<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Otto_Kumm</id>
	<title>Otto Kumm - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Otto_Kumm"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Otto_Kumm&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-03T11:11:31Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Otto_Kumm&amp;diff=2198960&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Otto_Kumm&amp;diff=2198960&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-01-22T17:33:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Bundesarchiv Bild 101III-Zschaeckel-195-21, Otto Kumm.jpg|mini|Otto Kumm in der Uniform eines [[SS-Obersturmbannführer]]s, Propagandafoto von [[Friedrich Zschäckel]], März 1943&amp;lt;ref&amp;gt;Zschäckel ist Autor des Bildbandes [https://d-nb.info/365654108 &amp;#039;&amp;#039;Waffen-SS im Westen&amp;#039;&amp;#039;], der 1941 bei [[Franz-Eher-Verlag|Eher]], dem Zentralverlag der NSDAP, erschien und 2006 bei Winkelried neu verlegt wurde.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Manfred Otto Kumm&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[1. Oktober]] [[1909]] in [[Hamburg]]; † [[23. März]] [[2004]] in [[Offenburg]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Scherzer&amp;quot;&amp;gt;[[Veit Scherzer]]: &amp;#039;&amp;#039;Ritterkreuzträger 1939–1945. Die Inhaber des Eisernen Kreuzes von Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine, Waffen-SS, Volkssturm sowie mit Deutschland verbündete Streitkräfte nach den Unterlagen des Bundesarchivs.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2, S. 484.&amp;lt;/ref&amp;gt;) war ein deutscher [[SS-Brigadeführer]] und Generalmajor der [[Waffen-SS]]. Als solcher kommandierte er im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] Einheiten der Waffen-SS an verschiedenen Kriegsschauplätzen [[Osteuropa|Ost-]] und [[Südosteuropa]]s. Von 1944 bis 1945 war er Kommandeur der an zahlreichen [[Kriegsverbrechen]] beteiligten [[7.&amp;amp;nbsp;SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division „Prinz Eugen“]]. Kumm war einer der Gründer der [[Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der Angehörigen der ehemaligen Waffen-SS|Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der ehemaligen Angehörigen der Waffen-SS e.&amp;amp;nbsp;V.]] (HIAG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Otto Kumm wurde als fünftes und jüngstes Kind des Hamburger Kaufmanns Eduard Kumm und dessen Frau Frieda, geb. Block, in Hamburg geboren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Nach Abschluss der Obersekundarreife an der Oberrealschule in [[Hamburg-Hamm]] absolvierte Kumm eine Ausbildung als [[Schriftsetzer]] und war anschließend fünf Jahre als Schriftsetzer tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg bei der SS ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 101III-Zschaeckel-186-36, Charkow, Waffen-SS vor brennendem Haus.jpg|mini|Charkow, Waffen-SS vor brennendem Haus, Propagandafoto von Friedrich Zschäckel, Februar–März 1943]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum 1. Dezember 1930 trat Kumm in die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] ein ([[Liste der NSDAP-Mitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 421.230)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-III/538731&amp;lt;/ref&amp;gt; und wurde Dezember 1931 als [[SS-Mann]] in die [[Schutzstaffel|SS]] aufgenommen (SS-Nummer 18.727).