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	<title>Ottavio Piccolomini - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-12T01:09:15Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ottavio_Piccolomini&amp;diff=53344&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Palastwache: Marradas wird in modernerer Forschung nicht mehr zur ersten Reihe der Wallenstein-Gegner gerechnet (siehe Marradas’ NDB-Eintrag)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ottavio_Piccolomini&amp;diff=53344&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-03-16T20:57:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Marradas wird in modernerer Forschung nicht mehr zur ersten Reihe der Wallenstein-Gegner gerechnet (siehe Marradas’ NDB-Eintrag)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt den Heerführer im Dreißigjährigen Krieg. Zum General in den Schlesischen Kriegen siehe [[Ottavio Piccolomini (1698–1757)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Porträtt på fältmarskalken Ottavio Piccolomini från 1649 - Skoklosters slott - 56693.tif|mini|Ottavio Piccolomini, Porträt im [[Schloss Skokloster]] [[Datei:Signatur Octavio Piccolomini (1599–1656).PNG|rahmenlos|klasse=skin-invert-image]]]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ottavio Piccolomini&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;Octavio&amp;#039;&amp;#039; (* [[11. November]] [[1599]] in [[Florenz]]; † [[11. August]] [[1656]] in [[Wien]]) war Herzog von [[Herzogtum Amalfi|Amalfi]] sowie [[Geschichte des Johanniterordens|Malteser-Ritter]]. Im [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] diente er als [[Kaiserliche Armee (HRR)|kaiserlicher]] General [[Wallenstein]]s sowie Kommandeur von dessen [[Leibgarde]], wandte sich 1634 aber gegen ihn. Kaiser [[Ferdinand II. (HRR)|Ferdinand II.]] belohnte ihn nach Wallensteins Ermordung 1634 mit der [[Herrschaft Nachod]] in Ostböhmen. 1650 erhob ihn Kaiser [[Ferdinand III. (HRR)|Ferdinand III.]] in den [[Fürst|Reichsfürstenstand]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ottavio Piccolomini ist nicht zuletzt durch eine der Hauptrollen in [[Friedrich Schiller|Schillers]] Dramentrilogie &amp;#039;&amp;#039;[[Wallenstein (Schiller)|Wallenstein]]&amp;#039;&amp;#039; bis heute eine bekannte Figur geblieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft und Familie ==&lt;br /&gt;
Ottavio Piccolomini entstammte dem toskanischen Familienzweig &amp;#039;&amp;#039;Piccolomini-Pieri&amp;#039;&amp;#039; des [[Piccolomini (Adelsgeschlecht)|Hauses Piccolomini]], der von Papst [[Pius II.]] &amp;#039;&amp;#039;(Enea Silvio Piccolomini)&amp;#039;&amp;#039; um 1450 mit der Adoption der Kinder seiner Nichte Antonia Pieri begründet worden war und 1757 mit dem gleichnamigen [[Ottavio Piccolomini (1698–1757)|Ottavio Piccolomini]] erlosch. Ottavio Piccolominis Vater, Silvio Piccolomini (1543–1610), war Oberstkämmerer und Großfeldzeugmeister des Großherzogs von [[Großherzogtum Toskana|Toskana]]. Seine Mutter Violante Gerini entstammte einem Florentiner Patriziergeschlecht. Brüder von Ottavio waren Enea Piccolomini (1586–1619), der in kaiserlichem Kriegsdienst stand, und [[Ascanio II. Piccolomini|Ascanio Piccolomini]] (1597–1671), seit 1628 [[Erzbistum Siena-Colle di Val d’Elsa-Montalcino|Erzbischof von Siena]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1636 heiratete Ottavio die Prinzessin Maria Dorotea Carolina de [[Ligne (Adelsgeschlecht)|Ligne]]-Barbançon (1622–1642). In zweiter Ehe vermählte er sich 1651 mit [[Maria Benigna Franziska von Sachsen-Lauenburg]], Tochter des Herzogs [[Julius Heinrich (Sachsen-Lauenburg)|Julius Heinrich von Sachsen-Lauenburg]], der ebenfalls zum engsten Umfeld Wallensteins gehörte, ihm jedoch im Gegensatz zu Piccolomini am Ende treu blieb und dafür verhaftet wurde, und der Anna Magdalena von [[Lobkowitz (Adelsgeschlecht)|Lobkowitz]]. Seine Ehen blieben kinderlos. Der uneheliche, lange der Nachwelt nicht bekannte Sohn Ascanio starb 1643 bei der Erstürmung des Schlosses [[Mírov]] in Mähren.&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Woltz: &amp;#039;&amp;#039;Der kaiserliche Feldmarschall Ottavio Piccolomini – ein Lebensbild aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges&amp;#039;&amp;#039;. In: Josef Johannes Schmid (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Arte &amp;amp; Marte: In memoriam Hans Schmidt. Eine Gedächtnisschrift seines Schülerkreises.&amp;#039;&amp;#039; Band 2: &amp;#039;&amp;#039;Aufsätze.&amp;#039;&amp;#039; Herzberg 2000, ISBN 3-88309-084-0, S. 140–141.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Militärische Laufbahn ==&lt;br /&gt;
