039;&amp;#039;U&amp;amp;nbsp;29&amp;#039;&amp;#039; von [[Zeebrügge]] zum ersten Einsatz unter Weddigen aus. Es erreichte sein Operationsgebiet in der [[Irische See|Irischen See]] und konnte in den nächsten Tagen vier Schiffe mit 12.934&amp;amp;nbsp;[[Bruttoregistertonne|BRT]] versenken. Auf dem Rückmarsch um [[Schottland]] herum begegnete &amp;#039;&amp;#039;U&amp;amp;nbsp;29&amp;#039;&amp;#039; am 18.&amp;amp;nbsp;März 1915, östlich des [[Pentland Firth]] (zwischen dem schottischen Festland und den [[Orkney]]-Inseln), der [[Grand Fleet]]. Diese war auf dem Heimweg zu ihrem Stützpunkt [[Scapa Flow]]. Nach einem Fehlschuss auf das [[Schlachtschiff]] &amp;#039;&amp;#039;[[Neptune (Schiff, 1911)|Neptune]]&amp;#039;&amp;#039; wurde das [[Periskop]] des U-Bootes vom Schlachtschiff &amp;#039;&amp;#039;[[Dreadnought (Schiff, 1906)|Dreadnought]]&amp;#039;&amp;#039; gesichtet. Es gelang Weddigen nicht mehr, rechtzeitig auf Tiefe zu gehen. Gegen 13:40&amp;amp;nbsp;Uhr rammte die &amp;#039;&amp;#039;Dreadnought&amp;#039;&amp;#039; das deutsche Boot, das dabei für kurze Zeit mit dem Vorschiff an die Oberfläche schoss. Dabei wurde die Bootsnummer ausgemacht. Dann versank &amp;#039;&amp;#039;U&amp;amp;nbsp;29&amp;#039;&amp;#039;, und Otto Weddigen sowie seine gesamte Mannschaft fanden den Tod. Es war die einzige Kampfhandlung der &amp;#039;&amp;#039;Dreadnought&amp;#039;&amp;#039; während des [[Seekrieg im Ersten Weltkrieg|Seekriegs im Ersten Weltkrieg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 1917 in Dienst gestellte [[Vorpostenboot]] &amp;#039;&amp;#039;[[Weddigen (Schiff, 1917)|Weddigen]]&amp;#039;&amp;#039; wurde nach ihm benannt. Ebenso wurde dem 1917/1918 gebauten und ab Sommer 1918 einsatzbereiten [[Unterseekreuzer|U-Boot-Kreuzer]] &amp;#039;&amp;#039;[[U 140 (U-Boot, 1918)|U 140]]&amp;#039;&amp;#039; zu Ehren des bekannten U-Boot-Kommandanten der Name &amp;#039;&amp;#039;Kapitänleutnant Weddigen&amp;#039;&amp;#039; verliehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachwirkung ==&lt;br /&gt;
Weddigen wurde in Deutschland infolge seiner als sensationell empfundenen militärischen Erfolge als Kriegsheld gefeiert, seine Heimatstadt ernannte ihn mit 32&amp;amp;nbsp;Jahren zum [[Liste von Persönlichkeiten der Stadt Herford#Ehrenbürger|Ehrenbürger]]. Verehrung und Legendenbildung griffen rasch um sich, [[Propaganda|propagandistisch]] geleitet durch die kaisertreue [[Boulevardpresse]]. [[Humpen|Bierkrüge]], Medaillen, [[Wandteller]] und Porträtbüsten von ihm wurden in großer Zahl in Umlauf gebracht. Bald hieß es, in nahezu jedem deutschen Haushalt stehe ein Erinnerungsstück an Weddigen. Übertroffen wurde der [[Kult]] um den U-Boot-Kommandanten während des Ersten Weltkrieges später nur von dem am 21.&amp;amp;nbsp;April 1918 abgeschossenen [[Jagdflieger]] [[Manfred von Richthofen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der [[Weimarer Republik]] und im Nationalsozialismus blieb die Erinnerung an den Marineoffizier lebendig. [[Heinz Paul]] drehte 1927 den [[Spielfilm]] &amp;#039;&amp;#039;[[U&amp;amp;nbsp;9 Weddigen]]&amp;#039;&amp;#039; mit [[Carl de Vogt]] in der Hauptrolle. Unter der [[Nationalsozialismus|nationalsozialistischen]] Herrschaft wurde das Andenken an den einstigen „Kriegshelden“ noch einmal forciert, und es erschienen mehrere [[Biografie]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der [[Universität Kiel]] bildete der dortige &amp;#039;&amp;#039;[[Verein Deutscher Studenten Kiel]]&amp;#039;&amp;#039; zusammen mit der &amp;#039;&amp;#039;[[Musische Studentenverbindung|Akademisch-Musikalischen Verbindung]] Albingia&amp;#039;&amp;#039; und der &amp;#039;&amp;#039;[[Akademischer Turnbund|Akademischen Turnverbindung]] Ditmarsia&amp;#039;&amp;#039; nach der Gleichschaltung der [[Studentenverbindung]]en ab 1938 eine &amp;#039;&amp;#039;[[Kameradschaft (Studentenorganisation)|Kameradschaft]] Otto Weddigen&amp;#039;&amp;#039; des [[Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund|NSD-Studentenbundes]].