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	<title>Ostflucht - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T12:31:36Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ostflucht&amp;diff=187295&amp;oldid=prev</id>
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		<updated>2025-10-10T06:28:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ostflucht&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein zum ersten Mal bei der Gründung der [[Preußische Ansiedlungskommission|Königlich-Preußischen Ansiedlungskommission]] 1886 amtlich benutzter Begriff, der sich auf die steigende [[Urbanisierung|Landflucht]] aus den wirtschaftsschwachen östlichen Landesteilen [[Preußen]]s in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bezog.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [http://www.perspectivia.net/publikationen/friedrich300-colloquien/friedrich-bestandsaufnahme/boemelburg_erinnerungsort Ostflucht und Polengefahr], S. 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hintergrund ==&lt;br /&gt;
Der amerikaerfahrene Nationalökonom [[Friedrich List]] war der Erste, der sich über die [[deutsche Überseewanderung]] Gedanken machte und die Auswanderer in den Ostprovinzen Preußens oder in [[Grenzkolonisation|grenznaher]] Ansiedlung entlang der [[Donau]] bis ans [[Schwarzes Meer|Schwarze Meer]] unterbringen wollte, damit sie nicht fremde [[Volkswirtschaft]]en bereicherten, sondern dem [[Mutterland]] erhalten blieben.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Eisele-Staib, &amp;#039;&amp;#039;England und die industrielle Entwicklung in Deutschland&amp;#039;&amp;#039;, S. 192 f. In: Stadt Reutlingen (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Friedrich List und seine Zeit. Nationalökonom, Eisenbahnpionier, Politiker, Publizist&amp;#039;&amp;#039;, Reutlingen ²1989, S. 184–197; ISBN 3-927228-19-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf die Auswanderung wurde als Problem aber erst reagiert, als die Politiker in Preußen sich bewusst wurden, dass sie zu einer Bevölkerungsverschiebung führte, zumal aus den Provinzen [[Ostpreußen]], [[Westpreußen]], [[Provinz Schlesien|Schlesien]] und [[Provinz Posen|Posen]] viele Arbeitssuchende, darunter viele aus dem starken [[Polnische Sprache|polnischsprachigen]] Bevölkerungsteil dieser Gebiete, entweder nach Übersee oder in die aufstrebenden Industrieregionen im Westen des Reiches abwanderten (siehe [[Ruhrpolen]]). 1886 reagierte die preußische Regierung mit der Einrichtung der Preußischen Ansiedlungskommission, die dem demographischen Wachstum des [[Polen (Ethnie)|polnischen]] Bevölkerungsanteils Einhalt gebieten sollte, denn die Polen wurden als Gefahr für die [[Germanisierung]]sabsichten wahrgenommen,&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Thomas Nipperdey]], &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Geschichte 1866–1918&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 2: &amp;#039;&amp;#039;Machtstaat vor der Demokratie&amp;#039;&amp;#039;, 3. Auflage, C. H. Beck, München 1992, S. 271 f. ISBN 978-3-406-34801-3. Siehe dazu auch [https://phavi.umcs.pl/at/attachments/2016/0602/140425-dokumentacja-wniosku-autoreferat-dr-z-klimaszewski.pdf Polnische Emigration].&amp;lt;/ref&amp;gt; zumal sie sich auch politisch organisierten und ausdrücklich seit 1848 die Gründung eines eigenen Nationalstaates ins Auge gefasst hatten (siehe [[Geschichte Polens]]). Zu den Aktivisten, die für eine Stärkung des „Deutschtums“ in den östlichen Provinzen warben, gehörte etwa der Statistiker und Reichstagsabgeordnete [[Ernst Hasse (Politiker)|Ernst Hasse]] oder die Mitglieder des 1894 gegründeten [[Deutscher Ostmarkenverein|Deutschen Ostmarkenvereins]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der „Ostflucht“ konnte jedoch kein Einhalt geboten werden, so dass sie noch zur Beunruhigung des [[Deutsches Reich 1933 bis 1945|nationalsozialistischen Deutschland]] in Bezug auf die abnehmende Bevölkerung in [[Schlesien]] beitrug.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Wojciech Wrzesinski:  Abwanderung aus Schlesien, in: Gesellschaft für interregionalen  Kulturaustausch  (Hrsg.):  „Wach  auf  mein  Herz  und  denke!“  –  Zur  Geschichte  der Beziehungen zwischen Schlesien und Berlin-Brandenburg, Berlin/Oppeln (Opole) 1995.