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	<title>Otto Conrady - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T19:43:28Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Otto_Conrady&amp;diff=2310108&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Picus der Waldspecht: Informationen zum Werdegang und zur Tätigkeit ergänzt. Mit Quellen belegt und Verknüpfungen überarbeitet.</title>
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		<updated>2026-04-28T11:12:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Informationen zum Werdegang und zur Tätigkeit ergänzt. Mit Quellen belegt und Verknüpfungen überarbeitet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Otto Conrady&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[13. März]] [[1904]] in [[Berlin]]; † [[12. April]] [[1943]] bei [[Stalingrad]]) war ein deutscher [[Jurist]] und [[Beamter (Deutschland)|Verwaltungsbeamter]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Wirken ==&lt;br /&gt;
Conrady war der Sohn eines Polizeisekretärs. Nach dem Schulbesuch studierte er [[Rechtswissenschaft]]en. 1929 [[Promotion (Doktor)|promovierte]] er mit der Arbeit &amp;#039;&amp;#039;Ist der Schiedsrichter bei der Entscheidung eines Rechtstreits an das materielle Recht gebunden?&amp;#039;&amp;#039; an der [[Universität Jena]] zum &amp;#039;&amp;#039;[[Doktor der Rechte|Dr. jur.]]&amp;#039;&amp;#039; Nach dem Bestehen der Großen Staatsprüfung wurde er am 20. November 1930 zum Gerichtsassessor ernannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Conrady trat zum 1. September 1932 der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] bei ([[Liste der NSDAP-Mitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 1.313.465).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/5531174, NSDAP-Gaukartei.&amp;lt;br /&amp;gt; US-National Archives, Records Relating to Membership in the Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP), NSDAP-Gaukartei. https://catalog.archives.gov/id/597812951?objectPage=2665&amp;lt;br /&amp;gt; US-National Archives, Records Relating to Membership in the Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP), NSDAP-Zentralkartei. https://catalog.archives.gov/id/586193378?objectPage=1004&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot; Politische Polizei zwischen Demokratie und Diktatur &amp;quot;&amp;gt; Christoph Graf: &amp;#039;&amp;#039;Politische Polizei zwischen Demokratie und Diktatur&amp;#039;&amp;#039;, 1983, S. 216, 337 f., 386.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im März 1933 wurde Conrady als Nachfolger [[Hans Mittelbach]]s zum politischen Dezernenten der [[Staatsanwaltschaft Berlin|Staatsanwaltschaft I in Berlin]] ernannt.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Neue politische Staatsanwälte.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Berliner Tageblatt|Berliner Tageblatt und Handels-Zeitung]]. 62. Jahrgang, Nr. 111, Morgen-Ausgabe, Ausgabe B (für Berlin),&amp;#039;&amp;#039; vom 7. März 1933.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch Erlass vom 17. Juli 1933 wurde Conrady zum 14. Juli 1933 zunächst für drei Monate – und später mehrfach verlängert – aus der Justizverwaltung in das [[Geheimes Staatspolizeiamt (Berlin)|Geheime Staatspolizeiamt]] beurlaubt. Dort übernahm er, erneut als Nachfolger Hans Mittelbachs, die Leitung des für [[Schutzhaft]]angelegenheiten zuständigen Dezernates II B. In dieser Eigenschaft war er für die Beaufsichtigung aller Schutzhaftmaßnahmen und -einrichtungen im Gebiet des Staates [[Preußen]] zuständig, wozu auch die [[Konzentrationslager]] zählten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Johannes Tuchel]]: &amp;#039;&amp;#039;Konzentrationslager. Organisationsgeschichte und Funktion der „Inspektion der Konzentrationslager“ 1934–1938&amp;#039;&amp;#039;, 1991, S. 56 f., 91.&amp;lt;/ref&amp;gt; So unter anderem das Berliner [[Columbiahaus]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Klaus Drobisch]] &amp;amp; [[Günther Wieland]]: &amp;#039;&amp;#039;System der NS-Konzentrationslager. 1933–1939&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 1993, S. 67, 98.