&amp;lt;ref&amp;gt;Bernhard Grün: &amp;#039;&amp;#039;Zwischen Fronteinsatz und Freiheitsklang. Studententum und Kameradschaftswesen im Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Historia academica - Schriftenreihe der Studentengeschichtlichen Vereinigung des Coburger Convents.&amp;#039;&amp;#039; Band 57), akadpress, Würzburg 2019. ISBN 978-3-930877-52-2, S. 343 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Wiederaufbau der deutschen U-Boot-Waffe wurde die [[1. U-Flottille|erste neugegründete Flottille]] 1935 nach Weddigen benannt. Erster Chef wurde [[Karl Dönitz]]. Das Boot &amp;#039;&amp;#039;[[U 9 (U-Boot, 1935)|U&amp;amp;nbsp;9]]&amp;#039;&amp;#039; trug, wie Weddigens &amp;#039;&amp;#039;U&amp;amp;nbsp;9&amp;#039;&amp;#039;, das Eiserne Kreuz als Turmabzeichen. Auch die Abteilung 6/160 des [[Reichsarbeitsdienst]]es in Herford wurde nach Weddigen benannt. Im Jahr 1937 wurde in [[Wilhelmshaven]]-[[Rüstringen (Stadt)|Rüstringen]] die neuerbaute Jugendherberge mit dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Weddigen-Jugendherberge&amp;#039;&amp;#039; versehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Bauzeitung, Jahrgang 1937, Kunstdruckteil, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; In dieser Zeit baute [[Leitz (Optik)|Leitz]] unter dem Markennamen [[Leica Camera|Leica]] sowohl eine [[Unterwasserkamera]] als auch ein [[Prismenfernglas]] mit Namen &amp;#039;&amp;#039;Weddigen&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] geriet Weddigen – anders als Richthofen – außerhalb Marine-interessierter Kreise weitgehend in Vergessenheit. Anfang der 1950er Jahre erschienen bei [[Pabel-Moewig]] einige [[Heftroman]]e rund um &amp;#039;&amp;#039;U&amp;amp;nbsp;9&amp;#039;&amp;#039; und Weddigen, u.&amp;amp;nbsp;a. 1953 &amp;#039;&amp;#039;Mit Weddigen auf großer Kriegsfahrt&amp;#039;&amp;#039;. Bücher über Weddigen wie auch [[Devotionalien]] der im Deutschen Reich erfolgten Heldenverehrung sind heute allenfalls in [[Antiquariat]]en und bei auf [[Militaria]] spezialisierten [[Flohmarkt]]händlern zu finden. Allerdings beginnen sich Forschung und [[Feuilleton]] im Zuge eines neu belebten Interesses an den Vorgängen des Ersten Weltkrieges auch wieder für die Person Weddigen zu interessieren.&lt;br /&gt;
[[Datei:Fruehherrenhaus Herford.jpg|mini|Geburtshaus von Otto Weddigen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Otto-Weddigen-Gedenktafel.jpg|mini|Gedenktafel]]&lt;br /&gt;
In Herford ist am [[Frühherrenhaus]], dem Geburtshaus Weddigens in der Petersilien-/Ecke Frühherrenstraße, eine [[Gedenktafel]] angebracht. Das Weddigenufer, eine Straße entlang der [[Werre]], wurde nach ihm benannt. Ein dort 1935 – in der [[Nationalsozialismus|NS-Zeit]] – angelegtes Freibad, das lange Zeit als Militäreinrichtung genutzt wurde (nach dem Krieg auch durch die britische Armee), trug seinen Namen. Die Herforder Bevölkerung nannte das Freibad in den letzten Jahren vor seinem Abriss kurz „Otto“. 1997 entstand an der Stelle ein Freizeitbad mit dem Namen &amp;#039;&amp;#039;[[H2O (Herford)|H2O]]&amp;#039;&amp;#039;, Synonym für &amp;#039;&amp;#039;Herfords 2. Otto&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.herford.de/Freizeit-Kultur/Freizeit-und-Sport/Sport-und-Freizeitbad-H2O &amp;#039;&amp;#039;Sport- und Freizeitbad H2O&amp;#039;&amp;#039;.] Website der Stadt Herford, abgerufen am 5. Juli 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die in der Stadt ansässige [[Marinekameradschaft Otto Weddigen]] erinnert an ihn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;[[U 9 (U-Boot, 