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	<title>Otto Moll - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Миндалина: /* Einzelnachweise */</title>
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		<updated>2026-03-07T21:31:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Einzelnachweise&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt den SS-Hauptscharführer Otto Moll; zum gleichnamigen Philologen siehe [[Otto Moll (Philologe)]].}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Otto Wilhelm Moll&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://exhibits.stanford.edu/virtual-tribunals/catalog/mf682rg7191 Case File 000-50-2: Moll, Otto - Petitions for Clemency]&amp;lt;/ref&amp;gt; (* [[4. März]] [[1915]] in [[Hohen Schönberg]] bei [[Kalkhorst]], [[Landkreis Nordwestmecklenburg|Nordwestmecklenburg]]; † [[28. Mai]] [[1946]] in [[Landsberg am Lech]]) war ein deutscher [[SS-Hauptscharführer]] und Täter des [[Holocaust]], der im [[KZ Auschwitz-Birkenau]] als Chef der [[Gaskammern und Krematorien der Konzentrationslager Auschwitz|Gaskammern und Krematorien]] fungierte. Er wurde nach dem Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] als [[Kriegsverbrecher]] hingerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Otto Moll trat nach einer Berufsausbildung als Gärtnergehilfe im Jahr 1933 in den freiwilligen [[Reichsarbeitsdienst|Arbeitsdienst]] in [[Velten]] ein. Im Mai 1935 wurde er als Anwärter zur [[SS-Totenkopfstandarte]] &amp;#039;&amp;#039;Brandenburg&amp;#039;&amp;#039; in [[Oranienburg]] nördlich von [[Berlin]] eingezogen und am 16. November 1936 endgültig in die SS aufgenommen (SS-Nummer 267.670&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee282f&amp;quot;&amp;gt;Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Auschwitz. Täter, Gehilfen und Opfer und was aus ihnen wurde. Ein Personenlexikon.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 2013, S.&amp;amp;nbsp;282&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Am 30. September 1937 beantragte er die Aufnahme in die [[NSDAP]] und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 5.865.260).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/29071520&amp;lt;/ref&amp;gt; Moll war musikalisch aktiv und Mitglied im SS-Spielmannszug. Während einer Fahrt mit diesem Spielmannszug von [[Bernau bei Berlin|Bernau]] nach Oranienburg kollidierte der Lastwagen der SS mit einem PKW; ein SS-Mann wurde getötet, Moll lebensgefährlich verletzt. Er lag mehrere Monate im Krankenhaus Bernau, laborierte an einem Schädelbruch und hatte ein Auge verloren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hans Schmid |Titel=Otto Moll – der „Henker von Auschwitz“. |Sammelwerk=Zeitschrift für Geschichtswissenschaft |Nummer=2 |Datum=2006 |Seiten=123}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Hans Schmid, der sich eingehend mit Moll beschäftigt hat, hält es für möglich, dass dieser seit dem Unfall unter dem [[Frontalhirnsyndrom]] litt ([[Organisches Psychosyndrom|Posttraumatisches organisches Psychosyndrom]], [[ICD-10]] F07.2). Ein amerikanischer Forensiker untersuchte u. a. Zeugenaussagen über die Taten Molls sowie dessen Schriftbild und kam zu dieser Diagnose. Beim Frontalhirnsyndrom handelt es sich um einen organischen Schaden, der sich in psychotischem oder psychopathischem Verhalten ausdrücken kann. Prägend sind dabei eine Abstumpfung der Gefühle, übersteigerte Unternehmungslust, allgemeine Enthemmung und besondere Mitleidlosigkeit. Schmid bespricht Molls Verbrecherkarriere unter starker Berücksichtigung dieses Krankheitsbildes und kommt zu dem Schluss, dass es sich bei ihm um einen körperlich und geistig kranken Menschen handelte, der von einem verbrecherischen Regime bewusst als Mörder instrumentalisiert wurde. Den Tatbestand des „normalen Deutschen“, der zum Täter wurde, erfüllt Moll insofern nicht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hans Schmid |Titel=Otto Moll – der „Henker von Auschwitz“. |Sammelwerk=Zeitschrift für Geschichtswissenschaft |Nummer=2 |Datum=2006 |Seiten=138}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seiner Genesung war Moll von 1938 bis 1941 im [[KZ Sachsenhausen]] als [[SS-Gefolge|Kommandoführer]] der Gärtnerei tätig. Bereits hier wurde er vom Adjutanten des Lagers, [[Rudolf Höß]], protegiert. Nachdem Höß Kommandant des Lagers [[KZ Auschwitz|Auschwitz]] geworden war, holte er Moll am 2.