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dal&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.dws-xip.pl/reich/biografie/1936/38.jpg |titel=Dienstaltersliste der Schutzstaffel der NSDAP. Stand vom 1. Dezember 1936, S. 72 f., Nr. 1633 |werk=dws-xip.pl |abruf=2022-03-04  |format=JPG; 1,03&amp;amp;nbsp;MB}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 1. April 1934 trat er im Range eines [[SS-Sturmführer]]s als Freiwilliger in die im Aufbau befindliche [[SS-Verfügungstruppe]] ein und diente bei der I./[[SS-Verfügungstruppe#SS-Standarte 2 „Germania“|SS-Standarte „Germania“]] in Hamburg. Im August 1934 wurde er Führer der Politischen Bereitschaft Hamburg. Inzwischen SS-Obersturmführer, wurde er im Juli 1935 Chef der 4. (MG-)Kompanie der Standarte. Im September 1936 erfolgte die Ernennung zum SS-Hauptsturmführer. Ab Dezember 1936 diente er als Chef der 2. Kompanie der [[SS-Verfügungstruppe#SS-Standarte 1 „Deutschland“|SS-Standarte „Deutschland“]] in [[München]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Anschluss Österreichs|„Anschluss“ Österreichs]] wurde Kumm im März 1938 [[Kompaniechef]] in der in [[Klagenfurt]] stationierten SS-Standarte „Der Führer“ und nahm mit dieser 1939 am [[Überfall auf Polen]] teil. Im April 1940 übernahm er eine schwere Kompanie der Standarte, mit der er im [[Westfeldzug]] in Holland einmarschierte. Während der Kämpfe wurde er zum Kommandeur des III. Bataillons ernannt. Am 1. Oktober 1940 wurde er zum SS-Sturmbannführer befördert. Im Frühjahr 1941 nahm Kumm mit seinem Bataillon als Teil der [[SS-Verfügungsdivision|SS-Division „Reich“ (mot.)]] während des [[Balkanfeldzug (1941)|Balkanfeldzugs]] am Angriff auf [[Königreich Jugoslawien|Jugoslawien]] teil. Anfang Juni erfolgte die Bereitstellung für den [[Deutsch-Sowjetischer Krieg|Angriff auf die Sowjetunion]] im Raum [[Lublin]]. Am 12. Juli 1941 übernahm er von [[Georg Keppler]] die Führung des [[SS-Panzergrenadier-Regiment 4 „Der Führer“|SS-Regiments „Der Führer“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das SS-Regiment „Der Führer“ unter Obersturmbannführer Kumm hielt ab Januar 1942 in der [[Schlacht von Rschew]] eine dünne Barriere, die eine Verbindung mit benachbarten Heeresverbänden sicherte. Von den 2.000 Mann, die Kumm unterstellt waren, überlebten 35.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Höhne: [https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45549385.html &amp;#039;&amp;#039;Der Orden unter dem Totenkopf. Die Geschichte der SS.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Der Spiegel&amp;#039;&amp;#039; 6/1967.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 101III-Zschaeckel-197-32, Russland, Waffen-SS-Männer mit Ritterkreuz.jpg|mini|V.&amp;amp;nbsp;l.&amp;amp;nbsp;n.&amp;amp;nbsp;r.: [[Sylvester Stadler]], Hans Weiß, Christian Tychsen, Otto Kumm, Vinzenz Kaiser und Karl-Heinz Worthmann in der Sowjetunion (April 1943); Propagandafoto von Friedrich Zschäckel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum nächsten Kampfeinsatz Kumms mit seinem Regiment kam es, als nach der [[Schlacht von Stalingrad]] Anfang 1943 der Zusammenbruch der südlichen Ostfront drohte. Die Division „Das Reich“ wurde als Teil des mittlerweile aufgestellten [[II. SS-Panzerkorps|SS-Panzerkorps]] an den bedrohten Frontabschnitt verlegt und nahm an der [[Schlacht bei Charkow (1943)|Schlacht um Charkow]] teil. Noch im gleichen Monat gab er sein Kommando an [[Sylvester Stadler]] ab und kehrte nach Deutschland zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juli 1943 wurde Kumm zum [[Chef des Stabes]] des in Aufstellung befindlichen [[V. SS-Freiwilligen-Gebirgskorps|V. SS-Gebirgs-Korps]] unter [[Artur Phleps]] ernannt. In dieser Funktion war er ab Oktober 1943 im Krieg gegen die [[Jugoslawische Volksbefreiungsarmee|Tito-Partisanen]] in [[Bosnien]] tätig. Am 30. Januar 1944 erfolgte unter gleichzeitiger Beförderung zum SS-Oberführer die Ernennung zum Kommandeur der [[7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division „Prinz Eugen“]], die ebenfalls im besetzten [[Jugoslawien]] im Einsatz war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 28. März 1944 brachte die SS-Division „Prinz Eugen“ im Raum [[Knin]] die Einwohnerschaft mehrerer Dörfer um, darunter [[Otok (Sinj)|Otok]] bei [[Sinj]]. Der kroatische Außenminister [[Stijepo Perić]] protestierte in Berlin, die Bewohner seien in den Häusern zusammengetrieben und durch die Fenster mit Maschinengewehren erschossen worden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Klaus Schmider]]: &amp;#039;&amp;#039;Der jugoslawische Kriegsschauplatz (Januar 1943 bis Mai 1945)&amp;#039;&amp;#039; In: [[Karl-Heinz Frieser]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Ostfront 1943/44 – Der Krieg im Osten und an den Nebenfronten.&amp;#039;&amp;#039; Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-421-06235-2, S. 917.&amp;lt;/ref&amp;gt; Beim [[Prozess Generäle in Südosteuropa|7. Nürnberger Prozess gegen die Kriegsverbrecher]] wurde die Zahl der Opfer vom 28. März 1944 mit 2.014 Toten in 22 Dörfern beziffert. Männer, Frauen und Kinder wurden hiernach regelrecht niedergemetzelt, die Dörfer geplündert.&amp;lt;ref&amp;gt;Schmider: &amp;#039;&amp;#039;Kriegsschauplatz.&amp;#039;&amp;#039; S. 1030.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Martin Seckendorf, Günter Keber, u.&amp;amp;nbsp;a.; Bundesarchiv (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Okkupationspolitik des deutschen Faschismus in Jugoslawien, Griechenland, Albanien, Italien und Ungarn (1941–1945).&amp;#039;&amp;#039; Hüthig, Berlin 1992; Decker/Müller, Heidelberg 2000. Reihe: &amp;#039;&amp;#039;Europa unterm Hakenkreuz.&amp;#039;&amp;#039; Band 6, ISBN 3-8226-1892-6, S. 59, 320 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die von der jugoslawischen Delegation dem Gerichtshof präsentierten Beweismittel umfassten auch Fotos, die das „Niederbrennen von Ortschaften, Abschlachten der Bevölkerung, Folterung gefangener Partisanen“ durch die „von Otto Kumm geführte 7. SS-Freiwilligen-Gebirgsdivision Prinz Eugen dokumentierten“.&amp;lt;ref&amp;gt;Jens Westemeier: &amp;#039;&amp;#039;Himmlers Krieger. Joachim Peiper und die Waffen-SS in Krieg und Nachkriegszeit.&amp;#039;&amp;#039; Schöningh, Paderborn 2014, S. 410.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 9. November 1944 stieg Otto Kumm zum SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS auf. Mit der Division „Prinz Eugen“ zog er sich Richtung Ungarn zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 6. bis zum 16. März 1945 nahm Otto Kumm als Kommandeur der [[Leibstandarte SS Adolf Hitler|1. SS-Panzer-Division Leibstandarte SS Adolf Hitler]] (LSSAH), die er nach der Verwundung [[Wilhelm Mohnke]]s Anfang Februar übernommen hatte, an der [[Plattenseeoffensive|Operation Frühlingserwachen]] teil, der letzten größeren deutschen Offensive des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] im Bereich des [[Plattensee]]s, welche unter anderem die dortigen Ölquellen und Treibstoffreserven für die deutsche Kriegswirtschaft sichern sollte. Trotz anfänglicher Geländegewinne blieb die Operation erfolglos. Die [[6. Panzerarmee (Wehrmacht)|6. Panzerarmee]] unter [[Sepp Dietrich]] und die LSSAH unter Otto Kumm mussten sich in Richtung [[Wien]] zurückziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach 1945 ===&lt;br /&gt;