[[Datei:HGM Pieter Snayers Detail Piccolomini.jpg|mini|Ottavio Piccolomini. Detail aus dem Gemälde „Der Posto bei Preßnitz“ von [[Pieter Snayers]], [[Heeresgeschichtliches Museum]], [[Wien]].]]&lt;br /&gt;
Piccolomini gilt als eines der besten Beispiele für den Aufstieg eines Feldherren im Dreißigjährigen Krieg, den er als einer von wenigen vom Anfang bis zum Ende mitmachte und mitgestaltete. Er trat als Siebzehnjähriger in der [[Lombardei]] in die Spanische Armee des habsburgischen Königs [[Philipp IV. (Spanien)|Philipp IV.]] ein. Im Jahr 1619 schützte er im Gefolge des „Florentiner Regiments“ die Stadt Wien vor den [[Ständeaufstand in Böhmen (1618)|böhmischen Aufständischen]] unter [[Heinrich Matthias von Thurn]] und kämpfte 1620 am [[Schlacht am Weißen Berg|Weißen Berg]] als [[Rittmeister]] unter [[Charles Bonaventure de Longueval, Comte de Bucquoy|Bucquoy]], der sein erster Lehrmeister wurde. Nach dem Tod Bucquoys 1621 trat Piccolomini in das [[Kürassiere|Kürassierregiment]] des [[Gottfried Heinrich Graf zu Pappenheim|Grafen Pappenheim]] ein und stieg zum [[Oberstleutnant|Obristleutnant]] auf. Mit Pappenheim zog er 1625 in den [[Veltlin]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;krieg.&amp;lt;ref&amp;gt;Barbara Stadler: &amp;#039;&amp;#039;Pappenheim und die Zeit des Dreißigjährigen Krieges.&amp;#039;&amp;#039; Winterthur 1991, S. 60.&amp;lt;/ref&amp;gt; Während Pappenheim 1626 nach Deutschland zurückkehrte, um in [[Oberösterreich]] den [[Oberösterreichischer Bauernkrieg|Bauernaufstand]] unter [[Stefan Fadinger]] zu bekämpfen, blieb Piccolomini mit seiner Garnison in [[Mailand]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Arms of the house of Piccolomini Pieri d&amp;#039;Aragona.svg|mini|Wappen von Ottavio Piccolomini-Pieri d’Aragona]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1627 trat Piccolomini als kaiserlicher [[Oberst]] in die Dienste Wallensteins. Zugleich war er Kommandant seiner Leibgarde und wurde von ihm auch mit diplomatischen Missionen betraut.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedemann Bedürftig: &amp;#039;&amp;#039;Taschenlexikon Dreißigjähriger Krieg.&amp;#039;&amp;#039; München 1998, S. 175.&amp;lt;/ref&amp;gt; Kurz vor und nach der Absetzung Wallensteins marschierte Piccolomini wieder nach Italien, wo er Truppen in den [[Mantuanischer Erbfolgekrieg|Mantuanischen Erbfolgekrieg]] führte. Nach dem [[Frieden von Cherasco]] im April 1631 blieb Piccolomini noch mehrere Monate als eine der Geiseln für die Sicherstellung des Friedens in [[Ferrara]] interniert und war erst im Dezember des Jahres zurück in Böhmen, als Wallenstein gerade sein zweites Generalat annahm.&amp;lt;ref&amp;gt;{{ADB|26|95|103|Piccolomini, Octavio Fürst|[[Hermann Hallwich]]|ADB:Piccolomini, Ottavio Fürst}} &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei [[Schlacht bei Lützen|Lützen]] trat Piccolomini nach dem Tod Pappenheims dessen unmittelbare Nachfolge an und ritt noch sieben Attacken, bei denen ihm fünf Pferde unter dem Sattel weggeschossen worden sein sollen, während er selbst nur leicht verletzt wurde. Nach der Schlacht bei Lützen wurde Piccolomini zum [[Generalmajor|Generalwachtmeister]] befördert. Nach einem erfolgreichen Gefecht bei [[Ścinawa|Steinau an der Oder]] wurde er zum [[General der Kavallerie]] ernannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Auseinandersetzung zwischen Kaiser [[Ferdinand II. (HRR)|Ferdinand II.]] und Wallenstein stand Piccolomini auf Seiten des Kaisers, da das militärisch-diplomatische Doppelspiel Wallensteins von seinem multinationalen Offizierskorps, besonders von den Italienern und Spaniern, am kritischsten beobachtet wurde. So unterzeichnete Piccolomini den ersten Pilsener Revers, als Rückversicherung für Wallenstein, zum Beweis der Treue seiner höchsten Offiziere. Piccolomini berichtete darüber an den Kaiserhof,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Golo Mann]]: [[Wallenstein. Sein Leben erzählt von Golo Mann|Wallenstein]], Frankfurt am Main 1971, S. 887f.