&amp;amp;nbsp;Mai 1941 zwecks Errichtung landwirtschaftlicher Betriebe dorthin. Durch seinen Tatendrang und seine Härte begünstigt, wurde Moll im Juni 1942 Führer der berüchtigten [[Strafkompanie (KZ Auschwitz)|Strafkompanie]], deren Gefangene die Torturen selten überlebten. Infolge des von [[Heinrich Himmler]] angeordneten Ausbaus von Auschwitz zum [[Vernichtungslager]] widmete sich Moll fortan vorrangig der Tötung von Menschen. Bevor es zur Einrichtung der großen [[Gaskammern und Krematorien der Konzentrationslager Auschwitz|Krematorien und Gaskammern in Auschwitz-Birkenau]] kam, leitete er gemeinsam mit [[Franz Hößler]] die Massentötungen bei den sog. Bunkern&amp;amp;nbsp;I und II. Bei diesen Bunkern handelte es sich um zwei enteignete Gehöfte jenseits des befestigten Lagergeländes, in denen provisorische Gaskammern etabliert worden waren; in ihrer unmittelbaren Nähe wurden Massengräber ausgehoben, in denen mehrere hunderttausend Leichen verscharrt wurden. Nachdem es zu einigen Todesfällen unter SS-Leuten und Angehörigen infolge verunreinigten Grundwassers gekommen war, wurden die Gruben geöffnet und die Leichen verbrannt. Moll oblag die Aufsicht über das dafür zuständige sog. [[Sonderkommando KZ Auschwitz-Birkenau|Sonderkommando]], dessen Mitglieder meist aus Juden, die aus Transporten selektiert worden waren, bestanden. Zu den Arbeiten, die sie zu verrichten hatten, gehörten u. a. die Räumung der Gaskammern und die Verbringung der Toten in die Feuergruben bzw. die Krematoriumsöfen. Viele Änderungen, die den Vernichtungsablauf perfektionierten, sind auf Molls manisches Engagement zurückzuführen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Eric Friedler, Barbara Siebert, Andreas Kilian |Titel=Zeugen aus der Todeszone. Das jüdische Sonderkommando in Auschwitz. |Ort=München |Datum=2005 |Seiten=184 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits am 30. April 1943 wurde Otto Moll mit dem [[Kriegsverdienstkreuz (1939)|Kriegsverdienstkreuz]] 1. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Auschwitz in den Augen der SS&amp;#039;&amp;#039;, Oswiecim 1998, S. 238, Anhang: Kurzbiografien von NS-Verbrechern&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Umstand wirft ein bezeichnendes Licht auf seine Bedeutung für die Judenvernichtung. Neben ihm wurden im Lager nur der Kommandant Höß und [[Josef Klehr]] mit diesem Orden versehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmid128&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hans Schmid |Titel=Otto Moll – der „Henker von Auschwitz“. |Sammelwerk=Zeitschrift für Geschichtswissenschaft |Nummer=2 |Datum=2006 |Seiten=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Klehr war als Chef des Desinfektionskommandos für den Einwurf des [[Zyklon&amp;amp;nbsp;B]] in die Gaskammern zuständig und tötete als sog. [[SS-Sanitätsdienstgrad|Sanitätsdienstgrad]] mutmaßlich über 10.000 Häftlinge eigenhändig durch [[Phenol]]einspritzungen ins Herz. – Grundsätzlich liegen für das Jahr 1943 nur wenige Informationen übers Molls Tätigkeit vor. Seine Arbeit in den Vernichtungsanlagen dürfte mit dem Jahreswechsel 1942/43 vorläufig beendet gewesen sein; Hans Schmid vermutet, dass Moll erkrankt war; anders sei seine Abwesenheit in der Zeit der Inbetriebnahme der großen Gaskammern nicht erklärlich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmid128&amp;quot; /&amp;gt; Im September 1943 wurde Moll zum Lagerführer des Nebenlagers [[KZ Fürstengrube|Fürstengrube]] ernannt, in März und April 1944 war er Lagerführer von [[Arbeitslager Gleiwitz I|Gleiwitz&amp;amp;nbsp;I]]. Auch hier war er als besonders brutal und grausam gefürchtet. – Während all der Zeit in Auschwitz lebte Moll mit seiner Ehefrau und zwei während jener Jahre geborenen Töchtern vor Ort; seine erste Gattin, die ebenfalls im KZ-Dienst tätige Elli Unruh, war bereits 1940 an einer Blutvergiftung gestorben. Nur wenige Wochen