1967)|U&amp;amp;nbsp;9]]&amp;#039;&amp;#039; der Bundesmarine führte als Wappen ebenfalls das Eiserne Kreuz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Schwimmpier im [[Marinestützpunkt Kiel]] heißt Weddigenbrücke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Berlin wurden mehrere Straßen nach dem U-Boot-Kommandanten benannt, der Weddigenweg im [[Bezirk Steglitz-Zehlendorf]] existiert bis heute. Auch in [[Oberhausen]]-[[Sterkrade]] wurde 1936 die Thalstraße nach ihm umbenannt und heißt seitdem &amp;#039;&amp;#039;Otto-Weddigen-Straße&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Augsburg]], [[Aurich]], [[Bielefeld]], [[Freiburg im Breisgau]], [[Gerlingen]], [[Hannover]], [[Landsberg am Lech]], [[Lünen]], [[München]], [[Münster]], [[Nordhorn]], [[Nürnberg]], [[Oldenburg (Oldenburg)|Oldenburg]], [[Wuppertal]] sowie [[Danzig|Danzig-Stolzenberg]] (bis 1945), [[Hamburg]] (bis 1947)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=1vXVAAAAQBAJ&amp;amp;lpg=PT67&amp;amp;ots=7YZqgBbmMI&amp;amp;dq=Weddigenstra%C3%9Fe%20Babendiekstra%C3%9Fe&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PT67#v=onepage&amp;amp;q=Weddigenstra%C3%9Fe%20Babendiekstra%C3%9Fe&amp;amp;f=false Winfried Grützner: &amp;#039;&amp;#039;Blankenese zwischen Pfahlewer und Range Rover.&amp;#039;&amp;#039;] BOD GmbH, 2013. Abgerufen am 8. August 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Kiel]] (ebenfalls bis 1947)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.kiel.de/de/kiel_zukunft/stadtgeschichte/kieler_strassenlexikon.php?x=W  Kieler Straßenlexikon]. Abgerufen am 12. März 2018.&amp;lt;/ref&amp;gt; sind oder waren ebenfalls Straßen nach ihm benannt. In der niederrheinischen Kleinstadt Neukirchen-Vluyn tragen drei Straßen einer 1919 erbauten Zechensiedlung seinen Namen (Weddigenplatz, Weddigenallee, Weddigenstraße).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Münster hatte die Bezirksvertretung Münster-Mitte 2025 beschlossen, die Otto-Weddigen-Straße gemeinsam mit der [[Reinhard Scheer|Admiral-Scheer-Straße]], der [[Maximilian von Spee|Admiral-Spee-Straße]], der [[Skagerrakschlacht|Skagerrakstraße]] und der [[Mythos von Langemarck|Langemarckstraße]] umzubenennen. Dieser Beschluss wurde in einem Bürgerentscheid&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Ralf Meistes &amp;amp; Martin Kalitschke |url=https://www.wn.de/muenster/buergerentscheid-umbenennung-strassennamen-beschluss-gekippt-3488990 |titel=Bürgerentscheid entschieden: Mehrheit sagt Ja - die Straßennamen bleiben |sprache=de |abruf=2026-02-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt; am 8. Februar 2026 mit 52,14 % der abgegebenen Stimmen wieder aufgehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Niederkassel (Düsseldorf)|Düsseldorf-Niederkassel]] trägt eine [[Schützenverein|Schützenkompanie]] seit 1935 – dem zwanzigsten Todesjahr des U-Boot-Kommandanten – den Namen &amp;#039;&amp;#039;Otto-Weddigen-Kompanie&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem privaten, öffentlich zugänglichen Museum &amp;#039;&amp;#039;U-Boot-Archiv&amp;#039;&amp;#039; in [[Cuxhaven]] ist der &amp;#039;&amp;#039;Otto-Weddigen-Raum&amp;#039;&amp;#039; nach ihm benannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Filmografie ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;U9 – Weddigen&amp;#039;&amp;#039;. Regie: [[Heinz Paul]]. Drehbuch: Willy Rath. Darsteller: [[Carl de Vogt]], [[Mathilde Sussin]] u.&amp;amp;nbsp;a., Deutschland 1927&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im besetzten [[Rheinprovinz|Rheinland]] wurde der Streifen im Dezember 1927 von den [[Zensur (Informationskontrolle)|Zensoren]] der [[Interalliierter Hoher Ausschuss für die Rheinlande|Interalliierten Rheinlandkommission]] wegen befürchteter „Störung der öffentlichen Ordnung“ verboten, wenige Wochen später jedoch mit Streichungen unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Brüder. U9, Kapitän Weddigen&amp;#039;&amp;#039; wieder freigegeben. Der geänderte Titel ist insofern treffend, als der Film den deutsch-britischen U-Boot-Krieg über eine private deutsch-britische Familiengeschichte als tragischen Bruderkrieg aufrollt. Weddigen wird weniger als mariner Draufgänger, sondern als eine Art romantischer [[Held]] gezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