&amp;lt;/ref&amp;gt; Über sein Wirken auf dem Gebiet der Schutzhaft liegen abweichende Angaben vor: [[Rudolf Diels]] behauptete nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]], Conrady habe ihn als „rechtschaffener“ Berater dabei unterstützt, der [[Sturmabteilung|SA]] die Kontrolle über die [[Frühe Konzentrationslager|„wilden“ Konzentrationslager]] zu entreißen. [[Walter Korodi|Walther Korrodi]] behauptete dagegen in seiner 1936 in der Schweiz publizierten Schrift &amp;#039;&amp;#039;Ich kann nicht schweigen&amp;#039;&amp;#039;, Conrady habe als Vertrauensmann [[Hermann Göring]]s die Besuche ausländischer Journalisten in Konzentrationslagern organisiert, um die Weltöffentlichkeit über die tatsächlichen Zustände in den Lagern zu täuschen.&amp;lt;ref name=&amp;quot; Politische Polizei zwischen Demokratie und Diktatur &amp;quot;/&amp;gt; Auch [[Irmgard Litten]], die Mutter [[Hans Litten]]s, und [[Zenzl Mühsam]], die Ehefrau [[Erich Mühsam]]s, lieferten zeitgenössische Berichte über Conrady.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Irmgard Litten]]: &amp;#039;&amp;#039;Eine Mutter kämpft gegen Hitler&amp;#039;&amp;#039;. Erstausgaben Paris 1940, London 1940, Rudolstadt 1947.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Zenzl Mühsam|Kreszentia Mühsam]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Leidensweg Erich Mühsams&amp;#039;&amp;#039;. Zürich 1935.&amp;lt;br /&amp;gt;[[Rudolf Rocker]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Leidensweg von Zenzl Mühsam&amp;#039;&amp;#039;. Darmstadt 1949.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer persönlicher Bericht über Conrady findet sich in den autobiographischen Erinnerungen des „Schutzhäftlings“ [[Ludwig Bendix]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Ludwig Bendix (veröffentlicht als Reversus) |url=https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=IE5876184 |titel=Konzentrationslager Deutschland und andere Schutzhafterinnerungen, 1933-1937 |werk= |hrsg=Leo Baeck Institute Archives, LBI Memoir Collection; (ME 40) |datum= |seiten=87 ff. |abruf=2026-04-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß dem [[Geschäftsverteilungspläne des Geheimen Staatspolizeiamtes#Geschäftsverteilungsplan vom 22. Januar 1934|Geschäftsverteilungsplan der Gestapo vom 22. Januar 1934]] war Conrady zusätzlich zum Dezernat II B auch der verantwortliche Dezernent für den [[Nachrichtendienst|Geheimdienst]] im Dezernat III Gd.&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R58-840, Geschäftsverteilungsplan der Gestapo vom 22. Januar 1934.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im März 1934 wurde Conrady, der am 1. November 1933 zum Staatsanwaltschaftsrat befördert worden war, zur Neueinrichtung der [[Polizeipräsidium (Königsberg)#Geschichte|dortigen Stapostelle]] nach [[Königsberg (Preußen)|Königsberg]] entsandt, wo er in Kompetenzstreitigkeiten mit dem dortigen [[Oberpräsident]]en und lokalen SA-Führern hinsichtlich der Behandlung der dortigen [[Freimaurerloge]]n geriet.&amp;lt;ref name=&amp;quot; Politische Polizei zwischen Demokratie und Diktatur &amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im April 1934 erfolgte die Übernahme der [[Geheime Staatspolizei|Gestapo]] durch die [[Schutzstaffel|SS]] unter Leitung [[Reinhard Heydrich]]s. Wenig später wurde Conrady zum 1. Mai 1934 wieder dem [[Reichsjustizministerium]] zur Verfügung gestellt. Auf Bitten [[Heinrich Himmler]]s wurde Conrady zudem mit anderen vorherigen Gestapo-Beamten aus Berlin versetzt, um die Umgestaltung der Gestapo „reibungslos“ durchführen zu können. Grund waren keine beruflichen Verfehlungen, sondern die enge Bindung an die vorherige Organisationsstruktur.&amp;lt;ref name=&amp;quot; The man who put the Nazis on the witness stand &amp;quot;/&amp;gt; Sein Nachfolger auf dem Gebiet der Schutzhaft wurde [[Hans-Joachim Tesmer]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Klaus Drobisch]] &amp;amp; [[Günther Wieland]]: &amp;#039;&amp;#039;System der NS-Konzentrationslager. 1933–1939&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 1993, S. 186.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Juli 1934 wurde Conrady zum Ersten Staatsanwalt beim [[Oberlandesgericht Hamm]] ernannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot; Politische Polizei zwischen Demokratie und Diktatur &amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot; The man who put the Nazis on the witness stand &amp;quot;&amp;gt; [[Benjamin Carter Hett]]: &amp;#039;&amp;#039;Crossing Hitler. The man who put the Nazis on the witness stand&amp;#039;&amp;#039;. Oxford 2008, S. 185, 199, 323 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Juni 1935 vertrat er dort die Anklage wegen „[[Hochverrat#Nationalsozialismus|Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens]]“ gegen eine siebzehnköpfige [[Kommunismus|kommunistische]] Gruppe um [[Arnold Münster]] und [[Georg Kipp]]. Der Prozess endete mit einem Freispruch sowie Freiheitsstrafen zwischen drei Monaten und acht Jahren [[Zuchthaus]].