später hatte er erneut geheiratet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hans Schmid |Titel=Otto Moll – der „Henker von Auschwitz“. |Sammelwerk=Zeitschrift für Geschichtswissenschaft |Nummer=2 |Datum=2006 |Seiten=124}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Stefan Hördler |Titel=Ordnung und Inferno. Das KZ-System im letzten Kriegsjahr. |Verlag=Wallstein Verlag |Ort=Göttingen |Datum=2015 |ISBN=978-3-8353-1404-7 |Seiten=170}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Molls verbrecherische Karriere erreichte mit der [[Ungarn-Aktion|Vernichtung der ungarischen Juden]] im Sommer 1944 ihren Höhepunkt. Bereits seit dem Frühjahr 1943 existierten vier große Krematorien in [[KZ Auschwitz-Birkenau|Auschwitz-Birkenau]], mit deren Leitung er dann von Mai bis September 1944 betraut war. In dieser Zeit wurden unter seinem Kommando etwa 400.000 Menschen in den Gaskammern getötet. Molls Bedeutung bei diesem Verbrechen war erneut auf Rudolf Höß zurückzuführen, der zwar seinen Kommandantenposten im Dezember 1943 geräumt hatte, aber als [[Standortältester]] eigens für die Koordinierung der Vernichtungsaktion ins Lager zurückkehrte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Eric Friedler, Barbara Siebert, Andreas Kilian |Titel=Zeugen aus der Todeszone. Das jüdische Sonderkommando in Auschwitz. |Ort=München |Datum=2005 |Seiten=182 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das berühmte Gruppenfoto der Auschwitzer Massenmörder aus dem [[Höcker Album|Album]] des Adjutanten [[Karl-Friedrich Höcker]] zeigt Moll direkt an Höß’ Seite, was seine wichtige Rolle im Judenmord betont.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.jewishtimes.com/wp-content/uploads/2017/03/Holocaust3.jpg |titel=Auschwitzer Täter 1944 |abruf=01.10.2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Höß band Moll als Chef aller Gaskammern und Krematorien an zentraler Position in die Arbeiten ein und stattete ihn mit allgemeiner Handlungsgewalt aus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Eric Friedler, Barbara Siebert, Andreas Kilian |Titel=Zeugen aus der Todeszone. Das jüdische Sonderkommando in Auschwitz. |Ort=München |Datum=2005 |Seiten=184}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu gehörte auch die Reaktivierung des Bunkers&amp;amp;nbsp;II als neuer Bunker&amp;amp;nbsp;V, um den Massenmord schneller durchführen zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Eric Friedler, Barbara Siebert, Andreas Kilian |Titel=Zeugen aus der Todeszone. Das jüdische Sonderkommando in Auschwitz. |Ort=München |Datum=2005 |Seiten=185 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Moll war sich der Tatsache bewusst, dass die vorgesehenen zehn- bis fünfzehntausend Leichen täglich die Öfen der Krematorien überfordern würden. Er ließ daher einige Verbrennungsgruben neben Krematorium&amp;amp;nbsp;IV und am Bunker&amp;amp;nbsp;V ausheben, die er mit einem selbsterdachten Rinnensystem versah. Das Fett der verbrennenden Leichen konnte so abgeleitet, gesammelt, von Häftlingen mit Eimern aufgenommen und zur Befeuerung in die Flammen gekippt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Filip Müller |Titel=Sonderbehandlung. Drei Jahre in den Krematorien und Gaskammern von Auschwitz. |Ort=München |Datum=1979 |Seiten=209 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Moll galt dem Pathologen [[Miklós Nyiszli]], der für den SS-Arzt [[Josef Mengele]] in den Räumlichkeiten der Krematorien Experimente und anatomische Arbeiten durchführen musste, als „wahnsinnigster Mörder des Weltkrieges“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Myklos Nyiszli |Titel=Im Jenseits der Menschlichkeit. Ein Gerichtsmediziner in Auschwitz |Ort=Berlin |Datum=2005 |Seiten=61 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Es liegt eine kaum überschaubare Zahl von Zeugenaussagen vor, die die Grausamkeit Molls erahnen lassen. Unzählige eigenhändige Morde sind durch Zeugen verbürgt. Moll tat sich insbesondere bei der Tötung von Frauen und Kleinkindern hervor. So führte er laut [[Filip Müller]] oftmals attraktive Jüdinnen an den Rand der Feuergruben, um sich an ihrer Angst zu erfreuen. Er sagte ihnen lüsterne Worte ins Ohr, gab ihnen dann einen Schuss in den Hinterkopf und ließ sie ins Feuer fallen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Filip Müller |Titel=Sonderbehandlung. Drei Jahre in den Krematorien und Gaskammern von Auschwitz. |Ort=München |Datum=1979 |Seiten=226 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Mehrfach soll er auch Säuglinge totgetreten haben. [[Abraham Shuls]] gab in einer Zeugenaussage 1946 an, dass Moll „Schweinemetzger genannt wurde, weil er kein Mensch, sondern ein Schlächter war, der Kinder lebendig ins Feuer geschmissen hat“.