&amp;lt;/ref&amp;gt; wodurch er erreichte, dass Wallenstein am kaiserlichen Hof endgültig  geächtet wurde. Gleichzeitig setzte er sich gemeinsam mit [[Matthias Gallas|Gallas]] und [[Johann Graf von Aldringen|Aldringen]] an die Spitze des Komplotts gegen den Generalissimus.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Thomas Winkelbauer]]: &amp;#039;&amp;#039;Ständefreiheit und Fürstenmacht. Länder und Untertanen des Hauses Habsburg im konfessionellen Zeitalter.&amp;#039;&amp;#039; Band I, Wien 2003, S. 104–108.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nachdem Wallenstein und sein Schwager [[Adam Erdmann Graf Trčka|Trčka]] ermordet worden waren, wurde Piccolomini 1634 mit dem [[Orden vom Goldenen Vlies]], Geld und der großen Herrschaft [[Náchod]] im Nordosten von Böhmen im Wert von 215.000 Gulden belohnt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor= Golo Mann |Titel=Wallenstein |Verlag=S. Fischer Verlag GmbH Lizenzausgabe Deutscher Bücherbund|Ort=Frankfurt Main |Datum= 1971 |ISBN= |Seiten=1157}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Piccolomini war in der zweiten Hälfte des Dreißigjährigen Krieges an fast allen erfolgreichen Aktionen der Kaiserlichen beteiligt, wie etwa dem Sieg bei [[Schlacht bei Nördlingen|Nördlingen]] im September 1634. Ab 1635 befehligte er ein kaiserliches Hilfskorps auf Seiten der spanischen Habsburger gegen die Franzosen. Am 4. Juli 1635 gelang ihm in den [[Spanische Niederlande|Spanischen Niederlanden]] der [[Belagerung von Löwen|Entsatz]] der von Franzosen und Holländern belagerten Stadt [[Löwen]]. 1636 drang er gemeinsam mit [[Johann von Werth]] in Nordfrankreich ein, erzwang den Übergang über die [[Somme]], nahm [[Compiègne]] ein und bedrohte [[Paris]]. Diese Chance wurde jedoch strategisch nicht genutzt. Seinen größten Schlachtenerfolg errang Piccolomini am 17. Juni 1639 bei [[Thionville|Diedenhofen]] in Lothringen, wo er ein französisches Heer unter [[Marschall|Maréchal]] [[Manassès de Pas, Marquis de Feuquières|Feuquières]] [[Schlacht bei Diedenhofen (1639)|vernichtend schlug]]. Für diesen Sieg in einer der letzten großen Schlachten des Dreißigjährigen Krieges wurde er vom spanischen König Philipp IV. (als König von Neapel dieses Namens der III.) mit dem Herzogtum Amalfi belohnt und belehnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Herbst 1639 wurde Piccolomini wieder nach Böhmen beordert, um [[Leopold Wilhelm von Österreich|Erzherzog Leopold Wilhelm]] gegen die Schweden zu unterstützen. Dabei gelang es ihm, Anfang 1640 die Schweden unter [[Johan Banér|Banér]] wieder aus Böhmen zu vertreiben,&amp;lt;ref&amp;gt;Jenny Öhman: &amp;#039;&amp;#039;Der Kampf um den Frieden. Schweden und der Kaiser im Dreißigjährigen Krieg.&amp;#039;&amp;#039; Wien 2005, S. 128.&amp;lt;/ref&amp;gt; und im Herbst [[Höxter]] an der [[Weser]] zu erobern.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Lothar Höbelt]] |Titel=&amp;#039;&amp;#039;Von Nördlingen bis Jankau. Kaiserliche Strategie und Kriegführung 1634–1645&amp;#039;&amp;#039; |Verlag=&amp;#039;&amp;#039;Heeresgeschichtliches Museum&amp;#039;&amp;#039;|Ort=Wien|Datum=2016 |ISBN=978-3-902551-73-3 |Seiten=266}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang 1641 unternahm Banér einen überraschenden Vorstoß auf den in [[Regensburg]] tagenden Reichstag. Die Verteidigung der Stadt war gerade noch rechtzeitig durch das kaiserliche Infanterieregiment [[Ernst Roland von Suys|Suys]] und bayerische Kavallerie verstärkt worden, außerdem brach einen Tag nach dem Eintreffen der Schweden vor der Stadt am 22. Januar 1641 das Eis der Donau, sodass ein Angriff unmöglich wurde. Zunächst planten die Kaiserlichen einen Angriff auf das als schwächer angesehene französisch-[[Bernhard von Sachsen-Weimar#Vermächtnis und Ende|weimarische Heer]], das gleichzeitig und ohne Koordination mit Banér plündernd durch Franken zog. Am 19. und 20. Februar wurde jedoch in Regensburg der Plan für einen überraschenden Angriff auf Banér entwickelt. Eine große Anzahl Reiter sollte unter [[Gottfried Huyn von Geleen|Geleen]] von Süden her auf Banérs Lager in [[Cham (Oberpfalz)|Cham]] vorstoßen, während Piccolomini und [[Franz von Mercy]] gleichzeitig die Schweden durch das [[Regen (Fluss)|Regental]] von Westen aus in die Zange nehmen wollten. Die Sammlung der Truppen wurde zwar nicht von den Schweden bemerkt, aber Geleen hatte ein kaiserliches Schreiben fälschlicherweise als Vorverlegung des