[[Datei:2010-02-04 Herford 349.jpg|mini|Der Name von Otto Weddigen auf einer Liste der Herforder Gefallenen im Ersten Weltkrieg]]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Source Records of the Great War,&amp;#039;&amp;#039; Vol. II, ed. Charles F. Horne, National Alumni, 1923 (Quellensammlung, darin Berichte von Weddigen und Nicholson zum 22.&amp;amp;nbsp;Sept. 1914).&lt;br /&gt;
* Jürgen Busche: &amp;#039;&amp;#039;Heldenprüfung. Das verweigerte Erbe des Ersten Weltkriegs.&amp;#039;&amp;#039; DVA, Frankfurt 2004.&lt;br /&gt;
* Volker Jakob: &amp;#039;&amp;#039;Von der Verfallszeit des Ruhmes&amp;#039;&amp;#039; (essayistisches Porträt Weddigens). In: Westfalenspiegel 1 (2006), S.&amp;amp;nbsp;56f.&lt;br /&gt;
* Rene Schilling: &amp;#039;&amp;#039;„Kriegshelden“. Deutungsmuster heroischer Männlichkeit in Deutschland von 1813 bis 1945.&amp;#039;&amp;#039; [[Verlag Ferdinand Schöningh]], Paderborn 2002, ISBN 3-506-74483-6 (Krieg in der Geschichte, Band 15).&lt;br /&gt;
* Carl Rittershausen: Die Ahnen Otto Weddigens, in: Ekkehard. Mitteilungsblatt deutscher Genealogischer Abende. 13. Jg. 1937 S. 139–140.&lt;br /&gt;
* Heinrich Richter: &amp;#039;&amp;#039;Otto Weddigen, Ein Lebensbild.&amp;#039;&amp;#039; Verlag von Velhagen &amp;amp; Klasing, Bielefeld/Leipzig 1915.&lt;br /&gt;
* {{Deutsche Biographie |SFZ=139486 |Name=Otto Weddigen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* [http://www.marine.de/portal/a/marine/!ut/p/c4/NYy9DoJAEISfhRfYhQbQTmOINloKdsexOTbeD1kOaXx47wpnki-ZzGTwhclefdioyMEriz0Omo_jDk4JbDSSbH4FQ6ueWc-R4K14JbEpEIwcjKhlZvL4zFcTgQ6eYmYkHzkxLWIQWIJEm5tNJDXAEw5ldTmXTflX9a2766Hv6qa93btHPrQGh4lwca7dT0XxA0-4O8I! &amp;#039;&amp;#039;Kapitänleutnant Otto Weddigen&amp;#039;&amp;#039;] auf der Website der [[Deutsche Marine|Deutschen Marine]]&lt;br /&gt;
* {{Pressemappe|FID=pe/018255}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119167158|VIAF=30340656}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Weddigen, Otto}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kapitänleutnant (Kaiserliche Marine)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:U-Boot-Kommandant (Kaiserliche Marine)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:U-Boot-Kommandant im Ersten Weltkrieg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ritter des Königlichen Hausordens von Hohenzollern]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Pour le Mérite (Militärorden)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Militär-Max-Joseph-Ordens (Ritter)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrenbürger von Herford]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1882]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1915]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Weddigen, Otto&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Weddigen, Otto Eduard (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher U-Boot Kommandant, Kapitänleutnant&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=15. September 1882&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Herford]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=18. März 1915&lt;br /&gt;
|STERBEORT=auf See&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Benzekre</name></author>
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