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	<title>Otto Bickenbach - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Bernd Rohlfs am 13. Januar 2026 um 14:31 Uhr</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Otto Bickenbach&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[11. März]] [[1901]] in [[Ruppichteroth]] im Rheinland; † [[26. November]] [[1971]] in [[Siegburg]]) war ein deutscher [[Innere Medizin|Internist]] und Professor an der [[Reichsuniversität Straßburg]]. Er führte im [[KZ Natzweiler-Struthof]] [[Giftgas]]versuche an Häftlingen durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biografie ==&lt;br /&gt;
Bickenbach wurde als Sohn eines Bauern geboren. Er beendete seine Schulzeit im März 1919 in [[Elberfeld]] mit dem [[Notabitur]]. Danach gehörte er in [[Berlin]] und [[Hamburg]] dem [[Freikorps]] Lettow-Vorbeck an. Von 1920 bis 1925 studierte Bickenbach [[Medizin]] an den Universitäten [[Universität zu Köln|Köln]], [[Philipps-Universität Marburg|Marburg]], [[Ruprecht-Karls-Universität|Heidelberg]] und [[Ludwig-Maximilians-Universität München|München]]. Von 1920 bis 1923 war Bickenbach Mitglied des Freikorps Ehrhardt. Nach Studienende war Bickenbach von 1928 bis 1934 Assistenzarzt in München an der I. Medizinischen Universitätsklinik.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmaltz521f&amp;quot;&amp;gt;Florian Schmaltz: &amp;#039;&amp;#039;Kampfstoff-Forschung im Nationalsozialismus. Zur Kooperation von Kaiser-Wilhelm-Instituten, Militär und Industrie&amp;#039;&amp;#039;, Göttingen 2005, S. 521f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zeit des Nationalsozialismus ==&lt;br /&gt;
Nach der [[Machtergreifung|nationalsozialistischen Machtübernahme]] war er 1933 Begründer der [[Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation|Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation]] (NSBO) für die Krankenhäuser der Stadt München. Zum 1. Mai 1933 trat Bickenbach der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] ([[Liste von NSDAP-Parteimitgliedsnummern|Mitgliedsnummer 1.924.430]])&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/2851606&amp;lt;/ref&amp;gt; und im Oktober 1933 der [[Sturmabteilung|SA]] bei. Zudem stand er der &amp;quot;Dozentenschaft&amp;quot; an der Universität München vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmaltz521f&amp;quot;/&amp;gt; Dem [[Nationalsozialistischer Deutscher Dozentenbund|NS-Dozentenbund]] trat er 1939 bei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee47f&amp;quot;&amp;gt;Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Das Personenlexikon zum Dritten Reich&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt am Main 2007, S. 47f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bickenbach war ab April 1934 nach der Entlassung [[Siegfried Thannhauser]]s für ein halbes Jahr kommissarischer Leiter der Medizinischen Klinik der [[Albert-Ludwigs-Universität Freiburg|Universität Freiburg]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;uhlmann&amp;quot;&amp;gt;Angelika Uhlmann: &amp;#039;&amp;#039;„Der Sport ist der praktische Arzt am Krankenlager des deutschen Volkes“. Wolfgang Kohlrausch (1888–1980) und die Geschichte der deutschen Sportmedizin&amp;#039;&amp;#039;. (Dissertation, Freiburg 2004) &amp;lt;{{URN|nbn|de:bsz:25-opus-15907}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Zeitzeugenberichten war Bickenbachs Amtsführung dort „im Stil eines &amp;#039;&amp;#039;Säuberungskommissars&amp;#039;&amp;#039;, der […] gegen noch verbliebene Mitarbeiter des &amp;#039;&amp;#039;Juden Thannhäuser&amp;#039;&amp;#039; polemisierte, deren weiteres Verbleiben im Dienst untragbar sei“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EKlee378ff&amp;quot;&amp;gt;Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main, 1997, S. 378ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab Oktober 1934 war er Oberarzt unter [[Johannes Stein (Mediziner)|Johannes Stein]] an der [[Universität Heidelberg]] und stellvertretender Direktor der dortigen Ludolf-Krehl-Klinik. Von 1937 bis 1938 kooperierte er mit den [[I.G. Farben]]. Seine [[Habilitation]] erfolgte 1938 in Heidelberg mit der Schrift &amp;#039;&amp;#039;Blutkreislauf- und