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Amtspresse Preußens wurden seit den 1880er Jahren jährlich Statistiken veröffentlicht, die die Ab- und Auswanderung in Zahlen erfassten und dabei insgesamt die sich über die deutschen Häfen vollziehende Auswanderung auch aus Osteuropa, vor allem aus Russland, berücksichtigten. So hieß es zum Beispiel 1891:&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Unter den insgesamt beförderten 243.283 Personen kamen 74.820 aus Deutschland. Von diesen gehörten ihrem Berufe nach an der [[Landwirtschaft|Landwirthschaft]] 11.678 Personen = 15,7 %, der [[Industrie]] 10.721 Personen = 14,3 %, dem [[Handel]] und [[Verkehr]] 5.564 Personen = 7,4 %, dem [[Arbeiter]]stande 19.450 Personen = 26,0 %, anderen Berufsarten ([[Freier Beruf (Deutschland)|freien Berufen]], [[Öffentlicher Dienst|öffentlichem Dienste]]) 1.504 Personen = 2,0 %, ohne Beruf bezw. ohne Berufsangabe waren 25.903 Personen = 34,6 %, zusammen 74.820 Personen = 100 %.&amp;lt;br /&amp;gt;[[Geschichte der Deutschen in den Vereinigten Staaten|Nach den Vereinigten Staaten]] gingen rund 69.000 Personen, [[Deutsche Einwanderung in Brasilien|nach Brasilien]] rund 3.000 Personen. Von den preußischen Provinzen lieferte wieder Posen mit 10.000 Personen die meisten Auswanderer; es folgen: Westpreußen mit 9.500, [[Provinz Pommern|Pommern]] mit 6.000, [[Provinz Hannover|Hannover]] mit 5.400.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [http://amtspresse.staatsbibliothek-berlin.de/vollanzeige.php?file=11614109%2F1891%2F1891-02-24.xml&amp;amp;s=2 X. Jahrgang. No. 15. Neueste Mittheilungen. Verantwortlicher Herausgeber: Dr. jur. O. Hammann. Berlin, Dienstag, den 24. Februar 1891.] Vgl. [http://zefys.staatsbibliothek-berlin.de/amtspresse/?ityp=1&amp;amp;sid=5477#a5477 Angaben zur Auswanderung insgesamt]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zum Begriff „Ostflucht“ ==&lt;br /&gt;
Der Begriff „[[Flucht]]“ hat eine negative Bedeutung wie das Verb „fliehen“. Bei der Verwendung in „Ostflucht“ wird den Fliehenden unterstellt, sie hätten auf eine Gefährdung reagiert, wo keine war. Denn das Gegenkonzept der Ansiedlung bzw. [[Kolonisation|Colonisation]] weist darauf hin, dass es dem Willen der politisch Verantwortlichen nach im Gegenteil um eine Zukunftsperspektive im Osten gehen sollte. Darin zeigt sich etwas Ähnliches wie in der öffentlichen und amtlichen Charakterisierung der Auswanderer nach Übersee, die als „Geisteskranke“ betrachtet wurden, die unbelehrbar der „Auswanderungssucht“ oder dem „Amerikafieber“ verfallen seien. Denn „dem deutschen Untertan die Mündigkeit zuzugestehen fiel schwer. Und von der Verantwortung für die Zustände, die den Auswanderer nichts mehr von seiner alten Heimat und alles von der ‚Neuen Welt‘ erwarten ließen, entlastete am besten, wenn ‚Amerika‘ zum Wahnbild von Kranken oder Primitiven erklärt wurde.“&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Assion, &amp;#039;&amp;#039;Das Land der Verheißung. Amerika im Horizont deutscher Auswanderer&amp;#039;&amp;#039;, S. 116. In: Hermann Bausinger (Hg.), &amp;#039;&amp;#039;Reisekultur. Von der Pilgerfahrt zum modernen Tourismus&amp;#039;&amp;#039;, C. H. Beck, München 1991, S. 115–122. ISBN 3-406-35502-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Bevölkerungsverschiebung in polnischer Sicht ==&lt;br /&gt;
Siehe dazu:&lt;br /&gt;
* [[Polnischer Westgedanke]]&lt;br /&gt;
* [[Westverschiebung Polens]]&lt;br /&gt;
* [[Wiedergewonnene Gebiete]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;[https://epub.ub.uni-muenchen.de/546/1/brier-westgedanke.pdf Robert Brier]: &amp;#039;&amp;#039;Der polnische „Westgedanke“ nach dem Zweiten Weltkrieg 1944–1950&amp;#039;&amp;#039;, Digitale Osteuropa-Bibliothek: Geschichte 3 (2003), S. 57. (PDF; 828&amp;amp;nbsp;kB)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks == &lt;br /&gt;
* Andrzej Brozek: [http://www.digitalis.uni-koeln.de/JWG/jwg_37_41-51.pdf Ostflucht aus Schlesien 1933 bis 1939], in: [[Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte]] 1969/I, S. 41–51.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Provinz Posen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Preußische Geschichte (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Migrationspolitik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Migrationsgeschichte (Deutschland)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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