Nach seiner Gefangennahme wurde Kumm laut eigenen Angaben in das [[Internierungslager Dachau]] der [[US Army|US-Armee]] überstellt und daraufhin über ein halbes Jahr hinweg in Nürnberg als Zeuge im [[Prozess Generäle in Südosteuropa]] verhört, dann aber nach Dachau zurückgeschickt. Der Auslieferung an Jugoslawien entzog er sich nach eigener Darstellung durch Flucht über die Mauer des Internierungslagers Dachau.&amp;lt;ref&amp;gt;Am Ende seines Werkes „Vorwärts Prinz Eugen“ (1978) schreibt Otto Kumm auf Seite 388: „[D]ie Amerikaner [sandten] den Verfasser zurück nach Dachau mit dem Vermerk: &amp;quot;Auslieferung Jugoslawien&amp;quot;! Durch die Flucht über die Mauer des KZ Dachau konnte sich der Verfasser diesem Vorhaben entziehen und wieder einmal dem sicheren Tode von der Schippe springen.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Januar 1949 wurde in Hamburg eine circa 50 Personen starke „Kameradschaftsgruppe der Waffen-SS“ gegründet. Vermutlich ab September 1950 firmierte diese als „Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit (HIAG)“, Kumm wurde ihr erster Vorsitzender.&amp;lt;ref&amp;gt;Karsten Wilke: &amp;#039;&amp;#039;Organisierte Veteranen der Waffen-SS zwischen Systemopposition und Integration&amp;#039;&amp;#039;. In: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft. Heft 2 2005, S. 154.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Bezeichnung wurde von anderen SS-Veteranengruppen aufgegriffen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilke 2005, S. 154.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Oktober 1951 kam es zu einem Treffen Kumms mit den SPD-Politikern [[Kurt Schumacher]], [[Annemarie Renger]] und [[Herbert Wehner]]. Gesprächsthemen waren eine von Kumm behauptete Diskriminierung ehemaliger Angehöriger der Waffen-SS, deren materielle Versorgung sowie die Abgrenzung zwischen Waffen-SS und allgemeiner SS.&amp;lt;ref&amp;gt;Karsten Wilke: &amp;#039;&amp;#039;Die »Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit« (HIAG). Veteranen der Waffen-SS in der Bundesrepublik.&amp;#039;&amp;#039; Schöningh, Paderborn 2011, ISBN 978-3-506-77235-0, S. 38, 329.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei dem Gespräch argumentierte Kumm mit einer, so der Militärhistoriker [[Jens Westemeier]], „absonderliche[n] Parallele“. Für die SPD sollte es auch deswegen selbstverständlich sein, die Waffen-SS als positiven Bestandteil der [[Wehrmacht]] zu begreifen, weil es „noch nie in Deutschland eine Truppe gegeben [habe], deren Struktur so der alten sozialdemokratischen Vorstellung vom Volksheer entsprochen habe, wie die ehemalige Waffen-SS“. Sein persönlicher Aufstieg vom kleinen Facharbeiter ohne Abitur bis zum General nur kraft eigener Leistung sei ein gutes Beispiel für diesen Charakter der Waffen-SS als Volksheer.&amp;lt;ref&amp;gt;Jens Westemeier: &amp;#039;&amp;#039;Himmlers Krieger. Joachim Peiper und die Waffen-SS in Krieg und Nachkriegszeit&amp;#039;&amp;#039;. Schöningh, Paderborn 2014, S. 467.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben Kumm in Hamburg versuchten auch andere frühere Offiziere der Waffen-SS die Veteranen zu organisieren, so [[Herbert Otto Gille]] im Süden Niedersachsens und [[Paul Hausser]]. Dabei strebte Kumm ebenso wie Gille und Hausser einen hohen Organisationsgrad unter den ehemaligen Angehörigen der Waffen-SS an; eine bundesweite Organisation sollte gemeinsam mit früheren Soldaten der Wehrmacht im [[Verband deutscher Soldaten]] (VdS) erfolgen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilke, &amp;#039;&amp;#039;Hilfsgemeinschaft&amp;#039;&amp;#039;, S. 42.