&amp;lt;ref&amp;gt;Archiv KZ-Gedenkstätte Dachau, 34.890.&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst unter SS-Leuten war Moll für seine Grausamkeit berüchtigt: [[Bernhard Walter (SS-Mitglied)|Bernhard Walter]], der viele der berühmten Aufnahmen aus dem [[Auschwitz-Album]] schoss, nannte Moll einen berüchtigten und selbst für Auschwitzer Verhältnisse auffälligen Judenhasser.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.auschwitz-prozess.de/index.php?show=Walter-Bernhard_1 |titel=Fritz Bauer Institut: Mitschnitte Prozessprotokolle |werk=mikroh.de |datum=2011-01-05 |sprache=de |abruf=2019-10-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Überlebende des Sonderkommandos [[Filip Müller]] beschrieb Molls Untaten am detailreichsten. So berichtet Müller u. a. über die von Otto Moll praktizierte sadistische Todesfolter des „Froschschwimmens“: Moll jagte ausgesuchte Häftlinge in einen der Löschteiche neben den Krematorien und zwang sie mit vorgehaltener Waffe, dort unter ständigem Quaken bis zum Erschöpfungstod zu schwimmen. Moll inszenierte sich bei seinen Folter-Perversionen auch als grausamer Spielleiter von ihm neu erdachter Lagerspiele wie des „Ziegelstoßens“: Zwei Häftlingsgruppen mussten auf Zeit möglichst viele Ziegelsteine zerschlagen; die Verlierer-Mannschaft wurde an Ort und Stelle von Moll erschossen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Filip Müller |Titel=Sonderbehandlung. Drei Jahre in den Krematorien und Gaskammern von Auschwitz. |Ort=München |Datum=1979}} Hier referenziert nach: {{Internetquelle |url=https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article236495087/Auschwitz-Filip-Mueller-berichtete-was-in-den-KZ-Krematorien-geschah.html |titel=Auschwitz: Filip Müller berichtete, was in den KZ-Krematorien geschah |werk=welt.de |datum=2022-01-27 |sprache=de |abruf=2022-11-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Filip Müller berichtet außerdem davon, dass Moll oft durch die Masse der zur Vergasung vorgesehenen Ankömmlinge schlenderte, sie beim Ausziehen beobachtete und Kleinkinder mit Süßigkeiten von ihren Müttern fortlockte, um sie draußen ins siedende Fett der Feuergruben zu werfen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Filip Müller |Titel=Sonderbehandlung. Drei Jahre in den Krematorien und Gaskammern von Auschwitz. |Ort=München |Datum=1979 |Seiten=229}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Moll habe unter dem krankhaften Drang gestanden, ohne Unterlass zu foltern und zu töten. Er erschlug kleine Personengruppen mit Knüppeln und Eisenstangen, übergoss Menschen mit Benzin und zündete sie an, warf des Diebstahls überführte Häftlinge zur Strafe in den Krematoriumsofen, hetzte Hunde auf seine Opfer, trieb sie gegen elektrisch geladene Zäune und zerschmetterte Kinder vor den Augen ihrer Mütter an Betonwänden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Myklos Nyiszli |Titel=Im Jenseits der Menschlichkeit. Ein Gerichtsmediziner in Auschwitz |Ort=Berlin |Datum=2005 |Seiten=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Opfergruppen von jeweils bis zu 200 Personen wurden von Moll und seinen engsten Mitarbeitern, den Kommandoführern [[Josef Eckhardt]] und [[Ewald Kelm]], eigenhändig erschossen oder lebendig ins Feuer hinter Krematorium IV oder Bunker V gestoßen, da die Verwendung von Giftgas als Verschwendung bewertet wurde. Dieses Vorgehen bestätigte auch [[Hermann Langbein]], nach dessen Angaben sein Chef, der Standortarzt [[Eduard Wirths]], die Lebendverbrennung ungarischer Kinder beobachten konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.auschwitz-prozess.de/zeugenaussagen/Langbein-Hermann_1/ |titel=Tonbandmitschnitt des 1. Frankfurter Auschwitz-Prozesses |abruf=2021-10-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Kranke, Alte und Invaliden wurden von Moll oder dementsprechend instruierten Kollegen mit Lastwagen an die Feuergruben delegiert und lebendig in die Flammen gekippt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Myklos Nyiszli |Titel=Im Jenseits der Menschlichkeit. Ein Gerichtsmediziner in Auschwitz |Ort=Berlin |Datum=2005 |Seiten=62 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Vorgehensweise spielte etwa in der Gerichtsverhandlung gegen den SS-Mann [[Willi Rudolf Sawatzki|Willi Sawatzki]] im Jahr 1978 eine große Rolle.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Im Namen des Volkes – Freispruch |Sammelwerk=Die Zeit |Ort=Hamburg |Datum=1978-11-17 |ISSN=0044-2070 |Online=https://www.zeit.de/1978/47/im-namen-des-volkes-freispruch/komplettansicht |Abruf=2019-10-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Beendigung der [[Ungarn-Aktion]] wurde Moll durch seinen Untergebenen [[Erich Mußfeldt]] abgelöst und spätestens im Herbst 1944 wieder Lagerleiter von Gleiwitz&amp;amp;nbsp;I. Beim Näherrücken der [[Rote Armee|sowjetischen Armee]] im Januar 1945 beaufsichtigte er einen [[Todesmärsche von KZ-Häftlingen|Todesmarsch]] gen Westen. Laut Zeugenaussagen soll Moll im Januar und Februar kurzzeitig zwischen dem KZ Sachsenhausen und dem [[KZ Ravensbrück]] mit einer Gruppe von Spezialisten gependelt sein, um dort Vergasungen und Erschießungen durchzuführen. Diesem Sachverhalt widmete sich Stefan Hördler, dem es gelang herauszustellen, dass Molls Expertise als Massenmörder auch nach Auschwitz in Anspruch genommen wurde. Wiederum im Auftrag von Rudolf Höß, dessen Dienststelle in Ravensbrück lag, töteten Moll und seine Mitarbeiter binnen drei Wochen mindestens 4252 Personen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Stefan Hördler |Titel=Ordnung und Inferno. Das KZ-System im letzten Kriegsjahr |Verlag=Wallstein Verlag |Ort=Göttingen |Datum=2015 |ISBN=978-3-8353-1404-7 |Seiten=448}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit dem 25.&amp;amp;nbsp;Februar 1945 war er Lager- und/oder [[SS-Gefolge|Arbeitsdienstführer]] eines oder mehrerer Lager des [[KZ-Außenlagerkomplex Kaufering|Außenlagerkomplexes Kaufering]] des [[KZ Dachau]]. Auch hier hat Moll Häftlinge misshandelt und getötet und ihre Versorgung willentlich vernachlässigt. Nach übereinstimmenden Aussagen ehemaliger Häftlinge und [[NS-Zwangsarbeit|Zwangsarbeiter]] war er Ende April 1945 auf dem Todesmarsch von Dachau nach Tirol an der Erschießung von mindestens 120 sowjetischen Zwangsarbeitern bei [[Buchberg (Geretsried)|Buchberg]] beteiligt. Der zuletzt im [[KZ-Außenlager Kaufering II – Igling]] inhaftierte Kapo [[Wilhelm Metzler]] gab an, dass Moll 26 sowjetische Zwangsarbeiter eigenhändig erschossen habe.&amp;lt;ref&amp;gt;BayHStA: Dachau Prozeß, Mikrofilm 89: Wilhelm Metzler: &amp;#039;&amp;#039;Brief an das Rote Kreuz in Landsberg im Zusammenhang mit seinem Kriegsverbrecher-Prozeß 1947&amp;#039;&amp;#039;, ohne Datumsangabe.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Moll wurde Anfang Mai 1945 verhaftet und am 15. November 1945 im [[Dachau-Hauptprozess]] im Rahmen der [[Dachauer Prozesse]] von einem amerikanischen Militärgericht als [[Kriegsverbrechen|Kriegsverbrecher]] angeklagt und am 13. Dezember 1945 mit 35 weiteren Angeklagten zum Tod durch den Strang verurteilt. Im Urteil berücksichtigt wurden seine individuellen Exzesstaten, darunter die Misshandlung von Häftlingen und die Erschießung von Gefangenen auf dem von Kaufering ausgehenden Evakuierungsmarsch.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Holger Lessing |Titel=Der erste Dachauer Prozess (1945/46) |Ort=Baden-Baden |Datum=1993 |Seiten=322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Verbrechen in Auschwitz waren nicht Teil der Anklage und wurden damit nie gerichtlich geahndet. Ein halbes Jahr nach seinem Todesurteil wurde er am Rande des [[Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher|Nürnberger Prozesses]] mit seinem ehemaligen Vorgesetzten Rudolf Höß konfrontiert. Während dieser die eigenen Verbrechen zugab und auch den Tätigkeitsbereich seines Untergebenen klar beschrieb, stritt Moll die Beteiligung an der Judentötung weitestgehend ab.