Atmungskorrelationen als Grundlage konstitutioneller Leistungsfähigkeit&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmaltz521f&amp;quot;/&amp;gt; Gemeinsam mit [[Hellmut Weese]] forschte Bickenbach 1939 zu Vergiftungen mit [[Phosgen]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee47f&amp;quot;/&amp;gt; Bickenbach fand nach Tierversuchen heraus, dass [[Urotropin]] als orale oder intravenöse Gabe vorbeugend gegen mögliche Phosgenvergiftungen wirkte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DerSpiegel&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14023042.html Menschenversuche - Ungezügelte Bosheit]&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Der Spiegel]], Ausgabe 46 vom 14. November 1983, S. 86–90&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweiter Weltkrieg ==&lt;br /&gt;
Ende August 1939 wurde Bickenbach zur [[Wehrmacht]] eingezogen. Bickenbach verrichtete seinen Kriegsdienst an der Medizinischen Klinik Heidelberg als stellvertretender Lazarettleiter. Gleichzeitig führte er Forschungen an Tieren und Vorlesungen zum Thema „Pathologie und Therapie der Kampfstofferkrankungen“ in Heidelberg durch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmaltz521f&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab dem 24. November 1941 war Bickenbach außerordentlicher Professor an der Reichsuniversität Straßburg. Dort war er Direktor der Medizinischen [[Poliklinik]] und gemeinsam mit [[Rudolf Fleischmann]], einem Physiker, Direktor des Forschungsinstitutes der medizinischen Fakultät.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://freidok.uni-freiburg.de/data/1896 Patrick Wechsler: &amp;#039;&amp;#039;La Faculté de Medecine de la „Reichsuniversität Straßburg“ (1941–1945) a l&amp;#039;heure nationale-socialiste&amp;#039;&amp;#039;] (Dissertation, Strasbourg 1991)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Giftgasexperimente an KZ-Häftlingen ===&lt;br /&gt;
Im August 1943 war im KZ Natzweiler-Struthof eine [[Gaskammer (Massenmord)|Gaskammer]] für medizinische Menschenversuche in Betrieb genommen worden. Bickenbach und sein Assistent [[Helmut Rühl (Mediziner)|Helmut Rühl]] führten von Juni bis August 1944, nach einer Versuchsreihe im Sommer 1943, in dieser Gaskammer Giftgasversuche mit [[Phosgen]] durch. Mehr als 50 Häftlinge, hauptsächlich damals als solche bezeichnete [[Zigeuner]], so der 1921 in [[Dörzbach]] geborene [[Sinti|Sinto]] Rudolf Guttenberger,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Christian Bonah, Sandrine Gaume, Hans-Joachim Lang, Loic Lutz, Gabriele Moser, Florian Schmaltz |Titel=La médecine nazie contre l’humanité : Expérimentations médicales au camp de concentration de Natzweiler-Struthof |Verlag=Éditions Tallandier |Ort=Paris |Datum=2024 |ISBN=979-1-02105793-7 |Seiten=56–59}}&amp;lt;/ref&amp;gt; waren für medizinische Versuche aus dem [[KZ Auschwitz]] nach Natzweiler-Struthof verlegt worden. Fast alle Opfer wurden im Zuge dieser Versuche ermordet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EKlee378ff&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nach Kriegsende ==&lt;br /&gt;
Nach Kriegsende wurde Bickenbach am 17. März 1947 festgenommen und nach [[Frankreich]] überstellt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EKlee385f&amp;quot;&amp;gt;Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main, 1997, S. 385f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bickenbach äußerte bei einer Vernehmung, dass er „mit Rücksicht auf Himmlers Befehl“ die Giftgasversuche vorgenommen habe, jedoch diese Experimente „der ärztlichen Ethik zuwiderlaufen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DerSpiegel&amp;quot;/&amp;gt; Ein Protokoll von der Einvernahme Bickenbachs wurde als &amp;#039;&amp;#039;Doc. No. 3848&amp;#039;&amp;#039; im [[Nürnberger Ärzteprozess]] verwendet. In diesem Dokument äußerte Bickenbach, ihm sei mitgeteilt worden, dass „die Personen, die als Meerschweinchen dienen sollten, auf Grund ordentlicher Gerichtsentscheidungen zum Tode verurteilt worden seien“.