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1952 fasste Kumm auch beruflich wieder Fuß. Der [[Burda-Verlag]] stellte ihn als Schriftsetzer und technischen Leiter seiner Druckerei in Offenburg ein. Diese Position behielt Kumm bis zu seinem Ausscheiden als Rentner 1975.&amp;lt;ref&amp;gt;Jens Westemeier: &amp;#039;&amp;#039;Himmlers Krieger. Joachim Peiper und die Waffen-SS in Krieg und Nachkriegszeit&amp;#039;&amp;#039;, Schöningh, Paderborn 2014, S. 543.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den 1963 erschienenen Band &amp;#039;&amp;#039;Unternehmen Barbarossa&amp;#039;&amp;#039; des ehemaligen NS-Pressechefs im Auswärtigen Amt, [[Paul Carell]], der rasch zum Bestseller avancierte, lieferte Kumm „Kriegsberichte“. Diese stützen das von Carell präsentierte Geschichtsbild einer Kriegsdarstellung, die das [[Unternehmen Barbarossa]] als unpolitisch heroischen Kampf mit der Waffen-SS als integralem Eliteteil der Wehrmacht erscheinen ließ.&amp;lt;ref&amp;gt;Jens Westemeier: &amp;#039;&amp;#039;Himmlers Krieger. Joachim Peiper und die Waffen-SS in Krieg und Nachkriegszeit&amp;#039;&amp;#039;, Schöningh, Paderborn 2014, S. 566.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1978 und 1983 veröffentlichte Kumm zwei Bücher über die Division „Prinz Eugen“; sie erschienen im [[Munin-Verlag]], der von der HIAG gegründet worden war. Der Historiker Karsten Wilke ordnet Kumms Veröffentlichung in Versuche der HIAG ein, „von der professionellen Geschichtswissenschaft unbearbeitete Themenbereiche […] mit eigenen Darstellungen zu besetzen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilke, &amp;#039;&amp;#039;Hilfsgemeinschaft&amp;#039;&amp;#039;, S. 398.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Versuche seien weitgehend gelungen; spätestens in den 1970er Jahren habe die HIAG „ein Deutungsmonopol zur Kriegsgeschichte der Waffen-SS“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilke, &amp;#039;&amp;#039;Hilfsgemeinschaft&amp;#039;&amp;#039;, S. 405.&amp;lt;/ref&amp;gt; erlangt. Als die vier zentralen Elemente dieser „Erinnerungskonstruktionen“ benennt Wilke den „[[Topos (Geisteswissenschaft)|Topos]] der ‚unpolitischen‘ Waffen-SS“, ihre angebliche Eliterolle, die „Inszenierung der Truppe als ‚Europa-Armee‘“ sowie die „Abgrenzung von Kriegs- und NS-Verbrechen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilke, &amp;#039;&amp;#039;Hilfsgemeinschaft&amp;#039;&amp;#039;, S. 408.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Kumms Publikationen werden die Kriegsverbrechen und Gräueltaten der Division unterschlagen.&amp;lt;ref&amp;gt;Menachem Shelah: [https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1993_2.pdf Kroatische Juden zwischen Deutschland und Italien. Die Rolle der italienischen Armee am Beispiel des Generals Giuseppe Amico 1941–1943] In: [[Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte]] 1993, Heft 2, S. 194 (PDF; 8,2&amp;amp;nbsp;MB).&amp;lt;/ref&amp;gt; Übergriffe auf die Zivilbevölkerung durch die Division „Prinz Eugen“ waren Kumm vor 1945 bekannt, wie seine Aktennotiz über ein Gespräch mit [[Heinrich Himmler]] am 28. Juni 1943 belegt.&amp;lt;ref&amp;gt;Höhne, &amp;#039;&amp;#039;Orden&amp;#039;&amp;#039;, S. 436 Fußnote 232, Fußnotentext S. 572.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Walter Manoschek]] zählt in einer Publikation des [[Militärgeschichtliches Forschungsamt|Militärgeschichtlichen Forschungsamts]] der [[Bundeswehr]] Kumms Werke zu „Memoiren ehemaliger Militärs und sonstige[n] [[Apologetik|apologetische]][n] Schriften, welche die Kriegsverbrechen der nationalsozialistischen Besatzer entweder überhaupt ausklammern oder verharmlosen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Manoschek: &amp;#039;&amp;#039;„Serbien ist judenfrei“: militärische Besatzungspolitik und Judenvernichtung in Serbien 1941/42&amp;#039;&amp;#039;[http://books.google.de/books?id=G5OkYuM2K1cC&amp;amp;printsec=frontcover#v=onepage&amp;amp;q=Memoiren%20apologetische%20&amp;amp;f=false]. München 1995, 2. Aufl. S. 12f (mit Fußnote 7).