Angriffs um einen Tag gedeutet und traf am 18. März nahe Banérs Lager ein, ohne auf Piccolomini zu stoßen. Die Schweden brachen am nächsten Tag hektisch auf, um sich nach Böhmen abzusetzen. Kaiserliche und Bayern nahmen die Verfolgung auf, dabei wurde Piccolomini in [[Neunburg vorm Wald]] vom schwedischen Obristen [[Erik Slang]] aufgehalten, den die kaiserlich-bayerische Vorhut unter [[Kaspar von Mercy]] in der Stadt eingeschlossen hatte und der dort mehrere Tage aushielt, bis man ihn zur Kapitulation zwang. Die Verbündeten nahmen 2000 Schweden gefangen, aber der „schwedische Leonidas“ Slang gab Banér, der weitergezogen war und keinen Entsatz versucht hatte, einen entscheidenden Vorsprung. Geleen und Piccolomini holten Banér am 27. März noch in einem [[Schlacht bei Preßnitz|Rückzugsgefecht bei Preßnitz]] in Böhmen ein und fügten den Schweden eine Niederlage zu, die weitere 4000 Mann verloren; der Kern der schwedischen Armee konnte aber entkommen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Lothar Höbelt |Titel=Von Nördlingen bis Jankau. Kaiserliche Strategie und Kriegführung 1634-1645 |Verlag=Heeresgeschichtliches Museum|Ort=Wien|Datum=2016 |ISBN=978-3-902551-73-3 |Seiten=269–278}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Piccolomini im Mai 1641 gemeinsam mit den [[Kurfürstentum Bayern|kurbayerischen]] Truppen unter Graf [[Joachim Christian von der Wahl]] die Schweden durch [[Anhalt]] hindurch verfolgte und das kleine Land sehr schonend behandelte, lud Fürst [[Ludwig I. (Anhalt-Köthen)|Ludwig I. von Anhalt-Köthen]] beide Heerführer nach [[Köthen]] ein und nahm Piccolomini wahrscheinlich noch im Sommer 1641 in die [[Fruchtbringende Gesellschaft]] auf. Er verlieh ihm den Gesellschaftsnamen &amp;#039;&amp;#039;der Zwingende&amp;#039;&amp;#039; und das Motto &amp;#039;&amp;#039;zu entwaffnen&amp;#039;&amp;#039;. Als [[Hoheitszeichen|Emblem]] wurde ihm die kleine Mondraute &amp;#039;&amp;#039;(Lunaria annua&amp;amp;nbsp;L.)&amp;#039;&amp;#039; zugedacht. Im Köthener Gesellschaftsbuch findet sich Piccolominis Eintrag unter der Nr. 356. Dort ist auch das Reimgesetz verzeichnet, mit welchem er sich für die Aufnahme bedankt:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Kleine Monraut’ ist in wundersamen preis’&lt;br /&gt;
Jn dem sie manchem hengst die eisen rabgerißen:&lt;br /&gt;
Der Zwingend’ ich daher und Zu entwafnen heis’,&lt;br /&gt;
Hab’ iederZeit den feind Zu zwingen mich beflißen&lt;br /&gt;
Und Zuentwafnen ihn: Jm werck’ ich es erweis’&lt;br /&gt;
Er hat, gezwungen, mir bißher noch weichen müßen.&lt;br /&gt;
Doch nein, ich Zwing’ ihn nicht: Gott ist es der den Zwingt,&lt;br /&gt;
Der mit der waffen macht auf meinen keyser dringt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Octavio Piccolomini Av.JPG|mini|links]][[Datei:Octavio Picolomini Rv.JPG|mini]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Dukat 1650, Klippe, Steckenreiter, Wien Museum.jpg|mini|hochkant=1.4|Reichsstadt Nürnberg, [[Steckenreiter]], ein [[Goldabschlag]] (Dukaten) von den Stempeln der [[Klippe (Münze)|Silberklippe]] von 1650 auf den Westfälischen Frieden. Die Klippen ließ Piccolomini fertigen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1642 befehligte Piccolomini unter Leopold Wilhelm in [[Mähren]] und [[Schlesien]] gegen [[Lennart Torstensson|Torstensson]]. Nach mehreren habsburgischen Niederlagen, besonders nach der Niederlage am 2. November 1642 in der [[Schlacht bei Breitenfeld (1642)|Zweiten Schlacht bei Breitenfeld]], in der große Verluste an Soldaten zu beklagen waren und auch die Kriegskasse verlorenging, legte zunächst Leopold Wilhem den Oberbefehl nieder.&amp;lt;ref&amp;gt;Günter Barudio: &amp;#039;&amp;#039;Der teutsche Krieg 1618–1648.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 1985, S. 439.&amp;lt;/ref&amp;gt; Piccolomini übernahm als dessen Stellvertreter zunächst interimsweise das angeschlagene Heer, entsetzte Anfang 1643 noch das von den Schweden belagerte [[Freiberg]] in [[Sachsen]] und legte dann ebenfalls das Kommando nieder, um in spanische Dienste zu treten. Ab 1644 kämpfte er auf deren Seite in den [[Spanische Niederlande|Südlichen Niederlanden]]. Sein Erfolg dort hielt sich aufgrund unzureichender Vollmachten und Ressourcen in Grenzen, nach einigen Misserfolgen verlief erst der Feldzug von 1647 günstiger für das spanische Heer. Als man ihn im gleichen Jahr nach Spanien abberufen wollte, bat Piccolomini Ende 1647 um seinen Abschied.