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Richard Overy |Titel=Verhöre. Die NS-Elite in den Händen der Alliierten 1945 |Verlag=Ullstein |Ort=Berlin |Datum=2006 |ISBN=978-3-548-36781-1 |Seiten=392-406.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Otto Moll wurde am 28. Mai 1946 im Hof des [[Kriegsverbrechergefängnis Landsberg|Kriegsverbrechergefängnisses Landsberg]] hingerichtet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee282f&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hans Schmid: &amp;#039;&amp;#039;Otto Moll – der „Henker von Auschwitz“&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für Geschichtswissenschaft (1953)|Zeitschrift für Geschichtswissenschaft]]&amp;#039;&amp;#039;, 2, 2006, S.&amp;amp;nbsp;118–138.&lt;br /&gt;
* Holger Lessing: &amp;#039;&amp;#039;Der erste Dachauer Prozess (1945/46).&amp;#039;&amp;#039; Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 1993, ISBN 3-7890-2933-5.&lt;br /&gt;
* [[Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Auschwitz in den Augen der SS.&amp;#039;&amp;#039; Oświęcim 1998, ISBN 83-85047-35-2.&lt;br /&gt;
* {{BibISBN|9783100393333}}&lt;br /&gt;
* Filip Müller: &amp;#039;&amp;#039;Sonderbehandlung. Drei Jahre in den Krematorien und Gaskammern von Auschwitz.&amp;#039;&amp;#039; München 1979.&lt;br /&gt;
* [[Gideon Greif]]: &amp;#039;&amp;#039;Wir weinten tränenlos. Augenzeugenberichte der jüdischen Sonderkommandos in Auschwitz.&amp;#039;&amp;#039; München 1995. ISBN 978-3-596-13914-9.&lt;br /&gt;
* [[Eric Friedler]], Barbara Siebert, Andreas Kilian: &amp;#039;&amp;#039;Zeugen aus der Todeszone. Das jüdische Sonderkommando in Auschwitz&amp;#039;&amp;#039;. München 2005. ISBN 978-3-8329-1133-1.&lt;br /&gt;
* [[Miklós Nyiszli]]: &amp;#039;&amp;#039;Im Jenseits der Menschlichkeit. Ein Gerichtsmediziner in Auschwitz.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von [[Friedrich Herber]]. 1. Aufl., erweiterte und überarbeitete Auflage der 2. Aufl. von 2005, hrsg. von Andreas Kilian und Friedrich Herber. Karl Dietz Verlag Berlin, Berlin 2024, ISBN 978-3-320-02394-2.&lt;br /&gt;
* Richard Overy: &amp;#039;&amp;#039;Verhöre. Die NS-Elite in den Händen der Alliierten 1945&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 2006. ISBN 978-3-548-36781-1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.deathcamps.org/occupation/auschwitzmen_de.html Moll-Kurzportrait und Foto]&lt;br /&gt;
* [https://collections.ushmm.org/iiif-b/assets/702761 Bild von Otto Moll nach seiner Festnahme 1945]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=131563866|VIAF=1148188}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Moll, Otto}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personal im KZ Dachau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personal im KZ Sachsenhausen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personal im KZ Auschwitz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Angehöriger der Waffen-SS]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SS-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hingerichtete Person (Dachauer Prozesse)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1915]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1946]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Moll, Otto&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Moll, Otto Wilhelm (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher SS-Hauptscharführer und Chef der Krematorien in Auschwitz-Birkenau&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=4. März 1915&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Hohen Schönberg]] bei [[Kalkhorst]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=28. Mai 1946&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Landsberg am Lech]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;Миндалина</name></author>
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