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kumms „Vorwärts, Prinz Eugen!“ wurde 2007 als Lizenzausgabe&amp;lt;ref&amp;gt;[https://d-nb.info/984996001 Bibliographische Angaben der Deutschen Bibliothek]&amp;lt;/ref&amp;gt; neu aufgelegt im [[Winkelried-Verlag]], der unter anderem vom Verfassungsschutz Mecklenburg-Vorpommern als [[Rechtsextremismus|rechtsextremistisch]] eingestuft wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=in&amp;amp;dig=2010%2F11%2F10%2Fa0055&amp;amp;cHash=3c9f28805c taz vom 10. November 2010], die taz gibt Eckpunkte zur politischen Biographie des Verlegers [[Eric Kaden]] an.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Beurteilung der Ausrichtung von Kadens Verlegertätigkeit durch den Verfassungsschutz Mecklenburg-Vorpommern: „NPD-Fraktionsmitarbeiter legt Biographie des NS-Dichters Kurt EGGERS vor“ {{Webarchiv|url=http://www.verfassungsschutz-mv.de/cms2/Verfassungsschutz_prod/Verfassungsschutz/content/de/_Service/Archivmeldungen/_meldungen/NPD-Fraktionsmitarbeiter_legt_Biographie_des_NS-Dichters_Kurt_EGGERS_vor/index.jsp |wayback=20120312030658 |text=Archivierte Kopie }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indizierte 2009 zehn Schriften/Bücher, eines davon ist Kaders: „Kurt Eggers – Vom Freikorps zur Waffen-SS“. Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage von [[Petra Pau]] ([[DIE LINKE]]), [https://www.petrapau.de/17_bundestag/dok/down/171298_rechtsextremismus.pdf PDF]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor [[Adalbert Lallier]], ehemals SS-Mann bei der Division „Prinz Eugen“, 1999 gegen seinen einstigen Kameraden, den SS-Unterscharführer [[Julius Viel]],&amp;lt;ref&amp;gt;Neue Beweise zum Mord in Litomerice: [https://www.hagalil.com/archiv/99/10/ss-mord.htm SS-Mann Julius Viel inhaftiert! (hagalil 10/1999)]&amp;lt;/ref&amp;gt; wegen Mordes an sieben jüdischen KZ-Häftlingen aussagte, fragte er bei Kumm nach, ob das Schweigegebot noch immer gelte und ob „Kameradenverrat“ gerechtfertigt sei. Kumm habe ihm zurückgeschrieben, dass Kameradschaft aufhöre, wo Kriegsverbrechen beginne.&amp;lt;ref&amp;gt;Schwäbische Zeitung vom 14. Dezember 2000 nach [https://www.vvn.telebus.de/anachric/an200107/07a3.htm VVN-BdA Baden-Württemberg]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
Die rechtsextreme [[National-Zeitung (München)|National-Zeitung]] porträtierte Kumm in Ausgabe 47/2004 in ihrer Serie „Große deutsche Soldaten – unsterbliche Helden“. Sie bescheinigte ihm, „gegen die Pauschal-Verurteilung der Waffen-SS-Soldaten“ angetreten zu sein.&amp;lt;ref&amp;gt;SPD-Landtagsfraktion Brandenburg: Die Deutsche Volksunion (DVU). März 2005. {{Webarchiv|url=http://www.soeren-kosanke.de/fileadmin/user_upload/spd-brandenburg_de/05/pdf/050125-dvu%20analyse.pdf |wayback=20151226181921 |text=online }} auf der Homepage von [[Sören Kosanke]].&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Serie wurden ausschließlich dem NS-Regime treu ergebene Soldaten gewürdigt, zum Teil unter Verwendung von sprachlichen Formeln der Wehrmachts- und NS-Propaganda.&amp;lt;ref&amp;gt;Fabian Virchow: &amp;#039;&amp;#039;Gegen den Zivilismus. Internationale Beziehungen und Militär in den politischen Konzeptionen der extremen Rechten.