&amp;lt;ref name=&amp;quot;NDB&amp;quot;&amp;gt;{{NDB|20|408|410|Piccolomini, Ottavio|Kathrin Bierther|118594214}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im letzten Kriegsjahr 1648 erhielt er endlich den langersehnten Oberbefehl über die kaiserliche Armee und übernahm noch für kurze Zeit als Nachfolger des gefallenen Generals [[Peter Melander von Holzappel|Holzappel]] das Kommando über die kaiserlich-bayerischen Streitkräfte. Er stoppte zunächst zusammen mit den Bayern unter [[Johann Wilhelm von Hunolstein|Hunolstein]] den Vormarsch der schwedisch-französischen Armee am [[Inn]] und konnte im Oktober den feindlichen Kräften durch Reiterverbände unter Werth und [[Adrian von Enkevort|Enkevort]] in der [[Schlacht bei Dachau]] eine letzte Niederlage beibringen. Während sich das gegnerische Heer über den [[Lech]] zurückzog, sandte Piccolomini noch Verstärkung für das von den Schweden [[Belagerung von Prag (1648)|belagerte Prag]] nach Böhmen, die durch das baldige Kriegsende nicht mehr zum Einsatz kam.&amp;lt;ref name=&amp;quot;NDB&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1649/1650 nahm Piccolomini als kaiserlicher Hauptgesandter &amp;#039;&amp;#039;(Prinzipal-Kommissarius)&amp;#039;&amp;#039; am [[Nürnberger Exekutionstag]] teil, welcher über die [[Demobilmachung nach dem Dreißigjährigen Krieg|Demobilisierung der auf Reichsboden befindlichen Söldnerheere]] verhandelte. 1650 erhob ihn Kaiser Ferdinand III. für die hier erworbenen Verdienste in den Reichsfürstenstand und setzte die Aufnahme Piccolominis mit Sitz und Stimme auf dem Reichstag durch. An seine Tätigkeit in Nürnberg erinnert der sogenannte [[Steckenreiter]], eine Gedenkmünze der Reichsstadt Nürnberg von 1650 zum Abschluss des Exekutionstags, die Piccolomini angeblich selbst hat fertigen lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Helmut Kahnt: &amp;#039;&amp;#039;Das große Münzlexikon von A bis Z.&amp;#039;&amp;#039; (2005), S. 461: 26. Juni 1650&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Alter von 57 Jahren starb Piccolomini bei einem Reitunfall&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Höfer: &amp;#039;&amp;#039;Das Ende des Dreißigjährigen Krieges. Strategie und Kriegsbild&amp;#039;&amp;#039;. Köln/Weimar/Wien 1997, S. 237.&amp;lt;/ref&amp;gt; am 11. August 1656, als er einem Bauern, der unter einen umgestürzten Heuwagen geraten war, zu Hilfe kommen wollte, dabei über einen Graben setzte und selbst stürzte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Antonio Schmidt‐Brentano |Titel=Die kaiserlichen Generale 1618 – 1655. Ein biographisches Lexikon. |Hrsg=Österreichisches Staatsarchiv |Ort=Wien |Datum=2022 |Seiten=388 |Online=https://www.oesta.gv.at/dam/jcr:2857f1c1-09bf-43b5-9f2e-1effc837552b/Antonio%20Schmidt-Brentano%20-%20Die%20kaiserlichen%20Generale%202022.pdf}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er hinterließ keine Nachkommen. Sein Leichnam wurde in der [[Servitenkirche (Wien)|Servitenkirche]] beigesetzt. Er verwahrte sich aber gegen ein Grabmal.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Josef von Bergmann|Joseph Bergmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Über den Werth von Grabdenkmalen und ihren Inschriften, wie auch über die Anlegung eines Corpus Epitaphioruni Vindobonensium.&amp;#039;&amp;#039; In den Mittheilungen der kaiserl. königl. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale. Band 2, 1857 [[:Datei:Über den Werth von Grabdenkmalen und ihren Inschriften.pdf|(Digitalisat  auf Commons)]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Herrschaft Nachod sowie den Reichsfürstenstand erbte sein Großneffe [[Enea Silvio Piccolomini (1653–1673)|Enea Silvio]] aus der Linie Piccolomini-Pieri, die 1757 mit Ottavio Piccolomini (II.) erlosch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Piccolomini galt als hervorragender Soldat und Befehlshaber, der sich besonders in der Organisation, Versorgung und Wiederaufrichtung von Heeren hervortat. Nach Lothar Höbelt war er der wohl fähigste Offizier, der Kaiser Ferdinand III. in seiner Regentschaft zur Verfügung stand. Gleichzeitig erlebte er schon zu Lebzeiten aus Kreisen des Hofes, der Spanier, anderer Militärs oder der Reichsstände typische Abwertungen und Anfeindungen gegenüber Ausländern, besonders Italienern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;NDB&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herrschaft Nachod ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Castello di Nachod - Boemia - Castello di Ottavio Piccolomini.jpg|mini|[[Schloss Nachod]]]]&lt;br /&gt;