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert bei: Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main, 1997, S. 380&amp;lt;/ref&amp;gt; Zusammen mit seinem Straßburger Kollegen [[Eugen Haagen]] wurde er von einem französischen [[Militärgericht]] in [[Metz]] am 24. Dezember 1952 aufgrund des „Verbrechens der Anwendung gesundheitsschädlicher Substanzen und Giftmord“ zu lebenslanger [[Zwangsarbeit]] verurteilt. Im Januar 1954 wurde das Urteil seitens eines Pariser Militärgerichts aufgehoben. In einem weiteren Prozess im Mai 1954 vor einem Militärgericht in [[Lyon]] wurden Bickenbach und Haagen schließlich zu zwanzig Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Im Herbst 1955 kamen beide im Rahmen einer [[Amnestie]] frei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EKlee385f&amp;quot;/&amp;gt; Bickenbach führte anschließend als Internist eine Arztpraxis in Siegburg.&amp;lt;ref name=&amp;quot;uhlmann&amp;quot; /&amp;gt; Das [[Berufsgericht]] für Heilberufe in Köln kam 1966 zu der Einschätzung, Bickenbach habe durch seine Beteiligung an den Versuchen in den [[Konzentrationslager]]n seine Berufspflichten nicht verletzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Aktenzeichen I T 15/62, siehe Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-596-16048-0, S. 48.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Michael Grüttner]]: &amp;#039;&amp;#039;Biographisches Lexikon zur nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Studien zur Wissenschafts- und Universitätsgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Band 6). Synchron, Heidelberg 2004, ISBN 3-935025-68-8, S. 23–24.&lt;br /&gt;
* [[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Personenlexikon zum Dritten Reich: Wer war was vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 3-596-16048-0.&lt;br /&gt;
* Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-596-14906-1.&lt;br /&gt;
* [[Florian Schmaltz]]: &amp;#039;&amp;#039;Kampfstoff-Forschung im Nationalsozialismus. Zur Kooperation von Kaiser-Wilhelm-Instituten, Militär und Industrie&amp;#039;&amp;#039;. Wallstein, Göttingen 2005, ISBN 3-89244-880-9.&lt;br /&gt;
* [[Ralf Forsbach]]/Hans-Georg Hofer: &amp;#039;&amp;#039;Internisten in Diktatur und junger Demokratie. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin 1933–1970&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 2018, S. 213–216.&lt;br /&gt;
* [[Ansgar Sebastian Klein]]: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Euthanasie&amp;quot;, Zwangssterilisation, Humanexperimente. NS-Medizinverbrechen an Rhein und Sieg 1933–1945&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Stadt und Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 8), Wien/Köln/Weimar 2020, S. 329–330.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|132274108}}&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Gedenken und Erinnern&amp;quot; der [[DGIM]]: https://www.dgim-history.de/biografie/Bickenbach;Otto;1125&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=132274108|VIAF=67622881}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Bickenbach, Otto}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Internist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:KZ-Arzt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Reichsuniversität Straßburg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SA-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freikorps-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Täter des NS-Völkermords an den Sinti und Roma]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Siegburg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verurteilte Person (NS-Kriegsverbrechen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1901]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1971]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Bickenbach, Otto&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Internist, führte im KZ Natzweiler-Struthof Giftgasversuche an Häftlingen durch&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=11. März 1901&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Ruppichteroth]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=26. November 1971&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Siegburg]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bernd Rohlfs</name></author>
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