&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv, R 3017/5062.&amp;lt;br /&amp;gt;Bundesarchiv, R 3018/10767.&amp;lt;br /&amp;gt;Nikolaus Münster: &amp;#039;&amp;#039;Das lange Schweigen. Zwischen Widerstand und Lebenshunger. Acht Jahre Haft unterm Hakenkreuz&amp;#039;&amp;#039;. Frankfurt am Main 2023.&amp;lt;br /&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Dieter Wever |url=http://www.flurgespraeche.de/wp-content/uploads/2017/04/Gedenkblatt_M%C3%BCnster-Arnold-neu.pdf |titel=Zum Gedenken an Arnold Münster |werk= |hrsg=flur&amp;#039;&amp;#039;gespräche&amp;#039;&amp;#039; |datum=2017 |seiten=19 f. |abruf=2026-04-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im August 1939 wurde Conrady zur [[Wehrmacht]] einberufen und blieb dort bis Dezember 1939. Nach seiner erneuten Einberufung 1940 wurde er [[Dritter Generalstabsoffizier|Ic]] der [[389. Infanterie-Division (Wehrmacht)|389. Infanterie-Division]] im Rang eines [[Oberleutnant]]s.&amp;lt;ref&amp;gt;Jochen Hellbeck: &amp;#039;&amp;#039;Die Stalingrad-Protokolle - Sowjetische Augenzeugen berichten aus der Schlacht&amp;#039;&amp;#039;. Frankfurt 2012, S. 508–512.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Januar 1943 kämpfte Conrady mit der [[6. Armee (Wehrmacht)|6. Armee]] in der [[Schlacht von Stalingrad]] und wurde als [[Vermisste Person #Vermisste des Zweiten Weltkriegs|vermisst]] gemeldet.&amp;lt;ref name=&amp;quot; The man who put the Nazis on the witness stand &amp;quot;/&amp;gt; Trotzdem wurde er zum [[Oberlandesgerichtsrat]] beim [[Oberlandesgericht Kattowitz]] ernannt, die Stelle in [[Kattowitz]] wurde allerdings neu besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gab ein früherer Mitsoldat im Jahr 1951 in seiner [[Heimkehrer]]erklärung an, dass Conrady in einem [[Kriegsgefangenenlager]] bei Stalingrad gestorben war. Als die [[Deutsche Dienststelle (WASt)]] eine [[Versicherung an Eides statt|eidesstattliche Erklärung]] von diesem Soldaten forderte, erklärte er bei einem Gericht in Stuttgart an Eides statt, dass Conrady am 12. April 1943 an [[Fleckfieber]] und [[Herzinfarkt|Herzschlag]] verstorben sei.&amp;lt;ref name=&amp;quot; The man who put the Nazis on the witness stand &amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ist der Schiedsrichter bei der Entscheidung eines Rechtstreits an das materielle Recht gebunden?&amp;#039;&amp;#039;, 1930. (Dissertation)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Christoph Graf: &amp;#039;&amp;#039;Politische Polizei zwischen Demokratie und Diktatur&amp;#039;&amp;#039;, 1983, S. 337 f.&lt;br /&gt;
* Hans-Eckhard Niermann: &amp;#039;&amp;#039;Strafjustiz im Dritten Reich&amp;#039;&amp;#039;, 1995.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|125251971}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=125251971|VIAF=55104016}}&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Conrady, Otto}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jurist in der Polizeiverwaltung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jurist (Nationalsozialismus)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staatsanwalt (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Richter (Oberlandesgericht Kattowitz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestapo-Personal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1904]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1943]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Conrady, Otto&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Jurist&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=13. März 1904&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Berlin]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=12. April 1943&lt;br /&gt;
|STERBEORT=bei [[Stalingrad]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Picus der Waldspecht</name></author>
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