Am 4. Mai 1634 erhielt Ottavio Piccolomini die vorher vom Kaiser konfiszierte [[Herrschaft Nachod]] zusammen mit der Herrschaft [[Burg Rýzmburk (Ostböhmen)|Rýzmburg]] (&amp;#039;&amp;#039;Riesenburg&amp;#039;&amp;#039;) und [[Velký Třebešov|Třebešov]] (&amp;#039;&amp;#039;Trebeschau&amp;#039;&amp;#039;). Da Piccolomini während des Krieges nicht in Nachod anwesend sein konnte, ernannte er seinen Beichtvater, den italienischen Priester Paolo Orsini, zum [[Regentschaft|Administrator]] und den Italiener Domenica Brunacci zum Befehlshaber. 1636 erwarb er von den Prager [[Serviten]] [[Chvalkovice v Čechách#Ortsteile|Miskolezy]] mit dem [[Vorwerk (Gutshof)|Vorwerk]] Ùjezd. 1637 verkaufte ihm der kaiserliche Oberst Stephan de Veruene de S.&amp;amp;nbsp;Mauritio [[Vestec u Hořiček|Vestec]] &amp;#039;&amp;#039;(Westetz)&amp;#039;&amp;#039; und [[Vestec u Hořiček#Gemeindegliederung|Heřmanický Dvůr]] &amp;#039;&amp;#039;(Hermanitz)&amp;#039;&amp;#039;, die vorher den nach der Schlacht am Weißen Berg enteigneten [[Straka von Nedabylic|Strak von Nedabilitz]] &amp;#039;&amp;#039;(Strakové z Nedabylic)&amp;#039;&amp;#039; gehört hatten. 1641 erwarb er von Peter Strak von Nedabilitz [[Provodov-Šonov|Šonov]]. Diese Ortschaften schlug Piccolomini ebenfalls seiner Herrschaft Nachod zu. 1642 erlangte er vom Kaiser die Erlaubnis, die Herrschaft Nachod zu einem [[Familienfideikommiss]] umzuwandeln. Außerdem erbat er die Genehmigung, sein Testament in Latein verfassen zu dürfen, da er weder Deutsch noch Tschechisch beherrschte. Deshalb verlangte er auch, dass ihm alle Eingaben seiner Untertanen und der Stadt Nachod in lateinischer Übersetzung vorzulegen sind. 1644 gewährte der Kaiser auf Piccolominis Bitten der Stadt Nachod einen Jahrmarkt am Donnerstag &amp;#039;&amp;#039;(Tučný čtvrtek)&amp;#039;&amp;#039; vor [[Aschermittwoch]] sowie einen wöchentlichen Getreide- und Viehmarkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Krieges erhielt Piccolomini kaum Einkünfte aus der teilweise verwüsteten und immer wieder von gegnerischen Streifparteien beunruhigten Herrschaft. Er gewährte seinen Untertanen auch Rechte zum eigenen finanziellen Schaden. Den Nachoder Bürgern gab er das althergebrachte Recht zurück, [[Braurecht|Bier zu brauen]] und Schnaps zu brennen, was der Vorbesitzer Graf Trčka ihnen entzogen hatte und das auch von Piccolominis Nachfahren wieder abgeschafft wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Woltz: &amp;#039;&amp;#039;Der kaiserliche Feldmarschall Ottavio Piccolomini – ein Lebensbild aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges&amp;#039;&amp;#039;. In: Josef Johannes Schmid (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Arte &amp;amp; Marte: In memoriam Hans Schmidt. Eine Gedächtnisschrift seines Schülerkreises.&amp;#039;&amp;#039; Band 2: &amp;#039;&amp;#039;Aufsätze.&amp;#039;&amp;#039; Herzberg 2000, ISBN 3-88309-084-0, S. 112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seiner Wiederverheiratung 1651 wählte Ottavio Piccolomini das [[Schloss Náchod]] zu seinem Sommersitz. Es wurde 1651–1655 um den Piccolominibau erweitert und barockisiert. Die Bauleitung oblag [[Carlo Lurago]], das zeitgemäße Befestigungskonzept des Schlosses entwarfen [[Giovanni Pieroni]] und [[Jan van der Croon]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als strenger Katholik verfolgte Piccolomini die [[Rekatholisierung]] der Stadt und Herrschaft Nachod. Bereits 1642 hatte er den Italiener Antonio Liscutini zum Nachoder [[Dekan (Kirche)|Dekan]] ernannt, der dem Amt jedoch wegen Sprachschwierigkeiten nicht gewachsen war. Deshalb setzte Piccolomini zwei [[Jesuiten]] ein. Nachdem diese bis Ende 1650 das gesetzte Ziel – die Rückführung der Untergebenen zum katholischen Glauben – nicht erreicht hatten, stellte er ihnen Militär zur Verfügung. Zahlreiche Bewohner, die zur [[Konversion (Religion)|Konversion]] nicht bereit waren, flüchteten deshalb in die benachbarten schlesischen Herzogtümer. Die Jesuiten blieben in Nachod bis Mai 1654. Die weitere Rekatholisierung sollte durch die [[Kapuziner]] erfolgen. Für sie wollte Ottavio Piccolomini seit 1651 in Nachod am Glatzer Tor &amp;#039;&amp;#039;(Kladskà brana)&amp;#039;&amp;#039; ein Kloster errichten. Die Pläne wurden 1656 von Carlo Lurago erstellt, konnten aber wegen Ottavios Tod nicht mehr realisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mäzenatentum ==&lt;br /&gt;