&amp;#039;&amp;#039; VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-531-15007-9, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Politikwissenschaftler [[Fabian Virchow]] ordnet die Serie in „die Vorstellung der extremen Rechten von den auf die Tat orientierten, den Lauf des Geschehens/der Geschichte im Interesse des ‚nationalen‘ oder ‚[[Völkische Bewegung|völkischen]]‘ Kollektivs gestaltenden Männern“ ein. Die Charakterisierungen verwiesen „zugleich auf eine Konzeptualisierung von [[Männlichkeit]], deren Profil – sehr vereinseitigt – durch Eigenschaften wie ‚Härte‘, ‚Opferbereitschaft‘, ‚Todesmut‘, ‚Tapferkeit‘, ‚Zähigkeit‘, ‚Schneid‘ oder ‚Steherqualitäten‘ zu markieren wäre“.&amp;lt;ref&amp;gt;Virchow, &amp;#039;&amp;#039;Zivilismus&amp;#039;&amp;#039;. S. 394.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
* [[Deutsches Kreuz]] in Gold am 29. November 1941&amp;lt;ref name=&amp;quot;Scherzer&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes]] mit Eichenlaub und Schwertern&amp;lt;ref name=&amp;quot;Scherzer&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Ritterkreuz am 16. Februar 1942&amp;lt;ref name=&amp;quot;Scherzer&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Eichenlaub am 6. April 1943 (221. Verleihung)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Scherzer&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Schwerter am 17. März 1945 (138. Verleihung)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Scherzer&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Vorwärts Prinz Eugen! Geschichte der 7.SS-Freiwilligen Gebirgs Division „Prinz Eugen“.&amp;#039;&amp;#039; [[Munin-Verlag]], Osnabrück 1978.&lt;br /&gt;
* {{BibISBN|3921242541|Typ=wl}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Thomas Casagrande]]: &amp;#039;&amp;#039;Die volksdeutsche SS-Division „Prinz Eugen“: die Banater Schwaben und die nationalsozialistischen Kriegsverbrechen.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 2000.&lt;br /&gt;
* Jens Westemeier: &amp;#039;&amp;#039;Himmlers Krieger. Joachim Peiper und die Waffen-SS in Krieg und Nachkriegszeit&amp;#039;&amp;#039; (= Krieg in der Geschichte. Bd. 71). Hrsg. mit Unterstützung des [[Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr|Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr]]. Schöningh, Paderborn 2014, ISBN 978-3-506-77241-1. Überarbeitete Fassung der einschlägigen Dissertation an der Universität Potsdam 2009.&lt;br /&gt;
* Karsten Wilke: &amp;#039;&amp;#039;Die „Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit“ (HIAG) 1950–1990. Veteranen der Waffen-SS in der Bundesrepublik.&amp;#039;&amp;#039; Schöningh, Paderborn 2011, ISBN 978-3-506-77235-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|1024565033}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1024565033|LCCN=n/79/50967|VIAF=27636803}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kumm, Otto}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SS-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Deutschen Kreuzes in Gold]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (deutsche Besetzung Jugoslawiens 1941–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1909]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2004]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Kumm, Otto&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Kumm, Manfred Otto (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=1. Oktober 1909&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Hamburg]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=23. März 2004&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Offenburg]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
	</entry>
</feed>