Piccolomini war nicht nur ein erprobter Heerführer im Dienst der österreichischen und spanischen Habsburger, sondern auch ein kunstliebender Mensch, der überall Gemälde ankaufte. Während seines Aufenthaltes in Brüssel, wo der Kardinalinfant residierte, zahlte der Feldherr im Jahre 1639 dem Maler [[Daniel Seghers]] die hohe Summe von 2162 Pattacons für Gemäldeankäufe. Weitere Kontakte pflegte Piccolomini zu dem mit [[Rembrandt van Rijn|Rembrandt]] befreundeten Maler [[Jan Lievens]], zum kaiserlichen Kammermaler Cornelius Suttermans und zum norddeutschen Maler [[Wolfgang Heimbach]]. Besonders herausragend sind jedoch die Kontakte zum flämischen Schlachtenmaler [[Pieter Snayers]], bei dem er zwölf großformatige Schlachtengemälde für sein Schloss Nachod bestellte. Piccolomini gab dabei die genaue Bildgröße an und erteilte exakte Anweisungen für die Darstellung der beteiligten Truppenteile, so dass die Gemälde durchaus dokumentarischen Wert besitzen. Diese so genannte „Piccolomini-Serie“ stellt die größten Erfolge des Feldherren auf den Schlachtfeldern des Dreißigjährigen Krieges dar. Heute befindet sie sich im [[Heeresgeschichtliches Museum|Heeresgeschichtlichen Museum]] in Wien.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter F. Kalina: &amp;#039;&amp;#039;Die Piccolominiserie des Pieter Snayers. Zwölf Schlachtengemälde im Wiener Heeresgeschichtlichen Museum.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Viribus Unitis. Jahresbericht 2005 des Heeresgeschichtlichen Museums.&amp;#039;&amp;#039; Wien 2006, S. 87–116.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ottavio Piccolomini unterstützte den Servitenorden. So trug er zum Neubau der [[Servitenkirche (Wien)|Wiener Servitenkirche]], in der sich auch sein Grab befindet, hohe Geldbeträge bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dramenfigur ==&lt;br /&gt;
In [[Friedrich Schiller|Schillers]] &amp;#039;&amp;#039;[[Wallenstein (Schiller)|Wallenstein]]&amp;#039;&amp;#039; ist die Rolle von Piccolominis Sohn [[Max Piccolomini]] poetische Fiktion. Allerdings hatte Ottavio Piccolomini zunächst seinen (entfernten) Neffen [[Joseph Silvio Max Piccolomini|Joseph &amp;#039;&amp;#039;(Giuseppe)&amp;#039;&amp;#039; Silvio Max Piccolomini]] adoptiert und zum Erben vorgesehen, der jedoch als Oberst eines kaiserlichen [[Kürassier]]regiments gegen die Schweden noch zu Lebzeiten Ottavios in der [[Schlacht bei Jankau]] am 6. März 1645 fiel. Im Mittelteil von Schillers Trilogie, [[Die Piccolomini]], spielen Vater und Sohn die Hauptrollen: Während Max um die Tochter Wallensteins wirbt, intrigiert sein Vater Octavio gegen diesen und bewegt den Oberst [[Walter Butler (Oberst)|Buttler]] zum Abfall vom Generalissimus, indem er behauptet, Wallenstein habe einst Buttler ermuntert, in Wien um seine Erhebung zum Reichsgrafen nachzusuchen, während er dies zugleich dort hintertrieben habe, um Buttler gegen den Kaiser einzunehmen. Buttler, dem Octavio die Anweisung gibt, Wallenstein zu verhaften, tritt sodann als der eigenmächtige Initiator der Ermordung Wallensteins auf, lässt dessen Getreue und ihn töten, Max stürzt sich in ein aussichtsloses Gefecht und fällt. Der dritte Teil der Dramentrilogie, [[Wallensteins Tod]], endet mit der Übergabe eines Briefs mit kaiserlichem Siegel durch einen Kurier an Octavio, auf dem steht: „Dem &amp;#039;&amp;#039;Fürsten&amp;#039;&amp;#039; Piccolomini“. (Regieanweisung: &amp;#039;&amp;#039;„Octavio erschrickt und blickt schmerzvoll zum Himmel. Der Vorhang fällt.“&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Arnold von Weyhe-Eimke: &amp;#039;&amp;#039;Octavio Piccolomini als Herzog von Amalfi&amp;#039;&amp;#039;. Steinhauser &amp;amp; Korb, Pilsen 1871 ([http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb11001363_00001.html online]).&lt;br /&gt;
* H. M. Richter: &amp;#039;&amp;#039;Die Piccolomini&amp;#039;&amp;#039;. Lüderitz, Berlin 1874.&lt;br /&gt;
* {{ADB|26|95|103|Piccolomini, Octavio Fürst|[[Hermann Hallwich]]|ADB:Piccolomini, Ottavio Fürst}}&lt;br /&gt;
* [[Otto Elster]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Piccolomini-Regimenter während des 30jährigen Krieges besonders das Kürassier-Regiment Alt-Piccolomini, Stammtruppe des k. u. k. Dragoner-Regiments Nr. 6, Prinz Albrecht von Preußen. Nach den Akten des Archivs zu Schloß Nachod von O. Elster&amp;#039;&amp;#039;. Seidel, Wien 1903.&lt;br /&gt;
* Friedrich Parnemann: &amp;#039;&amp;#039;Der Briefwechsel der Generale Gallas, Aldringen und Piccolomini im Januar und Februar 1634.&amp;#039;&amp;#039; Ebering, Berlin 1911.&lt;br /&gt;
* Thomas M. Barker: &amp;#039;&amp;#039;Generalleutnant Ottavio Fürst Piccolomini. Zur Korrektur eines ungerechten historischen Urteils.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Österreichische Osthefte&amp;#039;&amp;#039;, 22 (1980), S. 322–369.&lt;br /&gt;
* Heinrich Bücheler: &amp;#039;&amp;#039;Von Pappenheim zu Piccolomini. Sechs Gestalten aus Wallensteins Lager.&amp;#039;&amp;#039; Sigmaringen 1994, ISBN 3-7995-4240-X.&lt;br /&gt;
* Jürgen Woltz: &amp;#039;&amp;#039;Der kaiserliche Feldmarschall Ottavio Piccolomini – ein Lebensbild aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges&amp;#039;&amp;#039;. In: Josef Johannes Schmid (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Arte &amp;amp; Marte: In memoriam Hans Schmidt. Eine Gedächtnisschrift seines Schülerkreises.&amp;#039;&amp;#039; Band 2: &amp;#039;&amp;#039;Aufsätze.&amp;#039;&amp;#039; Herzberg 2000, ISBN 3-88309-084-0, S. 93–145.&lt;br /&gt;
* {{NDB|20|408|410|Piccolomini, Ottavio|Kathrin Bierther|118594214}}&lt;br /&gt;
* Jan Karel Hraše: &amp;#039;&amp;#039;Dějiny Náchoda 1620–1740.&amp;#039;&amp;#039; Náchod 1994, ISBN 80-900041-8-0, S. 45–56.&lt;br /&gt;
* Lydia Baštecká, Ivana Ebelová: &amp;#039;&amp;#039;Náchod&amp;#039;&amp;#039;. Náchod 2004, ISBN 80-7106-674-5, S. 87, 94–99, 101f.&lt;br /&gt;
* Walter F. Kalina: &amp;#039;&amp;#039;Die Piccolominiserie des Pieter Snayers. Zwölf Schlachtengemälde im Wiener Heeresgeschichtlichen Museum.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Viribus Unitis. Jahresbericht 2005 des Heeresgeschichtlichen Museums.&amp;#039;&amp;#039; Wien 2006, S. 87–116.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Prince Octavio Piccolomini, Duke of Amalfi|Octavio Piccolomini|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* {{DDB|Person|118594214}}&lt;br /&gt;
* {{Austriaforum|AEIOU/Piccolomini,_Ottavio_Octavio_Fürst}}&lt;br /&gt;
* [[Josef Myslimír Ludvík]]: &amp;#039;&amp;#039;Oktavian (Octavio), kníže Piccolomini z Aragona, vévoda z Amalfi. 1634–1656&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Památky hradu, města a panství Náchoda, i vlastníkův jeho.&amp;#039;&amp;#039; [http://severovychod.jaybee.cz/pamatky-nachoda/oktavian-octavio-knize-piccolomini-z-aragona-vevoda-z-amalfi-1634-1656 Biogramm mit Stammtafel (tschechisch) online]&lt;br /&gt;
* [http://www.pruvodce.com/nachod/historie.php Herrschaft Náchod und ihre Besitzer (tschechisch)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118594214|LCCN=n85196889|VIAF=13099822}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Piccolomini, Ottavio}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militärperson im Dreißigjährigen Krieg (HRR)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kaiserlicher General (HRR)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ritter des Malteserordens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies (17. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Familienmitglied des Adelsgeschlechts Piccolomini|Ottavio]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historische Person (Italien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1599]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1656]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Piccolomini, Ottavio&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Piccolomini, Octavio&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=italienischer Adliger, General im Dreißigjährigen Krieg&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=11. November 1599&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Florenz]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=11. August 1656&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Wien]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Palastwache</name></author>
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